Sonntag, 8. Juni 2025

Samstagssieger Zulauf sichert sich Pole in Zandvoort

Finn Zulauf, Lamborghini #33 holt die Pole fürs Rennen am Sonntag in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

Finn Zulauf (20/Königsstein/Paul Motorsport) hat sich die Pole-Position für das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Circuit Zandvoort gesichert. Der Lamborghini-Pilot setzte sich bei nasser Strecke mit seiner Zeit von 1:41.724 Minuten an die Spitze des Feldes. Für den ADAC GT4 Germany-Champion des Vorjahres ist es die zweite Pole in seinem zweiten Qualifying. Der Rookie und sein Teamkollege Simon Connor Primm (20/Großschirma) hatten bereits das Samstagsrennen gewonnen und sich nun für den zweiten Lauf in Zandvoort die beste Ausgangslage gesichert.

„Wir hatten früher mit Regen gerechnet, deshalb haben wir uns für die Regenreifen entschieden und ich hatte mit meiner Runde Glück, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Eventuell wären Slicks sogar schneller gewesen, aber das Risiko war uns zu hoch“, erklärte Zulauf. „Wir sind optimistisch für das Rennen, obwohl wir mit dem Erfolgsballast vom Sieg gestern fahren müssen. Das wird sich über die Distanz im Reifenverschleiß bemerkbar machen. Unser Ziel ist der Sieg, aber nach dem schwierigen Wochenende auf dem Lausitzring haben Punkte für die Meisterschaft Priorität.“

Mit 0,126 Sekunden Rückstand sprang Alexander Fach (23/CHE/Fach Auto Tech) auf den zweiten Platz im Qualifying. Der Schweizer hatte sich rund sieben Minuten vor Ablauf der Zeit mit seinem Porsche 911 GT3 R an die Spitze gesetzt und immer wieder mit Bestzeiten geglänzt, bis er von Zulauf verdrängt wurde. Die Top-3 komplettierte Nico Hantke (21/Hürth/Scherer Sport PHX) im Audi R8 LMS GT3 Evo2. 

Bei zunächst leicht feuchter Strecke und zwölf Grad Lufttemperatur, standen die Teams vor der Entscheidung, welche Reifenwahl die bessere sein würde. Diese Frage erübrigte sich, als es im Verlauf der Session immer stärker zu regnen begann. Zunächst setzte sich Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen/Haupt Racing Team) mit seinem Ford Mustang GT3 an die Spitze, musste sich letztlich jedoch mit Startplatz vier begnügen. Auch der Vortages-Zweite Leyton Fourie (19/RSA/FK Performance Motorsport) sah zwischenzeitlich wie einer der Pole-Kandidaten aus. Das Rennen beginnt er nun von Startplatz fünf.


DTM – Stars and Stories vom Circuit Zandvoort

  • Marco Wittmann feiert mit seinem 200. DTM-Rennen Jubiläum
  • Jules Gounon tauscht Overall mit DTM-Ikone Manuel Reuter
  • Lokalmatadore genießen Heimspiel in den Niederlanden
  • Beeindruckendes Jubiläum: Wittmann bestreitet 200. DTM-Rennen

Marco Wittmann freute sich mit Schubert Motorsport und Schaeffler über sein 200. DTM-Rennen
Foto: dtm.com / ADAC-Motorsport

Vor zwölf Jahren bestritt Marco Wittmann sein erstes DTM-Rennen, 2014 feierte der heutige BMW-Werksfahrer in Hockenheim seinen ersten Sieg. Mittlerweile hat Wittmann seine Bilanz auf zwei Meisterschaften und 19 Erfolge ausgebaut. In Zandvoort gelang dem Fürther ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere: Wittmann absolvierte am Sonntag in Zandvoort sein 200. DTM-Rennen. „Ich freue mich einfach, über eine so lange Zeit in der DTM dabei zu sein. Seit meinem Debüt 2013 habe ich kein einziges Rennen verpasst und alle für BMW bestritten. Das macht mich stolz. Zu meinen persönlichen Highlights zählt neben den beiden Titeln 2014 und 2016 auch der Sieg bei meinem Heimspiel am Norisring in der Saison 2018“, sagte Wittmann.

Fan-Begeisterung: Lokalmatador Thierry Vermeulen genießt Heimspiel

Die Niederländer Thierry Vermeulen und Morris Schuring erlebten auf dem Dünenkurs an der Nordsee ein stimmungsvolles Heimspiel. Vor allem die Box von Emil Frey Racing wurde beim Pitwalk von den Fans belagert, Ferrari-Pilot Vermeulen genoss die Atmosphäre. „Ich finde es großartig, dass sich so viele Fans in den Niederlanden für die DTM begeistern – vor allem hier in Zandvoort. Das Wetter hat vielleicht nicht so ganz mitgespielt, dafür gab es zwei spannende Rennen zu sehen. Es ist einfach immer wieder schön, vor heimischer Kulisse zu fahren“, sagte Vermeulen, der gebürtig aus Venlo kommt.

ADAC MX Masters-Champion Max Nagel besucht Dörr Motorsport

Motocrossfahrer Max Nagel war am Samstag zu Gast bei Dörr Motorsport. Der fünfmalige Champion des ADAC MX Masters geht seit Anfang des Jahres für Dörr Motorsport Triumph Racing powered by Krettek auf Titeljagd und schnupperte in Zandvoort bei seinem neuen Rennstall DTM-Luft. Der Zweirad-Spezialist sah sich zusammen mit Ben Dörr im Fahrerlager um und nahm in der Box den McLaren 720S GT3 Evo unter die Lupe. Den Samstagslauf auf dem Formel-1-Kurs ließ sich der 37-Jährige nicht entgehen und drückte Ben Dörr die Daumen.

Sammlung erweitert: Jules Gounon tauscht Overall mit Manuel Reuter

Manuel Reuter ist ein DTM-Urgestein, wurde Meister in der DTM/ITC Serie und gewann unter anderem zweimal die 24-Stunden von Le Mans. Grund genug für Mercedes-AMG-Fahrer Jules Gounon, seiner umfangreichen Overall-Sammlung ein weiteres Stück hinzuzufügen. In Zandvoort tauschten der Franzose und Reuter ihre Arbeitskleidung. „Ich sammle schon seit einigen Jahren Rennanzüge von Fahrern, mittlerweile habe ich zu Hause etwa 40 bis 50 Overalls. Darunter sind auch eine Vielzahl von DTM-Legenden wie René Rast, Marco Wittmann, Maro Engel, Mike Rockenfeller, Bernd Schneider und jetzt auch Manuel Reuter. Ich tausche meist gegen einen meiner Anzüge – so wächst meine Kollektion zu Hause immer weiter“, freute sich Gounon.

Meilenstein: Rast mit neuem Pole-Rekord

Bereits am Freitag schrieb René Rast DTM-Geschichte. Der dreimalige Champion holte sich im Qualifying für das Sonntagsrennen seine 26 Pole-Position und ist damit alleiniger Rekordhalter in der DTM. Bisher lag Rast mit DTM-Legende Bernd Schneider gleichauf. „Eine phänomenale Leistung von René Rast. Ich habe ihm direkt gratuliert. Er hat sicher auch das Potenzial, meinen Titelrekord zu knacken. Ich hoffe aber, dass das noch ein bisschen dauert“, sagte Schneider, der am Samstag die Fahrer mit dem Schild „Drivers start your engines“ in das erste Rennen auf dem Circuit Zandvoort schickte.

Virtueller Schlagabtausch: Morris Schuring stellt sich seinen Fans

Nach dem Samstagsrennen wurde es für Morris Schuring noch einmal ernst: Der Amsterdamer stellte sich in den Simulatoren von RaceRoom in der DTM Fan Zone im Rahmen der Challenge „Beat the Pro“ den niederländischen Fans. In seinem virtuellen Porsche 911 GT3 R trat der Youngster in einem Rennen auf dem Circuit Zandvoort gegen acht Mitstreiter an. „Das hat richtig Spaß gemacht! Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell die Jungs gefahren sind. Ich finde es super, dass die DTM solche Aktionen mit den Fans macht. Vor einigen Jahren war ich auch so ein kleiner Junge, der an die Strecke kam, um die DTM zu verfolgen“, sagte Schuring, der bereits in seiner Jugend sehr aktiv im Sim-Racing war.

Slick-Befehl: Tomczyk beschert Thiim Platz zwei

Nicki Thiim war im Samstagsrennen einer von drei Fahrern, die auf nasser Fahrbahn mit Slicks gestartet sind. Das Risiko wurde belohnt, der Däne belegte Platz zwei und sorgte damit für das erste Podium in der neuen Lamborghini-Ära von Abt Sportsline. Die Entscheidung traf allerdings nicht Thiim selbst, sondern Abt Motorsportdirektor Martin Tomczyk: „Ich stand auf dem Grid, da kam Martin Tomczyk und meinte kurz vor dem Start zu mir: Du hast keine Wahl und fährst auf Slicks. Wenn der Chef das sagt, mache ich das natürlich“, erzählte Thiim mit einem Schmunzeln. „Das war eine super Entscheidung von ihm. Das Podium macht mich unglaublich stolz.“

Ehrung für zwei Niederländer im Rahmen der DTM

Nicky Catsburg und Larry ten Voorde sind beim DTM-Wochenende in das Nationale Motorsport Monument am Circuit Zandvoort aufgenommen worden. Gijs van Lennep beglückwünschte die beiden Niederländer vor Ort – der ehemalige Formel-1-Fahrer und zweimalige Le-Mans-Sieger ist Mitglied des Komitees, das darüber entscheidet, welche Piloten auf dem Nationale Motorsport Monument verewigt werden. Catsburg wurde unter anderem für Siege bei 24-Stunden-Rennen in Le Mans, Spa-Francorchamps und auf dem Nürburgring geehrt, ten Voorde für mehrere Titel in den Porsche-Markenpokalen – vergangenes Jahr holte der 28-Jährige im Rahmen der DTM zum vierten Mal den Titel im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. „Ein Junge aus Twente zwischen all den Legenden – dafür bin ich unendlich dankbar“, freute sich ten Voorde. Catsburg ergänzte: „Es ist unglaublich, meinen Namen nun neben so vielen Idolen zu sehen.“


Samstag, 7. Juni 2025

Lamborghini-Duo Primm/Zulauf holt knappen Sieg in Zandvoort

  • Simon Connor Primm und Finn Zulauf siegen beim Samstagsrennen des ADAC GT Masters
  • Paul Motorsport holt innerhalb zwei Stunden erstes DTM-Podest und ersten ADAC GT Masters-Sieg
  • Lamborghini-Duo Jonas Karklys/Emil Gjerdrum feiern Pro-AM-Klassensieg

Simon Connor Primm und Finn Zulauf gewannen in ihr erstes ADAC GT Masters Rennen
Foto: ADAC-Motorsport

Millimeterentscheidung beim ersten Lauf des ADAC GT Masters in Zandvoort. Finn Zulauf (20/Königsstein) und Simon Connor Primm (20/Großschirma) haben das Samstagsrennen hauchdünn gewonnen und damit für den ersten Sieg von Paul Motorsport im ADAC GT Masters gesorgt. Der Lamborghini Huracán GT3 Evo2 überquerte die Linie mit 0,340 Sekunden Vorsprung vor Tim Zimmermann (28/Langenargen)/Leyton Fourie (19/RSA/beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo. Ihre Markenkollegen von Schubert Motorsport, die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem (beide 20/Polch), komplettierten das Podium. „Nachdem wir am Lausitzring den sicher geglaubten Sieg verloren haben, war das der beste Weg, um zurückzuschlagen. Das Team hat diesen Sieg wirklich verdient“, freute sich Zulauf. „Zum Schluss des Rennens wurde es nochmal spannender, als mir lieb war“. Teamkollege Primm ergänzte: „Zu Rennbeginn habe ich versucht, das Auto gut und sicher um den Kurs zu fahren und der Vorsprung wurde immer größer. Das Ende war nervenaufreibend, aber Finn hat das top gemacht.“ Primm und Zulauf sorgten für einen perfekten Tag von Paul Motorsport: Nachdem Maximilian Paul zwei Stunden zuvor in der DTM das erste Podium für den Familienrennstall aus Dresden holte, folgte nun der erste Triumph im ADAC GT Masters.

Das Rennen auf dem 4,259 km langen Dünenkurs fand unter trockenen Bedingungen bei rund 22 Grad statt. Am Start verteidigte Polesetter Jannes Fittje (25/Langenhain/SR Motorsport by Schnitzelalm) seine Führung, bis ihn ein technisches Problem an seinem Mercedes-AMG GT3 stoppte und ans Ende des Feldes zurückwarf. Primm übernahm die Führung, gab sie nicht mehr ab und holte gemeinsam mit Zulauf den Debütsieg im ADAC GT Masters. Im hinteren Feld begann eine Aufholjagd der BMW. Sandro Holzem und Zimmermann arbeiteten sich von den Startplätzen neun und elf mit zahlreichen Überholmanövern nach vorne. Nach dem Fahrerwechsel entwickelte sich zwischen Juliano Holzem und Fourie ein Duell um Rang zwei, was der FK Performance Motorsport-Pilot letztlich für sich entschied. Als kurz vor Ende der Mercedes-AMG gesteuert von Fittjes Teamkollege Wiskirchen (22/Euskirchen) endgültig stehenblieb, kam das Safety Car auf die Strecke. In den finalen Runden nach dem Re-Start entwickelte sich ein harter Kampf um die Führung zwischen dem späteren Sieger Zulauf im Lamborghini mit Fourie im BMW. Gleichzeitig musste Sandro Holzem den letzten Podiumsplatz vehement gegen Markenkollege Eduardo Coseteng (21/PHL) verteidigen, der letztlich mit seinem Teamkollegen Julian Hanses (27/Hilden/beide FK Performance Motorsport) auf Rang vier landete.

„Wir wussten, dass wir nach dem Safety Car eine Chance haben würden und ich habe es versucht“, erklärte der zweitplatzierte Fourie. „Wir kamen sehr nah ran, aber am Ende war mir das Risiko zu groß und ich habe lieber Rang zwei abgesichert. Dieses Podium hat sich angekündigt. Wir mussten nur ein paar Kleinigkeiten aussortieren, aber sobald das gepasst hat, war die Pace da.“

Für die Holzem-Zwillinge war es das erste gemeinsame Podium im ADAC GT Masters. Sandro Holzem, der in der Vergangenheit bereits einmal in die Top-3 gefahren war, hatte den Start übernommen und den BMW M4 GT3 Evo auf Rang zwei an seinen Bruder Juliano übergeben. Dieser schilderte: „Wir mussten uns zu Beginn nach vorne kämpfen, darunter haben die Reifen etwas gelitten. Deshalb wurde es am Ende nochmal richtig eng und ich habe alles versucht, um irgendwie das Podium zu retten. Besser hätte es nicht laufen können."

Hinter den drei BMW folgten die drei Ford Mustang GT3 des Haupt Racing Teams. Salman Owega (20/Köln)/Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen) überquerten vor Max Reis (18/Ramstein)/Niklas Kalus (19/Duisburg) und Dennis Fetzer (24/Gießen)/Jonathan Cecotto (25/VEN) die Ziellinie. Leo Pichler (23/AT)/Simon Birch (18/DNK/beide Razoon – more than racing) wurden im Porsche 911 GT3 R Achte. Auf den neunten Rang fuhren Jonas Karklys (35/LIT)/Emil Gjerdrum (18/NOR/beide Liqui Moly Team Engstler by GRT), die in ihrem Lamborghini zum ersten Mal den Pro-AM-Klassensieg einfuhren. Die Top-10 wurden von Nico Hantke (21/Hürth)/Denis Bulatov (26/Scherer Sport PHX) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 komplettiert.


Nervenstarker Güven feiert in Zandvoort zweiten DTM-Sieg

  • Porsche-Pilot überzeugt bei herausfordernden Wetterbedingungen
  • Mutige Strategie: Thiim und Paul starten auf Slicks und holen Podestplätze
  • Zuschauer erleben einen spektakulären fünften Meisterschaftslauf

Durch den Sieg springt Ayhancan Güven auf den zweiten Tabellenplatz
Foto: dtm.com / ADAC-Motorsport

Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA) hat in seinem Porsche 911 GT3 R in einem turbulenten fünften Meisterschaftslauf bei wechselhafter Witterung den Durchblick behalten. Der schnelle Türke machte im niederländischen Zandvoort sowohl auf nasser als auch trockener Fahrbahn keine Fehler und jubelte am Samstag nach 34 Runden mit einem knappen Vorsprung von 0,3 Sekunden vor Lamborghini-Fahrer Nicki Thiim über seinen zweiten DTM-Sieg. „Was für ein unglaubliches Rennen! Nach einem Duell mit Nicki Thiim gewonnen zu haben, ist ein besonderes Gefühl für mich. Als Kind war ich riesiger Fan von ihm“, sagte Güven. Die Lamborghini-Piloten Nicki Thiim (DK/Abt Sportsline) und Maximilian Paul (Dresden/Paul Motorsport) folgten auf den Plätzen zwei und drei.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 5 von 16

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: Wechselhaft

Pole-Position: Jordan Pepper (TGI Team Lamborghini by GRT, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #63), 1:42,194 Minuten

Sieger: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #90)

Schnellste Rennrunde: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #90), 1:34,960 Minute

Zu Beginn des Rennens herrschten schwierige Bedingungen: Der Regen hatte zwar aufgehört, doch der fünfte Saisonlauf startete auf nasser Fahrbahn. Güven schob sich im Porsche 911 GT3 R in der ersten Runde direkt von der fünften auf die dritte Position vor – hinter Pole-Setter Jordan Pepper (ZA) und Luca Engstler (Kempten/beide TGI Team Lamborghini by GRT) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2.

Im weiteren Verlauf trocknete der Asphalt immer mehr ab. Als einer der ersten Fahrer absolvierte Güven seinen Pflicht-Boxenstopp und wechselte auf Slicks. Kurz darauf ging es in der Pitlane hektisch zu, da sich viele Fahrer gleichzeitig neue Reifen holten. Pepper, der bis zu diesem Zeitpunkt als Spitzenreiter einen großen Vorsprung herausgefahren hatte, verlor dabei über 13 Sekunden und fiel im weiteren Rennverlauf zurück.

Von einem späten Reifenwechsel profitierte dagegen Thiim, der als Führender auf die Formel-1-Strecke bei Amsterdam zurückkehrte. Doch mit noch kalten Pneus konnte er den Spitzenplatz gegen den heranstürmenden Güven nicht halten. Kurz vor Schluss kam nach einem Ausrutscher von BMW-Pilot René Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) das Safety-Car zum Einsatz. Nach dem Re-Start verteidigte Güven seine Führung und überquerte vor den drei Lamborghini von Thiim, Paul und Engstler als Erster die Ziellinie. Paul sorgte damit für das erste DTM-Podium seines Familienrennstalls Paul Motorsport. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) konnte sich im Mercedes-AMG GT3 dank seiner Erfahrung auf Rang fünf vorarbeiten und damit die Tabellenführung verteidigen.

Lokalmatador Morris Schuring (NL) belegte vor heimischem Publikum im Neunelfer vom Manthey Junior Team den sechsten Rang. Nur 0,017 Sekunden dahinter beendete Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) als bester BMW-Fahrer das Rennen als Siebter und machte nach einer starken Aufholjagd 13 Positionen gut. Pole-Setter Pepper musste sich mit Platz acht zufriedengeben, sein Markenkollege Mirko Bortolotti (I/Abt Sportsline) wurde Neunter. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward Racing) fiel in seinem Mercedes-AMG GT3 nach einem unglücklichen Rennverlauf vom zweiten auf den zehnten Rang zurück.

Stimmen nach dem Rennen

Ayhancan Güven: „Wir haben früh auf Slicks gewechselt, das war entscheidend für den Sieg. Einige Fahrer sind erst etwas später während eines kurzen Regenschauers an die Box gefahren und hatten danach Probleme, ihre Reifen schnell ins richtige Arbeitsfenster zu bekommen.“

Nicki Thiim: „Von Beginn an auf Slicks zu setzen, war ein großes Risiko. Aber schon nach wenigen Runden habe ich gemerkt, dass es die richtige Strategie ist. Ohne die Safety-Car-Phase wäre der Sieg möglich gewesen. Ich bin trotzdem unglaublich stolz, das erste DTM-Podium in der neuen Lamborghini-Ära von Abt Sportsline geholt zu haben.“

Maximilian Paul: „Wir haben als Familienteam lange auf diesen Moment hingearbeitet. Das Podium fühlt sich überragend an. Ich bin überzeugt, dass für uns sogar noch mehr drin gewesen wäre. Beim Reifenwechsel haben wir etwas Zeit verloren, ich wollte beim Ansteuern an die Box unter diesen herausfordernden Bedingungen kein zu großes Risiko gehen.“

Ergebnis, 5. Meisterschaftslauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA)

2. Nicki Thiim (DK/Abt Sportsline), +0,323 Sekunden

3. Maximilian Paul (D/Paul Motorsport), +4,182 Sekunden

4. Luca Engstler (D/TGI Team Lamborghini by GRT), +4,726 Sekunden

5. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +5,861 Sekunden


Pepper holt im Regen von Zandvoort erste DTM-Pole

Jordan Pepper, Lamborghini #63
Foto: Jens Hawrda

Starke Regen-Performance von Jordan Pepper beim ersten Qualifying in Zandvoort. Der Lamborghini-Pilot fuhr am Samstagmorgen auf nasser Strecke mit 1:42,194 Minuten die schnellste Runde. Damit steht der Neueinsteiger aus Südafrika zum ersten Mal in einem DTM-Rennen auf Startplatz eins. „Das ist ein emotionaler Moment für mich! Als ich am Morgen den Regen gesehen habe, wusste ich, dass das eine große Chance für uns sein kann. Die Strecke ist allerdings relativ schnell trockener geworden. Daher war es genau die richtige Entscheidung, frühzeitig auf eine Top-Runde zu gehen. Dazu hat das Team das Fahrzeug perfekt auf die nassen Bedingungen abgestimmt“, sagte Pepper, der für seine Pole-Position mit drei Meisterschaftspunkten belohnt wurde.

Neben Pepper geht Maro Engel von der ersten Startreihe aus in den fünften Meisterschaftslauf. Der Mercedes-AMG-Pilot verfehlte in seinem besten Umlauf die Top-Zeit nur um 0,008 Sekunden und verriet den Grund für seine gute Vorstellung: „Meine Familie ist an diesem Wochenende mit dabei. Umso schöner ist der zweite Startplatz für mich. Der Wunsch meiner Tochter ist ein Sieg, dafür werde ich alles geben. Für das Rennen ist gemischtes Wetter vorhergesagt, das wird spannend.“ Peppers Teamkollege Luca Engstler (Kempten) belegte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 den dritten Platz. Ebenfalls stark präsentierte sich Ricardo Feller, der seinen Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf Rang vier positionierte. Ayhancan Güven wurde im Porsche 911 GT3 R Fünfter.

Das Zeittraining auf dem niederländischen Dünenkurs fand auf nasser Fahrbahn ab. Die Niederschläge hörten zwar kurz nach dem Start auf und die Fahrbahn trocknete leicht ab, doch alle Piloten waren bis zum Schluss mit den Regenreifen von Pirelli unterwegs. Von Beginn an jagten die DTM-Stars nach der Bestzeit – die Fahrer hatten allerdings Mühe, auf der vollbesetzten Strecke eine freie Runde zu finden. Das gelang Pepper bereits nach sieben Minuten, als er früh die Top-Marke setzte. Zunächst verpasste Engstler knapp die Pole-Zeit, kurz vor Schluss wurde er noch von Engel auf Position drei verdrängt. Trotz der herausfordernden Bedingungen waren die Abstände sehr gering: Die Top-Zehn lagen innerhalb von gut vier Zehntelsekunden.

Ergebnis Qualifying, 5. Saisonlauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Jordan Pepper (ZA/TGI Team Lamborghini by GRT), 1:42,194 Minuten

2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward Racing), +0,008 Sekunden

3. Luca Engstler (D/TGI Team Lamborghini by GRT), +0,017 Sekunden

4. Ricardo Feller (CH/Land-Motorsport), +0,122 Sekunde

5. Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA), +0,231 Sekunden


Quelle: dtm.com