Dienstag, 26. April 2016

Umfangreiche Berichterstattung über die DTM in den kommenden zwei Jahren auf den SPORT1-Plattformen

Die ITR tritt der Sport1 GmbH umfangreiche Multimediarechte an der DTM für die kommenden beiden Jahre 2016 und 2017 ab. Das Lizenzpaket beinhaltet plattformneutrale nicht-exklusive Verwertungsrechte an den Rennen der DTM für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Rahmen der Kooperation berichtet SPORT1 über jedes Rennen in tagesaktuellen einstündigen Highlight-Zusammenfassungen im Free-TV sowie zeitversetzt auf dem Pay-TV-Sender SPORT1+. Außerdem werden zahlreiche Videos der DTM auf SPORT1.de, in der SPORT1-App und auf den Social Media-Kanälen angeboten. Darüber hinaus berichtet SPORT1 im Free-TV dieses Jahr auch über die beiden DTM-Rahmenserien Porsche Carrera Cup und Audi Sport TT Cup live oder in tagesaktuellen Highlights. Alle Rennen sind zusätzlich auch im kostenlosen Livestream auf SPORT1.de zu sehen.
Foto: Jens Hawrda
Bei der populärsten internationalen Tourenwagenserie liefern sich die drei deutschen Premium-Hersteller Audi, BMW und Mercedes einen spannenden Dreikampf auf insgesamt neun Saisonstationen mit jeweils zwei Rennen. Mit tagesaktuellen einstündigen Highlight-Zusammenfassungen von jedem Rennen begleitet SPORT1 die komplette DTM-Saison im Free-TV. Beim Saisonauftakt in Hockenheim gibt es die Höhepunkte des 1. Rennens am Samstag, 7. Mai, ab 21:30 Uhr und die Höhepunkte des 2. Rennens am Sonntag, 8. Mai, ab 22:15 Uhr zu sehen. Außerdem werden die Rennen zeitversetzt auf dem Pay-TV-Sender SPORT1+ gezeigt (Sendezeiten siehe Übersicht). Die Übertragungen begleitet Moderatorin Julia Josten und Kommentator Peter Kohl.

ITR-Vorsitzender Hans Werner Aufrecht: „Wir freuen uns, mit SPORT1 einen zusätzlichen, motorsport-affinen TV-Partner gewonnen zu haben, der die DTM mitsamt seinen Rahmenserien einem großen Publikum zugänglich macht. Wir versprechen uns, dank den Übertragungen auf den verschiedenen Kanälen ein zusätzliches, junges Publikum ansprechen zu können, das sich mit unserer Tourenwagenserie identifizieren kann.“

SPORT1-Chefredakteur Dirc Seemann: „SPORT1 wird zum ‚Home of Motorsport‘! Durch die Vereinbarung mit der ITR berichten wir in den kommenden beiden Jahren auf unseren Plattformen umfangreich und tagesaktuell über die DTM. Zusammen mit den Rahmenserien Porsche Carrera Cup und Audi Sport TT Cup können wir unseren Zuschauern an den DTM-Wochenenden ein PS-starkes Motorsport-Programm präsentieren. Die neuen Rechte ergänzen unser bestehendes Motorsport-Portfolio mit hochwertigen Serien wie dem ADAC GT Masters, der ADAC Formel 4, der ADAC TCR Germany, der FIA WRC oder dem Red Bull Air Race. Unser Anspruch ist es, den Motorsportfans im deutschsprachigen Raum mit dem multimedial umfangreichsten und besten Angebot eine Heimat für ihre Leidenschaft zu geben.“

SPORT1 wird zum „Home of Motorsport“

Deutschlands führende 360°-Multimedia-Sportplattform engagiert sich ab sofort redaktionell stärker denn je im Motorsport: Unter dem Slogan „Home of Motorsport“ bündelt SPORT1 die redaktionellen Kräfte und hat so einen noch größeren Fokus auf die plattformübergreifende Motorsportberichterstattung. Alle relevanten Serien sind auf den SPORT1-Plattformen vertreten und bekommen in der Berichterstattung crossmedial eine einheitliche Handschrift. Die digitalen Angebote auf SPORT1.de, in den SPORT1-Apps und auf den Social Media-Kanälen bieten darüber hinaus eine noch größere inhaltliche Tiefe: Die Fans können sich dabei unter anderem auf ein großes Livestream- und Datenangebot sowie regelmäßige Videos, Liveticker, News, Kolumnen und Exklusiv-Interviews freuen. Zudem sind auch für das digitale Sportradio SPORT1.fm Neuigkeiten im Motorsport-Bereich vorgesehen.

Montag, 25. April 2016

Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz wirft im Interview einen Blick voraus auf die DTM-Saison 2016

  • Über das neue Auto: „Die Herausforderung für uns ist es nun, die Aerodynamik des alten Autos mit der Form des neuen Autos in Einklang zu bringen.“
  • Über die DTM: „In der DTM fahren eben nicht nur die drei deutschen Premiummarken, sondern vor allem die besten Tourenwagenpiloten der Welt.“
  • Über die Fahrer: „Die Fahrer müssen in den Vordergrund gestellt werden. Und da darf es dann auch schon einmal den ein oder anderen Konflikt geben.“

Mercedes-Piloten 2016
Foto: Mercedes-Motorsport
Vom 06. bis 08. Mai startet die DTM beim Heimrennen von Mercedes-AMG in Hockenheim in die neue Saison 2016. Vor dem Saisonstart erklärt Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz die wichtigsten Neuerungen und größten Herausforderungen in der anstehenden DTM-Saison.
Ulrich Fritz, Mercedes-AMG DTM-Teamchef
Foto: Mecedes-Motorsport
Uli, das Mercedes-AMG DTM Team hat im vergangenen Jahr sowohl den Fahrer- als auch den Teamtitel gewonnen. Mit welcher Zielsetzung geht ihr nach einem solchen Erfolg in die kommende Saison?

Ulrich Fritz: „Ich denke, es wäre unglaubwürdig, wenn wir uns hinstellen und behaupten, dass wir die Titel nicht verteidigen wollen. Schließlich sind wir genau deswegen in der DTM – um Titel und Rennen zu gewinnen. Dennoch muss man auch realistisch sein. Die DTM ist meiner Meinung nach von der Leistungsdichte die härteste Serie der Welt. Um hier Titel zu gewinnen muss alles passen. Daher bin ich vorsichtig mit Prognosen.“

Es wird oft davon gesprochen, dass Mercedes-AMG in diesem Jahr mit einem neuen Auto an den Start geht. Was ist denn wirklich „neu" am Einsatzfahrzeug?

Ulrich Fritz: „Die wirkliche Neuerung an unserem Auto betrifft in erster Linie das eindrucksvolle Fahrzeugdesign. Daher hat sich zwar die Optik stark verändert, aber es war uns nicht erlaubt, an den Performance-relevanten Aerodynamik-Teilen unter der sogenannten Design-Linie etwas zu verbessern. Die Herausforderung für uns ist es nun, die Aerodynamik des alten Autos mit der Form des neuen Autos in Einklang zu bringen.“

Das hört sich aber nicht nach einem Vorteil an?

Ulrich Fritz: „Nein, das sicher nicht. Aber in der DTM ist es nun einmal so, dass sich die Einsatzfahrzeuge immer an den aktuellen Serienmodellen orientieren. Daher haben wir das Design angepasst. Das Auto sieht jetzt natürlich wirklich super aus, aber stellt uns auch vor die eine oder andere Aufgabe, die es zu lösen gibt.“

Wo siehst du euer Team im Vergleich zum Wettbewerb?

Ulrich Fritz: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Entscheidend wird sein, wie schnell wir das richtige Setup für unser Auto finden. Da haben unsere Wettbewerber sicher einen Vorteil. Bei ihnen wurde am Fahrzeug nichts verändert. Daher können sie uneingeschränkt auf die Erfahrungswerte der letzten Jahre zurückgreifen. Aber letztendlich will ich gar nicht so sehr über die Leistungsstärke der anderen Marken sprechen. Durch die neue Performancegewichts-Regelung werden die Autos mittelfristig auf ein ähnliches Niveau gebracht. Und dann geht es hauptsächlich um den Fahrer.“

Wie seid ihr übereingekommen, dass nicht mehr hauptsächlich die Leistungsfähigkeit einer Marke im Vordergrund stehen soll?

Ulrich Fritz: „Natürlich fahren wir in der DTM, um die Marke Mercedes-AMG bestmöglich zu präsentieren. Aber uns ist allen klar, dass die Fans einen Kampf Mensch gegen Mensch auf der Strecke sehen wollen. Die DTM ist eine Fahrermeisterschaft. Wir haben spektakuläre Autos, aber nur wenige wissen, wer eigentlich im Auto sitzt. Was ist das für ein Typ? Kann ich mich mit dem identifizieren? Das kam zu kurz. In der DTM fahren eben nicht nur die drei deutschen Premiummarken, sondern vor allem die besten Tourenwagenpiloten der Welt. Paffett gegen Ekström, Di Resta gegen Spengler das wollen die Menschen sehen. Die Fahrer müssen in den Vordergrund gestellt werden. Und da darf es dann auch schon einmal den ein oder anderen Konflikt geben.“

Wenn wir schon über Fahrer sprechen, wer ist dein Favorit auf den Meistertitel in diesem Jahr?

Ulrich Fritz: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass oftmals ein Fahrer gewinnt, den man zu Beginn des Jahres gar nicht auf dem Zettel hat. Wer hat schon 2014 gedacht, dass Wittmann den Titel holt? Ich nicht. Und letztes Jahr Pascal war sicher auch für viele überraschend. Das ändert aber nichts daran, dass beide ihren Titel verdient gewonnen und diesen Saisons ihren Stempel aufgedrückt haben. Ich bin mir aber relativ sicher, dass die üblichen Verdächtigen sicher wieder ein Wörtchen mitsprechen werden, wenn es um die Meisterschaft geht.“

Freitag, 22. April 2016

Start der DTM-Saison 2016 rückt näher

Das erste Kräftemessen zwischen Audi, BMW und Mercedes-Benz in der DTM-Saison 2016 ist vorbei: Bei den einzigen offiziellen Testfahrten auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg trafen die in der DTM engagierten Hersteller erstmalig nach der langen Winterpause aufeinander. Nach intensiven viertägigen Testfahrten vor dem DTM-Auftakt, der zwischen dem 6. und 8. Mai ebenfalls auf dem Hockenheimring stattfindet, ist eines sicher: Einen Favoriten auszumachen ist nahezu unmöglich. Umso mehr steigen Kribbeln und Vorfreude bei Fans und Fahrern gleichermaßen.
Foto: Jens Hawrda
Das Fahrerfeld besticht auch in der Saison 2016 durch Qualität: Acht ehemalige DTM-Champions, viele Arrivierte und ein Rookie werfen in diesem Jahr ihren Hut in den Ring. „50 Prozent des Feldes kann man als ernstzunehmende Titelkandidaten einstufen – für einen Rennsieg kommt jeder in Frage“, sagt der DTM-Champion von 2004 und 2007, Mattias Ekström. Die Statistik der vergangenen Saison untermauert diese Einschätzung: 13 unterschiedliche Sieger in 18 Rennen, zwischen Pole-Position und 24. Startplatz lagen im Qualifying nicht selten weniger als eine Sekunde. „Hier geht es eigentlich immer zur Sache. Das ist anders als beispielsweise in der Formel 1, wo zwei, drei Fahrer dem Rest des Feldes davonfahren“, sagt BMW-Pilot und Ex-Formel-1-Fahrer Timo Glock.

Wenn die Startampel am 7. Mai beim DTM-Auftaktrennen erlischt, geht es so eng zu, wie in keiner anderen Serie der Welt. Um dieses Alleinstellungsmerkmal zu stärken und die Fähigkeiten der Fahrer noch mehr in den Fokus zu rücken, wurde das Reglement nochmals verfeinert: Die Verteilung der Performance-Gewichte wird in Zukunft im Qualifying ermittelt und im anschließenden Rennen bereits angewandt, die DRS-Nutzung limitiert. Verantwortliche und Fahrer sind sich einig: „Wir wollen eine Serie, in der allein die Fahrer entscheiden, wer das Rennen gewinnt. Jeder soll praktisch mit dem gleichen Rüstzeug in ein Rennen starten“, gibt Ulrich Fritz, DTM-Chef bei Mercedes-Benz, die einhellige Meinung wieder.

Vor allem aber setzt die DTM 2016 auf Kontinuität und führt Bewährtes fort: Zwei Rennen und zwei Qualifyings an jedem der neun Rennwochenenden in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Von traditionell bis modern, von kurvig bis extrem schnell – alles ist im Rennkalender vertreten. Egal an welcher der attraktiven Rennstrecken, ein Besuch bei der DTM lohnt sich immer. Zumal den Zuschauer an jedem Wochenende ein erstklassiges Rahmenprogramm erwartet. So geht es beispielsweise beim Auftakt in Hockenheim parallel in der Rallyecross-Weltmeisterschaft zur Sache.

Auch abseits der Strecke wird den Fans einiges geboten. Der Bummel durchs Fahrerlager ist lohnenswert, zumal die Chance groß ist, einem der Protagonisten persönlich zu begegnen – Zeit für ein gemeinsames Foto ist in diesem Falle immer vorhanden. Konzerte mit nationalen und internationalen Musikstars, Stuntshows, Interviews und Gewinnspiele tragen zu bester Unterhaltung bei. An einem DTM-Wochenende kommt die ganze Familie auf ihre Kosten – zu vernünftigen Preisen. Tickets für die Auftaktveranstaltung auf dem Hockenheimring sind ab 29 Euro erhältlich. Das günstigste Familienticket inklusive Fahrerlager für zwei Erwachsene und zwei Jugendliche (bis einschließlich 14 Jahre) kostet für drei Tage 105 Euro.

Donnerstag, 21. April 2016

SUPERBIKE*IDM: Kräftemessen der Motorradelite und Nachwuchstalente beim Saisonauftakt am Lausitzring

Xavi Forès (#1) und Markus Reiterberger (#21) starten dieses Jahr in der Superbike-WM
Foto: Jens Hawrda
Die Winterpause ist vorbei – Vom 29. April bis 1. Mai lässt die nationale und internationale Motorradelite bei der SUPERBIKE*IDM auf dem Lausitzring wieder die Motoren dröhnen. Profis und Nachwuchstalente gehen in insgesamt acht PS-starken Klassen an den Start: Superbikes und Superstock 1000, Superstock 600 und SuperNaked, Sidecar, Yamaha R6-Dunlop-Cup sowie die Nachwuchsklassen ADAC Junior Cup powered by KTM und ADAC Northern Europe Cup Moto3. Beim Saisonauftakt in der Lausitz wird sich zeigen, wer den Winter am besten zur Vorbereitung nutzen konnte.
 
Max Neukirchner steht als einer der großen Titelanwärter auf der diesjährigen Superbike-Starterliste. Der Stollberger konnte bereits reichlich Erfahrungen in der Weltmeisterschaft sammeln. 2015 kämpfte der 32-Jährige bis zu einem Sturz vor Saisonmitte auf der neuen Yamaha YZF-R1M um die Spitze in der Königsklasse. In diesem Jahr will er den Pokal endlich nach Sachsen holen.
 
Konkurrenz bekommt er unter anderem aus dem eigenen Team: Florian Alt (19) bestritt 2015 eine Saison in der Moto2-Weltmeisterschaft. Nun will der Superbike-Rookie sein Talent im Team Yamaha MGM unter Beweis stellen. Ein weiterer Favorit ist der amtierende Superstock 1000-Meister Mathieu Gines (27). Sein Team Van Zon-Remeha-BMW stellte mit Markus Reiterberger in der Saison 2015 zum dritten Mal den Titel in der Superbike-Kategorie. Auch wenn die BMW S 1000 RR Neuland für den jungen Franzosen ist, scheut er nicht die Herausforderung, in die Fußstapfen des amtierenden Seriensiegers zu treten.
 
Mit gerade einmal 15 Jahren ist der Berliner Tim Georgi bereits ein alter Hase im Geschäft. 2015 gab der Förderkandidat des ADAC Berlin-Brandenburg und Mitglied der ADAC Stiftung Sport sein Moto3-Debüt und sicherte sich prompt den Meistertitel in der Standard-Klasse. Mit dem Freudenberg Racing Team tritt der Youngster in dieser Saison im ADAC Northern Europe Cup Moto3 gegen zahlreiche nationale und internationale Talente an.
 
Sieben Jahre lang stand ihr Name auf den Starterlisten der SUPERBIKE*IDM. Schon längst hat sich Sarah Heide aus Zwickau als eine von wenigen Frauen im Motorsport etabliert. 2013 holte sie sich einen Laufsieg in der Supersport-Klasse und wurde damit zur ersten weiblichen Fahrerin, die in der Geschichte der SUPERBIKE*IDM ein Rennen gewinnen konnte. An ihre Erfolge will die 27-Jährige auch in dieser Saison in der Superstock 600 anknüpfen.

Mittwoch, 20. April 2016

Dieter Gass: „Wettbewerb in der DTM ist extrem hart“

  • Noch zwei Wochen bis zum Beginn der neuen DTM-Saison
  • Saisonstart am 7. und 8. Mai in Hockenheim
  • Der Leiter DTM bei Audi Sport im Interview
Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport über die Ziele für die am 7. und 8. Mai in Hockenheim beginnende DTM-Saison 2016 und die Änderungen, die es im vergangenen Winter gab.
Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport
Foto: Audi-Motorsport
Im vergangenen Jahr war der Audi RS 5 DTM mit zehn Siegen bei 18 Rennen das erfolgreichste Auto. Trotzdem reichte es in der Fahrer-, Hersteller- und Teamwertung jeweils nur zum zweiten Platz ...
Der Audi RS 5 DTM war ohne Zweifel das schnellste Auto. Dass wir trotzdem keinen Titel geholt haben, war deshalb besonders ärgerlich. Aufgrund unserer Erfolge bei den ersten Rennen hatten wir früh im Jahr sehr viel Gewicht in unseren Autos. Das war sicher ein Grund – aber nicht der einzige. Auf einigen Strecken haben wir einfach nicht das Maximum herausgeholt und zu oft Punkte liegenlassen. Wir haben im Winter intensiv daran gearbeitet, uns in diesen Bereichen zu verbessern.
 
Wie konnten Sie das Auto weiter verbessern, obwohl die Technik per Reglement „eingefroren“ ist?
Natürlich waren keine großen Schritte möglich, also war Detailarbeit angesagt. Wir haben viel Zeit mit Analysen verbracht und sind zuversichtlich, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben. Unser Ziel war es, viele Setup-Optionen zu entwickeln, um bei den unterschiedlichsten Bedingungen immer optimal vorbereitet zu sein. Das ist bei der extremen Leistungsdichte in der DTM ganz entscheidend. So haben wir im Winter zum Beispiel an der Tool Box gearbeitet, die unseren Teams zur Verfügung steht. Wir wollen 2016, unabhängig von den Performance-Gewichten, konstantere Ergebnisse liefern.
 
Über die Performance-Gewichte wurde im vergangenen Jahr viel und kontrovers diskutiert. Warum braucht man diese überhaupt?
Aus Kostengründen ist derzeit keine Weiterentwicklung der Autos erlaubt. Deshalb können wir als Hersteller nicht reagieren, wenn eine Marke aus irgendeinem Grund einen zu großen Vorteil hat. Die Performance-Gewichte sollen die Autos auf einem Niveau halten und so die Dominanz eines Herstellers verhindern. Im vergangenen Jahr war das System rund um die Performance-Gewichte leider generell nicht perfekt abgestimmt und hat stark in die Rennergebnisse eingegriffen. Für 2016 wurde das optimiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Weg gefunden haben und die Performance-Gewichte gut funktionieren.
 
Wie sieht der Weg aus?
Die Gewichte werden nun von Rennen zu Rennen angepasst – und zwar direkt nach dem Qualifying, basierend auf den Zeitabständen. Alle Autos einer Marke bekommen dasselbe Gewicht. Wir wollen schließlich keinen Fahrer bestrafen, sondern damit verhindern, dass ein Hersteller dominiert.
 
Auch beim Einsatz des Drag Reduction Systems – kurz DRS – gab es Veränderungen. Warum?
Prinzipiell führt das DRS wie erwartet zu mehr Überholmanövern. Aber es soll noch gezielter zum Überholen genutzt werden und nicht dazu, hinter einem schnelleren Auto herfahren zu können. Deshalb wird die Zahl der Aktivierungen limitiert.
 
Im vergangenen Jahr wurde das Format der DTM radikal geändert. Hat sich das neue Format bewährt?
Absolut! Zwei Rennen und ein Qualifying pro Rennen – das ist aus meiner Sicht der richtige Weg. Es ist zwar stressig für alle Beteiligten und wir haben nun mehr Startrunden, die immer besonders teuer sind. Aber die Fans bekommen doppelt so viel Action geboten. Wir arbeiten permanent daran, die DTM noch attraktiver zu machen. Deshalb war der Schritt hin zu zwei Rennen pro Wochenende definitiv der richtige.

2016 gibt es nur einen einzigen Rookie im gesamten Starterfeld der DTM. Wird die Leistungsdichte dadurch noch größer?
Das ist in der DTM kaum noch möglich. Wir gehen davon aus, dass das gesamte Feld wieder extrem eng zusammenliegt, auch weil technisch niemand einen großen Sprung machen konnte. Eine kleine Unbekannte sind sicher die Kollegen von Mercedes-Benz, die nach dem Modellwechsel in der Serie auch mit einem neuen DTM-Auto an den Start gehen. Das steht bei uns für 2017 an.

Oschersleben ist im DTM-Kalender 2016 durch Budapest ersetzt worden. Wie finden Sie das?
Ich persönlich finde das gut, auch wenn wir in Budapest 2014 nicht so stark waren. Diesen Eindruck möchten wir 2016 korrigieren. Das Rennen in Budapest war schon 2014 ein schönes Event mit vielen Zuschauern, trotz des eher ungünstigen Termins. Die Begeisterung für die DTM ist dort sehr groß. Natürlich war sie das auch in Oschersleben, aber die Rennen war immer extrem teuer. Wir haben uns aufgrund der Streckencharakteristik regelmäßig die Autos kaputtgefahren.
 
Sie starten mit einem nahezu unveränderten Fahrerkader. Nur Nico Müller und Adrien Tambay haben die Teams getauscht. Was war der Grund für den Platztausch?
Es ist kein Geheimnis, dass wir uns von beiden vergangenes Jahr ein bisschen mehr erwartet haben, zumal beide auch schon gezeigt haben, dass sie mehr können. Ein Teamwechsel bringt häufig frischen Wind und neue Energie, um so die Situation zu verbessern. Darauf hoffen wir im Fall von Nico und Adrien.
 
Im Audi Sport Team Abt Sportsline bilden Mattias Ekström und Edoardo Mortara in diesem Jahr erstmals ein Team. Warum?
Als ein Team hätten die beiden 2015 die Teamwertung nach Punkten überlegen gewonnen. Wir wollen in diesem Jahr alle drei Titel holen – die Fahrer-, die Hersteller- und die Teamwertung. Deshalb haben wir es als sinnvoll erachtet, zwei potenzielle Punktesammler in einem Team zu vereinen.
 
Braucht man für den Fahrertitel eine Stallregie?
Stallregie ist im Motorsport ein legitimes Element der Rennstrategie, aber es darf nicht in eine Wettbewerbsverzerrung ausarten, oder über die Grenzen des guten Geschmacks hinausgehen.