Donnerstag, 14. August 2025

IDM Assen 2025: Zurück aus der Sommerpause und massenhaft Überraschungen

Foto: Jens Hawrda

Am kommenden Wochenende endet die Sommerpause in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM). Einige Fahrer haben die rennfreie Zeit genutzt, um auf verschiedenen Strecken zu testen, andere blieben zu Hause. Die Vorbereitungen für die verbleibenden drei Saison-Events waren völlig unterschiedlich. Das Aufeinandertreffen im niederländischen Assen vom 15. bis 17. August 2025 steckt also voller Überraschungen. Drei IDM-Klassen, die Sidecar-WM und die zwei Cups Pro Superstock 1000 und Kawasaki Ninja ZX-4RR sind auf dem TT Circuit am Start.

IDM Superbike: Drei Punkte und nur eine Frage der Zeit?

In der IDM Superbike reist Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) als Spitzenreiter an. Der einzige permanente Honda-Fahrer im Feld hat drei Punkte Vorsprung auf seinen größten Verfolger Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt). Nach dessen Durchmarsch in Oschersleben vor der Sommerpause, wobei er das erste Rennen mit 3,916 Sekunden und das zweite mit 4,227 Sekunden Vorsprung gewann, ist es für Jens Holzhauer nur eine Frage der Zeit, wann der Baden-Württemberger die Tabellenführung übernimmt. „Ducati ist nicht zu schlagen, jedenfalls nicht aus eigener Kraft“, meint er, wirft aber die Flinte dennoch nicht ins Korn, „denn abgerechnet wird erst nach dem letzten Rennen beim IDM-Finale in Hockenheim. Der Teamchef war am vergangenen Wochenende mit seinem Fahrer zum Testen auf der badischen Rennstrecke.

Tulovic hofft, dass er seinem Gegner schon in Assen die Führung in der Gesamtwertung abnehmen kann. „Wir haben zwar keine Daten für die Ducati, auf die wir zurückgreifen könnten, aber die Streckencharakteristik kommt uns entgegen. Der Kurs ist schnell und flüssig zu fahren, das liegt mir persönlich auch gut.“ Tulovic hat sich in der Sommerpause die Zeit vorwiegend als Instruktor bei Renntrainings vertrieben und damit etliche Kilometer abgespult.

Beim Tabellen-Dritten Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) aus Estland steht erst seit Samstag fest, dass er an den Rennen teilnimmt. Der 27-jährige BMW-Fahrer war in Oschersleben nicht nur im ersten Rennen gestürzt und hatte sich dabei in der rechten Hand zwei Finger gebrochen und einen weiteren bis auf den Knochen abgeschürft, sondern er hatte dadurch auch die bis dahin gehaltene Tabellenführung verloren. Den Langstrecken-WM-Lauf vor einer Woche in Suzuka musste Soomer noch sausen lassen. Er schonte sich für die IDM-Rennen in Assen und war letzten Samstag wieder fit.

Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) will Soomer vom dritten Platz verdrängen, „denn verschlechtern gegenüber dem Vorjahr will ich mich ja nicht. Also muss ich gut Punkte holen und die Jungs in meinem Umfeld ein bissel ärgern.“ Von Soomer trennen ihn 11 Punkte. Alt und Tulovic lässt er außen vor. Gegen die Beiden scheint derzeit kein Kraut gewachsen zu sein.

Ob Leandro Mercado (BMW), Jan-Ole Jähnig (BMW), Lorenzo Zanetti (Ducati) oder Twan Smits (Yamaha) und alle anderen im Fahrerfeld: Das geballte Kraftpaket lässt den TT Circuit Assen beben. Mehr Action geht nicht. Und niemand kann sich in der höchsten deutschen Motorradklasse einen Fehler leisten, wenn er vorne mitspielen will. Aber es haben bisher nur drei Fahrer geschafft, in jedem Rennen das Ziel zu erreichen und auch Punkte zu holen: Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig und Twan Smits, der in Assen sein Heimrennen hat. Einer muss zuschauen: Jan Mohr. Die Gehirnerschütterung vom Most-Sturz ist noch nicht vollständig abgeklungen. Der Schweizer Superbike Pilot Dominique Aegerter springt dafür am kommenden Wochenende bei der IDM in Assen im Team SWPN ein.

IDM Supersport: In der Verfolgergruppe passt kein Blatt dazwischen

In der IDM Supersport trennen die Titelfavoriten auch nur drei Punkte. Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) führt die Meisterschaft vor Dirk Geiger (MCA Racing) seit Anfang Juli an. Seitdem ist er keinen Meter mehr auf seiner Yamaha gefahren. Der Österreicher musste für seine Abschnittsprüfung bei der Polizei-Ausbildung lernen. Am 12. August wird in der Theorie abgerechnet. Das MCA-Team testete in der Sommerpause mit dem aus Mannheim stammenden Dirk Geiger und Julius Caesar Rörig in Hockenheim. Geiger hatte auf seiner Honda zuletzt den ersten Lauf in Oschersleben nach einer sensationellen Aufholjagd vom letzten Platz aus gewonnen. „Was Dirk gezeigt hat, das war einfach unglaublich“, gesteht selbst Kofler und ist dennoch überzeugt davon, die Tabellenführung bis zum Saisonende halten zu können.

Der Belgier Luca de Vleeschauwer (Ducati), der Pole Daniel Blin (Ducati), der Tscheche Štepán Zuda (Yamaha) und der Deutsche Marvin Siebdrath (Yamaha) folgen mit Respektabstand, dafür passt untereinander zwischen die Konkurrenten fast kein Blatt.

IDM Sportbike: Fährt Svendsen die Gegner weiterhin in Grund und Boden?

In der neuen IDM Sportbike ist der Däne Oliver Svendsen vom Triumph Germany Team mit 169 Meisterschaftspunkten der überragende Einsteiger. Fünf Siege in acht Rennen sind schwer beeindruckend. Aprilia-Fahrer Petr Svoboda (WRP Racing) aus Tschechien hat 40 Punkte Rückstand und nur einen Zähler Abstand nach hinten zum Dritten Iñigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports). Seit der ehemalige WM-Fahrer in die Klasse gekommen ist, ticken die Uhren anders und er eilt mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf seiner Triumph durch die Tabelle. Wie weit kommt er noch nach vorne? Und wem gelingt noch ein Sieg? Svoboda und auch der Deutsche Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13) auf der Yamaha schafften es bisher schon mehrfach aufs Podest, aber nie nach ganz oben.

Noch mehr Programm gefällig? Der Kawasaki ZX-4RR Cup, die Klasse Pro Superstock 1000 und die Sidecar-Weltmeisterschaft sind in Assen mit am Start. „Full House“ ist angesagt. Und das alles bei 10,00 Euro für das Freitagsticket, 30,00 Euro als Samstagseintritt und 40,00 Euro für den Sonntag. Clever sparen lässt sich mit dem Wochenendticket für 55,00 Euro. Es gilt für alle Tage und beinhaltet auch den Zutritt ins Fahrerlager und zum Fan-Walk. Näher ran ans Geschehen kommt man sonst nirgendwo. IDM bedeutet nämlich auch: Mittendrin statt nur dabei. Für Jugendliche bis 14 Jahren ist der Eintritt frei.


Mittwoch, 13. August 2025

IDM Supersport: Luca Göttlicher siegt bei Ausflug in die Niederländische Meisterschaft

Luca Göttlicher. Kawasaki ZX-6R #99
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Höhenflug bei seinem Supersport-Einstieg vor einem Jahr ist Luca Göttlicher inzwischen hart gelandet. Nach dem Wechsel von Triumph zu Kawasaki und mit noch deutlich mehr Konkurrenz in der Klasse, war der Ausflug in die Niederländische Meisterschaft am Wochenende Balsam für die Seele von „Lucky Luc“.

Wenn die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft am 15. August aus der Sommerpause auf die Rennstrecke zurückkehrt, geht die Reise auf den niederländischen TT-Circuit in Assen. Luca Göttlicher hat dort gestern beim gemeinsamen Test des Kawasaki Weber Racing Teams und dem Kollegen Valentino Herrlich im Rahmen der Niederländischen Meisterschaft einen Supersport-Lauf gewonnen.

Regen, Regen und noch mehr Regen. Nach den nassen Qualifyings ging der 18-jährige Luca Göttlicher als Dritter aus der ersten Startreihe ins Rennen und siegte am Ende mit zwei Sekunden Vorsprung. Der blondgelockte Bayer war nach der langen Durststrecke selig, reckte schon auf der Start- und Zielgerade den Zeigefinger in die Höhe mit dem deutlichen Signal: Hier bin ich. „Das tat zwischendurch richtig gut“, meinte der Kawasaki-Fahrer, dessen aktuelle IDM-Saison sehr zäh verläuft und der realistisch über seinen Triumph in Assen sagt: „Wir sind eben heute auch kein IDM-Rennen gefahren. Und was ich mich in der IDM letztes Jahr für einen dritten Platz abgerackert habe, das mache ich jetzt für einen 13.“

Als Gastfahrer, der außerhalb der Meisterschaftswertung fuhr, nahm Göttlicher keinen Pokal mit nach Hause, dafür als Andenken eine Schiene aus dem Krankenhaus für den rechten Arm. Im zweiten Rennen hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Teenager kam in Führung liegend aus der ersten Runde zurück. „Dann hing der rechte Knieschleifer auf halb acht und ist nach hinten geklappt“, erzählt Göttlicher. Und weiter: „Ich habe ihn wieder angeheftet, bevor er komplett weggeflogen ist. Valentino war Erster und hat mit Elektrikproblemen die Hand gehoben, bevor er rausgefahren ist. Ich habe Probleme mit dem Vorderrad gekriegt und bin über die nasse Kerbs gestürzt. Die Motordrehzahl ist nochmal hochgeschossen. Das war´s. Es ist genau am selben Punkt passiert, an dem Valentino schon im Kiesbett am Rand gestanden hat.“

Göttlichers linke Hand wurde im Krankenhaus geschient, aber tragisch sieht der behandelte Rennfahrer die Verletzung nicht: „Am kommenden Wochenende will ich Supermoto fahren, um mich weiter auf die IDM vorzubereiten.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Prototype Cup: Danny Soufi und Pavel Lefterov sind Champions

Danny Soufi und Pavel Lefterov gewinnen auch Lauf zwei auf dem Nürburgring. Alle vier Mücke-Youngster auf dem Podium. Trophy-Meisterschaft geht vorzeitig an Thomas Ambiel.

So feiern Meister: Pavel Lefterov (links) und Danny Soufi (rechts) ist der Titel nicht mehr zu nehmen
Foto: ADAC-Motorsport

Am Ende vom zehnten Saisonrennen des Prototype Cup Germany jubelten einmal mehr Danny Soufi (22/USA) und Pavel Lefterov (27/BUL, beide Konrad Motorsport). Und der Jubel fiel dieses Mal sogar etwas lauter aus, denn die bulgarisch-amerikanische Paarung darf sich vorzeitig Meister im Prototype Cup Germany 2025 nennen. „Ich bin happy und auch erleichtert, dass wir es hier geschafft haben, nachdem wir durch den Sieg gestern schon so nah dran waren“, strahlte Soufi, der seit dem Premierenjahr des Prototype Cup Germany im Jahr 2022 in der deutschen LMP3-Serie am Start ist. Und auch Lefterov freute sich: „In meiner ersten Saison in der LMP3-Klasse gleich Meister zu werden ist natürlich besonders. Das Team hat uns immer ein tolles Auto zur Verfügung gestellt und Danny als Teamkollege war für mich perfekt. Er ist schnell und wir passen auch menschlich sehr gut zusammen.“ Platz zwei im Rennen auf dem Nürburgring ging an die besten Junioren Riccardo Leone Cirelli (17/ITA) / Mattias Bjerre Jakobsen (18/DEN) vor Mattis Pluschkell (21/Elmenhorst) / Maksymilian Angelard (18/POL, alle BWT Mücke Motorsport). In der Trophy revanchierte Thomas Ambiel (45/Eppingen, Rinaldi Racing) sich für seine gestrige Niederlage gegen Michael Herich (48/Brühl, Gebhardt Intralogistics Motorsport) und gewann vor dem Gebhardt-Piloten. Damit ist dem Rinaldi-Schützling der Titel in der Trophy-Wertung nicht mehr zu nehmen.

Am Start ging Lefterov in Führung, während Cirelli sich in der ersten Runde im Kampf um den zweiten Platz gegen Alexzander Kristiansson (25/SWE, Gebhardt Intralogistics Motorsport) durchsetzen konnte. Aufgrund eines Drehers mit Einschlag in die Streckenbegrenzung von Jérémy Siffert (22/SUI, Badischer Motorsport Club) kam das Safety Car auf die Strecke, doch auch nach dem Restart blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Kristiansson musste in seinem Rückspiegel nun auf Maxim Dirickx (21/BEL, Aust Motorsport) aufpassen und Zino-Ferret Fahlke (18/Hergiswil, Konrad Motorsport) durfte sich als Fünfter keinen Fehler erlauben, denn Angelard lauerte direkt hinter ihm.

Nach den Boxenstopps war Lefterovs Partner Soufi Erster und Cirellis Teamkollege Jakobsen behielt die Position des Italieners. Auf Rang drei jedoch gab es eine Veränderung, denn durch die längere Standzeit von Kristiansson, der auf Oscar Tunjo (29/COL, Gebhardt Intralogistics Motorsport) wechselte, konnten sich Dirickx und Sven Barth (44/Eberbach, Aust Motorsport) um einen Platz nach vorne schieben. Doch von hinten näherte sich Pluschkell mit großen Schritten, überholte erst Ambiel und machte dann Jagd auf Barth. In der letzten Runde griff er den Aust-Piloten an, der Routinier verteidigte sich und Pluschkell drehte sich. Eine Fünf-Sekunden-Strafe für die Verursachung der Kollision warf Barth und Dirickx letztendlich an die fünfte Stelle zurück. Somit erbten Pluschkell und Angelard Rang drei vor Tunjo / Kristiansson. Fahlke sah die Zielflagge als Sechster vor Ambiel und vor dem Duo Herich / Mikkel C. Johansen (38/DEN, Gebhardt Intralogistics Motorsport). 

Weitere Stimmen zum Rennen

Riccardo Leone Cirelli (Zweiter): „Das Rennen heute war ein Schritt vorwärts für uns, denn bis zum Abbau der Reifen hat es deutlich länger gedauert als gestern. Da hat uns aber sicher auch die Safety-Car-Phase geholfen. Generell bin ich mit dem zweiten Platz glücklich, denn es war für uns heute das Maximum.“ 

Mattias Bjerre Jakobsen (Zweiter): „Ich habe etwas Zeit beim Boxenstopp verloren, weil ich vielleicht etwas langsam reagiert habe und nicht optimal losgefahren bin. Am Ende hat es aber doch zum zweiten Podestplatz an diesem Wochenende gereicht. Das Team hat einen guten Job gemacht, so dass wir uns von Session zu Session steigern konnten.“

Maksymilian Angelard (Dritter): „Das Wochenende war zunächst nicht einfach, ich war nicht schnell genug. Doch dann habe ich versucht, mir wenige Druck zu machen und meinen Kopf frei zu bekommen, was relativ gut funktioniert hat. Im zweiten Rennen war mein Job, den Rückstand auf meine Vorderleute nicht zu groß werden zu lassen, was mir auch gelungen ist. Mattis hat dann den dritten Platz nach Hause gebracht.“

Mattis Pluschkell (Dritter): „Ich habe mich heute im Auto wohler gefühlt als gestern, habe aber auch meinen Fahrstil etwas geändert. Ich bin in meinem Stint immer näher an Sven rangekommen, war dann aber länger hinter ihm, weil er sich breit gemacht hat und weiß, wie man sich verteidigt. In der letzten Runde habe ich es dann probiert, wir haben uns berührt und ich habe mich gedreht. Ich denke, es war ein Rennunfall mit etwas mehr Schild bei Sven als bei mir, denn Sven lag zum Zeitpunkt der Berührung hinter mir.“

Quelle: adac-motorsport.de

Prototype Cup: Pavel Lefterov erstmals auf der Pole Position

Pavel Lefterov erstmals auf der Pole Position
Foto: Jens Hawrda

Pavel Lefterov (27/BUL, Konrad Motorsport) war im zweiten Qualifying des Prototype Cup Germany nicht zu bezwingen. Auf der Sprintstrecke des Nürburgrings war der Bulgare 0,456 Sekunden schneller als Riccardo Leone Cirelli (17/ITA, BWT Mücke Motorsport). Maxim Dirickx (21/BEL, Aust Motorsport) eroberte im Klassement den dritten Rang vor Zino-Ferret Fahlke (18/Hergiswil, Konrad Motorsport) und Alexzander Kristiansson (25/SWE, Gebhardt Intralogistics Motorsport), wird in der Startaufstellung aufgrund eines Überfahrens der weißen Linie an der Boxenausfahrt aber um drei Plätze zurückversetzt.

„Ich freue mich sehr über meine erste Pole Position im Prototype Cup Germany“, sagte Lefterov nach dem Zeittraining. „Mein Team hat einen guten Job gemacht, das Auto wird besser und besser. Schön ist auch, dass unser Schwesterauto mit Zino am Steuer ebenfalls schnell war und aus der zweiten Reihe starten wird.“ Lefterov gewann gestern zusammen mit Danny Soufi (22/USA, Konrad Motorsport) Lauf eins auf dem Nürburgring; beide haben in der Fahrerwertung nun einen Vorsprung von 48 Punkten. Holen sie im Rennen am Nachmittag zwei Punkte mehr als Mattis Pluschkell (21/Elmenhorst) und Maksymilian Angelard (18/POL, beide BWT Mücke Motorsport), dann sind sie vorzeitig Champion.

Zweiter im Qualifying wurde Cirelli, doch seine Session verlief keinesfalls problemfrei. „Ich hatte zu Beginn die Bremsbalance verstellt, aber die passte nicht. Also habe ich mich schon früh verbremst und die Reifen ruiniert. Ich denke, ohne das Problem wäre der Abstand auf Pavel nicht so groß gewesen und vielleicht wäre sogar die Pole Position möglich gewesen. Mich ärgert aber gar nicht so sehr, dass ich Zweiter bin, sondern viel mehr, dass ich diesen Fehler gemacht habe.“

Ebenfalls nicht fehlerfrei war Dirickx. „Unser Speed war gut und das Auto war im Vergleich zu gestern auch besser. Aber leider bin ich über die weiße Linie an der Boxenausfahrt gefahren. Ich wollte einen Kontrahenten überholen und dachte, ich würde die Linie nicht treffen. Weil es um die Vizemeisterschaft und um die Führung in der Juniorwertung immer enger wird, ist es natürlich ärgerlich.“ Fahlke, Kristiansson und Angelard rücken vor Dirickx, der den Lauf aus Startplatz sechs beginnen wird.

Jérémy Siffert (22/SUI, Badischer Motorsport Club), Mikkel C. Johansen (38/DEN, Gebhardt Intralogistics Motorsport) und Thomas Ambiel (45/Eppingen, Rinaldi Racing) folgten auf den Rängen sieben bis neun. Dabei war Trophy-Pilot Ambiel gar nicht so unzufrieden. „Im Gegensatz zu gestern habe ich mich gesteigert und fühle mich auch deutlich wohler im Auto. Gestern hatten wir einen Weg in der Abstimmung ausprobiert, der sich im Rennen als nicht gut herausstellte. Aber ich lerne noch und auch das sind wertvolle Erfahrungen, die mich nur stärker machen.“

Quelle: adac-motorsport.de


Prototype Cup: Soufi und Lefterov triumphieren auf dem Nürburgring

Podest-Premiere für Alexzander Kristiansson. Danny Soufi und Pavel Lefterov bauen Tabellenführung weiter aus. In der Trophy hat Michael Herich die Nase vorne.

Danny Soufi und Pavel Lefterov bauen Tabellenführung weiter aus
Foto: Jens Hawrda

Beim neunten Saisonrennen des Prototype Cup Germany auf dem Nürburgring glänzten Danny Soufi (22/USA) und Pavel Lefterov (27/BUL, beide Konrad Motorsport) mit einem weiteren Sieg. Damit bauten die Konrad-Piloten ihren Spitzenplatz in der Gesamtwertung weiter aus. Position zwei ging an Mattias Bjerre Jakobsen (18/DEN) / Riccardo Leone Cirelli (17/ITA, beide BWT Mücke Motorsport) vor Oscar Tunjo (29/COL) und Alexzander Kristiansson (25/SWE, beide Gebhardt Intralogistics Motorsport). „Nach dem Boxenstopp war ich Zweiter und musste Gas geben, um zum führenden Riccardo aufzuschließen“, erklärte Lefterov. Einmal im Windschatten seines Rivalen, fackelte der Bulgare nicht lange und attackierte ihn sofort. „Pavels Manöver war wirklich mutig“, lobte Soufi seinen Partner. Der Rest war Formsache, Lefterov brachte den Triumph sicher nach Hause. Für die zweitplatzierten Jakobsen und Cirelli blieb noch der Pokal der besten Junioren; schnellster Trophy-Starter war Michael Herich (48/Brühl), der mit seinem neuen Kollegen Mikkel C. Johansen (38/DEN, beide Gebhardt Intralogistics Motorsport) Rang acht erreichte.

Im ersten Stint fuhren Soufi und Tunjo auf den Plätzen eins und zwei in ähnlicher Geschwindigkeit um den Sprintkurs des Nürburgrings. „Es war wie eine Wiederholung des Qualifyings, denn auch da waren Oscar und ich fast gleich schnell“, erinnerte Soufi an den Abstand von 0,002 Sekunden zwischen den beiden im ersten Qualifying. Nach dem Fahrerwechsel fand sich Soufis Partner Lefterov auf Position zwei wieder, vor ihm lag Cirelli, der das Steuer von Jakobsen bekam. Doch Lefterov näherte sich mit großen Schritten dem Mücke-Fahrzeug, zog kompromisslos vorbei und wurde letztendlich 5,787 Sekunden vor Cirelli abgewinkt. Auf Rang drei freuten sich Tunjo und Kristiansson über den ersten Podestplatz des Schweden in der deutschen LMP3-Serie, den sich der Skandinavier mit einem erfolgreichen Überholmanöver gegen Maksymilian Angelard (18/POL) erkämpfte. Der Teamkollege von Mattis Pluschkell (21/Elmenhorst, beide BWT Mücke Motorsport) konnte aber auch den vierten Rang nicht halten, er musste sich in der Folge noch Maxim Dirickx (21/BEL) geschlagen geben. Dirickx und Sven Barth (44/Eberbach, beide Aust Motorsport) sahen die Zielflagge schließlich als Vierte vor Angelard und Pluschkell. 

Position sechs holte sich in der Eifel Zino-Ferret Fahlke (18/Hergiswil, Konrad Motorsport) vor Jacob Erlbacher (24/Böblingen) / Jérémy Siffert (22/SUI, beide Badischer Motorsport Club), Herich / Johansen und Thomas Ambiel (45/Eppingen, Rinaldi Racing). 

Quelle: adac-motorsport.de