Sonntag, 20. August 2023

Mercedes-AMG triumphiert im Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany

  • Bulatov/de Fulgencio holen zweiten Saisonsieg für BCMC powered by EastSide
  • Mit Mercedes-AMG, Porsche und Aston Martin drei Marken auf dem Podium
  • Nächster Trophy-Sieg für Marat Khayrov

Bulatov/de Fulgencio #4, Mercedes AMG GT4
Foto: Jens Hawrda

Wie bereits am Vortag bot auch das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem DEKRA Lausitzring spannende Action und tolle Unterhaltung. Am Ende eines aufregenden Rennens nahmen Fahrzeuge von drei verschiedenen Marken die Plätze auf dem Podium ein. Es siegten Denis Bulatov (24/Köln) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) im Mercedes-AMG GT4. Für Bulatov ist es der zweite Saisonsieg 2023; für seinen neuen Teamkollegen de Fulgencio der erste. Rang zwei ging an das Porsche 718 Cayman GT4-Duo David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport) vor Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing). Die drittplatzierten Aston Martin Vantage GT4-Piloten reisen somit als Tabellenführer zum nächsten Saisonlauf Mitte September auf dem Sachsenring.

Das Rennen hatte zunächst Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) in einem weiteren Porsche von AVIA W&S Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Youngster gewann den Start und führte das 27 Wagen starke Feld auch die ersten rund 15 Minuten an. Dann kam es zu einer Kollision mit dem zweitplatzierten Mercedes-AMG von Bulatov, die letztendlich den Ausfall für Zulauf bedeutete. Bulatov setzte sich im weiteren Rennverlauf an der Spitze ab und baute einen Vorsprung von rund sieben Sekunden auf. Mann der ersten Rennhälfte war BMW M4 GT4-Fahrer Gabriele Piana (36/ITA, Hofor Racing by Bonk Motorsport), der von Startplatz acht bis auf die zweite Position nach vorne fuhr. Fittje belegte im Porsche Rang drei.

Durch den großen Vorsprung lag auch Bulatovs Teamkollege de Fulgencio nach den Fahrerwechseln an der Spitze. Der Spanier drehte unbeeindruckt seine Runden und überquerte auf Position eins die Ziellinie. Der Mercedes-AMG wurde nach dem Rennen noch mit einer Zeitstrafe für die Kollision zwischen Bulatov und Zulauf belegt, was jedoch keine Auswirkung auf den Rennsieg hatte.

Pianas Teamkollege Marat Khayrov (36/KGZ) konnte nicht ganz den Speed der Führungsgruppe gehen und wurde rund 20 Minuten vor Ende von Fittjes Partner Jahn überholt, der seinen Porsche im Anschluss zu Rang zwei fuhr. Wenig später überholte auch Hugo Sasse im Aston Martin den BMW von Khayrov. Somit waren die ersten drei Plätze im Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring zementiert.

Vierte wurden beim Heimspiel ihres Rennstalls BWT Mücke Motorsport Emil Gjerdrum (16/NOR) und Alexander Connor (19/UAE), die zudem auch die Junior-Wertung gewannen. Rang fünf ging an Sami-Matti Trogen (21/FIN) und Enzo Joulié (19/FRA, beide Walkenhorst Motorsport) im BMW vor den Mercedes-AMG-Fahrern Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group).

Marat Khayrov fiel noch bis auf die final siebte Position zurück, konnte sich aber über den Triumph in der Trophy-Wertung freuen. Platz acht sicherten sich Mohan Ritson (21/GBR) und Tom Wood (21/GBR, beide FK Performance Motorsport) im BMW vor den Markenkollegen Maxime Oosten (19/NLD) und Michal Makes (23/CZE, beide Project 1). Die Top Ten komplettierten Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche.

Stimmen nach dem Rennen

Denis Bulatov - Sieger für BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport

„Es war das fast perfekte Rennen für uns. Die Situation mit Finn Zulauf müssen wir noch genau analysieren. Im Anschluss habe ich so sehr gepusht wie ich konnte, um einen möglichst großen Vorsprung herauszufahren. Marc hat dann einen perfekten Job gemacht. Der Triumph gebührt dem Team, das uns wieder ein mega Auto gegeben hat. Das Feld in der ADAC GT4 Germany ist extrem stark. Wir schauen weiter in Richtung des Titels.“

Marc de Fulgencio - BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport

„Ich bin überglücklich - denn zu gewinnen, ist immer etwas Spezielles. Das Team hat mir die Möglichkeit gegeben, nun hier in der Serie zu fahren. Somit investiere ich alle Anstrengungen, damit Denis sein großes Saisonziel erreicht. Mein Stint war alles andere als langweilig. Ich habe wie verrückt Gas gegeben, um das Potenzial des Autos und des Teams aufzuzeigen.“

David Jahn - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Jannes hatte ein tolles Qualifying absolviert. Das war die Grundlage für das Podiumsergebnis im Rennen. BMW und Mercedes-AMG waren bei den heutigen Temperaturen einfach zu stark. Doch wir haben das Rennen gut durchgezogen und am Ende einen starken zweiten Platz mit nachhause genommen. Das war sehr wichtig, da wir zuletzt etwas Pech hatten.“

Jannes Fittje - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Mein Start war solide. Ich wollte zunächst kein Risiko eingehen. Mit dem Porsche ist es bei den heißen Temperaturen recht schwierig, im Rennen auf Pace zu sein. Ich bin aber auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis. Wir müssen nun schauen, dass wir am Sachsenring und in Hockenheim Vollgas geben, damit wir noch die Chance haben, um den Titel zu kämpfen.“

Hugo Sasse - Platz drei für Prosport Racing

„Wir haben versucht, alles zu geben und eine super Performance gezeigt. Mike konnte sich von Startplatz elf recht gut vorarbeiten. Wir wussten, dass unser Reifenverschleiß an diesem Wochenende sehr gut sein würde. Wir sind insgesamt sehr happy. Als Team haben wir einen grandiosen Job gemacht. Platz drei fühlt sich mehr oder weniger wie ein Sieg an. Jetzt freuen wir uns auf den Sachsenring.“

Mike David Ortmann - Platz drei für Prosport Racing

„Das Podium war alles in allem doch unerwartet. Denn wir hatten in der Qualifikation einige Probleme. Dafür lief es im Rennen umso besser. Auf den Geraden ging eigentlich gar nichts, doch mit ein paar cleveren Moves kam ich ganz gut nach vorne. Wir hatten eine super Strategie. Das Auto war wieder einmal mega. Ich bin richtig zufrieden mit dem Team. Wir haben das Maximale herausgeholt.“

Mirko Bortolotti nach zweitem Saisonsieg neuer Tabellenführer

  • Lamborghini-Pilot übernimmt nach fehlerlosem Rennen Führung in der DTM
  • Ricardo Feller liefert sich bis zum Schluss mitreißendes Duell mit dem Italiener
  • Luca Stolz feiert am DEKRA Lausitzring zweiten Podiumsplatz der Saison

Mirko Bortolotti nach Sieg am Lausitzring neuer Tabellenführer der DTM
Foto: Jens Hawrda

Mirko Bortolotti (I) hat am Sonntag auf dem DEKRA Lausitzring nach einem hochspannenden zehnten Meisterschaftslauf seinen zweiten Saisonsieg in der DTM eingefahren. Über die nahezu komplette Renndauer musste der Italiener im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 die Angriffe seines ständig attackierenden Verfolgers Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 abwehren. Nach 45 fehlerlosen Runden überquerte der 33-Jährige vom Team SSR Performance als Erster die Ziellinie und verriet danach: „Das war eines der intensivsten Rennen, das ich je in meiner Karriere gefahren bin. Ricardo Feller hat bis zur letzten Runde Druck gemacht. Ich wusste genau, dass er beim kleinsten Fehler von mir in die Lücke reinsticht. Durch den Sieg reisen wir als Tabellenführer nach Hause. Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen genauso weitermachen.“ Der Schweizer Feller belegte mit einem Rückstand von 0,353 Sekunden Rang zwei. Luca Stolz sicherte sich nach einer starken zweiten Rennhälfte im Mercedes-AMG GT3 Platz drei und stand damit zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Insgesamt 43.000 Besucher erlebten am Lausitzring den Start in die zweite Saisonhälfte der DTM und sahen bei hochsommerlichen Temperaturen aufregenden Motorsport.

Keyfacts, Lausitzring, Saisonrennen 10 von 16

Streckenlänge: 3.478 Meter

Wetter: 30 Grad, sonnig

Pole-Position: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #92), 1:20,901 Minuten

Sieger: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #92)

Schnellste Rennrunde: Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT, Mercedes-AMG GT3 #4), 1:21,174 Minuten

Nach dem Start zum zehnten DTM-Lauf deutete zunächst nichts auf einen packenden Zweikampf an der Spitze hin. Pole-Setter Bortolotti führte das Feld mit über einer Sekunde Vorsprung vor Feller an, dahinter lagen die Lamborghini-Piloten Clemens Schmid (A) und Franck Perera (F) auf den Plätzen drei und vier. Tabellenführer Thomas Preining (A) vom Team Manthey EMA folgte auf Rang fünf. In der 18. Runde erlebten die Zuschauer auf den Tribünen den ersten Aufreger: Perera bremste zu spät und fuhr in den vor ihm liegenden Schmid. Beide Piloten mussten daraufhin ihr Fahrzeug abstellen.

Währenddessen war Feller immer näher an den führenden Bortolotti herangerückt und startete nach dem Pflicht-Boxenstopp eine Attacke nach der anderen. Dahinter übernahm Stolz nach einem starken Überholmanöver gegen Preining Platz drei, konnte zum Führungs-Duo jedoch nicht aufschließen. An der Spitze lieferten sich Bortolotti und Feller einen packenden Zweikampf bis zum Schluss, den der nervenstarke Italiener für sich entschied. Mit seinem zweiten Saisonerfolg übernahm der 33-Jährige die Tabellenspitze in der DTM und rangiert mit einem Vorsprung von sieben Punkten vor dem bisherigen Gesamtführenden Preining, der hinter Stolz Vierter wurde. Preinings Teamkollege Dennis Olsen (N) steuerte den zweiten Porsche 911 GT3 R unter die Top-Fünf.

Lucas Auer (A) sammelte im Mercedes-AMG GT3 als Sechster wieder wichtige Meisterschaftspunkte. Ferrari-Pilot Jack Aitken (GB) vom Team Emil Frey Racing musste sich nach seinem ersten DTM-Sieg am Samstag mit Platz sieben zufriedengeben. Kelvin van der Linde (ZA) verbesserte sich um fünf Ränge und wurde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 Achter. Thierry Vermeulen (NL) zeigte erneut eine starke Leistung und beendete das Rennen im Ferrari 296 GT3 auf Platz neun. Eine beeindruckende Aufholjagd gelang Routinier Marco Wittmann (Fürth). Der BMW-Pilot war auf Rang 22 gestartet, machte zwölf Ränge gut und komplettierte die Top-Ten.

Stimmen nach dem Rennen

Ricardo Feller: „Das Duell mit Mirko Bortolotti war unfassbar. Im Infield konnte ich immer wieder dicht heranfahren, aber auf der Geraden gab es leider keine Chance. Natürlich hätte ich gern gewonnen, aber Mirko hat einfach keinen Fehler gemacht. In der Gesamtwertung geht es extrem eng zu, daher freue ich mich über die Punkte für den zweiten Platz.“

Luca Stolz: „Von Platz sechs aufs Podium, das war ein super Rennen für mich. Entscheidend war unser früher Boxenstopp. Mit dem neuen Satz Reifen hatte ich einen richtig guten Speed. Natürlich habe ich das Duell meiner Vorderleute genau beobachtet und bis zum Schluss auf eine Attacke von Ricardo Feller gehofft, damit ich als lachender Dritter vielleicht davon profitieren kann.“

Ergebnis, 2. Rennen, DEKRA Lausitzring (Top-Five)

1. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)

2. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +0,353 Sekunden

3. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +1,542 Sekunden

4. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +4,012 Sekunden

5. Dennis Olsen (N/Manthey EMA), +9,660 Sekunden

Stefan Mücke feiert beim Heimspiel in der Lausitz einen Doppelsieg

  • Die DTM Classic ließ auf dem DEKRA Lausitzring die ‚alte DTM‘ aufleben
  • Lokalmatador Stefan Mücke feierte in Rennen zwei einen Start-Ziel-Sieg
  • Revanche im BMW-Duell: Marc Hessel verweist Yannnik Dinger auf Platz drei

Auch am Sonntag auf Platz 1: Stefan Mücke
Foto: Jens Hawrda

Stefan Mücke war in Rennen zwei der DTM Classic auf dem DEKRA Lausitzring das Maß der Dinge: Der Berliner, der bereits am Samstag das erste Rennen der Tourenwagen Legenden für sich entschieden hatte, war mit seinem Ford Sierra RS500 von BWT Mücke Motorsport auch am Sonntag nicht zu stoppen und feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Souverän verwies er die beiden BMW-Piloten Marc Hessel und Yannik Dinger auf die Plätze zwei und drei.

Mücke war an der Spitze des Felds weitestgehend konkurrenzlos. Mit dem rund 450 PS starken Ford Sierra RS500 von 1990 konnten die Mitstreiter nicht mithalten. Das erhoffte Duell mit Stefan Rupp im Audi A4 DTM von 2007, der nach einem technischen Defekt in Rennen eins die Segel streichen musste, blieb leider aus. „Schade, dass Stefan nicht starten konnte“, sagte Mücke. „Wir haben gestern Abend noch versucht, ihm bei der Lösung des Problems zu helfen. Das hat aber leider nicht geklappt.“ Auch ohne Zweikämpfe war Mücke am Ende des Wochenendes zufrieden: „Auf meiner Heimstrecke im Rahmen der DTM so ein tolles Auto zu pilotieren, das ist schon etwas ganz Besonderes. Ich hatte eine Menge Spaß und ich glaube, die Zuschauer auch.“

Ein packendes Duell lieferten sich hingegen erneut DTM-Zeitzeuge Marc Hessel und Yannik Dinger. Beide Fahrzeuge verfolgen vollkommen unterschiedliche Konzepte, sind von der Leistung her dennoch nicht weit voneinander entfernt. Während Hessel auf einen BMW 320is E30 Baujahr 1988 setzt, fährt Dinger einen den STW-Boliden nachempfundenen BMW 328i E36 von 1991, der mit Bioethanol betrieben wird.

„Heute lief es für mich besser“, sagte Hessel. „Nachdem wir gestern Probleme mit den Reifen hatten, konnte ich heute über den 30-minütigen Rennverlauf deutlich besser haushalten und war so in der Lage, Yannik hinter mir zu halten.“ Die Enttäuschung stand Dinger ins Gesicht geschrieben: „Ich hatte mir von dem Rennen etwas mehr versprochen. Aber in den ersten Runden konnte ich Marc nicht halten. Danach blieb mein Rückstand konstant, aber ich hatte keine Möglichkeit, anzugreifen.“ Am Ende überwog trotzdem die Freude über Platz drei: „Zwei Podestplätze an einem Wochenende und wichtige Punkte für die Meisterschaft – das ist schon ganz gut.“

Peter Nickel pilotierte, wie bereits am Vortag, das schnellste Klasse-1-Fahrzeug auf Rang vier. Mit dem Opel Calibra von 1995 verwies er Klaus Peter im Audi V8 auf Rang fünf. Dahinter lieferten sich drei Piloten mit BMW M3 E30 über den kompletten Rennverlauf einen spannenden Kampf um den Sieg in Klasse 3. Thomas Ardelt hatte am Ende die Nase vorne und wurde Sechster vor Dr. Sebastian Haas und Hans-Robert Holzer. Heinz F. Pott (BMW M3 E30) und Carsten Welschar (Opel Kadett E GSI) komplettierten die Top-10-Positionen.


Mirko Bortolotti holt Pole für Rennen 2 am Lausitzring

Mirko Bortolotti # 92, Lamborghini Huracàn GT3 Evo2
Foto: Jens Hawrda

Mirko Bortolotti (I) ist auf dem Weg an die DTM-Spitze. Der Gesamtzweite fuhr am Sonntagmorgen beim zweiten Qualifying auf dem DEKRA Lausitzring im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance die schnellste Runde und hat mit seiner vierten DTM-Pole die Tabellenführung im Visier.

„Ich bin glücklich, dass wir anders als zu Beginn der Saison jetzt unser Potenzial zeigen. Mit der Pole-Position konnten wir an unsere gute Form vom Samstag anknüpfen. In der DTM gibt einem das aber keine Garantie für den anstehenden Lauf. Trotzdem fühlt sich das Ergebnis sehr gut an und das Ziel ist natürlich, als erster Fahrer in dieser Saison ein zweites Rennen zu gewinnen“, sagte Bortolotti, der mit dem Gewinn des Pirelli Pole Position Award zusätzliche drei wichtige Punkte einstrich. Neben dem Italiener steht Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline in der ersten Startreihe. Dritter des Zeittrainings wurde mit Clemens Schmid (A) vom GRT Grasser-Racing-Team ein weiterer Lamborghini-Fahrer. Bortolottis Teamkollege Franck Perera (F) steuerte einen dritten Boliden des italienischen Herstellers auf Platz vier. Bester Porsche-Pilot war Tabellenführer Thomas Preining (A) vom Team Manthey EMA als Fünfter. Der Österreicher muss bei einem Vorsprung von nur fünf Punkten auf Pole-Setter Bortolotti Boden gut machen, um die Tabellenspitze zu verteidigen.

Im zweiten Qualifying am Sonntagmorgen gingen die Fahrer bei im Vergleich zum Samstag niedrigen Temperaturen von 23 Grad Celsius früh auf die Strecke, um die Pirelli-Reifen anzuwärmen. Doch als die Jagd nach der Bestzeit begann, wurde das Zeittraining wegen eines Ausritts von Alessio Deledda (I) unterbrochen. Nach der Bergung seines Fahrzeugs hatten die Piloten nur noch rund fünf Minuten Zeit, um mit den wieder abgekühlten Reifen eine schnelle Runde zu erzielen. So purzelten die Topzeiten erst kurz vor Schluss, immer wieder gab es neue Spitzenreiter. Bortolotti sicherte sich die Pole-Position in seinem elften Umlauf Sekunden vor Ende des Qualifyings und war der einzige Fahrer, der unter 1:21,000-Minuten blieb. Trotz der herausfordernden Umstände beendeten die besten 25 Fahrer das Zeittraining am Lausitzring innerhalb von einer Sekunde.

Der zehnte Meisterschaftslauf wird am heutigen Sonntag um 13:30 Uhr gestartet. 

Ergebnis Qualifying, 2. Rennen, DEKRA Lausitzring (Top-Five)

1. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), 1:20,901 Minuten

2. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +0,133 Sekunden

3. Clemens Schmid (A/GRT Grasser-Racing-Team), +0,143 Sekunden

4. Franck Perera (F/SSR Performance), +0,216 Sekunden

5. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +0,252 Sekunden

Stefan Mücke feiert Heimsieg auf dem DEKRA Lausitzring

  • Mücke begeistert bei der DTM Classic mit spektakulären Driftwinkeln
  • DTM-Fans genießen Zeitreise mit den Tourenwagen Legenden
  • Yannik Dinger und Marc Hessel liefern sich packendes Duell um Platz zwei

Stefan Mücke, Ford Sierra RS500
Foto: Jens Hawrda

Heiße Kisten bei heißen Temperaturen – Rennen eins der DTM Classic war für die Besucher auf dem DEKRA Lausitzring ein Garant für gute Unterhaltung. Die Tourenwagen Legenden boten eine faszinierende Zeitreise in die Geschichte der DTM mit Rennfahrzeugen aus drei Dekaden. Souveräner Sieger war nach 30 Minuten Lokalmatador Stefan Mücke, gegen den im Ford Sierra RS500 kein Kraut gewachsen war. Mit einem Vorsprung von 1:04,426 Minuten wurde der Berliner vor Yannik Dinger abgewinkt, der sich über den kompletten Rennverlauf ein spannendes Duell mit Marc Hessel um die weiteren zwei Podestplätze lieferte.

Vom Start weg dominierte zunächst Polesitter Stefan Rupp im Audi A4 DTM das Geschehen. Im bärenstarken Klasse-1-Boliden von 2007 setzte er sich an der Spitze des Feldes direkt ab. Nach neun Runden musste Rupp das Fahrzeug allerdings mit einem technischen Defekt vorzeitig abstellen. Mücke übernahm Platz eins und man merkte ihm sichtlich an, dass er großen Spaß hatte, den PS-starken Sierra um den 3,478 Kilometer langen Kurs zu jagen. Mit satten Flammen aus dem Sidepipe-Auspuff und spektakulären Drifts dank abbauender Reifen begeisterte er die Zuschauer und fuhr zum Sieg.

„Das war ganz schön heiß heute im Auto“, gestand er nach dem Rennen. „Natürlich habe ich von dem Ausfall von Stefan Rupp profitiert. Erst merkte ich, dass er langsamer wurde, dann hat er leider die Box angesteuert. Morgen wird er das Rennen sicherlich von hinten aufnehmen und dann wird es am Ende vorne sehr spannend.“ Rupp räumte mit gewohnter Selbstironie ein: „Ich kam, sah und siegte am Ende nicht. Ich dachte, das wird ein schöner Nachmittag und hatte mich schon auf das Treppchen gefreut, als plötzlich Rauch im Auto war. Ein Schlauch der Servopumpe war geplatzt. Hoffentlich können wir das bis morgen reparieren, dann greife ich wieder an.“

Von Beginn an duellierten sich Marc Hessel im BMW 320is E30 von 1988 und Yannik Dinger im BMW 328i E36 (1991) um die Verfolgerpositionen. Ex-DTM-Fahrer Hessel konnte seinen Kontrahenten bis Runde 15 hinter sich halten, musste sich dann aber in der Kurvenkombination Richtung Start-Ziel geschlagen geben. Zwar versuchte er beim Anbremsen von Kurve eins noch einen Konter, der endete aber in einem kapitalen Verbremser. Dinger behielt den Überblick und vermied eine Kollision. Im Ziel trennten beide Fahrer 2,188 Sekunden.

„Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Hessel. „In den Trainings hatten wir noch Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Jetzt im Rennen sind wir bei über 40° C Streckentemperatur deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Am Ende ging nichts mehr.“ Für seinen jungen Kontrahenten Dinger fand er lobende Worte: „Ein großes Kompliment an Yannik. Wir haben uns einen sehr guten Fight geliefert und er hat Ausdauer bewiesen. Das war im Gegensatz zu der Hitze im Auto sehr cool.“ Dinger war nach dem Rennen überwältigt: „Das war brutal genial – unser Zweikampf, einfach mega. Ich bin komplett fertig, sprachlos und hoffe, dass es morgen so weitergeht.“

Hinter dem Spitzentrio pilotierte Peter Nickel den schnellsten Klasse-1-Boliden auf Rang vier ins Ziel. Im Opel Calibra von 1995 verwies er Thomas Ardelt im schnellsten Klasse-3-Fahrzeug auf Platz fünf. Die Top-10-Positionen komplettierten Klaus Peter (Audi V8), Hans-Robert Holzer (BMW M3 E30), Dr. Sebastian Haas (BMW M3 E30), Carsten Welschar (Opel Kadett E GSI) sowie Martin Kowalzyk (Opel Omega Evolution 500).