Sonntag, 13. August 2023

GERT56: In Punkten drei Podeste am Red Bull Ring

Bei der fünften Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) konnten Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger in Punkten drei Podestplätze einsammeln. Da das Bonovo action Team aus der FIM Superbike World Championship mit dem US-Amerikaner Garrett Gerloff und dem Franzosen Loris Baz jeweils Sieg und Rang zwei auf BMW M 1000 RR Maschinen holte, aber die beiden Gaststarter nicht punktberechtig sind, rückten die GERT56-Mannen in der Tabelle nach vorn. Finsterbusch holte auf der Strecke zwei vierte Plätze, Hobelsberger wurde ein Mal Fünfter und ein Mal Neunter (Punkte für sieben und drei). Jan-Ole Jähnig sammelte einen 13. und 14. Platz auf der Strecke und Punkte für die Ränge neun.

Es waren Schwimmfestspiele am Red Bull Ring. Von Beginn des Wochenendes an hatte es quasi durchgängig bis ins Warmup am Sonntagmorgen geregnet. Zwar waren es einheitliche Bedingungen, dennoch stellten diese die GERT56-Piloten vor einige Herausforderungen. Finsterbusch hatte zum Beispiel zuletzt 2021 eine trockene Runde am Spielberg fahren können. Für Hobelsberger und Jähnig war dagegen alles neu: Beide fuhren erstmals mit dem 1000ccm starken Superbike im Nassen und auf dem Red Bull Ring. Alle drei meisterten die Bedingungen und steigerten sich von Session zu Session und Runde zu Runde. 

Im Qualifying erkämpfte sich Finsterbusch mit 1,064 Sekunden Rückstand den sechsten Startplatz, Hobelsberger wurde 14., Jähnig 15. 

Im ersten Lauf fanden die Piloten eine nasse Strecke vor und gingen daher alle mit Full-Wet-Pirellis an den Start. Im Laufe der Hatz sollte es allerdings auftrocknen und daher galt es für alle in erster Linie, sich das schwarze Gold einzuteilen. Nach wenigen Runden musste nach einem Sturz abgebrochen werden. Schließlich wurde über acht Runden noch einmal neu gestartet. Finsterbusch kämpfte sich stetig nach vorn und landete am Ende auf Rang vier, nur eine reichliche Sekunde hinter Philipp Steinmayr. Finsterbusch erntete dafür die Punkte für Rang zwei. Auch für Hobelsberger gab es nur einen Weg – den nach vorn. Am Ende war er noch in einen Dreikampf um Rang neun verwickelt, den er für sich entscheiden konnte. Bei ihm wurden es die Punkte für Rang sieben. 

Im zweiten Lauf fanden die Piloten der IDM Superbike erstmals am Wochenende trockene Bedingungen vor. Die Renndistanz wurde daher auf 13 Runden gekürzten, dafür bekamen die Akteure zwei Warmup Runden. Aufgrund der Reversed-Grid-Regelung konnte Finsterbusch von der Pole-Position aus los fahren, Hobelsberger von sechs aus Reihe zwei. Erneut machten sich vorn die Gastfahrer aus der Superbike-Weltmeisterschaft aus dem Staub, doch dahinter kämpfte Finsterbusch, der zunächst am Start noch als Erster hatte einbiegen können, das ganze Rennen über mit Lokalmatador Steinmayr um den Punkte-Sieg und das letzte Treppchen. Dies verpasste Finsterbusch schließlich als Renn-Vierter um gerade mal 0,554 Sekunden. Und dabei hatte der Krostitzer noch „Glück“, denn um 0,116 Sekunden konnte er Teamkollege Hobelsberger hinter sich halten. Jähnig bekam endlich seine ersten Trockenrunden auf dem Superbike auf dem Red Bull Ring und landete im Ziel auf Zwölf, nur 0,061 Sekunden hinter Max Schmidt. 

In der Tabelle der IDM Superbike liegt Toni Finsterbusch mit jetzt 120 Punkten nur noch sieben Zähler hinter Hannes Soomer auf Rang zwei und 61 Punkte hinter Leader Florian Alt. Auf seinen Teamkollegen Hobelsberger (117) auf Rang vier hat er drei Punkte Vorsprung. Jähnig hat 61 Punkte gesammelt und ist in die TopTen eingezogen. 

Toni Finsterbusch:

„Mit dem Wochenende kann ich zufrieden sein. Auf der einen Seite ist es zwar schon schade, dass ich im zweiten Lauf den dritten Platz nicht heim bringen konnte und mich auf der letzten Runde geschlagen geben musste. Aber ich konnte zwei Mal die Punkte für Platz zwei mitnehmen, also insgesamt 40 Punkte, das ist definitiv sehr gut. Vom Wetter hatten wir alles dabei: Freitag und Samstag komplett regen, das erste Rennen auf leicht abtrocknender Strecke mit Regenreifen – was gar nicht mein Spezialgebiet ist, da war ich dann wirklich zufrieden mit Platz vier. Das bedeutete dann die Pole für den zweiten Lauf. Auf dem Red Bull Ring bin ich aber seit 2021 keine trockene Runde mehr gefahren gewesen, da war ich dann doch etwas nervös. Ich konnte den Start gewinnen und habe versucht, für mich eine vernünftige Pace zu finden. Das ist mir eigentlich ganz gut gelungen, auch wenn unser Setup natürlich nicht ganz ideal war. Das Problem hatten ja aber die meisten, es waren nur einige wenige hier testen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Ich hatte auch einen schönen Fight mit Loris Baz aus der Superbike WM, das hat richtig Spaß gemacht. Die vielen Kilometer im Regen haben auch Spaß gemacht und kommen uns bestimmt noch mal entgegen.“

Patrick Hobelsberger:

„Der Red Bull Ring ist eine meiner Lieblingsstrecken und ich konnte zuvor hier auch trainieren und gute Ergebnisse erzielen. Daher hatte ich mir schon etwas Großes für das Wochenende erhofft. Es hat dann aber viel geregnet und für mich war es das erste Mal mit dem Superbike im Nassen. Es war nicht einfach, aber es wurde mit jeder Session besser und besser. Im ersten Quali wurde ich Zwölfter, was schon gut für Regen war. Im zweiten konnte ich mich dann nicht mehr steigern, weil ich über einen Wasserlauf einen Fehler machte. Somit musste ich von 14 ins Rennen. Mein erster Start war gut und ich war direkt Elfter. Ich wollte in die Top-Neun kommen, um das Reveresed-Grid nutzen zu können. Da die Strecke auftrocknete, war es wichtig, die Regenreifen nicht kaputt zu fahren. Das habe ich ganz gut hinbekommen und konnte am Ende Neunter werden und meinen Meisterschaftsrivalen Hannes Soomer noch schlagen. Ohne die Gaststarter aus der WorldSBK gab es für mich Punkte für Platz sieben. In der Besichtigungsrunde zu Lauf zwei habe ich einen technischen Defekt bemerkt. Das Problem war so groß, dass wir es in der Startaufstellung nicht beheben konnten. Ich musste daher damit leben und nur versuchen, noch ein paar Punkte mitzunehmen. Es war endlich trocken und ich wollte eigentlich meine wahre Pace zeigen, aber das war von Anfang an schon gegessen. Durch einen noch nicht genau lokalisierten Defekt im Bereich Motorbremse/Kupplung, war das Motorrad besonders beim Anbremsen schwierig zu beherrschen. Ich habe trotzdem alles versucht, das Problem zu umfahren. Am Ende konnte ich Rang fünf ins Ziel retten. Das Ergebnis ist dann halt sehr schade, wenn man die ganze Mühe und den Einsatz vom Team, das ganze Herzblut und den Aufwand, der in diesem Projekt steckt, bedenkt und was drin hätte sein können. Punkte habe ich für das Podest bekommen, denn ohne die Gaststarter Gerloff und Baz war ich Dritter. Damit liege ich nur zehn Punkte hinter dem Vize-Posten in der Meisterschaft, das ist hoffentlich noch machbar.“

Jan-Ole Jähnig:

„Für mich war das ein Worst-Case-Szenario und das schwierigste Wochenende für mich, da wir von Freitag bis Sonntagfrüh fast durchgängig Regen hatten. Das war für mich gut und schlecht zugleich. Auf der einen Seite hatte ich ja null Erfahrung mit dem Superbike im Regen und bin allgemein in meiner Karriere noch nicht so viel im Nassen gefahren. Da war es eigentlich nicht schlecht, für Regen mal ein Basis-Setup zu finden. Ich war gar nicht so schlecht unterwegs – und noch nie so gut im Regen. Da war ich mit Startposition 15 schon zufrieden – nur drei Sekunden hinter der Spitze war das verkraftbar. Sonntag war dann alles bisschen anders. Im ersten Rennen ist es abgetrocknet und unsere Abstimmung hat nicht richtig gut gepasst, ich bin auch nicht schneller gewesen, als im strömenden Regen. Im zweiten Rennen war es dann trocken und das hat mehr Spaß gemacht zum Fahren. Da habe ich dann aber gemerkt, dass mir die Trainingszeit im Trockenen fehlt. Ich bin zwar gut rein gekommen, stand dann aber ziemlich schnell an meiner Zeit an. Es war ein solides Wochenende, an dem ich viel lernen konnte. Ich hoffe jetzt, dass es in Assen nicht so nass wird.“

Mittwoch, 9. August 2023

Lucas Auer und Mercedes-AMG feiern DTM-Podiumserfolge auf dem Nürburgring

  • Lucas Auer wird nach eindrucksvoller Aufholjagd Zweiter im Samstagsrennen
  • Weiterer Podestplatz für die #22 und das Mercedes-AMG Team WINWARD am Sonntag
  • Fünf Mercedes-AMG Fahrer sichern sich wichtige Meisterschaftspunkte
  • Maro Engel belegt nach acht von 16 Rennen Rang fünf in der Fahrerwertung

Lucas Auer, #22 Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team WINWARD
Foto: Mercedes-Motorsport

Mit einer konzentrierten und fehlerfreien Vorstellung im Samstagslauf haben sich Lucas Auer (AUT) und das Mercedes-AMG Team WINWARD auf der Nürburgring Sprintstrecke ihren ersten Podestplatz in dieser DTM-Saison gesichert. Beim siebten Saisonrennen passierte der amtierende Fahrer-Vizemeister die Ziellinie nach einer herausragenden Aufholjagd als Zweiter. Dabei war Lucas Auer zunächst von Position acht in den einstündigen Lauf auf dem 3,629 Kilometer langen Eifelkurs gegangen. Dank eines gelungenen Starts in sein 130. DTM-Rennen fand sich der Österreicher im Mercedes-AMG GT3 #22 aber bereits wenige Kurven später auf dem vierten Gesamtrang wieder. Bei dieser Konstellation blieb es auch, ehe kurz vor der Rennhalbzeit der erwartete Regen einsetzte. Aufgrund der zunehmend feuchten Bedingungen kamen mehrere Fahrzeuge von der Strecke ab. Eine folgenschwere Kollision löste schließlich eine Full-Course-Yellow-Phase aus, die von den meisten Teams für den Pflichtboxenstopp genutzt wurde.

Lucas Auer kämpft nach dem Restart um die Führung im Samstagslauf

Beim anschließenden Restart hinter dem Safety Car stellte Lucas Auer seine beeindruckende Reaktionszeit unter Beweis, wodurch er noch in den ersten Kurven zwei weitere Positionen gutmachte. Bis zum Rennende erhöhte der 28-Jährige kontinuierlich den Druck auf den Führenden und legte mit einer Zeit von 1:26,667 Minuten unter anderem die schnellste Runde hin. Bei der Zieldurchfahrt fehlten ihm lediglich 1,199 Sekunden auf den Sieger. Maro Engel (GER) beendete das ereignisreiche Rennen mit dem Mercedes-AMG GT3 #48 vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER als Zwölfter. Luca Stolz (GER), der im vergangenen Jahr auf dieser Strecke seinen ersten DTM-Sieg gefeiert hatte, holte trotz eines unverschuldeten Drehers in der Anfangsphase als 15. ebenfalls noch einen Meisterschaftspunkt.

Sonntagsrennen: Mercedes-AMG GT3 #22 fährt erneut auf das Podest

Bei abtrocknender Strecke im 20-minütigen Qualifying am Sonntagvormittag entschied die letzte fliegende Runde über die Startaufstellung für das einstündige Rennen am Nachmittag. David Schumacher (GER) vom Mercedes-AMG Team WINWARD kam mit diesen Bedingungen besonders gut zurecht und sicherte sich mit Rang drei die beste Startposition seiner DTM-Karriere. Sein Teamkollege Lucas Auer reihte sich direkt dahinter auf Platz vier ein. Maro Engel startete als Siebter und damit ebenfalls aus den Top 10.

Das unbeständige Wetter sorgte auch am Sonntagnachmittag wieder für ein turbulentes Renngeschehen. Die meisten Teams entschieden sich für einen Start auf Regenreifen, nur vereinzelt wurden Slicks aufgezogen. Auer arbeitete sich schnell einen Platz nach vorne und belegte fortan Rang zwei. Als nach etwas über zehn gefahrenen Minuten der Niederschlag zunahm, setzte Lucas Auer zur entscheidenden Attacke an, die ihn vorübergehend in Führung brachte. Nach dem Pflichtboxenstopp geriet der mit Erfolgsgewicht beladene Mercedes-AMG GT3 #22 dann aber zunehmend unter Druck und verteidigte die Spitzenposition zunächst über mehrere Runden erfolgreich. Zehn Minuten vor dem Ende musste sich Lucas Auer aber doch noch geschlagen geben. Kurze Zeit später fiel er auf die dritte Position zurück, auf der er das Rennen hinter dem Safety Car beendete. Maro Engel wurde aufgrund einer beachtlichen Leistung bei herausfordernden Bedingungen Vierter. Mit David Schumacher auf Rang neun, Luca Stolz als 13. und Jusuf Owega (GER) als 14. fuhren drei weitere Mercedes-AMG Fahrer am Sonntag in die Punkteränge.

Fünftes Rennwochenende auf dem Lausitzring läutet zweite Saisonhälfte ein

Mit dem Abschluss des vierten Rennwochenendes auf der Nürburgring Sprintstrecke haben die Mercedes-AMG Customer Racing Teams die erste Hälfte der DTM-Saison 2023 erfolgreich hinter sich gebracht. Maro Engel vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER belegt nach acht von 16 Rennen den fünften Platz in der Meisterschaft und ist damit der am aussichtsreichsten positionierte Mercedes-AMG Fahrer. Lucas Auer klettert nach seinen zwei Podestplätzen auf die sechste Position nach vorne. Die zweite Saisonhälfte wird in zwei Wochen auf dem DEKRA Lausitzring eröffnet. Anschließend gastiert die deutsche Sprintserie noch am Sachsenring (9./10. September), am Red Bull Ring (23./24. September) und am Hockenheimring (21./22. Oktober).



BMW M Motorsport Teams bei wechselhaftem Wetter am Nürburgring im Pech

Sheldon van der Linde, #1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport
Foto: BMW-Motorsport

Das berüchtigte Eifelwetter hat am DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring (GER) zugeschlagen und die BMW M Motorsport Teams kalt erwischt. Vor allem im Sonntagsrennen konnten die BMW M4 GT3 ihre starke Pace nicht umsetzen, denn die Teams Schubert Motorsport und Project 1 setzten bei extrem schwierigen Witterungsbedingungen auf die falsche Reifenstrategie. Auf abtrocknender Strecke starteten Sheldon van der Linde (RSA), Marco Wittmann und René Rast (beide GER) auf Slicks, doch nach wenigen Runden erneut einsetzender Regen warf das Trio weit zurück. Am Samstag hatten Wittmann und van der Linde Punkte geholt.

Volles Risiko lautete die Devise der BMW M Motorsport Teams am Sonntag: Zum Zeitpunkt des Rennstarts sah es danach aus als würde die Strecke abtrocknen, daher setzten van der Linde und Rast vor, und Wittmann nach der ersten von zwei Einführungsrunden auf Slicks, während der Rest des Feldes auf Regenreifen losfuhr. Zunächst fielen die drei BMW M Werksfahrer auf noch feuchtem Untergrund zurück, doch dann wendete sich das Blatt und sie holten wieder auf.

Hätte das Wetter bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters nach 20 Minuten gehalten, hätte der Reifenpoker aufgehen können, doch ein Schauer nach knapp einer Viertelstunde machte die Strategie zunichte. In den Runden bis zum regulären Boxenstopp verlor das BMW Trio zu viel Zeit, um noch in die Punkteränge fahren zu können. Am Ende wurde Wittmann 16., van der Linde und Rast belegten die Plätze 17 und 19. Bestplatzierter BMW Fahrer war an seinem DTM-Debütwochenende Sandro Holzem (GER) auf Position 15, die ihm seinen ersten DTM-Punkt einbrachte. Der zweite Project-1-Fahrer war auf Regenreifen gestartet. Vor allem für van der Linde und Wittmann war das Pech beim Regenpoker bitter, denn sie hatten sich auf den Plätzen zwei und fünf qualifiziert.

Im Samstagsrennen fuhren Wittmann und van der Linde als Sechster und Siebter in die Top-Ten. Beide zeigten dabei nach schwierigen Qualifyings im Rennen starke Aufholjagden. Für Wittmann ging es vom zehnten Startplatz bis auf Position sechs nach vorn, van der Linde zeigte von Startposition 15 ein noch deutlich stärkeres Comeback und war phasenweise das schnellste Fahrzeug im Feld. Rast wurde 20., direkt gefolgt von Holzem.

Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Nürburgring

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Grundsätzlich haben wir an diesem Wochenende eigentlich ganz gute Fortschritte gemacht und am Samstag als bestplatzierter BMW gute Punkte eingefahren. Auch am Sonntag sah es nach dem Qualifying sehr gut aus. Leider habe ich dann gemeinsam mit dem Team am Start des Rennens die falsche Strategieentscheidung getroffen. Wir dachten, es würde länger trocken bleiben und sind deshalb nach der ersten Einführungsrunde reingekommen, um auf Slicks zu wechseln. Damit war ich in den ersten Runden auch das schnellste Fahrzeug im Feld, doch dann hat der erneut einsetzende Regen unsere Strategie zunichte gemacht. Das ist sehr enttäuschend, kann aber auch mal passieren.“

Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Über unsere falsche Reifenwahl am Sonntag bin ich natürlich enttäuscht, denn der Tag hat mit Platz zwei im Qualifying sehr gut angefangen. Leider haben wir dann durch unseren Strategiefehler viele Punkte liegen gelassen. Positiv war mein Comeback am Samstag von Startplatz 15 auf Rang sieben. Das zeigt, dass unsere Pace gut war.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Der Nürburgring war für mich diesmal keine Reise wert. Das war ein Wochenende zum Vergessen. In beiden Rennen haben wir uns für die falsche Reifenstrategie entschieden und hatten dadurch jeweils keine Chance auf Punkte. Am Samstag fing es an zu regnen, und wir haben auf Regenreifen gewechselt. Gerade, als ich damit schneller zu werden schien, hat es wieder aufgehört. Am Sonntag war es genau umgekehrt. Das ist enttäuschend, aber solche Wochenenden gibt es manchmal.“

Montag, 7. August 2023

Sasse/Ortmann mit Triumph auf dem Nürburgring Halbzeit-Champions

  • Aston Martin-Duo holt zweiten Saisonsieg und übernimmt die Tabellenführung
  • Mit Porsche und Mercedes-AMG Fahrzeuge von zwei weiteren Marken auf Podium
  • Max Kronberg mit Sieg in der Trophy-Wertung

Strahlende Gewinner: Hugo Sasse (li.) und Mike David Ortmann
Foto: ADAC-Motorsport

Nach Platz zwei am Samstag gewannen Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) im Aston Martin Vantage GT4 das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Die amtierenden Champions machten damit einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung und reisten als neue Tabellenführer aus der Eifel ab. Zur Saisonhalbzeit der ADAC GT4 Germany ist ihnen zudem der inoffizielle Titel des Halbzeitmeisters sicher. Rang zwei im Sonntagsrennen ging an das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Daniel Gregor (17/Maikammer) und Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) vor den Vortagssiegern Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4. „Wir freuen uns natürlich riesig über den Sieg, zumal der Nürburgring auch das Heimspiel unseres Teams ist. Gerade das Rennen zur Saisonhalbzeit hat in der Regel Signalwirkung für den Rest der Jahres. Insofern fahren wir optimistisch an den Lausitzring in zwei Wochen“, jubelte Sasse auf dem Podium.

Das Rennen hatte zunächst Porsche-Pilot Leo Pichler (21/AUT, Wimmer Werk Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Start erfolgte aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse hinter dem Safety-Car - und schon in der ersten Runde unter Grün fuhren Ortmann und Primm vorbei am Österreicher. Die Beiden bestimmten mit einem sehenswerten Duell die erste Rennhälfte, doch Pichler blieb stets in Schlagdistanz. Nach den Pfichtboxenstopps übernahm dann kurzzeitig sogar Pichlers Teamkollege Max Wimmer (31/AUT) die Führung, doch Hugo Sasse und Jan Philipp Springob, die für Ortmann und Primm ins Cockpit stiegen, machten gleich Druck auf den Porsche.

Zunächst fuhr Springob an Sasse vorbei und wenig später überholten Beide schließlich Wimmer. Das Duo setzte sich an der Spitze des Feldes ein wenig ab und rund zwölf Minuten vor Rennende kämpfte sich Sasse am Mercedes-AMG von Springob vorbei und fuhr zum zweiten Saisonsieg für sich und Teamkollege Ortmann. Springob hatte in den letzten Rennminuten noch den Porsche von Daniel Gregor im Rückspiegel. In der vorletzten Runde überholte der von Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard geförderte Youngster den Mercedes-AMG und sicherte sich und Teamkollege Zulauf nicht nur den zweiten Platz, sondern auch den Triumph in der Juniorwertung.

Platz vier ging an den Porsche von Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und Ivan Ekelchik (26/ARM, beide Wimmer Werk Motorsport). Deren Teamkollege Max Wimmer beendete das Rennen auf dem fünften Platz. Sechste wurden Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche, was für Kronberg auch den Sieg in der Trophy-Wertung bedeutete. Platz sieben holte das Aston Martin-Duo Ben Dörr (18/Butzbach) und Théo Nouet (21/FRA, beide Dörr Motorsport) vor den Porsche-Fahrern David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport). Dahinter folgten die Markenkollegen Pavel Lefterov (25/BGR) und Stefan Bostandjiev (19/BGR, beide Overdrive Racing) auf Platz neun. Die Top Zehn komplettierten die Gaststarter Brock Ghilchrist (19/NZL) und Rylan Gray (16/AUS, beide KCMG) im Toyota GR Supra GT4.

Stimmen nach dem Rennen

Mike David Ortmann - Sieger für Prosport Racing

„Unser zweiter Saisonsieg ist natürlich traumhaft. Es hätte nicht besser laufen können. Ich habe gleich von Anfang an versucht, zu puschen - und habe somit die Pirelli-Reifen gleich auf Temperatur gebracht. Das hat super funktioniert. Ein großer Dank geht an das ganze Team, das einen grandiosen Job gemacht hat. Wir freuen uns, nun die Tabelle anzuführen. Das Rennwochenende hat richtig Spaß gemacht.“

Hugo Sasse - Sieger für Prosport Racing

„Der Halbzeittitel sagt noch nichts aus - ist aber trotzdem schön. Somit sind wir extrem happy, wie es heute gelaufen ist. Mein Stint war relativ nervenaufreibend, denn ich hatte zunächst nicht die perfekte Linie gefunden. Doch dann stellte sich die Pace ein. Die Überholmanöver haben Spaß bereitet. Es war ein sehr respektvoller Kampf mit JP Springob. Wir haben uns heute keine Fehler geleistet und den Fans eine super Show geboten.“

Daniel Gregor - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Unser zweites Podium der Saison ist natürlich super für die Tabelle. Heute konnten wir wieder zeigen, was wir können und haben uns großartig durchgesetzt. Ich war in der zweiten Rennhälfte eines der schnellsten Autos, das hat mich mega gefreut. Vielleicht hätte es am Ende sogar noch zum Sieg gereicht, wenn das Rennen zwei Runden länger gedauert hätte.“

Finn Zulauf - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Es war ein super Rennen, insbesondere am Ende von Daniel mit seiner tollen Aufholjagd. Wir haben gute Punkte mitgenommen, was wichtig für die Meisterschaft ist. Auch mit meinem Stint war ich sehr zufrieden.“

Jan Philipp Springob - Platz drei für CV Performance Group

„Platz drei ist top, auch wenn wir zwischendurch sogar die Hoffnung hatten, zu gewinnen. Ich denke, aber wir hatten einen zu hohen Luftdruck in den Reifen gewählt. Somit ist es zum Ende nicht mehr ganz aufgegangen. Wir sind dennoch zufrieden.“

Simon Primm - Platz drei für CV Performance Group

„Heute hat alles gut zusammengepasst. Wir haben das Maximum herausgeholt. Der Porsche war am Ende einfach zu schnell. Vielleicht hätten wir den Aston Martin noch bekommen. Aber hätte, wäre, wenn. Mit Platz drei haben wir gute Punkte gesammelt.“


Doppelter Debüt-Sieg: Paul und Grasser triumphieren im Regen

  • Maximilian Paul und das GRT Grasser-Racing-Team feiern am Nürburgring ersten DTM-Erfolg
  • Porsche-Pilot Thomas Preining nach Platz fünf Halbzeitmeister
  • 49.300 Besucher erleben rasantes Rennwochenende mit typischem Eifelwetter

Zum ersten Mal auf dem DTM-Podium und direkt ganz oben: Maximilian Paul
Foto: dtm.com

Erster Sieg beim zweiten DTM-Einsatz – Maximilian Paul (Dresden) gelang am Sonntag auf dem Nürburgring eine Sensation. Der 23-Jährige war im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 auf Platz 13 gestartet und zeigte bei immer stärker werdendem Regen eine sensationelle Aufholjagd. In Runde 26 übernahm er die Führung und wurde nach 35 Umläufen als Sieger abgewunken. Mit dieser Triumphfahrt sicherte Paul sich und dem GRT Grasser-Racing Team den ersten DTM-Erfolg. „Das war ein perfektes Rennen. Mein Start ist mir richtig gut gelungen, der Boxenstopp lief fehlerfrei und der Speed war dank eines richtig gewählten Fahrzeug-Setups die ganze Zeit da. Wichtig war, dass ich hinter Lucas Auer ruhig geblieben bin und dann im richtigen Moment die Chance ergriffen habe. Außerdem hat es sich ausgezahlt, dass ich Mitte Juli das Rennwochenende des ADAC GT Masters als Vorbereitung für die DTM-Rennen nutzen konnte“, sagte Paul. Damit gibt es nach den ersten acht Saisonläufen acht verschiedene Sieger – Rekord in der DTM. Laurin Heinrich (Würzburg) belohnte sich für einen starken Auftritt. Der 21-jährige Porsche-Pilot machte neun Plätze gut und stand zum ersten Mal in der DTM auf dem Podium. Lucas Auer (A) bestätige im Mercedes-AMG GT3 seine gute Form in der Eifel und schaffte es nach Rang zwei am Samstag als Dritter erneut aufs Podium.

Keyfacts, Nürburgring, Saisonrennen 8 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 12 Grad, Regen

Pole-Position: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7), 1:29,562 Minuten

Sieger: Maximilian Paul (GRT Grasser-Racing-Team, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #19)

Schnellste Rennrunde: Marco Wittmann (Project 1, BMW M4 GT3 #11), 1:35,871 Minuten

Am Sonntagmittag gingen fast alle Fahrer bei leichtem Niederschlag mit Regenreifen in den achten DTM-Lauf der Saison. Pole-Setter Ricardo Feller (CH) behauptete im Audi R8 LMS GT3 Evo2 zunächst seine Führung vor den beiden Mercedes-AMG von David Schumacher (Salzburg) und Lucas Auer (A). Aber schon nach wenigen Runden musste Feller seine Spitzenposition an Auer abgeben, der sich danach ein wenig vom Feld absetzen konnte. Dahinter gab es auf immer nasserer Strecke zahlreiche Überholmanöver und viele Positionswechsel. Dabei schoben sich Paul und Heinrich Runde für Runde näher an die Spitze heran.

Nach einem Ausritt von Alessio Deledda (I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 und einer anschließenden Gelbphase absolvierten Auer, Paul und Heinrich kurz vor Ende des Boxenstoppfensters den Pflicht-Reifenwechsel. Danach schalteten die Youngster in den Angriffsmodus: In Runde 26 überholte Paul den führenden Auer, im 31. Umlauf zog Heinrich nach und schob sich auf Rang zwei vor. Kurz vor Schluss rutschte Arjun Maini (IND) von der Strecke, das Safety-Car kam zum Einsatz und führte das Feld mit Paul, Heinrich und Auer an der Spitze ins Ziel. Maro Engel (Monaco) krönte im Mercedes-AMG GT3 eine ebenfalls starke Leistung mit Platz vier, Tabellenführer Preining (A) sicherte sich dahinter im Porsche 911 GT3 R mit einer taktisch reifen Vorstellung die Halbzeitmeisterschaft.

Feller war als Sechster bester Audi-Pilot, sein Markenkollege Luca Engstler (Wiggensbach) belegte den siebten Rang. Thierry Vermeulen (NL) steuerte seinen Ferrari 296 GT3 von Startplatz 23 bis auf Position acht. Schumacher verlor dagegen sechs Plätze und wurde auf dem 3,629 Kilometer langen Traditionskurs Neunter. Lamborghini-Pilot Franck Perera (F) von SSR Performance, dessen Teamkollege Mirko Bortolotti (I) nach seinem Sieg am Samstag wegen technischer Probleme seines Boliden nicht starten konnte, machte 14 Ränge gut und komplettierte die Top-Ten.

Stimmen nach dem Rennen

Laurin Heinrich: „Das Überholmanöver gegen Lucas Auer war Racing auf höchstem Niveau. Mit meinem ersten DTM-Podium geht für mich ein Traum in Erfüllung. Am Samstag hat uns die Gelbphase ein gutes Ergebnis gekostet, dieses Mal bin ich erst spät in die Box gefahren und konnte profitieren. Wir haben bei herausfordernden Wetterbedingungen einen kühlen Kopf bewahrt.”

Lucas Auer: „In der Anfangsphase war ich richtig gut unterwegs. Nach dem Boxenstopp habe ich die Reifen leider nicht ins optimale Fenster bekommen. Dadurch konnte ich das Tempo an der Spitze nicht mehr mitgehen. Insgesamt war es für uns aber ein erfolgreiches Wochenende und wir reisen mit einem guten Gefühl zum Lausitzring, wo ich 2016 mein erstes DTM-Rennen gewonnen hab.”

Ergebnis, 2. Rennen, Nürburgring (Top-Five)

1. Maximilian Paul (D/GRT Grasser-Racing-Team)

2. Laurin Heinrich (D/Team75 Motorsport), +0,600 Sekunden

3. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Winward), +1,320 Sekunden

4. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +1,954 Sekunden

5. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +3,248 Sekunden