Freitag, 31. Juli 2026

Euro Moto Sportbike: ERC meldet sich in Top-5 zurück

Fast zehn Wochen lang war es still um das ERC Team. Nach dem Saisonauftakt auf dem Sachsenring verschwand die Mannschaft um Teamchef Uwe Reinhardt nahezu komplett von der Bildfläche. Weder in Brünn noch in Most gingen die Kawasakis an den Start. Stattdessen wurden die Ärmel hochgekrempelt. Der Trainingsfreitag in Oschersleben deutete darauf hin, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.

Nach den eher durchwachsenen Ergebnissen zum Saisonstart konzentrierte sich das Team vollständig auf die Weiterentwicklung der Kawasaki ZX-6R 636. Das Ziel war klar: Das Motorrad musste konkurrenzfähiger und vor allem schneller werden. „Wir haben die Zeit genutzt, um bei der Abstimmung einiges zu finden“, erklärt Lothar Kraus, Technischer Leiter des ERC Teams. „Außerdem haben wir intensiv am richtigen Mapping gearbeitet, damit die Kawasaki deutlich besser funktioniert.“

Vor drei Wochen absolvierte das Team deshalb noch einen dreitägigen Test in Oschersleben, bei dem noch die letzten Feinabstimmungen vorgenommen wurden. Mit Erfolg: Am ersten Trainingstag nach der Sommerpause standen gleich zwei ERC Kawasakis unter den schnellsten fünf Fahrern der kombinierten Zeitenliste.

Sasha de Vits überzeugte als schnellster Kawasaki Pilot mit Rang zwei. Teamkollege Jules Bercot belegte Platz fünf, während Ersatzfahrer Felix Kauertz bei seinem Debüt in der EURO MOTO Sportbike ebenfalls auf Anhieb den Sprung in die Top Ten schaffte. „Das Motorrad war schon am Sachsenring gut. Es hat nur an Speed gefehlt. Mit der neuen Abstimmung und den Änderungen zieht die Kawasaki spürbar besser nach vorne und ist wesentlich schneller als noch am Sachsenring“, beschreibt de Vits die Entwicklung.

Nach dem vielversprechenden Trainingsauftakt bleibt nun die spannende Frage, ob sich die Änderungen auch unter Rennbedingungen auszahlen. Die ersten Trainings sprechen dafür, dass ERC in den vergangenen Wochen die richtigen Stellschrauben gefunden hat.

Bereits am Samstagvormittag geht es zunächst in den Qualifyings um die besten Startplätze, bevor um 16:20 Uhr das erste Sportbike-Rennen des Wochenendes startet. Dann wird sich zeigen, ob die Kawasaki auch im direkten Duell mit der Konkurrenz um Spitzenpositionen kämpfen kann. 

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Superbike: Florian Alt schlägt zu – pokert Lukas Tulovic noch?

Nach den Bestzeiten im freien Training setzte Florian Alt dem Freitag in Oschersleben ein Krönchen auf. Der Honda CBR 1000R-RR-Fahrer war auch der schnellste EURO MOTO-Superbiker im Superpole Pre-Practice. Doch die große Frage lautet: Hat Tulo auf der Ducati bereits alle Karten auf den Tisch gelegt?

Alt (Holzhauer Racing Promotion) hatte im Superpole Pre Practice eine Zeit von 1:24,251 zu bieten. Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) blieb drei Zehntelsekunden dahinter. Bleibt das bis zum Ende der Veranstaltung in der Magdeburger Börde so? Dafür sieht Tulo fast ein bisschen zu entspannt aus. In der Honda-Box wird unterdessen Klartext geredet. Das Team hat bei zwei Tests im Vorfeld der EURO MOTO-Runde vor allem am Durchhaltevermögen der Honda über die Renndistanz von 66,006 Kilometern gearbeitet. Teamchef Jens Holzhauer spekuliert, dass Tulo zum Schluss aber trotzdem stärker als Alt sein könnte.

Wieder nach vorn will auch Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Sein letzter Auftritt auf der 3,667 km langen Rennstrecke ist vier Jahre her. Hier will er jedoch den bitteren Beigeschmack aus Most, wo er mit zwei siebten Plätzen in den beiden Hauptrennen deutlich hinter den Erwartungen ins Ziel kam, endlich vergessen. Teamchef Werner Daemen glaubt den Grund zu kennen, weshalb in Tschechien überhaupt keine BMW aufs Siegerpodest kam. „Der Pirelli-Reifen, den alle Teams nehmen mussten, um bei der Hitzeschlacht über die Distanz zu kommen, kam unserem Motorrad überhaupt nicht entgegen.“ In Oschersleben ist wieder die Auswahl aus mehreren Mischungen möglich. Reiterberger hat sich zum Ziel gesetzt, schnellster BMW-Fahrer am Wochenende zu werden.

Wenn sich Daemen die Superbike-Klasse anschaut, sieht er vier Fahrer, die herausstechen: Lukas Tulovic, Florian Alt, Marcel Schrötter (GERT56) und Markus Reiterberger. „Sie sind Weltklasse und gehören eigentlich in die WM.“ Und der Belgier fügt hinzu: „In der EURO MOTO Superbike herrscht ein extrem hohes sportliches Niveau. Vor zwei Jahren schien es unmöglich, 1:25er Rundenzeiten zu fahren. Jetzt sind wir schon drunter.“

Die vier genannten Fahrer sowie Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Kevin Orgis (ORM Racing) qualifizierten sich im Superpole Pre-Practice für den direkten Einzug in die Superpole 2. Alle anderen Fahrer müssen zunächst durch die Superpole 1, in der die letzten drei Plätze für das finale Qualifying in der Superpole 2 vergeben werden. Dort entscheidet sich schließlich die Startaufstellung für die ersten drei Reihen der beiden Superbike-Rennen am Sonntag.

Superpole Pre-Practice

1. Florian ALT (GER/Honda)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Kevin ORGIS (GER/BMW)

7. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)

11.Marco FETZ (GER/BMW)

12.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

13.Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

14.Christoph BEINLICH (GER/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto: Ergebnisse 2. Freies Training Oschersleben

Florian Alt, Honda CBR 1000 RR-R #66
Foto: Jens Hawrda

Euro Moto Superbike: Ergebnis 2. Freis Training (Top-Five)

1. Florian Alt Honda CBR 1000 RR-R

2. Lukas Tulovic Duati Panigale V4R

3. Markus Reiterberger BMW M 1000 RR

4. Toni Finsterbusch BMW M 1000 RR

5. Jan-Ole Jähnig BMW M 1000 RR


Dirk Geiger, Yamaha YZF-R9 #60
Foto: Jens Hawrda


Euro Moto Supersport: Ergebnis 2. Freis Training (Top-Five)

1. Dirk Geiger Yamaha YZF-R9

2. Lennox Lehmann Yamaha YZF-R9

3. Daniel Blin Ducati Panigale V2

4. Luca Göttlicher MV Augusta F3 800 RR

5. Luca de Vleeschauer Yamaha YZF-R9


Euro Moto Sportbike: Ergebnis 2. Freis Training (Top-Five)

1. Stepan Zuda Triumph Daytona 660

2. Sasha de Vits Kawasaki Ninja ZX-6R

3. Tobias Kitzbichler Aprilia RS660

4. Jules Bercot Kawasaki Ninja ZX-6R

5. Ruben Bijman Triumph Daytona 660


Euro Moto: Ergebnisse 1. Freies Training Oschersleben

Florian Alt, Honda BR 1000 RR-R #66
Foto: Jens Hawrda

Euro Moto Superbike: Ergebnis 1.Freies Training (Top-Five)

1. Frorian Alt Honda CBR 1000 RR-R

2. Markus Reiterberger BMW M 1000 RR

3. Lukas Tulovic Ducati Panigale V4R

4. Jan-Ole Jähnig BMW M 1000 RR

5. Toni Finsterbusch BMW M 1000 RR


Dirk Geiger, Yamaha YZF-R9 #60
Foto: Jens Hawrda

Euro Moto Superport: Ergebnis 1.Freies Training (Top-Five)

1. Dirk Geiger Yamaha YZF-R9

2. Lennox Lehmann Yamaha YZF-R9

3. Daniel Blin Ducati Panigale V2

4. Luca de Vleeschauer Yamaha YZF-R9

5. Luca Göttlicher MV Auhusta F3 800 RR

Kiyano Veijer, Triumph Daytona 660 #53
Foto: Jens Hawrda


Euro Moto Sportbike: Ergebnis 1.Freies Training (Top-Five)

1. Kiyano Veijer Triumph Daytona 660

2. Sasha de Vits Kawasaki Ninja ZX-6R

3. Stephan Zuda Triumph Daytona 660

4. Tobias Kitzbichler Aprilia RS660

5. Jacob Rosenthaler Triumph Daytona 600

Euro Moto Sportbike: Mission Sportbike für Felix Kauertz im Team ERC

Kurzfristiger Einsatz für Felix Kauertz: Der Kawasaki Cup Pilot übernimmt beim
EURO MOTO Rennwochenende in Oschersleben den Platz von Oliver Svendsen im ERC Team
Foto: Kauertz privat

Eigentlich war Felix Kauertz gerade in Spanien, um für einen Hersteller zu testen. Dann klingelte beim Joggen das Telefon. Am nächsten Morgen war der Einsatz perfekt: Der 24-Jährige wird beim EURO MOTO Rennwochenende in Oschersleben kurzfristig für das ERC Team in der Sportbike-Klasse an den Start gehen.

Das ERC Team hat schnell auf den kurzfristigen Rückzug von Oliver Svendsen reagiert. Beim kommenden Rennwochenende in Oschersleben übernimmt Felix Kauertz den Platz des Dänen und feiert damit sein Debüt in der Sportbike Klasse.

Der Deutsche ist in der Motorsportszene und im Fahrerlager kein Unbekannter. 2023 holte Kauertz den Vizemeistertitel  im Twin Cup sowie den Gesamtsieg in der GTT Open. 2024 folgte der Vizemeistertitel im Yamaha bLU cRU R7 Cup. 2025 absolvierte der 24-Jährige zwei Rennen in der IDM Sportbike, bevor ihn die finanziellen Rahmenbedingungen zu einem Wechsel in den Kawasaki Ninja ZX4 RR Cup bewegten. Dort sicherte er sich auf Anhieb den Meistertitel.

In diesem Jahr startet Kauertz im Kawasaki Ninja ZX6 R Cup und liegt dort aktuell mit nur einem Punkt Rückstand auf Rang zwei der Gesamtwertung. Da der Cup in Oschersleben pausiert, bot sich für ihn kurzfristig die Chance auf den Einsatz in der EURO MOTO Sportbike.

Kurzfristiger Anruf, große Chance

Für Kauertz kam die Anfrage völlig überraschend. „Ich bin seit einigen Tagen in Spanien für einen Hersteller testen. Beim Joggen gestern Abend wurde ich angerufen. Am nächsten Morgen haben wir alles fix gemacht, sodass ich an diesem Wochenende mit einer Kawasaki ZX6 R in der EURO MOTO Sportbike an den Start gehe“, erzählt Kauertz.

„Ich freue mich riesig auf das Wochenende und bin gespannt auf das Motorrad und darauf, wie es sich im Vergleich zur Kawasaki aus dem ZX6 R Cup fahren wird“, blickt der Deutsche voraus. Ganz stressfrei verläuft die Anreise allerdings nicht. Kauertz muss sich bei der Rückreise ranhalten: „Mein Flieger geht erst am Donnerstag und ich muss richtig Gas geben, um es rechtzeitig zum Riders Briefing am Abend zu schaffen.“

Für den Kevelaer bietet sich damit die Chance, sich erstmals auf der EURO MOTO Bühne zu präsentieren und sich mit der starken Konkurrenz der Sportbike Klasse zu messen. Wie schnell er sich auf das für ihn neue Motorrad, eine Kawasaki ZX-6R 636 mit neuer Elektronik und anderem Fahrwerk, einstellen kann, wird sich bereits im ersten freien Training am Freitag ab 11.05 Uhr zeigen.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann