Mittwoch, 29. Mai 2024

Vorschau auf IDM Rennwochenende in der Magdeburger Börde

 

Foto: Jens Hawrda

Wenn die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am kommenden Wochenende in die Motorsport Arena Oschersleben einbiegt, wird wieder ans Limit gegangen. Mit Fahrern aus aller Welt sowie auch diversen Nachwuchsklassen im Programm garantiert Deutschlands höchste Motorradrennsportserie den Zuschauern eine unterhaltsame Show auf und neben der Rennstrecke.

Die Auftaktrennen auf dem Sachsenring haben es gezeigt: Der Kampf um die Krone in der IDM Superbike hat sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal beachtlich zugespitzt. Ging es vor zwölf Monaten schon eng zu an der Spitze, hat das Niveau heuer abermals kräftig zugelegt. Patrick Hobelsberger (D/BMW) reist als Spitzenreiter in die Magdeburger Börde und hat drei Punkte Vorsprung vor Lorenzo Zanetti (I/Ducati). Diesem folgen wiederum Toni Finsterbusch (BMW) und Florian Alt (D/Honda). „Wenn Florian sagt, dass ich jetzt der Gejagte bin“, lacht der Gesamt-Führende Hobelsberger über die Aussage des Westfalen, „dann will er nur von sich ablenken und den ganzen Druck und Stress loswerden. Wir werden nämlich alles dafür tun, dass wir ihn am Ende schlagen können, wenn es um den Titel geht. Er muss ihn verteidigen. Also bleibt er auch jetzt noch der Gejagte, selbst wenn ich die Meisterschaft gerade anführe.“ Hobelsberger war im Vorfeld der Veranstaltung schon in Oschersleben trainieren und bei der Zeitmessung 1,48 Sekunden schneller als je zuvor. Die Superbikes erreichen Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h.

Mit im Spiel der Topklasse sind Maximilian Kofler (A/BMW), der dreifache Meister Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) und Leandro Mercado (ARG/Kawasaki). In Oschersleben wird das Treiben sogar noch bunter als bisher. Vladimir Leonov (VAE/Ducati) hat sein Visum endlich erhalten und darf in den nächsten zwei Jahren ohne Einschränkungen in Europa reisen. Mit Hannes Soomer (EST/BMW) meldet sich noch ein ganz großer Haudegen zurück. Er fehlte beim Saisonauftakt aufgrund einer Schulterverletzung. Noch nicht am Start ist Martin Vugrinec (CRO/Kawasaki), aber sein Team hat in Federico Caricasulo einen prominenten Ersatzfahrer gefunden. Mit dem Italiener hat ein Urgestein aus der Supersport-Weltmeisterschaft angedockt. Der 28-Jährige fuhr auch schon in der Moto2-WM und in der Superbike-WM.

Fakt ist: Einige Rennen werden wohl wieder erst auf den letzten Metern in der letzten Runde entschieden. Der Kampf zwischen den Marken befindet sich dabei ohnehin seit Jahren auf absolutem Spitzenniveau. Nun liegt die Messlatte noch höher. 2024 beteiligen sich so viele Hersteller wie noch nie an der Meisterschaft. An Bord sind: BMW, Ducati, Honda, Kawasaki, Yamaha, KTM, Triumph, MV Agusta.

Satte 13 Punkte Vorsprung hat Andreas Kofler (A/Yamaha) in der IDM Supersport. Er ist übrigens der jüngere Bruder von Superbiker Maximilian Kofler. Dass Daniel Blin aus Polen auf der Ducati Panigale V2 dahinter rangiert, darf als faustdicke Überraschung gewertet werden. Den ehemaligen Supersport 300 WM-Fahrer hatte niemand auf dem Zettel. Dirk Geiger (D/Honda), Stepan Zuda (CZ/Ducati) und Luca de Vleeschauwer sorgen dahinter für reichlich Bewegung bei erfrischender Markenvielfalt.

Oliver Svendsen (DK/KTM), Dylan Czarkowski (NL/Yamaha) und Senna van den Hoven (NL/Kawasaki) haben bis jetzt die ersten drei Plätze in der Nachwuchsklasse Supersport 300 abonniert. Das Fahrerfeld ist klein, aber fein. In der Entscheidung um den Sieg ging es beim Saisonauftakt um Hundertstelsekunden. Das Oschersleben-Programm wird garniert von diversen Cup-Klassen. Das IDM-Wochenende garantiert somit Herzbeben am Stück.


Dienstag, 28. Mai 2024

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft zu Gast in Oschersleben

 

Foto: Jens Hawrda

Das höchste Motorradprädikat Deutschlands mit der IDM gastiert vom 31. Mai bis zum 2. Juni in der Motorsport Arena Oschersleben. Fahrer aus 18 Nationen werden an diesem Wochenende in sieben Rennklassen mit jeweils zwei Rennen an den Start gehen – das verspricht Zweirad-Rennsport der Spitzenklasse.

Deutschlands hochkarätige Motorradrennserie kommt vom 31. Mai bis 2. Juni in die Motorsport Arena in Oschersleben. Im Rahmen der internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) werden insgesamt sieben Rennklassen an den Start gehen. Von Einsteigerserien wie dem Northern Talent Cup und dem KTM Junior Cup bis hin zu den  IDM Superbikes bietet die Veranstaltung eine beeindruckende Vielfalt.

Die Meisterschaft zieht dabei Teilnehmer aus ganz Europa an und stellt eine hervorragende Plattform für aufstrebende Talente dar. Die jüngsten Fahrer sind dabei 14 Jahre alt und haben die Chance, sich auf internationaler Bühne zu beweisen. Doch nicht nur europäische Fahrer sind vertreten, auch Teilnehmer aus Argentinien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mit von der Partie – insgesamt werden Fahrer aus 18 Nationen erwartet.

Höhepunkt des Wochenendes sind die zwei Rennen der IDM Superbike. Mittendrin befindet sich das Team rund um Karsten Wolf mit GERT56. Sie reisen als Führende der bisherigen Saison an und freuen sich auf den Lauf in der Motorsport Arena immer ganz besonders. „Als langjährige Partner haben wir schon viele Rennszenen in der Arena erlebt. Für uns ist es immer ein Stück wie nach Hause kommen, daher ist der Ehrgeiz natürlich geweckt tolle Ergebnisse einzufahren.“, freut sich der Teamchef Karsten Wolf auf das Wochenende. Mit #56 Toni Finsterbusch, #52 Patrick Hobelsberger und #14 Jan-Ole Jähnig ist das Team mit einem sehr erfolgreichen Fahrer-Trio unterwegs.

Ralph Bohnhorst, Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben zeigt sich begeistert vor dem Wochenende: „Es ist eine der top Motorradveranstaltungen des Jahres. Es ist für uns eine lange Tradition, denn die IDM ist von Beginn an jährlich in unserem Streckenkalender zu finden.“

„Mit gutem Wetter und spannenden Rennen freuen wir uns über viele Motorrad-Begeisterte, welche zu diesem Event in die Motorsport Arena kommen.“, ergänzt Ralph Bohnhorst.


Montag, 27. Mai 2024

Rennen drei Prototypen Cup - Zweiter Sieg für Konrad Motorsport

Zweiter Sieg für Kratz/Soufi im dritten Rennen
Foto: Jens Hawrda

Torsten Kratz / Danny Soufi gewinnen Durchgang drei auf dem Lausitzring. Markus Pommer und Valentino Catalano erobern Platz zwei. Antti Rammo führt lange und wird am Ende Siebter.

In einem vor allem in der zweiten Hälfte hochspannenden dritten Saisonrennen zum Prototype Cup Germany, das als Ersatzlauf für einen der beiden in Spa-Francorchamps ausgefallenen Durchgänge abgehalten wurde, erreichten Torsten Kratz (53/Mönchengladbach) und Danny Soufi (20/USA, beide Konrad Motorsport) die Ziellinie als Erste. Damit entschied das Konrad-Duo beide LMP3-Rennen des Tages für sich. „Das Rennen von Danny war unglaublich, er hat es für uns gewonnen“, jubelte Kratz, der gleichzeitig bester Trophy-Pilot war. „Ich selbst hatte Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bringen.“ „Es war toll, mehr Spaß als heute hatte ich in einem LMP3-Lauf noch nie“, strahlte Soufi, der sich außerdem den Pokal für den besten Junior abholte. Auf dem Dekra Lausitzring fand über viele Runden ein Fünfkampf um den Sieg statt, in dem Antti Rammo (41/EST, MRS GT-Racing) lange die Spitze belegte. Doch der Este konnte dem Druck nicht standhalten und wurde letztendlich als Siebter gewertet. Markus Pommer (33/Untereisesheim) und Valentino Catalano (18/Westheim, beide Gebhardt Motorsport) wurden als Zweite abgewinkt, Riccardo Leone Cirelli (16/ITA) und Julien Apothéloz (23/CHE, beide BWT Mücke Motorsport) sicherten sich Platz drei. In der Gesamtwertung führen Soufi und Kratz mit 70 Punkten vor Catalano und Pommer, die neun Zähler weniger auf ihrem Konto haben.

Von der Pole Position nahm Keanu Al Azhari (16/UAE, Mühlner Motorsport) das Rennen auf, doch der 16-Jährige konnte diesen Vorteil nicht nutzen; es war letztendlich Apothéloz, der als Erster in die erste Kurve einbog. Al Azhari reihte sich hinter dem Schweizer ein, gefolgt von Pommer und Kratz. Nach wenigen Runden hatte sich diese Reihenfolge eingependelt, als das Safety Car das Feld wieder zusammenführte. Grund war der Ausfall von Jaime Guzmán (33/MEX, AF2 Motorsport), der auf der Strecke ausrollte. Beim Restart behielt Apothéloz seinen ersten Platz und auch die Position hinter ihm blieben unverändert. Bis zu den Boxenstopps hielt sich Al Azhari in unmittelbarer Schlagdistanz zum führenden Apothéloz, war aber nie nah genug, um den Eidgenossen in echte Gefahr zu bringen. 

Nach den Boxenstopps hatte sich Rammo knapp vor Cirelli, der das Auto von Apothéloz übernahm, und Al Azhari an die Spitze geschoben. Und es entwickelte sich ein spannender Kampf um die ersten Positionen. Zunächst fanden Catalano, Teamkollege von Pommer, und Soufi den Anschluss an das Trio. Immer wieder gab es innerhalb dieser Fünfergruppe Positionsverschiebungen, bis Soufi einen Angriff auf Rammo wagte und am Esten vorbeizog. Während der neue Leader sich sofort absetzen konnte, drehte sich Al Azhari bei einem Angriff auf Rammo, nachdem sich beide berührten. Wenig später, Catalano und Cirelli waren bereits vorbei am Balten, kreiselte auch Rammo und fuhr in die Box. An der Spitze wurden unterdessen Soufi und Kratz als Sieger abgewinkt, gefolgt von Pommer / Catalano sowie Cirelli / Apothéloz. Klaus Abbelen (63/Barweiler) und Felipe Laser (34/Leipzig, beide Frikadelli Racing Team) konnten sich in der Schlussphase auf Rang vier vorarbeiten, während der fünfte Platz an Sven Barth (43/Eberbach) / Maxim Dirickx (20/BEL, beide Gebhardt Motorsport) ging. Al Azhari und Rammo mussten sich mit den Positionen sechs und sieben zufriedengeben.

Weitere Stimmen zum Rennen

Markus Pommer (Zweiter): „Am Start wollte ich kein Risiko eingehen und habe den dritten Rang behalten. Ich wollte so nah wie möglich an meinen beiden Vordermännern bleiben, hatte vor dem Fahrerwechsel aber rund eine Sekunde Rückstand. Leider hat es beim Boxenstopp dann nicht geklappt, die Führung zu übernehmen. Trotzdem bin ich zufrieden.“

Valentino Catalano (Zweiter): „Es war ein Rennen mit viel Action und auch mit viel Strategie. Ich wollte zu Beginn meines Stints erstmal ruhiger machen und meine Vorderleute beobachten, aber dann ging es Schlag auf Schlag. Trotzdem habe ich versucht, meine Reifen so gut es geht zu schonen, um auch gegen Ende noch angreifen zu können. Mit dem zweiten Platz bin ich richtig glücklich.“

Julien Apothéloz (Dritter): „Am Start war mein klares Ziel, in Führung zu gehen und das habe ich auch geschafft. Dann wollte ich einen Vorsprung aufbauen, um auch nach dem Boxenstopp noch Erster zu sein. Leider hat es nicht funktioniert, weil Antti Rammo wenige Meter vor uns auf die Strecke zurückkam. Riccardo hat im zweiten Stint dann einen tollen Job gemacht, so dass wir Dritter werden konnten.“

Riccardo Leone Cirelli (Dritter): „Es war ein verrücktes Rennen. Bei einem Überholmanöver bin ich neben die Strecke geraten und auf Rang fünf zurückgefallen. Dass es am Ende noch Platz drei wurde, ist positiv und hat uns einige Punkte gebracht.“


Danny Soufi / Torsten Kratz in Rennen 2 zum Prototypen Cup nicht zu bezwingen

Danny Soufi/Torsten Kratz
Foto: Jens Hawrda

Im zweiten Saisonlauf des Prototype Cup Germany, der auf dem Dekra Lausitzring ausgetragen wurde, feierte das Duo Danny Soufi (20/USA) / Torsten Kratz (53/Mönchengladbach, beide Konrad Motorsport) einen knappen Sieg vor Julien Apothéloz (23/CHE) und Riccardo Leone Cirelli (16/ITA, beide BWT Mücke Motorsport); die Tabellenführer Valentino Catalano (18/Westheim) und Markus Pommer (33/Untereisesheim, beide Gebhardt Motorsport) mussten sich mit Position drei zufriedengeben. 

Für Konrad Motorsport, die seit der ersten Stunde am Prototype Cup Germany teilnehmen, ist es der Premieren-Triumph in der Serie. „Der erste Erfolg ist etwas ganz Besonderes, denn jeder im Team hat hart dafür gearbeitet, diesen zu erreichen“, strahlte Soufi, der seit 2022 einen LMP3 des Konrad-Teams bewegt. „In meinem Stint heute war der Luftdruck in den Reifen glaube ich etwas zu hoch, deshalb war das Auto nicht perfekt zu fahren. Aber auch das gehört zum Motorsport dazu, damit muss man als Fahrer klarkommen.“ Sein Partner Kratz war eher kritisch mit sich selbst: „Ich glaube, ich muss noch etwas an meiner Renn-Pace arbeiten. Riccardo konnte schnell zu mir aufschließen, aber ich wusste, dass er ohne einen Fehler von mir oder ohne Brechstange nicht vorbeikommen wird. Und da ich keinen Fehler gemacht habe, konnte ich Platz eins ins Ziel bringen. Mit diesem Ergebnis bin ich natürlich sehr glücklich.“ Soufi und Kratz bekamen nicht nur den Pokal für den Gesamtsieg, sondern auch noch jeweils eine weitere Trophäe: Soufi war bester Junior, Kratz bester Trophy-Mann. 

Den Start zum Rennen gewann Apothéloz vor Soufi und Felipe Laser (34/Leipzig, Frikadelli Racing Team). Für Jaime Guzman (33/MEX, AF2 Motorsport) verlief die erste Kurve weniger erfolgreich, er drehte sich nach einer Berührung mit Maxim Dirickx (20/BEL, Gebhardt Motorsport) und reihte sich als Letzter ein. Der Belgier wurde dafür mit einer Drive-Through-Strafe belegt. Wenige Kilometer später rollte Kenau Al Azhari (16/UAE, Mühlner Motorsport) wegen eines explodierten Feuerlöschers aus, was die Rennleitung zum Anlass nahm, das Safety Car auf die Strecke zu schicken. Beim Restart änderte sich an der Reihenfolge nichts, Apothéloz behielt die Spitzenposition vor Soufi und Laser. Dieses Trio konnte sich mit zunehmender Renndauer von Verfolger Catalano absetzen.

Nachdem alle Fahrerwechsel absolviert waren, wurde Klaus Abbelen (63/Barweiler, Frikadelli Racing Team), der den Ligier von Laser übernommen hatte, als Erster notiert. Doch dieses Gefühl konnte er nicht lange genießen, dann verwies Kratz, Teamkollege von Soufi, den Frikadelli-Piloten auf Rang zwei. In der Folge schoben sich auch Cirelli, der nun den pinkfarbenen Duqueine von Mücke pilotierte, und Pommer, der in den Duqueine von Catalano sprang, vorbei an Abbelen und kickten ihn von einem Podestplatz. Vorne machte Cirelli unterdessen Jagd auf Kratz und setzte ihn immer mehr unter Druck, während Pommer vergeblich versuchte, den Anschluss an das Spitzenduo herzustellen. Und auch Cirelli gelang es bis zur Ziellinie nicht, seinen Vordermann zu überholen, so dass Soufi / Kratz vor Apothéloz / Cirelli und Catalano / Pommer triumphierten. Antti Rammo (41/EST, MRS GT-Racing) wurde als Vierter abgewinkt; Laser / Abbelen erreichten den fünften Rang vor Dirickx / Sven Barth (43/Eberbach, Gebhardt Motorsport) sowie Guzman / Robert Doyle (64/USA, AF2 Motorsport).

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Julien Apothéloz (Zweiter): „Unsere Ausgangslage mit der Pole Position war sehr gut, aber wir wussten, dass ich, um uns gegen Konrad durchsetzen zu können, vor dem Boxenstopp bereits einen Vorsprung herausfahren musste. Wegen des Safety Cars ist mir dies nicht ausreichend gelungen, zumal Danny hinter mir auch sehr schnell war. Trotzdem haben wir als Zweite gute Punkte sammeln können.“

Roberto Leone Corelli (Zweiter): „Es war ein gutes Rennen, das wir glaube ich in der Safety-Car-Phase verloren haben. So konnte Julien nicht genügend Vorsprung auf Danny Soufi herausfahren und Konrad uns wegen der reglementsbedingt kürzeren Standzeit überholen. Auf der Strecke konnte ich dann zwar auf Torsten aufschließen, aber Überholen geht hier kaum, wenn der Vordermann keinen Fehler macht. Ich freue mich aber auch über den zweiten Platz.“

Valentino Catalano (Dritter): „Ich konnte Keanu am Start überholen und wollte wenig später auch Felipe angreifen, aber dann kam das Safety Car. Generell hatte ich zu Beginn meines Stints etwas Probleme mit dem Luftdruck in den Reifen und musste etwas mit dem Auto kämpfen. Gegen Ende wurde es besser und auch Markus konnte in seinem Stint attackieren – deshalb denke ich, dass das Set-Up über das Rennen betrachtet richtig war.“

Markus Pommer (Dritter): „Ich habe das Auto auf Rang vier übernommen und nachdem ich an Klaus Abbelen vorbei war, habe ich versucht, die Lücke zu meinen Vorderleuten zu schließen. Ich bin zwar näher rangekommen, aber die Zeit reichte nicht aus, den Anschluss herzustellen. Trotzdem war das Auto gut und ich bin auch zufrieden mit dem dritten Platz, der uns wichtige Punkte bringt.“


Sonntag, 26. Mai 2024

Heimsieg für Mercedes-AMG von Mücke Motorsport bei ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring

  • Enzo Joulié und Marc de Fulgencio mit Premierensieg für Traditionsrennstall
  • Zwei Porsche von AVIA W&S Motorsport ebenfalls auf dem Podium
  • Max Kronberg gewinnt die Trophy-Wertung

Jouliè/de Fulgencio, Mercedes #18
Foto: Jens Hawrda

Regen, Reifenwechsel, wechselnde Führung und neue Sieger. Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Dekra Lausitzring war ein echtes Motorsport-Fest. Am Ende siegten Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP) im Mercedes-AMG GT4 von BWT Mücke Motorsport – und feierten nicht nur den ersten Triumph des Berliner Rennstalls in der ADAC GT4 Germany, sondern auch den Heimsieg. Platz zwei ging an Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4 vor deren Teamkollegen Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich). „Hier auf dem Lausitzring den Heimsieg für BWT Mücke Motorsport klar zu machen, ist etwas ganz Besonderes. Wir werden heute im Team sicherlich ordentlich feiern“, jubelte de Fulgencio.

Hektik gab es im Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring schon vor dem Start. Noch im Grid entlud sich ein Regenschauer, der das Feld zwang, Regenreifen montieren zu lassen. Die Rennfreigabe erfolgte zudem hinter dem Safety-Car und Porsche-Pilot Zulauf, der von der Pole-Position gestartet war, bestimmte zunächst auch das Geschehen. Nach rund zehn Rennminuten konnte Hendrik Still seinen Mannschaftskollegen jedoch überholen und die Spitze übernehmen. Ein sehenswertes Duell bildete sich - und Zulauf übernahm kurz vor Rennhalbzeit erneut die Führung, nachdem Still mit einem zu überrundenden Fahrzeug leicht kollidierte. Den Logenplatz hatte Mercedes-AMG-Fahrer Joulié inne, der weite Teile der ersten Rennhälfte auf Rang drei fuhr.

Da weiterer Regen ausblieb, wechselte das Feld während der Pflichtboxenstopps auf profillose Slicks. Am besten durch diese Phase kam der BMW M4 GT4 der Tabellenführer Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport), die von Platz elf auf vier vorstoßen konnten. An der Spitze übernahmen Knopp von Zulauf und Kronberg von Still. Die beiden Porsche bestimmten zunächst auch das Geschehen der zweiten Rennhälfte. Dann gab es jedoch den Schock am AVIA W&S Motorsport-Kommandostand. Beide Cayman waren während einer Full-Course-Yellow-Phase zu schnell unterwegs und mussten eine Penalty-lap absolvierten.

Somit erbte de Fulgencio, der zuvor von Joulié den drittplatzierten Mercedes-AMG übernommen hatte, die Spitze – und fuhr letztendlich auch souverän zum Sieg, der für Joulié zudem den Triumph in der Juniorwertung bedeutete. Um Platz zwei entwickelte sich in der Schlussphase ein sehenswerter Dreikampf zwischen den Porsche von Knopp und Kronberg sowie Piana im BMW. Der Italiener gab alles, fand aber keinen Weg mehr vorbei. Zusammen mit Teamkollege Schrey führt er aber weiterhin die Tabelle der ADAC GT4 Germany an. Kronberg freute sich zudem über den Sieg in der Trophy-Wertung.

Platz fünf ging an Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) in einem weiteren Porsche vor Leyton Fourie (18/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) im BMW. Auch die Plätze sieben bis neun sicherten sich BMW-Fahrer: Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) vor Mohan Ritson (21/GBR) und Gianni van de Craats (18/NLD, beide FK Performance Motorsport) und vor Thomas Rackl (16/Berching) und Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport). Die Top Zehn komplettierte der Aston Martin Vantage GT4 von Jan Marschalkowski (21/Inning am Ammersee) und Philipp Gogollok (18/Bad Homburg, beide Zakspeed ESM).

Stimmen nach dem Rennen

Marc die Fulgencio – Sieger für BWT Mücke Motorsport

„Ich bin überglücklich. Ein Sprintrennen mit Wechsel der Reifen ist immer besonders und schwierig. Auf den ersten Runden meines Stints mit Slicks musste ich mich noch an die Strecke gewöhnen und vorsichtig agieren. Nachdem ich mich an alles gewöhnt hatte, erhöhte ich die Pace. Ich hatte bereits per Funk mitgeteilt bekommen, dass die beiden Porsche vor mir eine Strafe bekommen würden. Somit gab ich alles, um vor sie zu kommen, nachdem sie die Penalty-lap absolviert hatten. Das hat geklappt.“

Enzo Joulié – Sieger für BWT Mücke Motorsport

„Wir haben so lange auf diesen Sieg gewartet, somit sind wir nun überglücklich. Dadurch, dass er sogar etwas unerwartet kam, ist der Triumph sogar noch schöner. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich habe im GT4-Auto schon auf anderen Plattformen gewonnen, doch nun auch beim ADAC erfolgreich zu sein, ist klasse.“

Josef Knopp – Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Es war natürlich schade, wegen der Penalty-lap nicht gewonnen zu haben. Aber Platz zwei sind trotzdem gute Punkte für die Meisterschaft. Wir nehmen es, wie es ist – und greifen beim nächsten Mal wieder an.“

Finn Zulauf – Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits ist es mit Blick auf die Tabelle gut, vor Schrey/Piana gelandet zu sein. Auf der anderen Seite will man natürlich gewinnen, nachdem man weite Teile des Rennens geführt hatte. Alles in allem war es ein solider zweiter Platz. Mein Stint machte mir viel Spaß. Das Team erledigte beim Reifenwechsel einen super Job.“

Hendrik Still – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Was für ein klasse Rennen. Zusammen mit Max erneut auf dem Podium zu stehen, ist mega stark. Am Anfang bei den gemischten Bedingungen kam der Eifelaner bei mir heraus. Da hatten wir das Rennen ziemlich im Griff und relativ sicher geführt. Die Situation mit dem Überrundeten war etwas unglücklich. Insgesamt war es für uns aber trotzdem ein super Tag.“

Max Kronberg – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Das Podium habe ich absolut nicht erwartet. Der Regen kam uns aber auch ein wenig entgegen. Beim Boxenstopp konnten wir ziemlich viel Zeit gutmachen. Die Lücke auf Piana wurde in meinem Stint dann immer kleiner. Ich holte in den letzten beiden Runden dann alles heraus – und rette das Auto geradeso vor ihm über die Ziellinie. Das ist natürlich der absolute Wahnsinn.“