„Ich freue mich sehr darauf, mit GRT bei ihrem Heimrennen auf dem Red Bull Ring anzutreten. Das Niveau in der DTM ist wirklich hoch und ich weiß, dass es nicht einfach wird, gegen Ende der Saison einzusteigen. Aber ich bin sehr zuversichtlich und werde zusammen mit GRT alles geben, um den Lamborghini mit der Startnummer 19 an die Spitze zu bringen“, sagt Caldarelli, der genauso wie DTM-Spitzenreiter Mirko Bortolotti zum LMDh-Programm von Lamborghini Squadra Corse zählt. Seine DTM-Premiere feiert der Rennfahrer aus Pescara an der Adria mit einem schillernden Eyecatcher. Sein italienischer GT3-Bolide glänzt mit einem gold-schwarzen Design. Das auffällig folierte Fahrzeug können Fans bereits dieses Wochenende bewundern: GRT präsentiert den Lamborghini vom 16. bis 18. September in der Shopping City Seiersberg in Graz.
Zu Beginn seiner Karriere zeigte Caldarelli sein Talent im Formelsport, wurde 2008 im Formel Renault Eurocup Gesamtdritter hinter den heutigen Formel-1-Stars Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas. Zudem war er zwei Jahre in der Königsklasse des Motosports als Testfahrer für Toyota und Ferrari im Einsatz. Mit seinem DTM-Team GRT ist Caldarelli seit vielen Jahren eng verbunden. In der Saison 2017 holten sie zusammen den Gesamtsieg in der Blancpain GT Series (heute GT World Challenge Europe). Auch den Red Bull Ring kennt Caldarelli aus gemeinsamen Zeiten mit GRT: 2018 fuhr er dort im ADAC GT Masters auf den zweiten Platz.
Beste Voraussetzungen also für den siebten Saisonstopp der DTM auf dem Red Bull Ring. „Mit Andrea Caldarelli haben wir eine Top-Besetzung für die Startnummer 19. Wir kennen uns seit vielen Jahren und wissen um seine herausragenden Qualitäten. Ich möchte an dieser Stelle auch Lamborghini Squadra Corse meinen Dank für die Unterstützung bei diesem Projekt aussprechen. Ich bin mir sicher, dass es für uns ein sehr goldiges Wochenende wird“, sagt GRT-Teamchef Gottfried Grasser.
Freitag, 22. September 2023
Goldenes DTM-Debüt: Andrea Caldarelli startet für GRT
Mittwoch, 20. September 2023
Hochkarätige Neuzugänge und Spannung in der Meisterschaft: ADAC GT Masters bereit für das Auslandsgastspiel in Österreich
- DTM-Champion 2012 Bruno Spengler startet mit FK Performance Motorsport
- Heimspiel am Red Bull Ring für das GRT Grasser-Racing-Team
- Team Joos by Racemotion fährt mit zwei Porsche 911 GT3 R
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| Foto: Jens Hawrda |
Traumhafter könnte die Kulisse für die heiße Phase im Kampf um die Meisterschaft im ADAC GT Masters kaum sein. Eingebettet in das malerische Bergpanorama der Steiermark verlangt der 4,318 Kilometer lange Kurs den Piloten und ihren Supersportwagen alles ab. Auf der Berg- und Talbahn wartet ein Höhenunterschied von 65 Metern pro Runde sowie Steigungsgrade von bis zu zwölf Prozent auf das internationale Fahrerfeld. Durch ihren Doppelsieg am Sachsenring sind Owega und Seppänen nun in der Rolle der Gejagten. Die beiden Mercedes-AMG-Piloten erarbeiteten sich mit bisher vier Saison-Erfolgen einen Vorsprung von 31 Punkten auf die Zweitplatzierten. Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion) wollen den Rückstand mit ihrem Porsche 911 GT3 R minimieren und gleichzeitig die Chance auf den Meistertitel wahren.
Für das österreichische GRT Grasser-Racing-Team aus St. Margarethen bei Knittelfeld ist der fünfte Saisonstopp des ADAC GT Masters ein ganz Besonderer. „Ich besuche schon seit Kindheitstagen die Rennstrecke, deshalb habe ich eine ganz enge Verbindung zum Kurs. Für mich ist der Red Bull Ring, umgeben von den Bergen, die schönste Strecke im Kalender. Im Gegensatz zu den anderen Rennställen sparen wir uns insgesamt zwei Tage bei der An- und Abreise. Außerdem können wir morgens mit dem Team zu Hause frühstücken. Das ist einmalig und eine tolle Sache. Mit dem Lamborghini holten wir bereits zwei Siege am ‚Ring‘, daran wollen wir gerne anknüpfen“, sagt Teamchef Gottfried Grasser. Benjamin Hites (CHL) und der Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli (I/beide GRT Grasser-Racing-Team) liegen vor dem Heimspiel des Rennstalls auf Rang drei.
Am Red Bull Ring feiert mit Michael Joos der Teamchef des Team Joos by Racemotion sein Comeback in der Startaufstellung des ADAC GT Masters. Zuletzt fuhr er vor drei Jahren in der traditionsreichen GT-Serie des ADAC. In der Steiermark teilt er sich das Cockpit eines Porsche 911 GT3 R mit Engelhart. „Ich freue mich sehr, dass wir nun unsere beiden Porsche 911 GT3 R im ADAC GT Masters einsetzen. Als Team sind wir bereit, diesen Schritt zu gehen und ich bin sicher, dass wir den Doppeleinsatz perfekt meistern werden. Wir glauben an das ADAC GT Masters und wollen mit diesem Start ein Zeichen setzen. Für mich persönlich ist es eine Herausforderung, mich mit den Top-Piloten in der Serie zu messen“, erklärt Joos. FK Performance Motorsport setzt einen BMW M4 GT3 ein. BMW-Werksfahrer Spengler und Oosten bilden das Line-up beim Rennstall aus Bremen. Mit dem aktuellen GT3-Modell von BMW jubelte Schubert Motorsport im vergangenen Jahr über einen Doppelsieg in Österreich. DTM-Rennsieger Philip Ellis (D) pilotiert mit Petru Umbrarescu (RO/beide Haupt Racing Team) einen Mercedes-AMG GT3.
Dienstag, 19. September 2023
In den Alpen steigt die heiße Phase um den DTM-Meistertitel
- Tabellenführer Bortolotti kommt mit neun Punkten Vorsprung nach Spielberg
- Lokalmatador Preining will wieder an die Spitze und Heimsieg von 2022 wiederholen
- Drei Österreicher versprechen Fans auf dem idyllischen Alpenkurs eine tolle Show
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| Foto: Jens Hawrda |
Der Kampf um die DTM-Krone geht in die entscheidende Phase. Kommendes Wochenende (22. bis 24. September) wird der Red Bull Ring in Österreich zum siebten und vorletzten Tourstopp der populären Rennserie – das Titelrennen ist weiter völlig offen. Tabellenführer und Wahl-Österreicher Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini sowie Lokalmatador Thomas Preining (A) im Porsche wechselten sich zuletzt mehrfach an der Spitze ab. Darüber hinaus hat die bisherige Saison gezeigt, dass auch dahinter liegende Fahrer mit einem starken Wochenende zur Spitze aufschließen können. ProSieben zeigt die beiden DTM-Läufe live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung.
Keyfacts, Red Bull Ring, Spielberg, Saisonrennen 13 und 14 von 16
Streckenlänge: 4.318 Meter
Layout: zehn Kurven (sieben Rechts-, drei Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2022, Rennen 1: Nick Cassidy (Red Bull AlphaTauri AF Corse, Ferrari 488 GT3)
Sieger 2022, Rennen 2: Thomas Preining (KÜS Team Bernhard, Porsche 911 GT3 R)
Führungs-Duo weiter im Gleichschritt an der Spitze?
Die DTM 2023 begeistert mit viel Abwechslung an der Spitze. Zwölf Rennen haben bereits neun verschiedene Sieger mit Modellen aller im Feld vertretenen Hersteller geliefert. Als einziger Fahrer im Feld hat Bortolotti mehr als ein Rennen gewonnen und löste zuletzt nach seinem dritten Saisonsieg Preining an der Tabellenspitze ab. Sowohl die Lamborghini-Speerspitze als auch der Porsche-Werksfahrer überzeugten bisher nicht nur durch ihren Speed, sondern bewiesen auch unter schwierigen Umständen ihre Qualität und Kampfgeist. Mit einem Rückstand von neun Punkten auf Bortolotti reist Preining selbstbewusst zum Red Bull Ring: Vergangenes Jahr gewann der 25-jährige Österreicher vom Team Manthey EMA dort sein Heimspiel.
Mit einem Abstand von 31 Zählern auf die Spitze liegt Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 in Schlagdistanz, benötigt aber Top-Platzierungen, um in den Meisterschaftskampf eingreifen zu können. Immer enger wird es dagegen für den aktuellen Champion Sheldon van der Linde (ZA), der bereits 60 Zähler auf Bortolotti gutmachen muss. Gelingt dem Südafrikaner im BMW M4 GT3 der entscheidende Schritt auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Spielberg? Dort muss der 24-Jährige von Schubert Motorsport die Chance nutzen, um die Aufholjagd für die Mission Titelverteidigung einzuläuten. Luca Stolz (Brachbach) ist nicht nur bester Mercedes-AMG-Pilot, sondern neben Bortolotti der Mann der zweiten Saisonhälfte. In den letzten vier Rennen holte der 28-Jährige stolze 75 Punkte und will seinen Höhenflug auf dem Alpenkurs fortsetzen, wo er im vergangenen Jahr im zweiten Lauf Platz zwei belegte.
Die Lokalmatadoren
Drei Fahrer haben in der Steiermark ein Heimspiel. Der gebürtige Linzer Preining möchte seinen Erfolg aus dem vergangenen Jahr wiederholen und vor den heimischen Fans die Tabellenspitze zurückerobern. Lucas Auer aus Tirol hat einen Jubiläumssieg fest im Visier: „Der Red Bull Ring ist mein absolutes Saison-Highlight, die Vorfreude ist riesig. Ich stehe aktuell bei neun DTM-Siegen. Dort den zehnten Jubiläumserfolg zu holen, wäre natürlich überragend. Lange Zeit war ich der einzige Österreicher in der DTM. Es freut mich, dass mit Thomas Preining, Clemens Schmid und mir drei Top-Fahrer unser Land vertreten.“ Clemens Schmid, ebenfalls ein Tiroler, tritt für das GRT Grasser-Racing-Team an. Der Rennstall hat seinen Sitz in Sankt Margarethen bei Knittelfeld und liegt nur knapp zehn Kilometer vom Red Bull Ring entfernt. Beim Heimspiel wird das Team neben Schmid Lamborghini-Werksfahrer Andrea Caldarelli (I) einsetzen, der in Spielberg sein DTM-Debüt gibt. Eine kurze Anreise hat auch Bortolotti. Der Italiener lebt in Wien, rund 160 Kilometer vom Schauplatz des siebten Saisonstopps entfernt.
Berg-und-Talbahn vor idyllischer Kulisse
Der Red Bull Ring ist perfekt in die steierische Alpenlandschaft integriert und weist große Höhenunterschiede auf. Als schnellste Strecke im DTM-Kalender und mit der Kombination aus langen Geraden sowie schnellen Kurven hat der Kurs einiges zu bieten. Steigungen von zwölf und Bergab-Passagen mit einem maximalen Gefälle von 9,3 Prozent versprechen einen rasanten Ritt durch die Steiermark. „Was den Red Bull Ring klar von anderen DTM-Kursen unterscheidet, ist das Umfeld. Bei dieser perfekten Kulisse mit den Bergen und der Naturlandschaft fühlt sich einfach jeder wohl. Egal, ob Fan, Ingenieur oder wir als Fahrer“, erklärt Auer die Magie des idyllischen Alpenkurses.
Track Safari mit Finale am Red Bull Ring
Die Track Safari war bei ihrem Debüt am Nürburgring und der Fortsetzung auf dem DEKRA Lausitzring eine besondere Fan-Attraktion. In Spielberg gibt es zum letzten Mal in dieser Saison die Möglichkeit, in einer eigenen Session am Freitagnachmittag im Bus über den Kurs zu fahren und GT3-Boliden spektakulär, lautstark sowie mit hohem Speed vorbeiziehen zu sehen. Die traumhafte Naturlandschaft und die Hanglage des Red Bull Rings werden bei der Track Safari auf ihrer finalen Runde für einen besonderen Reiz sorgen. Auf der Strecke bieten neben der DTM das ADAC GT Masters, der BMW M2 Cup und der Porsche Carrera Cup Deutschland packende Rennaction. Zum zweiten Mal in diesem Jahr geht der Porsche Carrera Cup Benelux im Rahmen der DTM an den Start und feiert in Spielberg sein Saisonfinale.
Das IDM-Finale in Hockenheim ist für die Titelkandidaten kein Spaziergang
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| Foto: Jens Hawrda |
In Hockenheim setzt die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) traditionell ihren Schlusspunkt hinter die Saison. In diesem Jahr findet das große Finale im badischen Motodrom vom 22. bis 24. September statt. Zwei Titel sind bei der siebten und letzten Veranstaltung noch zu vergeben. In der Königklasse Superbike sowie auch in der IDM Supersport könnte es dabei kaum enger zugehen. Die Zuschauer erwartet ein Feuerwerk der Emotionen auf der Strecke, garniert von zahlreichen Attraktionen der Poolpartner BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha im Fahrerlager. Jeder Cent der reizvollen Eintrittstickets macht sich bezahlt.
Es ist alles angerichtet für ein Wochenende voller Spannung. Kann Florian Alt (D/Honda) in der IDM Superbike endlich den Titel für Honda holen? Für die Marke wäre es der erste Triumph nach 13 Jahren und ein Freudenfest nach vielen Entbehrungen. Das Brisante an der Entscheidung: Alt hätte den Sack schon zuletzt in Assen zumachen können, doch ein Sturz im zweiten Rennen machten alle Hoffnungen wieder zunichte. Die gedruckten Meister-T-Shirts blieben in der Verpackung. Stattdessen sind dem 27-Jährigen die Verfolger Ilya Mikhalchik (UKR/BMW), Patrick Hobelsberger (DEU/BMW) und Hannes Sommer (EST/Honda) in der Tabelle wieder näher gerückt. Auch wenn er noch 36 Punkte Vorsprung hat, darf bei Alt in Hockenheim nichts Gravierendes passieren. Die Erfahrung hat gelehrt, dass im Rennsport nichts unmöglich ist. Abgerechnet wird erst, wenn das zweite Rennen am kommenden Sonntag beendet ist. Dazu kommt, dass es in der Meisterschaft generell eng zugeht. Es ist davon auszugehen, dass es in den Top Ten und dahinter noch einige Platzwechsel gibt. Fahrer wie Bastien Mackels (NLD/Yamaha) und Leandro Mercado (ARG/Kawasaki) haben noch nicht das letzte Wort gesprochen.
In der IDM Supersport geht es noch enger zu. Der Niederländer Twan Smits (NLD/Yamaha) führt die Wertung mit 195 Punkten vor seinem Landsmann Melvin van der Voort (Yamaha) an, der 186 Punkte hat. Der Österreicher Andreas Kofler (Yamaha) verfügt über 182 Zähler. Smits und Kofler sind bis jetzt in jedem Rennen ins Ziel gekommen. Der Niederländer hat dabei drei Siege erreicht, Kofler hat ein Rennen gewonnen. Van der Voort hat sogar fünf Siege geholt, doch weil er in Oschersleben zwei Mal stürzte und dadurch in einen enormen Rückstand geriet, wurde es für den langmähnigen 18-Jährigen eine zähe Saison. Doch er will unbedingt Deutscher Meister werden, bevor er seinen Weg in der Weltmeisterschaft fortsetzt. Die Entscheidung, wer am Ende die Pokale bekommt, ist aber nicht allein Sache der drei genannten Fahrer, sondern zum Zünglein an der Waage dürften auch Thomas Gradinger (AUT/Yamaha) oder Luca de Vleeschauwer (BEL/Kawasaki) werden. Für die Favoriten wird der Weg zum Titel kein Spaziergang.
In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 ist der Titel schon vergeben. Der neue Meister heißt Inigo Iglesias (Kawasaki) und kommt aus Spanien. Die nachfolgenden Plätze werden Walid Khan, Dustin Schneider und Philipp Tonn unter sich ausmachen. Alle Drei fahren im Freudenberg-KTM-Paligo Racing-Team. Ihre Kollegen Lennox Lehmann und Dirk Geiger sind in Hockenheim nicht am Start, denn zeitgleich findet in Aragon die Supersport 300-Weltmeisterschaft statt, in der sie starten. Wie immer dürfte das IDM-Ergebnis äußerst knapp ausfallen. In der Nachwuchsklasse geht es um jeden Zentimeter und nicht selten trennen Sieger und Verlierer nur Tausendstelsekunden. Das Kräftemessen der Teenager ist Rennsport vom Feinsten.
Das ist nicht alles, was die Zuschauer am Wochenende erwartet. Im Rahmenprogramm der IDM starten diverse Cups. Die ganze Bandbreite an hochkarätigem Spitzensport bis hin zu den Talentschmieden der Zukunft ist im Angebot.
Und dabei bleibt die IDM auch weiterhin eine Serie zum Anfassen. Im Kauf eines Eintrittstickets ist automatisch der freie Zutritt zum Fahrerlager enthalten, in dem die Autogrammjäger voll auf ihre Kosten kommen. Worauf also noch warten? Die Eintrittspreise liegen zwischen 5,00 Euro für das Tagesticket am Freitag bis 35,00 Euro für die Karte für das ganze Wochenende.
Freitag, 15. September 2023
Lucas Auer: „Die Jungs haben mich nach Strich und Faden veräppelt“
- Österreicher vom Mercedes-AMG Team Winward vor seinen Heimrennen im Interview
- Auer spricht über seinen bedeutendsten DTM-Sieg und verrät, weshalb die Fans sich auf das Wochenende am Red Bull Ring freuen dürfen

Lucas Auer # 22 Mercedes-AMG Team Winward
Foto: Jens Hawrda
Über 130 DTM-Rennen und fast acht Saisons: Der Österreicher Lucas Auer zählt zu den erfahrensten Piloten im diesjährigen Starterfeld. Nach einem schwierigen Auftakt folgte eine ansteigende Formkurve mit zwei Podiumsplätzen am Nürburgring. Das nächste DTM-Rennwochenende auf dem Red Bull Ring (22. bis 24. September) wird für den 29-jährigen Tiroler zum Heimspiel. Im Interview erzählt der Mercedes-AMG Performance-Fahrer von der Motorsport-Begeisterung in Österreich, falschen Erwartungen in seiner Debüt-Saison und den Herausforderungen nach seiner Verletzung.
Dein Heimspiel auf dem Red Bull Ring steht an. Was erwartest du in Spielberg?
Meine Vorfreude auf den Red Bull Ring ist riesig! Das ist mein absolutes Saison-Highlight. Meistens hatte ich ziemlich coole Heimrennen und die österreichischen Fans feiern solche Events. Ich stehe aktuell bei neun DTM-Siegen. Den Jubiläumserfolg am Red Bull Ring zu holen, wäre natürlich überragend.
Was hat die Strecke in der Steiermark zu bieten?
Natürlich ist das Qualifying in der DTM sehr wichtig, aber es gibt auf dem Red Bull Ring auch im Rennen viele Überholmöglichkeiten. Was die Strecke aber klar von anderen unterscheidet, ist das Umfeld. Bei dieser perfekten Kulisse mit den Bergen und der Naturlandschaft fühlt sich einfach jeder wohl. Egal ob Fan, Ingenieur oder wir Fahrer.
Welche Rolle spielt Motorsport in deiner Heimat?
Die Österreicher sind ein Motorsport-verrücktes Volk. Lange Zeit war ich der einzige Österreicher in der DTM. Es freut mich, dass mit Thomas Preining, Clemens Schmid und mir drei Top-Fahrer unser Land vertreten. Ich finde es schon beeindruckend, wie viele super Piloten aus Österreich im GT-Sport weltweit unterwegs sind. In meiner Heimat ist man stolz auf uns Sportler, das spüre ich und ist toll zu sehen.
Wie bewertest du die bisherige Saison?
Grundsätzlich sehe ich die Saison positiv. Nach meinem Unfall in Daytona und der anschließenden Operation stand lange nicht fest, wann ich wieder fit sein würde. Ich bin sehr froh, dass alles rechtzeitig bis zum Saisonstart geklappt hat. Auch wenn ich beim Pre-Season-Test nicht dabei war und keine klassische Vorbereitung absolviert habe. Die ersten beiden Rennwochenenden in Oschersleben und Zandvoort haben wir uns extrem schwergetan, aber uns danach erfolgreich zurückgekämpft.
Wie erklärst du dir die Entwicklung?
Ich führe das teilweise schon auf meine Verletzung zurück, weil wir durch die fehlende Vorbereitung viele Dinge erst während der Saison ausprobieren konnten. Es gibt dieses Jahr einige Neuerungen, unter anderem den Pirelli-Reifen, der eine wichtige Rolle spielt. Zu Beginn fehlte uns da einfach die Erfahrung, dazu haben wir am Setup einige Dinge getestet. Irgendwann hat es dann bei mir endlich Klick gemacht und uns ist ein richtiger Sprung gelungen.
Aktuell stehst du bei neun DTM-Siegen. Welcher bedeutet dir am meisten?
Definitiv mein Debütsieg am Lausitzring in der Saison 2016, weil der für mich den Durchbruch bedeutete. Das war ein magischer Moment. Ehrlich gesagt, lag damals ziemlich großer Druck auf meinen Schultern. Ich wusste einfach, dass es irgendwann endlich klappen muss mit meinem ersten DTM-Erfolg. Wenn du als junger Fahrer nicht performst, bist du früher oder später raus. Das war damals aus meiner Sicht extremer als heute, weil zu der Zeit unglaublich viele Talente von hinten nachgerückt sind.
Du bist in deiner achten DTM-Saison. Welche Verbindung hast du zur Serie?
Die DTM ist meine sportliche Heimat. Hier bin ich zum Profirennfahrer gereift. Ich kann mich noch an meine erste Saison erinnern. Damals zählten unter anderem große Namen wie Mattias Ekström, Timo Scheider oder Gary Paffett zum Starterfeld. Mittlerweile selbst so lange dabei zu sehen, fühlt sich unglaublich an. Die DTM ist die härteste GT3-Serie der Welt. Hier treffen die besten Fahrer und Teams aufeinander. Sobald du einen Fehler machst, bist du weg vom Fenster. Diese Competition macht einfach Spaß.
Mit welchen Erwartungen bist du 2015 in deine erste DTM-Saison gegangen?
Ich war immer etwas erfolgsverwöhnt und habe gedacht, in der DTM wird es schon ähnlich laufen. Ich geh da rein und hau die weg. Die Jungs haben mich auf der Strecke aber nach Strich und Faden veräppelt. Für mich war das eine völlig neue Welt. Ich musste erstmal lernen, wie man in so einem großen Team überhaupt arbeitet. Die ersten Rennen waren richtig taff, aber dann habe ich mich reingearbeitet. Am Nürburgring stand ich sogar auf der Pole-Position, also hatte ich durchaus den Speed.
Welche Ratschläge hast du mit deiner Erfahrung aus über 130 DTM-Rennen für junge Nachwuchspiloten?
Natürlich brauchst du im Motorsport Budget, aber als junger Fahrer musst du mehr Arbeitsmoral als deine Konkurrenten mitbringen. Ich bin überzeugt, dass sich Leistung am Ende immer durchsetzt. Dadurch werden Sponsoren oder Hersteller auf einen aufmerksam. Wer es unbedingt schaffen will und das nötige Talent besitzt, findet einen Weg. Außerdem muss man schnell aus seinen Fehlern lernen, denn ewig Zeit hast du nicht.



