Samstag, 27. August 2022

DTM-Qualifying wegen Nebel abgesagt

Dichter Nebel über dem Nürburgring ist der Grund, dass das Zeittraining für das Samstagsrennen der DTM in der Eifel abgesagt werden musste. „Die Bedingungen sind für den Betrieb der Strecke nicht geeignet“, hieß es aus der Rennleitung.

Die Startaufstellung für das Rennen erfolgt daher nach dem aktuellen Stand der DTM-Fahrerwertung. Das bedeutet, dass Mirko Bortolotti (ITA) im GRT Lamborghini von der Pole-Position starten wird. Sheldon van der Linde (RSA) startet im Schubert BMW als Zweiter, dahinter die beiden Audi-Fahrer René Rast (GER, Team ABT) und Nico Müller (SUI, Team Rosberg), Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG) und Felipe Fraga (BRA, Red Bull AF Corse Ferrari).

Der Start des Rennens ist für 13.30 Uhr MESZ geplant, ProSieben sendet ab 13.00 Uhr live vom Nürburgring.

Quelle: www.dtm.com

Dennis Olsen holt Bestzeit zum Start in die zweite Halbzeit der DTM Saison

Norweger mit SSR Porsche ist Schnellster des Tages

Dennis Olsen, Porsche #94
Foto: Jens Hawrda


Porsche-Pilot Dennis Olsen hat zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte der DTM auf dem Nürburgring die Tagesbestzeit erzielt. Im 911 des Münchener Teams SSR Performance umrundete der Norweger die 3,629 Kilometer lange Sprintstrecke in 1:26,326 Minuten. Luca Stolz (GER) erreichte beim Heimspiel des Mercedes-AMG Team HRT mit Sitz im Nürburgring-Gewerbepark in Meuspath die zweitschnellste Zeit (1.26,353), Tabellenführer Mirko Bortolotti (ITA) war im GRT Lamborghini Drittschnellster (1.26,414) in der Addition der beiden Trainingssitzungen der DTM am Freitag. Beim Event „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ werden am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr MESZ, ProSieben überträgt live ab 13:00 Uhr) die Saisonrennen neun und zehn ausgetragen.

Zuletzt hatte der Österreicher Thomas Preining im Porsche 911 des KÜS Team Bernhard auf dem Norisring für den ersten Porsche-Sieg in der DTM gesorgt. „Auch der Nürburgring sollte unserem Porsche liegen“, hatte Preining am Mittwoch in der DTM-Pressekonferenz gesagt. Das bestätigte sich in den Trainingssitzungen am Freitag. Im ersten Durchgang hatte Olsen lange Zeit die Führung inne, bis sich Bortolotti in der Schlussphase die Bestzeit sicherte. Olsens belgischer Teamkollege Laurens Vanthoor war mit Rang zwei bester Porsche-Fahrer, Olsen und Preining beendeten das Training auf den Positionen fünf und sieben. Im zweiten Training fuhr Olsen dann die schnellste Zeit des Tages, Preining und Vanthoor untermauerten mit den Positionen drei und fünf das Porsche-Potenzial auf dem Traditionskurs in der Eifel. „Es war ein guter Tag. Das Auto war gut, wir haben uns im Vergleich zum Test am vergangenen Sonntag verbessert. Jetzt versuchen wir, zum Zeittraining am Samstag den nächsten Schritt zu machen. Hoffentlich befinden wir uns morgen in der gleichen Position! Für diese Strecke eine gute Abstimmung zu finden, ist knifflig. Es gibt sehr langsame Kehren und einige schnellere Kurven, aber auch eine Schikane, die sehr eng ist, und die Randsteine sind hoch. Im Qualifying kommt es darauf an, eine Runde zusammen zu bekommen und keine Fehler zu machen“, fasst Dennis Olsen zusammen.

DTM Trophy: Bestzeiten für Daniel Gregor und Jacob Riegel

In der DTM Trophy, der Talentschmiede auf der DTM-Plattform, fuhren zwei deutsche Nachwuchstalente die Bestzeiten in den beiden Freien Trainings. Bereits am Vormittag erzielte Daniel Gregor im Porsche 718 Cayman des KÜS Team Bernhard mit 1:35,192 Minuten die Tagesbestzeit. Im folgten der Franzose Edouard Cauhaupé (Mücke Mercedes-AMG) und der Deutsche Tim Heinemann (Ring-Racing Toyota). Mit Nick Hancke (Speed Monkeys Aston Martin) und Thiago Vivacqua (Heide Audi) auf den Plätzen vier und fünf lagen fünf verschiedene Marken auf den ersten fünf Positionen. Am Nachmittag gab es im zweiten Training mit allen sechs Marken auf den ersten sieben Positionen ein ähnliches Bild. Jacob Riegel war im Aston Martin des Teams Speed Monkeys mit einer Zeit von 1:35,414 Minuten Schnellster vor Moritz Löhner (FK Performance BMW), Hancke, Cauhaupé, Heinemann, Vivacqua und Gregor.

Mit der DTM als Top Act, der DTM Trophy, dem DTM Classic DRM Cup sowie weiteren vier Rennserien und mit insgesamt 15 Rennen präsentiert das DTM-Wochenende Motorsport-Action der Extraklasse.

Quelle.dtm.com


Freitag, 26. August 2022

DTM-Teamchef Timo Bernhard: „Nürburgring ist mein Wohnzimmer“

  •  Heimrennen für Mercedes-AMG-Teams HRT und WINWARD sowie KÜS Team Bernhard
  •  WINWARD-Teamchef Hohenadel: „Jede Fußball-Mannschaft spielt gerne zuhause.“
  •  HRT direkt vor Ort: Neubau der Race Base im Gewerbepark Meuspath auf der Zielgeraden

T. Bernhard, T. Preining, KÜS Team Bernhard (l-r) © DTM   

Regelrecht ins Schwärmen geraten drei Teamschefs, wenn es um ihr Heimrennen geht: das Event „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ am Wochenende (26.-28. August), der fünfte Saisonlauf der Traditionsserie. „Der Nürburgring ist mein Wohnzimmer“, sagt Timo Bernhard, Chef des KÜS Team Bernhard. „Den Nürburgring umgibt einfach ein besonders Flair, er verbindet wie kaum eine andere Rennstrecke Tradition und Moderne“, stellt Christian Hohenadel, Teamchef des Mercedes-AMG Team WINWARD, fest. Während Bernhards Team im pfälzischen Landstuhl und WINWARD in Altendiez im Westerwald ansässig ist, hat das Mercedes-AMG Team HRT die kürzeste Anreise von allen DTM-Mannschaften. HRT hat seinen Sitz im Gewerbepark Nürburgring in Meuspath, nur drei Kilometer vom Fahrerlager entfernt. „Wir hören in unseren Räumlichkeiten täglich den Renn- und Testbetrieb auf der Nordschleife. Das ist Musik in unseren Ohren und gleichzeitig eine tolle Motivation“, ist HRT-Teamchef Uli Fritz begeistert.

Mit Blick auf das DTM-Wochenende, den Start in die entscheidende zweite Saisonhälfte, sind sich die drei Teamchefs über die 3,629 Kilometer lange Sprintstrecke ziemlich einig: „Die ganze Sprintstrecke ist die Schlüsselstelle, weil das ganze Feld so verflixt eng zusammenliegt. Du darfst nirgends Zeit liegen lassen. Ein Hundertstel hier oder da, dann fehlen dir über eine Runde vier Zehntel, du stehst hinten und kannst ein gutes Ergebnis vergessen. So ist das eben in der DTM!“, bringt es Hohenadel auf den Punkt, auch wenn Bernhard durchaus die eine oder andere tückische Passage wie Kurzanbindung und Schikane nennt. Die erste Kurve nach dem Start, direkt vor den Tribünen, gilt ohnehin als Brennpunkt.

„Die Strecke bietet so viel Action“, schwärmt Timo Bernhard, der mit seinem Team zuletzt am Norisring den ersten DTM-Sieg für Porsche holte. Damit meint er die gesamte Motorsport-Anlage. „Es gibt so viel zu sehen, was der Nürburgring zu bieten hat. Da ist einfach ein positiver Spirit.“ Bernhard kam als Fünfjähriger erstmals zum Nürburgring, um seinen Vater im Rennen zu sehen. Später gewann Timo Bernhard fünfmal das 24-Stunden-Rennen und drei Rennen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring, ganz abgesehen von seiner famosen Rekordrunde mit dem Porsche 919 EVO in 5.19 Minuten über die Nordschleife. Hohenadel, dessen Team früher auch in Meuspath ansässig war, stellt klar: „Der Nürburgring ist immer einen Besuch wert, und das DTM-Wochenende wird an Spannung kaum zu überbieten sein. Ich prophezeie, dass alle 28 DTM-Autos in den Qualifyings in weniger als einer Sekunde liegen werden. Entsprechend heiß wird es auch in den Rennen zur Sache gehen.“ Das sieht auch Uli Fritz so: „Es ist angerichtet für ein tolles Motorsportfest in einer tollen Eventlocation und mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm. Und wem das nicht reicht: HRT freut sich über jeden Besucher, der uns beim Heimrennen die Daumen drückt.“

HRT – das steht für Haupt Racing Team mit dem Münchener Teambesitzer Hubert Haupt  – blickt bereits über die Saison hinaus, denn in Meuspath entsteht aktuell die neue HRT Race Base. Uli Fritz: „Wir sind mit den Bauarbeiten auf den Zielgeraden. Wenn alles nach Plan läuft, sollten wir noch dieses Jahr in unsere neue Heimat einziehen können. In dieses Gebäude sind viele Jahre Motorsport-Erfahrung eingeflossen. Somit werden wir dort ideale Arbeitsmöglichkeiten vorfinden und unser Serviceportfolio auch über den reinen Motorsport hinaus erweitern können.“ HRT ist im Gewerbepark Nürburgring in bester Gesellschaft, denn in diesem kürzlich erweiterten Areal sind etliche Automobil-Hersteller und Automobil-Zulieferer sowie zahlreiche namhafte Rennteams ansässig, genau wie weiteren Umkreis um den Nürburgring. Das bedeutet für die Region mehrere Hundert Arbeitsplätze.

Gibt es einen Heimvorteil auf der Rennstrecke? Eher nicht. Am vergangenen Sonntag haben bis auf zwei alle DTM-Teams in der Eifel ausgiebig getestet und ihre Boxen bereits bezogen, arbeiten also die ganze Woche über am Nürburgring. Uli Fritz: „Das Gefühl, von zu Hause aus zur Rennstrecke zur Arbeit zu fahren, zuhause und nicht in Hotels zu übernachten, ist ein ganz besonderes.“ Auch das ist ein Heimvorteil, genauso wie die angenehm kurze Anreise, wie Hohenadel ergänzt. Und überhaupt, natürlich freuen sich WINWARD, HRT und das KÜS Team Bernhard auf das Heimrennen. „Auch jede Fußballmannschaft spielt gerne zu Hause“, so Hohenadel. Für die Heimreise hat Timo Bernhard noch einen Tipp: „Man kann vor der Abreise, also nach dem Rennen, nochmal eine Runde Touristenfahrten auf der besten Rennstrecke der Welt, der Nordschleife, fahren.“ Und man sollte sich nicht wundern, dort vielleicht auch Timo Bernhard zu begegnen.

DTM Classic am Nürburgring: Die Rückkehr der DRM-Boliden

  •  Auf historischer Rennstrecke: 26 Rennwagen von sieben Marken aus den Siebzigern
  •  Klassiker: Zakspeed-Capri, BMW M1 Procar, BMW 2002 und Porsche Carrera
  •  Nicht nur für Opel-Fans: Der gelb-schwarze Steinmetz-Commodore und weitere Raritäten

Chevrolet Corvette C3 Stingray (l) © DTM

Der Zakspeed-Capri ist eine Ikone des Motorsports. In den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren prägte der Bolide aus der Edel-Schmiede Zakspeed unter der Leitung von Erich Zakowski aus dem Nürburgring-nahen Niederzissen eine ganze Ära der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM). Beim DTM Classic DRM Cup kehrt der Zakspeed Ford Capri Turbo an jene Rennstrecke zurück, auf der dieser außergewöhnliche Rennwagen seine ersten Runden drehte: an den Nürburgring. Nicht nur der Zakspeed-Capri, sondern alle Rennwagen aus der Zeit der DRM, dem Vorläufer der 1984 eingeführten DTM, üben bis zum heutigen Tag eine enorme Faszination aus. Mit 26 Rennwagen von sieben verschiedenen Marken aus der DRM-Ära bringt die DTM Classic am Wochenende (26.-28. August) beim „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ ein einzigartiges Starterfeld in die historische Umgebung der legendären Rennstrecke in der Eifel zurück.

BMW mit dem M1 aus der Procar-Serie, dem 2002 oder dem 3.0 CSL, Porsche mit seinen unterschiedlichen 911 Carrera, Ford mit dem Capri und dem Escort RS 1600, genauso wie Opel mit Commodore und Kadett, oder Alfa Romeo, Chevrolet und De Tomaso – der DTM Classic DRM Cup ist ein rollendes, vielmehr rasendes Rennsport-Museum. Von ihren meist privaten Besitzern werden diese automobilen Schätze gehegt und gepflegt sowie im Fahrerlager mit Stolz den Fans präsentiert. Auf der Rennstrecke jedoch werden diese historischen Rennwagen keineswegs geschont, die Rennfahrer geben mutig Gas und scheuen den Zweikampf nicht. Es ist geradezu erstaunlich, wie zuverlässig die oft 50 Jahre alte Technik auch heute noch ist.

Am Nürburgring präsentiert der zu Jahresbeginn eingeführte DTM Classic DRM Cup auch einige Raritäten, die es rund um den Globus nur noch in kleinsten Stückzahlen gibt. Dazu zählen beispielsweise der Alfa Romeo Montreal, aufgebaut nach dem freizügigen Gruppe-4-Reglement, ein BMW M1 nach Gruppe-5-Reglement oder auch der De Tomaso Pantera Gruppe 4. Aber auch der Zakspeed-Capri, vom 75 Jahre alten Teamchef Peter Mücke pilotiert, gilt als Rarität. Erstmals in der DTM Classic am Start sind drei weitere spezielle Rennwagen, die wuchtige Chevrolet Corvette C3 Stingray von Heiko Budzynski, die damals schon das DRM-Publikum begeisterte, der Opel Kadett C von Wolfgang Kaupp, mit dem einst sogar Walter Röhrl in der DRM startete, und der Opel Commodore GS 3000. Es ist ein echter Steinmetz-Commodore von Opel-Tuner Klaus Steinmetz, der am „Ring“ von seinem Sohn Oliver gesteuert wird.

Neben Otto Rensing, der mit Michael Hess einen Porsche 911 RSR pilotiert, und Stefan Mücke, mit Ronny Scheer im BMW M1 Procar, steigt noch ein dritter ehemaliger DTM-Pilot ins Cockpit: Olaf Manthey. Der zweimalige DTM-Vizemeister und erfolgreiche Teamchef wechselt sich mit Peter Schumann am Steuer eines BMW 635 Gruppe 5 ab und ist längst ein permanenter Starter in der DTM Classic: „Es ist eine einzigartige Atmosphäre, im Umfeld der DTM die Rennen mit historischen Rennwagen bestreiten zu können. Ich genieße jede Runde, und es macht sehr viel Spaß, auch die Begeisterung der Zuschauer auf den Tribünen und im Fahrerlager zu erleben.“

Der DTM Classic DRM Cup ist das erste reine Championat für DRM-Rennwagen und feierte in Imola Premiere. Der dritte Lauf findet vom 23. bis 25. September auf dem Red Bull Ring in der Steiermark statt. Auch auf dem Nürburgring werden am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 16:15 Uhr) zwei Rennen über je 25 Minuten plus eine Runde ausgetragen. Alle Trainings und Rennen der DTM Classic werden live auf ServusTV On (servusTV.com), der Video- und Streaming-Plattform von ServusTV, sowie über DTM TV (tv.dtm.com) übertragen.

Donnerstag, 25. August 2022

DTM-Spitzenreiter Bortolotti vor dem Nürburgring-Wochenende: „Punkte entscheiden die Meisterschaft, nicht die Siege“

  •  Gut erholt aber angespannt: DTM-Piloten starten am Nürburgring in intensive Wochen
  •  DTM-Debütant Theo Oeverhaus: „Ein Traum wird wahr, aber eine harte Herausforderung.“
  •  Olaf Manthey: „Die DTM Classic war die beste Idee der vergangenen Jahre.“


Mirko Bortolotti geht aus Meisterschaftsführender in die zweite Saisonhälfte
Foto: Jens Hawrda

Er hat noch keinen Sieg auf seinem Konto, doch er startet als Führender in der Fahrerwertung in das bevorstehende Rennwochenende „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ (26.-28. August): Mirko Bortolotti. So gerne der in Wien lebende Italiener auch seinen ersten Sieg in der hochkarätigen DTM feiern möchte, weiß der Lamborghini-Werksfahrer nur zu genau: „Punkte entscheiden die Meisterschaft, nicht die Siege!“ Damit brachte es Bortolotti aus dem österreichischen Team GRT in der DTM-Pressekonferenz auf den Punkt. Auch Lokalmatador Olaf Manthey – der zweimalige DTM-Vizemeister startet auf seiner Hausstrecke im DTM Classic DRM Cup – stimmte dem zu und erinnerte an Volker Strycek, der 1984 ohne Sieg der erste Meister der Traditionsserie wurde. Davon ist Gaststarter Theo Oeverhaus noch weit entfernt. Der 17-Jährige debütiert am Nürburgring als jüngster Fahrer der DTM-Geschichte. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung.“

Die Anspannung bei den DTM-Piloten war förmlich zu spüren. „Die Batterien sind nach der Sommerpause wieder aufgeladen, jetzt liegt der volle Fokus auf den kommenden Rennen“, so Luca Stolz, der mit seinem HRT Mercedes-AMG aktuell Tabellenneunter ist. Nürburgring, Spa-Francorchamps, Red Bull Ring, Hockenheim – in der DTM geht es nun Schlag auf Schlag. „Natürlich freue ich mich über meinen Sieg am Norisring und die tolle Resonanz auf den ersten Porsche-Sieg in der DTM“, äußerte der Österreicher Thomas Preining aus dem KÜS Team Bernhard, „aber jetzt sind wir alle, das Team, Porsche und ich, hungrig auf mehr Erfolge.“ Bortolotti, der mit 80 Punkten nur einen Punkt vor Sheldon van der Linde (RSA, Schubert BMW) liegt, weiß, worauf es ankommt: „In den noch ausstehenden acht Rennen zählt jeder Punkt. Wir werden nichts ändern und wie in der ersten Saisonhälfte Rennen für Rennen, Tag für Tag fokussiert angehen.“

Weil eben jeder Punkt in der DTM am Ende den Unterschied machen kann, spricht der erfahrende Rennfahrer und Teamchef Olaf Manthey auch von der erforderlichen „Renn-Intelligenz“. „Man muss sich seine Reifen clever einteilen und nicht überstrapazieren, man muss sich nicht auf unnötige Positionskämpfe einlassen, weil man sonst am Ende wertvolle Plätze verliert.“ Dem konnten Bortolotti, Preining und Stolz nur zustimmen. „Am Norisring bin ich vom letzten Platz gestartet und am Ende sogar Sechster geworden. Ich kann also Olaf Manthey nur voll und ganz zustimmen“, so der HRT-Pilot.

DTM-Rookie Theo Oeverhaus hat derweil einen anderen Fokus: „Ich will keine Fehler machen, und wenn ich am Ende in die Top 20 fahre, wäre das prima. Aber es wird eine harte Herausforderung, und ich weiß noch nicht, was es für mich bedeutet, in wenigen Minuten vom DTM-BMW in meinem BMW für die DTM Trophy zu springen. Die beiden M4 unterscheiden sich vor allem durch die wirkungsvolle Aerodynamik des DTM-BMW. Das erfordert andere Bremspunkte, eine andere Linie.“

Olaf Manthey, der seinen Helm 2005 eigentlich an den Nagel gehängt hatte, um ein erfolgreicher Teamchef zu werden, genießt seine Rennen in der DTM Classic. „Die DTM Classic war die beste Idee der vergangenen Jahre. Die DTM-Plattform ist der beste Platz, um historische Rennwagen aus der DRM und der DTM zu präsentieren.“ Der 67-Jährige weiß sehr genau: „Für die alten Autos gibt es nicht mehr viele Ersatzteile, deshalb muss man auch in der DTM Classic intelligent fahren.“ Und doch räumt er ein: „Wenn man im Cockpit sitzt, ist das oft schnell vergessen und man will nur noch das Beste geben.“ Was den gebürtigen Bonner am meisten überrascht: „Die Begeisterung für die klassischen Rennwagen ist sehr groß, doch vor allem das Interesse der jungen Rennbesucher erstaunt mich doch sehr.“