Dienstag, 25. August 2026

Next DTM-Stop: Sachsenring

Action im Titelendspurt: Vom 11. bis 13. September kommt die DTM an den Sachsenring. Beim vorletzten Rennwochenende des Jahres geht es in die entscheidende Schlussphase. Auf der Rennstrecke bei Chemnitz kämpfen die DTM-Stars um wichtige Punkte und die beste Ausgangslage für das Finale in Hockenheim. Beste Voraussetzungen für ein packendes Wochenende.

Foto: Jens Hawrda

Als Spitzenreiter reist Maro Engel an den Sachsenring – sein Vorsprung ist zuletzt allerdings auf nur noch einen Punkt geschrumpft. Denn Porsche-Werksfahrer Thomas Preining präsentiert sich aktuell in beeindruckender Form: Der Tabellenzweite aus Österreich stand viermal in Folge auf dem Podium und hat sich mit starken Ergebnissen zurück in den Titelkampf gebracht. Auf dem Sachsenring will Preining die nächsten Top-Platzierungen folgen lassen und die Tabellenführung übernehmen. Doch auch dahinter ist der Kampf um die DTM-Krone längst nicht entschieden. Nicki Thiim, Lucas Auer, Marco Wittmann und Matteo Cairoli liegen ebenfalls in Schlagdistanz zur Spitze und wollen das Sachsenring-Wochenende nutzen, um sich eine starke Ausgangslage für den Showdown in Hockenheim zu erkämpfen.

Beste Unterhaltung verspricht auch das Rahmenprogramm. Neben der DTM sorgen die ADAC GT4 Germany und der BMW M2 Cup für zusätzliche Action auf der Strecke. In der ADAC GT4 Germany kämpfen ambitionierte Nachwuchstalente um Siege und Meisterschaftspunkte, im BMW M2 Cup geht es mit identischen Rennfahrzeugen besonders eng zur Sache. So dürfen sich die Fans an allen drei Veranstaltungstagen auf ein volles Motorsport-Programm freuen.

Quelle: dtm.com


Montag, 24. August 2026

Formel-1-Auftritt für DTM-Spitzenreiter Maro Engel

In Zandvoort hat Maro Engel den Pirelli Pole Position Award an Lando Norris übergeben
Foto: ADAC-Motorsport

Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) hatte am Samstag beim Formel-1-Wochenende in Zandvoort eine besondere Aufgabe: Der DTM-Spitzenreiter tauschte das Lenkrad seines Mercedes-AMG GT3 gegen eine Trophäe und überreichte den Pirelli Pole Position Award in der Formel 1 an Fahrer Lando Norris. Der Brite hatte zuvor im Qualifying die schnellste Runde beim Großen Preis der Niederlande gedreht. Engel war der erste Fahrer aus der DTM, dem die Ehre zuteil wurde, den Sieger des Formel-1-Qualifyings zu ehren.

„Es war eine besondere Ehre, den Pirelli Pole Position Award an Lando Norris zu übergeben. Die Initiative kam über die DTM zustande. Als aktueller DTM-Meisterschaftsführender durfte ich diese besondere Aufgabe übernehmen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Pirelli ist auch Reifenpartner der DTM und ich finde es schön, dass sich auf diese Weise eine Verbindung zwischen DTM und Formel 1 herstellen lässt. Das zeigt auch, wie wertvoll solche Partnerschaften sind und welche besonderen Möglichkeiten sich daraus ergeben können. Für mich war es auf jeden Fall ein schöner Moment, hier in Zandvoort einmal auf der anderen Seite zu stehen“, sagte Engel nach der Übergabe in Zandvoort, wo er 2023 selbst ein DTM-Rennen gewann. Für den Mercedes-AMG-Piloten war der Termin bei der Königsklasse an der niederländischen Nordseeküste eine willkommene Abwechslung, bevor der DTM-Titelkampf in die entscheidende Phase geht.

In drei Wochen reist Engel als Tabellenführer zum vorletzten DTM-Stopp an den Sachsenring (11. bis 13. September). Der 40-Jährige liegt bei vier noch ausstehenden Rennen nur einen Punkt vor Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (A/Manthey). Die Meisterschaftsentscheidung fällt im Oktober beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring.

Quelle: dtm.com

Starkes Statement: Preining Schnellster beim DTM-Test auf dem Sachsenring

Thomas Preining, Porsche 911 GT3 R #91
Foto: Jens Hawrda

Thomas Preining hat vor der entscheidenden Phase im Titelkampf der DTM ein klares Ausrufezeichen gesetzt: Der Tabellenzweite vom Team Manthey fuhr am Sonntag beim offiziellen Test am Sachsenring mit 1:17,827 Minuten im Porsche 911 GT3 R die schnellste Runde und unterbot als einziger Fahrer die Marke von 1:18,000 Minuten. Damit geht der Champion von 2023 mit viel Selbstvertrauen in das siebte und vorletzte DTM-Rennwochenende, das in knapp drei Wochen an gleicher Stelle stattfindet.

„Wir haben unser Testprogramm durchgezogen und Long Runs sowie Qualifying-Simulationen absolviert. Die Bestzeit ist bei einem Test eigentlich nicht so wichtig. Es ist aber nie verkehrt, schnell zu fahren, denn dann lernt man im Auto und auf der Strecke am meisten. Der Sachsenring liegt uns und wir gehen top-vorbereitet in die kommenden Rennen″, sagte Porsche-Werksfahrer Preining.

Sein Teamkollege Ricardo Feller folgte mit einem Rückstand von 0,258 Sekunden auf Platz zwei. Ben Dörr komplettierte im McLaren 720S GT3 Evo die Top-Drei. Auch DTM-Spitzenreiter Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Ravenol präsentierte sich auf der 3,645 Kilometer langen Strecke in Hohenstein-Ernstthal stark und belegte Rang vier. Dahinter wurde der Tabellendritte Nicki Thiim im Aston Martin Vantage GT3 von Comtoyou Racing Fünfter.

Sieben Stunden lang hatten die DTM-Piloten am Sonntag bei trockenen Bedingungen auf dem Sachsenring Zeit, ihre Fahrzeuge auf den verwinkelten Kurs mit seinen großen Höhenunterschieden abzustimmen. Während in der Vormittagssession die schnelleren Zeiten erzielt wurden, stand in der zweiten Testphase am Nachmittag die Feinabstimmung der rund 580 PS starken Rennwagen im Fokus.

Erfreuliche Nachricht für die Fans: Der Dresdner Maximilian Paul saß erstmals seit seinem schweren Unfall beim DTM-Rennen auf dem Norisring wieder im Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 und absolvierte seine Runden auf dem Sachsenring.

Quelle: dtm.com


Freitag, 21. August 2026

Mercedes-AMG Junior-Fahrer Tom Kalender holt sein erstes DTM-Podium am Nürburgring

DTM Nürburgring, Mercedes-AMG Junior-Fahrer Tom Kalender
Copyright Mercedes-Benz Group

Die sechste DTM-Station der Saison fand in der Eifel statt: Der erst 18-jährige Tom Kalender (GER) holte gemeinsam mit dem Mercedes-AMG Team Landgraf am Sonntag sein erstes DTM-Podium. Von Startplatz elf aus fuhr der Mercedes-AMG Junior-Fahrer in einem fehlerfreien Rennen auf den zweiten Rang. „Mein erstes DTM-Podium – das fühlt sich einfach super an”, freute sich der jüngste DTM-Fahrer aller Zeiten.

Neben der Freude über das Podium war der Sonntag aus Sicht von Mercedes-AMG Motorsport enttäuschend: Lucas Auer (AUT), der von Position sieben gestartet war, hatte einen sehr guten Start und machte mehrere Positionen gut. In der ersten Runde kam es jedoch zu einer Kollision mit Maro Engel (GER), die für beide AMG-Piloten das vorzeitige Renn-Aus bedeutete.

Auch Jules Gounon (FRA) hatte kein Rennglück. Im Qualifying am Morgen sicherte er sich bei Temperaturen um 20 Grad mit einer Zeit von 1:25,062 Minuten die Pole-Position und stellte gleichzeitig einen neuen Rundenrekord auf. Für den Franzosen, der unter andorranischer Lizenz startet, war es die zweite Pole-Position in seinem 30. DTM-Rennen. Aufgrund zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse musste Gounon im Rennen eine Penalty-Lap absolvieren und kam auf Rang 14 ins Ziel.

Der Samstag verlief hinsichtlich der Punkteausbeute erfolgreicher: Im Qualifying sicherten sich alle vier Mercedes-AMG Fahrer gute Ausgangspositionen. Lucas Auer qualifizierte sich auf Rang drei, Maro Engel auf Rang sechs, Jules Gounon auf Rang sieben und Tom Kalender auf Rang neun.

Tom Kalender musste das Samstagsrennen in der siebten Runde nach einem unverschuldeten Kontakt vorzeitig beenden. Sein Mercedes-AMG GT3 #84 verlor infolge der Kollision erheblich an Leistung.

Lucas Auer verlor beim Start auf der Außenbahn in Kurve eins zwei Positionen und brachte Rang fünf ins Ziel. Maro Engel und Jules Gounon behaupteten ihre jeweiligen Positionen.

Maro Engel konnte trotz seines Ausfalls die Führung in der Fahrerwertung behaupten und liegt mit 160 Punkten weiterhin knapp an der Spitze. Auch das Mercedes-AMG Team Winward Racing führt mit 231 Punkten die Teamwertung an. Mit 328 Punkten liegt Mercedes-AMG zudem an der Spitze der Herstellerwertung

Nachtrag zum Sonntagsrennen in Oschersleben am 26. Juli: Durch die Disqualifikation des ursprünglichen Siegers wurde Maro Engel als neuer Rennsieger gewertet und erhielt fünf zusätzliche Meisterschaftspunkte. Dadurch musste er das Samstagsrennen am Nürburgring mit dem Erfolgsballast für einen ersten Platz bestreiten – 20 statt 10 Kilogramm. Auch Lucas Auer, Jules Gounon und Tom Kalender rückten jeweils um eine Position auf.

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2026 findet in vier Wochen vom 11. bis 13. September am Sachsenring statt.

Stimmen der Mercedes Piloten zum Rennwochenende am Nürburgring

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team Landgraf #22

„Der Samstag war mit dem Qualifying und dem Rennergebnis gut. Heute hatte ich einen richtig guten Start ins Rennen, habe dann aber leider einen Treffer von Maro bekommen, der für mich das vorzeitige Aus bedeutete. Das ist natürlich bitter. Deshalb verlasse ich den Nürburgring diesmal mit gemischten Gefühlen, freue mich aber für meinen Teamkollegen Tom Kalender, der heute definitiv der Mann des Tages ist.”

Jules Gounon, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48

„Zunächst einmal möchte ich mich bei meinem Mercedes-AMG Team MANN-FILTER bedanken. Die Mannschaft hat alles gegeben und mir damit die Pole-Position ermöglicht. Wir hatten ein fantastisches Auto – der Mercedes-AMG GT3 hat sich richtig gut angefühlt. Umso enttäuschender ist es natürlich, dass wir diese starke Ausgangslage nicht in einen Sieg umwandeln konnten.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team RAVENOL #80

„Der Ausfall heute ist extrem ärgerlich. Der Unfall war definitiv mein Fehler. Entschuldigung an Lucas Auer und Kelvin van der Linde, deren Rennen dadurch ebenfalls vorzeitig zu Ende waren, und an die ganze Mannschaft des Mercedes-AMG Team RAVENOL. Jetzt ist es wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern nach vorne zu schauen und am Sachsenring zurückzukommen.“

Tom Kalender, Mercedes-AMG Team Landgraf #84

„Das war ein mega Tag heute. Mein erstes DTM-Podium – das fühlt sich einfach super an. Ich hatte in dieser Saison nicht immer Glück, musste viele Rückschläge und Ausfälle hinnehmen, einige davon unverschuldet. Umso schöner ist es, heute auf Platz zwei zu stehen. Dafür möchte ich mich bei meinem gesamten Team Landgraf und bei Mercedes-AMG bedanken.“


DTM: Sieg und Podium! Marco Wittmann meldet sich auf dem Nürburgring im Titelrennen zurück

  • Marco Wittmann feiert im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring den 20. DTM-Sieg seiner Karriere 
  • Bereits am Samstag jubelt Wittmann als Dritter auf dem Podium 
  • Starke Punkteausbeute bringt Wittmann zurück ins Titelrennen – Platz fünf mit 25 Punkten Rückstand 

Marco Wittmann, Schaeffler BMW M4 GT3 EVO #11
Foto: Jens Hawrda

Das drittletzte DTM-Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring (GER) wurde zur Triumphfahrt für Marco Wittmann (GER). Der zweimalige Champion feierte am Sonntag im #11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO seinen ersten Saisonsieg und den 20. seiner Karriere. Bereits am Samstag sammelte er als Dritter auf dem Podium viele wertvolle Punkte. Im Kampf um seinen dritten Fahrertitel meldet er sich als Fünfter mit nun 135 Punkten und 25 Zählern Rückstand auf die Spitze zurück. Kelvin van der Linde (RSA) erlebte ein frustrierendes Wochenende.

Mit den Plätzen vier und sechs in den beiden Qualifyings erarbeitete sich Wittmann für die Rennen gute Ausgangspositionen. Diese setzte er bereits am Samstag gut um, am Sonntag gelang ihm das dank fahrerischer Klasse und hervorragender Leistung des Teams Schubert Motorsport noch besser. Am Ende eines strategisch perfekten Rennens mit starken Boxenstopps stand der erste DTM-Sieg seit Zandvoort 2024 zu Buche. In der Fahrerwertung ist Wittmann wieder in Reichweite zu seinem dritten Titel, in der Teamwertung liegt Schubert Motorsport mit 201 Punkten und 30 Zählern Rückstand auf die Spitze auf Rang drei. Kelvin van der Linde erlebte ein Wochenende zum Vergessen. Am Samstag schied er in Folge eines technischen Defekts aus, am Sonntag wurde er unverschuldet in einen Startunfall verwickelt.

Stimmen nach den Rennen

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO, Rennen 1: 3. Platz, Rennen 2: 1. Platz): „Ich bin extrem glücklich über dieses Wochenende! Nach einigen schwierigen Events in dieser Saison hat diesmal endlich von Freitag an alles gepasst. Der Sieg am Sonntag war am Ende hart erkämpft. Thomas Preining und Tom Kalender haben richtig viel Druck gemacht. Zum Glück für mich war Thomas in den letzten Runden ein guter Puffer zu Tom, der mit neuen Reifen deutlich schneller war. Vielen Dank an mein Team, das mit der Strategie goldrichtig lag und perfekte Boxenstopps hingelegt hat. Ich bin stolz auf euch!“

Kelvin van der Linde (#3 Shell BMW M4 GT3 EVO, Rennen 1: Ausfall, Rennen 2: Ausfall): „Das Wochenende war gelinde gesagt eine Katastrophe. Zwei Ausfälle in zwei Rennen, das ist natürlich nicht das, weswegen wir in der DTM antreten. Mir bleiben noch vier Rennen, um die Saison anständig zu Ende zu bringen. Vielen Dank an Schubert Motorsport für die gute Arbeit. Hoffentlich kann ich im Kampf um den Teamtitel noch wichtige Punkte holen.“ 

EuroMoto Superbike: Jan Mohr und die Frage nach der Zukunft

Jan Mohr, BMW M 1000 RR #5
Foto: Jens Hawrda

Jan Mohr hatte mit knapp 900 Kilometern die weiteste Anreise nach Assen. Ob er sich die lange Fahrt zum TT Circuit im kommenden Jahr noch einmal antut, weiß der Österreicher selbst noch nicht. Die Frage ist grundsätzlicher: Wo ist sein Platz in der EURO MOTO Superbike-Klasse, in der die Rundenzeiten immer schneller und die Abstände immer kleiner werden?

Seit neun Jahren fährt Jan Mohr jetzt in der Superbike-Klasse. Highlight ist bis heute sein zweiter Platz auf dem Lausitzring im Jahr 2022. Es war dieselbe Saison, in der er im Juli auf dem Schleizer Dreieck bei Tempo 250 schwer verunglückte. Damals war sogar fraglich, ob der heute 28-Jährige überhaupt noch einmal Rennen fahren würde. Er kämpfte sich zurück. Sein Bruder Ken hielt diesen harten Weg zurück an die Rennstrecke sogar in einem emotionalen Dokumentarfilm fest.

Jetzt denkt Mohr über die Zeit nach 2026 nach. „Der Level in der Klasse liegt extrem hoch und es besteht kaum eine Chance, weiter nach vorne zu kommen. Ich bin schneller geworden, aber es reicht nicht.“ Sieben Top-Ten-Plätze in zehn Rennen, aber keiner davon in Podiumsnähe, stellen ihn nicht zufrieden. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder diese Highlights, die Mohr am Rennsport so liebt. Im Pre-Practice der Euro Moto Superbike in Assen gelang dem Fahrer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BWM der sofortige Sprung in die begehrte Superpole 2. Dort eroberte er den siebten Startplatz und durfte somit aus der dritten Startreihe losfahren.

Im ersten Rennen hatte er sich nach wenigen Runden auf dem neunten Platz eingenistet, doch die Fahrt Richtung Top-Ten-Platz endete im Kies. In der letzten Runde sah man den Österreicher plötzlich als Fußgänger über die Überwachungsmonitore marschieren. „Ich habe das Rennen durchgepusht“, schildert er seinen Sonntag. „Auch wenn mir der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß war, lief es schon im Training super für uns. Im Rennen habe ich gemerkt, dass mein Vorderreifen abbaut. Gegen Ende wurde Kevin Orgis vor mir etwas langsamer. Ihn wollte ich unbedingt noch schnappen.“ Der Ehrgeiz war größer als der Grip. Ohne Feindkontakt und ohne Attacke von Orgis verlor Mohr das Vorderrad und landete auf dem Hosenboden.

Ganz so einfach wurde es allerdings nicht. Denn Florian Alt schoss beim Start nach vorne. „In der ersten Kurve habe ich alles verbockt“, gab Mohr zu. „Flo hatte einen Granaten-Start, ich wollte außen dagegenhalten. Er zog dann direkt rüber, ich wollte in seinen Windschatten und war wohl etwas spät und kam weit raus.“ Der Schwung war weg. Dazu musste Mohr nach dem Ausrutscher aus Rennen eins erst wieder seinen Rhythmus finden. „Ab Rennmitte war ich ohne großes Risiko unterwegs“, sagte er. Platz neun sprang am Ende heraus.

Ein weiteres Top-Ten-Ergebnis also. Für Jan Mohr bleibt nach Assen nicht nur die Frage, wie lang der Weg nach vorne noch dauert – sondern auch, ob er ihn auch weitergehen will. Der Österreicher sitzt zwischen den Stühlen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Donnerstag, 20. August 2026

EuroMoto Superbike: Wilde Fahrt und ein Pokal für Markus Reiterberger

Für den belgischen Teamchef Werner Daemen ging es mit seiner Mannschaft von Masteroil-alpha-Van Zon-BMW am vergangenen Wochenende zu den Nachbarn in die Niederlande. Auf dem TT Circuit Assen, wo sich sonst die MotoGP und die WorldSBK die Klinke in die Hand geben, fand der fünfte Lauf der Euro Moto Superbike statt. Am Start Markus Reiterberger/D, Jan Mohr/A und Milan Merckelbagh/NL. Hannes Soomer fehlte aufgrund einer Schulterverletzung erneut. 

Markus Reiterberger BWM #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger  #28

Markus Reiterberger war bester Laune nach Assen gereist. Einer Strecke, die der Euro Moto Superbike Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit guten Erinnerungen verbindet und denen er beim drittletzten Rennen der Euro Moto Saison gerne noch ein paar gute Erinnerungen hinzufügen wollte. In allen Trainings, sei es am brütend heißen Freitag oder am merklich kühleren und teilweise verregneten Samstag, hatte sich der Bayer stets in der Spitzengruppe rumgetrieben. Auch wenn ihn die verpasste erste Startreihe sicherlich wurmte und er mit Startplatz 4 die zweite Reihe eröffnete, waren die Abstände absolut überschaubar.

Vom Start des ersten Rennens kam Reiterberger gut weg und fand sich nach wenigen Runden allein mit Smits und Tulovic in der Spitzengruppe wieder. Vor allem mit Tulovic lieferte sich der BWM-Pilot ein ansehnliches Duell. Bei seiner Attacke kam Reiterberger zwar am Konkurrenten vorbei, doch der konterte umgehend. Nach einem heftigen Vorderrad-Rutscher in der letzten Schikane ließ Reiterberger die Vernunft die Oberhand gewinnen und entschied sich, als bester BMW-Pilot den dritten Platz nach Hause zu fahren. «Wir hatten uns zum Vortag nochmals verbessert», erklärte er Reiterberger, dessen Crew nach dem Warm-up noch rasch den Motor gegen das Oschersleben-Aggregat gewechselte hatte. «Es war das beste Wochenende überhaupt bisher. «Ich habe alles gegeben, um an Tulovic vorbeizukommen. Ich war ehrlich gesagt von Anfang bis Ende über dem Limit. Als ich fast das Vorderrad verloren hatte, habe ich mich darauf beschränkt, meinen Vorsprung zu verwalten. Aber ich war nah dran, es war ein schönes Rennen.»

Bis auf die Schlussphase war auch das zweite Rennen schön anzusehen. Reiterberger hielt den Druck auf den Führenden Twan Smits beständig hoch und hatte einen möglichen Sieg vor Augen. Bis ihm eine Verkettung von Fehlern und einer Bestrafung einen Strich durch die Pokal-Rechnung machte. «Das zweite Rennen war eigentlich noch besser als das erste», beschreibt der BMW-Pilot die wilde Schlussphase. «Ich hatte mir Smits zurechtgelegt, bin aber durch einen kleinen Fehler weitgegangen.» Reiterberger musste über die asphaltierte Auslauffläche, verzögerte wie es die Regeln vorschreiben und reihte sich mit Abstand wieder hinter Smits ein. Doch der Rennleitung war die Verzögerung nicht genug und sie brummten Reiterberger eine Long-Lap-Strafe auf. Der Bayer sah sich um den möglichen Sieg gebracht und kochte unter seinem Helm vor Wut. «Ich weiß, Regeln sind Regeln«, ist sich bewusst. «Aber ich habe ja was verloren und musste mich wieder rankämpfen.» In die Long Lap bog Reiterberger dann mit Überschuss ein und ratterte noch durchs Kiesbett. Platz 7 die magere Ausbeute. «Es ist wie es ist, ich muss da im Bruchteil einer Sekunde entscheiden. Für die Meisterschaft ist das natürlich schlecht. Aber als Team haben wir einen Super-Job gemacht und ich bin sehr stolz auf unser Team.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr hatte mit knapp 900 Kilometern die längste Anreise. Doch nachdem er die Rennen auf dem von ihm ungeliebten Kurs von Oschersleben vor zwei Wochen einigermaßen hinter sich gebracht hatte, dürfte die Reiselaune in Richtung Assen um einiges besser gewesen sein. Im Pre Practice der Euro Moto Superbike gelang dem Piloten des Team Masteroil-alpha-Van Zon-BWM auch ohne größere Probleme der sofortige Sprung in die begehrte Superpole 2. Dort eroberte er sich den siebten Startplatz und durfte somit aus der dritten Startreihe los.

Sein erstes Rennen sah gut aus. Er hatte sich nach wenigen Runden auf dem neunten Platz eingenistet, doch die Fahrt Richtung Top-Ten-Platz endete im Kies. In der letzten Runde sah man den Österreicher plötzlich als Fußgänger über die Monitore marschieren. «Ich das Rennen durchgepusht», schildert er seinen Sonntag. «Auch wenn mir der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß war, lief es schon im Training super und wir hatten noch ein bisschen was gefunden. Im Rennen habe ich schon gemerkt, dass mein Vorderreifen abbaut. Gegen Ende wurde Kevin Orgis vor mir etwas langsamer, den wollte ich dann unbedingt noch schnappen.» Zuviel des Guten für den Vorderreifen. Mohr verlor ohne Feinkontakt oder Attacke auf Orgis die Kontrolle über das Vorderrad und landete auf dem Hosenboden.

Bis zum zweiten Rennen war die BWM wieder fit und Mohr lobte seine Mannschaft. «Ohne die könnte ich vielleicht in drei Wochen wieder fahren, wenn ich das selbst hätte richten müssen. Volle Attacke im zweiten Rennen.» Da hatte er aber nicht mit dem beim Start nach vorne preschenden Florian Alt gerechnet. «In der ersten Kurve habe ich alles verbockt», so Mohr. «Flo hatte einen Granaten-Start, ich wollte außen dagegenhalten. Er zog dann direkt rüber, ich wollte in seinen Windschatten und war wohl etwas spät und kam weit raus. Der Schwung war weg und nach dem Crash aus Rennen 1 musste ich erst meinen Rhythmus wieder aufbauen. Ab Rennmitte war ich ohne großes Risiko unterwegs und kam als Neunter im Ziel an.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh ist zwar in den Niederlanden zuhause, lebt aber am mit Blick auf Assen am entgegengesetzten Ende seiner Heimat. Zur Vorbereitung auf sein Heimrennen war Merckelbagh bereits eine Woche vorher auf dem TT Circuit vor Ort. Bei seinem Start in der Internationalen Dutch Championship IDC durfte er sich über ein erfolgreiches Rennwochenende inklusive Pokal freuen. Im Rahmen der Euro Moto Superbike ging es dem Mann aus dem Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW nicht ganz so geschmeidig von der Hand. Nach einem heißen Freitag und einem verregneten Samstagvormittag landete er schlussendlich auf Startplatz 12. Im Warm-up am Sonntag konnte er sich nochmals um eine halbe Sekunde bei seinen Rundenzeiten steigern.

In Rennen 1 setzte Merckelbagh seine flotte Fahrt fort, hatte aber zu tun, die schnellen Rundenzeiten über die Distanz zu bringen. Auf den letzten Metern musste er sich noch dem Angriff des ehemaligen WM-Piloten Lorenzo Zanetti beugen und sah auf Platz 11 das Ziel. Auch Rennen 2 war ein mühsames Unterfangen für den Niederländer, der sein Können nicht recht auf den Asphalt bringen konnte. Erneut war es Platz 11 und der eh schon nicht so redselige Merckelbagh wurde nach dem für ihn wenig prickelnden Heimrennen noch schweigsamer. «Ein weiteres schwieriges Wochenende», fasst er zusammen. «Ich hatte viel mit dem Set-up zu kämpfen, bin gestürzt und konnte einfach nicht meine Pace finden. Das war alles nicht motivierend für mich.»


Auch wenn Teamchef Werner Daemen und ein Teil seines Teams mit einem Auge schon wieder Richtung Langstrecken-WM-Finale schauen, steht vorher noch der Besuch auf dem Nürburgring an, wo der vorletzte Lauf der Euro Moto 2026 vom 4. bis 6. September über die Bühne geht.


EuroMoto Superbike: 33 Punkte, aber Schrötter ist nicht zufrieden

Marcel Schrötter, BMW #23
Foto: Jens Hawrda

Seine Knieverletzung hat Marcel Schrötter besser weggesteckt als zunächst erwartet. In Assen hoffte er, in noch besserer Form als vor zwei Wochen in Oschersleben zu sein – und tatsächlich präsentierte sich der 33-jährige Bayer auf dem TT Circuit Assen in guter Verfassung. Der BMW-Fahrer von GERT56 by RS Speedbikes nahm 33 Punkte aus der „Cathedral of Speed“ mit nach Hause. Gleichzeitig festigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Trotzdem hätte er sich den Verlauf des Wochenendes anders gewünscht.

Schrötter startete aus der ersten Reihe, bekam nach mehreren Temperaturwechseln an den Trainingstagen aber nicht das erhoffte Gefühl für die Reifen. Erst wenige Runden vor dem Ziel gelang es dem 33-jährigen Bayern das Tempo zu steigern. Für den BMW-Fahrer blieb damit ein Wochenende, an dem deutlich mehr möglich schien.

„Mit den Rennen bin ich nicht zufrieden, da ich unerwarteterweise nicht das nötige Tempo hatte, obwohl ich in den Trainings immer konkurrenzfähig war“, wunderte sich Schrötter über den Verlauf. „Die beiden Spitzenreiter hatten oft einen kleinen Vorsprung, aber ich hätte nie gedacht, dass ich als Vierter nicht mit der Führungsgruppe mithalten könnte. Es fühlte sich so an, als hätte ich keine Chance. Dabei war das Tempo in der Schlussphase beide Male gar nicht so schlecht.“

Der Anspruch, aus eigener Kraft um die Spitzenplätze kämpfen zu können, macht die Enttäuschung verständlich. „Das war frustrierend, denn ich möchte ganz vorne mitfahren und um die Spitzenplätze kämpfen“, sagt Schrötter. Gleichzeitig weiß er um die Bedeutung des Ergebnisses für die Meisterschaft: „Natürlich freue ich mich über den zweiten Platz im zweiten Rennen, denn die Meisterschaft geht bereits auf das vorletzte Rennwochenende zu, wo jeder Punkt zählt.“

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Am Donnerstag vor dem Nürburgring-Wochenende im September steht in der Eifel ein zusätzlicher Testtag auf dem Programm. Für Schrötter kommt dieser genau zum richtigen Zeitpunkt. „Aus sportlicher Sicht bin ich ein wenig enttäuscht von unserem Renn-Tempo in Assen. Auf dem Nürburgring können wir ein paar verschiedene Ansätze ausprobieren, damit wir wieder ganz vorne mitmischen können. Denn wie gesagt: Ich möchte aus eigener Kraft ganz vorne mithalten und gute Ergebnisse erzielen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT4 Germany: FK Performance: Shoot-out für Nachwuchsprogramm

Foto: Jens Hawrda

Mit dem Förderprogramm „The Next Step“ hat FK Performance Motorsport den motorsportlichen Nachwuchs im Blick. Am 1. Oktober geht es auf dem Hockenheimring los. Der Rennstall aus Bremen ist seit Jahren fest auf der ADAC Motorsport-Plattform verankert.

FK Performance Motorsport zählt seit 2023 zum Feld der ADAC GT4 Germany und setzt seitdem nicht nur auf Rennwagen von BMW, sondern insbesondere auch auf Nachwuchspiloten. Dieses Konzept soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Dafür hat der Rennstall aus Bremen ein neues Förderprogramm für die Saison 2027 ausgerufen, das unter der Bezeichnung „The Next Step“ läuft. Ziel ist es, Nachwuchsfahrer nicht nur an die Engagements des Teams im BMW M2 Cup und in der ADAC GT4 Germany heranzuführen, sondern auch die potenzielle Aufstiegsmöglichkeit ins ADAC GT Masters in den Fokus zu stellen.

Los geht es bereits am 1. Oktober mit einem Testtag auf dem Hockenheimring. Der Test dient als Shoot-out/Sichtung für die Saison 2027. Die teilnehmenden Fahrer (Alter ab 15 Jahre) haben auf der badischen Rennstrecke die Möglichkeit, ihr Können im BMW M2 Racing und im BMW M4 GT4 zu präsentieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist unter anderem das Vorhandensein mindestens einer nationalen Rennlizenz sowie auch nachweisbare Erfahrung im Kart- oder Automobilsport. Aktuelle Piloten von FK Performance Motorsport werden das Shoot-out begleiten. Die Datenanalyse erfolgt zusammen mit den Ingenieuren des Teams .

Seit dem Einsteig in die ADAC GT4 Germany konnte FK Performance Motorsport 13 Podiumsergebnisse erzielen. Highlight waren drei Laufsiege. In der Saison 2026 ist der Rennstall mit drei BMW M4 GT4 in der Serie unterwegs und liegt aktuell auf Platz zwei der Team-Wertung. 2025 wurde FK Performance Motorsport von BMW als weltbestes Kundenteam ausgezeichnet.

Quelle: adac-motorsport.de

Mittwoch, 19. August 2026

ADAC GT4 Germany: Fahrerlager-Radar vom Nürburgring

Die ADAC GT4 Germany startete auf dem Nürburgring fulminant in die zweite Saisonhälfte 2026. Das sind einige spannende Geschichten und Hintergründe direkt aus dem Paddock.

Foto: Jens Hawrda

Rückkehrer

Damon Surzyshyn (49/CAN) hat seit 2023 insgesamt schon 22 Rennen in der ADAC GT4 Germany absolviert. Die erste Saisonhälfte 2026 ließ er aber aus. Doch nun ist der Kanadier wieder da. „Ich liebe die ADAC GT4 Germany einfach. Es ist die beste Sprint-Rennserie der Welt und der Wettbewerb ist grandios. Das Level der Fahrer ist unglaublich hoch“, strahlte Surzyshyn, der extra aus Winnipeg anreiste. „Der Plan ist, nun auch auf dem Sachsenring und in Hockenheim anzutreten.“ Das Rennwochenende auf dem Nürburgring lief zudem sehr erfolgreich für den Porsche-Fahrer von Razoon - more than Racing. Er stand beide Mal auf dem Podium der PRO-AM-Wertung.

Heimspiele

Für viele Fahrer und Teams bedeutet das Rennwochenende auf dem Nürburgring stets Heimspiel. „Ich freue mich immer, hier zu fahren. Der Nürburgring ist ganz klar mein Saisonhighlight“, erklärte Hendrik Still (39/Kempenich, AVIA W&S Motorsport). „Ich wohne nur wenige Kilometer vom Fahrerlager entfernt und kann zuhause schlafen. Somit hatte ich auch viel Unterstützung aus der Familie und von Freunden mit dabei.“

Schnelle Rookies

In der Rookie-Wertung präsentieren sich Piloten, die ihr erstes Jahr im GT4-Motorsport absolvieren und unter 25 Jahre alt sind. Am Samstag siegte erstmals überhaupt Erik Bertilsson (25/SWE, KRT Racing), der in der Ginetta G56 GT4 das beste Rennwochenende der Saison erlebte. „Wir hatten eine wirklich gute Pace und konnten auch in die Top Fünf vorfahren. Die Rookie-Wertung ist richtig klasse. Ich hoffe, in dieser Saison noch weitere Siege erzielen zu können“, meinte der Schwede. Im Sonntagrennen sicherte sich Tabellenführer Marius Schmid (18/Tengen, BWT Mücke Motorsport) den Rookie-Sieg.

Debütant

In einem Porsche von Razoon - more than Racing war erstmals überhaupt Gregor Schneider (48/Nürnberg) in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Mir hat es super gefallen. Die ADAC GT4 Germany ist eine richtig große Bühne und eine der bekanntesten GT4-Serien der Welt. Hier zu fahren, ist eine riesengroße Ehre“, erläuterte Schneider. „Ich hatte den Spaß meines Lebens und würde mich freuen, hier wieder anzutreten.“

Beeindruckende Gentlemen

Auch in der PRO-AM-Wertung wurde auf dem Nürburgring wieder herausragender Sport geboten. Am Samstag triumphierten die Tabellenführer Hendrik Still und Tim Horrell (36/USA, beide AVIA W&S Motorsport) – am Sonntag jubelten die Porsche-Markenkollegen Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport). „Wir hatten nicht wirklich erwartet, den Klassensieg einzufahren. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht“, strahlte Jensen vom Podium. Lobend fügte Teamkollege Rühl an: „Das gesamte Team war regelrecht an die Bildschirme gefesselt, als Jesper im Auto saß. Denn er bot einen grandiosen Speed.“ Passend dazu hat der Rennstall aus Österreich ein neues Hashtag für Social Media initiiert: #winnerwerk

Erfolgreiche Junioren

In der Junior-Wertung waren am Sonntag Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) erfolgreich. Das Samstagrennen entschied Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 für sich. „Alleine schon die Tatsache, dass ich eine weitere Trophäe bekommen habe, macht die Junior-Wertung wichtig“, lachte Gogollok. „Der Fokus liegt dieses Jahr sicherlich mehr auf der Gesamtwertung, doch die Junior-Wertung ist ebenfalls hart umkämpft und hochspannend. Das Ziel in diesem Jahr sind beide Titel.“

Quelle: adac-motorsport.de

Dienstag, 18. August 2026

TGI Team by GRT dreht DTM-Wochenende auf dem Nürburgring mit starker Aufholjagd in die Top-5

  • Mirko Bortolotti fährt im Sonntagsrennen in der Eifel von Startposition 16 auf Platz 5
  • Ersatzfahrer Christian Engelhart überzeugt beim Debüt im Lamborghini Temerario GT3 mit Pace
  • Gottfried Grasser: “Wir haben das Rennen mindestens genauso gut ausgeführt wie in Oschersleben.”

Mirko Bortolotti mit starkem Sonntag am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Für das TGI Team by GRT setzte sich die Achterbahnfahrt in der DTM 2026 am sechsten Rennwochenende vom 14. bis 16. August auf dem Nürburgring unvermindert fort. Auf dem Traditionskurs in der Eifel war das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team aus der Steiermark wieder mit zwei Lamborghini Temerario GT3 am Start. Neben Mirko Bortolotti griff mit Christian Engelhart ein alter Bekannter als Ersatz für Maximilian Paul ins Lenkrad. Das Rennglück ließ am Nürburgring bei sommerlichen Bedingungen vor 81.000 Zuschauern jedoch auf sich warten. Nach einem turbulenten ersten Lauf rettete Mirko Bortolotti das Wochenende am Sonntag mit einer phänomenalen Aufholjagd von Startposition 16 auf Platz 5.

In den Trainings auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout zeigte sich früh, dass ein Top-Resultat am Nürburgring schwierig zu erreichen sein wird. In den beiden Qualifyings schaffte es Lamborghini als einziger Hersteller im 21 GT3-Fahrzeuge starken DTM-Grid nicht in die Top-10. Für das Samstagsrennen stellten Bortolotti und Engelhart die Startplätze 13 und 15 sicher. Christian Engelharts Vorstellung war mit einem Rückstand von nur 0,071 Sekunden auf den bestplatzierten Lamborghini im Feld besonders beeindruckend. Für ihn war die Veranstaltung seine Premiere mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. Seine Leistung sprach für eine gelungene und vor allem schnelle Umstellung auf das ihm zuvor unbekannte Fahrzeug.

Das erste Rennen über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde gestaltete sich für das Fahrerduo vom TGI Team by GRT schwierig. Mirko Bortolotti wurde bereits in der Startrunde mehrfach von der Rennstrecke gedrängt. Daraufhin verstopften Debris die Kühleinlässe seines Lamborghini Temerario GT3. Um Folgeschäden zu verhindern, musste er nach Runde drei an der Box abstellen. Christian Engelhart hielt sich im Mittelfeld schadlos und kämpfte um den Einzug in die Top-10. In der letzten Runde unterlief dem 39-jährigen Bayer jedoch ein Fehler und er kollidierte mit einem Konkurrenten. Er wurde daraufhin zwar noch auf Platz 14 gewertet, konnte aufgrund der dabei erlittenen Beschädigungen an seinem Auto am zweiten Rennen aber nicht mehr teilnehmen.

Den Sonntag nahm Mirko Bortolotti demzufolge erneut als einziger Fahrer für das TGI Team by GRT in Angriff. Vom 16. Startplatz zeigte der Lamborghini Factory Driver in einem hart umkämpften Rennen erneut seine ganze Klasse. In der Startphase gewann er vier Positionen, wegen einer Penalty-Lap für die falsche Position im Startkorridor fiel er wieder auf P16 zurück. In einem ereignisreichen Rennverlauf mit zwei Safety-Car-Phasen arbeitete sich Bortolotti wieder bis auf Platz acht vor. Aufgrund seines frühen Ausfalls am Samstag, konnte der 36-jährige Italiener auf zwei frische Reifensätze zurückgreifen. Beim Overcut während des zweiten Boxenstopp-Fensters nutzte er diesen Vorteil und fuhr vor seinem zweiten Pitstop die schnellsten Rundenzeiten im Feld. In einer engen Schlussphase überholte er noch zwei weitere Kontrahenten und wurde nach 39 Runden als Fünfter gewertet. Im Ziel hatte er mit insgesamt elf Positionen mehr Plätze als jeder andere Fahrer gutgemacht.

In zwei Wochen ist das TGI Team by GRT erneut auf dem Nürburgring am Start. Vom 28. bis 30. August findet mit einem 3-Stunden-Rennen die vierte Station im GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup statt. In der DTM geht es vom 11. bis 13. September mit dem siebten von acht Rennwochenenden auf dem Sachsenring weiter. Zuvor wird das Team bei Testfahrten mit Maximilian Paul eine mögliche Rückkehr des Stammfahrers ins Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 mit der Startnummer 19 evaluieren.

Stimmen der Fahrer nach dem Rennwochenende am Nürburgring

Mirko Bortolotti: “Es war aus mehreren Gründen ein sehr anspruchsvolles Wochenende. Einen hart erkämpften und verdienten Sieg drei Wochen später und nur einen Tag vor dem Start eines weiteren Rennwochenendes zu verlieren, war eine bittere Pille. Hinzu kam, dass der Freitag für mich im Grunde genommen ein verlorener Tag war, da wir erst am Abend feststellten, dass es ein Problem mit dem Auto gab. Das bedeutete, dass wir etwas blind in den Renntag gingen. Angesichts all dieser Umstände bin ich froh, erneut einen Platz unter den Top-5 erreicht zu haben. Wir haben eine starke Leistung gezeigt und wieder einmal großartige Teamarbeit geleistet. Ich möchte mich auch bei allen Fans für die unglaubliche Unterstützung bedanken, die ich das ganze Wochenende über erhalten habe.”

Christian Engelhart: “Ich bin mit viel Freude und Motivation in dieses DTM-Wochenende gegangen. Die Voraussetzungen waren mit einem neuen Auto und ohne vorherige Testmöglichkeiten anspruchsvoll. Ich habe mich dieser Herausforderung mit vollem Einsatz gestellt. Wir hatten einen guten Start und konnten gemeinsam mit den Ingenieuren von Session zu Session unsere Performance steigern. Am Samstagmorgen haben wir nach nur zwei Trainings ein starkes Qualifying hingelegt – das war eine großartige Leistung für uns als Team. Auch das Rennen verlief bis zur letzten Runde solide. Eigentlich wollte ich nichts riskieren, aber als ich auf die letzte Schikane zufuhr, war ich sehr dicht hinter meinem Vordermann. Dann ging alles sehr schnell. Ich habe die Situation beim Anbremsen falsch eingeschätzt und es kam zur Kollision. Ich entschuldige mich beim gesamten Team von GRT und meinen Mechanikern, sowie bei Thierry und Emil Frey Racing. Abschließend möchte ich allen Beteiligten für ihren Einsatz danken.”


Quelle: grasser-racing.com

Erfolgreiches DTM-Heimspiel: Zwei Podestplätze und Punkteergebnisse für Manthey am Nürburgring

  • Ein zweiter und ein dritter Rang für Thomas Preining in der Eifel
  • Ricardo Feller erreicht in beiden Sprintläufen die Punkteränge
  • Manthey begrüßt über 600 Gäste bei den DTM-Heimrennen in Nürburg

Foto: Jens Hawrda

Manthey und Thomas Preining führen die in Oschersleben gestartete Serie an Podesträngen auch am Nürburgring vor heimischem Publikum fort. Dem Österreicher gelingt es am Samstag den zweiten und im Sonntagsrennen in der Eifel den dritten Platz einzufahren. Ricardo Feller muss in beiden Sprintrennen, nach Kontakten mit anderen Fahrzeugen, Schäden an seinem Neunelfer hinnehmen, kann jedoch mit einem neunten und einem elften Platz dennoch wertvolle Punkteergebnisse sammeln. Diese Ergebnisse feierte das Meuspather Team mit mehr als 600 geladenen Gästen, darunter viele Partner sowie zahlreiche Mitarbeitende und deren Familien. Zudem konnte Manthey den Anschluss an die Meisterschaftsspitze wiederherstellen. Mit nur noch vier Punkten Rückstand liegt das Team in der Teammeisterschaftswertung nun in Schlagdistanz auf der zweiten Position. Thomas Preining rangiert, nur einen Zähler hinter dem Meisterschaftsführenden, ebenfalls auf Rang zwei in der Fahrermeisterschaft, während Ricardo Feller auf Platz zwölf liegt (77 Punkte). In keinem der zwölf Rennen der bisherigen Sprintsaison blieb Manthey punktelos. 

„Auch wenn der Nürburgring weiter die einzige Strecke im DTM-Kalender bleibt, auf der wir bisher nicht gewinnen konnten, haben wir es geschafft, in beiden Rennen das Podium zu erreichen und den Anschluss zur Meisterschaftsspitze herzustellen. Alles ist wieder offen vor den letzten beiden Rennwochenenden und wir sind voll dabei – ein extrem schönes Ergebnis bei unseren Heimrennen. Das vor so vielen Grello- und Manthey-Fans und auch vor zahlreichen Partnern sowie Kollegen und Kolleginnen zu erreichen, ist ein besonderes Gefühl. Der Samstag lief für Thomas super. Trotz zehn Kilogramm Erfolgsballast aus Oschersleben, konnte er den starken zweiten Platz einfahren. Ricardo wurde leider unverschuldet umgedreht und hat dadurch Positionen verloren. Ohne den Kontakt wäre auch mehr als Platz neun möglich gewesen und das Ergebnis gibt nicht ganz seine gute Leistung wieder. Am Sonntag konnte Thomas von Ausfällen und Fehlern der Konkurrenz profitieren und wir haben strategisch und in der Pitlane ein fehlerloses Rennen gezeigt. Am Ende hat es für Platz drei gereicht, womit wir sehr zufrieden sind. Für Ricardo war es ein sehr zweikampf-intensives Rennen und leider wurde die Startnummer 90 in einem davon beschädigt. Bis dahin war es ein gutes Rennen, danach konnte er das Auto aber nur noch über die Ziellinie schleppen und wenigstens ein paar Punkte mitnehmen. Man hat aber dieses Wochenende klar das Potential von ihm gesehen. Daran wollen wir anknüpfen“, erklärt Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Racing bei der Manthey Racing GmbH. 

„Ich bin stolz auf das Team, denn wir haben uns in der Meisterschaft wieder nach vorne gearbeitet. Vor allem freue ich mich, dass wir das am Nürburgring erreicht haben und knapp 300 Mitarbeiter aus unseren vier Geschäftsbereichen es mit ihren Familien miterlebt haben. Mit weiteren Partnern und Freunden hatten wir über 600 Gäste vor Ort, was für eine besondere Stimmung bei unseren Heimrennen gesorgt hat. Zudem waren auf den Tribünen sehr viele Grello-Fans zu sehen, was mich immer wieder beeindruckt. Ich weiß diese große Unterstützung zu schätzen und bin sehr stolz darauf. Wir reisen mit einem guten Gefühl und guten Chancen an den Sachsenring, an den wir nach zwei Siegen im letzten Jahr tolle Erinnerungen haben. Wir wollen an die vier Podestplätze anknüpfen und um die Meisterschaft kämpfen“, ergänzt Nicolas Raeder, Geschäftsführer der Manthey Racing GmbH.

Bevor das Team in einem Monat für das vorletzte Sprintrennwochenende des Jahres an den Sachsenring (11.09. – 13.09.2026) reist, steht mit den Lone Star Le Mans (04.09. – 06.09.2026) das nächste FIA World Endurance Championship Rennen auf dem berühmten Circuit of the Americas im Kalender.

Stimmen zum DTM-Rennwochenende am Nürburgring

Ricardo Feller, Porsche 911 GT3 R #90: „Erneut ein schwieriges Wochenende für mich. Ich bin nicht unzufrieden mit der Arbeit, die wir gemacht haben. Das Team hat top abgeliefert. Leider hatten wir am Samstag Pech mit einem Dreher. Am Sonntag hatte ich dann viele Autos mit neuen Reifensätzen um mich rum, was am Ende ein Kampf um das Überleben in dem Feld für mich wurde. Immerhin konnten wir aber noch Punkte ins Ziel retten. Ich hoffe, dass wir am Sachsenring endlich zeigen können, wofür wir arbeiten und was in uns steckt. Ich freue mich für Thomas, dass er den Kontakt zur Meisterschaftsspitze wiederherstellen konnte. Ein großer Dank geht an die zahlreichen Fans und die vielen Mitarbeiter von Manthey, die uns so toll angefeuert haben. “

Thomas Preining, Porsche 911 GT3 R #91: „Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem Wochenende am Nürburgring. Der Samstag lief extrem gut und am Sonntag konnten wir von Ausfällen der Konkurrenz profitieren. Danke an das Team für das hervorragende Auto und die super Strategien und Boxenstopps. Ich bin auch sehr froh, dass wir den vielen Fans, Partnern und Manthey-Mitarbeitern eine so gute Show bieten konnten. Die Rennen in der Eifel sind mittlerweile wie Heimrennen für mich und es ist toll, eine so unfassbar große Unterstützung hier zu bekommen. Wir sind wieder da, wo wir in der Meisterschaft sein wollen und ich bin stolz, dass wir nie aufgehört haben, weiterzukämpfen. Ich fahre nun mit einem sehr guten Gefühl an den Sachsenring, der uns und dem Auto auch sehr gut liegt.“ 


Emil Frey Racing feiert mit Matteo Cairoli dritten DTM Saisonsieg

Der Nürburgring bescherte Emil Frey Racing beim sechsten Lauf der DTM-Saison 2026 ein Wochenende zwischen Triumph und verpasster Chance. Während Matteo Cairoli am Samstag mit einer makellosen Vorstellung seinen dritten Saisonsieg feierte, verhinderte am Sonntag ein technisches Problem beim Boxenstopp, was ein weiterer Sieg hätte werden können.

Matteo Cairoli, Ferrari #14
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 15. August 2026

Im Qualifying zum ersten Rennen am Nürburgring zeigte Matteo Cairoli eine bärenstarke Runde und sicherte sich die Pole Position mit einem Vorsprung von nur 0,036 Sekunden auf Thomas Preining im #91 Porsche. Teamkollege Thierry Vermeulen startete von Platz 14.

Matteo Cairoli behauptete beim Start souverän die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo und baute seinen Vorsprung auf Thomas Preining in den ersten Runden auf 3,25 Sekunden aus. Thierry Vermeulen arbeitete sich derweil kontinuierlich nach vorne und hatte sich vor dem Boxenstoppfenster bereits bis auf Platz 11 vorgearbeitet.

Als das Boxenstoppfenster öffnete, war Thierry Vermeulen einer der Ersten an der Box und wurde in guten 6,3 Sekunden abgefertigt. Matteo Cairoli kam zur Rennhalbzeit an die Box und kehrte nach einem Stopp von 6,2 Sekunden wieder auf die Strecke zurück. Thomas Preining stoppte ebenfalls in 6,2 Sekunden, war aber vor Matteo Cairoli an der Box gewesen. Dennoch behauptete der Italiener nach Abschluss der Stoppserie die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo, auch wenn Thomas Preining mit bereits aufgewärmten Reifen zunächst schneller unterwegs war als Matteo Cairoli auf noch kalten Gummis. Thierry Vermeulen setzte nach seinem Stopp auf frischen Reifen seine persönliche Bestzeit und klassierte sich auf Platz 13.

Matteo Cairoli hielt dem Druck stand, baute seinen Vorsprung auf 2,2 Sekunden aus und legte zudem die schnellste Rennrunde vor. Als der letzte Konkurrent schliesslich an die Box kam, führte Matteo Cairoli mit komfortablem Vorsprung von über sieben Sekunden. In der Schlussphase kämpfte Thierry Vermeulen mit Bastian Buus im #29 Porsche um Platz 11, verlor jedoch in der Anfahrt zur ersten Kurve die Position und belegte Rang 12. Was dann folgte, war schlicht unnötig: Christian Engelhart manövrierte den #19 Lamborghini in der allerletzten Schikane in den unschuldigen Thierry Vermeulen im #69 Ferrari und schickte den Niederländer ins Kiesbett. Ein vermeidbares Manöver in der letzten Runde, das Thierry Vermeulen wichtige Punkte kostete und auch in der Teamwertung Schaden anrichtete.

Matteo Cairoli fuhr derweil mit knapp zehn Sekunden Vorsprung einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus und feierte seinen dritten Saisonsieg. Zu Recht wurde er anschliessend zum Driver of the Day gekürt.

Rennen 2 – Sonntag, 16. August 2026

Nach seinem souveränen Sieg am Samstag ging Matteo Cairoli im #14 Ferrari 296 GT3 Evo von Startplatz 3 ins zweite Rennen, allerdings mit 20 Kilogramm Erfolgsballast an Bord. Teamkollege Thierry Vermeulen startete vom 17. Platz aus.

Thierry Vermeulen erwischte einen starken Start und arbeitete sich sofort nach vorne. Als kurz darauf Maro Engel, Kevin van der Linde und Luca Auer in einem Unfall verwickelt wurden, profitierte der Niederländer und verbesserte sich bis auf Platz 11. Das Safety Car wurde eingesetzt und dadurch die Renndistanz auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Matteo Cairoli behauptete währenddessen seinen dritten Platz. Beim Restart blieb der Italiener auf Position 3, während Thierry Vermeulen in Runde 4 Mirko Bortolotti im #63 Lamborghini überholte und sich auf Platz 10 schob. Kurz darauf fiel er wieder auf Rang 11 zurück.

Thierry Vermeulen kam als Erster an die Box und wurde in 7,3 Sekunden abgefertigt. Vor Matteo Cairolis Stopp lieferten sich die Spitzenfahrer enge Kämpfe um die zweite Position. Der Italiener war einer der Letzten, der die Box ansteuerte, und kam in der letzten Minute gemeinsam mit dem führenden Jules Gounon im #48 Mercedes herein. Doch es kam zu einem Problem hinten links, der Stopp dauerte 24,8 Sekunden. Matteo Cairoli fiel dadurch auf Platz 11 zurück, Thierry Vermeulen klassierte sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 14. Jules Gounon erhielt zudem eine Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse, was bedeutete, dass Matteo Cairoli bei einem reibungslosen Stopp die Führung hätte übernehmen können.

In Runde 17 sorgte Ben Dörr für eine Safety-Car-Phase, nachdem sein McLaren mit einem lockeren Rad langsam zum Stillstand kam und in der ersten Kurve zum Stehen blieb. Das Rennen wurde in Runde 20 wieder freigegeben. Matteo Cairoli kämpfte sich zurück und überholte in Runde 25 sowohl den #10 als auch Ricardo Feller im #90 Porsche und verbesserte sich auf Platz 9. Thierry Vermeulen kam in Runde 27 erneut als Erster zum zweiten Stopp, abermals in 7,3 Sekunden. Matteo Cairoli folgte in Runde 28, doch der Stopp dauerte diesmal ebenso länger, da die Feder erneut Probleme bereitete.

Am Ende klassierte sich Thierry Vermeulen auf Platz 12, Matteo Cairoli auf Rang 13. Nach dem grandiosen Sieg am Samstag ein herber Rückschlag, denn mit einem problemlosen Boxenstopp wäre an diesem Sonntag ein weiterer Rennsieg für den Italiener durchaus wieder möglich gewesen.

Fahrerstimmen zum Rennwochenende am Nürburgring

Matteo Cairoli (Italien)

„Auf der einen Seite ist es ein sehr gutes Gefühl, auf der anderen Seite ist es ein sehr frustrierendes Ende zu dem Wochenende, denn das Rennen heute hatte sehr viel Potenzial. Es ist einfach sehr schade, dass das Problem beim Boxenstopp passierte. Daran trägt auch keiner Schuld, es ist einfach nur schade – aber es ist noch alles offen und wir greifen wieder am Sachsenring an.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Ein sehr schwieriges Rennen und Wochenende für mich. Auch wenn ich mit dem Auto sowohl am Samstag als auch am Sonntag zufrieden war, konnte ich nicht an Matteos Pace herankommen. Ein schwerer Unfall am Samstag hinterlies grosse Schäden am Auto. Ein grosses Dankeschön an das gesamte Team, das die ganze Nacht gearbeitet hat, denn ohne diesen Einsatz wäre ein Start am Sonntag nicht möglich gewesen. Wir müssen nun analysieren, warum die Pace bei mir nicht vorhanden war."


Montag, 17. August 2026

EuroMoto Superbike: Smits krönt das Wochenende mit dem zweiten Sieg

Twan Smits war auch im zweiten EURO MOTO Superbike-Rennen in Assen nicht zu schlagen. Der Yamaha-Pilot feierte auf seiner Heimstrecke den zweiten Sieg des Wochenendes. Marcel Schrötter wurde Zweiter, Lukas Tulovic komplettierte das Podium. Für Markus Reiterberger platzten dagegen die Siegambitionen im Kiesbett.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Schrötter hatte nach dem Qualifying zu den Podiumskandidaten gezählt. Mit dem Ausgang des ersten Rennens auf dem TT Circuit war der GERT56-Pilot allerdings nicht zufrieden gewesen. Platz zwei im zweiten Lauf war deshalb ein Schritt nach vorn – ganz glücklich war Schrötter damit trotzdem nicht.

Der Reihe nach. Smits zeigte sich nach dem Start schnell in Führung. Florian Alt preschte munter von der zehnten Position auf den vierten Platz nach vorne. Dabei presste er sich innen auf der letzten Rille an Schrötter vorbei.

In Runde zwei war das komplette Quartett der Motorradhersteller aus der EURO MOTO Superbike auf den ersten vier Plätzen vertreten: Twan Smits auf Yamaha vor Markus Reiterberger auf BMW, Lukas Tulovic auf Ducati und Florian Alt auf Honda.

In der achten Runde knöpfte Schrötter seinem Honda-Rivalen Alt die vierte Position ab. Jan-Ole Jähnig hatte dahinter einen Logenplatz, um das Battle der Beiden zu beobachten.

Währenddessen überschlugen sich an der Spitze die Ereignisse. Reiterberger klebte am Hinterrad von Smits und suchte nach einer Möglichkeit zum Angriff. Dabei kam der vierfache Champion von der Ideallinie ab, ratterte durch den Notausgang und fuhr ohne die vorgeschriebene Verzögerung wieder auf die Strecke. Die Konsequenz: eine Long-Lap-Strafe. Sie brachte Reiti völlig aus dem Konzept. Er fuhr ins Kiesbett. Zwar konnte sich der Bayer wieder ins Feld einreihen, aber der erhoffte Sieg zerplatzte wie eine Seifenblase.

Der Ausritt sprengte die Spitzengruppe. Smits gewann das Rennen souverän mit 5,701 Sekunden Vorsprung. Marcel Schrötter überholte in der Schlussphase Lukas Tulovic, der ein technisches Problem an der Panigale V4R bekam. Florian Alt führte die nachfolgende Dreier-Gruppe mit Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig an.

Doppelsieger Twan Smits fühlte sich wie im siebten Himmel. Schrötter freute sich über den zweiten Platz, hätte ihn aber lieber im direkten Duell erkämpft: „Ich habe den zweiten Platz erreicht, aber auf diese Art und Weise hätte es nicht sein müssen. Aber natürlich nehme ich ihn mit.“

Tulovic blieb in Assen bei allen Kontaktaufnahmen außerhalb der Ducati-Box auf Abstand. In der Meisterschaft bleibt der Titelverteidiger dennoch der Mann, den es zu schlagen gilt. Mit 46,5 Punkten Vorsprung auf Schrötter führt er die Gesamtwertung weiterhin deutlich an.

EURO MOTO Superbike, Lauf 2

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

3. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

4. Florian ALT (GER/Honda)

5. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

6. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

7. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Kevin ORGIS (GER/BMW)

11.Milan MERCKELBAGH (NED/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT4 Germany: Sieg und Tabellenführung für Berndt/Robinson am Nürburgring

  • Zweiter Saisonsieg für Porsche-Duo in ADAC GT4 Germany
  • Gabriele Piana/Benjamin Sylvestersson mit Platz zwei im BMW
  • Marius Schmid im Mercedes-AMG bester Rookie

Die Tagessieger Denny Berndt (li.) und Lachlan Robinson
Foto: ADAC-Motorsport

Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) sind die großen Gewinner des Sonntagsrennens der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Mit einem souverän herausgefahrenen Laufsieg übernahm das Porsche 718 Cayman GT4-Duo nicht nur die Tabellenspitze im ADAC Championat, sondern auch die Favoritenrolle für die restlichen zwei Rennwochenenden der Saison. Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) erkämpften im BMW M4 GT4 die zweite Position. Das Podium komplettierten beim Klassiker in der Eifel Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche.

An der Spitze des Sonntagrennens ging es wieder einmal richtig bunt zu. Zu Rennbeginn lag zunächst Pole-Setter Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 vorne, gefolgt von Berndt im Porsche und Hudson Schwartz (17/USA, CRT) im Toyota GR Supra GT4. Doch nach rund zehn Rennminuten überholten in direkter Abfolge sowohl Berndt als auch Schwartz den Aston Martin. Dahinter beendeten Porsche-Pilot Gabbay sowie Sylvestersson im BMW die erste Rennhälfte auf den weiteren Positionen.

Die Phase der Boxenstopps brachte dann die nächsten Positionsverschiebungen. Piana, der von Sylvestersson übernommen hatte, setzte sich direkt vor Gogolloks Partner Jan Philipp Springob (25/Olpe) und konnte im Anschluss sofort auch Lucas Cartelle (18/BEL) überholen, der für Schwartz in den Toyota gestiegen war. Auch Maximilian Schreyer, der Gabbay im Porsche ersetzt hatte, fand sich nach den Stopps vor Springob wieder. Wenig später holte der junge Hesse dann auch von Cartelle die dritte Position. Cartelle musste sich im weiteren Rennverlauf schließlich noch Springob im Aston Martin geschlagen geben.

Davon unbeeindruckt blieb Berndts Partner Lachlan Robinson in der zweiten Rennhälfte unangefochten in Führung und fuhr mit einem Vorsprung von über vier Sekunden zum Sieg, der auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Hinter Piana/Sylvestersson, Gabbay/Schreyer sowie Gogollok/Springob reichte es für Cartelle/Schwartz am Ende nicht für Rang fünf, da in der letzten Runde auch noch der BMW von Luis Moser (18/AUT) und Luca Link (22/Günzburg, beide FK Performance Motorsport) den Toyota überholte.

Siebte wurden Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing) vor ihren Mercedes-AMG-Markenkollegen Marius Schmid (18/Tengen) und Alex Connor (22/GBR, beide BWT Mücke Motorsport). Schmid konnte sich somit auch über den Triumph in der Rookie-Wertung freuen. Die Top Zehn komplettierten Oskar Dix (20/GBR) und Egor Litvinenko (21, beide Wimmer Werk Motorsport, Porsche) sowie Gianni van de Craats (20/NED) und Victor Nielsen (19/DEN, beide FK Performance Motorsport, BMW). Der Erfolg in der PRO-AM-Wertung ging an das Porsche-Duo Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport).

Stimmen nach dem Rennen

Denny Berndt – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Unser nächster Sieg in der ADAC GT4 Germany ist wirklich ein tolles Resultat. Doch da wir direkt nachhause fahren, können wir nicht großartig feiern. Sicherlich ist die Tabellenführung ein super Zwischenstand, alles kann sich aber schnell wieder ändern. Wir schauen von Rennen zu Rennen und geben unser Bestes. Der Sachsenring kann also kommen.“

Lachlan Robinson – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Der Sieg fühlt sich richtig gut an, insbesondere da der Tag gestern nicht so endete, wie wir es gewünscht hätten. Denny hat heute wieder einen klasse Job gemacht, somit musste ich das Auto eigentlich nur noch ins Ziel bringen. Das ist mir gelungen.“

Gabriele Piana – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Wir versuchen schon die ganze Saison, das Maximum aus unserem Paket herauszuholen. Doch zumeist ist ein Konkurrent schneller. Somit bin ich nicht sonderlich glücklich. Das Team hat aber eine perfekte Taktik in Bezug auf den Boxenstopp angewandt, sodass ich direkt auf meiner Outlap attackieren konnte.“

Benjamin Sylvestersson – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Mit Platz zwei konnten wir das Wochenende versöhnlich beenden. Wir haben unser Bestes gegeben. Mein Start war ganz gut, doch danach steckte ich etwas im Verkehr. Wir hatten einen guten Boxenstopp und konnten dadurch Positionen gewinnen. Gabriele hat das Rennen klasse zu Ende gefahren. Das Auto fühlte sich zudem richtig gut an.“

Alon Gabbay – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Ich freue mich sehr über das Podium. Ich habe in meinem Stint richtig Gas gegeben. Danach hat auch Maxi alles gegeben und den Toyota überholt. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Maximilian Schreyer – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier auf dem Nürburgring auf dem Podium zu stehen. Das Team hat dafür mega hart gearbeitet. Auch Alon war heute super aufgelegt. Als ich ins Auto stieg, konnte ich direkt am Toyota vorbeifahren. Auf dem Sachsenring wollen wir an diese Leistung anknüpfen.“

EuroMoto Supersport: Doppelsieg und Luft in der Tabelle für Geiger

Dirk Geiger geht als Supersport-Dominator aus dem EURO MOTO-Wochenende auf dem TT Circuit Assen hervor. Der 24-jährige Hesse gewann auf seiner Apreco-Yamaha auch das zweite Rennen und machte damit den nächsten Schritt in Richtung Titel. Daniel Blin wurde Zweiter, Lennox Lehmann komplettierte als Dritter das Podium.

Dirk Geiger, Yamaha R9 #60
Foto: Jens Hawrda

Diesmal durfte Geiger von seinem Startplatz losfahren. Im ersten Rennen hatte er wegen des Einsatzes seines dritten Motors noch aus der Boxengasse starten müssen. Die entsprechende Regelung gilt für zwei Rennen. Das erste Mal hatte er schon vor zwei Wochen in Oschersleben abgearbeitet.

Von der Pole Position übernahm Geiger sofort die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Zunächst konnte Teamkollege Lennox Lehmann folgen. Der Yamaha-Fahrer hielt Ducati-Rivale Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) hinter sich. Nach drei Runden war die Ordnung an der Spitze jedoch hergestellt: Geiger fuhr vorne allein, dahinter entstand eine Lücke zwischen Lehmann und Blin.

Lehmann kämpfte trotz der Nachwirkungen seines spektakulären Sturzes vom Samstag standhaft weiter. Lange hielt er Blin hinter sich, doch der Pole setzte sich schließlich durch. Das Duell war nicht ohne Brisanz. Bereits im ersten Rennen hatte Blin den Kampf gegen Lehmann und auch gegen den späteren Sieger Geiger gewonnen – allerdings nur optisch.

Im Samstagslauf war der Ducati-Fahrer wegen eines Regelverstoßes mit einer Zeitstrafe belegt worden. Blin war in der Ruskenhoek-Kurve über die Auslaufzone gefahren und hatte bei der Rückkehr auf die Strecke die vorgeschriebene Verzögerung von einer Sekunde nicht eingehalten. Für eine Long-Lap-Runde war die Renndistanz bereits zu weit fortgeschritten. Blin verlor deshalb seinen Sieg und wurde als Dritter gewertet. Das Team protestierte gegen die Entscheidung. Diesem wurde nicht stattgegeben. Nun geht die Angelegenheit in die Berufung.

Geiger konnte Blin im zweiten Lauf nicht mehr einholen. Der Sieger fühlte sich jedoch bis zum Schluss vom Polen unter Druck gesetzt. In der Meisterschaft hat Geiger seine Führung weiter ausgebaut. Blin reist als Zweiter mit 13 Punkten Rückstand ab. Angereist war der Ducati-Fahrer noch mit einem Punkt Vorsprung. Seine Ansage für den nächsten Lauf am Nürburgring war entsprechend eindeutig: „Auf dem Nürburgring sehen wir uns wieder.“

Luca de Vleeschauwer (Team SWPN)musste sich im beherzten und langwierigen Battle mit Luca Göttlicher (LJ Racing) geschlagen geben. Göttlicher hatte zum Saisonauftakt gefehlt und arbeitet sich inzwischen in der Gesamtwertung immer weiter nach vorn. Bis auf einen Punkt ist er bereits an den viertplatzierten Marvin Siebdrath (MCA Honda) herangerückt. Für die MV Agusta-Truppe ist es eine echte Errungenschaft, mit Göttlicher jetzt Podiumsplätze zu holen oder knapp dahinter zu sein. Kawasaki-Einzelkämpfer Freddie Heinrich (Weber-Kawasaki) arbeitete sich im Rennen bis auf die siebte Position nach vorn. Im ersten Lauf war er gestürzt.

Assen gehört damit Dirk Geiger. Zwei Rennen, zwei Siege – und eine Meisterschaftsführung, die immer komfortabler wird.

EURO MOTO Supersport, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Lennox LEHMANN (GER/Yamaha)

4. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

7. Freddie HEINRICH (GER/Kawasaki)

8. Marvin SIEBDRATH (GER/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Jorke ERWIG (GER/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM – Stars and Stories vom Nürburgring

Beim DTM-Wochenende am Nürburgring ging es nicht nur um den Meisterschaftskampf – auch abseits der Traditionsstrecke war jede Menge los. Prominente Gäste aus Sport und Unterhaltung sorgten für Begeisterung: Tischtennis-Legende Timo Boll überreichte einen Pokal, Ex-Bachelor Felix Stein drehte eine Runde im Leading-Car von Cupra und Joey Kelly präsentierte den Kult-Bus der Kelly Family. Auch Olympiasieger wie Skicross-Star Daniela Maier und Kanu-Ass Ricarda Funk fieberten an der Strecke mit. Dazu kamen atemberaubende Stunts von Trial-Freestyle-Athlet Adrian Guggemos.

Joey Kelly begeistert die Fans mit Kult-Bus

Der legendäre rote Doppeldecker-Bus der Kelly Family war ein echter Hingucker beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Joey Kelly ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation des kultigen Familiengefährts aus früheren Tourjahren persönlich dabei zu sein. "Der Bus war 28 Jahre eingelagert und ist unter der Aufsicht von Dekra aufwendig restauriert worden. In der nächsten Woche wird er offiziell zugelassen", erklärte der Musiker und Extremsportler. Kelly selbst ist Motorsport- und Nürburgring-Fan durch und durch: "Ich bin selbst drei Jahre lang in kleineren Klassen gefahren und war viermal beim 24-Stunden-Rennen dabei. Ich liebe die Nordschleife, der Ring ist mein Ding", verriet er mit leuchtenden Augen. Am Samstagmittag wurde Kelly auf der Start-Ziel-Geraden aktiv und schickte das Feld mit dem Schild "Drivers start your engines" in den elften Meisterschaftslauf.


Heiz-Harald Frentzen und seine Tochter besuchen die DTM am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Frentzen-Familie zurück in der DTM

Heinz-Harald Frentzen blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 157 Rennen absolvierte er in der Formel 1 und wurde 1997 Vize-Weltmeister in der Königsklasse. Von 2004 bis 2006 startete der Mönchengladbacher mit Opel und Audi auch in der DTM. Am Sonntag war der 59-Jährige mit seiner Tochter Lea am Nürburgring zu Gast. Die beiden schlenderten durch das Fahrerlager und über das Grid – und sorgten für so manches Wiedersehen mit alten Weggefährten. "Zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Vater die DTM zu besuchen, ist ein besonderes Gefühl. Das Coolste ist für mich bei der DTM definitiv der Start, wenn alle Fahrzeuge zusammen in die erste Kurve fahren", sagte Lea Frentzen, die als Influencerin ihren Followern regelmäßig Einblicke in ihre Kindheit gewährt und ihre Fans hinter die Kulissen des Motorsports mitnimmt. "Mit Social Media habe ich vor drei Jahren angefangen, als ich in Silverstone erstmals bei der Formel 1 war. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele Fans mein Vater heute noch hat."

Tischtennis-Legende Timo Boll übergibt DTM-Pokal

Timo Boll besuchte die DTM am Nürburgring mit seinem Wohnmobil. Die Erfolge der Tischtennis-Ikone sind einzigartig: Boll war als erster und einziger Deutscher Weltranglistenerster, holte acht EM-Titel, war WM-Dritter und gewann mit der Nationalmannschaft mehrfach olympisches Silber. In der Eifel genoss der Hesse die besondere Stimmung am Ring und entdeckte Parallelen zwischen Motorsport und Tischtennis: "In beiden Sportarten muss man vorausschauend denken und Situationen richtig einschätzen. Außerdem spielt auch bei uns das Material – etwa der Grip des Schlägerbelags – eine große Rolle." Nach dem DTM-Samstagsrennen überreichte der Tischtennis-Crack dem Zweitplatzierten den Pokal. Schon vorher gestand Boll mit einem Augenzwinkern: "Früher habe ich Pokale empfangen, heute übergebe ich sie. Das mache ich aber sehr gern, denn jeder, der in der DTM auf dem Podium steht, hat Großes geleistet."

Olympiasiegerinnen Maier und Funk drücken Wittmann die Daumen

Zwei Olympiasiegerinnen waren auf Einladung von Schaeffler bei der DTM in der Eifel: Daniela Maier und Ricarda Funk. Die Skicross-Goldmedaillengewinnerin Maier hatte bereits als Kind erste Berührung mit der DTM. "Ich war bei meinem ersten DTM-Besuch ungefähr acht Jahre alt. Hier ist so unglaublich viel los, ein Highlight jagt das andere: Es ist ein mega Erlebnis, ein Rennwochenende mitzuerleben", erklärte Maier. Funk, in Bad Neuenahr-Ahrweiler nahe dem Nürburgring geboren und Olympiasiegerin im Kanuslalom, ist als Kind der Eifel mit der Geschwindigkeit groß geworden. "Ein DTM-Wochenende ist genau das Richtige für mich. Ich komme aus einer Actionsportart und bin auch schon aus einem Flugzeug gesprungen. Die Daumen habe ich Marco Wittmann gedrückt", verriet Funk.

Atemberaubende Stunts mit Trial-Freestyle-Star Adrian Guggemos

Adrian Guggemos begeisterte im Fahrerlager und vor den DTM-Rennen in Kurve eins mit einer spektakulären Live-Stunt-Show. Mit waghalsigen Manövern – darunter das Fahren auf dem Hinter- oder Vorderrad – trieb der 32-jährige Schorndorfer den Adrenalinspiegel der Zuschauer in die Höhe. Den Höhepunkt setzte er direkt vor den Tribünen: Dort sprang Guggemos zur großen Begeisterung der Zuschauer mit seinem Trial-Motorrad über das DTM-Safety-Car – einen Cupra Formentor VZ5.

"Cupra unofficial": Die dunkle Seite der Marke erobert den Eifelkurs

Als Official Car Partner führt Cupra auch 2026 das Starterfeld der DTM an. Am Nürburgring zeigte die Marke nun jedoch eine andere, ungewohnte Seite: Als "Unofficial Partner" machte der spanische Automobilhersteller seine dunkle Seite sichtbar – mit dem erklärten Ziel, eigene Limits zu verschieben, der Rennleidenschaft freien Lauf und sich nicht "ausbremsen" zu lassen. Passend dazu erhielten das Safety- und das Leading-Car am Nürburgring eine neue "Unofficial Livery", die über das bestehende Branding geklebt wurde. Zudem wurde an beiden Renntagen eine "Unofficial Zone" mit acht exklusiven Sitzplätzen direkt innerhalb der Kurve eins installiert – ein Ort, der normalerweise für Zuschauer nicht zugänglich ist. Ergänzt wurde die Aktion durch "Unofficial-Flags" mit den Aufschriften "Remember why you're driving", "Folge deinem Instinkt" und "Unofficial Partner".

DTM am Nürburgring überwältigt Bachelor Felix Stein

Felix Stein war am Samstag zu Gast beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Als Teil der "Unofficial Crew" von Cupra schwenkte der Bachelor 2025 aus der RTL-Datingshow im Leading-Car die Flagge bei der Fahrt ins Grid und sorgte für beste Stimmung bei den Fans. Der gebürtige Berliner zeigte sich restlos begeistert von der DTM-Atmosphäre: "Es hat nur zehn Minuten gedauert, da war ich schon ein Teil der DTM-Community. Der Sound der Fahrzeuge, die Stimmung auf den Tribünen und die Freundlichkeit der Leute – das alles ist überwältigend. Auch die Fahrt mit dem Leading-Car war einmalig. Ich wusste gar nicht, dass diese Autos schon so schnell fahren", sagte Stein.

Bob-Olympiasieger Georg Fleischhauer: "Diese DTM-Fahrzeuge sind der Hammer"

Georg Fleischhauer war am Wochenende nach langer Zeit wieder zu Gast bei der DTM – und sichtlich beeindruckt. "Das letzte Mal war ich vor über 15 Jahren bei der DTM. Deshalb habe ich mich riesig über die Einladung von Schaeffler gefreut", sagte der zweimalige Deutsche Meister im 400-Meter-Hürdenlauf, der heute als einer der stärksten Anschieber im Bobsport gilt. Gemeinsam mit Pilot Johannes Lochner wurde er Weltmeister und holte je eine Goldmedaille im Zwei- und Viererbob. Besonders die DTM-Boliden hatten es dem Athleten angetan: "Diese Autos sind der Hammer. Auch unsere Bobs sind Hightech-Geräte, aber diese Fahrzeuge sind schon etwas ganz Spezielles. Auch im Bobsport spielen Geschwindigkeit und die richtige Wahl der Linie eine entscheidende Rolle. Allerdings sind die Temperaturen bei uns doch ein wenig anders als hier auf dem Nürburgring", stellte Fleischhauer fest.

Ludwig, Scheider, Güven – drei DTM-Meistergenerationen am Nürburgring

Klaus Ludwig (1982, 1988, 1994), Timo Scheider (2008, 2009) und Ayhancan Güven (2025) – drei DTM-Champions aus drei Jahrzehnten trafen sich am Nürburgring. Während die beiden Routiniers Ludwig und Scheider längst zur DTM-Geschichte gehören, ist der aktuelle Titelträger Güven nach seinem Triumph in die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gewechselt. Umso mehr genoss der erste türkische DTM-Champion den Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. "Es ist toll, wieder bei der DTM zu sein. Diese Atmosphäre im Paddock und im Grid, die tollen Fans sind einmalig. Ich würde hier allerdings am liebsten selbst in einem Rennauto sitzen und mitfahren", sagte Güven. Doch auch das Bad in der Menge bereitete ihm sichtlich Freude: "Ich komme mir vor wie ein Rockstar, so viele Selfies musste ich hier am Ring machen."

Mercedes-AMG Team Landgraf gewinnt Truck-Wettbewerb

Am Samstagabend wurde auf dem Nürburgring ein PS-starkes Spektakel ausgetragen: Beim traditionellen Wettbewerb "DTM-Trucks Go and Stop" traten die Zugmaschinen der DTM-Teams gegeneinander an – und deren Fahrer stellten ihr Können in Sachen Beschleunigung und Bremstechnik unter Beweis. Die Aufgabe: Auf der Start-Ziel-Geraden mit voller Power beschleunigen, um anschließend am Ende der Haupttribüne vor drei hintereinander aufgestellten Kegeln zum Stehen zu kommen. Nur der vorderste Kegel durfte umgestoßen werden. Eine Challenge, die ein feines Gefühl fürs Bremspedal verlangte. Im Finale setzte sich das Mercedes-AMG Team Landgraf gegen Emil Frey Racing durch. Svetoslav Koynov verriet mit einem Schmunzeln sein Erfolgsrezept: "Am Anfang das Gaspedal voll durchtreten, dann voll in die Bremse gehen. Und danach mit dem ganzen Team gemeinsam auf den Sieg anstoßen."

Tim Jarschel krönt sich am Nürburgring zum eSports-Champion

Er hat die Nerven behalten und das erste Onsite-Finale in der Geschichte der DTM eSports Championship gewonnen: Tim Jarschel entschied am Samstag im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard zwei der vier Finalrennen für sich und machte damit seinen zweiten Titel klar. Für Jarschel gab es nicht nur die Siegprämie von 5.000 Euro, sondern ein ganz besonderes Extra: einen Startplatz im BMW M2 Cup beim DTM-Finale in Hockenheim. Der frischgebackene Champion strahlte: "Das war ein Wahnsinnstag. Ich bin ein großer Fan der DTM. Hier meinen zweiten Titel geholt zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Nach dem Sieg habe ich ordentlich gefeiert und am Sonntag meinem Lieblingsfahrer Thomas Preining, die Daumen gedrückt."

Wilde Kart-Action in der Eifel

Das erste Rennen des DTM-Wochenendes wurde am Freitagabend auf der Ring-Kartbahn ausgetragen. Zwölf Teilnehmer gingen an den Start: Neben den DTM-Fahrern Ben Dörr und Tom Kalender griff auch Ford-Werkspilot David Schumacher ins Lenkrad. Zudem waren die Förderfahrer Elia Weiß und Oliver Goethe von der ADAC Stiftung Sport sowie Devin Titz (Mitglied des Mercedes-AMG F1 Junior Teams) im Einsatz. Medienvertreter und Kart-Nachwuchs-Asse komplettierten das starke Feld. Fabian Klatt, der vom Nürburgring eine Wildcard erhalten hatte, gewann den Kart-Grand-Prix nach 32 umkämpften Runden. Ehemaliger DTM-Pilot Schumacher belegte Platz sieben. Dörr kommentierte seinen achten Rang vor Kalender: "Ich habe lange nicht mehr in einem Kart gesessen. Umso schöner war es, sich mit den anderen Fahrern zu messen. Tom und ich haben uns am Schluss hart duelliert – das waren ein paar echt coole Fights." Bester Medienvertreter war Michael Bräutigam (Motorsport Aktuell) auf Position zehn.