Freitag, 5. September 2025

IDM Superbike: Die üblichen Verdächtige im Pre Practice vorn – ohne Alt

Spannung pur beim Öhlins-IDM-Lauf auf dem Nürburgring: Im Superbike Pre Pole Practice qualifizierten sich die zwölf schnellsten Fahrer direkt für die Superpole 2, in der am Samstag die endgültige Startaufstellung für die beiden IDM-Superbike-Rennen ermittelt wird.

Hannes Soomer, Schnellster im Training
Foto: Jens Hawrda

An der Spitze glänzten die BMW-Markenkollegen Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) und Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes). Der Este war mit einer Bestzeit von 1:24,376 Minuten unterwegs. Bei Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) brach deshalb keine Welt zusammen. Der 25-jährige Baden-Württemberger ließ sich mit der roten Ducati nur kurz an der Spitze blicken, bevor er auf den dritten Rang rutschte. Der Meisterschaftsführende war bereits im zweiten Freien Training mit 1:24,292 min die bis jetzt immer noch schnellste Runde des Wochenendes gefahren.

Tulos Auftritt hatte ohnehin rasant begonnen. Der 25-jährige hatte sich am Mittwoch das Erlebnis Nordschleife gegönnt. Mit einem gemieteten BMW drehte er drei Runden durch die 20,832 Kilometer lange Grüne Hölle. Die Supersport-Kollegen Dirk Geiger und Marcel Brenner erlebten das Ganze jeweils als Beifahrer. „Das war ein mega Erlebnis und ein grandioser Einstieg ins Wochenende. Dafür bin ich gerne drei Stunden eher angereist“, schwärmte Tulovic. Einen Wechsel in den Automobilsport schloss er jedoch lachend aus: Privat vertraut er weiter auf seinen Ford Transit – samt Platz fürs Motorrad.

Die Leistungsdichte im Feld der IDM Superbike ist beeindruckend: Alle zwölf direkt qualifizierten Fahrer für die Superpole 2 liegen innerhalb einer Sekunde. Leandro „Tati“ Mercado (Masteroil Alpha Van Zon) war einer der acht Fahrer, die vorsichtshalber auch im ersten Freien Training ausgerückt waren, obwohl es die ganze Nacht vom Himmel geschüttet hatte und das Thermometer auf lediglich 13 Grad kletterte.

Als Erster hatte sich Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) unter diesen Bedingungen auf die Piste begeben. Der einzige Honda-Fahrer im Feld hatte gar keine andere Wahl, denn bisher ist der Nürburgring-Event für ihn eine zähe Angelegenheit. Im Superpole Pre Practice war er Elfter. „Wir müssen schauen, dass wir den Anschluss finden. Ich bin gestern beim privaten Training vor der Veranstaltung mindestens zehn Runden mehr gefahren als alle anderen. Naja“, hofft der 29-Jährige, „vielleicht haben wir Glück und am Sonntag regnet es.“ Laut Wetterprognose soll es Sonne geben, doch das berüchtigte Eifelwetter ist bekanntlich unberechenbar.

Im Titelkampf hat Alt derzeit 15 Punkte Rückstand zum Führenden Lukas Tulovic. Bis zum Saisonende sind noch 100 Punkte zu vergeben – alles ist offen im Kampf um die IDM-Superbike-Krone.

Ergebnis Superpole Pre-Practice

Hannes SOOMER (BMW), Jan-Ole JÄHNIG (BMW), Lukas TULOVIC (Ducati), Leandro MERCADO (BMW), Kevin ORGIS (BMW), Bálint KOVÁCS (BMW), Toni FINSTERBUSCH (BMW), Twan SMITS (Yamaha), Lorenzo ZANETTI (Ducati), Soma GÖRBE (BMW), Florian ALT (Honda), Leon ORGIS (BMW).

Unter den Fahrern Maximilian KOFLER (Yamaha), Isaac VINALES MARES (Kawasaki), Max SCHMIDT (BMW), Marco FETZ (BMW), Jan MOHR (Yamaha), Milan MERCKELBAGH (Honda), Christoph BEINLICH (BMW) und Sandro WAGNER (BMW) werden morgen in der Superpole 1 die schnellsten Drei ermittelt. Sie fahren danach in der Superpole 2 mit den bereits feststehenden Fahrern um die endgültigen Startplätze in den ersten fünf Reihen.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek



IDM Sportbike: Titelchance für Svoboda dahin, Iglesias bestraft

Der erste Tag der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Nürburgring brachte für gleich zwei Spitzenfahrer  in der Sportbike-Klasse Rückschläge. Auch der Kampf um die Meisterschaft ist davon betroffen.

Svoboda stürzt – Titel-Hoffnung kaum noch möglich

Petr Svoboda (WRP Racing) erwischte es am Freitagnachmittag im zweiten freien Training. Der Tscheche stürzte bereits in der zweiten Runde, wobei sein Bike mächtig Schaden annahm. Auch er selbst musste ins Medical Center und wurde anschließend zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Das ernüchternde Ergebnis: „unfit to race“. Für den 22-Jährigen ist das Nürburgring-Wochenende damit vorzeitig beendet.

Besonders bitter: Svoboda lag vor dem Gastspiel in der Eifel mit Rang drei noch mitten im Titelkampf. Nur 20 Punkte trennten ihn von den beiden Spitzenreitern Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) und Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports), die sich mit jeweils 169 Zählern die Spitze in der Gesamtwertung teilen. Mit den verpassten Rennen sind Svobodas Titelchancen so gut wie geplatzt.

Iglesias mit Strafe belegt

Auch für Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) verlief der Freitag nicht ohne Dämpfer. Die IDM-Stewards verhängten gegen den Spanier eine Long-Lap-Strafe für das erste Rennen am Nürburgring. Die Strafe geht zurück auf eine Situation in Assen vor drei Wochen: Im zweiten Lauf hatte sich Iglesias in der Schlussphase mit Svoboda ein enges Duell geliefert. Nach einem Überholversuch des Tschechen in Kurve eins kreuzte Iglesias zurück auf die Ideallinie – beide berührten sich leicht, Svoboda stürzte, Iglesias fuhr weiter.

Zwischen den Freitagstrainings am Nürburgring mussten beide Fahrer noch einmal Stellung beziehen. Die IDM-Stewards sahen die Schuld bei Iglesias, der den Sturz von Svoboda ausgelöst hatte – die Strafe folgte.

Für Iglesias dürfte die Strafe zu verkraften sein. Mit Svobodas Ausfall und einem noch nicht vollständig genesenen Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) nach dessen Beinverletzung hat der 23-Jährige beste Chancen, im Titelrennen die Führung auszubauen. Svoboda hingegen bleibt zum Zuschauen verdammt – und verliert wertvollen Boden im Kampf um die IDM-Krone.

Quelle. idm.de / Rowena Hinzmann


IDM Supersport: Geiger-Wechsel sorgt für Gesprächsstoff

Dirk Geiger wechselt 2026 zu Yamaha
Foto: Jens Hawrda

Mitten im Titelkampf sorgt Dirk Geiger für einen Paukenschlag mit reichlich Gesprächsstoff: Der 23-jährige Honda-Pilot verlässt zum Saisonende das MCA-Team von Stefan Schmidt und wechselt zu Yamaha ins Team Apreco. Die Nachricht platzte unmittelbar vor dem Öhlins-IDM-Laufs auf dem Nürburgring – ausgerechnet beim Heimrennen seines Teamchefs.

Der Ursprung des spektakulären Wechsel liegt bereits am letzten Mai-Wochenende auf dem Schleizer Dreieck. Wim Vermeulen, Marketing Manager von Yamaha Motor Deutschland, neckte den Supersport-Fahrer Geiger nach dessen Doppelsieg herausfordernd: „Was muss ich machen, um Dich zu Yamaha zu holen?“ Der Niederländer erhielt prompt die Antwort: „Ein Angebot.“ In Assen lag es auf dem Tisch. Der 23-Jährige absolvierte noch einen Fitnesstest und unterschrieb trotz eines Gegenangebots von Honda bei Yamaha. Es gab eine Frist. Aus Spaß wurde Ernst.

Wildcard-Einsätze und WM-Perspektive

Sportlich ist für Geiger bei Honda noch alles möglich: Nur 19 Punkte trennen den gebürtigen Mannheimer aktuell von Tabellenführer Andreas Kofler (Yamaha). Doch die Zukunft ruft. Yamaha plant, Geiger ins renommierte bLU cRU-Programm zu integrieren. Zwei IDM-Jahre im Team Apreco bilden die Basis, unterstützt von der neuen Yamaha R9, die die bewährte YZF-R6 ablösen wird. Bei entsprechenden Ergebnissen winken Wildcard-Einsätze und eine mögliche WM-Perspektive.

Dass er im Team Apreco gemeinsam mit seinem Kumpel Lennox Lehmann am Start ist, war für Geiger die Kirsche auf der Sahne. Ex-Weltmeister Sandro Cortese wird ab Januar 2026 die Rolle als Manager für die Beiden übernehmen.

Teamchef will Titel für Honda sichern

Teamchef Stefan Schmidt will vor dem Abschied jedoch noch den IDM-Supersport-Titel 2025 für Honda sichern: „Die Nachricht über Dirks Wechsel kam zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt“, lässt er durchblicken, „aber wir bedanken uns jetzt schon für die gemeinsamen zwei Jahre und die Erfolge.“ Auch Wim Vermeulen zeigt Respekt für die bisher geleistete Arbeit: „Das MCA-Team hat einen Top-Job mit Dirk gemacht. Wir entwickeln ihn jetzt weiter.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Donnerstag, 4. September 2025

DTM: Aitken jagt Auer - Nächster Angriff am Red Bull Ring

Jack Aitken (GBR / Ferrari 296 GT3 / Emil Frey Racing)
Foto: ADAC-Motorsport

Die DTM steuert auf die heiße Schlussphase der Saison zu: Vor dem Saisonstopp am Red Bull Ring presented by VKB-Bank (12. bis 14. September) herrscht im Titelrennen Hochspannung. Gerade einmal 20 Punkte trennen die Top-Sechs. Mittendrin im Kampf um die DTM-Krone: Jack Aitken von Emil Frey Racing. Der Brite liegt mit seinem Ferrari 296 GT3 nur zwei Zähler hinter dem österreichischen Spitzenreiter Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf). Zweimal eroberte Aitken in der laufenden Saison bereits die Tabellenführung, beide Male konterte Auer. Beim Heimspiel des Kufsteiners in Spielberg will Aitken den dritten Angriff starten. „Das Ziel für den Red Bull Ring ist klar: Wir wollen stärker auftreten als in den vergangenen Jahren, damit wir in Hockenheim voll im Spiel sind. Beim Finale kann alles passieren“, sagt der Tabellenzweite.

Aitken feierte dieses Jahr bereits zwei Rennsiege, stand zwei weitere Male auf dem Podium und glänzte mit drei Pole-Positions im Qualifying. „Vergangene Saison habe ich drei Rennen gewonnen und stand dreimal auf der Pole, trotzdem konnte ich im Kampf um den Titel nicht wirklich mitmischen“, sagt Aitken und verrät sein diesjähriges Erfolgsrezept: „Mir gelingt es, viel konstanter zu punkten. Wir haben uns als Team vor der Saison fest vorgenommen, Ausfälle zu vermeiden, Risiken besser einzuschätzen und insgesamt cleverer zu agieren.“ Mit Erfolg: In elf der bisherigen zwölf Meisterschaftsläufe fuhr Aitken in die Punkte. Einzig beim Sonntagsrennen am Nürburgring verpasste er nach einem unverschuldeten Kontakt mit einem Konkurrenten die Top-15.

Seine starke Form führt der gebürtige Londoner auch auf seine Erfahrung zurück. „In den letzten Jahren habe ich viel über die deutschen Strecken sowie die DTM gelernt. Ich arbeite unglaublich gern mit meinem Team zusammen und habe im Auto einfach großen Spaß“, sagt Aitken. „Die DTM“, betont der 29-Jährige mit Formel-1-Erfahrung, „ist eine der wenigen Rennserien, in der man das Auto ganz für sich allein hat. Das kenne ich sonst nur aus dem Formelsport. Es ist ein echtes Privileg, so viel Fahrzeit zu haben und alle Setup-Entscheidungen fürs Auto selbst treffen zu können.“

Am Red Bull Ring erwartet Aitken ein aufregendes Wochenende vor spektakulärer Bergkulisse: „Auf den langen Geraden kann man perfekt den Windschatten des Vordermanns nutzen, dazu laden auch die Kurven für Überholmanöver ein. Das hat man auf vielen anderen Rennstrecken so nicht. Dazu kommt das unberechenbare Wetter in den Bergen. Ich gehe von aus, dass wir zwei hart umkämpfte Rennen erleben.“ Beste Voraussetzungen also für die vorletzte Runde im Titelkampf der DTM-Saison 2025.


Mittwoch, 3. September 2025

GT4 Germany: Heimspiel für Raphael Rennhofer am Red Bull Ring

Der Österreicher tritt in der Saison 2025 der ADAC GT4 Germany für Wimmer Werk Motorsport an. Zusammen mit Teamkollege Emil Heyerdahl liegt Raphael Rennhofer aktuell auf Platz drei der Tabelle.

Rennhofer/Heyerdahl. Porsche #92
Foto: Jens Hawrda

Wenn die ADAC GT4 Germany vom 12. bis 14. September das fünfte Rennwochenende der Saison 2025 auf dem Red Bull Ring bestreitet, steht für den jungen Österreicher Raphael Rennhofer (18, Wimmer Werk Motorsport) das große Heimspiel an. „Unglaublich aber war – denn obwohl ich gar nicht so weit von der Strecke entfernt wohne, bin ich tatsächlich noch nie mit dem Rennauto auf dem Red Bull Ring gefahren“, erklärt Rennhofer. „Durch die kurze Anreise werden mich auch Freunde und Bekannte vor Ort besuchen kommen. Zu anderen Rennstrecken müssen wir Österreicher in der Regel ja immer etwas länger fahren.“

Seinen Unterstützern möchte Rennhofer auf dem Red Bull Ring eine tolle Show bieten und mit starken Ergebnissen auftrumpfen. Zusammen mit Teamkollege Emil Heyerdahl (23/NOR) liegt er derzeit aussichtsreich im Titelrennen. Nach zwei Podien und zwei weiteren Top-Vier-Ergebnissen befindet sich das Porsche 718 Cayman GT4-Duo aktuell auf Platz drei der Fahrer-Wertung. „Sicherlich ist der Titel das große Saisonziel“, stellt Rennhofer klar. „Außerdem möchten wir in diesem Jahr auf jeden Fall noch ein Rennen gewinnen. Sollte uns das auf dem Red Bull Ring gelingen, wäre es umso schöner.“

Rennhofer begann seine Karriere zunächst mit dem Kartsport, hatte sich aber schnell auf das SimRacing konzentriert. „Erst durch das SimRacing habe ich Leute kennengelernt, die mich in ein echtes Rennauto gesetzt haben“, blickt er zurück. „Im Juni 2023 absolvierte ich dann den ersten GT4-Test bei Prosport Racing. Direkt im Anschluss bestritt ich auf dem Nürburgring mein erstes Rennwochenende in der ADAC GT4 Germany und fuhr die Saison in der Serie dann auch zu Ende.“

2024 gab Rennhofer zunächst in der GT4 European Series Vollgas und unternahm dann zusammen mit Hugo Sasse einen Gaststart im ADAC GT Masters. Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring trat das Duo in der ADAC GT4 Germany an. Mit Erfolg: Rennhofer/Sasse gewannen direkt das Samstagsrennen und beendeten den Lauf am Sonntag auf der zweiten Position. „Die ADAC GT4 Germany ist die perfekte Serie, um Erfahrungen zu sammeln und sich zu entwickeln. Zudem kann man sich im DTM Umfeld präsentieren“, zählt Rennhofer auf. Anfang 2025 absolvierte Rennhofer zudem einen Gaststart im Porsche Carrera Cup Deutschland und startete auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Neben dem Motorsport auf der Rennstrecke bleibt Rennhofer auch weiterhin im SimRacing aktiv. Bis Sommer 2025 hat er zudem die Schulbank gedrückt und seine Matura (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) abgelegt. „Mein Traum ist es natürlich, einmal vom Motorsport leben zu können und möglichst viele Tage an der Rennstrecke zu verbringen“, so Rennhofer. „Das Karriereziel ist, Werksfahrer im GT-Sport zu werden.“

Quelle: adac.motorsport.de