Freitag, 29. Mai 2015

DTM: Freies Training Lausitzring - Audi stark

Guter Start von Tabellenführer Audi in das zweite Rennwochenende der DTM: Im ersten Freien Training auf dem Lausitzring kamen am Freitagnachmittag Fahrer aller drei Audi Sport Teams in die Top Fünf und sechs der acht Audi RS 5 DTM in die Top Ten. Schnellster Audi-Pilot war Mattias Ekström im Red Bull Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Abt Sportsline auf Position zwei.
Mattias Ekström am Lausitzring wieder stark
Foto: Jens Hawrda
„Es war ein guter Tag für uns“, sagte der Schwede, der auf dem Lausitzring schon zweimal siegte. „Lange Zeit lag ich sogar vorne, am Ende war Tom Blomqvist ein paar Zehntel schneller. Wir haben das Qualifying simuliert und zwei Mini-Long-Runs absolviert. Alles gut. Nur das Starttraining hat nicht geklappt – es hat mächtig gequalmt, das muss morgen im Rennen besser klappen.“
 
Nach dem ersten Freien Training der DTM auf dem Lausitzring lassen sich die Kräfteverhältnisse für dieses Wochenende zumindest erahnen. Audi war stark, lange Zeit lagen auf den ersten sechs Plätzen nur Audi-Piloten, doch als die Trainingszeit abgelaufen war lag Rookie Tom Blomqvist ganz vorn.
Tom Blomqvist schnellster im freien Training
Foto: Jens Hawrda
Der Youngster in BMW-Diensten unterbot mit einer Zeit von 1:18,145 sogar den Rundenrekord aus dem Jahr 2013, wenngleich das Freie Training in diese Wertung nicht mit eingeht. Somit dient sein Ergebnis leider nur dem eigenen Selbstbewusstsein.
 
Dennoch dürfte dieses Resultat nicht nur für sein Team RBM, das bislang auf dem vorletzten Platz der Mannschaftswertung liegt, ein gutes Zeichen sein – auch den Mannen von BMW wird es Hoffnung machen: Nach einem durchwachsenen Start in die Saison deutet sich eine Wende an, denn mit Marco Wittmann auf Platz drei findet sich noch ein weiterer Fahrer in Weiß-Blau ganz weit vorne wieder.
 
Eine Überraschung war das, obwohl der Lausitzring eigentlich als Mercedes-Strecke gilt kein Mercedes Pilot ganz vorn zu finden war. Robert Wickens schaffte es mit einem neunten Platz als einziger Mercedes Pilot in die Top-Ten.

DTM: Kurzvorstellung Lausitzring

Bild: Audi-Motorsport
Der Lausitzring liegt im früheren Braunkohleabbaugebiet zwischen Berlin und Dresden. Die Strecke ist 3,478 km lang und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Sie weist neben einer langen Geraden ein technisch sehr anspruchsvolles Infield mit vielen langsamen Kurven und Schikanen auf. Im vergangenen Jahr erzielte Pascal Wehrlein in der Lausitz seinen ersten DTM-Sieg. Damit wurde er zum jüngsten Sieger in der Geschichte der Tourenwagenserie.

DTM: Stimmen der Mercedes-Piloten vor dem Rennen am Lausitzring

Nach drei Podestplätzen in den ersten beiden Saisonläufen in Hockenheim reist das Mercedes-AMG DTM Team am kommenden Wochenende für die Saisonrennen drei und vier an den Lausitzring.

Gary Paffett (34 Jahre, England):
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Das erste Rennen in Hockenheim war eine richtige Achterbahnfahrt für uns. Das Auto war schnell und mit der Podiumsplatzierung am Sonntag hatten wir einen guten Abschluss. Andererseits hatten wir aber leider auch ein paar Probleme und haben Fehler gemacht, die uns unsere guten Qualifying-Ergebnisse gekostet haben. Das war natürlich enttäuschend. Aber wir haben das alles aufgearbeitet und sind bereit, am Lausitzring wieder anzugreifen, um weitere Podiumsplatzierungen einzufahren. Der Lausitzring ist auf jeden Fall eine Strecke, zu der ich immer gerne fahre und auf der ich schon einige Erfolge verbuchen konnte. Im Gegensatz zu anderen Strecken gibt es hier einige Überholmöglichkeiten. Das macht die Rennen in der Lausitz immer zu einer spaßigen Veranstaltung.“
Paul di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul Di Resta (29 Jahre, Schottland):
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Die Podiumsplatzierung in Hockenheim war sicherlich eine Erleichterung. Es tat gut, zu sehen, dass sich die harte Arbeit über den Winter ausgezahlt hat und wir auf Kurs sind, unser Ziel zu erreichen, den Abstand zu den anderen Herstellern zu verkürzen. Ich denke, wir sind in einer guten Verfassung und können am Lausitzring durchaus um Podiumsplatzierungen und eventuell sogar Siege fahren. Aber ich denke auch, dass BMW stärker sein wird als noch in Hockenheim und Audi war im letzten Rennen schon stark. Alles in allem würde ich sagen, dass die Hersteller alle nah beieinander liegen, was sehr gut ist, da nun die Fähigkeiten der Fahrer wieder mehr in den Vordergrund treten. Wenn wir in beiden Rennen unter den Top-Fünf sind, wäre es ein erfolgreiches Wochenende.“

Robert Wickens (26 Jahre, Kanada):
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (
Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM
„Es macht mir persönlich unheimlich viel Spaß, am Lausitzring fahren. In den letzten beiden Jahren landete ich hier auf einem vierten und einem fünften Platz. Ich mag die Strecke einfach. Nachdem das Auftaktrennen in Hockenheim für mich enttäuschend verlaufen ist, hoffe ich, dass wir am nächsten Rennwochenende einige Punkte einfahren können.“
Christian Vietoris
Foto: Jens Hawrda
Christian Vietoris (26 Jahre, Deutschland):
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM
„Nach zwei schweren Rennwochenenden in Hockenheim, aber auch beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring kommt der Lausitzring jetzt genau richtig. Dort habe ich bisher immer gute Ergebnisse erzielt und reise mit einem sicheren Gefühl an. Ich bin mittlerweile auch lange genug dabei, um zu wissen, dass es im Motorsport mal schlechte Wochenenden gibt und dann aber auch wieder ein Gutes kommt. Die Schlechten hatte ich jetzt, dementsprechend freue ich mich extrem auf den Lausitzring. Jetzt fängt die Saison für mich richtig an. Es ist schön zu wissen, dass wir, wenn alles passt, ein konkurrenzfähiges Auto haben.“

Daniel Juncadella (24 Jahre, Spanien):
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: PETRONAS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Im letzten Jahr war das Rennen auf dem Lausitzring für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zwar konnte ich mit Rang vier mein bis dato bestes DTM-Ergebnis erzielen. Aufgrund einer Durchfahrtsstrafe hat es aber eben nicht für das Podium gereicht. Das Ziel für dieses Jahr ist daher ganz klar, ein Podium einzufahren. Der Lausitzring ist die Heimstrecke von Mücke Motorsport, was das Rennen hier immer zu etwas besonderem macht. Zudem haben wir diese Saison meiner Meinung nach ein starkes Auto und mit zwei Rennen die doppelte Chance auf ein gutes Ergebnis. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf das Rennwochenende.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer (20 Jahre, Österreich):
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: BWT Mercedes-AMG C 63 DTM
„Obwohl ich noch nie ein Rennen auf dem Lausitzring gefahren bin, kenne ich die Strecke sehr gut, da sie die Teststrecke von Mücke Motorsport ist. Für das Team von Peter Mücke bin ich ja in der Formel 3 gestartet. Alles was im Auftaktrennen passiert ist, ist abgehakt und Schnee von gestern. Ich weiß jetzt wie ein Rennwochenende in der DTM abläuft und was mich erwartet. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir am kommenden Rennwochenende eine Leistungssteigerung zeigen werden und ein gutes Ergebnis einfahren. Um am Lausitzring erfolgreich zu sein, muss man einerseits technisch fahren, andererseits muss man es auch fliegen lassen können.“
Maximilian Götz
Foto: Jens Hawrda
Maximilian Götz (29 Jahre, Deutschland):
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Das erste DTM-Rennwochenende war nicht ganz einfach – aber zumindest war ich bisher immer bester Rookie. Seit Hockenheim habe ich nochmal viel Zeit im Simulator verbracht. Ich blicke positiv auf den Lausitzring, da ich die Strecke sehr gut kenne. Im letzten Jahr habe ich im Rahmen des ADAC GT Masters einen Sieg eingefahren. Ich werde mir aber trotz allem gezielt die Videos der letzten Rennen anschauen und viel Zeit vor dem Computer verbringen. Zusätzlich steht wie immer eine Menge Fitnesstraining auf dem Programm. Im Qualifying haben wir in Hockenheim nicht das optimale Fenster erwischt – da müssen wir am Lausitzring noch besser werden. Beim Rennen werde ich mich voll auf die Strecke konzentrieren und Ruhe bewahren. Dann werden wir sehen, zu welcher Platzierung es letztendlich reicht.“
Pascal Wehrlein
Foto: Jens Hawrda
Pascal Wehrlein (20 Jahre, Deutschland):
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: gooix Mercedes-AMG C 63 DTM
„Ich freue mich schon sehr auf das nächste Rennen auf dem Lausitzring. Letztes Jahr habe ich dort meinen ersten Sieg geholt und habe dadurch natürlich besonders gute Erinnerungen an die Strecke. Zudem war der Lausitzring die letzten Jahre immer eine sehr erfolgreiche Strecke für die Mercedes-Fahrer und ich denke, dass wir auch dieses Jahr wieder sehr stark sein werden. Mein Ziel ist natürlich, zwei Podiumsplätze einzufahren und wie immer mein Bestes zu geben. Es macht Spaß zu sehen, dass wir einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Unser Team hat hart gearbeitet. Ich bin mir sicher, dass wir mit einem konkurrenzfähigen Auto an den Start gehen werden.“


SUPERBIKE*IDM meets DTM am Lausitzring

Am Wochenende trifft Deutschlands hochkarätigste Meisterschaft im Motorrad-Straßenrennsport auf die populärste internationale Tourenwagenserie. Im Rahmen der DTM geht auf dem Lausitzring die SUPERBIKE*IDM mit den Klassen Superbike, Superstock 1000, Supersport 600 und SuperNaked an den Start. Alle Sessions der SUPERBIKE*IDM werden am Samstag und Sonntag online per Livestream übertragen.
Foto: Jens Hawrda
Heiße Rennen, Stuntshows, After-Race-Party – wenn die DTM vom 29. bis 31. Mai auf dem Lausitzring gastiert, können sich die Fans auf ein attraktives Programm auf und neben der Rennstrecke gefasst machen. „Mit Public Viewing des DFB-Pokalfinales, Spaßangeboten für Kinder, beeindruckenden Motorrad-Stunts und der After-Race-Party ist für jeden Geschmack etwas dabei“, sagt Lausitzring-Chef Josef Meier. Während in der DTM-Markenwelt sportliche Straßenfahrzeuge und DTM-Rennwagen präsentiert werden, findet man in der Händlermeile auch mehrere Motorradausstellungen. Bei Autogrammstunden im DTM-Fanzelt und beim Pitwalk erleben Zuschauer die Piloten ganz aus der Nähe. Im Renngeschehen mischen auch die Stars der SUPERBIKE*IDM mit. Die Fahrer der Klassen Superbike, Superstock 1000, Supersport 600 und SuperNaked fighten auf dem Lausitzring um wichtige Meisterschaftspunkte. Alle Sessions der SUPERBIKE*IDM werden sowohl am Samstag als auch am Sonntag per Livestream unter www.superbike-idm.de/live übertragen.

Reiterberger mit hundert Punkten und Vier-Kilo-Handicap


Vier Kilogramm Extragewicht muss Markus Reiterberger vom Team Van Zon-Remeha-BMW am Lausitzring mit auf die Strecke nehmen. Der 21-jährige BMW-Pilot ist mit vier Siegen aus vier Rennen der Spitzenreiter in der Klasse Superbike. Jetzt greift die Balance of Performance, ein Reglement der Serie, das neu geschaffen wurde, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Durch das Vier-Kilo-Handicap steigen die Chancen für die Verfolger Xavi Forés und Lorenzo Lanzi vom Ducati 3C-Racing Team. „Dieses Wochenende wird ziemlich ausschlaggebend sein. Wir vertrauen darauf, dass wir um den Sieg mitfahren können. Die Motivation ist maximal“, sagt Forés. Der Sachse Max Neukirchner liegt im Gesamtranking derzeit auf Platz vier. Nach seinem starken Saisonstart im Team Yamaha MGM und der nagelneuen Yamaha YZF-R1M, musste er in Zolder – ebenso wie Teamkollege Damian Cudlin – aufgrund eines Sensordefekts auf wichtige Punkte verzichten. Anstelle des verletzten Luca Grünwald geht für das Weber-Diener Racing Team weiterhin der Australier Gareth Jones an den Start. An diesem Wochenende stößt voraussichtlich auch der genesene Belgier Bastien Mackels zum Superbike-Feld.

Gines dominiert im starken Superstock 1000-Feld

Bei Endurance-Weltmeister Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) läuft es im Moment wie am Schnürchen. Nach zwei Siegen in Zolder führt der Yamaha-Pilot das Gesamtklassement an. Auf Gines folgt in der Tabelle der Schweizer Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex). Der Kawasaki-Fahrer tritt wie Gines in diesem Jahr zum ersten Mal in der Klasse Superstock 1000 an. Als Gesamtdritter reist das Nachwuchstalent Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team) in die Lausitz. Der Salzburger bestritt die Rennen in Zolder trotz seiner Verletzungen an Hand und Wadenbein und sicherte sich dadurch wichtige Meisterschaftspunkte. Supersport 600-Meister Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing) liegt derzeit an Position vier der Klasse Superstock 1000. In Zolder konnte er mit den Plätzen vier und fünf beständig Punkte sammeln. Gleichauf liegen an Platz fünf BMW-Pilot Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer) und Stefan Kerschbaumer (Leitwolf.cc Racing) auf Yamaha.

Rennen auf Augenhöhe in der Klasse Supersport 600

In der Klasse Supersport 600 geht es bekanntermaßen eng zu. Lediglich der Finne Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer) konnte sich einen Sicherheitsabstand von 20 Punkten zu seinem hartnäckigsten Verfolger Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha) auf Yamaha erarbeiten. Dahinter ist in der Meisterschaft alles offen. Auf Bühn, der 66 Punkte auf dem Konto hat, folgt mit nur einem Punkt Rückstand Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing). Der 16-Jährige zeigt mit bisher zwei zweiten Plätzen und einem dritten Platz, dass mit ihm gerechnet werden muss; ein Sieg blieb bislang aber noch aus. Hinter Stange liegt mit zehn Punkten Abstand Kawasaki-Pilot Christian von Gunten (Kawasaki Schnock Team Motorex), der selbst fünf Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jasha Huber hat.

Karthin tastet sich auf SuperNaked-Maschine an Klasse Supersport 600 ran

Gemeinsam mit den Supersport 600-Fahrern gehen die SuperNaked-Piloten an den Start. Stärkster Mann der neuen Klasse: Suzuki-Fahrer Kjel Karthin vom Team KARTHIN MSB Suzuki. Der 26-Jährige überraschte in Zolder, als er auf der nassen Fahrbahn mit den Piloten der Klasse Supersport 600 mithalten konnte. „Jetzt habe ich Blut geleckt. Im Regen ist auch gegen die Supersport 600-Fahrer was drin“, sagt Karthin. In der Meisterschaft führt Karthin mit 96 Punkten vor Udo Reichmann (56 Punkte) und Frank Behrje (33 Punkte).
 

Donnerstag, 28. Mai 2015

Audi-Doppelspitze freut sich auf „coole Fans und Gänsehaut-Atmosphäre“ in der Lausitz

  • Edoardo Mortara reist erstmals als DTM-Tabellenführer an
  • Ekström: „Die voll besetzte Haupttribüne ist beeindruckend“
  • Mortara und Ekström auch Abseits der DTM erfolgreich
Bei den DTM-Saisonrennen drei und vier, die am letzten Mai-Wochenende auf dem Lausitzring ausgetragen werden, wollen die Audi-Piloten Edoardo Mortara und Mattias Ekström ihre Doppelführung in der Tabelle verteidigen. Und sie wollen zusammen mit ihren sechs Markenkollegen endgültig mit dem Vorurteil aufräumen, dass die brandenburgische Rennstrecke Audi nicht läge.
siegte schon zwei mal am Lausitzring: Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
„Es gab sicher Zeiten, da tat sich Audi auf dem Lausitzring mit seinen vielen langgezogenen, langsamen Kurven schwerer als auf anderen Rennstrecken“, sagt Mattias Ekström, Sieger des zweiten Rennens beim Saisonauftakt in Hockenheim, bei einer Telefonkonferenz im Vorfeld des nächsten DTM-Kräftemessens. „Aber ich habe hier auch schon zweimal gewonnen und 2001 das erste DTM-Podium meiner Karriere bejubelt. In den letzten Jahren hat Audi mit dem RS 5 DTM viele Fortschritte auf Strecken mit einer solchen Charakteristik gemacht.“ Das Abschneiden von Audi im letztjährigen Qualifying auf dem Lausitzring untermauert diese These. Dort führte Ekström ein Audi-Trio auf den Startplätzen zwei, drei und vier an. „Dass es dann im Rennen zumindest bei mir nicht rund lief, lag sicher nicht am Auto“, ergänzt der Schwede.
Edoardo Mortara kommt als Meisterschaftsführender zum Lausitzring
Foto: Jens Hawrda
Noch erfolgreicher in die Saison 2015 gestartet als Mattias Ekström ist Markenkollege Edoardo Mortara. Der Italiener mit Wohnsitz in Genf reist nach den Plätzen vier und zwei in Hockenheim erstmals als Tabellenführer zu einem DTM-Rennen. Mit 30 Zählern liegt er fünf Punkte vor Ekström und dem britischen Audi-Piloten Jamie Green, der das erste Saisonrennen für sich entschieden hatte. Ein schönes Gefühl, sagt Mortara – aber auch nicht mehr. Mortara: „Hockenheim war sicherlich ein guter Auftakt für mich, aber es kommen noch viele Rennen. Und es ist wichtiger, am Saisonende in der Tabelle ganz oben zu stehen als am Anfang.“

Viel Zeit, abzuschalten und die Tabellenführung zu genießen, blieb Mortara trotz der vierwöchigen Pause ohnehin nicht. Neben seinen Vorbereitungen auf das Rennwochenende in der Lausitz trieb der Teilzeit-Gastronom die Eröffnung einer Filiale seines Genfer Sushi-Restaurants Moshimoshi voran.

 Ekström hat die Zeit zwischen den beiden DTM-Einsätzen für einen Start in der Rallycross-WM genutzt. Dabei erkämpfte er im Audi S1 EKS RX quattro Platz zwei. Nun freut er sich auf den Lausitzring: „Die Fans dort zählen zu den coolsten in der DTM. Wenn man an der vollen Haupttribüne vorbeifährt, das ist wirklich beeindruckend. Und spätestens wenn man gegenüber der Tribüne auf dem Podium steht und seine Nationalhymne hört, bekommt man eine Gänsehaut.“ Dass der Sprung aufs Podium in der Lausitz zu schaffen ist, steht für beide Fahrer außer Frage: „Wir haben ein starkes Auto, mit dem alles möglich ist, wenn wir das Optimum herausholen.“