Dienstag, 27. Mai 2025

IDM SBK: Schleiz wird für Tulovic eine Offenbarung

Lukas Tulovic ist jahrelang nicht in Schleiz gefahren
Foto: Jens Hawrda

Theoretisch wollte Lukas Tulovic an diesem Wochenende an der in Schleiz stattfindenden German TT teilnehmen. In der Praxis war der IDM Superbike-Auftaktsieger vom Team Triple M Racing Ducati Frankfurt zu spät dran. Alle Plätze sind besetzt, unter anderem ausgerechnet von seinen größten IDM-Konkurrenten Hannes Soomer und Leandro Mercado.

Das Ducati-Team hoffte, sich in den nächsten Tagen auf das anstehende IDM-Wochenende auf der Naturrennstrecke vorbereiten zu können. Es findet vom 30. Mai bis zum 01. Juni auf dem Kurs statt, auf welchem spektakulär entgegen des Uhrzeigersinns gefahren wird. Doch nun verfolgt Tulovic einen anderen Plan und sagt: „Ich muss am Freitag im freien Training extrem viele Runden fahren, um den Trainingsrückstand aufzuholen. Das Masteroil-Team ist mit allen BMW-Fahrern jetzt schon dort. Das ist hart. Schleiz wird für mich ohnehin eine Offenbarung, denn ich bin dort eine halbe Ewigkeit nicht mehr gefahren.“ Um genau zu sein, handelt es sich exakt um zehn Jahre. Der letzte Auftritt als Rennfahrer von „Tulo“ auf dem Schleizer Dreieck stammt aus dem Jahr 2015, als er Yamaha-Cup gefahren ist.

Tulo hat seit seinem Sieg im zweiten Superbike-Lauf vor zwei Wochen beim Saisonauftakt in Oschersleben entspannte Wochen gehabt. „Und ich habe mich gefreut und geärgert zugleich. Jetzt hoffe ich, dass wir keinen technischen Defekt mehr haben wie im ersten Lauf“, sagt der 24-jährige Bayer und klopft dabei auf Holz. „Wir dürfen im Blick auf die Meisterschaft keine Fehler machen, wenn wir den Titel holen wollen. Ich habe auch selbst den Druck, dass ich mir das nicht erlauben kann.“

In Oschersleben war Tulovic im ersten Rennen mit technischen Problemen am Superbike ausgefallen. Im zweiten Lauf siegte er auf der Ducati Panigale V4R überragend. Das hatte er sich zuerst nicht träumen lassen. „Ich bin ohne Erwartungen in die neue Saison gestartet. Das Motorrad, die Pirelli-Reifen, das Team und die Meisterschaft – alles war neu. Ich musste mich erst einstufen und das war in den Top 5, obwohl wir nur zwei Testtage im Trockenen gehabt haben. Nach der Qualifikation war mir klar, was wirklich gehen kann. Außerdem habe ich in Oschersleben schon tausende Runden gedreht und als Instruktor bei Hafeneger Trainings gearbeitet“, gibt er preis.

Außerdem ist die Elektronik der Ducati eine Wucht. Das Paket funktioniere viel sauberer als im letzten Jahr. Laut der Mechaniker war die alte Elektronik ruppiger, weiß Tulovic. Aus der Superbike-WM gebe es eindeutige Daten dazu. Der Superbike-Rookie sieht Honda und BMW auf Augenhöhe mit Ducati, sagt aber auch: „Vom Start weg habe ich Florian Alt im Rennen jedes Mal abgezogen. Der zweite und dritte Gang zieht durch die rückwärts funktionierende Schwungmasse bei der Ducati stark an und hat weniger Wheelie-Neigung.“ Tulovic gewann den zweiten IDM Superbike-Lauf mit 3,760 Sekunden vor Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) und seinem eigenen Ducati-Teamkollegen Lorenzo Zanetti. In der Gesamtwertung ist Tulovic nach einer von sieben Veranstaltungen Fünfter. „Wenn in Schleiz wieder alles funktioniert, haben wir eine realistische Chance, um den Titel zu kämpfen.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM 2025: Die IDM bietet Dramatik und Begeisterung auf der Kultstrecke in Schleiz

Foto: Jens Hawrda

Ein neuer Termin, aber Action und Stimmung ohne Ende. Schon vom 30. Mai bis zum 1. Juni findet die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) dieses Jahr auf dem Schleizer Dreieck statt. Hier wird die Faszination des Rennsports gelebt und traditionell strömen Zuschauermassen an eine von Deutschlands ältesten Naturrennstrecken. Auf dem anspruchsvollen Kurs gehen nicht nur die hochkarätigen Fahrer zwischen „Buchhübel“ und „Seng“, sondern auch die Begeisterung der Fans an ihre Belastungsgrenze. Bei der zweiten IDM-Saisonveranstaltung ist Dramatik auf der Strecke vorprogrammiert.

Wer hätte das gedacht. Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) ist in der IDM Superbike der Gejagte. Der 27-jährige Este aus Tallinn kommt als Meisterschaftsführender in der höchsten Motorradklasse nach Thüringen. Ein Sieg und ein zweiter Platz beim Saisonauftakt in Oschersleben haben den BMW-Fahrer an die Tabellenspitze katapultiert. Auch Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) schnupperten Podiumsluft. Brisant ist: Von den ganz großen Titelfavoriten Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) kam keiner im ersten Rennen ins Ziel. Der Nordrhein-Westfale wie auch der Bayer scheiterten wegen eines technischen Defekts am Motorrad.

Tulovic gewann auf der Panigale V4R zwar überlegen den zweiten Lauf, doch die Punkte aus dem ersten Rennen fehlen eben und er ist nur Fünfter in der Gesamtwertung. Im Hinterkopf schwirrt zusätzlich die Tatsache, dass das Team Masteroil Alpha Van Zon BMW am vergangenen Wochenende in voller Besetzung auf dem Schleizer Dreieck trainiert hat. „Ich muss am Freitag im freien Training extrem viele Runden fahren, um den Trainingsrückstand aufzuholen. Das ist hart. Schleiz wird für mich ohnehin eine Offenbarung, denn ich bin dort eine halbe Ewigkeit nicht mehr gefahren“, gibt „Tulo“ seine Gedanken preis, schiebt aber gleich nach: „Wenn in Schleiz wieder alles funktioniert, haben wir eine realistische Chance, um den Titel zu kämpfen.“

Florian Alt wiederum steht praktisch vor seinem Heimrennen. Seine Ehefrau Kim stammt aus Schleiz. Vom Titel spricht der 29-Jährige Honda-Fahrer jedoch nicht. Der Vize von 2024 stapelt eher tief: „Wir müssen uns erst an die Spitze herankämpfen und in der Lage sein, zu gewinnen.“ Nach dem Saisonauftakt ist er nur Gesamt-Achter, „doch ich bin nicht deprimiert, sondern eher motiviert, die Challenge anzunehmen.“ Je nachdem, wie das Ergebnis am kommenden Sonntag ausfällt, wird Alt bei seiner Stamm-Würstelbude in Schleiz anhalten und in eine heißgeliebte Thüringer Roster beißen.

In der IDM Superbike tritt an, was Rang und Namen hat. Fahrer wie Leandro Mercado aus Argentinien, Jan-Ole Jähnig aus dem thüringischen Lehndorf und der Südafrikaner Sheridan Morais treffen auf BMW, Honda, Yamaha, Ducati und Kawasaki. Und mittendrin befindet sich auch Chris Beinlich aus Pößneck, der in Deutschlands höchste Klasse aufgestiegen ist.

Nicht weniger spektakulär, wenn auch mit etwas weniger Leistung, geht es in der IDM Supersport zu. In der mittleren Hubraumklasse hat sich Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) schon in Szene gesetzt, musste sich im zweiten Lauf aber Dirk Geiger (MCA Racing) geschlagen geben. Der gebürtige Mannheimer auf der Honda hatte auf dem Zielstrich einen Vorsprung von 95 Tausendstelsekunden auf der Uhr stehen. Die IDM Supersport ist ein Haifischbecken, in dem sich Ausnahmekönner wie Luca de Vleeschauwer, Melvin van der Voort (Track and Trades Wixx Racing) oder Lennox Lehmann (Apreco Ten Kate Yamaha Racing) tummeln, nur um zum richtigen Zeitpunkt zuzuschlagen.

Als Kracher hat sich die Einführung der neuen Klasse IDM Sportbike erwiesen. Sie hat die bisherige Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 abgelöst. Normann Broy, Leiter Motorsport bei der Motor Presse Stuttgart, erklärt: „Für die Motorradhersteller ist die neue Klasse sehr interessant, da die gefahrenen Modelle auf dem Markt eine deutlich höhere Relevanz haben als die 300er-Bikes.“ Das von der FIM erst für 2026 geplante Format im Rahmen der World Superbike-Events wird bei allen IDM-Veranstaltungen 2025 an den Start gehen. Damit ist eine exzellente Vorbereitung garantiert. Die unterschiedlichen Motorradkonzepte in dieser Klasse werden auf ein einheitliches Leistungsniveau von etwa 95 PS gebracht, wodurch Chancengleichheit für alle Fahrer gewährleistet wird. Die Rennen werden meistens erst in der letzten Kurve oder auch direkt auf dem Zielstrich entschieden. Dem wagemutigen Dänen Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) gelang beim Saisonauftakt nach diesem Motto ein Doppelsieg.


Montag, 26. Mai 2025

Weiterer Podiumserfolg für Mercedes-AMG beim DTM-Sonntagslauf auf dem Lausitzring

  • Jules Gounon sichert mit starker Aufholjagd sechstes Saisonpodium des Mercedes-AMG GT3
  • Mercedes-AMG führt nach zweitem Rennwochenende alle drei DTM-Wertungen an
  • Thomas Jäger: „Eine klasse Leistung von all unseren Teams und Fahrern.”

Jules Guonon für ein starkes zweites Rennen am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Mercedes-AMG Motorsport hat seine Erfolgsserie beim DTM-Sonntagsrennen auf dem DEKRA Lausitzring fortgesetzt und den sechsten Podestplatz im vierten Rennen eingefahren. Jules Gounon (FRA) beendete den ereignisreichen Wertungslauf als Dritter. Der seit Samstag in der Meisterschaft führende Lucas Auer (AUT) war im Qualifying am Sonntagmorgen erneut der schnellste Mercedes-AMG Fahrer und erzielte die viertbeste Zeit. Maro Engel (GER) qualifizierte sich für Startplatz neun. Jules Gounon ging von Position 13, Tom Kalender (GER) von Rang 23 in das Rennen, in dem wie schon beim zweiten Lauf in Oschersleben zwei Pflichtboxenstopps vorgeschrieben waren.

Rennen: Jules Gounon fährt mit sensationellen Überholmanövern und richtiger Strategie auf das Podest

In einer turbulenten Anfangsphase konnte sich Lucas Auer mit der #22 zunächst auf den zweiten Platz nach vorne arbeiten. Der Österreicher wurde allerdings noch in Runde eins von der Strecke gedrückt und fiel in der Folge weit zurück. Profiteur der zahlreichen Zwischenfälle war Maro Engel, der gleich sechs Positionen gutmachen konnte und sich auf Rang drei wiederfand. Dort blieb er auch nach dem ersten Boxenstoppfenster.

Jules Gounon und das Mercedes-AMG Team MANN-FILTER entschieden sich im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten für einen frühen ersten Stopp, der den Mercedes-AMG GT3 #48 bis auf die achte Position nach vorne brachte. Beim Restart nach einer kurzen Safety-Car-Phase wegen Teilen auf der Strecke stellte der Mercedes-AMG Performance-Fahrer seine Zweikampfstärke unter Beweis. Innerhalb weniger Minuten gelangen ihm gleich drei erfolgreiche Überholmanöver, womit er als Fünfter zum zweiten Boxenstopp kam.

Im Anschluss brachte der Franzose seine Reifen erneut schnell auf Temperatur und nutzte diesen Vorteil, um sich noch einmal zwei Plätze zu verbessern. In den letzten drei Runden erhöhte er sogar den Druck auf den Zweitplatzierten und beendete das Rennen schließlich in einem Fotofinish mit nur 0,045 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz. Maro Engel kam mit kalten Reifen nach dem zweiten Stopp kurzzeitig von der Strecke ab und wurde Fünfter. Lucas Auer wurde aufgrund des Zwischenfalls in Runde eins und des Erfolgsballasts von 20 Kilogramm aus dem Samstagsrennen Neunter. Tom Kalender schloss den Lauf auf Position 16 ab.

Stimmen zum Rennen

Jules Gounon, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48

„Das Rennen war wirklich verrückt, aber wir haben uns zum Glück für die richtige Strategie entschieden. Vom 13. Startplatz aus Dritter zu werden, ist sensationell. Am Ende war es so eng und es kam zu einem reinen Beschleunigungsduell auf der Zielgeraden. Letztlich haben 20 Zentimeter gefehlt. Schade, aber ich habe trotzdem viele Punkte für die Meisterschaft geholt und werde weiter alles geben. Danke an Mercedes-AMG und Winward Racing.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team Winward Racing #24

„Meine erste Runde war fantastisch. Ich konnte einige Plätze gutmachen, was sicher der Schlüssel war. Die Pace im ersten Stint war in Ordnung. Ich habe in meiner zweiten Outlap alles gegeben und wollte nach vorne angreifen, bin dabei aber leider von der Strecke gerutscht. Aber auch ohne diese Situation wäre es schwierig geworden. Alles in allem war es ein erfolgreiches Wochenende, in dem ich wichtige Punkte geholt habe.“

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team Landgraf #22

„Das Rennwochenende generell lief sehr gut, das lag vor allem an dem Sieg gestern. Heute hatten wir leider Pech. Ich bin eigentlich sehr gut gestartet. Bei der Kollision in der ersten Runde wurde aber das Auto beschädigt. Am Ende haben wir mit Platz neun zumindest noch ein paar Punkte gesammelt und die Führung in der Meisterschaft verteidigen können.“

DTM: Doppelpodium für René Rast auf dem Lausitzring

Renè Rast am Lausitzring zweimal auf dem Podium
Foto: Jens Hawrda

Am zweiten Rennwochenende der DTM-Saison auf dem Lausitzring (GER) hat Schubert Motorsport die ersten Podiumsplätze mit dem BMW M4 GT3 EVO eingefahren. René Rast (GER) schaffte in beiden Rennen den Sprung aufs Treppchen – am Samstag als Dritter, am Sonntag nach einem Fotofinish als Zweiter.Auch Marco Wittmann (GER) zeigte starke Pace und glänzte vor allem mit dem zweiten Startplatz am Sonntag. Im Rennen fiel er zwar aufgrund eines technischen Problems mit dem ABS zurück, sammelte aber wie bereits beim Auftakt in Oschersleben (GER) in beiden Rennen Punkte – diesmal als Fünfter und Achter.

Einer der Schlüssel zu den starken Ergebnissen war die verbesserte Performance beider Fahrzeuge im Qualifying. Guter Grip auf dem Asphalt des Lausitzrings hat sich positiv auf die Rundenzeiten des BMW M4 GT3 EVO ausgewirkt. Zweiter Schlüssel waren die extrem starken Boxenstopps des Schubert-Teams. Sie brachten Rast in beiden Rennen nach vorn und vor allem am Sonntag erst in die Position, zwischenzeitlich in Führung zu gehen und bis kurz vor dem Ziel sogar um den Sieg zu kämpfen. Letztlich musste er Jack Aitken (GBR, Ferrari) ziehen lassen, entschied aber den Sprint zum Ziel gegen Jules Gounon (AND, Mercedes) um Platz zwei im Fotofinish für sich.

Wittmann verteidigte am Sonntag in der Startphase seinen zweiten Platz, bekam jedoch nach wenigen Runden in Kurve 1 heftige Probleme, da das ABS an seinem Auto kurzzeitig ausfiel. Er rutschte mit stehenden Rädern geradeaus und zerstörte sich dabei die Reifen. In den Runden bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters verlor er viele Positionen, von denen er sich dank einiger starker Überholmanöver im weiteren Rennverlauf aber immerhin noch auf Rang acht zurückkämpfen konnte. Insgesamt steht für Schubert Motorsport nach zwei Rennwochenenden in der Saison 2025 eine starke Punkteausbeute zu Buche. Rast liegt mit 47 Zählern auf Platz sechs in der Fahrerwertung, Wittmann mit 39 Punkten auf Platz neun. In der Teamwertung ist Titelverteidiger Schubert Motorsport mit 84 Zählern Dritter.

Zum Saisonauftakt des ADAC GT Masters fuhren die drei BMW M4 GT3 EVO der Teams Schubert Motorsport und FK Performance Motorsport Top-Ten-Ergebnisse ein. Die jeweils beste Platzierung in den beiden Rennen ging mit Platz sechs an FK Performance Motorsport.

Stimmen zum Rennwochenende

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3 EVO, R1: 3. Platz, R2: 2. Platz): „Es war ein mega Wochenende. Gestern Platz drei, heute Platz zwei – ich glaube, das war mehr, als wir uns vor dem Wochenende erhofft hatten. Wenn mir das jemand gesagt hätte, hätte ich es sofort unterschrieben. Es war eine gute Punkteausbeute, und das Team hat das gesamte Wochenende über einen super Job gemacht. Vor allem bei den Pitstops: Ich glaube, heute sind wir nur durch die Pitstops in der Lage gewesen, die Führung zu übernehmen. Leider hatten wir nicht ganz die Pace des Ferrari, meine Reifen haben einfach zu früh wieder nachgelassen. Daran müssen wir noch ein bisschen arbeiten, aber generell war es ein tolles Teamergebnis für mein Auto. Es war schade, dass Marcos Rennen so verlaufen ist. Er hätte heute auch ein Wörtchen um den Sieg mitreden können. Das wäre für das Team natürlich noch besser gewesen.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO, R1: 5. Platz, R2: 8. Platz): „Platz fünf am Samstag war bereits ein gutes Ergebnis, und mit Startplatz zwei in der ersten Reihe bin ich zuversichtlich ins zweite Rennen gegangen. Am Start ging es bereits sehr chaotisch zu. Dann ist mein ABS ausgefallen, die Räder haben massiv blockiert und es ging geradeaus für mich. Von da an war das Rennen um ein Podium gelaufen, weil die Reifen eckig waren. Es war keine richtige Verzögerung mehr möglich, das Auto hatte kein Kurvenverhalten, und es ging nur darum, bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters durchzukommen, um frische Räder zu holen. Insgesamt muss man sagen, dass uns der hohe Grip auf die Strecke geholfen hat. Doch man hat generell einen positiven Trend an diesem Wochenende gesehen, auch in der Qualifying-Performance. Nun heißt es, so weiterzumachen und dies zu wiederholen.“


Lucas Auer gewinnt Lauf eins am Lausitzring und übernimmt DTM-Meisterschaftsführung

  • Zweiter Saisonsieg für Mercedes-AMG, Lucas Auer und das Mercedes-AMG Team Landgraf
  • Maro Engel wird Zweiter und sorgt für Doppererfolg des Mercedes-AMG GT3
  • Lucas Auer: „Der Schlüssel war, dass ich als Führender aus der ersten Kurve gekommen bin.”

Lucas Auer holt am Lausitzring seinen zweiten Saisonsieg
Foto: Jens Hawrda

Lucas Auer (AUT) hat mit seinem zweiten Saisonsieg im DTM-Samstagsrennen auf dem DEKRA Lausitzring seine Titelambitionen eindrucksvoll untermauert und die Spitze der Fahrerwertung übernommen. Im Qualifying für den dritten Wertungslauf des Jahres setzte er mit dem Mercedes-AMG GT3 #22 die schnellste Zeit (1:19,827 Minuten) aller 24 Piloten und sicherte sich zum zweiten Mal in dieser Saison die Pole Position. Der Vizechampion von 2022 in Diensten des Mercedes-AMG Team Landgraf erhielt dafür drei Punkte, womit er noch vor dem Rennstart mit dem bis dato Meisterschaftsführenden gleichzog.

Maro Engel (GER) qualifizierte sich im Mercedes-AMG GT3 #24 vom Mercedes-AMG Team Winward Racing für die dritte Position. Sein Teamkollege Jules Gounon (FRA) startete als Vierter ebenfalls aus der zweiten Reihe in das Rennen am Mittag. Tom Kalender (GER) erreichte die 22. Startposition.

Rennen: Guter Start und schneller Boxenstopp ebnen Lucas Auer den Weg zum Sieg

Während Lucas Auer seinen Spitzenplatz beim Rennstart routiniert verteidigte, eroberte Maro Engel noch vor dem Einbiegen in die erste Kurve Rang zwei und sorgte damit für eine Doppelführung des Mercedes-AMG GT3. Bei dieser Konstellation blieb es auch, als wegen mehrerer Teile auf der Strecke kurzzeitig das Safety Car zum Einsatz kam. Nach dem Restart konnte sich Lucas Auer mit der #22 absetzen und führte das Feld fortan durch das 55-minütige Sprintrennen.

In Runde 23 absolvierte der Österreicher seinen Boxenstopp. Die Crew des Mercedes-AMG Team Landgraf fertigte die #22 in nur 6,5 Sekunden ab und legte damit den schnellsten Stopp des Rennens hin. Maro Engel kam zwei Runden später zum Reifenwechsel und kehrte zunächst vor seinem Markenkollegen auf die Strecke zurück. Weil Lucas Auer seine Reifen aber bereits im richtigen Temperaturfenster hatte, holte er sich die Führung in einem engen Rad-an-Rad-Duell über mehrere Kurven eine Runde später wieder zurück.

Im Anschluss brachten die beiden Mercedes-AMG Performance-Fahrer den ersten Doppelsieg für Mercedes-AMG in der DTM seit dem Saisonauftakt 2022 in Portimão ungefährdet ins Ziel. Jules Gounon wurde mit dem Mercedes-AMG GT3 #48 Vierter und fuhr die schnellste Rennrunde (1:20,968 Minuten). Tom Kalender konnte in seinem dritten DTM-Rennen trotz einer zwischenzeitlichen Penalty Lap wegen eines Fehlstarts sechs Positionen gutmachen und wurde 16.

Stimmen zum Rennen

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team Landgraf #22

„Es war ein wirklich hartes Rennen, vor allem der Zweikampf mit Maro war sehr intensiv. Danke an das Team, das eine super Strategie gewählt und einen richtig schnellen Stopp absolviert hat. Der Schlüssel war, dass ich als Führender aus der ersten Kurve gekommen bin. Ich liebe den Lausitzring, weil die Strecke einfach Charakter hat. Und egal mit welchem Fahrzeug ich hier antrete, es scheint immer zu passen. Morgen kann es gerne so weitergehen.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team Winward Racing #24

„Zunächst einmal Glückwunsch an Luggi und sein Team. Es ist ein perfekter Tag für Mercedes-AMG durch diesen Doppelsieg. Ein großes Danke an das Mercedes-AMG Team Winward Racing, das mir ein super Auto hingestellt hat. Ich habe auf den kalten Rädern alles gegeben, um nach dem Boxenstopp vor Luggi zu bleiben. Leider hat das diesmal nicht geklappt. Trotzdem ist der zweite Platz ein sehr gutes Ergebnis und ich freue mich darauf, morgen wieder anzugreifen.“