Montag, 29. Juli 2024

IDM SSP 300: Svendsen siegt in Rennen 1

Oliver Svendsen am Vorstart zu Rennen 1 in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Oliver Svendsen gewinnt nach einem packenden Dreikampf das erste IDM Supersport 300 Rennen auf dem Schleizer Dreieck. Seine Teamkollegen Ruben Bijmann und Philipp Tonn komplettieren das Podium.

Nach den Qualifyings am Vormittag ging Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing) von der zweiten Position aus ins Rennen und erwischte einen perfekten Start. Bereits zur ersten Kurve ging der Däne in Führung, während Polesetter Dylan Czarkowski (DCD Racing) auf den dritten Rang zurückfiel. Innerhalb einer Runde gelang es allen vier Fahrern des KTM-Freudenberg-Teams vorzuführen und die Spitzengruppe zu bilden. Lediglich Fabio Sarrasino (Freudenberg KTM-Paligo Racing) fiel aufgrund eines Fahrfehlers zurück, sodass Dylan Czarkowski wieder auf Position vier hochrutschte.

Von da an entwickelte sich ein reiner KTM-Dreikampf an der Spitze zwischen Oliver Svendsen, Ruben Bijman (Freudenberg KTM-Paligo Racing) und Philipp Tonn. Trotz permanenter Attacken und Überholmanöver zwischen den drei Gegnern, wurde die Lücke zu Czarkowski und dem Rest des Feldes immer größer.

In der letzten Runde kam es dann zum erhofften Showdown. Ruben Bijman setzte gegen  den hauptsächlich führenden Svendsen vor sich zur Attacke an und versuchte in der letzten Kurve mit einem Blockpass an den Dänen vorbeizuziehen. Doch Svendsen blieb cool und behielt den Überblick. Er holte direkt zum Gegenkonter aus und profitierte zudem von der besseren Linie, sodass er mit mehr Geschwindigkeit auf die Zielgerade kam. Am Ende gelang es ihm, sich mit Ach und Krach und mit einem minimalen Vorsprung von 0,065 Sekunden vor Ruben Bijman ins Ziel zu retten. “Das war eine knappe finale Runde”, meinte Svendsen und sagte weiter: “Allerdings habe ich den Großteil des Rennens angeführt und hatte es unter Kontrolle”.

Nach der Siegerehrung wurde er jedoch nervös und man sah ihn im Parc ferme hin- und her trippeln. Was war los? “Ehrlich gesagt muss ich dringend auf Toilette”, verriet er schmunzelnd. Das “Problem” habe er bereits im Grid vor dem Start bemerkt. Doch zum Austreten blieb ihm keine Zeit mehr. Die Kontrolle behielt er also nicht nur über das Rennen, sondern zum Glück auch über seine Blase.

Auch Ruben Bijman musste um seinen zweiten Platz bangen. Denn dem Niederländer war nach dem Überholmanöver an Svendsen sein Teamkollege Philipp Tonn dicht auf den Fersen. Genauso knapp wie Svendsen in Führung lag, war am Ende mit 0,068 Sekunden auch der Vorsprung auf Tonn. Der Vorjahressieger des ersten Rennens in Schleiz musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben. “Ich hatte eine richtig gute Pace und hätte lediglich drei Meter mehr gebraucht, um an Ruben vorbeizugehen”, sagte Philipp Tonn im Anschluss.

Ein eher einsames Rennen fuhr hingegen Dylan Czarkowski. Für die Spitzengruppe war er zwar unter ferner liefen, doch vom Rest des Feldes konnte er sich ebenfalls freifahren. Er beendete das Rennen auf der vierten Position.

Dahinter kamen der Reihe nach Fabio Sarrasino, Senna van den Hoven (Molenaar Racing), Korbinian Brandl (RBR Racing), Niklas Böhlen (Blau Power Bikes) und Emil Tägtlund (Tägtlund Motosport) ins Ziel.


Ergebnis IDM Supersport 300, Race 1 (Top-Five)

  1. Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  2. Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  3. Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)
  4. Phillip TONN (GER/KTM)
  5. Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Samstag, 27. Juli 2024

IDM Supersport: Kofler lässt auch in Schleiz nichts anbrennen

Andreas Kofler #19 holt Pole in Schleiz
Foto: Jens Hawrda


Nach dem Regen im ersten Qualifying hatte der Wettergott in der zweiten Session ein Einsehen. Das Schleizer Dreieck präsentierte sich in überwiegend trockenem Zustand. Der 19-jährige Österreicher Andreas Kofler (Yamaha) stürmte zum vierten Mal in diesem Jahr auf die Pole Position in der IDM Supersport.

Das erste Qualifying auf der nassen Strecke war zum Abhaken gewesen. Kyle Smith (Kawasaki Weber Racing) hatte sich mit einer Rundenzeit von 1:35,152 min in der Ergebnisliste ganz oben positioniert, stürzte aber noch im Verlauf der Session. Dirk Geiger (MCA Racing, Honda) war über seinen sechsten Platz nicht gerade amüsiert. Er hatte Probleme mit der Motorbremse. Der einzige MV Augusta-Fahrer im Feld, Till Belczykowski wurde drei Plätze zurückgesetzt, weil er die Regenlampe nicht eingeschaltet hatte, und fand sich somit auf dem 14. Rang wieder.

Im Trockenen sah die Welt ganz anders aus. Kofler schaffte es im zweiten Qualifying, die Zeit auf 1:27,453 min nach unten zu schrauben. Der Abstand zum nachfolgenden Honda-Fahrer Dirk Geiger betrug 0,193 Sekunden. Kofler hätte noch schneller gekonnt, „aber es war brutal voll auf der Strecke und es gibt kaum Möglichkeiten zum Ausweichen.“ Die Streckenbreite das Schleizer Dreiecks beträgt durchschnittlich zehn Meter.

Geiger freute sich wie verrückt über seine Rundenzeit und den zweiten Startplatz. Im Gegenteil zu Kofler hatte er freie Bahn gehabt und sich äußerst wohlgefühlt. Das Mischwetter, also eine Zufallskombination mit trockenen und nassen Stellen, ist genau sein Ding. Und damit hatte er auch Vizemeister Twan Smits (Team Apreco) in Schach gehalten, der morgen als Dritter aus der Supersport-Startaufstellung losfahren wird.

Die zweite Startreihe eröffnet der Dresdner Lennox Lehmann. Weil es im zweiten Qualifying eben nicht völlig trocken war, hatte das Yamalube Motorsport Kofler Team im Gegensatz zum Polesetter für den Einsatz von Regenreifen gesetzt. Das war nach hinten losgegangen. Lehmann musste die Räder nach ein paar Runden umstecken lassen und war mit Slicks deutlich besser beraten. Aber die Zeit rannte. „Wir haben zwei Runden dafür investieren müssen. Schade, diese hätten wir gebraucht, um weiter vorne zu landen. Aber wir wissen, der Speed ist auf jeden Fall da.“

Daniel Blin (AF Racing Team) brachte die schnellste Ducati Panigale V2 ins Spiel und greift vom fünften Startplatz aus an. Der Pole bekommt nun das volle Programm an Betreuung und Unterstützung. Sein tschechischer Teamkollege Stepan Zuda, der den Saisonauftakt auf dem Sachsenring gewonnen hat, ist nicht mehr an Bord und hat die Saison vorzeitig beendet.

Vervollkommnet wird die zweite Startreihe durch den Niederländer Sasha de Vits, dem aufstrebenden Yamaha-Teenager vom Team SWPN. Alle in der IDM Supersport vertretenen Motorradmarken haben mindestens einen Fahrer in den Punkterängen positioniert. Luca de Vleeschauwer (MotoLife) steht mit der Triumph Street Triple auf P9. Kyle Smith auf Kawasaki nimmt P10 ein und Till Belczykowski auf der einzigen MV Agusta P15.


Qualifikation IDM Supersport (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A), Yamaha

2. Dirk GEIGER (DEU), Honda

3. Twan SMITS (NLD), Yamaha

4. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

5. Daniel BLIN (POL), Ducati


Quelle: idm.de/Anke Wieczorek

IDM SSP 300: Czarkowski nutzt letzte Runde für Pole

Dylan Czarklowski #32 holt Pole in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Das Wetter in Schleiz wollte am Qualifying-Samstag sich nicht so entwickeln, wie es die Wetter-Apps vorhergesagt hatten. Anstatt sonnigen 23 Grad, regnete es seit dem frühen Morgen. Nasse und schwierige Streckenverhältnisse waren letztendlich der Grund, weshalb im ersten Qualifying der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nur vier Fahrer rausfuhren und ihre Runden drehten. Die beste Zeitenmarke setzte schließlich Senna van den Hoven (Molenaar Racing) mit 1.47,716 Minuten.

Im zweiten Trainingslauf gegen Mittag sahen die Streckenverhältnisse gemischt aus. Einige Fahrer fuhren mit Regenreifen auf die Strecke, die anderen entschieden sich für Slicks. Darunter war auch der Niederländer Dylan Czarklowski (Racing DC), der bereits beim Saisonstart auf dem Sachsenring bewies, dass er mit feuchten Strecken gut umgehen kann. Mit seinem letzten Versuch nach Ablaufen der Uhr, gelang dem Yamaha-Piloten mit einer 1:40,714 Minuten die erhoffte schnellste Rundenzeit, womit er sich für die anstehenden Rennen die Pole Position sicherte. “Ich wusste, dass ich in der ersten Kurve sehr schnell bin, weshalb ich in der letzten Runde dort einfach ein bisschen weniger gebremst habe”, berichtete Czarkowski sichtlich zufrieden im Parc fermé. Mit knapp einer halben Sekunde Vorsprung ergatterte er den Spitzenplatz vor der KTM-Armade, bestehend aus Oliver Svendsen, Ruben Bijman, Fabio Sarasino und Philipp Tonn (alle (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Letzterer blieb bei der Entscheidung in Q2 auf Regenreifen zu bleiben und büßte damit über eine Sekunde auf den Führenden Czarkowski ein.

Das erste Rennen findet bereits an diesem Samstag um 16:15 Uhr statt. Am Sonntag geht es um 12.30 Uhr mit dem zweiten Lauf weiter. 

Qualifikationsergebnis IDM Supersport 300 (Top-Five)

Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)

Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)

Ruben BIJMAN (NLD/KTM)

Fabio SARASINO (CHE/KTM)

Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)

Quelle: idm.de/Rowena Hinzmann

IDM Sidecar: Schlosser/Schmidt mit Vollgas ums Dreieck

Foto: Jens Hawrda

Der erste Trainingstag auf dem Schleizer Dreieck, wo an diesem Wochenende die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) gastiert, endete mit dem ersten Qualifying der Sidecar-Klasse. Mit dem Ergebnis, dass Markus Schlosser und Lokalmatador Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) den schnellsten Spaß hatten.

In der sechsten von zehn Runden gelang es Schlosser, mit einer 1.32,800 Minuten die beste Zeit in den Asphalt zu brennen. Mit Vollgas rauschte er den Buchhübel hoch und die Seng herunter, sodass selbst Co-Pilot Luca Schmidt Bauchkribbeln verspürte. “Der geht bergab nicht eine Sekunde vom Gas”, staunte Schmidt im Parc fermé nicht schlecht. Nach dem kurzfristigen Zusammenschluss zu Beginn der Saison, sind Schlosser/Schmidt zum ersten Mal gemeinsam in Schleiz unterwegs. Demnach beschenkte Schlosser seinen Beifahrer heute mit einer Extraportion Adrenalin.

Hinter den Spitzenreitern ordneten sich Bennie Streuer/Kevin Kölsch (Team Streuer/ARS Yamaha), Sam und Tom Christie (Hannafin/LCR Yamaha), Pekka Päivärinta/Adam Christie (Hänni Racing/ARS Yamaha) sowie Todd Elllis/Emmanuelle Clement (Team Ellis/Clement Racing/LCR Yamaha) der Reihe nach mit ihren Rundenzeiten ein. Sie alle treten in Schleiz als Gaststarter in der IDM an und werden nicht gewertet. Die Läufe für die Weltmeisterschaft finden auf Deutschlands ältester Naturrensstrecke nicht statt.

Ted und Vincent Peugeot (Seventy Four Racing Team/LCR Yamaha) kamen auf Position sechs. Mit ihrer Zeit von 1.33,767 Minuten waren sie das schnellste Gespannteam in der IDM-Wertung. Lennard Göttlich (Bonovo Action Junior-Team ADAC Sachsen e.V/ARS Yamaha) gelang in der letzten Runde seine Bestzeit und wurde Siebter.

Patrick Werkstetter landete mit seinem Ersatz-Beifahrer Enrico Roick (Team Bonovo Action/Sattler Motorsport/ARS Yamaha) auf Rang acht, gefolgt von Enrico Wirth/Werner Leo Lüttke (zweirad Wirth Racing/LCR Yamaha), Markus Venus/Ondrej Sedlacek (Sidecar Team Venus/LCR Yamaha) und Rogier Weekers/Remco Moes (R&R Racing/LCR Yamaha) auf Platz elf.

Das erste Rennen findet heute am Samstagabend um 17.45 Uhr statt. Am Sonntag geht es um 16.20 Uhr los.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM Superbike: Marc Moser startet in Schleiz als einziger Ducati-Pilot

Marc Moser ist nach dem Ausfall von Lorenzo Zanetti einziger Ducati-Pilot in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Alle Hoffnungen seitens Ducati liegen auf dem Schleizer Dreieck auf Marc Moser. Er schiebt die schönste, weil auch einzige Panigale V4 in der IDM Superbike bei den momentan stattfindenden Rennen an den Start. Alle weiteren Markenkollegen aus der Superbike-Klasse sind verletzt. Das Team Hertrampf Racing muss einen Totalausfall verkraften.

Zu Beginn der Woche trudelte die Hiobsbotschaft bei Triple M Racing Ducati Frankfurt ein: Bei einem Test in Misano für seinen Arbeitgeber Ducati stürzte der IDM-Dritte Lorenzo Zanetti. Die Folge: Schlüsselbeinbruch links. Was zunächst harmlos aussah, entpuppte sich im Krankenhaus als weitaus schwieriger. Es handelt sich um keinen glatten Bruch. Zanetti musste wegen der vielen Splitter operiert werden und bekam einige Schrauben spendiert. Der Italiener denkt jedoch in Assen zurückkehren zu können.

Marc Moser muss jetzt alleine ran. „Mit dem Teamkollegen zusammen ist es schöner“, gibt der Hesse zu, „jetzt fehlt der Austausch zur Elektronik und dem ganzen Motorrad. Ich freue mich, wenn Lorenzo wieder da ist.“ Falls er später wieder einsteigt, wird es beim nächsten Mal einen Ersatzfahrer geben.

Bei Hertrampf Racing Team Ducati sind sogar beide Fahrer nicht einsatzbereit. Vladimir Leonov erlebt in diesem Jahr ein Desaster. Zum Saisonauftakt konnte er wegen eines fehlenden Visums nicht anreisen. Dann verletzte er sich bei Trainingsfahrten auf dem Moscow Raceway und jetzt stürzte er schon wieder. Ergebnis: Handgelenk gebrochen. Er kann von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist, denn er wurde bei Tempo 200 vom Motorrad abgeworfen. Leonov musste sich einer Operation unterziehen. Wenn die IDM Mitte August in Assen gastiert, kommt das eingesetzte Metall wieder raus. Teamkollege Oliver König aus Tschechien war jetzt geplant im Krankenhaus und stählt seine Fitness, um in den Niederlanden dabei sein zu können.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek