Mittwoch, 1. Oktober 2014

DTM und Super-GT einigen sich auf neues Klasse-1-Reglement


Audi RS5 DTM, Mercedes AMG C-Coupè und BMW M4 DTM
fahren ab 2017 nach dem Class-One-Reglement
Foto: DTM-Media
Die DTM und die japanische Super GT machen große Schritte bei der Zusammenarbeit. Nachdem das technische Reglement vor allem in den Bereichen Chassis und Aerodynamik bereits seit Anfang 2014 in beiden Rennserien identisch ist, wird ab 2017 auch ein einheitliches Motorenreglement gelten. Zwei Liter, Vierzylinder, Turbomotor – das sind die Eckdaten der neuen „Class One”, wie sie international heißen wird. Darauf haben sich der DTM-Rechteinhaber und -vermarkter ITR e.V. und der japanische Super-GT-Veranstalter GTA sowie alle beteiligten Automobilhersteller im Rahmen eines gemeinsamen Meetings am 30. September in Tokio verständigt. Der amerikanische Motorsportverband IMSA plant ebenfalls, Rennen nach dem neuen Klasse-1-Reglement auszuschreiben.
 
Während die Namen und die spezifischen Besonderheiten der einzelnen Rennserien erhalten bleiben sollen, einigten sich die Vertreter von DTM, Super GT und IMSA auf eine Reihe technischer Details, die unter dem Namen „Klasse 1” in ein gemeinsames, weltweit gültiges Reglement einfließen sollen. Spektakuläre Fahrzeuge, ein hohes Sicherheitsniveau und Kostenreduktion für Entwicklung und Einsatz der Fahrzeuge stehen dabei im Vordergrund. Während das äußere Erscheinungsbild dem der neuesten Fahrzeuggeneration von DTM und Super GT entspricht, wurde vereinbart, dass ab 2017 unter den Motorhauben Vierzylinder-Turbomotoren mit zwei Litern Hubraum und einer Leistung von rund 600 PS ihren Dienst verrichten werden. Außerdem wurden bei dem Meeting des sogenannten „Steering Commitee” der drei Rennserien auch bereits eine Reihe von Details wie Testbeschränkungen, Reifenspezifikationen oder die Nutzung von DRS angesprochen. Damit sehen sich die Beteiligten auf dem besten Weg, ab 2017 mit einem Klasse-1-Fahrzeug ohne größere Umbauten auch in anderen Meisterschaften starten zu können.

die Mitglieder der Steering-Kommission einigten sich in Tokio auf das Class-One-Reglement
Foto: DTM-Media
„Die Vereinbarung zwischen den führenden Automobilherstellern in Deutschland und Japan ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem gemeinsamen, weltweit gültigen Klasse-1-Reglement”, erklärte Hans Werner Aufrecht, der 1. Vorsitzende des ITR e.V. „Die Hersteller werden frei entscheiden können, ob sie ein Klasse-1-Fahrzeug heute ihn Suzuka, nächste Woche am Nürburgring und übernächste Woche in Daytona antreten lassen wollen. Das eröffnet den Automobilherstellern völlig neue Vermarktungs-möglichkeiten. Der gemeinsame Name 'Class One' ist dabei ein wichtiger Baustein, sozusagen die Klammer, die alles zusammenhält. Deswegen bin ich froh, dass wir mit diesem griffigen Ausdruck künftig unsere Gemeinsamkeiten in Europa, Japan und den USA demonstrieren. Wir werden dadurch eine nie dagewesene Markenvielfalt auf höchstem technischen Niveau erreichen und den Zuschauern damit noch spannendere Rennen liefern. Es ist eine fantastische Vorstellung, dass die spektakulären Fahrzeuge, wie wir sie aus der DTM kennen, künftig weltweit auf höchstem Niveau und zu vertretbaren Kosten einsetzbar sein werden.” Masaaki Bandoh, der Vorsitzender der japanischen GTA, ergänzt: „Wir hatten ein sehr produktives Gespräch. Wir haben dabei volle Übereinstimmung bei allen Fragen des Technischen Reglements erzielt. Mit dieser Vereinbarung bieten wir optimale Möglichkeiten für die Automobilhersteller, sich in Zukunft nicht nur in der jeweiligen nationalen, sondern in allen Klasse-1-Serien zu engagieren.”

Dienstag, 30. September 2014

Stimmen der Mercedes Piloten zum Rennen in Zandvoort

Christian Vietoris, im neuen Auto bester Mercedes-Pilot
Foto: Mercedes-Motorsport
Christian Vietoris (25, Deutschland, Original-Teile Mercedes AMG C-Coupé):
5. Platz
„Zunächst möchte ich meinem Team danken. Sie haben großartige Arbeit geleistet in dieser Woche, um das Auto für das Rennwochenende vorzubereiten. Das war eine erstklassige Leistung. Ich bin sehr glücklich, dass wir heute Punkte geholt haben und weiter um Platz zwei in der Gesamtwertung kämpfen. Vom 18. Startplatz ist Rang fünf ein ordentliches Ergebnis. Damit hätten wir zu Rennbeginn nicht gerechnet. In der Schlussphase hatte ich hinter Edoardo Mortara mehr zu verlieren als zu gewinnen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, die Punkte für Platz fünf mitzunehmen und kein unnötiges Risiko mehr einzugehen.“
 
Pascal Wehrlein (19, Deutschland, gooix Mercedes AMG C-Coupé):
7. Platz
„Mein Start war leider nicht so gut und ich verlor eine Position. Im Rennverlauf versuchte ich, meine Reifen zu schonen. Das hat leider nicht optimal funktioniert. Der Speed auf den Option-Reifen war nicht so gut wie später auf dem Prime-Reifen. Im Rennen ist viel passiert. Es gab viele Safety Car-Phasen und Zwischenfälle. Das kam unserer Strategie nicht entgegen und kostete uns den Vorsprung durch die Option-Reifen. Am Ende habe ich im Kampf mit Maxime Martin einen Stoß von hinten erhalten und so den sechsten Platz noch verloren. Unter diesen schwierigen Umständen war es jedoch ein akzeptables Rennen.“
 
Robert Wickens (25, Kanada, FREE MAN'S WORLD Mercedes AMG C-Coupé):
8. Platz
„Wir müssen dieses Rennen genau analysieren. Ich verstehe nicht, was einige andere Fahrer gemacht haben. Es gibt einige Fahrer, gegen die man einen harten, aber fairen Zweikampf führen kann. Aber es gibt auch ein paar, die dir beim Anbremsen in die Seite fahren und damit einen Dreher auslösen. Genau das ist mir mit Miguel Molina passiert. Das verstehe ich nicht. Die Kurve gehörte mir, ich war vorne. Platz acht ist in Ordnung. Aber heute wären viel mehr Punkte möglich gewesen. Das Team hat aber gute Arbeit geleistet.“
Vitaly Petrov
Foto: Jens Hawrda
Vitaly Petrov (30, Russland, DTM Mercedes AMG C-Coupé):
11. Platz
„Zuerst möchte ich mich noch einmal für meinen Fehler im Training entschuldigen. Ich startete als Letzter und zu Rennbeginn war es für mich schwierig, die Pace auf dieser für mich neuen Strecke zu finden. Die Balance auf den Prime-Reifen war nicht gut. Daran müssen wir für das nächste Rennen arbeiten. Ich musste während des Rennens die Strecke lernen, da ich im Qualifying nur fünf Runden fahren konnte und vorher noch nie hier gewesen bin. Wir sind das halbe Rennen auf den Option-Reifen gefahren und als meine Pace stärker wurde, konnte ich einige Autos überholen. Meine Rundenzeiten waren nicht schlecht. Ich weiß aber, dass ich noch schneller fahren kann.“
 
Daniel Juncadella (23, Spanien, Petronas Mercedes AMG C-Coupé):
17. Platz
„Platz acht war eigentlich ein gutes Ergebnis. Wir haben stets die richtigen Entscheidungen getroffen. Leider fiel ich durch meine nachträgliche Strafe aus den Punkterängen heraus. Es war ein verrücktes Rennen. Ich hatte eine Berührung mit Augusto Farfus, der zweimal die Linie wechselte. Deshalb konnte ich ihm nicht ausweichen. Insgesamt hätte es vielleicht sogar ein bisschen besser laufen können. Ich war mit meiner Aufholjagd von Startplatz 21 zufrieden. Die Strafe kostete mich meine Belohnung dafür.“

Gary Paffett, Ausfall nach Kontakt mit der Leitplanke
Foto: Mercedes-Motorsport
Gary Paffett (33, England, EURONICS Mercedes AMG C-Coupé):
ausgefallen
„Das war lange Zeit ein gutes Rennen. Ich hatte einen guten Start und wir kämpften recht weit vorne. Mit den Option-Reifen war ich zufrieden. Dann kamen wir recht früh an die Box, um so vielleicht ein paar Plätze gutzumachen. Zu Beginn sahen wir auf dem Prime-Reifen gut aus. Die erste Safety Car-Phase war ebenfalls noch gut für uns. Bei den weiteren verloren wir jedoch Positionen. Gegen Rennende überholten mich Fahrer auf Option-Reifen. Im Duell mit Pascal habe ich noch etwas mehr Zeit verloren. Am Ende kam ich in Kurve acht etwas zu weit nach draußen und berührte die Mauer ziemlich stark. Es war ein gutes Rennen mit einem enttäuschenden Ende.“
 
Paul Di Resta (28, Schottland, DTM Mercedes AMG C-Coupé):
ausgefallen
„Ich hatte einen kleinen Zwischenfall mit Antonio Felix da Costa. Aber wir hatten schon ab der ersten Runde große Schwierigkeiten. Ich glaube, etwas hat mit dem Auto nicht gestimmt. Vielleicht gab es eine Berührung, die dafür verantwortlich war. Wir waren in einer starken Position, um einige Punkte mitzunehmen. Wenn man dann ausscheidet, ist es natürlich enttäuschend. Hoffentlich läuft es in Hockenheim besser.“

Stimmen der Audi-Piloten zum Rennen in Zandvoort

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM), Platz 1

„Es ist immer schön, ein Rennen zu gewinnen. Vor allem, wenn es so lange her war. Wir waren 14 Monate ohne Sieg und es war dieses Jahr der erste Sieg für Audi. Es ist ein besonderer Tag. Wir hatten heute etwas Glück, aber mein Auto war auch sehr schnell. Wichtig war, dass ich am Anfang auf den Standardreifen nicht zu viel Zeit verloren habe. Anschließend spielten uns die Safety-Cars in die Hände.“
 
Edoardo Mortara, Platz Vier für Audi
Foto: Jens Hawrda
Edoardo Mortara (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 4

„Es war ein fantastisches Rennen. Wir hatten eine perfekte Strategie und einen super Boxenstopp. Ich habe viele Autos überholt, nachdem ich nach der Disqualifikation von gestern von ganz hinten starten musste. Es war schwierig heute Morgen, die Motivation zu behalten. Aber wir haben nicht aufgegeben und gezeigt, dass wir unser Chancen nutzen können, wenn sie kommen.“
Timo Scheider
Foto: Jens Hawrda
 
Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM), Platz 10

„Es war ein ereignisreiches Rennen. Die erste Safety-Car-Phase hat mir auf Optionsreifen Positionen gekostet. Die zweite Phase ging ein bisschen in meine Richtung. Ich hatte ein spannendes Rennen und tolle Kämpfe. Mein Auto war mit Optionsreifen und Standardreifen gut. Wir haben am Ende noch einen Punkt geholt und damit unser Minimalziel erreicht.“
 
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM), Platz 15

„Wir hatten einfach Pech. Wir lagen auf dem zweiten Platz. Marco Wittmann hatte einen frühen Boxenstopp und ich konnte Martin Tomczyk und Nico Müller überholen und lag hinter Mike (Rockenfeller). Dann kam das Safety-Car und das hat viel Zeit gekostet, weil wir auf Optionsreifen gestartet waren. Mattias (Ekström) hat davon profitiert. Mein Speed war wirklich gut. Wir brauchen nur etwas Glück, dann werden die Resultate kommen.“
Mike Rockenfeller, Safety-Car zerstörte sein Rennen
Foto: Jens Hawrda
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM), Platz 16

„Außer dem Start, der nicht ganz so war, wie ich ihn mir gewünscht hatte und ich eine Position verlor, war das Rennen eigentlich sehr gut. Nachdem ich Wittmann überholt habe und in Führung lag, konnte ich das Rennen an der Spitze gut kontrollieren. Doch dann kam das Safety-Car – und mein Rennen war gelaufen. Es ist extrem frustrierend, dass das Reglement so ist.“
 
Miguel Molina (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 18

„Es war ein vielversprechendes Rennen. Wir hatten eine gute erste Rennhälfte und konnten mit Standardreifen ein gutes Tempo hinter den Fahrern auf Optionsreifen gehen. Ich sollte eine Runde länger auf den Boxenstopp warten, weil Mattias (Ekström) Priorität hatte. Ich habe dabei zwei Positionen verloren, lag dann hinter Vietoris und Spengler. Dort haben wir viel Zeit mit Kämpfen verloren und es ging nichts mehr vorwärts. Danach schob mich (Timo) Glock von der Strecke. Ich kam zwar wieder aus dem Kies, aber mein Rennen war vorbei.“
 
Nico Müller (Audi Financial Services RS 5 DTM), Ausfall

„Das Rennen hat top angefangen. Ich hatte einen super Start und bin direkt auf Platz drei vorgefahren. Es wäre fast noch mehr drin gewesen, hat aber nicht ganz gereicht. Ich habe dann die Reifen geschont und bin hinterher gefahren. Marco Wittmann hatte vorn sehr früh Reifenprobleme. Nach der ersten Safety-Car-Phase war bei mir noch alles in Ordnung, aber nach der zweiten ging plötzlich gar nichts mehr. Ich hatte ein Problem am Auto, weil ich irgendein Teil aufgelesen hatte. Von da an ist alles in die falsche Richtung gelaufen. Der Unfall am Schluss war da nur noch der Punkt auf dem i.“

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM), Ausfall

„Unglücklicherweise war das Rennen für mich viel zu kurz. Beim Versuch, Paffett zu attackieren, hatte ich plötzlich weniger Abtrieb und Grip an der Vorderachse. Auf dem Gras habe ich dann die Kontrolle über das Auto verloren. Sorry dafür. Es war heute mit diesem Auto eine Menge drin. “

Stimmen der BMW-Piloten zum Rennen in Zandvoort

Marco Wittmann (Startnummer 23, BMW Team RMG, Platz 2):

„Es war ein verrücktes Rennen mit vielen Safety-Car-Phasen. Ich erwischte einen super Start und konnte an Mike Rockenfeller vorbeiziehen. Allerdings haben meine Optionsreifen danach sehr schnell abgebaut, und ich konnte meine Pace nicht halten. Dann habe ich mich in Kurve eins auch noch verbremst, so dass Rocky wieder an mir vorbeiziehen konnte. Danach hat mein Team einen sensationellen Job gemacht und mich früh in die Box zum Reifenwechsel geholt. Das war die absolut richtige Entscheidung. Natürlich braucht man bei den vielen Safety-Car-Phasen auch ein wenig Glück. Das hatten wir. Ich bin stolz, dass wir nach dem Gewinn der Fahrerwertung nun auch noch Team-Champions sind. Das ist der Lohn für die tolle Arbeit in dieser Saison. Glückwunsch auch an meinen Teamkollegen Maxime Martin zum Titel ‚Rookie of the Year‘. Ich bin happy mit Platz zwei heute im Rennen. Das ist ein super Tag. Jetzt gibt es in Hockenheim beim großen Finale noch den Herstellertitel zu gewinnen. Ich bin hoch motiviert, und will das Jahr mit einem Top-Resultat abschließen.“
Martin Tomczyk erstes Podium nach 2012
Foto: Jens Hawrda
Martin Tomczyk (Startnummer 10, BMW Team Schnitzer, Platz 3):

„Nach der langen Durststrecke, die ich hinter mir habe, wieder auf dem Podium zu stehen, ist eine Genugtuung. Ich habe harte Zeiten hinter mir. Heute konnte ich endlich beweisen, dass ich es noch immer auf das Podium schaffen kann, wenn alles passt. Danke an BMW und das BMW Team Schnitzer für die Unterstützung, die ich hier immer erfahren habe. Ich bin sehr glücklich, hier in Zandvoort, auf einer meiner Lieblingsstrecken, endlich die Trendwende geschafft zu haben. Es war ein spektakuläres Rennen, vor allem für die Zuschauer. Die Pace hat über die gesamte Renndistanz gestimmt. Heute auf Platz drei ins Ziel zu kommen, ist fast wie eine Erlösung.“
Maxime Martin - "Rocky of the Year"
Foto: Jens Hawrda
Maxime Martin (Startnummer 24, BMW Team RMG, Platz 6):

„Das ist ein großartiger Tag für mein Team und mich. Dabei hatte das Wochenende für uns nicht gerade optimal begonnen. Wir hatten im Qualifying ein kleines technisches Problem. Heute im Rennen dagegen hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Auch das brauchst du im Rennsport. Wir haben wichtige Punkte gesammelt und sind vorzeitig Team-Champions geworden. Das freut mich sehr für meine Jungs beim BMW Team RMG. Nach den beiden schwierigen Jahren, die das Team hinter sich hat, bin ich sehr glücklich darüber, dass sie endlich für ihre Anstrengungen belohnt wurden. Mein Teamkollege Marco Wittmann ist DTM-Champion. Ich habe heute vorzeitig den Titel ,Rookie of the Year‘ gewonnen. Es macht mich stolz, in dieser hart umkämpften Serie als bester Neuling ausgezeichnet zu werden. Was jetzt noch fehlt, ist der Herstellertitel für BMW. Den wollen wir in Hockenheim perfekt machen.“
 
Joey Hand in der Startaufstellung
Foto: Jens Hawrda
Joey Hand (Startnummer 4, BMW Team RBM, Platz 11):

„Es war ein schwieriger Tag. Schon zu Beginn hatten wir auf den Optionsreifen nicht die richtige Pace, und ich steckte im Feld fest. Wenn man immer nur im Verteidigungsmodus ist, dann ist man verwundbar. Und das war heute bei mir der Fall. Ich wurde nach der ersten Safety-Car-Phase, als ich noch auf den Options unterwegs war, relativ heftig getroffen. Dabei wurde mein Auto beschädigt, und es war danach sehr schwierig zu fahren. Ich habe dann nur noch versucht, dran zu bleiben, denn man darf nie aufgeben. Ich wollte trotz aller Schwierigkeiten unbedingt ins Ziel kommen, denn da es heute sehr viele Ausfälle gab, wären sogar beinahe noch Punkte möglich gewesen.“
Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo Glock (Startnummer 17, BMW Team MTEK, Platz 13):

„Wir hatten an diesem Wochenende eigentlich ein gutes Auto, aber uns hat komplett das nötige Glück gefehlt, um die Performance auch einmal in ein gutes Ergebnis umzumünzen. Beim Start in die Einführungsrunde ließ sich der erste Gang nicht einlegen. Ich musste das gesamte Feld passieren lassen. Danach ging es sehr turbulent zu, aber auch davon konnten wir leider nicht profitieren. Glückwunsch an das BMW Team RMG zum Teamtitel, aber auch an Martin Tomczyk zu einem starken Rennen. Er hat sich diesen Erfolg wirklich verdient.“
 
António Félix da Costa (Startnummer 18, BMW Team MTEK, Platz 14):
 
„Es war erneut ein sehr charakterbildendes Rennen. Ich habe viel für die Zukunft gelernt. Auf den Optionsreifen war unsere Pace viel versprechend. Ich hatte das Gefühl, dass ich konkurrenzfähig bin und die Jungs vorne einholen kann. Doch als wir die Standardreifen aufgezogen haben, habe ich wieder Probleme mit der Balance bekommen. Wir haben nun etwas Zeit bis zum Saisonfinale. Hoffentlich können wir unsere Schwierigkeiten beheben und dann ein erfolgreiches letztes Saisonrennen fahren.“
 
Bruno Spengler (Startnummer 9, BMW Team Schnitzer, Platz 17):

„Mein Rennen war eigentlich nicht schlecht – abgesehen von meiner Strafe nach der Kollision mit Jamie Green. Sie ist für mich unverständlich. Es hatte zuvor im Rennen ähnliche Situationen gegeben, nach denen jedoch keine Strafe ausgesprochen wurden.“
 
Augusto Farfus (Startnummer 3, BMW Team RBM, DNF): 

„Ich wurde von Daniel Juncadella am Heck getroffen. Es war ein wirklich heftiger Schlag, und ich denke, er hat sich vollkommen verbremst. Der Zwischenfall war schade und hat mein Rennen früh beendet. Ich hatte Glück, denn als ich die Mauer auf mich zukommen sah, hatte ich schon damit gerechnet, frontal einzuschlagen. Doch glücklicherweise habe ich die Streckenbegrenzung dann seitlich getroffen.“

Montag, 29. September 2014

Nachtrag Saisonfinale IDM Seitenwagen: Josef Sattler und Stefan Trautner holen den IDM-Titel bei den Gespannen

Josef Sattler und Stefan Trautner sind Sidecarmeister 2014
Foto: Hermann Rüger
Am Wochenende 19-21. September 2014 fand auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg das Finale zur Internationalen Deutschen Motorrad-Straßenmeisterschaft (IDM) statt. Mit drei Saisonsiegen in Folge holten sich Josef Sattler (Triftern) mit seinem österreichischen Beifahrer Stefan Trautner erstmals den IDM-Titel bei den Seitenwagen. Der 49-jährige Bayer fuhr im Training die zweitbeste Zeit hinter den letztjährigen Meistern Andre Kretzer (Wilsbach) mit Co-Pilot Jens Lehnertz (Konz) und ging aus der ersten Startreihe in das Rennen. Vor dem Rennen war klar, dass der Sieger der beiden Gespannen auch Deutscher Meister ist. Bei strömendem Regen setzten sich Sattler/Trautner (LCR-Suzuki Gespann) mit einem Raketenstart auf dem 3,692 km langen Kurs im badischen Motodrom gleich in Führung. Von der dritten bis fünften Runde übernahmen Kretzer/Lehnertz die Spitze, doch dann drehten Sattler/Trautner die schnellste Rennrunde und setzten sich ab. Nach 15 Runden (Gesamtdistanz 55,38 km) hatte das Duo einen Vorsprung von 7,280 Sekunden vor Kretzer/Lehnertz und feierten ihren ersten IDM-Titel. Im Endklassement nach 10 Rennen erreichten Sattler/Trautner mit fünf Podestplatzierungen 148 Punkte und damit nur drei Zähler Vorsprung auf Kretzer/Lehnertz (145 Punkte).
Sattler / Trautner
Foto: Jens Hawrda
Josef Sattler, der in Pfarrkirchen geboren wurde, stieg 2011 in die Seitenwagen-IDM ein und belegte mit Beifahrer Stefan Trautner den 16. Endrang. Ein Jahr später 2012 standen Sattler/Trautner beim Rennen in Schleiz als Dritte zum ersten Mal bei der IDM auf dem Podest. In der Gesamtwertung verbesserten sie sich auf den fünften Endrang. Im letzten Jahr ging das Duo mit einem KTM-Motor im RSR-Gespann an den Start. In der IDM fielen sie auf den elften Platz im Endklassement zurück. Die beste IDM-Platzierung war der fünfte Rang auf dem Grand Prix-Kurs vom Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal. Der Höhepunkt war im Vorjahr der Doppelsieg bei der Internationalen Sidecar Trophy auf dem Red Bull-Ring in Österreich. In dieser Saison stiegen Sattler/Trautner auf das LCR-Fahrwerk (mit Suzuki-Motor) vom Schweizer Konstrukteur Louis Christen um. Den ersten IDM-Erfolg feierte das Duo im Juli 2014 auf dem Straßenkurs in Schleiz/Thüringen, danach siegten sie noch in Assen/Niederlande sowie jetzt beim Finale in Hockenheim. Das Team geht für den Polizei-Sport-Verein (PSV) aus Wels/Österreich an den Start.

Sein 31-jährige Beifahrer Stefan Trautner (Rohrbach/Österreich) fuhr 2009 das erste Mal in der IDM bei seinem Landsmann Harald Hainbucher (RSR-Suzuki) mit, da Beifahrer Peter Adelsberger (Wartenberg) nach dem IDM-Titelgewinn 2008 seinen Rücktritt erklärte. Hainbucher/Trautner belegten in der Saison 2009 den neunten Platz im Endklassement. Für Josef Sattler aus dem Rottal ist der Titelgewinn ein Jubiläum, denn genau vor 20 Jahren feierte er 1994 auf dem nur wenige Kilometer von Hockenheim entfernten Flugplatzkurs in Speyer am Rhein sein Rennfahrerdebüt im Suzuki GSX-R-Cup als Solofahrer.
 
Text zur Verfügung gestellt von: Michael Sonnick

 
Rennergebnis Saisonfinale Hockenheim (Top-Five):
 
1. Trautner/Sattler,
2. Kretzer/Lehnertz,
3. Pichler/Pichler,
4. Grabmüller/Kirchuofer,
5. Gürck/Wechselberger.
 
Meisterschaftsendstand 2014 Fahrer (Top-Five):
 
1. Josef Sattler           148 Pkt.
2. Andrè Kretzer         145 Pkt.
3. Kurt Hock               126 Pkt.
4. Jacob Rutz,            124,5 Pkt.
5. Andreas Nussbaum 86 Pkt.