Donnerstag, 28. August 2025

ADAC GT-Masters abseits der Strecke

Nico Hantke und Denis Bulatov im Interview

Im ADAC GT Masters teilen sich Nico Hantke und Denis Bulatov den Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Scherer Sport PHX. Abstimmung untereinander, Vertrauen und gegenseitige Sympathie sind essenziell, um auf der Strecke Performance zu zeigen. Doch wie gut kennen sich die Teamkollegen abseits von Zehnteln, Reifendruck und Setup? Die Antwort und einige Anekdoten gibt es in einem etwas anderen Interview. 

Nico Hantke / Denis Bulatov
Foto: ADAC-Motorsport

Wer von euch beiden würde das Hotel aussuchen?

Denis Bulatov: Das würde auf jeden Fall ich übernehmen. Wenn Nico das machen würde, hätten wir das Zimmer zum falschen Datum oder an der falschen Rennstrecke. Ist tatsächlich dieses Jahr schon passiert (beide lachen). 


Wer von euch beiden hat den größeren Koffer?

Denis Bulatov: Auch ich, wobei das relativ ist. Ich habe einen großen Koffer, in dem alles drin ist. Nico hat dafür viele verschiedene Rucksäcke, die er mitschleppt.


Wer von euch ist pünktlicher?

Nico Hantke: Auf jeden Fall ich, zu 100 Prozent!

Denis Bulatov: Ich gebe zu, dass ich öfter mal zu spät bin. Dadurch kommt Nico aber auch zu spät, weil wir zusammenfahren. Zu den Sessions sind wir aber immer pünktlich!


Wer von euch hat den besseren Geschmack beim Essen?

Nico Hantke: Denis findet die besseren Restaurants. Aber am Red Bull Ring wollte er mich mal mit Fisch vergiften (lacht). Ich habe eine Allergie. Zum Glück habe ich es gleich bemerkt und nicht gegessen.

Denis Bulatov: Ich wusste nicht, dass auf dieser Pizza Fisch ist, denn alles hatte sehr merkwürdige Namen. Ich wollte ihn also nicht absichtlich vergiften (beide lachen). 


Wer von euch ist der größere Chaot?

Nico Hantke: Wir sind beide Chaoten, da nehmen wir uns nichts!


Wer von euch beiden hat öfter eine hitzige Diskussion mit dem Ingenieur oder Teamchef?

Beide Piloten blicken in Richtung ihres Ingenieurs…

Denis Bulatov: Eigentlich sind wir entspannt, da gibt es vermutlich schlimmere, oder?

Nico Hantke: Am Ende ist es sowieso Teamarbeit und es bringt nichts, sich aufzuregen, sondern wir müssen gemeinsam Lösungen finden.


Wer von euch hängt mehr am Handy?

Nico Hanke: Ich, auf jeden Fall. 

Denis Bulatov: Snapchat oder TikTok kämpfen da bei ihm um Platz eins, so viele Bilder wie er macht (beide lachen).


Wer von euch hat die nervigste Angewohnheit und welche?

Denis Bulatov: Sein Handy. Das ist wirklich nervig. Er ruft mich manchmal dreimal in einer Stunde an, weil er Langeweile hat (lacht).

Nico Hantke: Dennis‘ Zeitmanagement (lacht).


Welche Eigenschaft würdet ihr gerne voneinander stehlen?

Nico Hantke: Wahrscheinlich seine Motorsport-Erfahrung, besonders unter nassen Bedingungen.

Denis Bulatov: Ich will nichts von dir haben (lacht). 


Quelle. adac-motorsport.de

Next DTM Stop: Red Bull Ring

Foto: Jens Hawrda

Die DTM biegt in die heiße Schlussphase der Saison ein – am Red Bull Ring (12. bis 14. September) in Spielberg ist Hochspannung im Titelkampf garantiert. Beim vorletzten der acht Rennwochenenden sorgt das einmalige Bergpanorama für eine spektakuläre Kulisse, während die österreichischen Fans besonders auf ihre Lokalmatadoren blicken. Tabellenführer Lucas Auer möchte den nächsten Schritt auf dem Weg zu seinem ersten DTM-Titel machen. Sein Landsmann Thomas Preining liegt als Fünfter allerdings nur 15 Punkte dahinter und plant beim Heimspiel den Angriff auf die Spitze. Schärfster Verfolger von Auer ist mit einem hauchdünnen Zwei-Zähler-Rückstand Ferrari-Fahrer Jack Aitken.

Für beste Unterhaltung in Spielberg sorgen neben der DTM auch das ADAC GT Masters, die ADAC GT4 Germany und der Prototype Cup Germany. Mit dem Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland ist außerdem packende Markenpokal-Action garantiert.

Tickets für den siebten Saisonstopp gibt es ab 49 Euro online unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Ein besonderes Highlight: die Track Safari am Freitag, wenn Fans im Bus über die Strecke rollen und die DTM-Boliden hautnah vorbeirauschen.


Mittwoch, 27. August 2025

Podium und Pole-Position für GRT Grasser Racing in der DTM auf dem Sachsenring

  • Jordan Pepper holt Pole-Position und Platz zwei im ersten Rennen
  • Jordan Pepper bleibt in Schlagdistanz zur Tabellenspitze
  • Gottfried Grasser, GRT-Teamchef: „Ein spannendes Wochenende mit Höhen und Tiefen.“

Jordan Pepper, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #63
Foto: Jens Hawrda

Das sechste Rennwochenende der DTM auf dem Sachsenring war für das TGI Team Lamborghini by GRT supported by Automobili Lamborghini Squadra Corse ein Event mit Höhen und Tiefen. 

Auf der Traditionsstrecke bei Hohenstein-Ernstthal holte Jordan Pepper im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #63 die Pole Position für das erste Rennen und sammelte mit Platz zwei wichtige Punkte im Meisterschaftskampf. Teamkollege Luca Engstler fuhr im Fahrzeug mit der #19 in beiden Rennen in die Punkteränge. 

Seine Titelambitionen unterstrich Jordan Pepper bereits im Qualifying zum ersten Rennen am Samstagvormittag. Mit einer Rundenzeit von 1:16.826 Minuten holte sich der Südafrikaner souverän die Pole Position und unterbot den bisherigen Qualifyingrekord auf der sächsischen Berg-und-Tal-Strecke um fast vier Zehntelsekunden. Luca Engstler rundete ein starkes Qualifying mit einem hervorragenden vierten Startplatz ab. 

Luca Engstler, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #19
Foto: Jens Hawrda

Beim Start des ersten Rennens auf regennasser Strecke verteidigte Pepper seine Führung und baute diese bis zum Boxenstopp weiter aus. Als die Strecke abtrocknete, wechselten alle Fahrzeuge während des Boxenstopps auf Slick-Reifen. Auch nach Ablauf des Boxenstoppfensters blieb der Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #63 in Führung, musste sich jedoch Angriffen der Konkurrenz erwehren. Eine Safety-Car-Phase kurz vor Rennende und erneuter Regen nach dem Restart sorgten für eine turbulente Schlussphase. Pepper verlor in den letzten Runden zunächst die Führung, startete aber in der letzten Runde einen entscheidenden Angriff. 

Durch einen unerzwungenen Kontakt während dieses Manövers wurde Pepper von der Ideallinie gedrängt. Die #63 blieb jedoch auf dem zweiten Platz und sicherte sich so wertvolle Punkte im Meisterschaftskampf. Luca Engstler im Schwesterauto #19 verteidigte über weite Teile des Rennens ebenfalls den vierten Gesamtrang, fiel nach einem unerzwungenen Zwischenfall im Anschluss an die Safety-Car-Phase jedoch einige Positionen zurück und überquerte die Ziellinie auf dem elften Platz. Auch Jordan Pepper machte sich vom vierten Startplatz aus große Hoffnungen auf eine Top-Platzierung im zweiten Rennen. Nach dem Rennstart reihte sich Pepper zunächst auf Platz fünf ein und kämpfte in einem hart umkämpften Rennen weiter um einen Podestplatz. 

Nach dem ersten von zwei Pflichtboxenstopps kämpfte Jordan Pepper weiter um die vorderen Plätze, musste jedoch nach einem Reifenschaden nach einer unvorhergesehenen Berührung die Box ansteuern und das Rennen aufgeben. Luca Engstler hingegen startete nach einem durchwachsenen Qualifying von Platz 21 aus eine starke Aufholjagd. Im 55-minütigen Rennen machte Engstler im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #19 neun Positionen gut und beendete Lauf zwei auf dem zwölften Platz, der mit vier Meisterschaftspunkten belohnt wurde. 

Vor dem DTM-Heimrennen des Grasser Racing Teams auf dem Red Bull Ring liegt Jordan Pepper mit 145 Punkten auf Platz vier der Meisterschaftswertung – punktgleich mit dem Drittplatzierten und nur sechs Punkte hinter dem Führenden. Das TGI Team Lamborghini by GRT supported by Automobili Lamborghini Squadra Corse bleibt in der Teamwertung auf Platz fünf. Das vorletzte Rennwochenende der DTM vom 12. bis 14. September auf dem Red Bull Ring in Spielberg läutet die entscheidende Phase der Meisterschaft ein.

Stimmen der Fahrer zum Rennwochenende am Sachsenring 

Jordan Pepper 

„Ich fahre mit gemischten Gefühlen nach Hause. Da ist zum einen der Erfolg vom Samstag mit der Pole Position und dem Rundenrekord, bei dem mir das Team ein tolles Auto hingestellt hat. Dann ist da noch der zweite Platz im Rennen. Wir hatten natürlich auf den Sieg gehofft, aber unter den gegebenen Umständen ist der zweite Platz ein tolles Ergebnis. Auch der Sonntag begann mit Platz vier im Qualifying sehr gut. Leider musste ich das Auto nach einem Zwischenfall mit einem Reifenschaden abstellen, was sehr schade ist. Trotzdem sind wir in der Meisterschaft noch ganz vorne mit dabei. Ich bin wirklich stolz auf das gesamte Team, das das ganze Wochenende über wieder unglaublich hart gearbeitet hat. Ich freue mich auf das Heimrennen des Teams auf dem Red Bull Ring und hoffe, dass wir dort wieder erfolgreich sein werden.“

Luca Engstler

„Es war ein schwieriges Wochenende für mich. Positiv war natürlich das Qualifying am Samstag, in dem ich mir einen Platz in der zweiten Startreihe sichern konnte. Das Rennen selbst verlief etwas unglücklich für mich. Dennoch müssen wir das Positive aus dem Wochenende mitnehmen. Jetzt gilt es, uns voll auf die Rennen der GT World Challenge nächste Woche zu konzentrieren.“ Gottfried Grasser, GRT Teamchef: „Was für ein aufregendes Wochenende! Wir haben alle Höhen und Tiefen erlebt. Der Samstag lief genau nach Plan, mit Jordan auf der Pole und Luca auf Platz vier. Das Rennen war eines der turbulentesten und aufregendsten, die ich seit langem gesehen habe. Tolles Racing bei jedem Wetter. Jordan hat mit Platz zwei ein gutes Ergebnis erzielt. Luca hatte leider Pech, wurde rausgedrängt und verlor viele Positionen. Mit unserer Pace können wir aber dennoch sehr zufrieden sein. Der Sonntag lief etwas unglücklich für uns, aber wir waren nicht die einzigen, die Punkte verloren haben. Mit nur sechs Punkten Rückstand auf die Führenden sind wir noch im Meisterschaftsrennen. Jetzt freuen wir uns auf unser Heimrennen in Spielberg, das für uns ein Riesenevent wird.“

DTM-Titelkampf bleibt offen

Emil Frey Racing am Sachsenring mit Podiumserfolg und Rückschlägen

Thierry Vermeulen Ferrari 296 GT3 #69
Foto: Jens Hawrda

Das sechste DTM-Saisonwochenende auf dem Sachsenring bot Emil Frey Racing packende Renn-Action und emotionale Höhen sowie Tiefen. Bei wechselhaften Bedingungen am Samstag überzeugte Ben Green von seinem bislang besten Qualifying-Ergebnis, während Jack Aitken mit Platz drei während dem Rennen die Meisterschaftsführung übernahm. Am Sonntag startete der Brite von der Pole Position und bestimmte lange das Geschehen, ehe eine Kollision mit Thomas Preining ihn weit zurückwarf. Ben Green verbuchte mit Platz drei erneut ein Podium, Thierry Vermeulen erlebte zwei schwierige Läufe. In der Fahrerwertung liegt Jack Aitken dennoch aussichtsreich auf Platz zwei, nur zwei Punkte trennen den Ferrari-Piloten vom Spitzenreiter Lucas Auer im Mercedes-AMG vor dem vorletzten Lauf am Red Bull Ring.

Rennen 1 – Samstag, 23. August 2025

Das elfte Saisonrennen war an Spannung kaum zu überbieten. Ein starker Regenschauer kurz vor Startbeginn zwang alle Piloten auf Regenreifen zu wechseln – und der nasse Sachsenring stellte alle vor unbekannte Herausforderungen. Ben Green überzeugte mit seinem bislang besten Qualifying Ergebnis und ging von Startplatz drei mit einem direkten Überholmanöver an Jules Gounon (#48 Mercedes-AMG GT3) auf Rang zwei vor. Jack Aitken startete aus Reihe drei neben seinem Hauptrivalen Lucas Auer (#22 Mercedes-AMG), Thierry Vermeulen folgte dicht dahinter.

Der Nummer 14 Ferrari-Pilot Jack Aitken kämpfte sich von Platz sechs auf Position fünf vor und fuhr in wenigen Runden einen Vorsprung von mehr als 2,5 Sekunden auf Lucas Auer heraus. Ein harter, aber fairer Dreikampf zwischen Jack Aitken, Ben Green und Luca Engstler (#19 Lamborghini) entwickelte sich, wobei Ben Green sogar auf das nasse Gras gedrängt wurde – aber dennoch Platz drei behielt. Thomas Preining (#91 Porsche), der vom Start an durch das Feld pflügte, holte sich dann auch den dritten Rang von Jack Aitken.

Die Emil Frey Racing Mannschaft fertigte Ben Green und Thierry Vermeulen in schneller Boxenstopparbeit ab, doch Thierry Vermeulen rutschte auf abtrocknender Strecke mit den noch nicht ganz warmen Slicks ins Kies. Jack Aitken’s Boxenstopp lag unter sieben Sekunden und er kam als Fünfter zurück auf die Strecke. Wie schon mehrmals in dieser Saison gab es auch in diesem Rennen erneut ein Aufeinandertreffen zwischen Thierry Vermeulen im #69 Ferrari 296 GT3 und Maro Engel (#24 Mercedes-AMG), der den Holländer weit zurückwarf.

Das Safety Car, das mit gerade mal 5:30 verbleibend Minuten auf die Strecke kam, sowie einsetzender Regen sorgten für vier heisse Schlussrunden. Jack Aitken lieferte sich erneut einen packenden Kampf mit Jules Gounon um Platz drei, während Ben Green Boden verlor und in der letzten Runde mit seinem Nummer 10 Ferrari ins Kiesbett gedrängt wurde – ein bitteres Ende einer starken Vorstellung. Jack Aitken sicherte sich kurz vor Schluss noch den dritten Rang und übernahm damit erneut die Meisterschaftsführung.

Rennen 2 – Sonntag, 24. August 2025

Bei sonnigen 12 Grad ging Jack Aitken von der Pole Position ins Rennen. Mit seiner Bestzeit im Qualifying sicherte er sich nicht nur Startplatz eins, sondern auch drei Zusatzpunkte. Ben Green zeigte erneut eine starke Leistung und stellte seinen #10 Ferrari auf Startplatz fünf, während Thierry Vermeulen das Rennen von Rang elf aufnahm.

Jack Aitken verteidigte souverän seine Spitzenposition und konnte sich früh einen Vorsprung von über einer Sekunde herausfahren. Trotz fünf Kilogramm „Success Ballast“ nach dem Podium am Samstag blieb der Brite zunächst an der Spitze. Ben Green arbeitete sich zeitgleich auf Platz vier nach vorne, während Thierry Vermeulen im Ferrari Nummer 69 einen Platz verlor.

Nach einem frühen ersten Boxenstopp für Jack Aitken blieb das Rennen spannend: Zwar kam Thomas Preining im #91 Porsche zunächst vor dem Emil-Frey-Racing-Piloten wieder auf die Strecke, doch Jack Aitken konterte im #14 Ferrari sofort und ging aussen am #91 vorbei. Mit schnellen Rundenzeiten setzte er sich erneut komfortabel an die Spitze.

Jedoch kam Thomas Preining in Runde 15 gefährlich nahe und nach einem rundenlangen Kampf kam es im 20. Umlauf schliesslich zum Kontakt zwischen den beiden: Jack Aitken wurde umgedreht, landete im Kiesbett und konnte nach langem hin und her doch weiterfahren. Das Safety Car musste ausrücken, wodurch das Feld eng zusammengerückt wurde, und Jack Aitken reihte sich nach der Kollision am Ende des Feldes wieder ein.

Ben Green hielt sich in dieser Phase im Spitzenfeld und verteidigte hart gegen Jordan Pepper im #63 Lamborghini. Trotz einer leichten Verzögerung beim zweiten Boxenstopp blieb der Rookie in Reichweite des Podiums und fuhr bis zum Schluss mit voller Attacke. Thierry Vermeulen lag zwischenzeitlich auf Rang sechs, fiel nach dem zweiten Boxenstopp jedoch zurück.

Am Ende verpasste Ben Green zwar bei der Zieldurchfahrt das Podium nur knapp und belegte einen verdienten vierten Platz – eine nachträgliche Disqualifikation von Ben Dörr bedeutete jedoch das Nachrücken aller Fahrer – somit Platz drei und ein weiteres Podium für Ben Green. Nachdem er in einer aussichtsreichen Position für Punkte lag, überquerte Thierry Vermeulen auf Platz 13 die Ziellinie, da ihn Morris Schuring im #92 Porsche kurz zuvor von der Strecke geschoben hatte. Jack Aitken hat nach dem aktualisierten Ergebnis Platz 15 belegt und somit einen wichtigen Punkt für die Fahrermeisterschaft gesammelt. Damit liegt der Engländer nun mit 149 Punkten nur zwei Zähler hinter dem Meisterschaftsführenden Lucas Auer im Mercedes-AMG.

Fahrerstimmen - Emil Frey Racing zum Rennwochenende am Sachsenring

Jack Aitken (Grossbritannien)

„Am Samstag hatten wir herausfordernde Bedingungen. Vor allem nach dem Wechsel auf Slicks brauchte man ein gutes Fahrgefühl. Da ist höchste Konzentration gefordert. Wenn man aber mit kalten Reifen auf feuchter Strecke die richtige Linie findet und den Grip spürt, macht das grossen Spass. In der Schlussphase habe ich die Positionskämpfe vor mir genau beobachtet und konnte sogar noch einen Platz gut machen. Der Sonntag war natürlich sehr enttäuschend und nach der Pole Position waren wir auf einem guten Weg, wichtige Punkte für die Meisterschaft zu holen. Dennoch ist noch alles offen und wir sind positiv für das nächste Rennen am Red Bull Ring.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Das Team hat mir wieder ein sehr kompetitives Fahrzeug zur Verfügung gestellt und ich möchte mich entschuldigen, denn es lag an meinen Fehlern, dass wir keine besseren Positionen eingefahren haben. Im ersten Rennen machte ich einen Fehler der grosse Konsequenzen mit sich brachte. Jetzt geht es zu Testfahrten an den Red Bull Ring, wo ich hoffe, endlich die Ergebnisse einzufahren, die das Team verdient hat.“

Ben Green (Grossbritannien)

„Es war ein wirklich grossartiges Wochenende. Es war sehr schön, dass wir im zweiten Rennen nachträglich noch auf dem Podium standen, und ich bin zufrieden mit der Arbeit, die wir als Team an diesem Wochenende geleistet haben. Die Crew hat ganz starke Boxenstopps hingelegt, und unser guter Schwung aus der zweiten Saisonhälfte hat sich fortgesetzt. Ich freue mich schon sehr auf den Red Bull Ring in ein paar Wochen.“


Montag, 25. August 2025

Zwei Rennen, zwei Siege: Manthey EMA und Ayhancan Güven triumphieren bei DTM-Wochenende auf dem Sachsenring

  • Ayhancan Güven bringt sich mit zwei Siegen in zwei Rennen auf dem Sachsenring zurück in den DTM-Meisterschaftskampf 2025 
  • Thomas Preining erreicht einen vierten und einen zehnten Rang, während Morris Schuring im Sonntagsrennen mit Platz sieben ebenfalls punktet
  • Manthey baut den Vorsprung an der Spitze der Teammeisterschaftswertung auf 51 Punkte aus

Ayhancan Güven war der Mann des Wochenendes
Foto: Jens Hawrda

In zwei ereignisreichen Rennen am Sachsenring triumphieren Manthey EMA und Ayhancan Güven (Türkei) gleich doppelt: Sowohl im Samstags- als auch im Sonntagsrennen steht Güven ganz oben auf dem Siegerpodest und schiebt sich damit bis auf fünf Punkte an die Spitze der Fahrermeisterschaft heran. Thomas Preining (Österreich) behält mit fünfzehn Punkten Abstand ebenfalls den Kontakt zur Tabellenführung, nachdem er einen vierten und einen zehnten Rang auf dem Traditionskurs erreicht.  Morris Schuring (Niederlande) beendet das Samstagsrennen auf dem 17. Platz und übernimmt mit dem siebten Rang am Sonntag die Führung in der Rookie-Meisterschaft. Mit nur noch vier verbleibenden Saisonrennen baut Manthey am Sachsenring den Vorsprung in der DTM-Teamwertung auf 47 Punkte aus.

Das erste Rennen starteten die Manthey-Piloten nach einem durch Verkehr beeinflussten Qualifying von den Rängen acht (Preining), neun (Güven) und achtzehn (Schuring). Bereits während der Startaufstellung spielte das Wetter eine entscheidende Rolle, als starker Regen einsetzte. Dank der strategischen Wahl eines geringeren Reifendrucks, ausgelegt auf die schnell nach Rennstart abtrocknende Bedingungen auf der Strecke, konnten alle drei Neunelfer in der ersten Rennhälfte Boden gutmachen und vor den ersten Boxenstopps auf die Positionen vier (#91), sieben (#90) und vierzehn (#92) vorfahren. Nach schnellen Reifenwechseln und dem Wechsel auf Slicks reihten sich die Fahrer auf den Rängen drei (#91), vier (#90) und sieben (#92) wieder ein, bevor Preining nach 45 Minuten auf Rang zwei vorfuhr. Ein Safety-Car-Einsatz fünf Minuten vor Rennende sowie einsetzender Regen sorgten noch einmal für Spannung. Preining übernahm in dieser Phase kurzzeitig die Führung von Jordan Pepper, musste diese jedoch aufgrund eines Fahrfehlers und dadurch möglichem Gegenmanöver in der vorletzten Runde wieder abgeben. Er beendete das Rennen schließlich als Folge des Zeitverlustes durch den Zweikampf auf Platz vier. Güven, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang drei lag, profitierte durch das Führungsduell, konnte in Kurve eins an beiden kämpfenden Kontrahenten vorbeifahren und verteidigte den Spitzenplatz bis ins Ziel. Schuring sah die Zielflagge als Achter, wurde jedoch nach einer Zeitstrafe wegen einer Kollision mit der Startnummer 19 (Engstler) auf Rang 17 zurückversetzt.

Das Sonntagsqualifying verlief für die drei Porsche mit den Plätzen zwei (Preining), drei (Güven) und fünf (Schuring) ohne beeinträchtigenden Verkehr auf den schnellen Runden vielversprechend. Schuring startete das Rennen durch eine Rückversetzung um fünf Startplätze von Platz zehn. In der ersten Kurve des Rennens gelang es Güven zunächst an seinem Teamkollegen auf der Innenbahn vorbeizuziehen und Rang zwei zu übernehmen. Im weiteren Rennverlauf konnte Preining durch einen Overcut im ersten Boxenstoppfenster wieder an der Startnummer 90 vorbeigehen und nah an den Führenden Aitken heranfahren. Als der Österreicher in Runde 20 zum Überholmanöver gegen den Briten ansetzte, kam es zu einer Kollision zwischen den Boliden, in deren Folge die Startnummer 14 ins Kiesbett gedreht wurde und Preining durch eine Strafe von drei Penalty-Laps auf Position elf zurückfiel. Durch diesen Vorfall profitierte erneut Güven, der den ersten Platz auch nach dem zweiten Boxenstopp souverän über die Ziellinie brachte. Mit diesem Ergebnis fuhr der Türke seinen vierten DTM-Sieg in der laufenden Sprintsaison ein und zählt damit die meisten Siege im Feld. Während Preining seine elfte Position über den weiteren Rennverlauf hielt und nach der Disqualifikation der Startnummer 25 auf der zehnten Position geführt wird, fand sich Schuring nach den zwei Pflichtreifenwechseln und einer starken fahrerischen Leistung auf Podiumskurs im Feld wieder. Aufgrund einer Penalty Lap wegen des Überfahrens der weißen Linie am Boxenausgang erreicht der junge Niederländer am Ende den siebten Rang und verbucht damit sein zweites Top-Zehn-Ergebnis in seiner Rookie-Saison.  

„Beide Rennen zu gewinnen, die Führung in der Teammeisterschaft auszubauen und mit zwei Piloten nun gute Chancen auf den Titel zu haben, ist ein grandioses Ergebnis. Zwei Siege an einem Wochenende sind in der DTM extrem selten. Wie das ganze passiert ist, konnte man sich vorher nie ausmalen. Es waren sehr spannende und auch kontroverse Rennen. Thomas war in beiden Läufen sehr schnell unterwegs, hatte große Siegchancen, leider sind ihm aber Fehler unterlaufen. Dennoch ist in der Meisterschaft nichts verloren, denn nach dem Sachsenring sind es auch nur 15 Punkte Rückstand. Ayhancan hat eine Wahnsinnsleistung gezeigt, hat sich in beiden Rennen keinen Fehler erlaubt und die errungene Führung jeweils nachhause gebracht. Auch Morris hat gute Rennen und eine starke Pace gezeigt, leider aber Strafen ausgesprochen bekommen. Ein Podium war für ihn am Sonntag in absoluter Reichweite, das ist natürlich etwas antäuschend. Am Ende ist 2025 aber für ihn ein Lehrjahr und die Lernkurve ist sehr steil. Zusammenfassend wäre für uns als Team am Sachsenring noch mehr möglich gewesen und weitere Podiumsergebnisse waren in greifbarer Nähe. Wir freuen uns aber extrem über die beiden Siege und hervorheben möchte ich auch die superstarke Leistung unserer Boxencrew, die immer abgeliefert und am Samstag sogar den schnellsten Reifenwechsel des Tages gezeigt hat. Nach dieser Achterbahn der Gefühle, gehen wir mit voller Motivation und großen Ansprüchen in die letzten beiden Saisonevents.“, erklärt Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Renneinsätze.

Mit nun 47 Zählern Vorsprung liegt Manthey nach den Rennen am Sachsenring weiterhin an der Spitze der Teammeisterschaft (297 Punkte). Ayhancan Güven schließt durch seine Siege an die Spitze auf und rangiert mit sechs Punkten hinter der Tabellenführung an Platz drei der Fahrermeisterschaft (145 Punkte). Thomas Preining hat derweil fünfzehn Punkte Rückstand auf die Führung (136 Punkte, Platz fünf), während Morris Schuring (40 Punkte, Platz 17) mit 15 Punkten Vorsprung als Führender in der Rookie-Meisterschaft an den Red Bull Ring reist. In der Steiermark finden die nächsten beiden Saisonrennen, die Heimrennen von Thomas Preining, vom 12.-14. September statt. 

Stimmen zum DTM-Rennwochenende am Sachsenring

Ayhancan Güven, Porsche 911 GT3 R #90: „Wow! Zwei Siege auf dem Sachsenring, mein vierter Sieg in diesem Jahr – einfach unglaublich. Der Sachsenring ist eine meiner Lieblingsstrecken, auf der ich vor zwei Jahren zum ersten Mal auf einem DTM-Podium stand. Jetzt, zwei Jahre später beide Rennen zu gewinnen, ist einfach fantastisch. Das gibt dem Team einen enormen Schub und Motivation. Ich möchte mich bei allen Fans bedanken – sie sind das ganze Jahr über fantastisch, aber heute habe ich so viele Grello-Caps und Fans auf der Tribüne gesehen, das ist unglaublich. Auf der anderen Seite leistet das Team einen mega Job bei der Strategie, den Boxenstopps und dem Auto – unglaublich. In den Qualifyings und den Rennen war immer alles perfekt, auch bei schwierigen Bedingungen. Ich bin so stolz darauf!“ 

Thomas Preining, Porsche 911 GT3 R #91: „Ein spannendes Wochenende – in beiden Rennen bin ich um den Sieg gefahren und am Ende vierter, und zehnter geworden. Leider habe ich viele Punkte liegen gelassen. Im Samstagsrennen habe ich es mit einem Fehler eine Runde vor Schluss verschenkt. Im Sonntagsrennen habe ich versucht Jack für die Führung zu überholen, mit dem gleichen Manöver, was ich immer mache. Er hat dabei nicht mitgespielt. Das muss er auch nicht. Es ist seine Kurve, wenn er vorne ist. Am Ende haben wir beide darunter gelitten. Ich hatte keinen Platz und konnte es nicht mehr vermeiden, ihm ins Heck zu fahren. Durch die Strafe war mehr als P10 nicht mehr drin. Sehr bitter, wir hätten zwei Mal gewinnen müssen. So haben wir insgesamt nicht viele Punkte geholt, was sehr frustrierend ist. Aber es ist noch nichts verloren. Wir sind in Schlagdistanz, haben kein Zusatzgewicht für den Red Bull Ring und noch vier Rennen zu fahren.“

Morris Schuring, Porsche 911 GT3 R #92: „Das Rennergebnis am Sonntag war wirklich ärgerlich. Ich glaube, wir hätten es aufs Podium geschafft, aber leider haben wir eine Strafrunde bekommen. Insgesamt war es ein positiver Tag, aber es ist wirklich schade, dass ich dadurch mein erstes Podium verpasst habe. Auch am Samstag lief es gut, nur das Ergebnis wurde durch die Strafe beeinflusst. Stolz bin ich auf das Top-Fünf-Ergebnis im zweiten Qualifying und meine zweite Top-Zehn-Platzierung in der DTM. Den Trend möchte ich mitnehmen und ich bin sehr zufrieden mit unseren Fortschritten und unseren steigenden Leistungen und das Podium ist zum Greifen nah.“

Quelle: manthey-racing.com