Mittwoch, 10. Juli 2024

BMW mit guter Bilanz am Norisring

René Rast glänzt mit Sieg am Samstag und sensationeller Aufholjagd am Sonntag

Renè Rast, BMW #33
Foto: Jens Hawrda

Das vierte DTM-Rennevent der Saison auf dem Norisring (GER) war das Wochenende von René Rast (GER). Im Samstagsrennen spielte er im Regenpoker von Nürnberg (GER) seine ganze Erfahrung aus, traf die richtige Reifenwahl und feierte im #33 BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport seinen ersten Saisonsieg. Ebenso stark war seine Vorstellung am Sonntag. Von Startplatz 19 und mit 20 Kilogramm Erfolgsballast stürmte er noch bis auf Position fünf nach vorn und sammelte wertvolle Punkte im DTM-Titelrennen. Zur Halbzeit der Saison liegt Rast mit 93 Punkten auf Platz drei der Fahrerwertung, Schubert Motorsport führt die Teamwertung mit 186 Zählern an. Sheldon van der Linde (RSA) und Marco Wittmann (GER) punkten.

Vor vollen Rängen auf dem Stadtkurs am Dutzendteich fuhr Rast im ersten Rennen von Startplatz sieben zum Sieg, weil er bei einsetzendem Regen nicht wie fast alle anderen Fahrer zum Reifenwechsel an die Box kam, sondern den kurzen Schauer mit Slicks überstand. Dank des eingesparten Boxenstopps war er auf dem Weg zu seinem 27. DTM-Sieg nicht mehr einzuholen. Nach zwei dritten Plätzen 2022 und zwei zweiten Plätzen 2023 war es das fünfte Podium in Folge für Rast auf dem Norisring. Diese Serie riss zwar mit Platz fünf am Sonntag, doch seine Aufholjagd um 14 Positionen war eine derart starke Schadensbegrenzung, dass sie sich wie ein weiteres Podium anfühlte. Nach acht von 16 Saisonrennen hat Rast mit seinen 93 Punkten in der Gesamtwertung lediglich elf Zähler Rückstand auf die Spitze. Der Puffer von Schubert Motorsport auf Platz zwei in der Teamwertung beträgt 16 Punkte.

Für Rasts Teamkollegen Sheldon van der Linde (RSA) und Marco Wittmann (GER) lief das Wochenende nicht optimal. Van der Linde zeigte im #31 BMW M4 GT3 starke Pace und startete das Samstagsrennen aus der ersten Reihe. Jedoch fiel er mit dem Sieg vor Augen im Regenpoker noch auf Position sieben zurück. Am Sonntag wurde der DTM-Champion von 2022 nach einer Strafe auf Platz 14 gewertet. Wittmann wurde bei seinem Heimspiel in Nürnberg von den Fans gefeiert, konnte bei den Ergebnissen jedoch nicht an seinen großartigen Sieg in Zandvoort (NED) vor wenigen Wochen anknüpfen. Er belegte im #11 BMW M4 GT3 die Plätze zwölf und elf.

ADAC GT4 Germany: Dreifachsieg für den BMW M4 GT4

In der ADAC GT4 Germany feierten die BMW M Motorsport Teams am Samstag einen Dreifachsieg. Gabriele Piana (ITA) und Michael Schrey (GER) fuhren im #2 BMW M4 GT4 von Hofor Racing by Bonk Motorsport ihren vierten Saisonsieg ein und bauten damit ihre Führung in der Gesamtwertung aus. Ihre Teamkollegen Tim Reiter und Leon Wassertheurer (beide GER) wurden Dritte. Dazwischen schoben sich Leyton Fourie (RSA) und Max Rosam (GER) im #46 BMW M4 GT4 von FK Performance Motorsport auf Rang zwei. Im Sonntagsrennen taten sich die BMW M Motorsport Teams deutlich schwerer. Piana und Schrey belegten als bestplatzierte Crew den achten Platz. In der Teamwertung liegt Hofor Racing by Bonk Motorsport an der Spitze.

Stimmen nach den Rennen

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3): „Ein gigantisches Wochenende! Dass ich mit einem Sieg, einem fünften Platz und Rang drei in der Fahrerwertung mit lediglich elf Punkten Rückstand aus Nürnberg abreise, hätte ich nicht für möglich gehalten. Am Samstag habe ich mit meiner Entscheidung, nicht auf Regenreifen zu wechseln, goldrichtig gelegen. Das Rennen am Sonntag aus der letzten Startreihe hätte nicht besser laufen können. Ich hatte eine super erste Runde und habe auch ein wenig von Strafen für andere profitiert. Aber trotzdem: In der DTM so viele Plätze in einem Rennen gutzumachen, das ist unglaublich.“

Sheldon van der Linde (#31 Shell BMW M4 GT3): „Das war ein Wochenende des ‚Hätte, Wäre, Wenn‘. Am Samstag ist uns der Sieg aufgrund der schwierigen Bedingungen durch die Finger geglitten. Dieser hätte mir in der Meisterschaft natürlich extrem gut getan, aber es sollte nicht sein. Am Sonntag war im Qualifying nicht mehr drin, und im Rennen ging es am Ende hart zur Sache. Aber so ist das manchmal. Weiter geht’s im August am Nürburgring.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3): „Die Atmosphäre bei meinem Heimspiel war einmal mehr großartig. Es macht mich stolz, so eine Fanbase hinter mir zu haben. Umso frustrierender ist es, dass ich die Zuschauer leider nicht auch mit guten Ergebnissen auf der Strecke begeistern konnte. Für das Team war es insgesamt ein super Wochenende, aber ich habe mir für mich persönlich mehr erhofft. Wir müssen jetzt analysieren, warum ich hier die Pace meiner Teamkollegen nicht mitgehen konnte, und das Problem mit Blick auf die zweite Saisonhälfte in den Griff bekommen.“


DTM am Norisring: Mercedes-AMG Performance-Fahrer Maro Engel fährt bei seinem 100. DTM-Rennen aufs Podium

  •  Fünftes Saisonpodium für den Mercedes-AMG GT3 am vierten Rennwochenende
  •  Mercedes-AMG sammelt wertvolle Punkte für die Herstellerwertung
  •  Maro Engel: „Wir hatten am Sonntag ein super Rennen“

Maro Engel, Mercedes #130
Foto: Jens Hawrda

Mercedes-AMG Customer Racing fuhr beim DTM-Highlight auf dem Norisring erneut aufs Podest. Für die Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach war es das fünfte Podium am vierten Rennwochenende der laufenden Saison. Bei seinem 100. DTM-Start erreichte Maro Engel (GER) am Sonntag für das Mercedes-AMG Team WINWARD den zweiten Platz. Bei wechselhaftem Wetter am Rennwochenende stellten die Mercedes-AMG Fahrer sieben von acht möglichen Punkteresultaten sicher. In der Herstellerwertung belegt Mercedes-AMG zur Saisonhalbzeit den zweiten Platz.


Die beiden Qualifyings wurden aufgrund der kurzen Streckenlänge des nur 2,162 Kilometer langen Norisrings in jeweils zwei Gruppen ausgetragen. Auf Basis der Trainingszeiten am Freitag fand die Einteilung statt. Die Fahrer auf den ungeraden Plätzen starteten in Gruppe A, die Fahrer auf den geraden Positionen in Gruppe B. Im Qualifying am Samstag startete zunächst Gruppe A, gefolgt von Gruppe B. Am Sonntag starteten die Gruppen in umgekehrter Reihenfolge.

Sonntagsrennen: Maro Engel wird mit Pace und der richtigen Strategie Zweiter
Den Grundstein für seinen Erfolg legte Maro Engel im Qualifying (Gruppe A) am Sonntagmorgen. Der AMG Markenbotschafter verpasste die Pole Position in der schnelleren Gruppe um nur 0,055 Sekunden, was für ihn Startplatz drei für das Rennen bedeutete. Damit hatte er im Feld der insgesamt 20 DTM-Fahrer die beste Ausgangslage unter den vier gemeldeten Mercedes-AMG GT3. Luca Stolz, Arjun Maini und Lucas Auer (AUT) gingen geschlossen von den Startpositionen sechs bis acht ins Rennen.

Mit nur 18 Grad Celsius Lufttemperatur und 22 Grad Asphalttemperatur waren die Rennbedingungen gegenüber dem Samstag deutlich kühler. Anders als im ersten Lauf blieb es diesmal jedoch trocken. Nach einem kontrollierten ersten Stint sorgte eine Safety-Car-Phase durch Carbon-Teile auf der Strecke zehn Minuten vor Schluss für einen Showdown. Engel hatte in der Boxenstopp-Phase mit einem erfolgreichen Undercut den Sprung von der dritten auf die zweite Position geschafft. Beim Restart waren noch fünf Minuten zu fahren. Engel behauptete den zweiten Platz in der Schlussphase souverän und sah die Zielflagge nach 69 Runden nur 0,777 Sekunden hinter dem Sieger. Mit Platz vier verpasste Arjun Maini das Podium nur knapp. Der Inder profitierte ebenfalls vom Undercut. Er kam auf der neunten Position liegend an die Box und griff durch die richtige Strategie ins Rennen um das Podium ein. Auf den Plätzen sieben und zwölf erreichten Luca Stolz und Lucas Auer zwei weitere Punkteresultate für Mercedes-AMG.

Samstagsrennen: Mercedes-AMG Teams fehlte bei Wetterlotterie das Glück zur richtigen Reifenwahl

Im Samstagsrennen waren die Kundensportteams trotz drei Punkteresultaten hinter der hohen Erwartungshaltung zurückgeblieben. Zum Ende des Boxenstoppfensters machte ein Regenschauer den ersten Lauf zur Lotterie. Die Mercedes-AMG Fahrer entschieden sich früh für den Wechsel auf Regenreifen. Diese Strategie ging diesmal jedoch nicht auf. Der Regen hielt nicht an, sodass Slicks in der Schlussphase letztendlich die bessere Reifenwahl waren. Auf Regenreifen im Nachteil, fuhren Engel, Stolz und Maini mit den Plätzen acht, elf und 15 noch in die Punkteränge. Für Auer hielt das Rennen erneut nicht das erhoffte Glück parat. Der Österreicher zog sich am Start bei einem unverschuldeten Kontakt einen Reifenschaden hinten rechts zu. Er musste sein Fahrzeug daraufhin vorzeitig abstellen.

Stimmen zum Rennwochenende

Maro Engel, Mercedes-AMG Team WINWARD #130
„Wir hatten am Sonntag ein super Rennen. Vielen Dank an das gesamte Team, das mir das ganze Wochenende über ein schnelles Auto gegeben hat. Es war schön, das heute so umzusetzen, nachdem wir das Potenzial am Samstag schon angedeutet hatten. Ich habe alles gegeben und Druck nach vorne gemacht, aber Nicki hatte die Spitze unter Kontrolle. Mit dem Podium sind wir sehr happy. Wir hatten in Zandvoort ein schwieriges Wochenende, haben das Ganze aber als Team sorgfältig analysiert und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Es fühlt sich gut an, zurück zu sein.”

Arjun Maini, Mercedes-AMG Team HRT #36
„Das Wochenende war ein Auf und Ab. Wir hatten zwei solide Qualifyings, in denen wir aber nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft haben. Im Samstagsrennen sah es gut aus, bis der Regen kam. Da haben wir bei der Reifenwahl leider die falsche Entscheidung getroffen, was auch auf meine Kappe ging. Am Sonntag hatte ich einen schlechten Start und ich dachte, dass für mich nicht mehr viel möglich ist. Aber wir hatten in freier Fahrt eine sehr gute Pace und mein Team hat einen super Pitstop und eine fantastische Strategie parat gehabt. Mit Platz vier können wir mehr als zufrieden sein.”

Luca Stolz, Mercedes-AMG Team HRT #4
„Am Samstag haben wir mit den Regenreifen einfach die falsche Wahl getroffen und hatten bei diesen chaotischen Bedingungen keine Chance. Das Rennen hat Spaß gemacht, denn ich hatte schöne Duelle. Aber Platz elf war für mich zu wenig. Im Qualifying am Sonntag ging es besser und wir sind auch gut ins Rennen gestartet. Das Podium war in Reichweite und wir haben uns für einen sehr frühen Boxenstopp entschieden. Auf meiner Outlap habe ich wegen einer Kollision von zwei Fahrern vor mir wertvolle Zeit verloren, wodurch unsere Taktik nicht aufging. Im zweiten Stint hat zudem auch etwas die Pace gefehlt. Das müssen wir uns anschauen. Ich hoffe, dass wir in der zweiten Saisonhälfte wieder auf Podiumskurs sind.”

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #22
„Uns hat an beiden Tagen das gewisse Etwas gefehlt. In den Qualifyings haben wir nicht alles herausgeholt, weil wir in der entscheidenden letzten Runde nicht alles zusammenbekommen haben. Die Ausgangspositionen waren trotzdem in Ordnung. Dafür hat mir in den Rennen dann einfach die Pace gefehlt. Wobei das Rennen am Samstag für mich leider schnell vorbei war. Ich hatte das gesamte Wochenende meine Schwierigkeiten auf der Bremse. Ich hatte arge Probleme beim Anbremsen. Das müssen wir uns genau anschauen, denn heute war der Abstand auf die Spitze einfach zu groß.“

Dienstag, 9. Juli 2024

DTM-Premiere vor 110.000 Besuchern: Thiim folgt seinem Vater und schreibt mit Norisring-Sieg Geschichte

  •     Lamborghini-Pilot gewinnt 33 Jahre nach Vater Kurt Thiim DTM-Lauf am Norisring
  •     Mirko Bortolotti steht nach erster Saisonhälfte an der Tabellenspitze
  •     110.000 Besucher beim 40-jährigen Jubiläum der Rennserieam Norisring

33 Jahre nach Vater Kurt Thiim gewann Sohn Nicki am Norisring
Foto: dtm.com


Das gab es in der DTM noch nie: Nicki Thiim von SSR Performance gewann am Sonntag auf dem Norisring sein erstes DTM-Rennen. Der Lamborghini-Pilot und sein Vater Kurt Thiim sind damit das erste Vater-Sohn-Gespann in der 40-jährigen DTM-Geschichte, das in den Siegerlisten der Rennserie steht. Zwei seiner 20 Erfolge verbuchte Kurt Thiim auf dem Stadtkurs in Nürnberg. „Als kleiner Junge habe ich hier die DTM-Rennen meines Vaters verfolgt, ein Sieg am Norisring stand immer schon ganz oben auf meiner Bucket-List. Den Erfolg meines Vaters zu wiederholen, fühlt sich besonders nach der bisher schwierigen Saison unglaublich an. Die Momente nach der Zieldurchfahrt waren sehr emotional für mich“, schilderte ein sichtlich gerührter Thiim nach seinem souveränen Start-und-Ziel-Sieg. Mercedes-AMG-Pilot Maro Engel (Monaco) zeigte in seinem 100. DTM-Rennen eine starke Leistung und beschenkte sich zum Jubiläum mit Platz zwei. Thiims Teamkollege Mirko Bortolotti (I) wurde Dritter und geht damit als neuer Tabellenführer in die zweite Saisonhälfte. 110.000 Besucher erlebten ein aufregendes 40-jähriges DTM-Jubiläumswochenende auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland mit viel Action auf sowie neben der Strecke.

Keyfacts, Norisring, Saisonrennen 8 von 16

  •     Streckenlänge: 2.162 Meter
  •     Wetter: 19 Grad, bewölkt
  •     Pole-Position: Nicki Thiim (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #94),
  •     Sieger: Nicki Thiim (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #94)
  •     Schnellste Rennrunde: Nicki Thiim (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 )


Pole-Setter Thiim bestätigte beim Start zum achten DTM-Lauf seine gute Form und baute die Führung in der erste Rennhälfte kontinuierlich vor seinem Teamkollegen Bortolotti aus. Auf Rang drei folgte Engel, dahinter belegten der bis dato noch Gesamtführende Kelvin van der Linde (ZA) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline und Mercedes-AMG-Pilot Luca Stolz (Brachbach) die Ränge vier und fünf.

Als das Boxenstopp-Fenster nach 20 Minuten geöffnet wurde, schlug der Stratege Engel zu. Der Routinier wechselte als einer der ersten Piloten seine Pirelli-Reifen und konnte danach den vor ihm platzierten Bortolotti, der eine Runde später in die Box gefahren war, mit den bereits angewärmten Pneus überholen. Spitzenreiter Thiim absolvierte einen perfekten Boxenstopp und ging als Führender vor Engel sowie Bortolotti wieder auf die Strecke. Rund zehn Minuten vor Schluss kam das Safety-Car zum Einsatz, weil ein Karbonteil von der Fahrbahn geborgen werden musste. Nach dem Re-Start hielten die Top-Drei ihre Positionen – Thiim überquerte nach 69 Runden als Sieger die Ziellinie. Hinter dem Spitzen-Trio belegte Arjun Maini (IND) im Mercedes-AMG vom Mercedes-AMG Team HRT nach einer fehlerlosen Vorstellung Rang vier. Als Fünfter bewies Samstagssieger René Rast (Bregenz) im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport einmal mehr seine Entschlossenheit und machte gegenüber dem Start 14 Plätze gut.

Der aktuelle Champion Thomas Preining (A) ging als Zwölfter ins Rennen und konnte sich im Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey EMA nach starken Überholmanövern in den letzten Runden noch auf Rang sechs verbessern. Stolz beendete den Sonntagslauf auf dem Nürnberger Stadtkurs als Siebter. Ayhancan Güven (TR) wurde im zweiten Porsche von Manthey EMA auf Platz acht gewertet, gefolgt von Kelvin van der Linde. Der als Vierter gestartete Südafrikaner fiel nach einer Berührung mit Ferrari-Pilot Jack Aitken (GB) vom Team Emil Frey Racing weit zurück und belegte die neunte Position vor Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Mann-Filter). Damit gab van der Linde die Tabellenführung an Bortolotti ab und beendete die erste Hälfte der DTM 2024 auf Rang zwei. Dritter im Gesamtklassement ist Rast.

Stimmen nach dem Rennen

Maro Engel: „Die Saison war bisher ein Auf und Ab. Umso schöner, dass wir ein gutes Rennen zeigen konnten und ich bei meinem Jubiläum aufs Podium gefahren bin. Wer die DTM mit all den Fans am Norisring erlebt, weiß, für was die Serie steht. Dazu war es ein absolutes Highlight, gemeinsam mit meiner Tochter oben auf dem Podest zu stehen.“

Mirko Bortolotti: „Ich genieße es jedes Mal, mit der DTM am Norisring zu fahren. Die Stimmung auf den Tribünen war mega. Für die gesamte Mannschaft ist es ein super Ergebnis. Die erste Saisonhälfte lief für uns nicht perfekt, trotzdem freue ich mich über die Tabellenführung. Darauf können wir aufbauen, um in der zweiten Hälfte noch stärker zu sein.“

Ergebnis, 8. Meisterschaftslauf, Norisring (Top-Five)

1. Nicki Thiim (DK/SSR Performance)
2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), +0,777 Sekunden
3. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +1,880 Sekunden
4. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +3,098 Sekunden
5. René Rast (D/Schubert Motorsport), +4,023 Sekunden

Norisring: Erster Saisonsieg für Porsche in der ADAC GT4 Germany

  • Finn Zulauf/Josef Knopp gewinnen das Sonntagsrennen auf dem Norisring
  • Platz zwei für Markenkollegen Birch/Berndt
  • Nächster Trophy-Triumph für Max Kronberg

Der siegreiche Porsche von AVIA W&S Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport


Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring bot Spannung bis zur letzten Sekunde. In einem sehenswerten Duell um den Tagessieg setzte sich das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) durch und sorgte für den ersten Saisonsieg für den Hersteller aus Zuffenhausen. Knapp geschlagen holten sich die Markenkollegen Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin, beide Razoon - more than Racing) Platz zwei und feierten damit ihr erstes Gesamt-Podium in der ADAC-Serie. Zum dritten Mal im dritten Sonntagsrennen 2024 fuhren Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) auf Rang drei. Kronberg konnte somit gleichzeitig auch die Trophy-Wertung für sich entscheiden.

Finn Zulauf hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen und behielt die Führung im ersten Rennabschnitt inne. Hinter dem schnellen Hessen sicherte sein Teamkollege Still die zweite Position ab. Markenkollege Berndt startete von Platz vier, konnte aber direkt in der ersten Runde die dritte Position einnehmen. Diese Reihung blieb bis zu den Fahrerwechseln zu Rennmitte bestehen.

Die Crew von Razoon - more than Racing lieferte dann einen starken Service ab, sodass Berndts Teamkollege Simon Birch die Boxengasse auf Platz zwei liegend verlassen konnte. Der Däne machte dann sofort Druck auf den führenden Knopp, der von Zulauf übernommen hatte. Dieses Duo prägte dann die zweite Rennhälfte. Beide Porsche umrundeten den 2,162 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg in engem Abstand. Immer wieder versuchte Birch ein Überholmanöver zu setzen. Gegen Rennende mischte sich auch Kronberg in das Geschehen an der Spitze ein und macht aus dem Duell einen spannenden Dreikampf. Die Reihung blieb jedoch bis zum Fallen der schwarzweiß karierten Flagge bestehen. Zulauf/Knopp gewannen somit auch die Junior-Wertung.

Auf Platz vier kamen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) ins Ziel vor ihren von Platz drei gestarteten Porsche-Markenkollegen Tano Neumann (49/BGR) und Alon Gabbay (20/ISR, beide AVIA W&S Motorsport). Dahinter folgte mit dem 718 Cayman GT4 von Diego Stifter (20/ITA) und Maxi Tarillion (19/AUT, beide Razoon - more than Racing) ein weiterer Porsche.

Bestplatzierter Mercedes-AMG GT4 wurde das Fahrzeug von Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) auf Rang sieben. Die Vortagessieger Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) belegten im BMW M4 GT4 Platz acht und reisen somit als souveräne Tabellenführer zum nächsten Rennwochenende Mitte August auf dem Nürburgring.

Platz neun holten William Tregurtha (24/GBR) und Emil Gjerdrum (17/NOR, beide CV Performance Group) in einem weiteren Mercedes-AMG. Die Top Zehn komplettierten Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW.

Stimmen nach dem Rennen

Finn Zulauf
– Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Endlich – unser erster Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany war lange überfällig. Josef hatte in der zweiten Rennhälfte einen mega Job gemacht und kühlen Kopf bewahrt, obwohl er mächtig Druck hatte. Vielen Dank auch an das Team, das uns ein super Auto hingestellt hat.“

Josef Knopp – Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Für mich persönlich ist es der erste Sieg in der ADAC GT4 Germany. Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll sich das anfühlt. Wir hatten im Rennen eine starke Pace. Doch ich musste in meinen Stint ganz schön arbeiten, um vorne zu bleiben. Zum Ende hin hatte ich Simon hinter mir in einen Fehler getrieben. Das hat mir dann etwas Ruhe verschafft.“

Denny Berndt
– Platz zwei für Razoon - more than Racing
„Ich bin sehr glücklich über das Podium. Mein Start war sehr gut und ging nach Plan auf. Danach konnte ich mit den Vorderen gut mithalten. Auch der Boxenstopp war klasse, da wir so eine Position gutmachen konnten. Das war eine mega Team-Leistung.“

Simon Birch – Platz zwei für Razoon - more than Racing
„Die ADAC GT4 Germany ist eine extrem starke Serie. Somit bin ich überglücklich mit dem Podium. Es wird aber auch sicherlich nicht unser letztes Podium hier sein. Ich war zuvor noch nie auf einem Straßenkurs unterwegs. Der Norisring ist eine bemerkenswerte Rennstrecke und macht viel Spaß. Der Zweikampf mit Josef war klasse und wirklich sehr eng – leider ging er nicht zu unseren Gunsten aus.“

Max Kronberg
– Platz drei für AVIA W&S Motorsport
„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir beim dritten Rennwochenende das dritte Podium erzielen konnten. Hendrik hatte bereits in der Qualifikation einen super Job gemacht und mir das Auto dann in aussichtsreicher Position übergeben. Zum Ende hin konnte ich nochmals zu den Führenden aufschließen, fand aber keinen Weg vorbei. Doch Platz drei ist für uns dennoch ein grandioses Ergebnis.“

Hendrik Still – Platz drei für AVIA W&S Motorsport
„Das wird für uns ja fast schon zum Sonntagsritual – statt in die Kirche gehen wir jeden Sonntag auf das Podest (lacht). Max und das gesamte Team haben eine super Performance geboten. Das war eine Klasse für sich. Mein Rennen lief fast schon wie nach Regiebuch und genauso, wie wir uns das vorher ausgemalt hatten. Schade ist natürlich, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren hatten. Wir werden sicherlich im Nachgang nochmals genauer analysieren, ob es an meiner Inlap oder an der Outlap von Max gelegen hat.“

Sonntag, 7. Juli 2024

Spannender Zweikampf endet mit Sieg für Anton Werner

  • Anton Werner und Stefan Rupp jagen sich rundenlang um den Norisring
  • Auch dahinter heißer Kampf mit Peter Mücke, Ronny Scheer und Altfrid Heger
  • DTM Classic begeistert Fans auf dem Norisring

Anton Werner (vorne) musste sich lange gegen Stefan Rupp (hinten)
verteidigen und gewann schließlich das Rennen
Foto: dtm.com


Der zweite Lauf der DTM Classic auf dem Norisring wurde zur Beute von Anton Werner (Audi 200 M86 MTM). Der Landshuter musste sich lange gegen seinen hartnäckigen Verfolger Stefan Rupp (Audi A4 DTM) wehren, bis Rupp in der 19. Runde mit einer defekten Antriebswelle ausschied. Peter Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) erbte den zweiten Rang vor Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC). Für Werner, der seinem Triumph nach Rupps Ausfall relativ entspannt entgegenfahren konnte, war es dennoch keinen Jubel wert, als sein Rivale aufgeben musste. „Danach wurde es etwas langweiliger, denn es war ein schönes Duell mit Stefan. Ich bin sowieso überrascht, dass ich mit meinem Audi 200 gegen seinen modernen Audi A4 so lange konkurrenzfähig war. Er hat ordentlich Druck gemacht, aber ich habe versucht, die Vorteile meines Autos auf den Geraden auszuspielen“, gab Werner seine taktische Ausrichtung zu Protokoll.

Peter Mücke hat die Nase im Dreikampf letztendlich vorne

Peter Mücke erreichte die Ziellinie als Zweiter, hatte aber bereits einen Rückstand von gut 23 Sekunden auf Werner. „Ich habe zu lange gebraucht, die Vorderreifen meines Autos zum Arbeiten zu bekommen. Ich denke, ich muss etwas aggressiver fahren, bin mit dem Mercedes aber noch in der Lernphase. Insgesamt war es ein schönes Wochenende, an dem glaube ich alle – Fans, Fahrer und Teams – ihren Spaß hatten.“ Der Berliner sah sich zu Beginn des Rennens in einem harten Duell gegen Altfrid Heger (Audi V8 DTM), in dem beide Kampfhähne kollidierten. Die Rennleitung sah die Schuld bei Heger und bat ihn wenig später zu einer Durchfahrtsstrafe. Damit fiel der Audi-Pilot aus dem Fight um den dritten Platz heraus, der sich dank Ronny Scheer mittlerweile zu einem Dreikampf entwickelt hatte. Scheer hingegen hielt lange den Anschluss an Mücke, musste ihn letztendlich aber ziehen lassen. „Ich denke, ich hätte Peter sowieso nicht überholen können, denn dafür ist sein Mercedes einfach zu gut und auch deutlich jünger als mein Ford. Mit der dritten Position bin ich aber sehr glücklich, zumal ich gestern noch einen Ausfall wegen technischer Probleme hinnehmen musste.“

DTM Classic punktet mit tollem Motorsport und spektakulären Autos

Rennen zwei der DTM Classic auf dem legendären Nürnberger Stadtkurs wurde bestimmt von den beiden Kampfgruppen in der vorderen Hälfte des Feldes: Werner gegen Rupp um die Ränge eins und zwei sowie Mücke, Heger und Scheer um die Plätze drei, vier und fünf. Doch auch hinter dem Quintett wurde guter Rennsport mit attraktiven Fahrzeugen geboten. René Ruch (BMW M3 DTM) konnte am Ende den vierten Rang feiern, nachdem er im ersten Durchgang am gestrigen Samstag noch als Dritter jubeln durfte. Thomas Braun steuerte seinen Porsche 964 Cup auf die fünfte Position und profitierte dabei wie Ruch vom späten Ausfall von Heger, den ein Folgeschaden der Kollision mit Mücke drei Runden vor Schluss zur Aufgabe zwang. Der Essener wurde aufgrund der zurückgelegten Distanz aber noch als Sechster gewertet. Henry Walkenhorst (BMW M3 E30), Gerhard Müller (BMW E21 Gruppe 2), Guido Momm (Ford Mustang) und Mads Gjerdrum (BMW 320 Gruppe 5) komplettierten die Top Ten.