Montag, 22. Juni 2026

Heiße Lausitz, eiskalter Matteo Cairoli: Italiener nach zweitem Sieg neuer DTM-Spitzenreiter

  • Nicki Thiim holt erstes DTM-Podium für Aston Martin
  • Finn Wiebelhaus sorgt nach 37 Jahren für erstes Ford-Podium
  • 58.000 Besucher beim Motorsport-Festival der DTM in der Lausitz

Ferrari-Fahrer Matteo Cairoli ist neuer Spitzenreiter der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) hat als erster Fahrer in der DTM-Saison zwei Rennen gewonnen und nach sechs Meisterschaftsläufen die Tabellenführung übernommen. Der Italiener behielt am Sonntag in einem Hitzerennen auf dem Dekra Lausitzring einen kühlen Kopf und wurde im Ferrari 296 GT3 Evo nach 42 Runden als Erster abgewunken. „Das ist einer der schönsten Siege meiner Karriere! Nicki Thiim hat mich bei den sowieso schon heißen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Er hat in den letzten Runden unglaublich viel Druck gemacht. Meine Reifen waren ziemlich am Ende und die Hitze extrem herausfordernd. Ich wollte unbedingt gewinnen und bin überglücklich“, erklärte Cairoli. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) belegte mit dem knappen Rückstand von 0,413 Sekunden Rang zwei und sorgte damit für das erste Podium von Aston Martin in der Geschichte der DTM. Nach 37 Jahren stand dort am Sonntag auch wieder ein Ford-Fahrer: In seinem ersten sechsten DTM-Rennen sorgte Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) als Dritter für den ersten Podestplatz eines Ford Mustang GT3 in der DTM.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 32 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:19,750 Minuten
  • Sieger: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 Evo #14)
  • Schnellste Rennrunde: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:20,423 Minuten

Cairoli ging am Sonntagmittag auf dem Lausitzring von Position zwei aus in den sechsten DTM-Meisterschaftslauf und lag bis zum ersten Pflicht-Boxenstopp gut eine Sekunde hinter Pole-Setter Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) im Ford. Auf Rang drei folgte Thiim vor Wiebelhaus. Der 30-jährige Cairoli absolvierte im zehnten Umlauf einen schnellen Boxenstopp und konnte in Runde 13 an Maini vorbeiziehen, der nach einem späteren Reifenwechsel mit noch kalten Pirelli-Slicks unterwegs war. Dahinter reihten sich Thiim, Wiebelhaus und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini auf den Plätzen drei bis fünf ein.

Cairoli verteidigte nach seinem zweiten Boxenstopp die Führung, musste sich danach aber gegen Thiim wehren, der auf Platz zwei vorgerückt war und immer wieder attackierte. Der in Como in Italien aufgewachsene Rennfahrer behielt jedoch bis zum Schluss die Nerven, machte keinen Fehler und übernahm nach seinem zweiten DTM-Erfolg die Gesamtführung. Hinter Thiim konnte sich Wiebelhaus mit einem sehenswerten Überholmanöver noch an Maini vorbeischieben und Rang drei sichern. Der Inder wurde Vierter, knapp vor dem immer stärker werdenden Bortolotti, der sein bisher besten Saisonergebnis erzielte.

Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) beendete den Sonntagslauf in einem weiteren Lamborghini Temerario GT3 als Sechster. Platz sieben ging an Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo. Trotz einer Penalty-Lap sicherte sich Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) Position acht und ist damit im Gesamtklassement Dritter. Marco Wittmann (Fürth) kam im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Neunter ins Ziel. Bester Porsche-Pilot war Thomas Preining (Manthey). Der Österreicher rettete Rang zehn mit knapp einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Landsmann Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der nun in der Fahrerwertung Zweiter ist.

Nicki Thiim: „Was für ein Achterbahn-Wochenende! Erst die Pole-Position am Samstagmorgen, danach den Sieg unglücklicherweise verpasst und zum Abschluss in einer Hitzeschlacht den zweiten Platz geholt. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht, vor allem die Duelle mit Matteo Cairoli und Arjun Maini.“

Finn Wiebelhaus: „Mit dem Podium erfüllt sich für mich ein großer Kindheitstraum. Ich habe erst 2020 mit dem Motorsport begonnen und es innerhalb von sechs Jahren vom Kart bis in die DTM geschafft. Das macht mich unglaublich stolz. Mein Teamkollege Arjun Maini und ich hatten einen intensiven Zweikampf mit leichtem Lackaustausch, dabei ging es aber jederzeit fair zu.“

Ergebnis, 6. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing)

2. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0,413 Sekunden

3. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +5,392 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +8,118 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +8,607 Sekunden


Sonntag, 21. Juni 2026

Pole-Position für Lokalmatador Primm am Dekra Lausitzring

Pole-Position beim Heimspiel des ADAC GT Masters am Dekra Lausitzring für Simon Connor Primm (21) aus Großschirma. Im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 fuhr er ins 1:20.476 Minuten zur Bestzeit und bescherte damit auch seinem Team HGL Racing zum ersten Mal Startplatz eins in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC.

„Es freut mich unglaublich. Wir haben so viel am Auto gearbeitet und endlich hat es geklappt. Vielen Dank an Audi, an mein Team HGL Racing und meinen Teamchef Tobias Seyfarth, ohne die das alles nicht möglich wäre. Es ist ein richtiger Befreiungsschlag“, strahlte Primm, der sich das Auto mit Robin Rogalski (25/POL) teilt. „Wir werden sehen, was im Rennen möglich ist. Unser Audi ist gut und wir sind zuversichtlich.“

Hinter dem Polesetter spitzt sich der Kampf um die Tabellenführung weiter zu. Mit 0,059 Sekunden Rückstand fuhr der aktuell Zweitplatzierte der Meisterschaft, Leyton Fourie (20/ZAF/FK Performance Motorsport), auf Startplatz zwei. Der BMW-Pilot setzte früh Bestzeit nach Bestzeit und musste sich am Ende nur Primm geschlagen geben. Direkt dahinter belegt der aktuelle Meisterschaftsführende Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) mit 0,166 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Er wählte eine andere Herangehensweise und setzte erst kurz vor Ende der Session seine schnellste Rundenzeit. 

Die Top-5 komplettieren die beiden Porsche 911 GT3 R von Razoon – more than Racing. Leo Pichler (24/AUT) geht mit 0,206 Sekunden Rückstand von Startplatz vier aus ins Rennen, sein Teamkollege Pavel Lefterov (28/BGR) mit 0,257 Sekunden Abstand zur Spitze direkt dahinter.

Quelle: adac-motorsport.de


Maini holt im Ford Mustang GT3 erste DTM-Pole

Ford-Pilot Arjun Maini holt Pole fürs Sonntagsrennen am Lausitzring
Foto: ADAC-Motorsport

Arjun Maini bleibt am Dekra Lausitzring im Qualifying eine Macht. Nach dem zweiten Platz am Samstag war er beim Zeittraining am Sonntagmorgen mit 1:19,750 Minuten schnellster Pilot. Damit steht der Inder zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere auf der Pole-Position und startet erstmals mit dem Ford Mustang GT3 von Platz eins aus ins Rennen.

"Ich freue mich riesig, dass mir so eine super Runde gelungen ist. Durch die zwei Boxenstopps wird es im Rennen vor allem auf die richtige Strategie ankommen. Ich hoffe, dass es anders als am Samstag ein trockener Sommertag bleibt und kein Regen aufzieht", erklärte der Gewinner des Pirelli Pole Position Award. Matteo Cairoli belegte mit einem Rückstand von 0,128 Sekunden Platz zwei und geht am Sonntagmittag neben Maini von der ersten Startreihe aus in das sechste DTM-Rennen. Nicki Thiim, Pole-Setter am Samstag, war wieder schnell unterwegs und fuhr mit seinem Aston Martin Vantage GT3 auf Position drei. Finn Wiebelhaus wurde im zweiten Ford von HRT Ford Racing Vierter, Luca Engstler komplettierte im Lamborghini Temerario GT3 die Top Fünf.

Maini überzeugte im Zeittraining am Sonntag bei sommerlichen 27 Grad mit durchweg schnellen Rundenzeiten. Seine Top-Marke erzielte der 28-Jährige allerdings erst kurz vor Schluss. Auch Cairoli zeigte sich im Ferrari 296 GT3 Evo angriffslustig, konnte aber Mainis späte Top-Zeit nicht mehr kontern. Das Feld lag am Ende des Qualifyings wieder extrem dicht zusammen: Position eins und 20 trennten nur knapp acht Zehntelsekunden.

Ergebnis Qualifikation, 6. Saisonlauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), 1:19.750 Minuten

2. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.128 Sekunden

3. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0.157 Sekunden

4. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +0.217 Sekunden

5. Luca Engstler (D/Red Bull Team Abt), +0.243 Sekunden

Quelle: dtm.com

Samstag, 20. Juni 2026

Ben Dörr lässt Briten jubeln: Historischer DTM-Sieg für McLaren

  • Dörr feiert auf dem Dekra Lausitzring seinen ersten DTM-Erfolg
  • Mapelli mit Treppchen-Debüt, Feller mit erstem Porsche-Podium
  • Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer erobert die Tabellenführung zurück

Großer Jubel bei Ben Dörr von McLaren-Team Dörr Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Eine perfekte Strategie, eine mutige Reifenwahl und das nötige Glück sorgten beim Samstagsrennen auf dem Dekra Lausitzring für den ersten DTM-Sieg von Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport). Der 21-Jährige markierte den historischen ersten DTM-Erfolg von McLaren – damit gab es in den ersten fünf Saisonläufen fünf verschiedene Gewinner. „Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich! Am liebsten hätte ich diesen Erfolg natürlich auf dem Podium gefeiert, trotzdem ist dieser Moment für mich unbeschreiblich. In unserem dritten DTM-Jahr war es unser Ziel, ganz vorne mitzuspielen. Das ist uns gelungen und genauso wollen wir weitermachen“, freute sich Dörr. Nach einem Wolkenbruch vor dem Start ging er von Position zehn aus auf regennasser Strecke mit Pirelli-Slicks ins Rennen und legte damit den Grundstein für seinen Sieg. Der Youngster sah die Zielflagge zunächst als Zweiter hinter Lamborghini-Fahrer Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), doch durch eine nachträgliche Strafe gegen den Italiener wegen eines Vergehens in einer Gelbphase wurde Dörr als Sieger gewertet. Sein erstes Porsche-Podium in der DTM feierte Ricardo Feller (CH/Manthey). Der Schweizer erhielt wie Mapelli im Nachgang des Rennens eine 15-sekündige Zeitstrafe, blieb im korrigierten Klassement jedoch unverändert Dritter.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 5 und 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 29 Grad, wechselhaft
  • Pole-Position: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 1:19,463 Minuten
  • Sieger: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720S GT3 Evo #25)
  • Schnellste Rennrunde: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80), 1:20,694 Minuten

Kurz vor dem Start zum fünften DTM-Saisonlauf setzte am Samstagmittag starker Niederschlag auf dem Lausitzring ein, der zu Rennbeginn allerdings aufhörte. Die meisten Teams zogen dennoch Pirelli-Regenreifen auf. Einige Fahrer, darunter Pole-Setter Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) aber auch Dörr, Mapelli, Feller und Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) riskierten Slicks – konnten das Tempo des Feldes zunächst aber nicht mitgehen. Das änderte sich jedoch im weiteren Verlauf, da der Asphalt immer mehr abtrocknete. Kurz vor dem Boxenstoppfenster hatte Thiim wieder die Führung übernommen. Dörr lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf Rang sechs.

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Als Timo Glock (Kreuzlingen/Dörr Motorsport) mit technischen Problemen im McLaren 720S GT3 Evo auf der Strecke ausrollte, bog Thiim in Runde 13 zum Reifenwechsel ab. Eine Runde darauf steuerte das Trio Mapelli, Dörr und Feller die Boxengasse an, wenige Sekunden bevor eine Full-Course-Yellow-Phase das Feld einbremste. Die Boxenstopps während der Gelbphase verschafften dem Trio einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Thiim. Diese Reihenfolge blieb bis zur Zieldurchfahrt unverändert. Da Mapelli sowie Feller während der Gelbphase schneller als die erlaubten 80 km/h unterwegs waren, wurden beide im Anschluss mit einer Zeitstrafe belegt und Dörr als Sieger gewertet. Mapelli und Feller folgten auf den Plätzen zwei und drei. „Das war ein richtig gutes Rennen von uns“, bilanzierte Feller. „Ich freue mich riesig über mein erstes DTM-Podium für Porsche und Manthey. In den ersten Runden ging es einfach nur darum, das Fahrzeug auf der Strecke zu halten. Unser Matchplan ist voll aufgegangen, dazu hatten wir einen super Boxenstopp. Natürlich hätte ich gern um den Sieg gekämpft, doch dafür hat mir einfach die Pace gefehlt.“

Thiim überquerte die Ziellinie auf dem Lausitzring als Vierter. Wittmann, ebenfalls auf Trockenreifen gestartet, zeigte eine starke Aufholjagd und verbesserte sich vom 18. auf den fünften Platz. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) übernahm als Sechster wieder die Tabellenführung. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) beendete den fünften Saisonlauf auf Rang sieben, Matteo Cairoli (I) folgte im Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing auf Position acht. Ford-Pilot Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance) sicherte sich vor Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo den neunten Platz.

Ergebnis 5. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)

2. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), +13,136 Sekunden

3. Ricardo Feller (CH/Manthey), +17,732 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +23,435 Sekunden

5. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +24,749 Sekunden


Jubel im Doppelpack: Debüt-Sieg für die Holzem-Zwillinge

  • Schubert Motorsport-Piloten gewinnen erstmals im ADAC GT Masters
  • BMW-Doppelpodium durch Zimmermann/Fourie von FK Performance Motorsport
  • Haupt Racing Team-Duo Reis/Gjerdrum komplettieren im Ford das Podium

Sieg nach langer Durststrecke: Sandro und Juliano Holzem jubelten
überschwänglich über ihren Debüt-Erfolg
Foto: ADAC-Motorsport

Die lange Wartezeit hat ein Ende: Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport) haben am Dekra Lausitzring ihr erstes ADAC GT Masters-Rennen gewonnen. Die Zwillingsbrüder lagen im BMW M4 GT3 Evo am Ende 3,141 Sekunden vor ihren Markenkollegen Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport). Für das Traditionsteam Schubert Motorsport war es der 14. Sieg im ADAC GT Masters. Das Podium komplettierten Max Reis (19/Ramstein)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3. „Mir fällt ein sehr großer Stein vom Herzen. Wir haben oft gezeigt, dass wir im Stande sind zu gewinnen und waren auch oft nah dran, hatten aber immer wieder Pech. Vielen Dank an unser Team für die gute Strategie und das tolle Auto“, jubelte Sandro Holzem. Sein Zwillingsbruder strahlte ebenfalls: „Es ist wie ein Bann, der endlich gebrochen wurde. Wir sind sehr glücklich. Wir haben so lange auf diesen Sieg gewartet und die Performance war immer da. Endlich haben wir es geschafft. Ich habe in meinem Stint versucht, die Pace zu halten und keinen Fehler zu machen und bin sehr erleichtert, dass unsere Leistung nun endlich belohnt wurde.“

Der Dekra Lausitzring war zum Start des ersten Endurance-Rennens der Saison noch feucht nach einem Regenschauer, die Temperaturen waren mit 26 Grad Luft und 32 Grad Asphalt ebenfalls etwas abgekühlt. Sandro Holzem, der das Rennen von Startplatz eins aus in Angriff nahm, blieb unangefochten an der Spitze gefolgt von Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team) im Ford und Zimmermann im BMW. Dahinter ging Felix Hirsiger (28/CHE/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 an Colin Bönighausen (21/Isernhagen/Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R vorbei. Die erste Boxenstopp-Phase wirbelte das Feld etwas durcheinander. Während sich fast alle Teams für den längeren Stopp mit Reifenwechsel entschieden, blieben Schubert Motorsport und der Ford Mustang von Reis/Gjerdrum auf den älteren Pneus, was das Haupt Racing Team-Duo auf Platz zwei nach vorne spülte – unmittelbar vor Teamkollege Niklas Kalus (21/Duisburg/Haupt Racing Team), der den Ford von Blum übernommen hatte. Im Zweikampf touchierte Kalus die Wand und musste sein Auto schließlich abstellen. Von hinten näherte sich aber bereits Fourie im BMW und kämpfte nahezu seinen gesamten Stint gegen Gjerdrum um Rang zwei. „Wir haben diese starke Pace im Rennen nicht erwartet, beschweren uns aber natürlich nicht darüber. Das Auto war in guter Verfassung in diesen Bedingungen“, erklärte Fourie. „Wir waren wirklich schnell auf den neuen Reifen, aber die Luftverwirbelungen hinter dem Ford haben es knifflig gemacht, eine Überholmöglichkeit zu erhalten. Und fairerweise muss ich sagen, dass Emil auch sehr gut verteidigt hat.“

Nach der zweiten Boxenstopp-Phase blieben die späteren Sieger an der Spitze, bekamen mit kalten Reifen allerdings zunächst Druck von Zimmermann. Dahinter kam Tabellenführer Hirsiger auf Rang drei aus der Box, da Leo Pichler (24/AUT)/Colin Bönighausen (21/Isernhagen/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R an der Boxeneinfahrt ohne Benzin liegengeblieben waren. Die daraus resultierende Safety-Car-Phase schob das Feld wieder eng zusammen und Reis, der nun seinerseits mit frischen Reifen auf seinem Ford Mustang unterwegs war, arbeitete sich an Hirsiger heran und ging schließlich vorbei. „Ich wusste aus dem vergangenen Jahr, dass es ein großer Vorteil ist, am Ende die frischen Reifen zu haben. Zumal es zur ersten Boxenstopp-Phase noch etwas feucht war und es damit schwieriger gewesen wäre, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das Safety Car hat natürlich dazu beigetragen, dass ich nochmal angreifen konnte“, erklärte Reis. „Ich bin sehr glücklich. Endlich haben wir es aufs Podium geschafft, nachdem die Saison sehr hart für uns verlief, weil wir deutlich mehr Pace in der Tasche gehabt haben und das nie zeigen konnten.“

Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) wurden schließlich Vierte und verteidigten ihre Tabellenführung. Platz fünf ging an Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) in einem weiteren BMW vor Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R. Lokalmatador Simon Connor Primm (21/Großschirma) und sein Teamkollege Robin Rogalski (25/POL/HGL Racing) wurden im Audi Siebte, Alain Valente (29/CHE)/Joseph Ellerine (22/ZAF/beide FK Performance Motorsport) im BMW kamen auf Platz acht ins Ziel. Dahinter lagen Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo, die Top-10 komplettierten John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2.

Das zweite Endurance-Rennen des ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring wird am Sonntag ab 15:05 Uhr live auf Sport1 im Free TV übertragen. Im Stream ist es auch bei Joyn, ServusTV ON und auf youtube.com/adacmotorsports zu sehen. Auf dem Youtube-Kanal des ADAC und Joyn gibt es morgens auch das Qualifying ab 8:30 Uhr live.