Dienstag, 23. August 2016

DTM: Nachgefragt bei ... Edoardo Mortara

Der Audi-Pilot über abwechslungsreiche Wochen und die beiden DTM-Rennen auf dem Moscow Raceway.
Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Geburt Ihrer Tochter, 24 Stunden Spa, ein Sieg im Audi R8 LMS Cup in Asien und die DTM in Russland – Sie haben seit Zandvoort viel erlebt ...

Zunächst einmal muss man das Private vom Arbeitsleben trennen. Die Geburt unserer Tochter Sofia am 19. Juli war eine ganz große Sache für meine Frau und mich. Auf der sportlichen Seite durfte ich ein paar GT-Rennen fahren, die mir immer sehr viel Spaß bereiten. Beim 24-Stunden-Rennen in Spa bin ich zum ersten Mal gestartet. Das ist ein tolles Rennen mit einer großartigen Atmosphäre. Auch das Team war klasse. Mein Einsatz im Audi R8 LMS Cup für Phoenix Racing Asia in Sepang lief ebenfalls sehr gut. Ich hatte also eine gute Zeit.

Zurück in der DTM: Warum hat sich Audi auf dem Moscow Raceway in beiden Qualifyings so schwergetan?

Ganz ehrlich: Ich hatte schon immer den Eindruck, dass BMW mit uns gespielt hat und sie an diesem Wochenende ihr wahres Potenzial gezeigt haben. Aber wir müssen auch analysieren, warum wir im Qualifying – speziell am Sonntag – so weit weg von der Musik waren. Das Problem müssen wir eher bei uns suchen als bei den anderen.

Die beiden Rennen waren höchst unterschiedlich mit Regen am Samstag und der Aufholjagd am Sonntag. Ihre Bilanz?

Ich glaube, ich habe in beiden Rennen eine starke Leistung gezeigt. Am Samstag hätte ich noch etwas weiter vorne ins Ziel kommen sollen, aber ich bin zufrieden, dass ich in beiden Rennen Punkte gesammelt habe.

Am Sonntag haben Sie jede Menge Autos überholt. Was war das beste Überholmanöver?

Schwer zu sagen. Ich hatte auch am Samstag schon ein paar gute Manöver. Am Sonntag hat es sehr viel Spaß gemacht, von hinten zu starten und bis auf Platz sechs nach vorn zu fahren.

Wie war die letzte Kurve aus Ihrer Sicht?

Ich habe versucht, noch einen Platz gutzumachen. Leider hat es nicht funktioniert. Robert (Wickens) ist sehr fair gefahren, ich wollte keinen Kontakt mit ihm. Am Ende sind wir nebeneinander mit 0,0 Sekunden Abstand über die Linie gefahren ...

Was ist mit 30 Punkten Rückstand auf Marco Wittmann in den letzten sechs DTM-Rennen noch möglich?

Alles.

Aufholjagd von Edoardo Mortara in Moskau

  • Audi-Pilot macht im Sonntagsrennen elf Plätze gut
  • Starkes Rennen nach schwachem Qualifying
  • Auch Müller, Tambay und Ekström fahren noch in die Punkte
Was für ein Rennen von Edoardo Mortara: Der Italiener aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline kämpfte sich mit seinem Castrol EDGE Audi RS 5 DTM im zweiten Sonntagsrennen auf dem Moscow Raceway (Russland) von Startposition 17 auf Rang sechs vor. Nach einem enttäuschenden Zeittraining zeigte Audi ein starkes Rennen.
Edoardo Mortara (Audi RS5 DTM)
Foto: Jens Hawrda
Im Kampf um die besten Startpositionen schaffte am Vormittag keiner der acht Audi-Piloten den Sprung in die Top Ten. Youngster Nico Müller war im Playboy Audi RS 5 DTM auf Startplatz zwölf der beste Audi-Fahrer. Die Titelaspiranten Edoardo Mortara und Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Rosberg) mussten sich sogar mit den Startpositionen 17 und 19 begnügen. „Wir haben es im Zeittraining nicht geschafft, die Reifen auf den Punkt zum Arbeiten zu bringen“, sagte Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. „Der richtige Kompromiss zwischen einer schnellen Runde im Zeittraining und der langen Renndistanz ist manchmal sehr schwierig. Wir müssen das genau analysieren.“

Im Rennen zählten die Audi RS 5 DTM dann zu den schnellsten Autos, was auch die schnellste Runde von Nico Müller bewies. Mit insgesamt vier Fahrern in den Punkterängen gelang Audi angesichts der schwierigen Ausgangslage noch ein achtbares Ergebnis.
Mann des Rennens war dabei Edoardo Mortara. Der Italiener machte schon in der ersten Runde fünf Positionen gut und begeisterte die Zuschauer auch in der Folge mit spektakulären Überholmanövern. In der vorletzten Runde verdrängte er Mercedes-Benz-Pilot Daniel Juncadella von Rang sechs. In der letzten Kurve attackierte Mortara auch noch Samstagssieger Robert Wickens und überquerte die Ziellinie in einem Fotofinish neben dem Mercedes-Benz. Ganze 67 Tausendstelsekunden fehlten Mortara auf dem Zielstrich zu Platz fünf.

„Es war ein gutes Rennen für mich, ich habe mein Bestes gegeben“, sagte Mortara nach seiner Aufholjagd. „Mit dem neuen Reifensatz hatte ich anfangs ziemlich zu kämpfen. Doch dann kam der Grip und ich konnte zu den Jungs vor mir aufschließen. Ich habe versucht, sie unter Druck zu setzen und das hat ziemlich gut funktioniert. Natürlich hat heute auch geholfen, dass ich einige Audi um mich herum hatte. Das war gutes Teamwork und ein schönes Gefühl.“

Hinter Mortara kamen mit Nico Müller, Adrien Tambay (Speedweek.com Audi RS 5 DTM) und Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM) drei weitere Audi-Piloten in die Punkteränge, die im Rennen ähnlich stark unterwegs waren wie der Italiener. Miguel Molina verpasste im Teufel Audi RS 5 DTM auf Platz elf im spannenden Finale einen Punkt nur um 0,107 Sekunden. Timo Scheider (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM) und Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM, beide Audi Sport Team Phoenix) arbeiteten sich von den Startpositionen 23 und 20 auf die Plätze 13 und 15 vor. 

Unbelohnt blieb die Aufholjagd von Jamie Green, der nach dem Wechsel der Servolenkung mit leichter Verspätung in das Zeittraining gegangen war. Der Brite kam in den ersten Runden ähnlich schnell nach vorn wie Edoardo Mortara, verlor alle Chancen auf Punkte jedoch durch zwei Durchfahrtsstrafen – die erste aufgrund einer Kollision, die zweite, weil er in der Boxengasse zu schnell fuhr.

„Nach dem wirklich katastrophalen Qualifying haben wir es zumindest noch geschafft, vier Autos in die Punkte zu bringen“, so die Sonntagsbilanz von Dieter Gass. „Einige unserer Fahrer waren über weite Strecken sehr schnell unterwegs. Edo (Mortara) ist ein super Rennen gefahren. Er hat von Anfang bis Ende gekämpft und dabei keine Fehler gemacht. Aber natürlich können wir mit unserem Abschneiden heute insgesamt nicht zufrieden sein.“

Yamaha-Pilot Marvin Fritz reist mit Titelchancen zum Endurance-WM Finale nach Oschersleben

Marvin Fritz startet kommendes Wochenende in der Langstecken-WM
Foto: Hermann Rüger
Der Motorradrennfahrer Marvin Fritz aus Neckarzimmern reist mit Titelchancen zum Finale der FIM Endurance-WM am Wochenende (26.-28. August) zur German Speedweek in die Motorsport Arena nach Oschersleben in der Nähe von Magdeburg. Für den 23-jährigen Yamaha-Pilot ist dies der zweite WM-Einsatz nach dem Rennen in Portimao/Portugal im Juni. Dort belegte der Deutsche Supersport-Meister (auf Yamaha) von 2014 bei seinem WM-Debüt mit seinen Teamkollegen einen hervorragenden vierten Rang beim 12-Stunden-Rennen. Vor dem WM-Finale auf der 3,667 km langen Rennstrecke in Oschersleben liegt das Yamaha Austria Racing Team (YART) mit 60 Punkten punktgleich mit dem SRC Kawasaki-Team auf dem dritten Rang und hat noch Titelchancen.

Für das YART-Yamaha Team von Teamchef Mandy Kainz aus Österreich wäre dies bereits der zweite WM-Titel nach 2009. Das WM-Klassement führt das Suzuki-Team (April Moto Motors Events) mit 68 Zählern an. Neben Marvin Fritz starten der Australier Broc Parkes und der MotoGP-Pilot Bradley Smith aus England. Yamaha-Pilot Marvin Fritz ist in der Superbike-IDM der überragende Fahrer in dieser Saison und führt die Meisterschaft vor den letzten zwei Veranstaltungen auf dem Lausitzring (17.-18. September) sowie beim IDM-Finale in Hockenheim (24.-25. September) souverän an.

Das Acht-Stunden-Rennen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft in Oschersleben wird am Samstag (27. August) um 14 Uhr gestartet und endet um 22 Uhr. Weitere Informationen über die German Speedweek gibt es im Internet unter www.German-Speedweek.de sowie unter www.Motorsportarena.com .

Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Sonntag, 21. August 2016

Sieg und Rückeroberung der Tabellenführung für Wittmann

Vierfach-Erfolg für BMW in Moskau am Sonntag

Seiner siebten Pole-Position in der DTM folgte der siebte Sieg: Marco Wittmann hat mit einer souveränen Vorstellung das zweite Rennen auf dem Moscow Raceway am Sonntag gewonnen. In seinem 50. DTM-Rennen gewann der DTM-Champion von 2014 vor seinem BMW-Markenkollegen Tom Blomqvist und eroberte damit gleichzeitig die Tabellenführung in der Fahrerwertung zurück. „Wir haben heute alles richtig gemacht und ich bin super glücklich“, freute sich Sieger Wittmann im Ziel. „Es lief heute einfach perfekt. Wir haben immer einen Blick auf das Wetter gehabt, denn im Trockenen waren wir hier am ganzen Wochenende schnell unterwegs.“ Dritter in einem spannungsgeladenen Rennen wurde nach 40 Runden auf der 3,931 Kilometer langen Rennstrecke mit Bruno Spengler ein weiterer BMW-Pilot. Den Vierfach-Erfolg der Münchener machte Augusto Farfus perfekt.
Podium vom Sonntag
Foto: DTM-Media
Während Wittmann und Blomqvist an der Spitze einen Vorsprung von fast 20 Sekunden auf die Verfolger herausgearbeitet hatten, wurde im Kampf um die Positionen dahinter – vor allem in der Schlussphase – um jeden Zentimeter gekämpft. Mercedes-AMG-Pilot Robert Wickens verteidigte seinen fünften Platz gegen Edoardo Mortara mit 0,067 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Gegen Rennende hatte Wickens per Funk über Probleme mit der Servo-Lenkung geklagt und auch bei seinem Boxenstopp gab es Verzögerungen, die den Kanadier Zeit kosteten. Von Startplatz 17 hat sich Mortara auf Platz sechs nach vorne gekämpft und damit seine Chancen im Titelkampf gewahrt. Ohne Punkte blieben am Sonntag hingegen Jamie Green und Paul Di Resta. Während Green gleich zwei Drivethrough-Strafen kassierte – erst wegen einer Kollision mit António Félix Da Costa und dann wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse – verursachte Di Resta in der Schlussphase eine Kollision mit Timo Glock und wurde ebenfalls bestraft.

In der DTM-Fahrerwertung liegt Wittmann nach zwölf von 18 Saisonrennen mit 130 Punkten auf Platz eins vor Robert Wickens (118 Punkte). Jamie Green ist mit 104 Punkten Dritter vor Edoardo Mortara (100 Punkte) und Paul Di Resta (92 Punkte).

25.000 Zuschauer verfolgten die DTM-Rennen auf dem Moscow Raceway. In drei Wochen finden auf dem Nürburgring vom 09. September bis 11. September die Saisonrennen dreizehn und vierzehn statt.

Ergebnis Rennen 2 Moskau:
Quelle: dtm.com

Regenschlacht in Zandvoort: Harald Proczyk gewinnt zweites Rennen der ADAC TCR Germany

  • Seat-Pilot wahrt eine Minimalchance auf den Titel
  • Buri und Halder komplettieren Dreifachsieg von Seat
  • Lautenschlager sichert sich den Titel in der Juniorenwertung
extrem schwierige Bedingungen beim Rennen der TCR Germany am Sonntag
Foto: ADAC-Motorsport
Harald Proczyk (40, Österreich, HP Racing) hat das von Wind und Regen geprägte zweite Rennen der ADAC TCR Germany im niederländischen Zandvoort gewonnen und die Entscheidung im Titelrennen bis zum Finalwochenende in Hockenheim (30. September bis 2. Oktober) vertagt. Der Seat-Pilot übernahm nach dem Start die Führung und behielt bei widrigen Bedingungen die Ruhe. Das Rennen wurde nach mehreren Ausrutschern in die Kiesbetten bei starken Regen vorzeitig nach sieben Runden mit der roten Flagge abgebrochen und nicht wieder neu gestartet. "Wir hatten ein super Auto, es hat viel zusammengepasst", sagte Proczyk: "Man darf aber auch die freie Sicht nicht unterschätzen." Neben Proczyk fuhren Samstagssieger Antti Buri (27, Finnland, LMS Racing) und Mike Halder (20, Meßkirch, Liqui Moly Team Engstler) im Seat León TCR aufs Podium. "Ich war noch nie in Zandvoort. Direkt am ersten Wochenende aufs Podium zu fahren, ist sehr gut", sagte Halder nach der Siegerehrung.

Grund zum Jubeln hatte auch Tom Lautenschlager (17, Grafenau, Liqui Moly Team Engstler): Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot wurde Neunter und sicherte sich damit vorzeitig den Titel in der Juniorenwertung. "Wir haben unser Ziel erreicht, es freut mich natürlich sehr und macht mich stolz", sagte Lautenschlager: "Ich hätte mir aber ein etwas längeres Rennen gewünscht, damit ich zeigen kann, was ich kann. Mit jeder Runde habe ich mich hier auf der Bahn besser eingefunden. Jetzt freue ich mich auf Hockenheim und will dann noch ein gutes Ergebnis holen."

Vierter wurde im VW Golf GTI TCR Tim Zimmermann (19, Langenargen, Liqui Moly Team Engstler) vor Meisterschaftsanwärter Josh Files (25, Großbritannien, Target Competition), der bester Fahrer im Honda Civic TCR war. Es folgten die beiden VW Golf-Piloten Niklas Mackschin (21, Barsinghausen, Liqui Moly Team Engstler) und Benjamin Leuchter (28, Duisburg, Racing One). Wie im ersten Rennen am Samstag wurde Niko Kankkunen (17, Finnland, LMS Racing) bester Junior. Der Sohn des viermaligen Rallye-Weltmeisters Juha Kankkunen wurde im Seat vor Lautenschlager Achter. Die Top Ten komplettierte Kai Jordan (47, Wolfsburg, JBR Motorsport) im VW Golf. Lautenschlager hat damit bereits am vorletzten Rennwochenende der ADAC TCR Germany die Juniorenwertung für sich entschieden. Vor dem Saisonfinale am Hockenheimring am ersten Oktoberwochenende hat der VW Golf-Pilot 67,5 Punkte Vorsprung auf Dominik Fugel (19, Chemnitz, Team Honda ADAC), der Zandvoort ohne Punkte verlässt.

Aquaplaning größte Herausforderung für das Fahrerfeld

Aufgrund des Dauerregens war die Strecke an der Nordseeküste komplett nass, was im Rennverlauf zu Ausrutschern ins Kiesbett von mehreren Teilnehmern führte und in der Folge zwei Safety Car-Phasen auslöste. Davon ließ sich Proczyk jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach einem weiteren Ausrutscher in den Kies von Honda-Pilot Finlay Crocker (46, Großbritannien, VFR Racing) wurde das Rennen nach sieben Runden mit der roten Flagge vorzeitig abgebrochen.

Mit seinem Sieg in Zandvoort wahrt sich Proczyk noch eine Minimalchance auf den Gewinn der Meisterschaft. Nach zwölf von 14 Saisonrennen fehlen dem Österreicher 41,5 Punkte auf den Gesamtführenden Files, in Hockenheim werden insgesamt noch 55 Punkte vergeben. "Da müssen wir in Hockenheim viel Glück haben, damit es noch klappt", sagte Proczyk: "Aber es ist natürlich schön, dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist."

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany:

Harald Proczyk (Sieger, HP Racing): 
"Es gab viele Fahrer, die die Strecke im Regen nicht kennen. Erfahrung zahlt sich da aus."

Antti Buri (Zweiter, LMS Racing): 
"Es war ein sehr schwieriges Rennen. Über die Punkte sind wir sehr zufrieden, insgesamt war es ein positives Wochenende. Auf Hockenheim freue ich mich, das werden sicher gute Rennen."

Mike Halder (Dritter, Liqui Moly Team Engstler): 
"Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Schade, dass es so wenig Rennen heute gab. Auch wenn ich einen Platz an Antti Buri herschenken musste, bin ich super zufrieden. Mal schauen, wie es in Hockenheim läuft."

Niko Kankkunen (Bester Junior, LMS Racing): 
"Es war wirklich nass, man konnte kaum etwas sehen, aber es hat Spaß gemacht. Ich bin sehr zufrieden, es lief für mich besser als erwartet."