Montag, 23. Juni 2025

IDM Supersport: Blin feiert Siegpremiere nach Geiger-Sturz

Daniel Blin, Ducati Panigale V2 #26 holt seinen ersten Sieg
Foto: Jens Hawrda

Nach vier Siegen in Folge war Schluss mit der anhaltenden Erfolgsserie von Dirk Geiger in der IDM Supersport. Der 22-jährige Honda-Fahrer von MCA Racing stürzte im zweiten Rennen von Most aus dem Geschehen. Erstmals ging der hart umkämpfte Sieg in der Klasse an Daniel Blin (AF Racing) aus Polen. Zweiter wurde der Tscheche Štěpán Zuda (Eder Racing). Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) zitterte sich auf den dritten Platz.

Marcel Brenner (MotoLife) schien an der Spitze über sich hinaus zu wachsen. Nachdem der Schweizer gestern im ersten Lauf in Fahrt gekommen war, machte er im zweiten so weiter. Dirk Geiger, der sich im Moment nur selbst schlagen kann, hatte im Vorfeld allerdings gesagt: „Ich weiß, was ich zu machen habe. Also Attacke.“ Doch der Beginn eines extrem spannenden Laufes wurde zum kurzen Intermezzo. Julius Caesar Rörig (MCA Racing), Jonáš Kocourek (SP race project) und Ruben Bijman (Molenaar Racing) stürzten in der Anfangsphase gemeinsam in den Kies. Fazit: Abbruch des Rennens mit der roten Flagge und ein Neustart über neun Runden.

Kofler tut jeder Kurvenwechsel anders weh

Jetzt kam Kofler mit einem seiner berühmten Blitzstarts hervorragend von der Linie weg. Trotzdem zeigte sich Geiger sofort neben dem Österreicher und setzte sich noch in der ersten Runde vor ihm an die Spitze. Es war ohnehin die Frage, wie der Yamaha-Fahrer mit seiner Schulterverletzung die neun Runden bewältigen würde. Das gestrige Rennen hatte ihm noch den Rest in punkto Schmerzen gegeben. Die ständigen Kurvenwechsel hatten elendig an Koflers Schulter gezogen. Aber egal, wie weh es tut, er musste dranbleiben, um eine Chance zu haben, den Supersport-Titel verteidigen zu können.

Das wüste Gerangel im Feld zu Beginn war völlig untypisch für die Supersport-Klasse. Brenner, der im ersten Anlauf bravourös gestartet war, wurde fast ein Sturzopfer und bis auf den neunten Platz durchgereicht. Dafür hatte Lennox Lehmann (Apreco) etliche Meter gutgemacht und positionierte sich als Fünfter.

Die Siegesserie von Dirk Geiger hat ein Ende

Nach vier Runden der Aufschrei in der MCA-Box. Nach Rörig kam auch Geiger zu Fall. Der gebürtige Mannheimer stürzte nach vier Siegen in Folge in Führung liegend aus dem Geschehen. Logischerweise biss Kofler jetzt noch mehr die Zähne zusammen und hielt noch größere Schmerzen aus. Die Zeit war gekommen, in der Gesamtwertung wieder heranfahren zu können.

Doch irgendwann waren auch Koflers Kräfte am Ende, wenn er in die Bremse gehen musste. Daniel Blin klopfte auf der AF Racing-Ducati langsam von hinten an und wurde immer lauter. Als Kofler in der vorletzten Runde ein grober Fehler unterlief, war das Einladung für Blin, am Österreicher vorbeizufahren. Kofler bekam immer mehr Probleme, die Linie zu halten, sodass auch Štěpán Zuda an ihm vorbeischoss. Der Tscheche lieferte sich bis zum Zielstrich ein äußerst unterhaltsames und dramatisches Duell mit dem Polen Daniel Blin. Beide wollten gewinnen. Zuda hatte es in der Hand, sein Heimrennen mit einem Sieg zu krönen, doch er verlor kurz die Front und wäre beinahe noch gestürzt.

Geiger rechnet und Lehmann ist zurück

Kofler wurde Dritter und meinte, dass er mit einem Sieg noch mehr hätte aufholen können im Titelkampf. Geiger führt die Meisterschaft trotz des Sturzes immer noch mit 24 Punkten Vorsprung vor ihm an, „aber ein Podiumsplatz ist schon gut.“ Diesen verfehlte Lennox Lehmann noch. Trotzdem war der bisher glücklose Dresdner endlich im Plan, in den Top5 anzukommen. Die Saisonrunde in Most war die weitaus beste für den 19-jährigen Yamaha-Fahrer in diesem Jahr. Lehmann hat sich zurückgemeldet, wo er hingehört. Zum Schluss ein Blick ins Kawasaki-Lager: Zum ersten Mal in diesem Jahr schafften es Luca Göttlicher und Valentino Herrlich gemeinsam in die Top 10.

IDM Supersport, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL), Ducati

2. Štěpán ZUDA (CZE), Yamaha

3. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha

4. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

5. Filip FEIGL (CZE), Triumph

6. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Ducati

7. Melvin VAN DER VOORT (NLD), Ducati

8. Marcel BRENNER (CHE), Ducati

9. Valentino HERRLICH (DEU), Kawasaki

10.Luca GÖTTLICHER (DEU), Kawasaki


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Sonntag, 22. Juni 2025

IDM Superbike: Soomer-Sieg rettet die Ihm die Tabellenführung

Hannes Soomer sichert sich mit seinem Sieg vorerst die Tabellenführung
Foto: Jens Hawrda

Lukas Tulovic bricht in der IDM Superbike einen Rekord nach dem anderen. Doch im ersten Rennen im tschechischen Most musste der Bayer vom Team Triple M Racing Ducati Frankfurt einen Dämpfer in der Erfolgsstory einstecken. Mit Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) gewann nämlich ausgerechnet der Kontrahent, dem Tulo eigentlich die Führung hatte wegnehmen wollen. Und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) kam auf der einzigen Honda im Feld auch noch vor dem 25-jährigen Panigale V4R-Fahrer ins Ziel.

32 Grad im Schatten und 45 Grad auf dem Asphalt

Der Planet Sonne tat sein Bestes, um eine Hitzeschlacht ins Leben zu rufen. Zur Mittagszeit zeigte das Thermometer im Autodrom Most 32 Grad an. Der Asphalt wurde mit 45 Grad gemessen. Viele Superbiker verwendeten statt des klassischen SC1 von Pirelli den neuen Developmentreifen. Der D922 Prototypreifen kommt gut an. Auf einer langen Distanz wie die 16 Runden über jeweils 4,212 Kilometer hatte ihn noch niemand ausprobiert, aber es war ohnehin klar, dass mit den Ressourcen gehaushaltet werden müssen.

Was in den 16 Runden an der Spitze passierte, ging wirklich an die Nerven. Tulovic, der im warm-up mit der Ducati Panigale V4R von der Strecke gerutscht war, legte am Start wie angestochen los. Allerdings presste sich Soomer nur wenige Meter später an ihm vorbei. Für den Esten auf der BMW war sonnenklar, dass er die Führung in der Meisterschaft nicht freiwillig an Tulo abgeben würde. Es ging um einen einzigen Punkt, der die beiden trennte.

Als auch der Argentinier Tati Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) noch an Tulo vorbeizog, wurde es diesem zu bunt. Soomer befand sich bald wieder im Clinch mit Tulo und Alt hatte Mercado aufs Korn genommen. Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati Frankfurt), Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) folgten mit einem Abstand, der jegliche Annährung an die vorderen Protagonisten ausschloss. Wobei Finsterbusch auf der Bremse so stark wie kein anderer Fahrer war.

Tulovic macht auf der Ducati Fehler

In der achten Runde, also genau nach der Hälfte des Rennens, hatten sich die Kämpfe so zugespitzt, dass es kein Halten mehr gab. Tulo führte. Soomer lenkte das Vorderrad seiner BMW von außen in die Kurve an Tulovic vorbei. Soomer fuhr Linien, die sonst keiner fährt. Tulo war fassungslos und schaute ungläubig auf das, was neben ihm auftauchte. Und er schlug zurück. Ein kleiner Fauxpass ließ die Lücke zum Verfolger noch mehr schmelzen und bestätigte, dass Tulo doch nicht fehlerfrei ist. Nach der Hammerrunde in der Superpole 2 hatten viele gedacht, der 25-Jährige kommt von einem anderen Stern.

Mercado musste zurückstecken. Alt hatte das Messer zwischen den Zähnen und es tatsächlich an die Spitze geschafft – und dann wieder zurück hinter Soomer, der mit seinen Bodychecks für Gänsehautmomente sorgte. Tulo hatte Bockmist eingebaut und war auf den dritten Platz zurückgefallen. In den letzten Runden sah es nicht danach aus, als ob er noch einmal nach vorn kommt. Mit Platz nach vorne und hinten wurde er Dritter. Auf abbauende Reifen angesprochen, winkte Tulo ab: „Das ist nicht die Ausrede. Das haben alle anderen auch. Es war eine Sache des Setups. Ich habe in der Kurve nicht den Scheitelpunkt treffen können.“

Finish mit 0,059 Sekunden Vorsprung für Soomer

Auf der Start-Ziel-Linie entschied sich, wer das Rennen gewinnt: Es war Soomer mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,059 Sekunden. Wahnsinn. Soomer musste sich die Augen reiben und war völlig begeistert, wie das Rennen gelaufen ist. „Zweimal bin ich fast gestürzt“, gab er zu, aber ansonsten war es sein bevorzugter Style. Der Este ist nicht gerade zimperlich beim Überholen, aber dennoch immer fair. Es ging hin und her und vor und zurück auf höchsten Niveau. Und die Tabellenführung hat Soomer immer noch inne. Das war der Plan.

Für Florian Alt ist der Titelkampf trotz des durchwachsenen Saisonauftakts mit einer Nullrunde in Oschersleben auch noch nicht gegessen. „Wir haben gezeigt, dass wir es in der Hitze echt gut drauf und weniger Drop haben.“

Bei der GERT56-Mannschaft hatte man gehofft, Jan-Ole Jähnig auf dem Podium zu sehen. Der Thüringer war ambitioniert aus der zweite Reihe gestartet. „Das war vielleicht das Problem“, meint Technik-Spezi Ronny Schlieder. „In der Superpole 2 hat er keine perfekte Runde gekriegt, es war immer Verkehr auf der Strecke. JO hat es immer wieder versucht, hätte aber an die Box kommen müssen, Luft holen, Luftdruck prüfen lassen und dann wieder raus. Das wäre vielleicht besser gewesen.“

IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Hannes SOOMER (EST), BMW

2. Florian ALT (DEU), Honda

3. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

5. Leandro MERCADO (ARG), BMW

6. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati)

7. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

8. Twan SMITS (NLD), Yamaha

9. Maximilian KOFLER (AUT), Yamaha

10.Martin VUGRINEC (CRO), Kawasaki

Quelle. idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Dirk Geiger im Flow zum vierten Honda-Sieg

Dirk Geiger, Honda CBR 600 RR gewinn in Most sein viertes Saisonrennen
Foto: Jens Hawrda

Er hat dort weitergemacht wo er zuletzt aufgehört hat. Dirk Geiger (MCA Racing) hat auf der Honda CBR 600 RR sein viertes Saisonrennen in der IDM Supersport gewonnen. Marvin Siebdrath wurde Zweiter und sorgte damit für einen Triumph im Team Yamalube Motorsport Kofler, in dem der Hauptakteur und Titelfavorit Andreas Kofler Schadenbegrenzung betrieb. Der dritte Platz von Štěpán Zuda (Eder Racing) war eine faustdicke Überraschung, auch wenn es sich für den Tschechen um das Heimrennen handelte.

Die Strecke präsentierte sich am Samstagnachmittag in bestem Zustand. Die langen, flüssig zufahrenden Bögen glänzten in der Sonne. Und die Schikane machte ihrem Namen auch alle Ehre. Sie ist langsam und schwierig, der Bremspunkt lässt sich nur schwer finden.

Titelverteidiger Andreas Kofler und der Meisterschaftsführende Dirk Geiger setzten sich nach dem Start sofort ab. Dann gab es einen Block-Pass von Štěpán Zuda und schon war der Tscheche Dritter. Nur einen Wimpernschlag später spielte auch schon Marcel Brenner aus der Schweiz auf der MotoLife-Ducati mit.

Alles schien am Laufen zu sein, als Kofler plötzlich die Hand hob und Brenner auf der Panigale V2 passieren ließ. Das sah nicht gut aus für den Österreicher, der sich bei seinem Sturz auf dem Schleizer Dreieck heftige Blessuren am ganzen Körper zugezogen hatte, besonders an der Schulter. Ein weiterer Abflug im heutigen Training hatte dem 20-jährigen Yamaha-Fahrer noch den Rest gegeben.

Brenner ließ sich nicht zweimal bitten und machte anschließend Jagd auf Geiger. Aus dem Windschatten heraus zeigte er dem gebürtigen Mannheimer das Hinterrad der Ducati. Nicht lange. Geiger schlug zurück. Mehrfach. In der Zwischenzeit hatte sich Daniel Blin (AF Racing Team) ebenfalls auf einer Ducati an Yamaha-Treiber Zuda herangepirscht. Der Zweikampf gipfelte mit einem Umfaller von Blin im Kies. Damit verhinderte der Pole das Schlimmste, denn sonst hätte er die Kurve geschnitten und die Gegner getroffen. So landete nur eine Ladung Kies auf der Strecke.

In der Folge der Ereignisse übte Marvin Siebdrath vermehrt Druck auf Zuda aus und übernahm schließlich dessen dritten Platz. „Ich brauche ein paar Runden, damit ich in meinen Rhythmus kommen“, erklärte der Sachse den späten Angriff und fügte hinzu, „die zweite Rennhälfte ist meine bessere.“

Ganz vorne hatte sich längst eine ansehnliche Lücke zwischen Spitzenreiter Geiger und seinem Verfolger Brenner aufgetan. Der deutsche Honda-Fahrer war in der zweiten Halbzeit der Einzige im Feld, der noch mit 1:35 er-Zeiten glänzte.

Brenner sah nach seiner schweren Erkrankung im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz endlich wieder einer Podestplatzierung entgegen. Seine Steilkurve zeigt krass nach oben, doch die 14 Runden am Stück waren heute wohl doch noch zu viel für den 27-jährigen Schweizer. Er verlor noch zwei Plätze. Zuerst stürmte Siebdrath heran und dann musste Brenner auch noch Zuda wehrlos vorbeilassen. Und das alles in den letzten zwei Runden.

Fazit: Geiger feierte mit über fünf Sekunden Vorsprung seinen vierten Saisonsieg und baute die Führung in der Gesamtwertung aus. Siebdrath wurde Zweiter und kann das erste Saison-Highlight verbuchen. Zuda ließ sich von seinem Fanclub als Dritter feiern. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, stammelte er im Ziel. Der 19-Jährige aus Liberec musste sich erst fangen.

Das Erstaunliche war: Kofler blieb bis zum Schluss dabei. Nach seiner Phase, in der er zurückgefallen war, konnte er sich aufrappeln und übte mit zäher Beharrlichkeit Schadensbegrenzung. Der Österreicher kam als Fünfter ins Ziel.

Lennox Lehmann (Team Apreco) konnte sein Vorhaben unter die Top5 zu kommen, heute noch nicht umsetzen. Richard Irmscher holte bei seinem Einstand in der IDM Supersport zwei Punkte. Und morgen ist ein neuer Tag. Um 14:45 Uhr findet das zweite Supersport-Rennen im Autodrom Most statt.

IDM Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk Geiger (DEU), Honda

2. Marvin Siebdrath (DEU), Yamaha

3. Štěpán Zuda (CZE), Yamaha

4. Marcel Brenner (CHE), Ducati

5. Andreas Kofler (AUT), Yamaha

6. Luca De Vleeschauwer (BEL), Ducati

7. Filip Feigl (CZE), Triumph

8. Melvin van der Voort (NLD), Ducati

9. Lennox Lehmann (DEU), Yamaha

10.Julius Caesar Rörig (DEU), Honda

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Samstag, 21. Juni 2025

IDM Sportbike: Svendsen triumphiert, Chaos-Start für Iglesias

Oliver Svendson, Triumph Daytona 660 #1
Foto: Jens Hawrda

Oliver Svendsen dominierte das erste Rennen der IDM Sportbike-Klasse in Most und fuhr ungefährdet zum Sieg. Inigo Iglesias wurde trotz eines Kettenrisses noch starker Zweiter, während Petr Svoboda nach einem Ausweichmanöver den dritten Platz belegte.

Kettenriss vor dem Start

Der Auftakt ins erste Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Most verlief für Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) alles andere als nach Plan. Noch während der Sighting Lap riss die Kette seines neu aufgebauten Motorrads – ausgerechnet jenes Bikes, das er erst diese Woche erhalten hatte. Statt von Startplatz zwei ins Rennen zu gehen, musste der Spanier in die Boxengasse abbiegen. Dort gelang es dem neu formierten Team Wematik Racing by RT Motorsports, das Problem rechtzeitig zu beheben. Dennoch musste Iglesias die Einführungsrunde aus der Box starten und sich am Ende des Feldes einreihen.

Svendsen ohne Zweifel unterwegs

Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), der von der Pole Position ins Rennen ging, verteidigte seine Führung souverän und setzte sich direkt an die Spitze. Iglesias startete eine beeindruckende Aufholjagd und lag bereits nach der ersten Kurve auf Rang fünf. Noch in derselben Runde schob er sich auf Platz zwei vor – doch Svendsen hatte sich bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet, den er bis ins Ziel hielt. „Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich heute gewinnen würde“, erklärte der 21-jährige Däne. „Meine Pace war schon in allen Trainings stark, und die konnte ich heute von Beginn an konstant abrufen.“ Dagegen konnte auch Iglesias nichts ausrichten.

Trotz des verpassten Sieges war der Spanier hochzufrieden: „Mein Team hat wie die Löwen gekämpft, um das Motorrad rechtzeitig fahrbereit zu bekommen. Nach dieser turbulenten Woche und nach diesem Chaos vor dem Start noch Zweiter zu werden, fühlt sich an wie ein Sieg“, so der WM-erfahrene Pilot, der an diesem Wochenende mit einem neuen Team in der Sportbike-Klasse angetreten ist.

Ärgerlicher Fehler von Svoboda

Der Tscheche Petr Svoboda (WRP Racing), für den Most die Heimstrecke ist, beeindruckte mit Platz drei. Nach einem Überholmanöver gegen Iglesias auf der Start-Ziel-Geraden musste er den Notausgang nutzen, da er zu spät bremste und einen Unfall vermeiden wollte. Dabei verlor er einige Plätze, kämpfte sich aber rasch zurück auf Rang drei. „Das war ein dummer Fehler, der mich den Anschluss an Inigo gekostet hat“, ärgerte sich Svoboda. Im zweiten Rennen am Sonntag will er wieder voll angreifen.

Persönliche Bestleistungen

Ty Henriksen (Henriksen Racing) aus Dänemark erzielte mit Rang vier das bislang beste Resultat seiner IDM-Karriere. Der 18-Jährige setzte sich in einem packenden Duell gegen Ben Kugler (MotoLife) durch. „Ich bin überglücklich. Die harte Arbeit, die mein Vater und ich in das neue Bike gesteckt haben, hat sich heute ausgezahlt“, sagte Henriksen nach dem Rennen. Kugler musste sich mit Platz fünf zufriedengeben.

Auch Alexander Weizel lieferte eine starke Vorstellung ab. In einem engen Kampf verteidigte er mit vollem Einsatz Platz sechs gegen Cedrik Holme Nielsen (Motorradtke GYTR by Penz13) und Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) – und belohnte sich mit seinem ersten Top-6-Ergebnis in der IDM. Holme Nielsen wurde Siebter, Kooistra folgte auf Rang acht.

Hänse Verlierer des Tages

Pechvogel des Tages war Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13). Von Startplatz drei ins Rennen gegangen, fiel er in den ersten Kurven auf Rang sechs zurück. Beim Versuch, sich wieder nach vorn zu kämpfen, verlor er wenige Runden später in einer Rechtskurve das Vorderrad. Während er selbst über den Asphalt rutschte, rollte seine Yamaha führerlos weiter und krachte in die Airfences. Hänse gab jedoch nicht auf: Er rannte zu seinem Motorrad, richtete es mit Hilfe der Streckenposten wieder auf und fuhr das Rennen – wenn auch abgeschlagen – zu Ende.

IDM Sportbike, Ergebnis Race 1 (Top-Ten)

  1. Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660
  2. Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660
  3. Petr SVOBODA (CZE), Aprilia RS 660
  4. Ty HENRIKSEN (DNK), Aprilia RS 660
  5. Ben KUGLER (DEU), Aprilia RS 660
  6. Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660
  7. Cedric HOLME NIELSEN (DEU), Yamaha YZF-R7
  8. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  9. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  10. Kristoffer KÖNIG (DEU), Aprilia RS 660


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM Superbike: Lukas Tulovic mit Fabelzeit zur Pole Position

Lucas Tulovic, Ducati  #3 holt Pole in Most
Foto: Jens Hawrda

Es war alles andere als ein taktisches Spiel wie Lukas Tulovic im tschechischen Most auf die Pole Position gefahren ist. Der 25-jährige Bayer (Triple M Racing Ducati Frankfurt) drehte in der IDM Superbike mit einem Schlag alles um.

Wenn Lukas Tulovic am Kabel der Ducati zieht, dann macht er es richtig und mit viel Spannung. Nur dümpelte er in der Superpole 2, in der es um die Startaufstellung der 15 schnellsten Fahrer geht, einsam als Letzter in der Zeitenliste dahin. Teamchef Matthias Moser traute seinen Augen nicht. Nur eine halbe Stunde später saß er hochzufrieden in seinem Klappstuhl vor der Box und hatte ein Rund-um-Grinsen im Gesicht. Tulo hatte es mal wieder geschafft: Pole Position in Deutschlands höchster Motorradklasse. Und das in Most mit einer Fabelzeit, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: 1:31.885 Minuten.

Florian Alt, Honda #66 startet in Most von Platz 3 in Rennen 1
Foto: Jens Hawrda

Zuerst war Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) am schnellsten gewesen. Von Tulovic fehlte jede Spur. Eigentlich war der Plan gewesen, dass er aus der Box fährt und bei der Konkurrenz sofort für Schnappatmung sorgt. Das war zuviel des Guten. Tulo verbremste sich in der ersten Kurve gleich zwei Mal und das in zwei Runden hintereinander. „Da steckte keine Taktik dahinter“, lachte der Teamchef nachher erleichtert, „im vierten Anlauf hat es dann endlich geklappt.“ Und er ist stolz auf seinen Neuzugang: „Man kann es richtig sehen, wie sich Lukas bei uns entwickelt hat und wie wir Fortschritte am Fahrwerk und der Elektronik machen. Die Teamarbeit funktioniert großartig.“

Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) musste sich als Zweitschnellster mit 0,442 Sekunden Rückstand abfinden. Der Este, der die Meisterschaft anführt, hatte sich in den letzten Sekunden an Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) vorbeigequetscht.

Die Abstände zwischen den nachfolgenden Fahrern sind gering. Nur Tulovic hatte diese eine Hammerrunde vorgelegt, die ihn in einer anderen Welt fahren ließ.

Teamkollege Lorenzo Zanetti war bis zwei Minuten vor dem Ende der Session auf dem vierten Platz, rutschte aber noch auf den siebten Rang ab, weil die BMW-Fahrer Jan-Ole Jähnig, Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Tati Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) noch einmal durchstarteten.

Aus der SP1 waren Milan Merckelbagh (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Twan Smits (Team Apreco) und Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing) in die SP2 weitergekommen. Masteroil-Teamchef Werner Daemen konnte damit wieder alle seine vier Streitkräfte unter den besten 15 ausmachen. Merckelbagh nutzte die Chance, um in der SP2 noch auf den elften Startplatz vorzurücken. Im Kawasaki-Team von Oliver Skach hatten sich mit dem Einzug von Martin Vugrinec in die SP2 die Vorsätze erfüllt. Nicht dabei war Jan Mohr. Der Österreicher hatte nach dem gestrigen kapitalen Sturz heute im Freien Training nochmals Bodenkontakt.


Superpole 1: 

  1. Milan Merckelbagh (BMW), 
  2. Twan Smits (Yamaha), 
  3. Martin Vugrinec (Kawasaki), 
  4. Sandro Wagner (BMW), 
  5. Max Schmidt (BMW), 
  6. Marco Fetz (BMW), 
  7. Philipp Steinmayr (Kawasaki)

Superpole 2: 

  1. Lukas Tulovic (Ducati), 
  2. Hannes Soomer (BMW), 
  3. Florian Alt (Honda), 
  4. Jan-Ole Jähnig (BMW), 
  5. Toni Finsterbusch (BMW), 
  6. Leandro Mercado (BMW), 
  7. Lorenzo Zanetti (Ducati), 
  8. Bálint Kovács (BMW), 
  9. Maximilian Kofler (Yamaha), 
  10. Kevin Orgis (BMW), 
  11. Milan Merckelbagh (BMW), 
  12. Twan Smits (Yamaha), 
  13. Leon Orgis (BMW), 
  14. Soma Görbe (BMW), 
  15. Martin Vugrinec (Kawasaki)


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek