Donnerstag, 19. Oktober 2023

GERT56: 2024 erneut mit Hobelsberger, Finsterbusch und Jähnig

GERT56 auch in Saison 2024 mit selben Piloten wie 2023
Foto GERT56


Nach einer erfolgreichen Saison 2023 wird sich bei GERT56 in der Fahreraufstellung für die Saison 2024 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nichts ändern: Erneut werden Patrick „Pax“ Hobelsberger, Toni Finsterbusch und Jan-Ole „J/O“ Jähnig auf der BMW M 1000 RR in der IDM Superbike an den Start gehen.

Die Zweijahresprogramme, die man bei GERT56 immer aufstellet, orientieren sich zuallererst an der Lebens- und Arbeitswelt der Teammitglieder und schaffen somit für alle Planungssicherheit. Sportlich gesehen ist es vielmehr das Ziel Fahrer und Bike auf jeder Strecke ein Entwicklungs- und ein Performancejahr zu bieten. Nach diesem Zeitraum hat man immer einen guten und repräsentativen Blick auf die sportliche Leistung der Aktiven, kann die Entwicklung von Bike und Team erkennen und bewerten und hat so immer eine Deadline zur Anpassung oder Kurskorrektur.

Nach einem anständigen Premierenjahr 2021 und einem von verheißungsvollen Podien zu Anfang der Saison und verheerenden Stürzen mit Verletzungen beider Fahrer zum Ende der Saison geprägten Jahr 2022, war es Zeit für eine Zäsur. Zum einen glättete man die logistische Struktur und verabschiedete sich von der Pro Superstock Abteilung, da die beiden Fahrer Rico Löwe und Jan Schmidt die Kombi an den Nagel hingen. Zum anderen schaffte man drei brandneue BMW M 1000 RR der neuesten Generation an und versah diese mit noch umfangreicherer Diagnostik, wie zum Beispiel Reifendrucksensoren. Zudem zündete Fahrwerkspartner mototech SPV rund um Rüdiger Kranz mit dem SPV2 Pro Ventil die nächste Raketenstufe in den Suspension Himmel.

Und sportlich? Das Haare raufen bei Team und Fans ob der Fahrerentscheidung von Teamchef Karsten Wolf ist zum Saisonende eher dem Fingernägelkauen und Freudentränen aufgrund der Gesamtperformance in den Rennen gewichen. Was kann ein Toni Finsterbusch nach der schweren Verletzung im Spätsommer seiner Karriere noch leisten? Wie verkraftet der blutjunge, aber mit Talent gesegnete, Jan Ole Jähnig den Umstieg auf einen Tausender, wo er doch zwei Jahre in der Supersport 600 ergebnistechnisch angestanden hat und auch die „Erdkunde“ ab und an zu seinen Lehreinheiten gehörte? Und wo und vor allem wie holt man einem vor Ehrgeiz und Elan sprühenden Patrick Hobelsberger am Tiefpunkt seiner Karriere ab und kann man ihm das Profil bieten, was er braucht? Und das Wichtigste: Kann dieses neue Fahrertrio Mechanismen und Umgangsformen entwickeln, die in das Wertegerüst von Gert56 passen und ist diese Mischung leistungsfördernd oder ist es wirklich das von „Insidern“ herbeigeredete Ende der Rennsportfamilie?

Als Team holten die GERT56-Mannen im Jahr 2023 einen Sieg, sieben zweite und zwei dritte Plätze. Hobelsberger punktete in allen 14 Läufen. Die Fahrerwahl war sowohl auf Teamseite, als auch bei den Piloten selbst daher kein großer Verhandlungsmarathon. Auch 2023 werden Hobelsberger, Finsterbusch und Jähnig mit den durch RS Speedbikes aufgebauten BMW-Maschinen unterwegs sein.

Toni Finsterbusch

„Ich bleibe, weil es mir nach wie vor mega viel Spaß macht, Rennen zu fahren und weil das Umfeld für mich nicht besser sein könnte. Der Vorteil ist, dass es für mich mittlerweile wie eine Familie ist. Ich kann mich voll und ganz auf die Jungs und Mädels verlassen – egal, wer das ist. Abseits der Rennwochenenden haben wir auch mega viel Spaß. Die Arbeit, die da drin steckt, kann ich, glaube ich, auch ganz gut mit Leistungen zurück geben. Bei GERT56 macht den Unterschied, dass sich hier auch jeder dem anderen den Erfolg gönnt, auch wenn es eine Einzelsportart ist. Sowohl J/O, als auch Pax – wir helfen uns alle gegenseitig, ziehen uns auch mal und profitieren so alle untereinander. Für nächstes Jahr ist mein Ziel: Gut durchkommen, vielleicht weniger ausfallen – also nicht selbst stürzten oder abgeschossen werden – und dann gesund durch kommen. Wenn wir das schaffen, denke ich, werden wir am Ende auch wieder ganz gut da stehen.“

Jan Ole Jähning

„Ich freue mich, 2024 wieder anzugreifen. Das Jahr lief einfach super, wir hatten kaum Probleme, keine technischen Defekte, meiner Crew kann ich blind vertrauen. Das war ein Super-Jahr und ich hoffe, dass es 24 so weiter geht. Das war ja eigentlich auch von Anfang an so geplant zwei Jahre zu fahren, mindestens. Den Unterschied mach bei GERT56 der familiäre Zusammenhalt und der echt enge Kontakt zu den Teamkollegen aus. Der Datenaustausch ist immer viel wert, besonders als Rookie wie mich. Als Ziel würde ich für nächstes Jahr mal konstant die Top-Ten anpeilen wollen und ich möchte auf allen Strecken besser werden.

Patrick Hobelsberger

Ich bleibe bei GERT56, weil ich in meiner Karriere noch nie die Möglichkeit hatte, zwei Jahre in einem Team zu bleiben. Das wollte ich aber schon immer. Gefühlt habe ich jedes Jahr immer wieder von Null anfangen müssen und das hat mich immer genervt. Du konntest nie aus der Vorsaison eine Basis mit ins neue Jahr nehmen und im Winter daran feilen. Ronny [Schlieder, Crewchief] ist ein Perfektionist wie ich und wir passen sehr gut zusammen. Daher bin ich mir sicher, dass wir als Team das Paket noch mal feinschleifen können. Da bin ich fest davon überzeugt. KW hat mir auch die Unterstützung für meine privaten Wintertests zugesagt und das war ein weiterer Grund im Team zu bleiben. GERT56 ist halt ein Privatteam und kann die Tests daher nicht so absolvieren, wie ich mir das wünschen würde, aber sie unterstützen mich mit Teilen und Support, Rat und Tat. Eine Frage, die mir oft gestellt wird, ist, welche Vorteile man bei GERT56 hat. Ich war schon in vielen Teams unterwegs, leider, auch schon bei einem Team, die sind Weltmeister geworden. Bei GERT56 hast du halt eine ganz andere Atmosphäre, nicht als ob man Rennen fahren würde, sondern auf ein Familienfest geht. Mit ein paar Spezeln am Wochenende Moped fahren. Das ist eine sehr gute Basis, mit allen Leuten in der Mannschaft, ein freundschaftlicher Haufen. Mir ist das Umfeld immer wichtig, denn wenn das funktioniert, kann man sehr viel möglich machen. Wenn das nicht funktioniert, bekommt man schnell Probleme, aber bei GERT56 klappt das. Probleme wurden in 100-Prozent der Fälle immer beseitigt worden – egal ob Technisch oder Orga. KW kümmert sich nicht um die Technische Seite, geht daher ganz anders auf Sponsoren und Fahrer ein. Das hat mir in vielen Punkten auch geholfen, Dinge lockerer und entspannter anzugehen und auch Probleme mit ihm zu besprechen. Das ist ein richtiger Vorteil – KW ist nicht ein Teamchef, wie man ihn kennt, sondern er agiert und hilft ganz anders. Meine Ziele 2024? Die sind ziemlich klar gesteckt. Dadurch, dass ich ein weiteres Jahr IDM Superbike fahre und dieses Jahr schon Dritter geworden bin, will ich um die deutsche Meisterschaft kämpfen. Dieses Jahr habe ich schon bis zum letzten Rennen um den Titel gekämpft, jetzt ist das Ziel das Ding zu gewinnen. Der Winter wird fahrerisch und technisch einiges bringen, da bin ich mir sicher. Ich habe einiges geplant, auch mit Peter Sebestyen, meinem Riding-Coach. Der hat mir in Assen und Hockenheim schon viel geholfen, aber jetzt kommt auch die Zeit wo man die Zeit hat, da noch mehr umzusetzen. Die Potenziale vom Team und Motorrad sind vorhanden. Mit dem Motorrad von GERT56, wie es in Hockenheim und Assen war, kann man gewinnen. Das habe ich ja auch gezeigt. Ich bin mir sicher, dass man mit der BMW M 1000 RR GERT56 um die Meisterschaft fahren kann, davon bin ich fest überzeugt – auch wenn man schaut, welch gute Leistungen Toni und J/O gezeigt haben.


Mittwoch, 18. Oktober 2023

Schneller Fünfkampf in Hockenheim: Wer wird ADAC GT Masters-Champion?

  •  Salman Owega und Elias Seppänen gehen als Favoriten in die letzten beiden Rennen
  •  In Hockenheim sind noch drei Titel im ADAC GT Masters zu vergeben
  •  Schnitzelalm Racing absolviert Gaststart mit zwei Mercedes-AMG GT3

Salman Owega/Elias Seppänen gehen als Favoriten ins finale Rennwochenende
Foto: Jens Hawrda

Am Wochenende (20. bis 22. Oktober) fällt im ADAC GT Masters die Entscheidung in der Meisterschaft. Salman Owega (Köln) und Elias Seppänen (FIN/beide Landgraf Motorsport) kommen als Tabellenführer an den Hockenheimring Baden-Württemberg. Schärfste Verfolger der beiden Mercedes-AMG-Piloten sind Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen) im Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by Racemotion. Auch die beiden Porsche-Fahrer Jannes Fittje (Langenhain) und Nico Menzel (Kelberg/beide Huber Motorsport) möchten in den Titelkampf eingreifen. Insgesamt haben noch fünf Teams mit Sportwagen der Premiumhersteller Mercedes-AMG, Porsche, BMW und Lamborghini Chancen auf den Titel. Außerdem werden auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs in der Schwetzinger Hardt noch die Pokale in der Pirelli-Junior-Wertung sowie Team-Wertung vergeben. TV-Partner Sport1 berichtet live vom elften Lauf (Samstag 16:05 Uhr) und dem Finalrennen (Sonntag 15:15 Uhr) des ADAC GT Masters in Hockenheim.


Perfekte Ausgangslage für Owega und Seppänen: Durch ihre vier Saisonsiege und insgesamt 158 Zähler brachten sich die beiden Youngster, die auch Platz eins in der Pirelli-Junior-Wertung beanspruchen, in die Pole-Position für das Titelrennen im ADAC GT Masters. Komfortable 20 Punkte liegt das Duo vor den letzten beiden Rennen in Führung. „Wir haben einen soliden Vorsprung, aber wir müssen weiter fokussiert bleiben. Die Saison hat gezeigt, dass ziemlich viel passieren kann. Der Mercedes-AMG GT3 funktioniert auf jeder Strecke gut, deshalb bin ich sehr positiv gestimmt. Hockenheim ist zusammen mit dem Nürburgring mein Heimrennen in Deutschland. Meine Anreisezeit beträgt etwa 90 Minuten. Das ist sehr besonders für mich“, sagt der im hessischen Limburg lebende Seppänen. Zudem feiert der Rennstall des Meisterschaftsführenden am Hockenheimring Baden-Württemberg sein Heimspiel. Landgraf Motorsport ist im rund einhundert Kilometer entfernten Gensingen in Rheinland-Pfalz zuhause. Das Mercedes-AMG-Team hat die Chance auf ein Novum in der Geschichte des ADAC GT Masters. In der vergangenen Saison krönte sich Raffaele Marciello (CH) mit dem Rennstall rund um Teamgründer Klaus Landgraf zum Champion im ADAC GT Masters. Noch nie stellte ein Team zwei Jahre in Folge den Fahrer-Meister.

Für die Zweitplatzierten Gehrsitz und Müller erwies sich die ehemalige Formel-1-Strecke bereits als erfolgsversprechender Schauplatz. Beim Saisonauftakt jubelte das Joos-Duo über den bislang einzigen Saisonsieg. Auch Fittje und Menzel dürfen sich bei noch 56 zu vergebenen Punkten Hoffnungen auf den Champion-Pokal machen. Derzeit rangieren sie mit 135 Zählern auf dem dritten Platz. Das Lamborghini-Duo Benjamin Hites (CHL) und Marco Mapelli (I/beide GRT Grasser-Racing-Team) sowie die BMW-Piloten Eduardo Coseteng (PHL) und Ben Green (GBR/beide Schubert Motorsport) haben noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft.

Komplett offen ist die Ausgangslage in der Team-Wertung: Das Team Joos by Racemotion führt den spannenden Dreikampf an. Mit Landgraf Motorsport und dem Haupt Racing Team trennen die Top-Drei lediglich sieben Punkte. Letztere erhalten erneut Unterstützung von Maximilian Götz (Uffenheim). Der ADAC GT Masters-Champion von 2012 startet gemeinsam mit dem Rumänen Petru Umbrarescu für das Team von Hubert Haupt.

Für das Finale haben sich erneut einige Gaststarter eingeschrieben. Schnitzelalm Racing bestreitet seinen zweiten Gastauftritt in der traditionsreichen GT-Serie des ADAC. Lokalmatador Marcel Marchewicz aus Schwetzingen und Moritz Wiskirchen (Euskirchen) sowie Christer Jöns (Ingelheim) und Luca Arnold (Pfronstetten) teilen sich die Cockpits.


Montag, 16. Oktober 2023

Finaler Dreikampf um die DTM-Krone im badischen Motodrom

  •     Drei Fahrer kämpfen auf dem Hockenheimring um ihren ersten DTM-Titel
  •     Vier Mannschaften können beim Finale noch Team-Meister werden
  •     Fünf Rennserien erwarten die Besucher beim Finale auf dem Traditionskurs

Foto: Jens Hawrda


Die Spannung steigt, die Motorsport-Fans fiebern der Titel-Entscheidung in der DTM am Hockenheimring entgegen: Auf dem Kurs in Baden-Württemberg wird kommendes Wochenende (20. bis 22. Oktober) traditionell das DTM-Finale ausgetragen. Ein Fahrer-Trio macht dort den Gesamtsieg unter sich aus. Beste Aussichten hat Tabellenführer Thomas Preining (A), der im Porsche 911 GT3 R mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung in die entscheidenden beiden Meisterschaftsläufe geht. Eines haben Preining und seine beiden Verfolger Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini und Audi-Fahrer Ricardo Feller (CH) gemeinsam: Es wäre ihr erster Titel in der weltweit populären Rennserie. In der Teamwertung haben sogar noch vier Rennställe Siegchancen. Manthey EMA, die Mannschaft rund um Preining, liegt in der Tabelle vorn. Die Herstellerwertung führt Porsche vor den beiden finalen Rennen an. ProSieben zeigt den DTM-Showdown live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung. Tickets für das Finale gibt es online ab 39 Euro unter dtm.com, Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 15 und 16 von 16

    Streckenlänge: 4.574 Meter
    Layout: 17 Kurven (elf Rechts-, sechs Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2022, Rennen 1: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3)
    Sieger 2022, Rennen 2: Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport, BMW M4 GT3)

Leichte Vorteile für Thomas Preining

Spitzenreiter Preining geht mit einem Vorsprung von zehn Punkten als leichter Favorit in die letzten beiden Rennen – bei noch maximal 56 zu holenden Zählern allerdings kein beruhigendes Polster. „Der Titel ist seit dem ersten Saisonrennen das große Ziel“, gibt Preining die Devise für das Finale vor. Der Porsche-Werksfahrer von Manthey EMA hat während des gesamten Jahres bewiesen, dass er seine Konkurrenz immer im Blick hat und auf verschiedene Rennsituationen flexibel reagieren kann. „In der DTM kannst du nicht jedes Rennen perfekt bestreiten, dafür ist die Serie viel zu umkämpft. Entscheidend ist, das Potenzial trotzdem immer größtmöglich auszuschöpfen und maximal viele Punkte mitzunehmen. Das ist uns bisher super gelungen“, sagt Preining. Sein härtester Verfolger Bortolotti muss von Beginn an voll angreifen und das Podium anvisieren, um den Druck auf den Tabellenführer zu erhöhen. Ein Platz unter den Top-15 vor Preining nützt wenig, da ab Position fünf der Punkteabstand zum nachfolgenden Fahrer nur jeweils einen Zähler beträgt. Besonders wichtig wird für den 33-Jährigen und sein Team SSR Performance das Qualifying: Immer wenn Bortolotti mit seinem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 in der ersten Startreihe stand, gewann er oder wurde Zweiter.

Der dritte Meisterschafts-Aspirant Ricardo Feller (CH) kann als Außenseiter die letzten beiden Läufe unbeschwert in Angriff nehmen. Der 23-jährige Tabellendritte hat bisher in jedem Rennen gepunktet und mehrere Saison-Highlights markiert. Ob abgezockte Last-Second-Poles im Qualifying, harte Duelle wie mit Bortolotti auf dem DEKRA Lausitzring oder eine Aufholjagd von Position 26 auf drei am Red Bull Ring in Österreich – der Schweizer sorgte für besondere Momente. Daher ist der Audi-Pilot von Abt Sportsline, dem erfolgreichsten aktiven Team in der DTM, auch bei einem Rückstand von 31 Zählern zur Spitze alles andere als chancenlos.

Sheldon van der Linde von Schubert Motorsport hat als aktueller Champion und Gesamtvierter nur noch theoretische Meisterschaftschancen. Zu groß ist die 52-Punkte-Lücke zu Preining. Der BMW-Werkspilot wird jedoch alles daransetzen, um sich mit einer Top-Leistung aus der Saison zu verabschieden. Das gilt auch für den Teamkollegen und Tabellenfünften René Rast (Bregenz), der am Red Bull Ring seinen ersten Erfolg für BMW eingefahren hat. In Hockenheim feierte der dreimalige DTM-Champion schon fünf Siege und dem 36-Jährigen ist zuzutrauen, dass er an diesem Wochenende das halbe Dutzend vollmacht. Marco Wittmann (Fürth) zählt ebenfalls zum Favoritenkreis in Hockenheim, wo der BMW-Pilot im vergangenen Jahr zum vierten Mal in seiner Karriere ganz oben auf dem Treppchen stand.

Teamwertung mit vier Titel-Aspiranten und zwei Lokalmatadoren

In der Team-Meisterschaft gibt es im badischen Motodrom einen Vierkampf um den Gesamtsieg mit einer ähnlichen Konstellation wie in der Fahrertabelle. Preinings Rennstall Manthey EMA (283 Punkte) führt das Klassement vor Fellers Abt Sportsline (256 Punkte) und SSR Performance (255 Punkte) von Bortolotti an. Auf Rang vier liegt die Crew von Schubert Motorsport (253 Punkte), die den Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen will. Da in der Teamwertung bei jeweils zwei Fahrern noch maximal 90 Zähler zu holen sind, ist auch hier der Ausgang völlig offen. Spannung verspricht zudem die Herstellerwertung: Vor dem Finalwochenende steht Porsche mit 384 Punkten an der Spitze. Die Plätze zwei und drei belegen Lamborghini (343 Punkte) und Mercedes-AMG (331 Punkte). Beim Kampf um die Hersteller-Krone gibt es noch maximal 90 Zähler zu gewinnen.

Abwechslungsreicher Traditionskurs mit perfekter Aussicht

Der Hockenheimring ist mit seinem vielfältigen Streckenprofil ein Highlight für Fahrer und Fans. Schnelle Geraden und Kurven wechseln sich mit langsamen Passagen sowie Spitzkehren ab. Während in der Parabolika Top-Geschwindigkeiten erreicht werden, ist im engen Motodrom die optimale Traktion der DTM-Boliden gefragt. Entscheidend ist es, das Fahrzeug auf diese unterschiedlichen Anforderungen abzustimmen. Die Zuschauer können das Renngeschehen perfekt auf den Tribünen verfolgen, von denen sie weite Teile der Strecke überblicken.

Titelentscheidungen im ADAC GT Masters und der ADAC GT4 Germany

Auch im ADAC GT Masters und in der ADAC GT4 Germany werden die Fans an diesem Wochenende auf dem badischen Motodrom die Krönung der Meister des Jahres 2023 miterleben. Den Saisonabschluss absolviert auf der 4,574 Kilometer langen Strecke zudem der Porsche Carrera Cup Deutschland, wo mit Larry ten Voorde (NL) der Gesamtsieger bereits feststeht. Die Formula Regional European Championship startet zum ersten Mal im Rahmenprogramm der DTM. In der Formel-3-Rennserie gehen junge Talente in dem Chassis des F3 T-318 von Tatuus auf Punktejagd. Der Hockenheimring ist die zehnte und letzte Station der Nachwuchsserie, die in den letzten beiden Rennen ihren Champion ermittelt.

Donnerstag, 12. Oktober 2023

DTM-Showdown in Hockenheim: Drei Fahrer wollen den Titel

  •     Reicht dem Strategen Thomas Preining ein Zehn-Punkte-Polster zum Gesamtsieg?
  •     Kann der unberechenbare Mirko Bortolotti Spitzenreiter Preining noch abfangen?
  •     Wird der abgezockte Tabellendritte Ricardo Feller im Titelkampf lachender Dritter?

Dreikampf um den Titel
Foto: ADAC-Motorsport

Drei Fahrer haben vor dem DTM-Finale nur ein Ziel: Sie wollen Champion in der weltweit populären Rennserie werden. Spitzenreiter Thomas Preining (A) geht in seinem Porsche 911 GT3 R mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf seinen schärfsten Verfolger und Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) als leichter Favorit in die letzten beiden Läufe auf dem Hockenheimring. Bei 56 noch zu vergebenen Zählern kann sich jedoch auch der Dritte Ricardo Feller (CH) mit einem perfekten Finalwochenende im Audi R8 LMS GT3 Evo2 seine Meisterschaftsträume erfüllen. Der Schweizer lauert mit 31 Punkten Rückstand auf Preining. Die Zuschauer erwartet beim Showdown in Hockenheim (20. bis 22. Oktober) ein brisanter Dreikampf um die DTM-Krone.

Thomas Preining – der Stratege
Spitzenreiter Preining glänzt diese Saison als einer der schnellsten und konstantesten Fahrer im international hochkarätig besetzen Starterfeld. Darüber hinaus bewies der Österreicher, dass er auch in schwierigen Rennsituationen cool bleibt und aus Rückschlägen gestärkt hervorgeht. Der Porsche-Werksfahrer trumpfte bisher mit einem Saisonsieg am Norisring und zeigte bei Aufholjagden viel Kampfgeist. In Hockenheim möchte Preining seine starke Saison mit dem Titel krönen. Dort zählte der Linzer bereits im Vorjahr als Meisterschaftskandidat zu den Hauptprotagonisten. „Der Hockenheimring ist eine meiner Lieblingsstrecken, auch wenn der Kurs im letzten Jahr nicht unbedingt für die beste Schlagzeile meiner Karriere gesorgt hat“, sagt Preining und spielt damit auf seinen spektakulären Unfall an, durch den er damals vorzeitig aus dem Titelrennen ausschied. Trotzdem freut sich der 25-Jährige von Manthey EMA auf die Rückkehr an den deutschen Traditionskurs: „Ich habe super Erinnerungen an die Rennstrecke. Ich bin dort meistens schnell, habe viele Rennen und auch schon Meisterschaften in Hockenheim gewonnen.“

Mirko Bortolotti – der Unberechenbare
Das Lamborghini-Ass gehört seit Jahren zu den besten GT-Piloten der Welt. Drei Saisonsiege hat der in Wien lebende Italiener schon auf dem Konto, mehr als seine beiden Meisterschaftskonkurrenten zusammen. Auch im Qualifying ist Bortolotti eine Macht: Insgesamt zwölf Zähler holte der Lamborghini-Werksfahrer im Qualifying, Topwert in dieser Saison. Dagegen blieb der 33-Jährige anders als seine Rivalen zweimal ganz ohne Punkte – Triumph und Misserfolg lagen teilweise dicht beieinander. In der zweiten Saisonhälfte wechselte sich Bortolotti an der Tabellenspitze regelmäßig mit Preining ab. „Der Saisonverlauf hat uns in die tolle Lage gebracht, in Hockenheim um den DTM-Titel kämpfen zu können. Ob ich als Tabellenführer oder -zweiter ins Finale gehe, spielt keine Rolle. Abgerechnet wird wie gewohnt nach dem Wochenende und nicht davor“, sagt ein kämpferischer Bortolotti. In Hockenheim erwartet der Pilot von SSR Performance zwei völlig offene Rennen: „Das Kräfteverhältnis ist in der DTM immer sehr schwierig vorherzusagen. Die Saison hat bereits die eine oder andere Überraschung gebracht. Es wird darauf ankommen, unser eigenes Potenzial voll abzurufen.“ Der Schlüssel dazu ist ein perfektes Zeittraining. Denn seine drei Siege verbuchte Bortolotti jeweils als Pole-Setter.

Ricardo Feller – der Abgezockte
Der 23-Jährige demonstrierte wie Preining große Konstanz und holte in jedem der bisherigen 14 Läufe mindestens einen Punkt. „Im Titelkampf wird es auf mehrere Aspekte ankommen, etwas Glück ist sicher einer davon. Fehler sind nicht mehr zu tolerieren, alle drei Titelanwärter müssen konstant in beiden Qualifyings und Rennen vorne dabei sein. Es wird nicht einfach sein, dem Druck standzuhalten“, blickt Feller auf das Finale. Dabei stellte vor allem der Youngster in dieser Saison unter Beweis, dass er sich von Druck überhaupt nicht aus der Spur bringen lässt. So begeisterte Feller die Zuschauer auf dem Red Bull Ring in Österreich mit einer eindrucksvollen Aufholjagd und fuhr vom 26. auf den dritten Rang vor. Auch beim Sieg im niederländischen Zandvoort präsentierte er sich abgeklärt. „In der DTM geht es so eng zu, dass alles möglich ist. Wir wollen versuchen, uns im Idealfall mit beiden Autos vor Thomas Preining und Mirko Bortolotti zu platzieren, um ihnen Punkte wegzunehmen“, erklärt Feller den Matchplan. Der Tabellendritte hat sich diese Saison mehrfach als Mann für spezielle Momente erwiesen und darf sich trotz der Außenseiterrolle berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Team: Mit je fünf Gesamtsiegen in der Mannschafts- und Fahrerwertung ist Abt Sportsline der erfolgreichste aktive Rennstall in der DTM.

Der Dreikampf um den DTM-Titel ist vor dem Finale in Hockenheim völlig offen, doch schon jetzt steht fest: Die Fans können sich auf einen hochspannenden Saisonabschluss freuen.

Sonntag, 8. Oktober 2023

Schnitzelalm Racing startet mit zwei Mercedes-AMG GT3 beim Saisonfinale des ADAC GT Masters

  • Zweiter Auftritt im ADAC GT Masters für Schnitzelalm Racing
  • Einsatz von zwei Mercedes-AMG GT3 beim sechsten Saisonstopp in Hockenheim

Schnitzelalm Racing reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum
ADAC GT Masters-Saisonfinale nach Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Zum Saisonfinale des ADAC GT Masters (20. bis 22. Oktober) am Hockenheimring Baden-Württemberg kommt Schnitzelalm Racing im Doppelpack. Der Rennstall aus Niederzissen reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum sechsten Tourstopp. Marcel Marchewicz (Schwetzingen) und Moritz Wiskirchen (Euskirchen) sowie Christer Jöns (Ingelheim) und Luca Arnold (Pfronstetten) teilen sich die Cockpits. „Der Gastauftritt im ADAC GT Masters im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix hat uns riesengroßen Spaß gemacht. Deshalb war es unser Wunsch, nochmals in der Serie an den Start zu gehen. Schön, dass es beim Saisonfinale in Hockenheim klappt. Wir freuen uns sehr auf unseren zweiten Start und wollen den etablierten Teams die Stirn bieten“, erklärt Teamchef Thomas Angerer. Beim Seriendebüt am Nürburgring machte Schnitzelalm Racing mit einem Top-Fünf-Ergebnis im sechsten Saisonlauf auf sich aufmerksam.

Bei den Fahrerpaarungen nutzt das Team die Vorteile des ADAC GT Masters und lässt Nachwuchsfahrer an der Seite von erfahrenen Piloten starten. Mit Marchewicz vertraut der Mercedes-AMG-Rennstall auf seinen Stammfahrer. Teamkollege Wiskirchen hingegen feiert sein Debüt im ADAC GT Masters. Den zweiten Mercedes-AMG GT3 pilotiert mit Jöns ein Routinier. Der 36-Jährige fuhr bislang über 70-mal im ADAC GT Masters und stand in zehn Rennen auf dem Podium. Arnold debütiert an der Seite von Jöns in der traditionsreichen GT-Serie des ADAC.