Montag, 13. Mai 2024

GERT56: Podeste, Sieg & Meisterschaftsführung zum IDM-Saisonauftakt auf dem Sachsenring

 

Foto: Dino Eisele, IDM

GERT56 ist mit seinem Fahrer-Trio aus Patrick „Pax“ Hobelsberger, Toni „FiBu“ Finsterbusch und Jan-Ole „J-O“ Jähnig erfolgreich in die Saison 2024 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) gestartet. Auf ihren durch RS speedbikes vorbereiteten BMW M 1000 RR Maschinen sammelten die GERT56-Piloten auf dem Sachsenring in Summe drei Podeste. Im neuen Superpole-Qualifying-Format hatte sich Hobelsberger auch die beste Startposition sichern können.

„Zeit das sich was dreht“. In einem Reel im Winter wurde dieses Lied von Herbert Grönemeyer verwendet. Es war in vielerlei Hinsicht passend für die Saison von GERT56 in der IDM. Zum einen Vorfreude, gepaart mit einer großen Erwartungshaltung, auf eine IDM-Saison, in welcher der Titel doppelt glänzen wird. Denn die IDM Superbike ist nicht nur hinsichtlich Startfeld gewachsen, sie hat auch nochmal an Klasse zugelegt und mit Ducati ist nicht nur irgendeine Marke zurück, sondern aktuell die Benchmark im internationalen Motorradrennsport in den Premiumklassen.

2024 geht GERT56 ins vierte Jahr der seiner IDM-Geschichte. Wer Teamchef Karsten Wolf und seinen Freund, Partner und Technik-Chef Ronny Schlieder kennt, der kennt auch deren Philosophie und Herangehensweise an neue Projekte. Erfolg braucht Zeit, doch der Weg muss mit Ungeduld gepflastert sein, damit man immer wieder wachgerüttelt wird. Die Vorbereitung im Winter war wenig Korsett, doch ganz viel Plan. Sie sah bei den Fahrern völlig unterschiedlich aus. Es gab individuelle Einheiten, die mit einem Remote-Support durch die Crewchiefs und Fahrwerkspartner SPV, sowie Material von GERT56 unterstützt wurden, es gab ausgiebige, effektive aber auch zugleich stimmungsvolle Teamtests und es gab und gibt sogenannte „Guerilla Tests“ mit kleinem Besteck auf den IDM-Strecken.

Was hat sich am Sachsenring gedreht? Der Umstand, dass seit langer Zeit, ein privates Kundensportteam mit Pax Hobelsberger die IDM in der Premiumklasse anführt. Zum einen ein Kompliment für Sportler und Team, zum anderen aber auch für das Produkt aus München und dessen technische Basis. Beim Auftakt gab es „Pax 2.0“ zu bestaunen: Mit mehr Balance in der gesamten Lebensführung, die nichts vom Fokus auf den Rennsport weggenommen hat und ihn insgesamt noch sicherer und stärker macht. Wie er nach der für alle schockierenden Qualizeit von Florian Alt mit 1:22,632 reinkommt, sich eine frische Pelle holt und in zwei fliegenden Runden nochmal zwei Zehntel findet, hat im Fahrerlager dieses positiv belegte Wörtchen „krank“ als Zeichen der Bewunderung hervorgerufen.

Dass sein „Mindset“ vor den ersten Regentropfen in Rennen 1 nicht auseinander gebrochen ist, er diesen vierten Platz, der dann noch durch die Rückversetzung von Alt (defektes Regenlicht) noch ein Dritter wurde, hat mit einem Telefonat mit Jonas Folger, einem perfekten Reifen-Management durch seine Crew und dem nicht mehr vorhandenen dicken Hals zu tun. In Rennen zwei zeigten das Team und Hobelsberger, dass die Techniker rund um Ronny Schlieder und SPV Suspension Guru Rüdiger Kranz das Gerät auf eine Runde und über die Konstanz schnell bekommen haben und dafür sorgen, dass am Ende noch genug Gummi übrig ist, was neben den überragenden sportlichen Fähigkeiten eines Pax Hobelsberger der Schlüssel für die Attacke und Verteidigung war.

Auch im ersten Lauf wäre ein Sieg für Toni Finsterbusch möglich gewesen, doch dafür hatte es dann doch zu wenig geregnet. FiBu holte die Ränge zwei und fünf und unterstrich damit einmal mehr, dass er einer der komplettesten Rennfahrer im Feld ist. Dass er rund hundert Tage nach seinem komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch wieder zurück auf dem Podium und unter der Woche Vollzeitunternehmer ist, zeigt aber auch wieviel seine Erfahrung und der unfassbare Grundspeed an Ausfall kompensieren. Mit Platz drei in der Gesamtwertung geht er in diese Saison. Für Teamchef Karsten Wolf ist er der „Fahrerbrigadier“ und erster Ansprechpartner, genauso wie für seine beiden jungen Teamkollegen. Und auch die Fahrer der Klasse der IDM-Superbike vertrauen ein weiteres Jahr auf ihn als Fahrersprecher und schätzten dabei seine Expertise, seine Loyalität und seine Unabhängigkeit bei der Bewertung von Situationen.

Will man optimistisch in die Zukunft schauen, dann sollte man sich auch einen Schulterblick gönnen, vor allem Jan-Ole Jähnig. In Rennen holte er den sechsten Platz direkt hinter seinem Mentor. Ganz klar die Bestätigung des Vorjahrestrends. Das war sein erklärtes Ziel, welches er auch im Bericht aus Valencia von INBO Media klar kommunizierte.

Nach zwei von 14 Läufen führt Patrick Hobelsberger mit 41 Punkten die Meisterschaft an und hat deren drei Vorsprung auf den Italiener Lorenzo Zanetti. Toni Finsterbusch sammelte am Sachsenring 31 Zähler und ist Dritter, Jan-Ole Jähnig kommt auf 13 Punkte und Zwischenrang elf. 

Stimmen zum Rennwochenende

 Patrick Hobelsberger:

„Kurz vor dem ersten Rennen fing es an zu Regnen. Wir machten schnelle Entscheidungen, da der Regen unerwartet kam. Alle Wetterprognosen haben nicht Wort gehalten. Somit wurden wir mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen. Wir konnten eine gute Zwischenlösung finden und gingen mit viel Gefühl an die Sache, denn ich hatte kaum Regenkilometer auf dem Superbike. Alle Tests bisher gaben uns nie die Möglichkeit im Regen zu trainieren. Mein Start war gut und ich konnte mit der Führungsgruppe mitfahren. Einige Kleinigkeiten konnte ich während der Fahrt am Lenkerschalter optimieren, die Traktionskontrolle und Motorbremse habe ich mir so hingedreht, dass ich das Rennen am Ende auf einem sehr starken dritten Platz beenden konnte. Definitiv ein sehr starkes Renen für das Gesamtergebnis, denn meine beiden Hauptkonkurrenten waren hinter mir und meine Regenschwäche konnte ich mit Köpfchen umfahren.
In Rennen zwei war es endlich soweit: trockene Strecke obwohl es 10 Minuten vor dem Lauf noch genieselt hatte. Ich wusste, es ist meine Chance. Mein Start war sehr gut, jedoch machte ich in Kurve eins einen kleinen Fehler und Florian Alt kam innen durch. Das Rennen war ein reiner Dreikampf zwischen den beiden Deutschen Meistern Florian Alt und Ilya Mikhalchic. Es ging bis zum Ende hart zu. Nach dem 6. Gescheiterten Überholversuch an Alt versuchte ich meinen Hinterreifen zu schonen und die ganze Zeit auf der Bremse gut zu machen. Dies war ein perfekter Plan, denn die letzten paar Runden konnte ich meine deutlich überlegene Pace vom Freitag und Samstag ausspielen. In der vorletzten Runde konnte ich die Führung übernehmen und das letzte Überholmanöver von Alt abwehren. P1 im Rennen und Führung in der Gesamttabelle war das Ergebnis!“

Toni Finsterbusch:

Ich war ganz zufrieden mit Startplatz vier, da haben wir einen guten Team-Work gemacht mit einem GERT56-Zug. In Rennen eins hat es geregnet, sodas die Strecke komplett nass war. Ich bin schnell auf Zeiten gekommen, aber im Regen kann ja alles passieren. Auf den ersten Runden habe ich mir gutes Vertrauen und eine gute Pace erarbeitet und hatte dann auch einen guten Plan. Dann kam aber Zanetti vorbei noch und den konnte ich nicht halten. Und auch der fünfte Platz im zweiten Rennen war gut. Besonders nach dem Winter, mit meiner Verletzung, habe ich mir solche Ergebnisse eigentlich nicht ausmalen dürfen für den Auftakt. Das zeigt aber auch, wie hart das Team und auch ich gearbeitet haben, um hier hin zu kommen, wo wir sind.

Jan-Ole Jähnig:

Sonntag war mehr oder weniger etwas chaotisch, weil früh hatte es angefangen zu regnen und wir hatten vorher keine Session im Nassen und damit kein Setting. Da haben wir etwas auf gut Glück auf die Beine gestellt und das war ganz okay. Ich hab aber leider am Anfang zu viel Zeit verloren und mit Platz 13 war ich nicht wirklich zufrieden, gerade nach dem guten Qualifying. Andererseits habe ich das Motorrad heile nach Hause gebracht und das ist auch viel wert! Das zweite Rennen war glücklicherweise trocken, das war das, was wir wollten und wo wir zeigen konnten, was wir das ganze Wochenende herausgearbeitet hatten. Ich bin gut weg gekommen und konnte mich gleich auf Platz sechs hinter Toni einreihen und den Platz halten. Es war eine starke Pace und wir haben ordentlich Punkte geholt. Da war ich mega happy! Mal sehen, was jetzt in Oschersleben wird.

Donnerstag, 9. Mai 2024

Das ADAC Racing Weekend steht in den Startlöchern

Foto: Jens Hawrda

Das Breitensportformat mit dem ADAC Racing Weekend startet vom 10. bis 12. Mai offiziell in die Saison 2024. Beim Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben sind sechs verschiedene Rennserien dabei, um den Zuschauern spannende Renn-Action zu präsentieren.

Das ADAC Racing Weekend ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Rennkalenders der Motorsport Arena. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Format auch 2024 wieder so gut von den Motorsportlern angenommen wird – mit der Dutch Supercar Challenge sogar auf internationaler Ebene.“, teilt Alexandra Werner, Pressesprecherin der Motorsport Arena Oschersleben mit.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass als eine der teilnehmerstärksten Felder in diesem Jahr auch der NATC (norddeutscher ADAC Tourenwagen Cup) als Teil des Racing Weekends mit an den Start gehen kann.“, zeigt sich Andreas von der Haar als Serienkoordinator des NATC begeistert. Mit rund 45 Startern, darunter vielen Sportlern aus der Region, bietet diese Serie einen günstigen Einstieg in den Motorsport. Junge Fahrer, welche im vergangenen Jahr noch über den NATC Youngster Cup den Zugang zum Rennsport gefunden haben, gehen dieses Wochenende im NATC Sprint an den Start.

Darunter auch eine junge Dame – Celine Kautner sie wurde 2023 die dritte in der Meisterschaft des NATC Youngster Cups und startet nun als Förderkandidatin des ADAC Mittelrhein im NATC so richtig durch. Sven Parlitz, vom Team Pasch Motorsport kommt aus Berlin und hat sich die Nachwuchsarbeit auf die Fahne geschrieben. „Auch mit unseren anderen Nachwuchstalenten Samantha Saramba, als jüngste Fahrerin im Feld und Lennard Zerbe haben wir viel vor, wir sind dieses Wochenende als Team gefordert, um den jungen Fahrern ein gutes Rennumfeld zu gewährleisten.“, fasst Sven Parlitz zusammen.

Am Wochenende gibt es mit dem ADAC Historic Cup auch Tourenwagen- und Formelwagensport aus vergangenen Epochen zu bestaunen. Bei einem Gang durch das Fahrerlager sieht man hier auch noch so einige Fahrer selbst an Trabant, Lada und Co. schrauben.

Die jüngsten Fahrer des ADAC Racing Weekends sind im Feld des ADAC Tourenwagen Junior Cups anzutreffen – ein Start ist hier ab 15 Jahren möglich. Mittendrin ist das Team von Georg Motorsport aus Thüringen. Auch sie betreuen mit ihrem Rennstall gleich drei Nachwuchsfahrer mit Maxim Felix Dacher, Finn Niklas Wollnik und Ben Bendler, welche mit dem VWup! ihre ersten Rennerfahrungen sammeln werden.

Hochkarätiger GT3- und GT4-Rennsport komplettiert das Programm mit dem GTC Race.

Insgesamt werden den Zuschauern sechs Serien mit 16 Rennen geboten. Der Eintritt beträgt dabei 25 Euro am Tag und Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben freien Zugang zur Veranstaltung.


Mittwoch, 8. Mai 2024

Zusammenfassung IDM-Rennwochenende am Sachsenring

 

Dylan Czarkowski entscheidet das zweite Supersport 300 Rennen für sich
Foto: IDM, Dino Eisele

IDM Supersport 300 – Rennen 1

Das richtige Gespür für den entscheidenden Moment bewies im ersten Rennen der IDM Supersport 300 der Däne Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Durch ein letztes Überholmanöver in der vorletzten Kurve kurz vor der Ziellinie schnappte er seinem Teamkollegen Jeffrey Buis die Führung weg und sicherte sich damit seinen ersten Sieg in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM).

Svendsens Teamkollege Ruben Bijman nutzte die Attacke des Dänen und stach ebenfalls an Buis vorbei. Er sicherte sich das zweite KTM-Podest. Ein Foto-Finish zwischen Gaststarter Loris Veneman (MTM Kawasaki) und Jeffrey Buis entschied am Ende den dritten Rang. Buis lag am Ende lediglich 53 Tausendstel vorne und machte damit ein reines Freudenberg-Podium komplett.

Veneman, der als Gaststarter nicht in der Meisterschaft gewertet wird, wurde Vierter. KTM-Pilot Phillip Tonn kam auf Platz fünf.


IDM Supersport 300 – Rennen 2

Im zweiten Supersport-300-Rennen am Sonntag hatte das Wetter einen maßgeblichen Einfluss auf das Renngeschehen und den Ausgang. Aufgrund abtrocknender Strecke setzten einige Fahrer auf Slicks. Während der Startaufstellung erneut einsetzender Regen zwang Oliver Svendsen, Phillip Tonn (beide Freudenberg KTM-Paligo Racing) als auch Gaststarter Loris Veneman (MTM Kawasaki) in letzter Minute dazu, ihren Startplatz in der ersten Reihe aufzugeben und in die Boxengasse zurückzukehren, um auf Regenreifen zu wechseln.

Wie auch im ersten Rennen führte nach der ersten Runde eine Freudenberg-Flotte, dazwischen mischte Veneman mit. KTM-Pilot Jeffrey Buis kam allerdings auf den noch nassen Kerbs zu Sturz, seine Teamkollegen Ruben Bijman sowie Phillip Tonn hatten keine Chance auszuweichen und stürzten ebenfalls. Für Buis war das Rennen gelaufen, Bijman und Tonn hingegen konnten weiterfahren.

An der Spitze ging dadurch Loris Venemann in Führung, hinter ihm machte der Vortages-Sieger Oliver Svendsen Druck. Der Kampf um den Sieg schien damit in vollem Gange zu sein. Doch es kam anders: Die Rennleitung sprach sowohl Veneman als auch Svendsen eine Strafe aus, weil sie nach ihrem Reifenwechsel auf ihre ursprüngliche Startposition zurückgekehrt waren, anstatt dem Feld von hinten zu folgen. Der Fehler kostete beide eine Durchfahrtsstrafe.

Nutznießer waren Senna van den Hoven (Molenaar Racing), der die Spitze übernahm, und Dylan Czarkowski (Racing DC). Der Zweikampf war eröffnet und endete erst in der letzten Kurve des Rennens. Czarkowski setzte im richtigen Moment die Attacke und sicherte sich damit seinen ersten Sieg in der IDM.

Dienstag, 7. Mai 2024

Die Zusammenfassung vom IDM-Wochenende am Sachsenring

 

Dirk Geiger gelingt im zweiten Rennen als SSP-Rookie mit Platz zwei der Sprung aus Podium 
Foto: IDM, Dino Eisele




IDM Supersport – Rennen 1

Vor dem Start des ersten Rennen des Jahres in der IDM Supersport sah alles danach aus, als würde der Sieg nur über Yamaha gehen. Mit Andreas Kofler, Marvin Siebdrath und Lennox Lehmann standen nämlich drei R6 in der ersten Reihe.

Der Start verlief dann auch noch wie erwartet. Der Trainingsschnellste, Andreas Kofler, bog in Führung liegend in die erste Kurve ein und konnte sich über die nächsten Runden absetzen. Einzig der von Startplatz vier kommende Luca de Vleeschauwer sowie die beiden Daniel Blin und Štěpán Zuda konnten dem Yamaha-Piloten in der Anfangsphase folgen. Sie waren es auch, die den Kampf um den Sieg am Ende nochmals spannend machten.

Štěpán Zuda drehte ab Rennmitte richtig auf, fuhr in Runde neun die schnellste Rennrunde und übernahm in Folge auch die Führung. Seinem Teamkollegen Daniel Blin konnte kurz vor Rennende dann noch Luca de Vleeschauwer auf Rang vier verweisen und machte so das Doppelpodium perfekt. Vizemeister Twan Smits beendete das Rennen nach Startplatz sieben auf Rang fünf.


IDM Supersport – Rennen 2

Die Strecke war zum Start des zweiten Supersport-Rennen zwar noch von feuchten Flecken geprägt, das Rennen wurde aber als Trockenrennen deklariert und alle Fahrer standen auf Slicks in der Startaufstellung. Auch die Supersportler bekamen aber zwei Warm-Up-Runden.

Wie schon in Lauf eins gelang Andreas Kofler von der Pole der perfekte Start und der Österreicher kam in Führung liegend aus Runde eins zurück. Einsetzender Regen führte dann aber zum Abbruch.

Der Restart erfolgte dann mit Quick-Restart-Prozedur und bei vergleichbaren Bedingungen wie im ersten Anlauf. Entsprechend gingen fast alle Fahrer erneut auf Slicks ins Rennen.

Erneut konnte Andreas Kofler den Start souverän gewinnen, Luca de Vleeshauwer bog auf Position zwei liegend in die erste Kurve ein. Während sich Kofler auch im zweiten Anlauf direkt absetzen konnte, wurde der Triumph-Pilot schon in Runde eins von Twan Smits und Dirk Geiger auf Platz vier verwiesen.

Hinter Kofler entwickelte sich im Folgenden ein sehenswerter Kampf um die Plätze zwei und drei, in dem der von Platz 10 gestartete Brite Kyle Smith eine Hauptrolle spielte. Schon im ersten Drittel das auf zehn Runden verkürzten Rennens sprintete der Kawasaki-Pilot bis auf Position zwei nach vorne und konnte sich anfangs auch in den Top 3 halten. 

Ab Rennmitte war es dann der Ducati-Pilot Daniel Blin, der die Flucht nach vorne antrat. Der Pole war zu diesem Zeitpunkt der schnellste Mann auf der Strecke, arbeitete sich bis kurz vor Rennende bis auf Platz drei vor und zog dabei auch Lennox Lehmann und Luca de Vleeschauwer mit in die Top 5.

In einer spannenden letzten Runde versuchte der Pole noch, am auf Platz zwei fahrenden Dirk Geiger vorbeizukommen, geriet aber selbst durch Lennox Lehmann unter Druck und beendete das Rennen vor Lehmann und Luca de Vleeschauwer auf Platz drei.

Die Zusammenfassung vom IDM-Wochenende am Sachsenring

Packende Rennen, begeisterte Fans und eine Kulisse mit Kultstatus – der Auftakt zur IDM-Saison 2024 auf dem Sachsenring hatte alles zu bieten, was man sich von einem Rennsport-Wochenende wünschen kann. Besonders erfreulich: schon an den Trainingstagen pilgerten zahllose Fans ins sächsische Motorsport-Mekka, über das gesamte Wochenende besuchten 15.000 Fans das erste IDM-Event des Jahres.

Lorenzo Zanetti gewinnt das erste Superbike-Rennen für Ducati 
Foto: IDM, Dino Eisele


IDM Superbike – Rennen 1

Nach optimalen Bedingungen an den ersten beiden Tagen startete das erste Superbike-Rennen der Saison auf nassem Asphalt. Aufgrund der fehlenden Trainingsmöglichkeiten mit Regenreifen erhielten die Fahrer zwei Warm-Up Laps, um sich auf die Bedingungen einstellen zu können. Der Rennstart und die erste Runde verliefen dann entsprechend turbulent. Patrick Hobelsberger, der am Vortag noch mit einem neuen IDM Rundenrekord vor Florian Alt und Ilya Mikhalchik auf die Pole gestürmt war, kam am schlechtestens aus Reihe eins weg. Mikhalchik konnte zwar nach sehr gutem Start in Führung liegend in die erste Kurve einbiegen, am Kurvenausgang waren es dann aber Max Kofler und Florian Alt, die an der Spitze des Feldes lagen.

Während Mikhalchik anschließend durch das Feld zurückgereicht wurde und das Rennen nur auf Platz 14 beendete, lief es für Superbike-Aufsteiger Thomas Gradinger noch schlechter. Der R1-Pilot stürzte in Turn elf und wurde im Kiesbett noch vom ebenfalls gestürzten IDM-Rookie Johann Flamann getroffen.

Florian Alt und GERT56-Fahrer Toni Finsterbusch setzten sich im Folgenden an der Spitze leicht ab. Dahinter konnte sich der ehemalige Supersport-WM-Pilot Max Kofler auf Platz drei lange den Attacken von Patrick Hobelsberger und Colin Velthuizen erwehren, musste sich dann Hobelsberger aber doch beugen. Nicht ganz so gut lief es für den Niederländer. Nach einem Dreikampf mit Patrick Hobelsberger und Lorenzo Zanetti ging Velthuizen zur Rennmitte zu Boden und feuerte sein Einsatzgerät vom RR Socia Racing Team mit so viel Nachdruck ins Kiesbett, dass die BMW M 1000 RR über die Streckabsperrung flog und völlig zerstört wurde. 

Im letzten Renndrittel war es dann Lorenzo Zanetti, der das Geschehen dominierte. Der IDM-Neuzugang vom Team Triple M Racing überholte den auf Platz vier liegenden Max Kofler und startet drei Runden vor Schluss die Aufholjagd aufs Führungsduo Alt/Finsterbusch. Im vorletzten Umlauf ging der amtierende italienische Superbike-Meister Ende Start-Ziel erst an Finsterbusch vorbei und schnappte sich im Omega die Führung von Florian Alt. Auch Toni Finsterbusch drückte sich am Ende von Runde 16 noch an Florian Alt vorbei und beendet das Rennen vor dem Honda-Piloten auf Position zwei. Aufgrund eines nicht funktionierenden Regenlichtes wurde der amtierende Meister nach Rennende auf Position sechs zurückversetzt. Hauptprofiteur war Patrick Hobelsberger, der statt Florian Alt 16 Punkte für Platz drei einstreichen konnte. Die Yamaha-Piloten Max Kofler und Leon Orgis komplettierten vor Florian Alt die Top 5.

IDM Superbike – Rennen 2

Bei nun guten Bedingungen glückte Patrick Hobelsberger im zweiten Anlauf der Start deutlich besser, der BMW-Pilot ging in Kurve eins jedoch weit und Florian Alt konnte sich abermals an die Spitze setzen. Auch der Sieger aus dem ersten Lauf, Lorenzo Zanetti, kam diesmal besser in Schwung und lag am Ende von Runde eins schon hinter Ilya Mikhalchik auf Position vier.

In den folgenden Runden ging Patrick Hobelsberger Ende Start-Ziel mehrfach am in Führung liegenden Florian Alt vorbei, der Honda-Pilot konnte aber jede Attacke kontern. Zu Beginn des zweiten Renndrittels war es dann Hobelsberger selbst, der unter Druck geriet. Während seine Teamkollegen Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig auf den Plätzen fünf und sechs zu diesem Zeitpunkt ein ungefährdetes Rennen fuhren, wurde Hobelsberger von Ilya Mikhalchik in einen Zweikampf verwickelt. Zeitgleich kämpften mit Luca Grünwald, Jan Mohr, Leandro Mercado, Balint Kovac und Max Kofler gleich fünf Fahrer um Platz sieben.

Während Patrick Hobelsberger zu Beginn der zweiten Rennhälfte erneut in den Angriffsmodus schaltet, wieder an Ilya Mikhalchik vorbeigeht und die Verfolgung von Florian Alt aufnimmt, beginnt für den auf Platz sieben liegenden IDM-Rückkehrer Luca Grünwald der schwierige Teil des Rennens. Der BMW-Pilot vom neu formierten BCC-Alpha-Ilmberger Carbon Racing Team, wird erst von Jan Mohr überholt und muss dann auch Tati Mercado ziehen lassen. Kurz vor Rennende geht der Bayer dann auch noch zu Boden.

Besser lief es zu diesem Zeitpunkt für Patrick Hobelsberger. In einer extrem spannenden Schlussphase geht Hobelsberger nach einem fairen Zweikampf am amtierenden Meister vorbei und gab die Führung im Anschluss auch nicht mehr her. Lorenzo Zanetti, der sich in der zweiten Rennhälfe von Platz sieben bis an die Spitzgruppe vorgearbeitet hatte, startete im letzten Umlauf auch noch eine Attacke auf Ilya Mikhalchik, am Ende reichte es hinter dem Ukrainer und vor Toni Finsterbusch aber nur für den undankbaren vierten Platz.