Mittwoch, 5. Juni 2024

Motorradsport der Extraklasse und eine junge Fahrerin die mit Glanzleistungen für Begeisterung sorgte

Smilla Göttlich in der Konzentrationsphase vor dem Start
Foto: Markus Toppmöller

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft begeisterte am Wochenende vom 31. Mai bis 2. Juni Fans des Zweirad-Motorsportes mit sieben verschiedenen Klassen und 14 Rennen.

Im Fokus der Zuschauer war dabei auch Smilla Göttlich aus Sachsen. Bereits am Samstag im ersten Rennen des KTM Junior Cups gelang ihr die Sensation – gerade einmal 13 Jahre alt, das erste Rennen ihrer Saison und direkt auf den ersten Platz vorgefahren. Auch das Rennen am Sonntag konnte sie auf einem tollen dritten Platz ins Ziel bringen.

Am Freitag und Samstag absolvierte die Königklasse mit der IDM Superbike bereits ihre Trainings und Qualifyings. Zum Rennsonntag kamen zahlreiche Besucher in die Arena, um die zwei Rennen über die jeweilige Distanz von 18 Runden zu erleben. Die 27 Fahrer gingen am Vormittag für das erste Rennen auf die Strecke.

Sieger des ersten und zweiten Rennens wurde der Ukrainer Ilya Mikhalchik auf seiner BMW 1000RR, gefolgt von Florian Alt (DEU) und Baline Kovacs (HUN).

Am Sonntagvormittag standen Dustin Schneider (17 Jahre) und Richard Irmscher (15 Jahre) aus dem Northern Talent Cup noch als Interviewpartner für die VIP Gäste der Motorsport Arena bereit. Anschließend ging es zur Mittagszeit in ihr zweites Rennen des Wochenendes. Bereits am Samstag konnte Richard Irmscher den zweiten Platz herausfahren. „In Oschersleben werden Duelle auf den Gerade im Windschatten entschieden“, berichtet der 15-Jährige, welcher in diesem Cup mit seinen Konkurrenten auf einheitlichen Hondas unterwegs ist.

Im zweiten Rennen des Wochenendes konnte der junge Pilot mit der Verteidigung von sehr engen Duellen in der letzten Runde einen Sieg einfahren.


Vleeschauwer holt Doppelsieg

Luca de Vleeschauwer #45
Foto: Jens Hawrda

Nur 0,104 Sekunden trennten Luca de Vleeschauwer (MotoLife, Triumph) und seinen Verfolger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) im Ziel. In der IDM Supersport überschlugen sich in der Motorsport Arena in Oschersleben im zweiten Lauf des Tages die Ereignisse.

Andy Kofler, die Meisterschaft anführt, ging nach dem Start wie vom Gummiband abgeschnippst in Führung, während Lennox Lehmann (Yamalube Motorsport Kofler) fast stehenblieb. An der Spitze bildete sich ein Trio mit Kofler, Vizemeister Twan Smits (Team Apreco, Yamaha) und de Vleeschauwer, dem Sieger des ersten Laufes. Zur Verfolger-Gruppe mit Dirk Geiger (MCA Racing, Honda), Stepan Zuda (AF Racing, Ducati), Kyle Smith (Weber Kawasaki), Daniel Blin (AF Racing Team, Ducati) sowie Lennox Lehmann (Yamalube Kofler) und Marvin Siebdrath (Yamaha by M32), die beide den Start vermasselt hatten, tat sich eine Lücke auf.

In der siebten Runde stürzte Smits aus dem Geschehen. Schlimmer hätte es für den Niederländer nicht kommen können. Der Saisonauftakt auf dem Sachsenring war schon mäßig abgelaufen und jetzt kamen auch noch zwei Nuller hinzu. Der Vizemeister, für den es dieses Jahr um den Titelgewinn geht, hat nicht die besten Karten für die Umsetzung seines Vorhabens. In der Gesamtwertung ist er nach dem Oschersleben-Wochenende Zehnter.

Kofler führte nach dem Ausscheiden des Niederländers vor dem Belgier de Vleeschauwer. Lehmann und Siebdrath überrumpelten inzwischen schon Dirk Geiger, dessen Teamkollege Julius Caesar Rörig die Strecke verließ und das Motorrad abstellte. Die Honda qualmte wie verrückt und es sah nach einem Motorschaden aus.

De Vleeschauwer wagte in der zehnten Runde die erste Attacke auf Kofler, die der Österreicher später kontern konnte. Lehmann und Siebdrath übten im nachfolgenden Paket Druck aus, das sich auf drei Fahrer verkleinert hatte. Blin war nicht mehr dabei. Siebdrath krabbelte Smith fast in den Auspuff rein. Lehmann fuhr im Endspurt eine halbe Sekunde schneller, was mit dem dritten Podestplatz belohnt wurde.

De Vleeschauwer erkämpfte sich rau, aber herzlich den zweiten Tagessieg und war leicht irritiert, was um ihn herum geschah. Mit zwei Siegen hatte der 21-jährige Triumph-Fahrer nicht gerechnet. Wer Andreas Kofler kennt, weiß, wie schwer es ihm fiel, nach der geleisteten Führungsarbeit nur Zweiter zu sein, „aber wir hatten heute das erste Doppelpodium für das Team Yamalube Motorsport Kofler.“ Teamkollege Lehmann hatte richtig Spaß gehabt: „Mir hat im ersten Rennen ein bisschen das Tempo gefehlt, aber jetzt war alles bestens. Mein Start war wieder völlig daneben. Ich hatte aber auch ein bisschen Glück, auch das Twan gestürzt ist. Aber das muss man mitnehmen.“ Der Dresdner ist ein Rookie in der Supersport-Klasse und schon bei der zweiten Veranstaltung stand er zwei Mal auf dem Podium und er ist bereits Dritter in der Gesamtwertung. An der Spitze ist es brisant: Kofler hat nur zwei Zähler Vorsprung vor de Vleeschauwer.


IDM SSP, Rennen 2 (Top-Five)

1. Luca DE VLEESCHAUWER (BE/Triumph)

2. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

3. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)

4. Kyle SMITH (GB/kawasaki)

5. Marvin SIEBDRATH (D/Yamaha)


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Ilya Mikhalchik siegt auch im zweiten Rennen in Oschersleben

Ilya Mikhalchik mit maximaler Punkteausbeute in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda


Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) war auch der Sieger des zweiten Laufes in der IDM Superbike in Oschersleben. Mit 1,429 Sekunden Vorsprung vor Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) war die Entscheidung diesmal deutlich knapper. Der deutsche Honda-Treiber fährt trotz des Doppelsiegs der Konkurrenz als neuer Meisterschafts-Führender nach Hause. Patrick Hobelsberger musste den Spitzenplatz verlassen und sorgte ungewollt für reichlich Aufsehen.

Aus der ersten Rennrunde kamen Florian Alt, Toni Finsterbusch, Ilya Mikhalchik, Bálint Kovács und zur großen Begeisterung des GERT56-Teams Patrick Hobelsberger der Reihe nach zurück. Hobelsberger hatte einen Mega-Start vorgelegt und war von Position 14 bis auf den fünften Platz durchs Feld gewirbelt. Die Freude hielt nicht lange an. Die Rennleitung untersuchte, ob es sich um einen Frühstart gehandelt hatte. Dem war auch so. Hobelsberger wurde mit einer doppelten Long Lap bestraft, was seine Aussichten, sich noch weiter nach vorn zu bewegen, sehr einschränkte.

An der Spitze hakelten sich Alt und Finsterbusch. Der Sachse war auf Krawall gebürstet und überholte den Titelverteidiger an Stellen, wo normalerweise überhaupt keiner überholt. In der zehnten Runde war das Kapitel abgeschlossen und Alt in Führung. Nun kam Mikhalchik ins Spiel. Zuerst kassierte er Finsterbusch, bevor er sich an Alts Auspuff ansaugte und ab der zwölften Runde das Feld anführte.

Mikhalchik saß dabei wie schon gestern im Qualifying absolut lässig auf dem Bike. Alt ließ den Ukrainer nicht ziehen, kam aber auch nicht mehr in Schlagdistanz. Hinter ihm hatte sich wie schon im ersten Lauf Bálint Kovács festgesetzt, der schon eine kleine Lücke zum überholten Finsterbusch aufgetan hatte. Der Ungar kam auch Alt immer näher, der eine 1:25er-Runde vorlegte, um von Kovács wieder wegzukommen. Die drei Ersten behielten ihre Stellung bis ins Ziel: Mikhalchik vor Alt und Kovacs. Der Sieg des 27-jährigen Ukrainers aus Kiew war blitzsauber gewesen, „obwohl Oschersleben absolut nicht mein Kurs ist“, wie er schilderte. „Aber ich habe an diesem Wochenende auch den Rundenrekord geknackt, wenn auch nur im Training.“ Alt war nicht ganz so glücklich, konnte aber eine Steigerung zum ersten Rennen verzeichnen und die Übernahme der Tabellenführung mit zwei Zählern mehr als Mikhalchik. Kovács lachte dagegen im Kreis: „Das war total verrückt und ganz anders als sonst beim Kampf um einen fünften Platz. Mit Mikhalchik und Alt zu fighten, war eine andere Nummer.“

Lorenzo Zanetti holte auf der Ducati in Oschersleben zwei siebte Plätze. Er nimmt den dritten Platz in der Gesamtwertung ein. Hobelsberger ist von der Spitze bis auf den vierten Rang abgerutscht. Der Bayer musste noch eine herbe Schlappe einstecken. Er hatte seine doppelte Long Lap absolviert, doch bei der zweiten war in der Kurve bei Posten 2 die gelbe Flagge geschwenkt worden und auch die LED´s auf den Anzeigetafeln blinkten. Weil die Long Lap unter diesem Umständen als nicht beendet angesehen wird, wurde ihm die Strafe nochmals angezeigt. Im Glauben, alles schon erledigt zu haben, machte Hobelsberger keine Anstalten, noch einmal die vergrößerte Runde zu fahren. Rennleiter Ottmar Bange verhängte die nun vorgesehene Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse. Ohne Erfolg. „Das hat zur Disqualifikation geführt und die schwarze Flagge wurde für Hobelsberger geschwenkt.“ Null Punkte.

IDM Superbike, 2. Lauf (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

2. Florian ALT (D/Honda)

3. Bálint KOVÁCS (HU/BMW)

4. Toni FINSTERBUSCH (D/BMW)

5. Leandro MERCADO (ARG/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Dienstag, 4. Juni 2024

IDM SSP 300: Doppelsieg Für Buis, Svendsen behält Führung

Jeffrey Buis #6 siegt in Rennen 2 in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Das Podium in der IDM Supersport 300 in Oschersleben glänzte auch nach dem zweiten Rennen in leuchtendem KTM-Orange. Jeffrey Buis ging erneut als Sieger hervor, Oliver Svendsen und Phillip Tonn komplettierten die Ränge zwei und drei.

Der Erfahrenste hatte an diesem Wochenende eindeutig die Oberhand: Der zweifache Weltmeister Jeffrey Buis (Freudenberg KTM-Paligo Racing) gewann auch das zweite Rennen der Supersport 300-Klasse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) am Sonntag und machte damit einen Doppelsieg perfekt.”Das Rennen heute war wesentlich schwieriger für mich zu fahren als gestern, da ich kein Gefühl zu meinem Vorderrad hatte. Wahrscheinlich lag es an dem Wetterumschwung”, äußerte sich Jeffrey Buis anschließend zum Rennen. Trotz windiger Bedingungen und kühlen Temperaturen hatte der Niederländer das beste Händchen und den höchsten Speed, um seinen Verfolgern und zugleich Teamkollegen zu zeigen, dass er so leicht nicht zu besiegen ist.

Das bekam auch Oliver Svendsen zu spüren, der als Zweiter die Ziellinie überquerte. Svendsen fuhr taktisch klug, probierte sich im letzten Rennviertel an einigen Stellen aus, um seinen Plan für die letzte Runde fix zu haben. Am Ende war es die letzte Kurve vor dem Ziel, in der Svendsen gegen Philipp Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing) zur Attacke blies und mit mehr Schwung aus dem Überholmanöver hervorging. Tonn drehte zwar den Gashahn bis zum Anschlag auf, blieb jedoch chancenlos. Svendsen behielt die Nase vorn und schnappte sich vor ihm den zweiten Platz. “Das hat gepasst und ich bin sehr zufrieden. Denn ich konnte zeigen, was in mir steckt”, sagte Oliver Svendsen, der mit den zusätzlichen 20 Punkten die Führung in der Gesamtwertung beibehält.

Trotz des verlorenen Zweikampfes war Philipp Tonn mit dem Ausgang des Rennens zufrieden. “Was ich gestern durch einen Fehler verbockt hatte, habe ich heute versucht, wieder gut zu machen”, meinte der KTM-Pilot aus Apolda. Das gelang ihm mit dem dritten Platz auf dem Podium. Ruben Bijman (Freudenberg KTM-Paligo Racing) fuhr ein ebenfalls starkes Rennen und wurde Vierter.

Zwischen Senna van den Hoven (Molenaar Racing), Korbinian Brandl (RBR Racing) und Dylan Czarkowski (Racing DC) spitzte sich der Kampf um Platz fünf in der letzten Runde zu. Schließlich war es van den Hoven, der sich am Ende durchsetzen konnte und vor seinen beiden Verfolgern ins Ziel kam. Der Deutsche Korbinian Brandl wurde Sechster. Czarkowski kam auf Rang sieben, gefolgt von den beiden Schweizern Fabio Sarasino (Freudenberg KTM-Paligo Racing) und Niklas Böhlen (Blau Power Bikes). Der Däne Ty Henriksen (Henriksen Racing) und der Schwede Emil Tägtlund (Tägtlund Motorsport) belegten die Plätze zehn und elf.

Ergebnis IDM Supersport 300, Race 2 (Top-Five): 

  1. Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  2. Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  3. Phillip TONN (GER/KTM)
  4. Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  5. Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM SSP: De Vleeschauer beschert Triumph den ersten Sieg

Podium Rennen 1
Foto: Jens Hawrda

Wer zu niedrigem Blutdruck neigt, braucht keine Tablette, sondern schaut ein IDM Supersport-Rennen an. In Oschersleben schoss der Puls im ersten Lauf schlagartig nach oben. Erst in der letzten Runde wurde geklärt, dass Luca de Vleeschauwer (MotoLife), Lennox Lehmann (Yamalube Kofler) und Marvin Siebdrath (Yamaha M32) aufs Podium steigen können.

Nach dem Start über die 15 Rennrunden in der Motorsport Arena Oschersleben übernahm Andreas Kofler sofort die Führung. Auftaktsieger Stepan Zuda stürzte mit der roten Ducati gleich aus dem Geschehen. Was für ein Pech für den Tschechen: Ende April hatte er beim Testen auf der Strecke einen heftigen Abflug bei 200 km/h erlebt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Viel weiß er davon nicht mehr. Letztlich kam er mit Prellungen davon. Aber Freundschaft schließen wird er mit der Strecke wohl nicht mehr.

Kyle Smith wurde als Geheimtipp für das Rennen gehandelt. Schließlich herrschte englisches Wetter und bei so einem hat der Brite auch schon in der Supersport-WM gewonnen. Kofler ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Als sich Vizemeister Twan Smits vor ihn setzte, staunte er aber nicht schlecht. Der Niederländer schien ein ausgezeichnetes Vertrauen ins Vorderrad der Apreco-Yamaha zu haben. Kofler konnte den Spieß aber wieder drehen. Hinter ihm wartete nun die geballte Ladung an Kraft in Form von Smits, Lennox Lehmann, Dirk Geiger, Daniel Blin und Luca de Vleeschauwer auf die nächste Chance zum Überholen. Geiger war auf der Honda dabei extrem spät auf der Bremse. Triumph-Fahrer de Vleeschauer bemerkte, dass die Yamahas an der Spitze das Tempo anzogen. Die Luft schien förmlich zu brennen. Plötzlich behauptete sich Lehmann an der Spitze. Auf der anderen Seite stürzte Smits. Ihm war in der Rechtskurve eindeutig der Gang aus der Yamaha gesprungen und wieder eingerastet. Das Hinterrad blockierte. Sturz. Smits stand sofort aus dem Kies auf und hatte gewaltiges Glück, dass nicht noch mehr passiert war.

In den letzten drei Runden ging es drunter und drüber. Blin machte einen Fehler. Siebdrath überholte den Polen. Dann kassierte er Lehmann und Kofler. Aber da mischte auch schon de Vleeschauwer mit, der am Ende den ersten Sieg für Triumph holte. Der Belgier schrie vor Glück und das Team lag sich den Armen. Geschafft.

Was sonst noch passierte: Kyle Smith hat das englische Wetter nicht geholfen. Der Brite wurde Achter. Und Altmeister Kevin Wahr betrieb mit der Triumph Schadensbegrenzung, nachdem er vom 21. Startplatz losfahren musste. Er machte acht Positionen gut.

IDM Supersport, 1. Lauf (Top-Five):

1. Luca DE VLEESCHAUWER (BE/Triumph)

2. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)

3. Marvin SIEBDRATH (D/Yamaha)

4. Daniel BLIN (PL/Ducati)

5. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek