Sonntag, 26. Mai 2024

Dritter Saisonsieg für BMW-Duo Michael Schrey/Gabriele Piana auf dem Lausitzring

  • Tabellenführer und Champions von 2021 sind 2024 weiterhin ungeschlagen
  • Weiterer BMW und Mercedes-AMG komplettieren Podium
  • Fourie/Rosam gewinnen erstmals die Juniorwertung

Das war das Duell vom Start bis ins Ziel Schrey/Piana im BMW gegen Fulciano/Juolie
Foto: Jens Hawrda

Aller guten Dinge sind drei: Nach dem Doppelsieg beim Saisonauftakt in Oschersleben gewinnen Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) auch das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Dekra Lausitzring. Das BMW M4 GT4-Duo ist in der Saison somit weiter ungeschlagen und führt die Tabelle souverän an. Nach einer starken Aufholjagd belegen die BMW-Markenkollegen Leyton Fourie (18/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) Rang zwei. Das Podium komplettieren Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4. „Der dritte Sieg im dritten Rennen – darüber sind wir natürlich super glücklich. So kann es weitergehen. Wir hatten sicher nicht das schnellste Auto im Feld, waren aber tatsächlich genau in den richtigen Streckenabschnitten schnell“, erklärt Schrey auf dem Podium.

Zunächst startete Marc de Fulgencio (24/ESP) im Mercedes-AMG von BWT Mücke Motorsport von der Pole-Position ins Rennen. Doch Gewinner des Starts war ganz klar Piana, der in der ersten Kurve sehenswert von Platz fünf auf zwei nach vorne fuhr. Direkt in der zweiten Runde überholte Piana auch den führenden de Fulgencio und übernahm die Spitze. Hinter dem viertplatzierten Springob kämpfte sich Leyton Fourie im FK Performance-BMW in der ersten Rennhälfte von Startplatz elf auf Rang fünf vor.

Auch Springob drehte nochmals auf und sicherte sich noch vor den Fahrerwechseln den zweiten Platz. An der Spitze übernahm derweil Michael Schrey den führenden BMW von Piana, während sich Springobs Partner Connor und de Fulgencios Teamkollege Enzo Joulié (20/AND) auf die Verfolgung machten. Die Ausgangslage für ein spannendes und actionreiches Finish war gelegt.

Connor und Rosam kämpften rundenlang anschaulich um Platz drei. Erst in der Schlussphase setzte sich BMW-Pilot Rosam durch. Ähnlich attraktiv entwickelte sich das Duell um die Spitze zwischen Schrey und Joulié. In der letzten Runde kam es dann jedoch zu einer Kollision der beiden, die Schrey in einen Dreher zwang. Joulié bekam eine 15-Sekunden-Strafe auferlegt und fiel im Klassement somit auf Rang fünf zurück. Schrey konnte noch vor dem anstürmenden Rosam über die Ziellinie fahren und somit den Sieg klarmachen. Rosam und Teamkollege Leyton Fourie konnten mit Platz zwei zusätzlich noch die Juniorwertung gewinnen. Hinter Springob/Connor belegten Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche Platz vier.

Sechste wurden deren Markenkollegen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) vor dem BMW-Duo Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) sowie Philip Wiskirchen (19/Euskirchen) und Markus Eichele (43/Schwäbisch Gmünd,beide ME Motorsport, ebenfalls BMW). Für Eichele bedeutete dies den Sieg in der Trophy-Wertung. Rang neun holten Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche. Die Top Zehn komplettierten Thomas Rackl (16/Berching) und Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport) in einem weiteren BMW.

Stimmen nach dem Rennen

Gabriele Piana – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Der Start war natürlich klasse. Ich habe sehr spät gebremst und eine große Lücke in der Mitte genutzt. Den Führenden wollte ich eine Runde später noch gar nicht angreifen. Ich hatte ganz normal gebremst und war plötzlich vorne. Ich denke, dass wir heute nicht das schnellste Auto hatten. Wir waren aber im zweiten Sektor stark. Die Freude über den Sieg ist riesig.“

Michael Schrey – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Wir sind überglücklich. Danke an das Team und an Gabi. Wir haben alle hart für diesen Triumph gearbeitet. Das Rennen war bis zur letzten Runde aufregend. Ich habe am Ende dann mit keinem Angriff mehr gerechnet und ganz normal eingelenkt. Wir waren zum richtigen Zeitpunkt schnell und haben den Sieg nachhause gebracht.“

Leyton Fourie – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Ich bin extrem glücklich. Das Team hat über das gesamte bisherige Wochenende einen klasse Job gemacht. Das Rennen war etwas Wiedergutmachung für Oschersleben. Dort hatten wir nicht sonderlich viel Glück. Nun haben wir gezeigt, wo wir hingehören. Ich hatte einen klasse Stint und konnte von P11 auf die fünfte Position vor fahren. Dennoch musste ich stets die Reifen für Max schonen.“

Max Rosam – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Nach der Qualifikation war es natürlich ein weiter Weg nach vorne. Doch nachdem Leyton mir das Auto auf Rang fünf übergeben hatte, wusste ich, dass ein Podium drin sein könnte. Ich habe in meinem Stint alles gegeben und zunächst den Mercedes-AMG überholt. Am Ende war ich sogar noch ganz dicht am Sieger dran. Doch es hat einfach nicht gereicht, ihn zu überholen.“

Alex Connor – Platz drei für CV Performance Group

„Es war ein gutes Rennen für uns. Jan Philipp hatte einen super ersten Rennabschnitt. Das hat mich in eine gute Position für meinen Stint gebracht. Ich bin dann gut zurecht gekommen. Am Ende hatten wir noch etwas Glück, durch den Zwischenfall an der Spitze. Alles in allem war es für uns ein positiver Ausgang.“

Jan Philipp Springob – Platz drei für CV Performance Group

„Ich bin sehr glücklich mit meinem Stint, in dem alles nach Plan lief. In Bezug auf das Set-up hatten wir heute eines der besten Autos bisher. Meine Zweikämpfe mit dem Porsche und dem anderen Mercedes-AMG machten richtig Spaß.“

Freitag, 24. Mai 2024

Porsche dominiert Freies Training auf trockener und nasser Strecke

  • Preining Trainingsbester am Dekra Lausitzring, Teamkollege Güven glänzt im Regen
  • Kelvin van der Linde überzeugt mit schnellen Zeiten bei unterschiedlichen Bedingungen
  • Teams testen in der Wet-Session am Nachmittag neuen Regenreifen von Pirelli

Thomas Preining im Porsche Schnellster im Freien Training am Freitag am Lausitzring
Foto: ADAC-Motorsport

Starker Auftakt von Porsche beim zweiten DTM-Saisonstopp am Dekra Lausitzring. Die Neunelfer vom Team Manthey EMA waren im Freien Training am Freitag sowohl bei trockenen als auch nassen Bedingungen nicht zu schlagen. In der ersten Session am Mittag erzielte Thomas Preining mit 1:20,782 Minuten die Tagesbestzeit und knackte als einziger Fahrer die 1:21,000-Minuten-Marke. Damit zeigte der Titelverteidiger nach dem mäßigen Saisonstart in Oschersleben eine klare Leistungssteigerung. „Das Freie Training hat zwar nicht so viel Aussagekraft. Nach Oschersleben war es für unser Team aber wichtig, wieder bei den Schnellsten mit dabei zu sein. Das Auto lief wie auf Schienen und es ist toll, bei einer technisch so anspruchsvollen Strecke mit diesen harten Bodenwellen ein solches Fahrzeug zu steuern,“ erklärte der 25-Jährige.

Bei Temperaturen von knapp 23 Grad Celsius gelang Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG GT3 mit 1:21,061 Minuten die zweitschnellste Runde, Rang drei ging an den Audi-Piloten Kelvin van der Linde (ZA) von Abt Sportsline. Vizemeister Mirko Bortolotti (I) wurde im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 Vierter, Ayhancan Güven (TR) steuerte den zweiten Porsche 911 GT3 R von Manthey EMA auf Platz fünf.

Zu Beginn des zweiten Freien Trainings am Nachmittag setzten in der Lausitz teilweise starke Niederschläge ein. Die Fahrer nutzten diese Gelegenheit, um den für diese Saison neu entwickelten Regenreifen Cinturato WHB von Pirelli einem echten Härtetest zu unterziehen. Nach anfänglichem Abtasten entwickelte sich auf der nassen 3,478 Kilometer langen Strecke eine spannende Zeitenjagd. Güven gelang in seiner 20. Runde mit 1:35,573 Minute die Bestmarke. Der Porsche-Pilot: „Vor zwei Jahren habe ich hier am Lausitzring ebenfalls im Regen mein erstes Rennen im ADAC GT Masters gewonnen. Von mir aus kann das Wetter am Wochenende gern so bleiben, diese Bedingungen liegen mir. Dazu konnten wir die Trainingssession optimal nutzen, um herauszufinden, wie sich die neuen Pirelli-Regenreifen bei unterschiedlichen Wassermengen auf der Strecke verhalten.“ Kelvin van der Linde wurde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 mit einem Rückstand von gut einer Zehntelsekunde Zweiter. Jack Aitken (GB), der im vergangenen Jahr am Lausitzring seinen ersten DTM-Sieg feierte, beendete die Regen-Session am Freitagnachmittag im Ferrari 296 GT3 auf Platz drei.

Das erste Qualifying auf dem Lausitzring wird am Samstag um 13:30 Uhr gestartet.

Dienstag, 21. Mai 2024

Wer kann Schrey/Piana auf dem Lausitzring schlagen?

  • Michael Schrey/Gabriele Piana reisen als Tabellenführer in die Lausitz
  • Porsche-Pilot Finn Zulauf will ersten Saisonsieg
  • Beide Rennen live bei SPORT1 im Free-TV

Wer kann Schrey/Piana am Lausitzring schlagen ?
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist bereit für das zweite Rennwochenende der Saison 2024. Nach einem spannenden Auftakt in Oschersleben reist die Sportwagen-Serie des ADAC nun zum Dekra Lausitzring südlich von Berlin und startet dort im Rahmen der DTM. Die große Frage dabei: Wer kann Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) schlagen, nachdem das BMW M4 GT4-Duo mit einem starken Doppelsieg in die Saison gestartet ist? Die Auflösung gibt es entweder live im Free-TV bei SPORT1 am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 15 Uhr oder direkt an der Strecke. Tickets für die DTM auf dem Lausitzring gibt es online dtm.com.

Gutes Omen für die Konkurrenz: Bislang konnte BMW noch keinen Sieg in der ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring einfahren. „Wir waren in Oschersleben sehr schnell – und hatten das Ergebnis somit auch verdient. Auf dem Lausitzring werden die Karten aber neu gemischt. Da müssen wir realistisch sein“, blickt Gabriele Piana voraus. „Zudem gibt es auf dem Lausitzring viele Bodenwellen, was uns nicht wirklich entgegenkommt. Aber dennoch können wir mit dem neuen BMW-Modell eigentlich immer um die Top Fünf kämpfen. Unabhängig von allem ist das Ziel bei jedem Rennwochenende das gleiche: Zweimal Pole, zweimal die schnellste Runde und zwei Siege. Ob wir das diesmal erreichen, wird sich zeigen. Wir fahren so schnell wie möglich.“

Mit Blick auf den Tabellenstand sind Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) die größten Herausforderer von Schrey/Piana. Die Porsche 718 Cayman GT4-Piloten liegen mit 17 Punkten Rückstand auf Rang zwei. Porsche konnte bislang die Hälfte aller Rennen auf dem Lausitzring gewinnen. Zulauf triumphierte 2023 im Samstagrennen. „Ich freue mich sehr auf den Lausitzring, denn dort konnte ich in meiner bisherigen Karriere schon einige Erfolge einfahren. Somit verbinde ich viel Gutes mit der Strecke“, meint Zulauf. „Wir wollen dieses Jahr mit um den Titel kämpfen, insofern müssen wir am Wochenende vorne mit dabei sein und viele Punkte holen. Natürlich sind Siege das Ziel. Dem Porsche sollte die Strecke liegen. Wenn es nicht zu heiß wird, sind wir auf der Geraden mega stark. Auf der Bremse ist der Porsche ebenfalls klasse, was uns in Kurve eins sicher entgegenkommt.“

Auch der Mercedes-AMG GT4 war auf dem Lausitzring immer richtig flott unterwegs und konnte bereits siegen. Das haben auch die in der Tabelle drittplatzierten Enzo Joulié (20/FRA) und Marc de Fulgencio (24/ESP) im Hinterkopf - zumal de Fulgencio 2023 auf dem Lausitzring schon gewinnen konnte. Für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport hat das Rennwochenende zudem einen ganz speziellen Stellenwert. Die Mannschaft aus Berlin feiert Heimspiel und hat die kürzeste Anreise aller Teams.

Ebenfalls aus Berlin kommt Denny Berndt (19), der sich einen Porsche mit Simon Birch (17/DNK, beide Razoon - more than Racing) teilt. Die beiden Youngster gaben in Oschersleben ihr ADAC GT4 Germany-Debüt und hatten im Sonntagsrennen mit einer fulminanten Aufholjagd von Startplatz 22 das Podest nur um einen Rang verpasst. „Das erste Rennwochenende in der ADAC GT4 Germany lief richtig gut - und wir hoffen, nun daran anknüpfen zu können“, so Berndt, der gemeinsam mit Birch auf Tabellenplatz fünf liegt. „Aufgrund der Nähe zur Heimat ist der Lausitzring für mich besonders. Als Kind saß ich dort schon oft auf der Tribüne und habe mir die Rennen aus der Zuschauerperspektive angeschaut. Natürlich kommen auch einige Freunde und Familienmitglieder, um mich anzufeuern. Somit hoffe ich, gut unterwegs zu sein. Vor allem den ersten Sektor finde ich interessant, da er sehr flüssig ist. Sportlich wollen wir wieder glänzen. Ich habe großes Vertrauen in das Team und bin zuversichtlich, dass wir ein schnelles Auto haben werden.“

Insgesamt tritt die ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring mit 24 Sportwagen an, die sich auf die fünf Marken Aston Martin, Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche verteilen und von zehn Teams eingesetzt werden. Das verspricht vielfältige und abwechslungsreiche Unterhaltung, die es sich wie üblich anzuschauen lohnt.


Montag, 20. Mai 2024

DTM Lausitzring: Alle jagen Lamborghini-Fahrer Engstler

  • Luca Engstler startet als Tabellenführer am Dekra Lausitzring
  • Titelverteidiger Preining muss nach mäßigem Saisonstart liefern
  • Sunshine Live After Race Party und Fußball-Public Viewing am Samstag

Alle jagen Luca Engstler #19
Foto: Jens Hawrda

Alle jagen Luca Engstler (Kempten): Beim zweiten Rennwochenende der DTM auf dem Dekra Lausitzring (24. bis 26. Mai) steht Überraschungsmann Engstler unter Druck. Der Lamborghini-Fahrer gewann im Huracán GT3 Evo2 unerwartet den Saisonstart in Oschersleben und startet als Tabellenführer in das zweite Rennwochenende. Schon vor dem zweiten der insgesamt acht Saisonstopps der DTM zeichnet sich ab: In dem starken Feld ist jeder Pilot in der Lage, um den Sieg mitzufahren. Daher ist auch am Lausitzring mit unvorhersehbaren Rennverläufen und überraschenden Ergebnissen zu rechnen. TV-Partner ProSieben zeigt das Samstagsrennen später als gewohnt, die Livesendung startet am Samstag um 16:30 Uhr. Am Sonntag beginnt die Übertragung zur gewohnten Zeit um 13 Uhr. Der späte Rennstart am Samstag sorgt für beste Unterhaltung der Fans am Lausitzring: Nach dem Rennen wartet die Sunshine Live After Race Party in der Fan Zone, bevor es dort mit Public Viewing des DFB-Pokalfinales weitergeht.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Schipkau, Saisonrennen 3 und 4 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Layout: zwölf Kurven (fünf Rechts-, sieben Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2023, Rennen 1: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3)
  • Sieger 2023, Rennen 2: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Engstler mit Selbstvertrauen, Titelverteidiger Preining muss liefern

Engstler feierte in Oschersleben vor den Augen von Vater und Ex-DTM-Fahrer Franz seinen ersten DTM-Sieg und hat damit sein persönliches Saisonziel bereits erreicht. „Ich wollte in diesem Jahr ein DTM-Rennen gewinnen. Vielleicht muss ich meine Ziele jetzt noch einmal überdenken. Die Tabellenführung ist aber nur eine Momentaufnahme. Ich denke von Rennen zu Rennen, möchte den Lamborghini immer besser verstehen und am Lausitzring sowie den anderen Stopps in die Punkte fahren“, erklärt der Spitzenreiter. Mit großen Ambitionen reist der Tabellenzweite und Oschersleben-Sieger Aitken an den Lausitzring. Vergangenes Jahr holte der ehemalige Formel-1-Fahrer dort seinen ersten DTM-Sieg und könnte sich mit einer ähnlichen Leistung an der Spitze festsetzen. Auch Mirko Bortolotti (I) fährt mit guten Erinnerungen in die Niederlausitz, wo der Lamborghini-Pilot 2023 eines der spannendsten letztjährigen Rennen mit knappem Vorsprung vor Audi-Ass Ricardo Feller (CH) gewann.

Nach einem mäßigen Saisonstart steht Titelverteidiger Thomas Preining (A) dagegen unter Druck. Der Porsche-Werksfahrer konnte mit der Ausbeute von neun Punkten in den ersten beiden Rennen zwar Schadensbegrenzung betreiben, muss sich jedoch besonders in den Qualifyings erheblich steigern, um nicht frühzeitig den Anschluss an die Spitze zu verlieren.

Die Strecke

Der Lausitzring ist mit zwölf Kurven sowie wenigen Geraden technisch sehr anspruchsvoll und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Auf der winkeligen Strecke ist eine gute Traktion wichtig, um aus den engen Passagen mit den bis zu 600 PS starken Fahrzeugen maximal herausbeschleunigen zu können. Die Bodenwellen sind ein weiteres Markenzeichen des 3,478 Kilometer langen Asphaltbands in der Niederlausitz. Auch hier muss die Fahrzeugabstimmung perfekt passen, um ein zu starkes Bouncing der Autos zu vermeiden. Die Zuschauer können das Geschehen auf der kompletten Strecke und in der Boxengasse von der imposanten Haupttribüne aus optimal mitverfolgen.

Der Lokalmatador

Maximilian Paul (Dresden) hat die kürzeste Anreise aller Fahrer. Der 24-Jährige kommt genauso wie sein Team Paul Motorsport aus Dresden, das nur rund 60 Kilometer vom Lausitzring entfernt liegt. Daher ist das Heimspiel für den Lamborghini-Piloten etwas ganz Besonderes. „Ich war im vergangenen Jahr schon am Lausitzring bei der DTM am Start, als Stammfahrer mit eigenem Rennstall ist das diesmal eine ganz andere Nummer. In der Box wird eine Menge los sein, wir erwarten viele Sponsoren und Unterstützer. Das motiviert zusätzlich, zudem wir unseren Heimkurs gut kennen. Der Lausitzring ist eine eher langsame Strecke mit vielen Bodenwellen. Das Fahrzeug-Handling ist deshalb entscheidend. Wir werden wie immer Vollgas geben“, verspricht der Lokalmatador.

Rennaction, Track Safari und After Race Party

Motorsport-Fans kommen beim DTM-Event am Lausitzring voll auf ihre Kosten: Neben den beiden Meisterschaftsläufen der DTM sorgen auch die ADAC GT4 Germany und der Prototype Cup Germany für Spektakel. Nostalgische Momente bietet am Wochenende der ADAC Historic Cup Ost mit historischen Tourenwagen und Formelfahrzeugen. Eine besondere Show garantiert auch die DTM Track Safari. Dabei erleben Fans den Lausitzring und die DTM aus einer völlig anderen Perspektive. In einer eigenen Session geht es am Freitagnachmittag in Bussen auf die Strecke, während die PS-starken Rennfahrzeuge lautstark an ihnen vorbeiziehen. DTM-Fans sollten sich zudem den Samstagabend freihalten: Dann wird die DTM Fan Zone ab 18 Uhr zur Bühne für die After Race Party von Sunshine Live, anschließend können die Besucher in der Fan Zone gemeinsam beim Public Viewing des DFB Pokalfinale mitfiebern. Tickets für das Rennwochenende am Lausitzring sowie die Track Safari sind online auf dtm.com erhältlich.


Dienstag, 14. Mai 2024

Luca Engstler: „Muss meine Ziele wohl nochmal überdenken“

  •  Lamborghini-Youngster spricht über seinen DTM-Sensationssieg in Oschersleben
  •  Engstler verrät, was für Gedanken ihm während des Rennens durch den Kopf gingen und welche Rolle sein Vater Franz Engstler in seiner Karriere spielt

Luca Engstler jubelte in Oschersleben über seinen ersten DTM-Sieg
Foto: ADAC-Motorsport   


An den 28. April 2024 wird sich Luca Engstler noch in vielen Jahren erinnern. Auf dem Dach seines Lamborghini Huracán GT3 Evo2 stehend, streckte der Fahrer aus Kempten beide Fäuste in die Luft. Beim Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben jubelte Engstler über seinen ersten DTM-Sieg. „Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht ganz glauben“, sagt Engstler mit einigen Tagen Abstand. „Es fühlt sich ein bisschen wie ein Traum an. Ich bin enorm glücklich und dankbar, dass die harte Arbeit direkt so früh in der Saison belohnt wurde.“ Der Fahrer vom Lamborghini Team Liqui Moly by GRT ist der 14. Pilot aus dem diesjährigen Starterfeld, der in seiner Karriere auf mindestens einen DTM-Rennsieg kommt – maximale Leistungsdichte auf Top-Niveau. Bereits Ende Mai könnten weitere Debütsieger dazukommen, wenn die DTM die Meisterschaftsläufe drei und vier auf dem DEKRA Lausitzring (24. bis 26. Mai) austrägt. Tickets für das Event in der Niederlausitz gibt es bereits ab 49 Euro unter dtm.com.

Zu Engstlers ersten Gratulanten direkt am DTM-Podium zählte neben Teamchef Gottfried Grasser auch Vater Franz Engstler, der für den Karriereverlauf seines Sohnes eine wichtige Rolle spielt. „Mein Vater“, betont Luca, „ist vom ersten Tag an mein größter Unterstützer und hat immer an mich geglaubt. Wir haben zusammen mit meiner Mutter einfach alles hintenangestellt, um erfolgreich zu sein. Ich bin enorm glücklich und stolz, so eine tolle Familie zu haben.“ Franz Engstler fuhr von 1989 bis 1994 selbst in der DTM, startete zudem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. „Jetzt bin ich meinem Vater einen DTM-Sieg voraus, dafür konnte er einen WM-Lauf gewinnen“, spricht Engstler über die Familienbilanz.

Das Jahr begann für Engstler herausfordernd. Der 24-Jährige wechselte in das erfahrene Lamborghini Team Liqui Moly by GRT und damit erstmals ins Fahrzeug mit dem goldenen Stier. Zuvor setzte er sowohl in seiner DTM-Debütsaison als auch im ADAC GT Masters auf die vier Ringe und pilotierte einen Audi R8 LMS GT3 Evo2. „Der Lamborghini ist teilweise schon anders zu fahren, da spielen Themen rein wie die Kinematik der Vorderachse oder die Balance durch die Karosserie. Trotzdem merkt man, dass beide Fahrzeuge auf einem ähnlichen Konzept basieren“, erklärt Engstler die Unterschiede der beiden Autos. Von Anpassungsproblemen war beim Auftakt allerdings keine Spur. Nachdem Engstler von einer Gelbphase profitierte und in Führung ging, verteidigte er diese gegen Routinier Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward) souverän bis zum Ziel. „Als ich Maro im Rückspiegel gesehen habe, wusste ich, dass es ein langer Nachmittag wird. Entscheidend war, dass ich keine Fehler gemacht und ihm zu keiner Zeit eine Überholmöglichkeit angeboten hab“, sagt Engstler.

Sein persönliches Saisonziel hat der Youngster, dessen Markenzeichen das Fahrzeug-Design in den Farben seines Partners LIQUI MOLY ist, bereits erreicht. „Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dieses Jahr mein erstes DTM-Rennen zu gewinnen. Dass es direkt am ersten Wochenende klappt, hätte ich niemals gedacht. Meine Ziele muss ich jetzt wohl nochmal überdenken“, sagt Engstler mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Es sind noch enorm viele Hausaufgaben zu erledigen, auch von meiner Seite aus. Ich möchte jedes Rennwochenende punkten, einen guten Job machen und den Lamborghini immer besser verstehen.“ Die nächste Chance dazu hat Engstler beim zweiten Saisonstopp am DEKRA Lausitzring. Dass die Strecke südlich von Berlin für Lamborghini ein gutes Pflaster ist, beweist ein Blick in den Rückspiegel. Vergangenes Jahr glänzte Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) dort für SSR Performance mit einem Sieg und einem zweiten Platz.