Montag, 9. September 2024

Zusammenfassung DTM-Rennen 1 am Sachsenring

 Souveräner Aitken gewinnt, Bortolotti übernimmt DTM-Führung

  •     Aitken feiert am Sachsenring dritten Saisonsieg vor dem neuen Spitzenreiter Bortolotti
  •     Engel fährt als Dritter zum vierten Mal hintereinander auf das Podium
  •     Aufholjagd des Tages: René Rast stürmt vom letzten Startplatz auf Rang sieben

Ferrari-Pilot Jack Aitken siegt in Rennen 1 am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Starke und abgeklärte Vorstellung von Jack Aitken (GB): Der Ferrari-Pilot vom Team Emil Frey Racing feierte am Samstag beim elften DTM-Lauf am Sachsenring einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und stand zum dritten Mal in dieser Saison ganz oben auf dem Treppchen. „Zu Beginn und direkt nach dem Reifenwechsel habe ich den Druck von Mirko Bortolotti gespürt. Ich bin aber ein fehlerfreies Rennen gefahren und kam daher nie ernsthaft in Gefahr. Beim Boxenstopp wurde ich allerdings kurz nervös, als beim Vorderreifen die Radmutter klemmte. Das kann bei den hohen Temperaturen mal passieren“, sagte der 28-Jährige. Mirko Bortolotti (I) belegte mit einem Rückstand von 1,878 Sekunden im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance Platz zwei. Damit übernahm der Italiener wieder die Führung in der Gesamtwertung vor Kelvin van der Linde (ZA), der im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline Achter wurde. Als Dritter stellte Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG GT3 einmal mehr seine Konstanz unter Beweis und fuhr zum vierten Mal in Folge auf das Treppchen.


Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 11 von 16

  •     Streckenlänge: 3.645 Meter
  •     Wetter: 30 Grad, sonnig
  •     Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 1:17,288 Minuten
  •     Sieger: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14)
  •     Schnellste Runde: Thierry Vermeulen (E.Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #69), 1:19,500


Der von der ersten Position gestartete Aitken konnte seine Führung nach dem Start behaupten und im weiteren Verlauf kontinuierlich ausbauen. Bortolotti hielt Platz zwei, während Engel als Dritter zwei Positionen gut machte. Auf den Rängen vier und fünf folgten dessen Markenkollegen Luca Stolz (Brachbach) und Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team HRT. Nach den Pflicht-Boxenstopps hielten die Top-Fünf ihren Positionen, auch wenn Aitken nach einem etwas langsameren Reifenwechsel ein wenig von seinem Vorsprung einbüßte. Der Brite kontrollierte jedoch die Pace und wurde nach 46 Runden als Erster abgewunken.

Das Duell des Tages lieferten sich der vor dem Rennen noch Gesamtführende Kelvin van der Linde und Porsche-Pilot Thomas Preining (A), der im Zeittraining Schnellster war, aber in der Startaufstellung nach einer Strafe um fünf Plätze zurückversetzt wurde. Van der Linde hatte sich von Platz zehn auf den sechsten Rang vorgearbeitet und dabei auch Preining hinter sich gelassen. Der aktuelle Champion blieb aber dran und attackierte immer wieder. In der 34. Runde schob sich der Österreicher vom Team Manthey EMA schließlich mit einem geschickten Manöver an van der Linde vorbei und wurde Sechster. Auch René Rast (Bregenz), der im BMW M4 GT3 nach einer Rückversetzung vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen war, konnte den Südafrikaner noch überholen und beendete das Rennen nach einer unglaublichen Aufholjagd als Siebter. Kelvin van der Linde rettete Rang acht vor seinem Bruder Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) ins Ziel. Jordan Pepper komplettierte bei seinem DTM-Renndebüt im Lamborghini Team TGI by GRT die Top-Ten.

Mirko Bortolotti: „Ich hätte gern um den Sieg gekämpft, aber Jack Aitken ist heute in seiner eigenen Liga gefahren. Wichtig war, bei dieser Hitze sorgfältig mit den Reifen umzugehen. Mit diesem zweiten Platz bin ich zurück an der Tabellenspitze, besser hätte es auch dank eines super Boxenstopps für uns nicht laufen können.“

Maro Engel: „Das Rennen hat großen Spaß gemacht. Beim Start konnte ich direkt eine Position gut machen und kurz darauf den dritten Platz übernehmen. Es ist mein viertes DTM-Podium in Folge, aktuell läuft es richtig gut. Genauso wollen wir weitermachen.“

Ergebnis, 11. Meisterschaftslauf, Sachsenring (Top-Five)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)
2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +1,878 Sekunden
3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), +3,174 Sekunden
4. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +4,717 Sekunden
5. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +10,843 Sekunden


DTM: Zusammenfassung 1.Qualifying Sachsenring

Thomas Preining zwar Schnellster, aber nicht auf Pole
Foto: Jens Hawrda

Preining mit neuem Quali-Rekord, Aitken auf der Pole

Thomas Preining hat beim ersten Zeittraining auf dem Sachsenring ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Der aktuelle DTM-Champion stellte im Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey EMA mit 1:17,199 Minuten einen neuen Qualifikations-Rekord auf. Der Österreicher wird jedoch wegen seiner dritten Verwarnung beim vergangenen Rennwochenende um fünf Plätze zurückgestuft. Damit geht Ferrari-Pilot Jack Aitken als zweitschnellster Fahrer von der Pole-Position aus in den elften Saisonlauf.

„Ich bin happy, dass wir endlich wieder vorne mitmischen. Für uns ist es mit dem Heckmotor eine große Herausforderung, das linke Vorderrad für die vielen Linkskurven auf die richtige Temperatur zu bekommen. Überholen ist am Sachsenring nicht wirklich einfach, aber mit der richtigen Strategie kann was für uns gehen“, erklärte Preining, der sich als Qualifikationsschnellster drei Zähler sicherte. Der Brite Aitken war mit dem Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing nur 0,089 Sekunden langsamer und steht wegen der Rückversetzung Preinings auf Platz eins. „Ich war mir im ersten Moment nicht sicher, was die Situation rund um Thomas Preining angeht. Umso schöner, dass es für mich die Pole-Position ist. Gerade auf dem engen Sachsenring ist die besonders wertvoll. Bei Temperaturen von rund 45 Grad im Auto werde ich sicherlich ins Schwitzen kommen, aber ich möchte unbedingt meinen dritten Saisonsieg holen“, verriet der 28-Jährige.

Mirko Bortolotti komplettiert als Drittschnellster im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance die erste Startreihe. Es folgen Luca Stolz und Arjun Maini, die beide für das Mercedes-AMG Team HRT antreten. Maro Engel rückt im Mercedes-AMG GT3 auf Rang fünf vor, Preining geht neben ihm als Sechster in das Samstagsrennen auf dem Sachsenring.

Beim ersten Qualifying am Samstagvormittag ließen sich die 20 Fahrer viel Zeit, ehe sie auf der 3,645 Kilometer langen Berg- und Talbahn die Jagd auf die schnellste Runde eröffneten. Dann aber purzelten die Bestmarken. Rund fünf Minuten vor Ende des Zeittrainings knackte Stolz als erster DTM-Pilot an diesem Wochenende die 1:18,000-Minuten-Marke. Nur wenige Sekunden später wurde er durch Bortolotti von der Spitze verdrängt, ehe Preining in seinem fünften Umlauf der neue Qualifikationsrekord gelang. Kurz vor Schluss schob sich Aitken noch auf den zweiten Rang vor. Spitzenreiter Kelvin van der Linde belegte im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline nur Platz zehn.


Ergebnis Qualifying, 11. Saisonlauf, Sachsenring (top-Five)

  1.     Thomas Preining (A/Manthey EMA), 1:17,199 Minuten
  2.     Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), +0,089 Sekunden
  3.     Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +0,139 Sekunden
  4.     Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +0,290 Sekunden
  5.     Arjun Maini (IND/ Mercedes-AMG Team HRT), +0,382 Sekunden

Quelle: dtm.com

 

Donnerstag, 5. September 2024

Jordan Pepper feiert DTM-Debüt am Sachsenring

Jordan Pepper ersetzt Christian Engelhart im Lamborghini #63
Foto: Jens Hawrda

Neuzugang in der DTM: Jordan Pepper gibt beim sechsten Tourstopp am kommenden Wochenende (6. bis 8. September) auf dem Sachsenring seine Premiere. Der Südafrikaner ersetzt beim Lamborghini Team TGI by GRT Christian Engelhart, der nach seiner Knie-Operation weiter ausfällt und zuvor bereits von Franck Perera vertreten wurde.

„In der DTM zu fahren“, betont Pepper, „war immer schon ein großes Ziel von mir. Ich bin dankbar, dass ich endlich die Chance bekomme und freue mich auf die Herausforderung.“ Seinen Arbeitsplatz, den Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit der Startnummer 63, kennt Pepper als Werksfahrer des italienischen Sportwagenherstellers aus Sant’Agata Bolognese bestens. Auch mit der Mannschaft rund um Teamchef Gottfried Grasser ist er vertraut: Gemeinsam mit dem Rennstall aus Knittelfeld in Österreich trat der 28-Jährige in der laufenden Saison zweimal in der GT World Challenge an und holte am Nürburgring den Sieg im Endurance Cup.

In der DTM trifft Pepper mit den beiden Brüdern Kelvin und Sheldon van der Linde auf zwei weitere Südafrikaner – aus den Freunden werden am Sachsenring Rivalen auf der Rennstrecke.

Quelle: dtm.com

Zusammenfassung IDM Rennwochenende am Nürburgring

Nebel, Meistertitel und Steilvorlagen in der Eifel

Foto: Jens Hawrda

Viel Nebel, keine Sicht und dadurch ständig veränderte Zeitpläne. Aber das Wetter-Drama in der Eifel konnte die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) bei ihrem Comeback auf dem Nürburgring nicht ausbremsen. An zwei Tagen hatten alle Klassen stundenlang im Nebel gestochert und etliche Trainings fielen aus. Aber als die Schleier weniger wurden und sich sogar die Sonne ihren Weg durch die Wolken bahnte, gab es für die Fahrer in den Prädikats- und Cup-Klassen kein Halten mehr. Es ging um den Endspurt vor dem Finale in Hockenheim in drei Wochen. In der Top-Klasse IDM Superbike fuhr Ilya Mikhalchik auf BMW vorzeitig zum Titelgewinn.

Die Superbikes rollten am Sonntag bei blendenden Bedingungen am Fuße der Nürburg auf die Strecke. Sollte das ein Traumtag für den 28-jährigen BMW-Fahrer Ilya Mikhalchik werden, an dem er vorzeitig den Titel gewinnt? Sein einzig verbliebener Konkurrent war Honda-Titelverteidiger Florian Alt. Doch dieser machte sich nach seinem verhängnisvollen Sturz vor zwei Wochen in Assen, bei dem er tiefe Fleischwunden in der rechten Hand erlitt, kaum noch Hoffnungen. Doch kampflos aufgeben wollte er nicht. Nur in der Startaufstellung gab er dann zu: „Ich habe Schmerzen wie Sau, aber ich probiere es.“ Mikhalchik gewann das Rennen, nachdem er sich einen erbitterten Kampf mit dem estnischen BMW-Kollegen Hannes Soomer geliefert hatte. Dritter wurde Toni Finsterbusch (BMW). Auf dem Podium standen ein Ukrainer, ein Este und ein Deutscher.. Alt kam trotz seiner lädierten Hand bravourös als Fünfter ins Ziel.

Im zweiten Lauf musste Mikhalchik unter den Top 13 im Ziel ankommen. Der Titel wurde ihm fast auf dem Silbertablett serviert. Er musste nur noch zugreifen. Nach 18 Runden über 3,618 Kilometer stand es endgültig fest: Der 28-jährige Ukrainer ist vorzeitig IDM-Champion in der Topklasse und das zum vierten Mal. Mikhalchiks Lebensgefährtin Milana, Mutter Ludmilla, die Tante und sogar die Oma waren auf den Nürburgring gekommen, um ihren persönlichen Superstar zu feiern, der nach seinem großen Triumph mit der blau-gelben Flagge der Ukraine zur Siegerehrung ins Fahrerlager zurückkehrte. Nur zu gerne hätte er den Erfolg mit einem weiteren Sieg gekrönt, doch diesen schnappte sich Hannes Soomer. Der Este trug sich als neuer Sieger in die Historie der IDM Superbike ein. Ein entfesselter Lorenzo Zanetti, der sich die Gegner gleich im Doppelpack schnappte, wurde Dritter. Der Italiener schlüpfte in den letzten Runden mit seiner Ducati an Finsterbusch vorbei und verhinderte damit eine Komplettbesetzung durch BMW, wie im ersten Lauf. Florian Alt kam als Fünfter ins Ziel und hatte höllische Schmerzen in der Hand. Aber das ist Florian Alt: Aufgeben ist kein Thema.

In der IDM Supersport gewann Twan Smits (Yamaha) beide Rennen. Für den Titelkampf ist es zu spät, aber der noch aktuelle Vizemeister zeigte, dass die Konkurrenz trotz seiner durchwachsenen Saison immer mit ihm rechnen muss. Dirk Geiger eroberte zwei zweite Plätze auf Honda und fuhr damit das bisher beste Wochenendergebnis für den Hersteller ein. Und „Lucky Luc“ Luca Göttlicher war nach dem ersten Rennen vom elften Startplatz aus als Dritter aufs Podium geprescht.

Der Meisterschaftsführende Andreas Kofler (Yamaha) kam in der Eifel nicht zum Zug. Im zweiten Rennen versiebte er den Start. Das war ungewöhnlich, denn eigentlich ist der Österreicher für seine Blitzstarts bekannt. Dass Smits und Geiger vor ihm waren, störte ihn hinsichtlich der Gesamtwertung herzlich wenig, denn beide spielen im Titelkampf keine Rolle für ihn. Kofler musste lediglich aufpassen, dass sein direkter Rivale Luca de Vleeschauwer (Triumph) hinter ihm blieb. Und dem war auch so. Der dritte Platz ging diesmal an Daniel Blin (Ducati), aber das war reine Schadensbegrenzung. Der Pole war im ersten Lauf gestürzt. Der Airbag in der Lederkombi ging auf. Blin konnte die Auslaufzone körperlich unbeschadet verlassen. Statistisch warf ihn der Vorfall dagegen endgültig aus dem Titelkampf und Lennox Lehmann (Yamaha) ist in der Gesamtwertung auch noch an ihm vorbeigezogen und neuer Gesamt-Dritter.

Einen spannenden Schlagabtausch lieferten sich auf dem Nürburgring in der Supersport 300 die Teamkollegen aus dem Hause Freudenberg KTM-PALIGO Racing. Im ersten Lauf setzte Phillip Tonn seine Siegesserie mit dem dritten Triumph fort, die er zuvor in Assen mit einem Doppelsieg begonnen hatte. Der Deutsche schien seinen Durchbruch endlich geschafft zu haben und ließ Ruben Bijman und Oliver Svendsen auf den Rängen zwei und drei zurück. Svendsen verlor jedoch nachträglich seinen Podestplatz durch eine  Strafe an den Niederländer Dylan Czarkowski (Yamaha) und wurde somit Vierter. Im zweiten Rennen antwortete der Däne prompt auf diesen Rückschlag und sicherte sich den Sieg vor Bijman und Tonn. Mit diesem Erfolg baute Svendsen seine Führung in der Meisterschaft aus und fährt mit einem komfortablen Vorsprung von 30 Punkten zu den letzten beiden Rennen.
Atemberaubende Kämpfe in allen Prädikatsklassen und Cups hielten die zahlreichen Zuschauer bei Laune, die ins Paddock strömten. Vom 20. bis 22. September 2024 findet auf dem Hockenheimring das große  Saisonfinale statt.

GERT56: Podest und nebulöse Ereignisse durch und durch am Nürburgring

Foto: Jens Hawrda


Mit den Rängen drei und vier konnte Toni Finsterbusch am Nürburgring bei der vorlezten Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) einmal mehr Erfolge und kräftig Punkte sammeln. Seine GERT56-Teamkollegen Jan-Ole Jähnig und Patrick „Pax“ Hobelsberger kämpften mit Schwierigkeiten, konnten aber auch Lichtblicke sammeln. Bei noch einer verbleibenden Saisonstation der IDM Superbike rangieren alle drei GERT56-BMW M 1000 RR Piloten in den Top-Acht der Gesamtwertung.

Schwierige Ausgangslage für das GERT56-Trio am Nürburgring: Der Freitag und der Samstagvormittag fielen dem berühmten Eifel-Nebel zum Opfer, kein Rad drehte sich. Damit blieben als Vorbereitung nur ein freies Training und ein Qualifying übrig, um sich auf die beiden Rennen vom Sonntag einzuschießen.

Jan-Ole Jähnig ließ seine Mannschaft um Crewchief Holger Homfeldt und Teamchef Karsten Wolf jubeln: Der Youngster im Team belegte im freien Training den ersten Platz, anderthalb Zehntelsekunden vor Hobelsberger. Mit Finsterbusch startete die Mannschaft mit drei Piloten in den Top-Fünf ins verkürzte Wochenende. Im Qualifying unterstrich Jähnig seine Form und landete um 0,047 Sekunden auf dem zweiten Startplatz hinter Ilya Mikhalchik, der später am Wochenende den vorzeitigen Meistertitel feiern sollte. Hobelsberger holte Startplatz fünf, Finsterbusch ging auf sieben in die Startaufstellung.

Im ersten Lauf musste Jähnig Eingangs der siebten Runde vorzeitig aufgeben. Er hatte im Fight mit Alt eine Berührung mit der Honda des Vorjahresmeisters und kam dabei zu Sturz. Finsterbusch und Hobelsberger hielten bis zur Rennhalbzeit mit der Spitze mit, allerdings musste Letzterer ab Runde zwölf abreißen lassen. Finsterbusch brachte das Podest nach Hause, Hobelsberger fiel auf sieben zurück.

Im zweiten Rennen hielt Finsterbusch lange den dritten Rang, musste sich gegen Ende aber noch dem Italiener Lorenzo Zanetti geschlagen geben und kam auf vier über die Ziellinie. Jähnig hingegen verfolgte ganz andere Ziele: Er wollte endlich wieder die Zielflagge sehen. Besonnen fuhr er sein Rennen zu Ende und landete auf dem achten Rang. Hobelsberger hingegen bekam Schwierigkeiten und brachte sein Bike auf dem zwölften Rang ins Ziel.

Nach zwölf von 14 Läufen rangiert Toni Finsterbusch mit 148 Punkten auf dem dritten Meisterschaftsrang. Er hat 29 Zähler Rückstand auf Platz zwei und elf Punkte Vorsprung auf Patrick Hobelsberger (137 Punkte) auf Rang vier. Jan-Ole Jähnig (97) ist Achter. 

Stimmen der GERT56 Piloten zum Rennwochenende am Nürburgring

Patrick Hobelsberger:
„Das Wetter machte uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung und wir konnten am Freitag keine einzige Runde drehen, da der Nebel zu dicht war. Am Samstagmorgen wurde das FP3 und die SSP auch gestrichen, da der Nebel immer noch zu stark war. Kaum zu glauben, da es überall in Deutschland gefühlt 35 Grad hatte. Am Nachmittag konnten wir ein einziges freies Training und am Abend ein Quali fahren. Es war sehr wenig Fahrzeit am Wochenende, dennoch hatten wir sofort einen super Rhythmus gefunden und belegten Platz zwei im freien Training und Rang fünf im Qualifying. Mein Gefühl war sehr gut, ich war spielerisch locker unterwegs. Eine perfekte Runde für das Quali fand ich leider nicht, dennoch war unsere Pace absolut super!

Am Sonntag fehlten mir absolut die Worte. Am Samstagabend hätte ich ein solches Szenario für unmöglich gehalten. Im ersten Rennen hatte ich einen super Start, konnte mit der Führungsgruppe auf Platz drei sehr lange mitgehen als ich merkte, dass meine Linien viel zu weit waren. Ich begann extrem zu pushen und konnte die Lücke erneut schließen. Zu Rennmitte war ich konstant hinter meinem Teamkollegen Toni unterwegs. Leider passierte mir ein kleiner Fehler und ich musste ins Gras ausweichen, da ich absolut am Limit war. Ich bekam Probleme mit den Reifen und konnte kaum etwas dagegen machen. So verlor ich erneut zwei Positionen und musste mit Platz sieben extreme Schadensbegrenzung betreiben.

Im zweiten Rennen hatte ich mehrere Berührungen in den ersten beiden Kurven und verlor ewig viel Plätze. Auf P10 kam ich durch die erste Runde. Mein Problem mit den Reifen begann gefühlt direkt schon in Runde zwei. Da dies noch nicht genug war hatte ich mehrere Spritzer Wasser am Visier und meine Motor-Temperatur wurde immer heißer und heißer. Auf der Geraden musste ich aus dem Windschatten herausfahren, um mein Bike zu kühlen und verlor erneut Position für Position. Auf Start-Ziel wurde ich mehrfach im geradeaus fahren überholt. Das Bike konnte ich kaum stoppen, ich ging permanent weit, hatte keinen Grip, verlor die Front und das Heck mehrfach, und bekam überhaupt keine Leistung und kaum Beschleunigung. Fahrerisch konnte ich so gut wie gar nichts machen, konnte keinen einzigen Konterversuch starten und war mehr damit beschäftigt nicht zu stürzen, anstatt schnell Motorrad zu fahren. Mir ging wohl mein komplettes Talent aus, um irgendwie auf die Probleme zu reagieren. Alles, was ich versuchte, machte es nicht besser sondern nur gefährlicher, Null Punkte zu holen. So entschied ich mich, mit stumpfen Waffen und mangelnder Fahrer-Performance irgendwie ins Ziel zu retten und alle Punkte mitzunehmen die ich irgendwie halbwegs halten konnte. Am Ende Platz zwölf. Für mich war das, ehrlich gesagt, eine reine Vollkatastrophe. Solche Sachen sollen und dürfen auf unserem Level nicht passieren. Und wenn sie passieren, bin ich mir sicher hätte man es fahrerisch ein wenig besser ‚retten’ können. Manchmal gewinnt man und manchmal lernt man. Heute kann ich sagen: Ich habe sehr viel gelernt! Vielen Dank an das Team und speziell an meinen Techniker Ronny, der jeden einzelnen Stein 30x auf rechts und 30x auf links drehen wird um mir für Hockenheim ein perfektes Motorrad zu geben! Auch ich werde mir fahrerisch, technisch und in meinem knochenharten Training einen Plan zurecht machen, um in Hockenheim wieder anzugreifen und die Saison so gut abzuschließen wie sie begonnen hat!“

Toni Finsterbusch:
„Solides Wochenende für mich! Freitag war recht entspannt – außer einer Runde im Auto um die Nordschleife ist wegen des Nebels leider nicht viel passiert. Samstag war auch etwas durcheinander, sodass wir unser Qualifying erst sehr spät hatten. Da habe ich mich mit Platz sieben solide raus gezogen, war aber natürlich nicht wirklich zufrieden. Ich habe dann gehofft, dass ich in den Rennen ein paar gute Start ziehe und das ist mir auch gelungen. Ich konnte auf den ersten Runden immer paar Plätze gut machen und habe versucht, mit der Spitze mit zu gehen. Im ersten Rennen musste ich etwas eher abreißen lassen. Ich hatte aber etwas Luft nach hinten und konnte den dritten Platz heim bringen. Damit war ich mega-happy, gerade nach dem ich mit der Ausgangsposition nicht mit dem Podest gerechnet habe. Im zweiten Rennen waren wir eine schöne Vierergruppe. Leider war mein zweiter Fehler einer zu viel, als ich mich Ende Start-Ziel verbremst habe. Damit ist eine Lücke aufgegangen und ich konnte nicht schneller als die Jungs vor mir. Platz drei und vier, das sind gute Punkte für die Meisterschaft. Ein Wochenende ist noch übrig und wir schauen, dass wir den Platz verteidigen können. Meine Crew rund um Filip hat einen mega Job gemacht und jetzt greifen wir am Hockenheimring noch mal an.“

Jan-Ole Jähnig:
„Das war ein komisches Wochenende – am Freitag sind wir wegen Nebels gar nicht gefahren. Das war wirklich unmöglich. Das zog sich eigentlich bis Samstagvormittag, da hatten wir noch eine Extra-Sitzung mit der Rennleitung, damit wir wenigstens noch ein freies Training bekommen, bevor wirs ins Qualfiying gehen. Ich war aber von Anfang an richtig schnell, im FP1 war ich Erster und im Quali Zweiter, das war natürlich ein Traum. Die Rennen liefen aber nicht ganz so gut. Im ersten Lauf hatte ich einen mittelprächtigen Start und konnte mich noch als Fünfter einsortieren. Flo hat mich überholt und in der nächsten Runde habe ich an der gleichen Stelle gebremst, wie immer, aber konnte das Motorrad nicht stoppen und habe ihn mit dem Flügel touchiert. Da ist mir das Vorderrad eingeklappt, das war natürlich mega-ärgerlich nach der Ausgangsposition. Im zweiten Rennen wollte ich nur ins Ziel kommen und habe dementsprechend vielleicht etwas Pace raus genommen und bin mit dem achten Platz dann doch zufrieden nach den Katastrophen-Rennen von Assen und dem ersten Lauf am Nürburgring.“