Montag, 25. Juli 2022

Max Enderlein siegt in beiden Rennen in Schleiz

An Max Enderlein gab es in Schleiz keinen Weg vorbei
Foto: Jens Hawrda

Superstimmung am Streckenrand und Superleistungen auf der Strecke gab es am Wochenende auch in der IDM Supersport.

Wie so oft in diesem Jahr gab es keinen Weg an Max Enderlein (M32 Racing) vorbei. Damit hat er sich den Weg zum dritten Titel weiter geebnet. Sein Hauptkonkurrent Thomas Gradinger (Eder Racing) war im freien Training am Freitag gestürzt und verfolgte die Rennen aus dem Krankenhaus. Dafür setzte sich mit dem Niederländer Twan Smits (Team Apreco) ein völlig neuer Herausforderer in Szene. Im ersten Lauf noch Dritter, pirschte sich der 18-Jährige im zweiten Rennen immer weiter nach vorn. Der Teenager und Klassen-Rookie war regelrecht im Höhenflug, überholte Enderlein an der Spitze und genoss fünf Sekunden lang Führungsluft, bevor ihn der Sachse ganz schnell wieder hinter sich verschwinden ließ. Dieser meinte nachher entspannt: „Der einzige Unterschied zum ersten Lauf war, dass sich die Lücke hinter mir nicht aufgetan hat. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass Twan eine Attacke setzt, aber das gehört dazu.“ Auf dem Siegerpodest trafen sich immer die gleichen Herren: Enderlein hatte den obersten Platz gepachtet, rechts und links neben ihm wechselten sich Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing) und Smits ab. Den Belgier übermannten trotz knallhartem Auftritt auf der Strecke im Ziel die Gefühle.

Siegerehrung Rennen 1 IDM Supersport
Foto: Jens Hawrda
Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Max Enderlein, Yamaha YZF-R6

2. Lica de Vleeschauer, Kawasaki Ninja ZX-6

3. Twan Smits, Yamaha YZF-R6

4. Jan-Ole Jähnig, Yamaha YZF-R6

5. Melvin van der Voort, Yamaha YZF-R6

 

Ergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Max Enderlein, Yamaha YZF-R6

2. Twan Smits, Yamaha YZF-R6

3. Luca de Vleeschauer, Kawasaki Ninja ZX-6

4. Melvin van der Voort, Yamaha YZF-R6

5. Jan-Ole Jähnig, Yamaha YZF-R6

Markus Reiterberger dominiert Rennen in Schleiz und über 30.000 Fans feiern ihre Helden

Doppelsieg für Markus Reiterberger in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Volksfeststimmung, Autogrammjäger und voll besetzte Tribünen: über 30.000 Fans haben die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am Wochenende auf dem Schleizer Dreieck gefeiert und die Veranstaltung zum einzigartigen Höhepunkt des Jahres werden lassen. Fahrer aus 17 Nationen revanchierten sich bei der vierten von sieben Saisonveranstaltungen mit Rennen der Extraklasse.


Publikumsliebling und Streckenrekordhalter Markus Reiterberger  (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hob die Zuschauer von den Sitzen. Die Pole Position, zwei Siege und eine Showeinlage des Bayern vor der Buchhübel-Tribüne waren ganz nach dem Geschmack des Publikums. Sogar der Fanclub des 28-jährigen Stars in der Königslasse war mit 50 Personen zu seiner Unterstützung angereist. Reiterberger hatte zwar erneut in Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) seinen großen Gegner gefunden, der ihn unter Druck setzte, doch nach den jeweils 18 Runden auf der 3,805 Kilometer langen Strecke hatte immer „Reiti“ die Nase vorn. 

Florian Alt machte Druck, fand aber keinen Weg vorbei
Foto: Jens Hawrda

„Schleiz ist geil“ schrie er bei der Siegerehrung ins Mikrofon. Hinter Reiterberger und Alt stieg nach beiden Superbike-Rennen der Local Hero Julian Puffe (GERT56) aufs Podium. Im ersten Lauf erbte er den Platz noch durch die Kollision zwischen Toni Finsterbusch und Jan Mohr, die direkt  vor ihm stürzten. Im zweiten Rennen erkämpfte sich der Schleizer die Position im direkten Kampf mit Rob Hartog (Team SWPN, Yamaha) und Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Die BMW-Fahrer waren auf der Naturrennstrecke eine Macht an der Spitze, aber Yamaha, Kawasaki und Honda platzierten ihre Motorräder ebenfalls erfolgreich in den Top Ten.

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Markus Reiterberger, BMW M 1000 RR

2. Florian Alt, BMW M 1000 RR 

3. Julian Puffe, BMW M 1000 RR

4. Rob Hartog, Yamaha YZF-R1M

5. Pepjin Bijsterboschh, BMW M 1000 RR

 

Ergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Markus Reiterberger, BMW M 1000 RR

2. Florian Alt, BMW M 1000 RR

3. Julian Puffe, BMW M 1000 RR

4. Rob Hartog, Yamaha YZF-R1M

5. Bepijn Bijsterbosch, BMW M 1000 RR

 

Mittwoch, 20. Juli 2022

Emil Frey Racing verrät das Geheimnis, wie sie noch besser werden

  •  Emil Frey Racing mit starkem Beginn in der Deutschen GT-Meisterschaft
  •  ADAC GT Masters ist die ideale Plattform für den Schweizer Rennstall
  •  Serien-Debütant nach drei Stopps in allen Wertungen unter den Top-Fünf

Aitken/Balboa #63 Lamborghini Huracan GT3 ECO, Emil Frey Racing
Foto: Jens Hawrda

Das Team Emil Frey Racing ist seit dem Doppelsieg von Zandvoort endgültig im ADAC GT Masters angekommen. Der Serien-Debütant setzt drei Lamborghini Huracán GT3 Evo in der Deutschen GT-Meisterschaft ein und führt nach drei Tourstopps die Team-Wertung an. Mit Platz vier und Rang zwei liegt der Schweizer Rennstall auch in der Fahrer- und der Junior-Kategorie aussichtsreich im Rennen. Diese Erfolge in der Premierensaison kommen nicht von ungefähr. Emil Frey Racing blickt auf eine lange Tradition im Motorsport zurück. Teamchef Lorenz Frey-Hilti erklärt die Firmenhistorie: „Mein Großvater fuhr bereits 1926 Motorradrennen, mein Vater hat in den 60er Jahren die Rennabteilung aufgebaut und danach mit Toyota mehrere Titel geholt. Ab 1990 wurde es ruhig um die Rennaktivitäten, ich habe sie 2011 sozusagen in der dritten Generation wieder belebt und das heutige Emil Frey Racing an den Start gebracht. Wir haben unter anderem mit einem in Eigenregie entwickelten Jaguar GT3 den Silver Cup bei der Blancpain GT-Series gewonnen, worauf wir sehr stolz sind. Seit 2019 arbeiten wir mit Lamborghini zusammen und belegten auf Anhieb bei der International GT Open Platz eins und zwei in der Fahrerwertung, auch die Teammeisterschaft konnten wir für uns entscheiden. Seit 2020 nehmen wir an der GT World Challenge Europe teil.“


Das ADAC GT Masters stand schon lange auf der Wunschliste des Schweizer Teams. Lorenz Frey-Hilti selbst hat als Gaststarter Erfahrungen mit der Serie gemacht und das hohe Leistungsniveau persönlich kennengelernt. „Man muss sehr gut vorbereitet sein, um beim ADAC GT Masters mithalten zu können, da es eine der stärksten GT-Serien überhaupt ist. Nach Gesprächen mit Lamborghini wurde der Wille immer größer, bei dieser faszinierenden Serie mitzufahren. Ich bin sehr froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben, zumal das ADAC GT Masters in Deutschland eine große Reichweite und werbetechnisch eine enorme Strahlkraft hat. Auch wegen der tollen Live-Übertragungen im TV“, so der 31-Jährige.

Nachdem der Entschluss gefallen war, stand die Auswahl der Fahrer-Paarungen für die drei Boliden aus dem Hause Lamborghini auf der Agenda. Wichtig neben dem fahrerischen Können war dabei, dass sie menschlich ins Team und zueinander passen. Lorenz Frey-Hilti: „Wir legen nicht nur auf Schnelligkeit, sondern auch auf Zuverlässigkeit Wert. Zudem kommen manche Fahrer mit bestimmten Eigenschaften wie Über- oder Untersteuern besser zurecht als andere. Auch das muss einkalkuliert werden. Wir haben jetzt eine schlagkräftige sechsköpfige Fahrer-Crew aus jungen Leuten und Werkspiloten, die viel Erfahrung mitbringen und auch in anderen Serien aktiv sind. Mit einigen von ihnen haben wir bereits zusammengearbeitet, was das Miteinander zusätzlich erleichtert.“

Der ADAC GT Masters-Start in Oschersleben war für Emil Frey Racing mit der Pole-Position und Platz zwei im ersten Rennen vielversprechend. Auch am Red Bull Ring fuhr man in die Punkte, ehe der Doppelsieg in Zandvoort den Durchbruch bedeutete. „Wie erwartet, ist das Niveau im ADAC GT Masters unglaublich hoch. Im Qualifying geht es um Hundertstelsekunden, wer da einen Fehler macht, landet schnell auf den hinteren Rängen. Wir mussten uns zunächst daran gewöhnen, dass die Reifen nicht vorgeheizt werden dürfen. Dank der Erfahrung von Franck Perera sind wir damit gut klargekommen. Am Red Bull Ring hatten wir superschnelle Quali-Zeiten, die leider wegen Überschreitens des Track Limits gestrichen wurden. Zudem gab es eine aus meiner Sicht fragwürdige Strafe gegen Mick Wishofer. Die Siege in Zandvoort, eine Strecke, die dem Lamborghini liegt, waren sehr wichtig, um vorn dabei zu bleiben. Insgesamt wurden unsere Erwartungen, nicht nur was das Sportliche angeht, übertroffen, denn der ADAC tut an jeder Strecke enorm viel für seine Fans. Für unsere Gäste machen die vielen Aktivitäten vor und nach den Rennen ein Motorsportwochenende in der Deutschen GT-Meisterschaft zu einem wahnsinnigen Erlebnis“, so der Teamchef von Emil Frey Racing.

Aber es gibt Potenzial, noch besser zu werden. Das optimale Setup für die Reifen wurde bisher noch nicht gefunden, hier sieht das Team noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Wir bekommen den Peak des Reifens gut hin, brauchen im Qualifying allerdings etwas länger als unsere Konkurrenz, um eine schnelle Runde fahren zu können. Daran arbeiten wir sehr intensiv“, sagt Lorenz Frey-Hilti. Viel Zeit bleibt dem Team nicht, das vom 28. bis 31. Juli das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps bestreitet und am darauffolgenden Wochenende vom 5. bis 7. August beim ADAC GT Masters am Nürburgring startet. Denn nach dem Rennen ist für Emil Frey Racing vor dem Rennen. „Nach Wochenendeinsätzen nehmen wir die Fahrzeuge fast vollständig auseinander. Bei Unfällen oder Berührungen werden die entsprechenden Teile geröntgt und auf Risse untersucht, denn wir haben eine strikte Qualitätskontrolle. Es ist schwierig, bei einem so engen Zeitplan dieses Prozedere einzuhalten. Aber unser 21-köpfiges Team ist seit Jahren zusammengewachsen, sehr eingespielt und wird mit dieser Herausforderung fertig“, ist sich der 31-Jährige sicher.

Der Ausblick auf die verbleibende Saison im ADAC GT Masters ist für den Teamchef des Schweizer Rennstalls positiv. „Nach den Corona-Jahren mit leeren Tribünen macht es mir große Freude, in der Deutschen GT-Meisterschaft vor vollen Rängen anzutreten. Sportlich messen wir uns mit den stärksten GT3-Autos und Fahrern und wollen bis zum Schluss ganz oben mit dabei sein. Zurzeit gibt es im Motorsport viele Veränderungen, die Elektrifizierung ist ein großes Thema. In diesem Zusammenhang sorgt der neue nachhaltige Kraftstoff, der im ADAC GT Masters seit dieser Saison eingesetzt wird, für ein weiteres positives Zeichen dieser tollen Serie und steht für eine Weiterentwicklung im Rennsport.“

Zum vierten Saisonstopp reist die Deutsche GT-Meisterschaft vom 5. bis 7. August an den Nürburgring in die Eifel. Alle Rennen im ADAC GT Masters werden um 13 Uhr gestartet. Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12.30 Uhr live. Auf RTL+, der führenden Streaming Plattform Deutschlands, kann die Rennaction live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden. Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.

Dienstag, 19. Juli 2022

Interview mit Martin Tomczyk zur DTM Trophy

Tomczyk: „Bin guter Dinge, dass wir bald einen DTM Trophy-Fahrer in der DTM sehen werden“

  • Vom DTM Esports und BMW M2 Cup über die DTM Trophy bis in die DTM
  • Bewährtes Prinzip: Ein Auto, ein Fahrer, ein Meister
  • Ausbau der TV-Präsenz: ServusTV zeigt alle noch ausstehenden DTM Trophy Rennen live im Fernsehen
 
Martin Tomczyk, Gerhard Berger (l-r) © DTM

Geht es nach Martin Tomczyk, seit diesem Jahr DTM Representative Brand & Sports und im Rahmen dessen auch für das Serienmanagement der Talentschmiede DTM Trophy zuständig, so ist der erste Start eines DTM Trophy-Fahrers in der DTM nur noch eine Frage der Zeit. „Ich bin guter Dinge, dass wir bald einen DTM Trophy-Fahrer in der DTM sehen werden“. Dass ServusTV alle noch ausstehenden Rennen der DTM Trophy live im Fernsehen zeigen wird, gehört für Martin Tomczyk zu den wichtigen Weichenstellungen der Zukunft. Als Verantwortlicher für das Serienmanagement der Talentschmiede, die mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragen wird, ist es dem 40-Jährigen eine Herzensangelegenheit, die Piloten bestmöglich auf den top GT-Sport vorzubereiten. Schließlich folgt die DTM Trophy der gleichen DNA wie die DTM, nämlich dem „ein-Fahrer-ein-Auto-Prinzip“ – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der DTM-Plattform. Die DTM Trophy profitiert von der Strahlkraft der DTM, so zum Beispiel auch in Sachen Internationalität. Martin Tomczyk hebt zudem die zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten für junge Fahrer auf der DTM-Plattform hervor. So gibt es bereits erfolgreiche Piloten in der DTM Trophy, die sowohl aus dem DTM Esports als auch dem BMW M2 Cup, dem Markenpokal für Einsteiger, der ebenfalls regelmäßig im Rahmen der DTM ausgetragen wird, aufgestiegen sind.
 
Seit Jahresbeginn sind Sie als Representative Brand & Sports der DTM-Organisation ITR auch für das Serienmanagement der DTM Trophy zuständig. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison, und welche Punkte stehen auf Ihrer Agenda ganz oben, um die DTM Trophy weiter zu verbessern?
 
Martin Tomczyk: „Grundsätzlich macht es mir großen Spaß mit den Teams, den Herstellern und den Fahrern in der DTM Trophy zusammenzuarbeiten. Den bisherigen Saison-Verlauf sehe ich etwas zweigeteilt. Es ist auf der einen Seite schön zu sehen, dass so viele Fahrer aus so vielen Nationen am Start sind. Auch medial sehe ich Fortschritte. ServusTV wird alle verbleibenden Rennen live zeigen, was das Interesse unseres Fernsehpartners zeigt und die Wertigkeit der Serie einmal mehr bestätigt. Wenn ich mir auf der anderen Seite anschaue, wie auf der Rennstrecke gefahren wird und Vergehen gehandhabt werden, dann sehe ich da Verbesserungspotenzial. Da müssen wir gemeinsam noch eine Linie finden, die möglicherweise etwas strenger ist als bei der DTM, um die jungen Fahrer mehr an die Hand zu nehmen, ihnen den professionellen Weg in den Profisport zu zeigen und sie dabei zu unterstützen. Das ist definitiv eines der Themen für die Sommerpause, die wir dann auch direkt umsetzen sollten. Die Rennen finde ich absolut toll, die Markenvielfalt, die Fahrer, auch das Engagement und den Ehrgeiz der Teams. Natürlich wünsche ich mir viele Fahrzeuge auf dem Grid, ähnlich wie in der DTM, aber auch da blicke ich aktuell positiv in die Zukunft.“
 
Die DTM Trophy ist die Talentschmiede auf der DTM-Plattform. Gerade in dieser Saison sind einige neue junge Talente am Start, die aus dem BMW M2 Cup kommen, der ebenfalls regelmäßig auf der DTM-Plattform ausgetragen wird. Colin Caresani, der aktuelle Führende in der Fahrerwertung, ist einer dieser erfolgreichen Rookies. Auch M2-Cup-Champion Louis Henkefend hat bereits ein Rennen gewonnen.  Wie bewerten Sie diese Entwicklung? Und wann schafft es der erste Fahrer aus der DTM Trophy den Sprung in die DTM?
 
„Es ist super, dass man auf der Plattform die Entwicklung und den Werdegang aktuell so verfolgen kann. Louis Henkefend und Colin Caresani kommen aus dem BMW M2 Cup und machen einen absolut tollen Job und fahren ganz vorne mit. Das zeigt, dass Rookies, die durch die Schule des M2 Cup gegangen sind, gut vorbereitet für die DTM Trophy sind. Genau das wollten wir übergreifend erreichen. Wir sind stolz darauf, den BMW M2 Cup auf unserer Plattform zu haben. Aus unserem DTM Esports-Förderprogramm werden wir 2023 den Champion Kevin Siggy in der DTM Trophy sehen. Uns liegt der Nachwuchs wirklich am Herzen und wir sehen es sehr gerne, wenn die Talente verschiedene Säulen auf unserer Plattform durchlaufen und schließlich den Weg über die DTM Trophy in die DTM schaffen. Dazu sind zwar große Stellschrauben erforderlich, aber ich bin guter Dinge, dass wir bald einen DTM Trophy-Fahrer in der DTM sehen werden. Das ist unser Ziel und wir arbeiten wirklich hart daran.“
 
Die DNA der DTM gilt auch für die DTM Trophy: ein Fahrer, ein Auto, ein Meister. Was sind die Vorteile dieses Plattform-Prinzips?
 
„Das Prinzip – ein Auto für einen Fahrer und dadurch kürt man am Ende auch nur einen Meister – ist für einen Fahrer der richtige Ansatz, um viel und schnell zu lernen. Dazu bekommen wir auch sehr gutes Feedback von den Teams. Für uns ist das der Weg, den wir verfolgen, um Fahrer so gut wie möglich auf den top GT-Sport vorzubereiten. Wir wollen uns von vergleichbaren Serien abheben, das ist unser Alleinstellungsmerkmal und das wollen wir auch in der Zukunft weiter so umsetzen.“
 
Mit Fahrern aus elf Nationen ist die DTM Trophy internationaler denn je. Worauf führen Sie diese beachtliche Internationalität zurück? Profitiert die DTM Trophy in diesem Punkt besonders stark von der großen Strahlkraft der DTM?
 
„Es hat uns zu Saisonbeginn sehr gefreut, dass elf Nationen bei 20 Autos vertreten sind. Das ist wahnsinnig toll und zeigt die große Strahlkraft der DTM, wovon die DTM Trophy profitiert. Auch für die DTM Trophy-Teams ist es der richtige Weg und die richtige Plattform, um sich ins rechte Licht zu rücken. Das bestätigt auch, dass schon viele DTM-Teams die Synergien nutzen und sowohl in der DTM als auch in der DTM Trophy an den Start gehen. Für 2023 haben bereits weitere DTM-Teams Interesse bekundet, diese Synergien auch nutzen zu wollen.“
 
Die DTM Trophy kann weltweit über die Streaming-Plattform DTM Grid verfolgt werden. In Deutschland und Österreich überträgt ServusTV alle verbleibenden Rennen in voller Länge live im Fernsehen. Sind Sie mit dem medialen Output zufrieden?
 
„Wir sind sehr froh, dass schon am Norisring und auch alle restlichen Rennen live und sogar mit Moderationen live aus dem Grid auf ServusTV in Deutschland und Österreich gezeigt werden. Darüber hinaus werden die Rennen weiterhin auf ServusTV On und natürlich auf DTM Grid gestreamt, um auch international gut aufgestellt zu sein. Wir haben neben ProSieben, die weiterhin die Exklusivrechte an der DTM haben, mit ServusTV einen sehr starken Partner. Wenn man die Entwicklung der DTM, DTM Trophy und DTM Classic sieht, sind wir im TV-Bereich für die Zukunft sehr gut aufgestellt.“

Spannende Rennen bei guter Stimmung auf dem Schleizer Dreieck

Foto: Jens Hawrda

Vom 22. bis 24. Juli feiert die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) mit dem vierten Lauf 2022 das Bergfest der Saison. Gleichzeitig ist der Event auf dem Schleizer Dreieck mit den vollen Tribünen und dem enthusiastischen Publikum der Höhepunkt im Kalender von Deutschlands höchster Rennserie.


Die temporäre Rennstrecke ist die älteste Naturrennstrecke Deutschlands. Der Straßenrundkurs feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Das Fahrerlager befindet sich größtenteils auf grüner Wiese. Für die Rennen werden öffentliche Straßen abgesperrt. Das Schleizer Dreieck lässt bis heute die Moderne mit einer kräftigen Brise Nostalgie verschmelzen. Die IDM-Veranstaltung im Juli ist jedes Jahr ein Highlight für die Aktiven und die Zuschauer. Die rund 30.000 Fans auf den Naturtribünen, im Fahrerlager und auf den umliegenden Flächen sorgen immer wieder für eine grandiose Stimmung.

Vor allem ist Schleiz das „Puffe-Land“. Der local Hero Julian Puffe hat es bis in die IDM Superbike, die Königsklasse der Serie geschafft. Hier treffen Superbikes von BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha aufeinander. Es handelt sich um Serienmotorräder mit 1000 cm³ Hubraum, die man auch im Handel kaufen kann. Die Vierzylindermotoren haben reichlich 220 PS und sind über 300 km/h schnell. Puffe ist in der Rennstadt Schleiz aufgewachsen, man kennt ihn hier. Kann der 26-jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 auf seiner Heimstrecke genauso aufs Podium fahren wie beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring? Oder ist für den momentan Gesamt-Fünften sogar der erste Saisonsieg drin? „Das ist schwierig. Markus Reiterberger ist momentan der stärkste Fahrer im Feld und meine Rundenzeiten reichen bisher nicht ganz an seine Zeiten heran. Und das Schleizer Dreieck findet er genauso klasse wie ich. Einen Vorteil auf der Strecke habe ich nicht, auch wenn ich hier wohne. Denn der Kurs ist ja sonst Teil des öffentlichen Straßenverkehrs. Ich kann also nicht zusätzlich trainieren.“ Puffe wird sein Bestes geben. „Natürlich ist das Heimrennen etwas ganz Besonderes für mich. Die Sponsoren kommen, die ganze Familie und es ist viel mehr los und zu tun als sonst.“

Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW), der 2013 den Rundenrekord auf dem Schleizer Dreieck aufgestellt hat und zu den Publikumslieblingen gehört, kommt mit einem Vorsprung von 67 Punkten in der Gesamtwertung nach Schleiz. Seine unmittelbaren Verfolger sind Florian Alt (Wilbers-BMW) und Toni Finsterbusch (GERT56). Die wiederholte Anwesenheit von Leandro Mercado auf der HRP-Honda kann für völlig neue Verhältnisse sorgen. Der Argentinier aus der Superbike-WM könnte die Wertung auf den Kopf stellen. Das Gleiche gilt für Vladimir Leonov (Hertrampf Mo Yamaha Racing Team) auf Yamaha. In Schleiz greift auch der Belgier Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos) wieder in den Kampf ein. Er hatte sich beim Saisonauftakt verletzt und musste bis jetzt pausieren. Die Vorzeichen für fesselnde Rennen am kommenden Wochenende könnten nicht besser sein. Auch die Wetteraussichten sind hervorragend.

In der IDM Supersport behauptet sich Max Enderlein (M32 Racing) konsequent an der Tabellenspitze, gefolgt von den beiden Österreichern Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Thomas Gradinger (Eder Racing). Aber auch hier gibt es in den Top Ten mit Christoph Beinlich (Roto-Store BRT Vitori) und Jan-Ole Jähnig (M32 Racing) starke Fahrer aus Thüringen. Nicht zu vergessen Klassen-Neuling Micky Winkler (Kawasaki Weber-Motos Racing) und Schleiz-Insider Philipp Stich (PS13Racing), der direkt an der Strecke wohnt.

Die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 wird von Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM- Paligo Racing) angeführt. Mit nur vier Punkten Rückstand lauert in seinem Windschatten Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki), der sich große Mühe geben wird, den Spieß in Schleiz umzudrehen. Es geht eng zu in der kleinsten IDM-Klasse. Zwischen Tom Molenaar (Molenaar Racing) und Lennox Lehmann (Freudenberg-KTM Paligo Racing) sowie dem Thüringer Troy Beinlich (Roto-Store BRT Vitori) aus Pößneck liegt jeweils nur ein Meisterschaftspunkt. Die Rennen enden nicht selten mit einem Fotofinish.

Luca Schmidt ist der 18-jährige Nachwuchsfahrer im Boot des Sidecar-Fahrers Josef Sattler. Was den Teenager aus Zeulenroda nicht davon abhält, sich mit dem achtfachen Weltmeister Tim Reeves anzulegen. Der Brite will die Meisterschaft gewinnen, war bisher aber auch vom Pech verfolgt und musste vierte Plätze in Kauf nehmen.

Mit dem Pro Superstock Cup, dem Twin Cup und dem Yamaha R3 bLU cRU Cup wartet ein voll gepackter Zeitplan und jede Menge Rennaction auf die gespannten Zuschauer. In Schleiz bekommt man wie immer auch neben der Strecke viel geboten und so wird es auch in diesem Jahr am Samstagabend auf dem „Büchhübel“ eine große Race-Party geben. Fahrernähe erleben die Besucher auch wieder durch ein offenes Fahrerlager und diverse Autogrammstunden. Den kompletten Zeitplan und weitere Informationen zur Serie finden Sie auf www.idm.de. Wer an diesem Wochenende verhindert ist und nicht zum Schleizer Dreieck reisen kann, dem steht wie immer unser professioneller Livestream zur Verfügung. Alle Rennen der Prädikatsklassen und jeweils das erste Rennen der Cups werden auf diesem unter www.idm.de/live übertragen.