Mittwoch, 10. September 2025

ADAC GT Masters: Nächste Runde im Titelkampf am Red Bull Ring

  • Spannung pur in der Meisterschaft: Nur acht Punkte trennen die Piloten an der Spitze
  • Lokalmatadoren Tim Hütter, Leo Pichler und Razoon – more than Racing geben Vollgas
  • Drei Gaststarter verstärken das Feld des ADAC GT Masters

Foto: Jens Hawrda

Die Österreich-Festspiele im ADAC GT Masters gehen nahtlos weiter. Nur wenige Tage nach dem Rennwochenende auf dem Salzburgring wandert die GT3 Nachwuchsliga des ADAC weiter an den Red Bull Ring. Dort stehen vom 12. bis 14. September zwei Sprintrennen im Rahmen der DTM auf dem Programm. Beide Läufe werden am Samstag ab 15:05 Uhr respektive am Sonntag ab 15:10 Uhr im Livestream auf sport1.de, Joyn, ServusTV ON und youtube.com/adacmotorsports übertragen.

Titelkampf geht in entscheidende Phase

Der 4,318 km lange Red Bull Ring mit seinen langen Geraden und Highspeed-Passagen könnte der Schauplatz für eine weitere Zuspitzung im Titelkampf des ADAC GT Masters werden. An der Spitze sind aktuell Salman Owega (20/Köln)/Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen) vom Haupt Racing Team. Der Vorsprung der beiden Piloten im Ford Mustang GT3 ist allerdings denkbar gering. Nur acht Zähler trennen sie von Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (19/RSA/beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo. „Wir reisen mit acht Punkten Vorsprung an den Red Bull Ring und werden dort auf jeden Fall versuchen, den Abstand auf unsere Verfolger weiter zu vergrößern, um für das Finale einen Puffer zu haben“, erklärte Wiebelhaus, der im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg im ADAC GT Masters am Red Bull Ring gefeiert hat. Teamkollege Owega stand auf der österreichischen Strecke ebenfalls schon auf dem Podium – beide allerdings noch im Mercedes-AMG GT3.

Ihre Konkurrenten haben ebenfalls eine beeindruckende Statistik vorzuweisen. „Ich habe auf dieser Strecke die Meisterschaft im BMW M2 Cup gewonnen und stand im vergangenen Jahr in der ADAC GT4 Germany auf dem Podium“, sagte BMW-Pilot Fourie. „Ich habe viele gute Erinnerungen an den Red Bull Ring. Die Strecke war in der Vergangenheit gut zu mir und ich hoffe, dass es auch dieses Mal so sein wird. Ich weiß aber, dass es ein harter und enger Kampf werden wird.“

Die Lokalmatadoren am Red Bull Ring

In diesen Kampf möchte auch das österreichische Team Razoon – more than Racing nochmals eingreifen. Die Mannschaft aus Eggersdorf bei Graz ist seit diesem Jahr im ADAC GT Masters und hat mit ihrem Porsche 911 GT3 R bereits zwei Siege auf dem Konto. Die Piloten Leo Pichler (23/AT)/Simon Birch (18/DNK) liegen mit 31 Punkten Rückstand auf Rang drei der Meisterschaft und hoffen, mit zwei starken Ergebnissen beim Heimrennen nicht nur die zahlreich anreisenden Fans zu begeistern, sondern auch nochmals in den Titelkampf eingreifen zu können. „Ich freue mich riesig auf mein Heimrennen, denn es werden so viele Leute von zuhause da sein. Auf dem Red Bull Ring bin ich in meiner Karriere mit Abstand am meisten gefahren, unter anderem auch mein allererstes Rennen“, strahlte Pichler aus dem österreichischen Weiz. „Es ist wichtig, dass wir uns nicht mehr Druck als sonst machen und besonders gut abschneiden wollen. Wir versuchen, es wie ein ganz normales Rennwochenende anzugehen und nichts zu verändern.“ Der Österreicher Tim Hütter freut sich ebenfalls auf die Unterstützung seiner heimischen Fans. Der 18-Jährige aus Gallneukirchen bestreitet seine Debütsaison im GT3-Sport und startet für das Liqui Moly Team Engstler by GRT im Lamborghini Huracán GT3 Evo2.

Drei Gaststarter mit Ferrari, BMW und Lamborghini am Red Bull Ring

Insgesamt drei Teams werden auf dem Red Bull Ring einen Gaststart im ADAC GT Masters fahren und das starke Feld bereichern. Darunter Baron Motorsport, das zwei Ferrari 296 GT3 einsetzt. Am Steuer des ersten Ferrari werden zwei bekannte Gesichter sitzen: Ernst Kirchmayr (69/AUT) und Fabrizio Crestani (37/ITA). Das Duo war bereits im vergangenen Jahr im Ferrari am Red Bull Ring als Gaststarter dabei, damals noch in einem anderen Team. Im zweiten Ferrari werden Masoud Jaberian (33/IRN) und Edoardo Bacci (32/ITA) Platz nehmen. Baron Motorsport, ein Ferrari-Spezialist aus Wien, ist seit Jahren Teil des internationalen GT-Sports und bringt einige Erfolge und viel Erfahrung speziell auf dem Red Bull Ring mit. Die Erwartungen für den Gaststart sind entsprechend hoch. „Wir rechnen schon damit, siegfähig zu sein“, erklärte Teamchef Philipp Baron selbstbewusst. „Wir freuen uns auf ein top organisiertes und schönes Event mit vielen Zuschauern vor heimischem Publikum.“

Gaststarter Nummer zwei ist ein Rückkehrer: Senkyr Motorsport war bereits 2015 die ganze Saison und 2017 nochmals als Gaststarter am Red Bull Ring im ADAC GT Masters aktiv. Nun kehrt die Mannschaft aus dem tschechischen Popůvky nahe Brünn zurück. Das Steuer des BMW M4 GT3 teilen sich Rudolf Beňo (46/SVK) und Richard Gonda (31/SVK). „Unser Fahrer Rudolf ist Teil unseres Rennfahrer-Coaching-Programms und hat vor zwei Jahren erst richtig mit dem Motorsport begonnen“, schilderte Teamchef Robert Senkyr. „Er ist mittlerweile so gut geworden und hat so viele Testkilometer absolviert, dass wir mit ihm nun etwas Größeres ausprobieren möchten. Da ist unsere Wahl auf das ADAC GT Masters gefallen.“

Auch ARC Bratislava wird am Red Bull Ring als Gaststarter dabei sein. Die Mannschaft aus der Slowakei wurde 1997 gegründet und ist seitdem in den verschiedensten Rennserien weltweit gestartet. Am Steuer des Lamborghini Huracán GT3 Evo1 sitzen ein Youngster und ein altbekannter Rückkehrer: Adam Konopka (18/SVK), der Sohn von Teamchef Miroslav Konopka, und Lokalmatador Gerhard Tweraser (36/AUT), der von 2012 bis 2024 insgesamt 34 Rennen in der GT3 Nachwuchsliga des ADAC bestritt. „Wir sind noch nie im ADAC GT Masters gestartet, obwohl ich es eine schöne Serie mit spannenden Strecken finde. Wir suchen aktuell nach Möglichkeiten für nächstes Jahr“, verriet Teamchef Konopka. „Entsprechend ist unser Ziel einfach nur ankommen und verstehen, wie die Rennserie funktioniert.“


Titelkampf in der ADAC GT4 Germany spitzt sich weiter zu

  • Nur zehn Punkte trennen die beiden erstplatzierten Fahrer-Duos
  • Drei Lokalmatadoren wollen beim Heimspiel am Red Bull Ring glänzen
  • Rückkehr von PRO-AM-Pilot Damon Surzyshyn

Härtling/Förderer kommen als Tabellenführer zum Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Vorhang auf für die vorletzte Runde der ADAC GT4 Germany 2025. Auf dem Red Bull Ring in Österreich wird im Rahmen der DTM der einzige Auslandsauftritt der Saison absolviert - und der Kampf um den Titel ist im vollen Gange. Die in die Natur eingebettete Strecke verspricht nicht nur tolle Bilder mit Alpenkulisse im Hintergrund, sondern durch viele Überholmöglichkeiten stets auch packende Rennaction. Neben dem spannenden Titelkampf gilt es auch auf drei Lokalmatadore zu achten. Tickets gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. Die Action der ADAC GT4 Germany wird auf adac.de/motorsport, ServusTV ON, Joyn, sport1.de und youtube.com/adacmotorsports im Livestream übertragen. Rennstart am Samstag ist 16:25 Uhr und am Sonntag 9:55 Uhr. Der Sender Sky Sport Mix zeigt die Rennen zudem mehrfach re-live im Fernsehen.

Enrico Förderer (18/Leuterod) und Jay Mo Härtling (22/Sprockhövel, beide SR Motorsport by Schnitzelalm) reisen als Tabellenführer nach Österreich. Von der Theorie her könnte das Mercedes-AMG GT4-Duo auf dem Red Bull Ring bereits vorzeitig den Titel klarmachen. Doch da haben die zweitplatzierten Gabriele Piana (39/ITA) und Berkay Besler (25/TUR, beide FK Performance Motorsport) noch ein Wörtchen mitzureden. Im BMW M4 GT4 liegen sie in der Tabelle lediglich zehn Punkte zurück. Zuletzt auf dem Nürburgring und Sachsenring erzielten Piana/Besler jeweils einen Laufsieg. Daran möchten sie auf dem Red Bull Ring anknüpfen.

Ebenfalls noch aussichtsreich im Titelrennen befinden sich die drittplatzierten Raphael Rennhofer (18/AUT) und Emil Heyerdahl (23/NOR, beide Wimmer Werk Motorsport). Rennhofer gibt auf dem Red Bull Ring sein Heimspiel und hat somit einiges vor. „Es wird sicherlich ein tolles Wochenende. Die Anreise ist kurz und viele Freunde sowie die Familie wollen mich besuchen“, erläutert der Pilot eines Porsche 718 Cayman GT4. „Unserem Auto liegt das Streckenlayout, da es relativ viel Stop&Go gibt. Somit sollten wir gute Chancen haben, vorne dabei zu sein. Der Fahrer-Titel ist weiterhin das Ziel, aber wir gehen ohne Druck ins Wochenende und hoffen, im Idealfall zweimal auf dem Podium zu stehen.“

Für seinen Landsmann und Markenkollege Daniel Drexel (24/AUT, Razoon - more than Racing) hat der Red Bull Ring ebenfalls einen hohen Stellenwert. „Ich freue mich riesig auf das Heimwochenende. Die Fans haben uns österreichische Fahrer stets ganz besonders im Blick und schenken uns viel Aufmerksamkeit. Das freut mich natürlich sehr“, schaut Drexel, der zusammen mit Luca Link (21/Günzburg) startet, voraus. „Insbesondere die letzten beiden Kurven finde ich klasse. Zunächst geht es mit sehr viel Speed über die Kuppe – und dann fließend in die Zielkurve. Als sportliches Ziel haben wir uns die Top Zehn vorgenommen.“

Sein Rennstall Razoon - more than Racing hat auf jeden Fall die kürzeste Anreise. Der Team-Standort in Eggersdorf bei Graz ist nur rund eine Stunde vom Red Bull Ring entfernt. Neben zwei Porsche setzt die Mannschaft von Dominik Olbert auch wieder zwei BMW unter der Nennung Razoon - xAutomotive Racing ein. Mit Luis Moser (17/AUT) hat das Team einen weiteren Lokalmatadoren im Aufgebot. Im zweiten BMW feiert der Kanadier Damon Surzyshyn (48) auf dem Red Bull Ring sein Serien-Comeback. Ebenfalls zurück in die ADAC GT4 Germany kommt der Brite Alex Connor (21), der sich bei BWT Mücke Motorsport einen Mercedes-AMG mit Julien Apothéloz (24/CHE) teilt.


Dienstag, 9. September 2025

IDM 2025 Zusammenfassung Nürburgring

Stimmung, Drama, Jubel und Tränen machen die IDM zum Eifel-Bestseller

Der Öhlins-IDM-Lauf vom vergangenen Wochenende ist als Erfolgs-Story auf dem Nürburgring eingegangen. Tausende Zuschauer erlebten bei strahlend blauem Himmel den Spurt von Europas Top-Serie in Richtung der Zielgeraden.

Extrem spannende Klassen, Fahrer aus über zehn Nationen am Start, ein Pit-Walk mit Autogrammstunde vor den Boxen und Stars wie Stefan Bradl im Paddock - so sah auf dem Nürburgring das Live-Programm vor Ort aus. Die vorletzte Saisonrunde des Jahres zeigte einmal mehr die Qualität des deutschen Top-Acts im Motorradrennsport auf.

Lucas Tulovic
Foto: Jens Hawrda

IDM Superbike: Siebter Sieg von Tulovic auf Ducati

In der Königsklasse IDM Superbike ist der Meistertitel für Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) nach zwei weiteren Siegen zum Greifen nah. Neun Punkte fehlen dem 25-jährigen Baden-Württemberger jetzt noch zu seinem Ziel. Kurzzeitig machte er es im ersten Rennen spannend und bekam selbst einen Schock: Frühstart. Die Rennleitung brummte ihm als Strafe zwei Long-Lap-Runden auf. „Ich war voll wütend“, platzte es aus ihm heraus. „Ich dachte nur noch: Entweder gewinne ich jetzt das Rennen oder ich schmeiße das Ding weg.“ Die Ducati hat das Urteil ohne einen einzigen Kratzer überlebt.

Schon in der dritten Runde baute der Ducati-Fahrer an der Spitze eine Lücke zur nachfolgenden BMW-Armada auf. Das Abarbeiten seiner Strafe viel deshalb kaum ins Gewicht. Auf dem Podium wurde „Tulo“ nach 18 Runden und 65,124 Kilometern von den BMW-Teamkollegen Hannes Soomer und Leandro „Tati“ Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) flankiert.

Im zweiten Lauf setzte sich Tulovic gleich in der ersten Kurve gegen den nicht gerade zimperlichen Hannes Soomer durch und fuhr anschließend in seiner eigenen Welt zum siebten Saisonsieg. Später kämpfte Leandro Mercado gegen seinen Teamkollegen Soomer und überholte ihn eiskalt. Damit war er Zweiter. „Um den Sieg zu kämpfen ist unmöglich“, weiß der in Italien lebende Argentinier im Hinblick auf Tulovic längst. Der zu den Titelfavoriten zählende Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) auf der einzigen Honda im Feld war aus der dritten Startreihe nach vorn geschossen und betrieb mit P5 im ersten und P4 im zweiten Rennen Schadensbegrenzung. Der Nürburgring war nicht sein Pflaster: zu wenig Grip.

IDM Supersport: Schlagabtausch zwischen Kofler und Geiger, Yamaha und Honda

In der kleineren Supersport-Klasse spekulierte Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) aus Österreich mit einem Doppelsieg, denn dieser fehlt ihm dieses Jahr in der Bilanz. Sein deutscher Konkurrent Dirk Geiger (MCA Racing) verhinderte das im zweiten Rennen.

Honda-Fahrer Geiger führte auch im ersten Rennen, bis Kofler auf seiner Yamaha kurz vor dem Ende das entscheidende Manöver platzierte, welches ihn zurück an die Spitze brachte, wo er zu Beginn gewesen war. Im Ziel hatte der 21-Jährige ein breites Grinsen im Gesicht. „Das Rennen hat mir richtig Spaß gemacht. Wir hatten auch ein paar Berührungen.“ Geiger war sich sicher: „Andy hat gepokert“, und schickte gleich noch eine Ansage hinterher, „beim nächsten Mal schlage ich ihn.“

In den ersten 15 von 16 Runden von Lauf zwei passierte gefühlt jedoch gar nichts. Bei Yamaha, Honda und Ducati lagen die Nerven blank. Vorne stand Kofler unter Beobachtung. Geiger taktierte. Daniel Blin (AF Racing Team), der Drittplatzierte aus dem ersten Lauf, war eher ein passiver Mitspieler, der sich nicht einmischte, aber zur Stelle gewesen wäre, wenn sich die Gelegenheit bietet. In der letzten Runde war es endlich soweit. In der AMG-Arena zog Geiger an Kofler vorbei. Der Österreicher hatte keine Chance zu kontern, sondern kam aus dem Konzept und machte einen Fahrfehler. Das war genau der Moment, auf den wiederum Blin gewartet hatte. Auch der Pole schob sich konsequent am Österreicher vorbei, der am Ende Dritter wurde. Auf dem Podium ging es demzufolge international zu mit drei Motorradmarken und Fahrern aus drei Ländern. Mehr geht nicht. In der Gesamtwertung hat Kofler vor dem Hockenheim-Finale 15 Punkte Vorsprung vor Geiger.

IDM Sportbike: Drama im Kopf-an-Kopf-Rennen

Die kleinste IDM-Klasse erreichte den Gipfel der Spannungskurve. Punktgleich gingen der Däne Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) und der Spanier Iñigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) in das Rennen am Nürburgring. Obwohl sich Svendsen vor vier Wochen das Waden- und Schienbein brach, glaubte er fest an einen Sieg. Der größte Pokal im ersten Lauf ging jedoch an Iglesias trotz einer Long-Lap-Strafe, die er noch vom letzten Event aus Assen mitgebracht hatte. Bei einer Kollision mit einem anderen Gegner war der Spanier als Verursacher ermittelt worden. Mit Iglesias, Svendsen und Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) versammelten sich auf dem Podium ausschließlich Fahrer einer Triumph Daytona 660.

Das zweite Rennen entwickelte sich zum Drama. Svendsen stürzte in der Einführungsrunde, hechelte nach dem medizinischen Check dem Feld aber später aus der Boxengasse hinterher. Iglesias fiel mit einem Motorschaden aus. Das wäre Svendens Chance gewesen, Punkte gut zu machen, doch er wurde am Ende nicht gewertet, weil er nicht die dafür erforderlichen 75 Prozent der Renndistanz absolviert hatte.

Die 25 Punkte für den Sieg räumte zum ersten Mal der 17-jährige Luis Rammerstorfer (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) auf Triumph ab. Zweiter wurde Aprilia-Fahrer Korbinian Brandl (AK Racing Team), bevor Rick Kooistra als Dritter die Triumph-Erfolgsquote noch erhöhte. Der tschechische Aprilia-Fahrer Petr Svoboda (WRP Racing) musste nach seinem Sturz im Training mit verletzter Ferse zusehen und seine möglichen Titelambitionen begraben. Iglesias und Svendsen trennen vor dem Finale in Hockenheim fünf Punkte.

Titelentscheidung im Rahmenrennen

Im Rahmen der IDM wurde auf dem Nürburgring vorzeitig der Titelkampf im Northern Talent Cup entschieden. Der 15-jährige Fynn Kratochwil gewann die zwei mit permanenten Überholmanövern gespickten Rennen mit 0,018 Sekunden beziehungsweise 0,005 Sekunden Vorsprung. In der Pro Superstock 1000 Klasse sicherte sich der IDM-erfahrene Niederländer Ricardo Brink souverän vorzeitig den Titel. Außerdem wurden jeweils zwei Läufe im ADAC Junior Cup und dem Kawasaki ZX-4RR Cup ausgetragen.

„Es war wirklich von allem etwas dabei“, blickt IDM-Serienmanager Normann Broy auf das vergangene Wochenende zurück und fügt hinzu, „wir hatten so viele Zuschauer wie noch nie. Und in allen Klassen bleibt es weiterhin spannend, sodass alle Titel erst beim Finale in Hockenheim vergeben werden. Die Leistungsdichte in der IDM ist enorm.“


IDM Superbike: Tulovic holt dem siebten Saisonsieg

Lucas Tulovic
Foto: Jens Hawrda


Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Lukas Tulovic nicht den IDM Superbike-Titel holen würde. Nach seinem fulminanten Sieg auch im zweiten Rennen der Königsklasse auf dem prestigeträchtigen Nürburgring steht der rote Teppich für den 25-jährigen Fahrer vom Team Triple M Racing Ducati Frankfurt schon zum Ausrollen bereit. Daran wird vermutlich auch Florian Alt auf der Holzhauer-Honda nichts rütteln können, doch der letzte Vorhang fällt erst nach dem letzten Rennen beim großen Finale am letzten September-Wochenende in Hockenheim.

Lukas Tulovic setzte sich gleich in der ersten Kurve gegen den nicht gerade zimperlichen Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) durch und ging in Führung. Er machte sich auf den Weg, beim Öhlins-IDM-Lauf seiner eigenen Welt zu fahren, was ihm auch gelang. Nach 18 Rennrunden hatte sich der Baden-Württemberger glamouröse 11,2 Sekunden von den Verfolgern abgesetzt.

Ist Lucas Tulovic der neue IDM Superbike-Champion 2025
Foto: Jens Hawrda

Tulovic: „Ich könnte nicht glücklicher sein“

Er nannte sogar den Grund dafür: „Ich wollte ein Rennen ohne Risiko managen. Bis jetzt hatte ich immer einen Blick auf die Meisterschaft und wollte mir keinen Fehler erlauben, weil wir ja schon die technischen Ausfälle hatten. Jetzt im Rennen wäre mir ein Sturz sogar egal gewesen, weil ich weiß, dass ich ein kleines Polster habe. Ich wollte heute mal das Maximum rausholen und habe gezeigt, was in dem Motorrad steckt. Mein Team hat mir ein fantastisches Bike hingestellt, mit dem ich so stark performen konnte. Ich könnte nicht glücklicher sein.“ Tulo hat in der Gesamtwertung 41 Punkte Vorsprung vor Florian Alt. Neun Punkte würden ihm reichen, um beim Hockenheim-Finale mit Ducati der neue IDM-Champion zu werden.

Mercado kennt die Grenzen

Leandro Mercado kämpfte gegen seinen Teamkollegen Hannes Soomer und überholte ihn eiskalt. Damit war er Zweiter. „Um den Sieg zu kämpfen ist unmöglich“, weiß der in Italien lebende Argentinier längst.

Aus der dritten Startreihe war Florian Alt auf P4 nach vorn geschossen und jetzt nahm der Nordrhein-Westfale Soomer ins Visier. Der Attacke folgte prompt die Retourkutsche samt Bálint Kovács. Die BMW-Armada vom Team Masteroil Alpha Van Zon-BMW spielte ihre Trümpfe zu dritt aus. Alt, der einzige Honda-Fahrer im Feld, ließ das unbeeindruckt. Im Gegenteil. Er schlug wieder zurück. Zuerst schnupfte der 29-Jährige den ungarischen Heißsporn Bálint Kovács auf, um sich wenige Augenblicke später Hannes Soomer vorzuknöpfen. Jetzt aber eine Spur härter und ohne schlechtes Gewissen. Soomer hatte den Deutschen nämlich auch schon richtig derb abgezockt.

Alt erliegt Überraschungsangriff

Flo Alt war so stark wie noch nie an diesem Wochenende. Würde er es wirklich schaffen, vom neunten Startplatz aufs Podium zu fahren? In der letzten Runde vereitelte Soomer den Wunsch mit einem Überraschungsangriff endgültig. So stand Tulo wie schon am Vormittag im ersten Rennen mit den zwei Masteroil Alpha Van-Zon-BMW-Kollegen auf dem Siegerpodest, nur in umgekehrter Reihenfolge. Und Alt bekam als Vierter keinen Pokal.

Im Feld dahinter war Action. Twan Smits (Apreco Yamaha) Aufstieg von der Supersport- in die Superbike-Klasse trägt zunehmend Früchte. Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) vermasselte den Start aus der ersten Reihe und die damit verbundenen Chancen erneut. Die Orgis-Brüder Leon und Kevin (ORM Racing) kamen im Duett ins Ziel. Und im Duell zwischen Milan Merckelbagh (Masteroil Alpha Van Zon BMW) und Max Schmidt (BCC Racing Team) lag ordentlich Pfeffer drin. Isaac Viñales Mares, der im Team Skach Motors Kawasaki seinen IDM-Einstand gab, kam auf P15 ins Ziel. Den dafür obligatorischen Punkt bekam er als Gastfahrer jedoch nicht.

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

2. Leandro MERCADO (ARG), BMW

3. Hannes SOOMER (EST), BMW

4. Florian ALT (DEU), Honda

5. Bálint KOVÁCS (HUN), BMW

6. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati

7. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

8. Twan SMITS (NLD), Yamaha

9. Kevin ORGIS (DEU), BMW

10.Leon ORGIS (DEU), BMW


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Sportbike: Rammerstorfer siegt, Drama im Titelkampf

Das zweite Rennen der IDM Sportbike-Klasse am Nürburgring begann bereits mit einem Schockmoment. Titelanwärter Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), der nach seiner schweren Beinverletzung an diesem Wochenende sein Comeback feierte, stürzte unverhofft in der Warm-up-Runde. Da er sich anschließend einem medizinischen Check unterziehen musste, konnte er nicht rechtzeitig am Start teilnehmen. Sein Team setzte alles daran, die Maschine wieder einsatzfähig zu machen, um noch wichtige Punkte für den Titelkampf einzufahren und den Rückstand auf Tabellenführer Inigo Iglesias Bravo – der mit fünf Zählern Vorsprung ins Rennen ging – nicht zu groß werden zu lassen. Erst in Runde vier des Rennens konnte Svendsen aus der Boxengasse wieder ins Geschehen eingreifen – zu spät allerdings. Denn der 21-Jährige hätte nur 25 Prozent des Rennen verpassen dürfen und folglich 75 Prozent absolvieren. Mit dem Einstieg in die vierte von insgesamt 13 Runden, war allerdings der Zug bereits abgefahren.

Plötzliche Wendung bei Inigo Iglesias Bravo

Vorne hatte zunächst Iñigo Iglesias Bravo (Wematik Racing by RT Motorsports) alles im Griff. Doch in Runde sieben folgte die nächste Wendung: Aus dem Auspuff seiner Triumph stieg plötzlich blauer Rauch – Motorschaden! Der Spanier musste ausrollen und absteigen.

Damit war der Weg frei für die Verfolger. Justin Hänse (Motorradtek GYTR by Penz13 – ADAC Hessen-Thüringen e.V.) übernahm zunächst die Spitze, dicht gefolgt von Korbinian Brandl (AK Racing Team), Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing), Luis Rammerstorfer (Freudenberg Rora-Paligo Racing) und Alexander Weizel (AK Racing Team).  Brandl nutzte seine Stärke beim Anbremsen und zog kurz darauf an Hänse vorbei. Auch Kooistra schob sich an dem Deutschen vorbei.

Starkes Überholmanöver entscheidet

Doch die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss: Der Österreicher Luis Rammerstorfer nutzte zu Beginn der vorletzten Runde eine Lücke, setzte sich beherzt innen durch und katapultierte sich von Rang vier an die Spitze. Hänse fiel indes auf Platz fünf zurück. Dort verteidigte der 17-Jährige seine Führung bis ins Ziel und feierte seinen ersten Sieg in dieser Klasse. „Ich wusste schon gestern, dass ich die Pace habe, ganz vorne mitzufahren. Aber ich war zu defensiv. Heute habe ich es anders gemacht – das war mein bestes Rennen der Saison – auch dank Inigo, der mir an diesem Wochenende mit Tipps sehr geholfen hat“, strahlte der Sieger im Parc Fermé.

inter ihm zeigte Korbinian Brandl erneut eine bärenstarke Leistung und wurde verdient Zweiter. „Das war das beste Rennen meines Lebens. Ich bin jede Runde am Limit gefahren, teilweise auch darüber hinaus“, so der 18-Jährige, der nach seinem nachträglich zugesprochenen Sieg in Assen seine starke Form eindrucksvoll bestätigte.

Der Niederländer Rick Kooistra belegte Rang drei und freute sich über das turbulente Rennen: „Das war so verrückt! Ich hatte richtig Spaß und war so fokussiert, dass ich völlig überrascht war, als plötzlich die Zielflagge kam.“ In der Meisterschaftswertung rückt er damit auf Platz vier vor und überholt Justin Hänse.

Unglückliches Ende für Weizel und Hänse

Für Hänse und Alexander Weizel endete das Rennen hingegen unglücklich. Drei Runden vor Schluss stürzte Weizel, und Hänse, der dicht dahinter lag, konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte mit dem Aprilia-Piloten. Beide kamen glimpflich davon, mussten sich aber im Medical Center untersuchen lassen. Von den Ausfällen profitierten Ty Henriksen (Henriksen Racing) und Cedric Holme Nielsen (Motorradtek GYTR by Penz13 – ADAC Berlin Brandenburg), die auf die Plätze vier und fünf vorrückten. Dahinter komplettierten Kristoffer König (ViVa by Peuker & Streeb), Ben Kugler (MotoLife) und Sven Seidler (ViVa by Peuker & Streeb) die Top 8.

Die Meisterschaft bleibt damit hochspannend: Inigo Iglesias Bravo führt weiterhin mit fünf Punkten Vorsprung vor Oliver Svendsen. Die Entscheidung fällt nun beim großen Finale in Hockenheim vom 26. bis 28. September. Spannung ist garantiert.

IDM Sportbike, Result Race 2

  1. Luis RAMMERSTORFER (AUS), Triumph Daytona 660
  2. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  3. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  4. Ty HENRIKSEN (DNK), Aprilia RS 660
  5. Cedric HOLME NIELSEN (DEU), Yamaha YZF-R7
  6. Kristoffer KÖNIG (DEU), Aprilia RS 660
  7. Ben KUGLER (DEU), Triumph Daytona 660
  8. Sven SEIDLER (DEU), Aprilia RS 660


DNF: Justin HÄNSE (DEU), Yamaha YZF-R7

DNF:Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660

DNF:Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660

NQ: Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann