Dienstag, 4. August 2026

Euro Moto Oschersleben: MRP Racing mit Teamwork aufs Superbike-Podest

Bevor es für die Mannschaft des Belgiers Werner Daemen am vergangenen Wochenende auf die nächste Reise im Rahmen der Euro Moto Superbike in die Motorsport Arena Oschersleben ging, konnten seine Schützlinge Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL) noch ein paar rennfreie Tage genießen. Am Start für das Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW fehlte der Este Hannes Soomer. Der BMW-Pilot hatte sich bei seinem Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Japan an der Schulter verletzt und war für einen Einsatz in der hart umkämpften Euro Moto Superbike noch nicht wieder hundertprozentig fit.

Markus Reiterberger, BMW #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger #28

Markus Reiterberger, der für BMW beim Langstrecken-WM-Rennen gemeinsam mit seinen Kollegen im japanischen Suzuka einen grandiosen Podestplatz herausgefahren hatte, ließ es vor der Reise nach Oschersleben entspannt angehen. «Ich habe mit meiner kleinen Familie ein paar Tage Urlaub gemacht», verriet er vor dem ersten Training in der Motorsport Arena. «Ich habe in meiner Werkstatt gearbeitet und bei unserem Hausbau weitergemacht.» In den Trainings und der Superpole 2 legte sich der Bayer mächtig ins Zeug, war aber am Ende des Samstags nicht so ganz happy. «Platz 5 – ganz sicher nicht das, wo ich dieses Wochenende sein wollte», kommentierte er seinen Startplatz. «Aber mein Masteroil-alpha-Van Zon-BMW Team und ich werden weiterhin alles geben, um die Rennen am Sonntag auf dem Podium zu beenden, aber es wird nicht einfach werden, dessen sind wir uns bewusst.»

Das erste Rennen endete für die Euro Moto Superbike-Piloten mit unschönen Bildern schon nach wenigen Runden. Dem auf Platz 2 fahrenden Yamaha-Piloten Twan Smits platzte der Motor und die Fahrer, die in seinem Windschatten unterwegs waren, unter ihnen Markus Reiterberger, stürzten der Reihe nach. Verletzt hatte sich bei dem Crash zum Glück niemand, doch die Schäden waren enorm. Reiterbergers BMW hatte es schwer erwischt, nachdem sie mehrere Meter hoch durch die Luft und über die Leitplanken in Richtung Böschung geschleudert worden war. Die Mechaniker schlugen beim Anblick der fliegenden BMW die Hände über dem Kopf zusammen. Auch Teamchef Werner Daemen war froh, dass alle mit heiler Haut davongekommen waren. «Wir haben ja in der Euro Moto die Ein-Motorrad-Regel», erläuterte er die Lage. «Wir schauen, dass wir es hinkriegen, aber die Sicherheit des Fahrers geht vor.»

Weniger als drei Stunden blieb den Mechanikern, es dauerte seine Zeit, bis die BMW mit dem Gabelstapler geborgen werden konnte, um die BMW bis auf ihre Grundmauern zu zerlegen und von Grund auf neu aufzubauen. Zehn Minuten vor Rennen 2 dann die Erlösung für Reiterberger. Seine BWM stand wieder startbereit in der Boxengasse. «Es war wichtig, dass ich heil davongekommen bin», versicherte er. «Aber mein Motorrad war total hinüber. Als sie das Motorrad weggeschleppt haben, hätte ich nicht gedacht, dass das klappt.» Ohne einen wirklichen Funktionstest und mit einer flammneuen Kombi ging es an den Start. 

Und was soll man sagen. Reiterberger vertraute auf die Arbeit seiner Mechaniker, fuhr herzhaft drauf los und gemeinsam konnte man den zweiten Platz feiern. Schon nach dem Warm-up hatte man gesehen, dass es mit der BMW endlich wieder nach Reiterbergers Geschmack vorwärts ging. «Ich muss meinen Mechanikern danken», waren seine ersten Worte nach der Zieldurchfahrt. «Ich habe ein paar Hebel eingestellt und los gings. Sie hat sich angefühlt wie das alte Moped. Die Kombi war nicht ganz so komfortabel. Die Hinterradbremse konnte ich nicht verwenden, aber das war wurscht. Ich konnte mit Platz 2 einen kleinen Dank ans Team zurückgeben. Für heute war Platz 2 ein gutes Ergebnis. Es war schön, mal wieder in Oschersleben gewesen zu sein und das mit vielen Zuschauern. Ich bin dankbar.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr gondelte vom österreichischen Vorarlberg in den Nordosten Deutschlands. Schon im Vorfeld war klar, dass aus dem Fahrer des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW und der Motorsport Arena Oschersleben nicht mehr die besten Freunde werden würde. Das Verhältnis sollte sich auch nach dem vierten von sieben Euro Moto-Wochenenden nicht wirklich bessern. «Frustriert», lautete dann auch die Antwort nach der Gemütslage am Sonntagabend. Schon nach dem elften Platz im Training gab es für Mohr und seine Mannschaft noch ein paar Denksport-Aufgaben.

«Es war einfach nicht mehr drin», erklärte er. «Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Vorderrad und viel Bewegung in der Gabel. Hauptsächlich am Kurveneingang und daher fehlt mir natürlich dann der Kurven-Speed. Gerade bei dem Layout von Oschersleben mit den langgezogenen Kurven summiert sich das.» Im ersten Rennen war Mohr von der Massen-Karambolage nach dem Motorplatzer eines Konkurrenten unbeschadet davongekommen und war als Siebter gewertet worden. «Als ich da ankam, habe ich nur die riesige Wolke gesehen und bin sofort runter von der Ideallinie», beschreibt er das Erlebnis. «Da kam auch schon die rote Flagge. Ich bin dann ganz innen gefahren und den siebten Platz nehme ich natürlich gerne mit.»

Viele Änderungen ließ Mohr vor dem zweiten Lauf, der für ihn mit Rang 9 endete, nicht mehr vornehmen. «Wir haben ein wenig die Dämpfung geändert, um die Vibrationen wegzubekommen», so Mohr. «Es war besser, aber auch kein Durchbruch. Ein Top Ten Platz hört sich gut an und auch der Letzte im Feld fährt noch schnell. Aber man muss ehrlich sein, 30 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel zu kommen, ist eindeutig zu viel.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh hatte sich wie sein Kollege ein paar freie Tage gegönnt und sich in Sachen Freizeit mit einem Elektro-Festival und der einen oder anderen Runde Wasser-Ski vergnügt. In den ersten beiden freien Trainings war der Niederländer gut ins vierte von sieben Euro Moto-Wochenende gestartet. Am Freitagnachmittag machte sich der Niederländer das Rennfahrerleben selber schwer. Schon zu Beginn landete der BMW-Pilot im Kiesbett und konnte das Training auch nicht wieder aufnehmen. Das Pech verfolgte ihn auch am Samstagmorgen. Seine Mannschaft hatte ihm sein Arbeitsgerät wieder in Topform hingestellt. Doch mehr als eine Runde für einen Funktions-Check war nicht drin. Es hatte nachts und auch am Morgen geregnet, so dass an flotte Runde nicht zu denken war. Daher ging es für den Niederländer in die Superpole 1, die für ihn mit Startplatz 10 endete.

Das erste Rennen dauerte nicht all zu lange. Nach einem Motorschaden eines Piloten aus der Führungsgruppe stürzten zahlreiche Piloten und das Rennen wurde abgebrochen. Merckelbagh kam unbeschadet an der Unfallstelle vorbei und wurde als Sechster gewertet. Im zweiten Lauf fand der Niederländer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW gut ins Rennen, wurde am Ende aber mit Platz 11 im Ziel nicht wirklich reichlich belohnt. 

«Mein Start war am Nachmittag viel besser als am Morgen», berichtete Merckelbagh im Anschluss. «Allerdings hatte ich in Turn 7 schon das ganze Wochenende Probleme beim Schalten. So leider auch im Rennen.» Nachdem er dort durchs Gras gerumpelt war und wieder den Weg zurück auf die Strecke gefunden hatte, ging die eigentliche Arbeit für den BMW-Piloten erst los. Denn er war so ziemlich am Ende des Feldes angekommen und die Konkurrenz war weg. «Ich habe es dann aber tatsächlich noch geschafft, den Rückstand von vier Sekunden wettzumachen und mir noch den elften Platz zu holen.»


Für das Team von Werner Daemen geht es in der übernächsten Woche schon weiter im Euro Moto-Programm auf dem niederländischen TT Circut von Assen.

Montag, 3. August 2026

Euro Moto Superbike: Tulovic setzt seine Siegesserie fort

Lukas Tulovic ist weiter auf Titelkurs
Foto: Jens Hawrda

Lukas Tulovic zu besiegen, bleibt weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Der Ducati-Star gewann auch den zweiten EURO MOTO Superbike-Lauf in Oschersleben. Markus Reiterberger und Florian Alt komplettierten das Podium und sorgten mit BMW und Honda bei der Siegerehrung für Markenvielfalt.

Bis auf Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) standen alle Sturzopfer des ersten Laufes wieder im Grid. In den Boxen der Teams hatte Hochbetrieb geherrscht, um die völlig zerstörten Motorräder neu aufzubauen. „Wir sind zehn Minuten vor dem Beginn des Rennens fertig geworden. Hebel dran und raus auf die Strecke. Die Hinterradbremse hat nicht funktioniert, aber egal. Wir konnten ja nichts mehr testen“, schüttelte Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) immer noch erstaunt mit dem Kopf über die Meisterleitung, die seine Mechaniker in der Kürze der Zeit vollbracht hatten. Weil seine Kombi und auch die rote Unterhose beim Sturz völlig zerissen war, hatte sich der vierfache Champion auch noch in ein neues Leder gepresst, das nicht eingetragen war. Bequem ist anders.

Die Honda CBR 1000 RR-R von Alt (Holzhauer Racing Promotion) bekam neue Teile. In der Box von GERT56 wurde die BMW von Toni Finsterbusch neu aufgebaut und Kevin Orgis (ORM Racing) kam sogar noch in den Besitz einer neuen Federgabel.

An der demolierten Yamaha von Twan Smits, die Verursacher des Massensturzes war, hatten sechs Mechaniker gearbeitet. Trotzdem blieb der zweite Startplatz leer. Der ärztliche Check seiner Hand verhinderte die Rennteilnahme von Smits am Rennen. Es wird ein Riss unterhalb des Handgelenks vermutet, der bei Belastung die Durchblutung beeinträchtigen kann. Smits wird morgen in den Niederlanden noch genau untersucht.

Aus der ersten Rennrunde kam Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) bereits mit 0,8 Sekunden Vorsprung in Führung liegend zurück. Hinter dem Ducati-Fahrer sortierten sich Florian Alt, Ex-WM-Fahrer Marcel Schrötter, Markus Reiterberger, Kevin Orgis, Jan-Ole Jähnig und Toni Finsterbusch ein. Reiti hatte im morgendlichen warm-up noch Änderungen an der BMW-Geometrie vornehmen lassen in der Hoffnung, dass sie sich im Rennen als vorteilhaft erweisen würden. „Sonst treten wir auf der Stelle.“ Die Anpassungen zeigten Wirkung. Reiterberger präsentierte sich in bester Verfassung, überholte zuerst Schrötter und vier Runden später Alt auf der Innenseite in einer engen Linie an der weißen Streckenbegrenzung. Nun war er Zweiter. Es war aber längst klar, dass Tulovic aus eigener Kraft nicht mehr einzuholen war.

Jähnig überholte im Verlauf des Rennens Kevin Orgis. Ein völlig losgelöster Lorenzo Zanetti ließ dessen Bruder Leon hinter sich. Toni Finsterbusch stürzte. Alt sicherte mit so vielen 1:24er-Zeiten am Stück wie nie zuvor den dritten Platz hinter Tulovic und Reiterberger ab. Somit standen am Ende zwei Fahrer, die im ersten Rennen zu den Sturzopfern gezählt hatten, auf dem Siegerpodest. Reiterberger hatte zudem sein persönliches Ziel „bester BMW-Fahrer zu werden“ erreicht.

Dass Titelverteidiger Tulovic alle Rennen gewinnen will, steht außer Frage. Tulo muss alles dafür tun, um sich den Traum vom Einstieg in die Superbike-WM erfüllen zu können. Und bekommt trotz des Konkurrenzkampfes Schützenhilfe. Flo Alt hatte seinem Sky-Moderationskollegen nach dem ersten Rennen fairerweise den Hinweis gegeben, dass es hinten aus der Ducati gequalmt hat. Bei Triple M Racing Ducati Frankfurt wurde in der Pause zwischen den beiden Rennen der Motor getauscht und auf einen Antrieb vom Saisonbeginn zurückgegriffen.

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

3. Florian ALT (DEU/Honda)

4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

6. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

7. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

8. Leon ORGIS (DEU/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Doppelsieg für Zuda

Zuda #23 vor Kitzbichler #38 und de Vits #19
Foto: Jens Hawrda

Was für ein Finale im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike in Oschersleben. Nach seinem Sieg am Samstag schlug Stepan Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) auch am Sonntag erneut zu. Dieses Mal musste der Tscheche allerdings deutlich härter dafür kämpfen. Sasha de Vits brachte die Kawasaki des ERC Teams bis an die Spitze und lieferte sich mit Zuda in den letzten Runden einen packenden Kampf um den Sieg. Gerade einmal 0,153 Sekunden trennten die beiden am Ende. Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) komplettierte das Podium.

Zuda erwischte von der Pole Position erneut einen starken Start und behauptete die Führung vor Kitzbichler und de Vits. Auch Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) machte wie schon am Samstag direkt nach dem Start Plätze gut. Von Position zehn ging es für den Österreicher bereits in der ersten Runde bis auf Rang sechs nach vorne.

An der Spitze drückten Zuda , Kitzbichler und de Vits von Beginn an aufs Tempo. Die Rundenzeiten waren noch einmal schneller als im ersten Rennen am Samstag. Bereits in Runde sechs setzte de Vits zum ersten Mal Kitzbichler unter Druck und schob sich auf Rang zwei. Zwei Runden später war schließlich auch Zuda fällig: Der Belgier ging am Meisterschaftsführenden vorbei und übernahm die Spitze.

Triumph gegen Kawasaki im Showdown

Damit war für die letzten Runden alles angerichtet. De Vits führte vor Zuda und Kitzbichler, doch der Tscheche ließ nicht locker. Statt einen überhasteten Angriff zu starten, beobachtete er seinen Konkurrenten und wartete auf seine Gelegenheit.

„Das Rennen war noch einmal deutlich härter als gestern. Das Niveau noch höher, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe Sasha vor mir beobachtet und auf meine Chance gewartet, weil ich wusste, dass ich in den letzten Runden noch etwas herausholen kann“, erklärte Zuda.

In Runde elf war der Moment gekommen. Zuda fand die Gelegenheit, zog wieder an de Vits vorbei und übernahm die Führung. Der ERC Pilot heftete sich sofort an das Hinterrad des Tschechen und blieb bis zur Ziellinie dran. Eine noch letzte Lückefand er allerdings nicht mehr.

Nach 13 Runden rettete Zuda einen hauchdünnen Vorsprung von 0,153 Sekunden über die Ziellinie und machte damit den Doppelsieg in Oschersleben perfekt. „Es hat geklappt und ich bin sehr zufrieden“, fasste der Tscheche sein Rennen zusammen. Damit baut er seine Führung in der Meisterschaft auf insgesamt 154 Punkte aus.

De Vits musste sich zwar denkbar knapp geschlagen geben, konnte nach seinem technischen Problem und Rang 21 im ersten Rennen nun aber zeigen, welches Potenzial in der überarbeiteten Kawasaki steckt. Mit einer Zeit von 1:30,475 Minuten fuhr der Belgier sogar die schnellste Rennrunde. „Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht, damit wir hier konkurrenzfähig sind“, lobte de Vits seine Mannschaft. Nach dem dritten Platz von Teamkollegen Jules Bercot am Samstag stand damit auch im zweiten Rennen eine ERC Kawasaki auf dem Podium.

Kitzbichler konnte das Tempo der beiden Führenden in den letzten Runden nicht mehr ganz mitgehen und kam 1,585 Sekunden hinter Zuda als Dritter ins Ziel. Nach Rang zwei am Samstag nimmt der Österreicher damit zwei Podiumsplätze aus Oschersleben mit. „Die Rundenzeiten waren heute sehr schnell, weshalb ich viele kleine Fehler gemacht habe, die mich Zeit gekostet haben. Aber ich bin mit den Podiumsplätzen und dem Wochenende sehr zufrieden“, resümierte Kitzbichler.

Rosenthaler sammelt wichtige Punkte

Jakob Rosenthaler machte nach seiner verletzungsbedingten Pause in Most das Beste aus einem schwierigen Wochenende. Nach seiner starken Anfangsphase setzte er sich im weiteren Rennverlauf auf Rang vier fest und brachte diesen sicher ins Ziel. Mit zwei soliden Ergebnissen auf den Plätzen fünf und vier sammelte der Österreicher wichtige Punkte, die im weiteren Kampf um die Meisterschaft noch eine Rolle spielen könnten.

Hinter Rosenthaler wurde es noch einmal hauchdünn. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing)  folgte als Fünfter mit lediglich 0,098 Sekunden Rückstand. Teamkollege Mika Siebdrath belegte Rang sechs. Tom Kuil  (RT Motosports) kam als Siebter ins Ziel, erhielt zum Ende des Rennens allerdings eine Zeitstrafe von drei Sekunden wegen zu häufigen Überschreitens der Streckenbegrenzung in der Schikane. An seiner Position änderte die Strafe nichts.

Jules Bercot wurde nach seinem Podium am Samstag Achter, gefolgt von Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) auf Rang neun.

Auch Felix Kauertz (ERC) legte bei seinem zweiten Rennen in der EURO MOTO erneut eine starke erste Runde hin. Von Startplatz 20 kämpfte sich der Deutsche direkt bis auf Position elf nach vorne. Im weiteren Rennverlauf arbeitete er sich zwischenzeitlich sogar bis auf Rang neun vor und beendete sein Debütwochenende schließlich als Zehnter.

Pech hatte dagegen Micky Winkler (WSC-Racing). Der Schleizer stand gar nicht erst in der Startaufstellung. Nur zehn Minuten vor dem Rennen streikte beim Warmlaufen seines Motorrads die Benzinpumpe. Damit war sein Rennen beendet, bevor es überhaupt begonnen hatte. Für Winkler war es der bittere Abschluss eines schwierigen Wochenendes, nachdem er bereits im ersten Lauf nicht sein volles Potenzial hatte zeigen können.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Sasha DE VITS (#19/BEL), Kawasaki Ninja ZX 6R
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  5. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX 6R
  9. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Felix KAUERTZ (#37/DEU), Kawasaki Ninja ZX 6R

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

Euro Moto Supersport: Lehmanns Traum platzt im letzten Sektor und Blin gewinnt

Lennox Lehman #28 führte lang, musste sich zum Schluss aber doch Daniel Blin #26 geschlagen geben 
Foto: Jens Hawrda

Aufregung in der EURO MOTO Supersport. Samstag-Sieger Dirk Geiger musste beim zweiten Lauf in der Motopark Arena Oschersleben aus der Boxengasse starten. Apreco-Yamaha-Teamkollege Lennox Lehmann führte das Rennen die meiste Zeit an. Gewonnen hat es aber Daniel Blin (Automarket AF Racing Team).

Geiger bestritt das Sonntagsrennen mit dem dritten Motor der Saison. Nach seinem Sieg am Samstag hatte der Tabellenführer über einen leichten Leistungsverlust und zusätzliche Vibrationen in den letzten Rennrunden berichtet. Die anschließende Datenanalyse bestätigte die Auffälligkeiten, lieferte jedoch keine eindeutige Ursache. Um den Fehler zu finden, hätte der versiegelte Motor geöffnet werden müssen. „Obwohl wir überzeugt sind, dass Dirk das zweite Rennen auch mit seinem zweiten Motor bestreiten könnte, möchten wir keinerlei Risiko eingehen“, erklärte die Teamleitung von Apreco Yamaha. „Vorsorglich haben wir entschieden, den dritten Motor einzusetzen.“

Laut Reglement bedeutete das den Start aus der Boxengasse. Geiger musste das Feld von hinten aufrollen und gleichzeitig darauf hoffen, dass sein Titelkonkurrent Daniel Blin Punkte liegen lässt. Geiger war als Tabellen-Erster nach Oschersleben gekommen und wollte es auch bleiben.

Blin führte das Feld nach dem Start in die erste Runde. Im dritten Umlauf musste er die Spitzenposition an Lehmann abgeben und kurz darauf auch den bestens aufgelegten Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) vorbeilassen.

Der polnische Ducati-Fahrer fing sich aber wieder und trug bis zum Schluss einen Zweikampf mit Lehmann aus. De Vleeschauwer war in ein Duell mit Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) verwickelt. Yamaha gegen MV Agusta. Der Belgier stürzte nach einer minimalen Berührung mit Göttlichers Hinterrad aus dem Geschehen. Damit hatte Göttlicher auf der F3 800 RR nach vorne und hinten Luft und Geiger bei seiner Aufholjagd einen Platz geerbt.

Für Lehmann war der erste Sieg nach zwei Jahren in greifbarer Nähe. Blin schienen die Optionen zum Überholen auszugehen. Aber genau in dem Moment passierte es. Im letzten Sektor in der letzten Runde schlug er mit der Ducati Panigale V2 überraschend, kompromisslos und erfolgreich zu. Blin gewann das Rennen vor Lehmann mit 0,034 Sekunden Vorsprung – das ist keine halbe Ducati-Länge.

Geiger hatte sich auf der Yamaha YZF-R9 in den 15 Rennrunden von ganz hinten auf den vierten Platz nach vorn gekämpft. Trotz zahlreicher Überholmanöver war er teilweise schneller als Lehmann an der Spitze gewesen. Was ihm nicht in den Kram passte: Durch das Ergebnis hat sich das Blatt in der Meisterschaft erneut gewendet. Die Tabellenführung ging wieder in die Hände von Daniel Blin über. Der 24-jährige Ducati-Fahrer hat einen Punkt Vorsprung vor Geiger.

Lehmann stand die Enttäuschung über den Ausgang des Rennens ins Gesicht geschrieben und er beklagte die rabiate Vorgehensweise von Blin beim Überholen. Völlig aufgelöst war Luca Göttlicher. Er hat der MV Agusta-Truppe, die es kaum glauben konnte, bereits zum zweiten Mal einen Podestplatz geschenkt.

EURO MOTO Supersport, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL/Ducati)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

7. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

8. Julius Caesar RÖRIG (DEU/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Marvin KREIMES (DEU/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Sonntag, 2. August 2026

Euro Moto Superbike: Schockmoment nach heftigem Massenunfall und halbe Punkte in Oschersleben

Hier war noch alles in Ordnung Tulovic vor Smits, Alt, Schrötter und Reiterberger,
kurze Zeit später wurde das Rennen abgebrochen
Foto: Jens Hawrda

Der erste Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben endete mit dramatischen Szenen. Ein heftiger Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits löste in der sechsten Runde eine Kettenreaktion aus. Vier weitere Fahrer stürzten. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Da die vorgeschriebene Distanz nicht erreicht wurde, gab es für die Wertung nur halbe Punkte.

Schon vor dem Start hatte Florian Alt (HRP Honda) die Marschroute für den Kampf gegen Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) beschrieben. „Wenn Tulo in der ersten Kurve vorne ist, dann ist er weg. Wenn nicht, dann können wir ihn auf dem Weg nach vorne stören.“

Das HRP Honda-Team hatte in den letzten Tagen ein Fahrwerks-Setup entwickelt, das es es vorher noch nie hatte. „Es schont den Reifen noch mehr als bisher“, stellte Alt zufrieden fest. Im abschließenden Qualifying war dem Meister von 2023 jedoch nach eigener Aussage ein Fehler unterlaufen. „Wir hätten sonst eine hohe 1:23er-Zeit fahren können und wären Zweite hinter Tulo gewesen. Unser Ziel, in die erste Startreihe zu kommen, haben wir aber auch so erreicht. Wir sind gut aufgestellt. Besser als wir dachten.“

Alle Hoffnungen liegen auf Twan Smits

Die größte Hoffnung, Tulovic schon auf den ersten Metern unter Druck zu setzen, ruhte zunächst auf Twan Smits. Die große Hoffnung lag zunächst aber auf Twan Smits. Mit dem Mega-Grip am Hinterrad der Apreco-Yamaha und dem zweiten Startplatz war der Niederländer am ehesten in der Lage, Tulo auf den ersten Metern auf Augenhöhe zu begegnen. Smits zögerte auch keinen Moment, die Mission umzusetzen und ging nach dem Start in Führung. Der 22-Jährige legte richtig starke eine starke erste Runde hin und verteidigte die Führung, ehe Tulovic das Kommando übernahm.

Smits battelte sich daraufhin mit Florian Alt. Marcel Schrötter (GERT56), der wegen seines verletzten Beines höher als sonst im Sitz saß, war mit Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig (beide GERT56) und Leon Orgis (ORM Racing) im Rücken beschäftigt.

Motorschaden löst Kettenreaktion aus

Dann der Schockmoment. In der sechsten Runde explodierte der Motor von Smits‘ Yamaha. Innerhalb von Sekunden verschwand die Strecke in einer gigantischen Rauchwolke. Florian Alt, Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Kevin Orgis hatten keine Chance mehr auszuweichen und stürzten. Reiterbergers BMW stieg auf und wurde mit gewaltiger Wucht über den Reifenstapel in den angrenzenden Arena-Hügel geschleudert. Auch Alts Honda flog weit von der Strecke.

Bei allem Schreck überwog anschließend die Erleichterung darüber, dass kein Fahrer schwer verletzt wurde. Alle Beteiligten konnten die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen. Twan Smits wurde mit Schmerzen am Handgelenk ins Medical Center gebracht. Ein Bruch wurde nicht festgestellt.

Reicht das Zeitfenster für den Neuaufbau?

Im Fahrerlager begann unmittelbar danach ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Motorräder waren teils völlig zerstört. Die Yamaha von Smits muss bis zum zweiten Rennen komplett neu aufgebaut werden. Sechs Mechaniker arbeiteten ohne Unterbrechung daran. Auch Markus Reiterberger blickt auf einen Totalschaden. „Einen Neuaufbau kann ich mir in der kurzen Zeit nicht vorstellen, obwohl ich meinen Mechanikern viel zutraue“, sagte der vierfache Meister und hofft auf ein Wunder.

Kevin Orgis zittert wegen einer Federgabel um die Teilnahme am zweiten Rennen: „Alle BMW-Teams, die mir etwas geben könnten, sind selbst betroffen.“ Bei Toni Finsterbusch stand das Heck der BMW senkrecht nach oben. Auch hier wird repariert. Von Florian Alts Honda ist nicht viel übrig geblieben. Teamchef Jens Holzhauer gibt nicht auf: „Irgendwas werden wir bis zum zweiten Rennen hinkriegen.“

Neun Fahrer kamen ins Ziel. Tulovic, Schrötter und Jähnig holten die Pokale.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

3. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

4. Leon ORGIS (DEU/BMW)

5. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

6. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Marco FETZ (DEU/BMW)

9. Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek