Dienstag, 3. Juni 2025

Doppelte Oranje-Power: Schuring und Vermeulen mit DTM-Heimspiel am Meer

  • Vermeulen über seine Beziehung zu Formel-1-Weltmeister Verstappen
  • Schuring erzählt von Kindheitsträumen und Mut-Kurven in Zandvoort

Morris Schuring hat in Zandvoort sein Heimrennen
Foto: Jens Hawrda

Wenn die DTM vom 6. bis 8. Juni in Zandvoort gastiert, schlagen die Herzen zweier Fahrer besonders hoch: Die beiden Lokalmatadore Morris Schuring (Manthey Junior Team) und Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing) freuen sich auf ihr Heimspiel an der niederländischen Nordseeküste. Im Interview sprechen der Porsche-Youngster und der Ferrari-Fahrer über Kindheitserinnerungen an den Küstenkurs und Schlüsselstellen auf der Strecke. Außerdem verraten die beiden, welchen Einfluss Formel-1-Star Max Verstappen auf ihren Weg im Motorsport hatte.

Wie groß ist die Vorfreude auf das DTM-Wochenende in Zandvoort?

Vermeulen: Ich bin froh, dass Zandvoort auch dieses Jahr im Kalender der DTM steht und freue mich wahnsinnig darauf, alle Fans aus der Heimat zu sehen.

Schuring: Da ich inzwischen in Amsterdam lebe, ist Zandvoort sehr nah an meinem Zuhause. Es ist einfach schön, an einem DTM-Event die Familie und viele Freunde zu sehen. Außerdem passt mein orange-farbiges Auto natürlich perfekt. Ich bin mir sicher, dass es ein großartiges Wochenende wird.

Was für Kindheitserinnerungen verbindet ihr mit dem Circuit Zandvoort?

Vermeulen: Ich war früher öfter in Zandvoort, zum Beispiel als Max Verstappen beim Formel-3-Masters fuhr. Ich erinnere mich gut daran, dass sein Vater Jos damals ein paar Showruns gedreht hat. Das waren meine ersten Berührungspunkte mit der Strecke, die bis heute in guter Erinnerung habe.

Schuring: Als 13-Jähriger war ich bei der DTM in Zandvoort. Mein Vater kennt Philipp Eng von gemeinsamen Einsätzen auf der Nürburgring-Nordschleife und wir haben ihn damals besucht. Das war ziemlich cool! Zu der Zeit hatte ich selbst gerade mit dem Kartfahren angefangen.

Was sind die Schlüsselstellen in Zandvoort?

Vermeulen: Der mittlere Streckenabschnitt ist noch sehr alt, gerade dort kann man viel herausholen. Das ist aber auch ein Bereich, in dem schnell Fehler passieren können. Wenn du dich dort verschätzt, kann dich das dein ganzes Wochenende kosten. Deshalb ist es eine der entscheidenden Passagen, die man wirklich sauber erwischen muss.

Schuring: Ich finde besonders die Hugenholtzbocht im ersten Sektor spannend. So ein hohes Banking sieht man auf anderen Strecken kaum. Es ist ziemlich anspruchsvoll, dort die perfekte Linie zu fahren. Aber wenn es passt, kann man dort viel Zeit gutmachen. Auch die Scheivlak-Kurve ist beeindruckend. Du kommst mit hohem Tempo an, siehst zunächst nur den Himmel, weil es leicht bergauf geht – und dann wird es plötzlich richtig schnell. Du brauchst als Fahrer viel Mut, um die Kurve wirklich gut zu treffen.

Welche niederländischen Rennfahrer waren in der Kindheit eure Vorbilder?

Vermeulen: Es gibt viele Fahrer, die ich als Kind verfolgt habe. Max Verstappen hat mir auf meinem Karriereweg besonders geholfen. Er war schon früh sehr engagiert und ich finde es beeindruckend, wie intensiv er sich auch abseits der Formel 1 mit Motorsport beschäftigt. Für mich war Max immer jemand, zu dem ich aufgeschaut habe.

Schuring: Max Verstappen hat in den Niederlanden enorm viel für den Motorsport bewegt. Aber es gibt auch andere Fahrer, die mich inspiriert haben. Ich denke zum Beispiel an Larry ten Voorde, Jeroen Bleekemolen oder Jaap van Lagen. Es ist großartig zu sehen, wie stark der niederländische Motorsport geworden ist. Und es macht mich stolz, dass wir heute sowohl in der Formel 1 als auch in der DTM vertreten sind. Jetzt selbst als Niederländer in der DTM zu fahren, ist einfach ein besonderes Gefühl.

Formel-1-Star Max Verstappen fuhr zuletzt im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing auf dem Nürburgring – gab es im Vorfeld Tipps für den Weltmeister?

Vermeulen: Wir kennen uns schon lange, aber Max braucht keine Tipps von mir. In den letzten Jahren haben wir mit Emil Frey Racing viele gemeinsame Testtage absolviert, da hat sich eine enge Zusammenarbeit entwickelt. Max kennt den Ferrari extrem gut, ist viel gefahren und, wie man gesehen hat, richtig schnell.

Welche Tipps habt ihr für junge Motorsport-Talente?

Schuring: Sim-Racing ist sehr wichtig geworden. Für mich war es eine große Hilfe, besonders während der Corona-Pandemie. Als ich danach zum ersten Mal wieder ins Rennauto gestiegen bin, haben mir die Erfahrungen aus dem Simulator enorm geholfen. Aber am wichtigsten ist: Du solltest den Sport genießen und Spaß daran haben. Das ist für mich das Entscheidende.

Vermeulen: Man muss auch in jungen Jahren offen für Kritik sein, um die eigenen Schwächen zu erkennen. Je mehr du an dir arbeitest und versuchst, dich zu verbessern, desto stärker wirst du auf der Strecke. Mein Vater hat mir immer gesagt: Am Ende zählt die Rundenzeit – denn nur die bringt Punkte und Pokale.

Wie lautet die Zielsetzung fürs DTM-Heimspiel in Zandvoort?

Schuring: So erfolgreich wie möglich zu sein. Ein Podiumsplatz beim Heimrennen wäre etwas ganz Besonderes. Ich habe beim Formel-1-Wochenende in Zandvoort vor zwei Jahren das Rennen im Porsche Mobil 1 Supercup gewonnen. Das war ein überragendes Gefühl.

Vermeulen: Vergangenes Jahr habe ich das DTM-Podium in Zandvoort als Vierter nur knapp verpasst. Dieses Mal wollen wir als Team alles richtig machen und es unter die Top-Drei schaffen.


IDM Schleiz: Nichts für schwache Nerven für Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW

Hannes Soomer, BMW M 1000 RR #38 bleibt auch nach Schleiz Tabellenführer
Foto: Jens Hawrda

Die Reise des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW ging am vergangenen Wochenende nach Thüringen. Auf dem Schleizer Dreieck trafen sich die Fahrer und Tausende von Fans der Internationalen Deutschen Meisterschaft IDM zum zweiten von sieben Rennwochenende der Saison 2025. Der belgische Teamchef Werner Daemen war erstmals in diesem Jahr mit dem kompletten IDM Superbike-Quartett angereist: Hannes Soomer aus Estland, Leandro Mercado aus Argentinien, mit Wohnsitz in Italien, Milan Merckelbagh aus den Niederlanden und Bálint Kovács aus Ungarn.

Unser Pro Superstock 1000-Team startete die Saison in Schleiz und erlebte ein großartiges Wochenende: Ricardo Brink holte sich einen Doppelsieg, und sowohl Julius Ilmberger Jr. als auch Ouri Bikkems machten über das Wochenende hinweg große Fortschritte.

Hannes Soomer war nach dem erfolgreichen Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben als Führender der Gesamtwertung nach Schleiz gereist und hatte wie auch Kollegen und Konkurrenten in der Vorwoche auf der Naturrennstrecke noch einige Testrunden gedreht. Die guten Vorbereitungen machten den Esten noch eine Runde entspannter also sonst.

Auf dem Podest landete Soomer an diesem Wochenende nicht, doch mit seinen zwei vierten Plätzen punktete er solide und durfte die Rennstrecke auch als Meisterschafts-Führender wieder verlassen. «Das erste Rennen war fünf Runden zu lang und das zweite fünf Runden zu kurz«, lautete sein Fazit. Es hatte kurz vor dem Start in Lauf 1 geregnet und die Strecke war größtenteils nass. Doch neben den Pfützen gab es auch Stellen, an denen der Asphalt bereits abtrocknete. Soomer blieb cool und entschied sich, das Rennen auf Regenreifen anzugehen. Bis zu den letzten Runden konnte er die Führung halten. Doch dann schlug auf zunehmend trockenem Asphalt die Stunde der Piloten, die Slicks gewählt hatten. Drei Mitstreitern musste Soomer im Ziel den Vortritt lassen. Durch seine gute Vorarbeit rettete er auf seinen profilierten Reifen noch den vierten Rang über die Distanz. «Ab der dritten Runde hatte ich kapiert, wie das Rennen laufen würde», sagt Soomer, «Meter um Meter trocknete die Strecke zusehends ab. Ich wusste was kommt.»

Im zweiten Lauf kämpfte der BMW-Pilot rundenlang mit Marken-Kollege Jan-Ole Jähnig um den dritten Platz. Einen Weg vorbei am Trainingsschnellsten fand Soomer aber nicht. «Ich hätte noch ein paar Runden gebraucht», so sein Fazit. «In den letzten zwei Runden habe ich es zwei Mal probiert. Meine Rundenzeiten waren okay, aber im Zweikampf tue ich mich anfangs nicht so leicht. Aber das Ergebnis aus beiden Rennen geht okay.»

Schwieriges Wochenende in Schleiz für Leandro Mercado BMW M 1000 RR # 36
Foto: Jens Hawrda

Leandro Mercado musste beim Auftakt von Oschersleben einen herben Dämpfer verkraften, nachdem der sonst so sattelfeste Argentinier in Führung liegend gestürzt war. Bei einem Test in Schleiz hatte er sich eine Woche zuvor gut auf das IDM-Wochenende vorbereiten können. «Inzwischen geht’s mir wieder gut», erklärte er nach seiner Ankunft in Thüringen. «Die Schmerzen im Knie nach dem Oschersleben-Sturz sind schon viel besser. Es ist noch nicht hundert Prozent gut, aber es geht viel besser.»

«Der Test war sehr wichtig», gab er zu, «denn auch wenn ich Schleiz mag, ist es doch eine spezielle Strecke. In den letzten zwei Jahren war ich hier ziemlich schnell. Aber warten wir mal das Wetter ab.» Das sorgte vor allem im ersten Rennen für Aufregung, als kurz vor dem Start ein Regenschauer niederging. Mercado, der von Platz 7 aus ins Rennen gehen sollte, schaute sich die Strecke bei der ersten der beiden Aufwärmrunden an und zog wie eine Hand voll anderer Piloten den Joker und ließ Slick-Reifen montieren. Von hinten war es vor allem in der Anfangsphase schwer, die trockenen Flecken zu finden. Doch mit zunehmender Distanz wurde die Strecke trockener und die Slick-Fahrer schneller. Von ganz hinten ging es für Mercado dann vor bis auf Rang 3.

«Vor allem an den Kurveneingängen war es sehr nass», berichtete er von seiner Rutschpartie. «Da dachte ich kurz, ich hätte mich falsch entschieden. Florian Alt war echt schnell unterwegs. Ich bin dann ruhig geblieben und habe versucht, das Gefühl für die Bedingungen und meine Pace aufzubauen. Es war schwer, zu überholen, da echt nur ein sehr schmaler Streifen trocken war. Aber nach Oschersleben bin ich happy, hier auf dem Podium zu stehen.»

Lauf 2 ist schnell erzählt. Mercado war erneut in der Spitzengruppe aufgetaucht, konnte aber die Früchte seiner Bemühungen nicht mehr ernten. Seine BMW versagte ihren Dienst und Mercados Rennen endete vorzeitig mit einer riesigen Enttäuschung. «Wir hatten ein elektronisches Problem», erklärte Teamchef Werner Daemen. «Genau wissen wir noch nicht, was los war. Aber wir bauen für das nächste Rennen einen komplett neuen Kabelbaum ein, um jedes weitere Risiko zu vermeiden. Die Untersuchung des Kabelbaums von Schleiz machen wir später.»

Milan Merckelbagh bezeichnete die Rennstrecke rund um das Schleizer Dreieck wie viele seiner Kollegen als «speziell». Denn immerhin besteht die Strecke Großteils aus Straßen, die unter der Woche dem öffentliche Verkehr gehören. Immerhin schaffte der Nachwuchspilot aus dem Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW den sofortigen Sprung in die Superpole 2 und belegte damit in der Startaufstellung Rang 13.

Auch für ihn stand nach dem Regenschauer kurz vor dem Starts ins erste Rennen die Entscheidung an, welchen Reifen er wählen sollte. «Ich habe mich für die sichere Variante entschieden», erklärte er, «und Regenreifen genommen. Die Entscheidung liegt in dem Fall vollständig beim Fahrer.» Am Ende wurde sein Wahl mit dem sechsten Platz belohnt. «Als Florian Alt auf seinen Slick-Reifen vorbeikam», erzählt der Niederländer, «wusste ich, dass auch die anderen Slick-Piloten noch kommen. Doch in der letzten Runde konnte ich in der letzten Schikane noch meinen Teamkollegen Bálint Kovács überholen. Wäre es noch länger nass geblieben, hätte ich um Platz 3 kämpfen können.»

Im zweiten Rennen, bei dem alle auf Slick-Reifen und trockenen Bedingungen losfahren konnten, hatte Merckelbagh am Ende vor allem mit Soma Görbe zu tun, der ebenfalls eine BWM pilotierte. «Weil das im ersten Rennen an der Stelle so gut geklappt hat», verrät Merckelbagh, «habe ich den Move in der letzten Schikane erfolgreich wiederholt und wurde Achter.» Doch wie schon beim Auftakt in Oschersleben war der Niederländer mit den Ergebnissen zwar zufrieden, doch er macht kein Geheimnis daraus, dass ihm Top-Ten-Resultate nicht reichen. Die Top Fünf sind nach wie vor sein Ziel.

Bálint Kovács hatte am Freitag ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Für den Ungar war es der erste IDM-Lauf der Saison. Der Fahrer aus Székesfehérvár stürzte am 19. April bei den 24-Stunde von Le Mans schwer und brach sich dabei das Schlüsselbein. Inzwischen ist alles verheilt und der Ungar sitzt wieder fest im Sattel. «Wieder auf der Strecke», freute er sich nach Startplatz 8 aus der Superpole 2. «Ich habe dieses Gefühl wirklich vermisst. Auch wenn ich noch nicht wieder bei 100 Prozent bin. Aber ich fühle mich stark genug, das Wochenende in Schleiz zu packen.» Deutliche Worte, wenn man bedenkt, dass das Schleizer Dreieck auch physisch eine extreme Herausforderung darstellt.

«Auch wenn ich mich nach den Trainings immer ein wenig müde gefühlt habe», gab er zu, «war es der richtige Moment zurückzukommen. Es ist toll mit der neuen BMW, auch wenn ich noch ein bisschen was lernen muss. Aber es war mit den ganzen Informationen nicht so schwer, ein gutes Set-up zu finden.» Im ersten Rennen wählte Kovács auf der noch regennassen Strecke trotz abtrocknendem Asphalt wie ein Großteil des Feldes die Regenreifen. Vor allem zu Beginn die richtige Entscheidung. Auch wenn er am Ende noch die Piloten, die mit ihren Slicks die riskantere Option gewählt hatten, ziehen lassen musste, wurde es im Ziel Platz 7. Und weil es ihm da scheinbar gut gefallen hatte, wiederholte er den siebten Platz in Rennen 2.

«Bei den nassen Bedingungen bin ich mit Regenreifen auf der sicheren Seite geblieben», so der Ungar, «das war nach meiner Verletzungspause auch die richtige Entscheidung. Der Poker ging am Ende für die Fahrer mit den Slick-Reifen auf. Ich war anfangs sogar eine Weile auf P3 und habe von den Fahrern mit den Regenreifen die viertbeste Zeit gefahren. In Rennen 2 habe ich gemerkt, dass ich bei meiner körperlichen Fitness noch nicht wieder auf meinem alten Level bin. Ich konnte ja sechs Wochen so gut wie nichts machen. Am Ende war ich echt fertig. Aber es wird Tag für Tag besser.»

Das nächste IDM-Wiedersehen gibt es in drei Wochen, wenn das Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW zum Autodrom Most nach Tschechien reist.

 

Montag, 2. Juni 2025

IDM 2025: Schleiz ließ alle Nerven flattern

Das Rennwochenende auf dem Schleizer Dreieck bewies einmal mehr, warum es als Herzstück der IDM gilt: Schnell, fordernd – und launisch wie eh und je. Regen, Sonne und halbnasse Pisten sorgten für flatternde Nerven bei Fahrern und Zuschauern. Die Läufe zeigten nicht nur außergewöhnliche Rennsport-Dramen und erstklassigen Motorsport, sondern brachten auch Bewegung in die Meisterschaft.

Erster Saisonsieg für Florian Alt beim Heimrennen
Foto: idm.de / Dino Eisele

IDM Superbike: Florian Alt gewinnt Reifenpoker

Das erste Superbike-Rennen begann mit der wohl größten Herausforderung des Wochenendes: Nach einem Regenguss vor dem Start war die Strecke teils nass, teils abgetrocknet – die denkbar schwierigste Situation für die Reifenwahl. Ein Teil des Fahrerfeldes, darunter Florian Alt, Lukas Tulovic und Leandro „Tati“ Mercado, entschieden sich für Slicks, obwohl die Strecke stellenweise noch komplett nass war.

Zu Beginn kämpften mit Hannes Soomer, die Fahrer Leon Orgis (ORM Racing Team) und Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) mit Regenreifen um die Spitze, während Alt (Holzhauer Racing Promotion), der auf Slicks aus der Boxengasse gestartet war auf Rang 16 lag. Auf der weiter abtrocknenden Strecke zog Alt das Tempo schnell an, arbeitete sich stetig nach vorn und übernahm in Runde 15 die Führung. Am Ende stand der Honda-Pilot mit einem Vorsprung von über sechs Sekunden ganz oben auf dem Podium. Dahinter sicherte sich Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) Platz zwei vor Leandro Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) Platz zwei, der den Auftaktsieger Hannes Soomer kurz vor Rennende noch überholen konnte.

Das zweite Rennen brachte nach einem Rennabbruch einen spannenden Neustart über 13 Runden. Tulovic eroberte die Führung, doch Alt und Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) folgten ihm dicht auf den Fersen. Am Ende sicherte sich Tulovic den Sieg, Alt fuhr erneut stark auf Platz zwei, Jähnig komplettierte das Podium. Mit 70 Punkten auf dem Konto verkürzte Tulovic den Rückstand auf Tabellenführer Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW / 71 Punkte) spürbar, Alt folgt mit 58 Punkten auf Rang drei.

Dirk Geiger, in Schleiz diesmal unschlagbar
Foto: idm.de / Dino Eisele

M Supersport: Dirk Geiger baut Führung mit Doppelsieg aus

Dirk Geiger (MCA Racing) zeigte bei beiden Supersport-Rennen seine ganze Klasse und feierte jeweils einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Im ersten Lauf sicherte er sich die Führung schon in der ersten Runde und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Daniel Blin (AF Racing) kämpfte sich auf Rang zwei, während ein mitreißender Zweikampf um Platz drei entbrannte.

Luca De Vleeschauwer (Track and Trace Wixx Racing) arbeitete sich vom achten Startplatz nach vorne und lieferte sich Ellbogen-Fights mit Andreas Kofler und Marvin Siebdrath (beide Yamalube Motorsport Kofler). Nach einer Kollision in Runde 13 wurde das Rennen abgebrochen. Die Rennleitung wertete die vorletzte Runde, verpasste De Vleeschauwer allerdings nachträglich eine Strafe, was Siebdrath das Podium bescherte.

Im zweiten Rennen setzte Geiger seinen Lauf fort und festigte mit einem Doppelsieg seine Meisterschaftsführung. Hinter ihm verteidigte Blin trotz körperlicher Probleme Platz zwei, während Melvin van der Voort (Track and Trace Wixx Racing) mit seinem ersten Saisonpodium auf Platz drei landete. Im Mittelfeld sorgten fesselnde Positionskämpfe für beste Unterhaltung. Ein spektakuläres Fotofinish entschied über Platz vier, dass Luca De Vleeschauwer mit nur 0,033 Sekunden Vorsprung für sich entschied.

IDM Sportbike: Inigo Iglesias überrascht als Ersatzmann

In der IDM Sportbike-Klasse sorgte Inigo Iglesias (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) für Erstaunen: Der Spanier, als Ersatz für den verletzten Luis Rammerstorfer ins Team gerückt, feierte bei seinem Debüt gleich einen Doppelsieg.

Im ersten Rennen am Samstagnachmittag hatte lange der Meisterschaftsführende Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) die Nase vorn, doch Iglesias machte Druck, schnappte sich schließlich die Führung und gab diese nicht wieder aus der Hand. Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13) komplettierte auf seiner Heimstrecke als Dritter das Podium. Besonders beeindruckend war Ty Henriksen (Henriksen Racing), der sich von Startplatz 13 bis auf Rang fünf nach vorne kämpfte.

Im zweiten Lauf ließ sich Iglesias durch einen Rennabbruch nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Neustart dominierte er das Feld und fuhr einem souveränen Sieg entgegen. Für Svendsen kam das frühzeitige Aus durch einen Sturz übers Vorderrad. Justin Hänse sicherte sich erneut Rang zwei, während Ben Kugler (MotoLife) mit Platz drei sein erstes IDM-Podium feierte.

 Serienmanager Normann Broy zieht Bilanz

„Das Rennwochenende in Schleiz hat wieder einmal gezeigt, warum diese Strecke so besonders ist. Anspruchsvolle Bedingungen, enge Kämpfe und spannende Entscheidungen – die IDM bot den über 30.000 Zuschauern Motorsport auf höchstem Niveau. Florian Alt, Dirk Geiger und Inigo Iglesias haben ihre Klasse bewiesen, aber die Saison ist noch lang und die Meisterschaft bleibt spannend.“

Nach dem packenden Wochenende in Schleiz richtet sich der Blick nun auf Most: Vom 20. bis 22. Juni gastiert die IDM auf dem schnellen WM-Kurs in Tschechien.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann


Sonntag, 1. Juni 2025

IDM Superbike: Tulovic-Sieg verkürzt Lücke zur Spitze auf nur einen Punkt

Mit dem Sieg am Sonntag liegt Lukas Tulovic nur noch eine Punkt hinter dem Meisterschaftsführenden
Foto: Jens Hawrda

Das zweite Rennen in der IDM Superbike auf dem Schleizer Dreieck bot nicht das Reifenpoker-Drama wie am Vormittag. Der Neustart nach dem Rennabbruch lieferte den Thriller des Tages auf andere Art und Weise. Nur 13 Runden mussten jetzt reichen, um den Sieger zu ermitteln. Lukas „Tulo“ Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) gewann das Rennen vor Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes). Das hieß auch: Ducati vor Honda und BMW. Vor den vollbesetzten Tribünen wurde an der Kultstrecke Geschichte geschrieben. Und das Schleizer Publikum hat sein Helden aus tiefstem Herzen gefeiert.

Schon im ersten Anlauf versuchte Lukas Tulovic nach zwei Runden auszuchecken und an der Spitze sein eigenes Ding durchzuziehen. Die Ducati-Power der Panigale V4R war offensichtlich. Florian Alt hatte komplett damit zu tun, sich den nahenden Jan-Ole Jähnig abzuwimmeln. Dann war auch schon alles vorbei. Die BMW von Leon Orgis (ORM Racing) stand hochkant hinter dem Reifenstapel. Der Sachse war gestürzt. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Das Motorrad musste kurz nach der Seng geborgen werden. Die Sicherheit von Fahrer und Streckenposten stand eindeutig im Vordergrund. Orgis war etwas benommen, stand aber auf beiden Beinen und wurde zum obligatorischen Check ins Krankenhaus gebracht.

Der Vorsprung von Tulo war nach dem Neustart des Rennens nur noch Makulatur. Die erste Kurve sorgte für Schnappatmung. Es gab gleich drei Führungswechsel. Das war knapp. Alt setzte sich am Ende durch und ließ Tulo und Leandro „Tati“ Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) hinter sich. Jähnig, Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) und Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) waren die nächsten Verfolger.

BMW-Speerspitze Mercado strandet in der Wiese

Mercado schnappte sich Tulo. Dieser wollte kontern, aber am Campinghügel klappte es nicht. In der sechsten Runde war der Argentinier in Richtung der Ortseinfahrt von Schleiz reif. Als nächsten Fahrer nahm sich Tulo den führenden Alt auf der Honda CBR 1000 RR-R vor und wollte ausgerechnet in der Seng außen am Westfalen vorbei. Unmöglich. Alt konterte erfolgreich, aber dann zog Tulo auf der Ducati in vollem Speed erneut vorbei. Mercado erlebte das Spektakel hautnah und war mittendrin, bis er urplötzlich mit technischem Defekt ausfiel und mit der BMW in der Wiese stand. Tati war fassungslos. In Oschersleben zum Saisonauftakt hatte der Familienvater, der während der Saison in Italien lebt, das Motorrad weggekachelt, in Schleiz streikte das Arbeitsgerät. Mercado gehört zu den Speerspitzen des langjährigen Meisterteams von Ex-Superbike Werner Daemen, aber nachdem er heute im ersten Lauf Dritter wurde, war ihm das Glück nicht mehr hold.

Im Verlauf des Rennens stürzten auch Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing) und Lokalmatador Christoph Beinlich (BRT/ADAC Hessen Thüringen e. V.) aus dem Geschehen. Beide waren auf dem Weg zu Punkten gewesen.

Soomer an der Tabellenspitze jetzt unter Druck

Hannes Soomer reist aus Schleiz als knapper Tabellenführender ab
Foto: Jens Hawrda

Tulovic legte den Turbo ein und siegte. Alt hatte mit dem nächsten Pokal fast mehr erreicht, als er sich vor dem Wochenende vorstellen konnte. Er fuhr mehrere 1:24 min-Runden. Jähnig grinste breit: „Den Start habe ich ein bisschen verschlafen und es gab ein paar Berührungen im Rennen. Aber ich bin aufs Podium gefahren. Ziel erreicht.“ Tulo ärgerte sich ein bisschen über den Re-Start, weil er seinen Vorsprung aus dem ersten Anlauf nicht mehr erreichen konnte. „Ich musste mich zurückkämpfen“. Lohn der Arbeit: Er kann den Hauch der Tabellenführung fast schon fühlen.

In der Gesamtwertung führt immer noch Hannes Soomer mit 71 Punkten. Finsterbusch und Zanetti mussten die nachfolgenden Positionen verlassen. Diese haben jetzt Lukas Tulovic (70 Punkte), der bis auf einen Punkt an Soomer herangerückt ist, und Florian Alt (58 Punkte) eingenommen. Finsterbusch ist Vierter, Jan-Ole Jähnig sprintete auf den fünften Tabellenplatz nach vorn. Zanetti ist Sechster.

Ergebnis IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Five)

1. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

2. Florian ALT (DEU), Honda

3. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

4. Hannes SOOMER (EST), BMW

5. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Geiger mit Abstand unschlagbar in Schleiz

Dirk Geiger, Honda CBR 600 RR # 60 war in Schleiz nicht zu schlagen
Foto: Jens Hawrda

Am zweiten Rennwochenende der IDM Supersport in Schleiz zeigte vor allem ein Fahrer seine Klasse: Dirk Geiger (MCA Racing). Der 21-jährige Honda-Pilot fuhr an diesem Wochenende allen Konkurrenten davon und sicherte sich einen souveränen Doppelsieg. Mit diesem Erfolg baute Geiger seine Führung in der Meisterschaft auf 84 Punkte aus. „Es war für uns ein perfektes Wochenende, es hätte nicht besser laufen können“, sagte der strahlende Sieger bei der Siegerehrung.

Hinter Geiger ging es heiß her: Daniel Blin (AF Racing) belegte erneut den zweiten Platz und verteidigte seine Position in der Gesamtwertung. Der Pole spürte besonders im letzten Renndrittel die körperlichen Strapazen. „Ich hatte massive Probleme mit meinen Armen, mir ging die Kraft aus“, gestand Blin. Trotzdem hielt er dem Druck von Melvin van der Voort (Track and Trace Wixx Racing) stand, der mit einem starken Auftritt sein erstes IDM-Podium in diesem Jahr holte. „Die Pace von Daniel heute war sehr hoch, ich habe versucht, dran zu bleiben, aber meine Reifen machten am Ende schlapp. Trotzdem sind wir sehr glücklich mit Platz drei“, so Van der Voort.

Im Mittelfeld bot sich ein spannender Kampf: Luca de Vleeschauwer (Track and Trace Wixx Racing) lieferte sich heiße Duelle mit Julius Caesar Rörig (MCA Racing), Stephan Zuda (Eder Racing) und seinen Verfolgern Marvin Siebdrath (Yamalube Motorsport Kofler) und Lennox Lehmann (Apreco Ten Kate Yamaha Racing). Besonders Zuda sorgte mit einem beherzten Überholmanöver-Marathon für Aufsehen und setzte Marcel Brenner (MotoLife) auf Platz vier unter Druck. Doch in Runde zwölf versuchte der Schweizer Zuda auszubremsen, verkalkulierte sich jedoch und verlor Schwung und Zeit, wodurch er auf Rang acht zurückfiel.

Buchständlich der letzte Meter des Rennens entschied über Platz vier und fünf: De Vleeschauwer lauerte in den letzten drei Runden dicht hinter Zuda, nutzte auf der Zielgeraden schließlich den Windschatten und holte sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,033 Sekunden den vierten Rang im Fotofinish. Stephan Zuda musste sich mit Platz fünf zufrieden geben.

Marvin Siebdrath überzeugte ebenfalls, setzte sich gegen Lennox Lehmann durch und wurde Sechster. Nach einem dritten und einem sechsten Platz zeigte sich Siebdrath zufrieden mit dem Wochenende. Lehmann folgte knapp dahinter auf Rang sieben, Marcel Brenner belegte Platz acht. Andreas Kofler, trotz angeschlagener Verfassung, sicherte sich mit Rang neun wichtige Punkte in der Meisterschaft. Dylan Czarkowski (SWPN) komplettierte mit Platz zehn am Sonntag die Top-10.

Tragisch endete das Rennen für Julius Caesar Rörig. Der 18-Jährige, der seinen fünften Platz lange verteidigte, stürzte in der letzten Runde hinter dem Buchhübel durch einen Highsider. Er  wurde medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Ergebnis IDM Supersport, Race 2 (Top-Five)

  1. Dirk GEIGER (DEU), Honda
  2. Daniel BLIN (POL), Ducati
  3. Melvin VAN DER VOORT (NLD), Ducati
  4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Ducati
  5. Štepán ZUDA (CZE), Yamaha

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann