Samstag, 2. Juli 2022

Besonderes Rennen, besonderer Helm

DTM-Star Marco Wittmann stiftet Helm für Wings for Life

  • Norisring: Lokalmatador Marco Wittmann stiftet Helm für Wings for Life-Auktion
  • Stolzer Besitzer: Geschäftsmann aus Hessen mit Höchstgebot für Helm von Meister Götz
  • Beachtliche Bilanz: Renn-Utensilien von van der Linde, Götz und Rast brachten insgesamt schon 12.500 Euro

Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport, BMW) stiftet Helm für Wings for Life © DTM

Im Rahmen der Charity-Partnerschaft zwischen der DTM und der internationalen Forschungsstiftung Wings for Life stiftet BMW-Werksfahrer Marco Wittmann seinen BMW M-Jubiläumshelm. Für Wittmann ist die DTM Norisring powered by BMW M ein sehr besonderes Rennen, da er nur wenige Kilometer von der temporären Rennstrecke in Nürnberg entfernt lebt.

Bei der letzten Auktion wurde der Helm des amtierenden DTM-Meisters Maximilian Götz für 5100 Euro ersteigert. Stolzer neuer Besitzer ist ein Motorsport-Fan aus Mittelhessen.

„Wings for Life ist eine gute Sache, ich habe lange Zeit selbst Radrennsport gemacht und habe mehrere Bekannte, die sich am Rückenmark verletzt haben und nun auf Hilfe angewiesen sind. Hoffentlich wird es früher oder später eine Lösung für solche Verletzungen geben“ äußert sich der Geschäftsmann. 

Die DTM-Organisation ITR unterstützt Wings for Life und organisiert an jedem Rennwochenende einen Auktionsgegenstand, der über United Charity ersteigert werden kann und dessen Erlös zu 100% der Stiftung zu Gute kommt.

Nächste Auktion ist der Helm von Marco Wittmann, der dem oder der Meistbietenden im Rahmen der offiziellen Siegerehrung des DTM-Events am Nürburgring (26. - 28. August) überreicht wird, zwei DTM-Tickets inklusive.

„Das ist für mich ein ganz besonderer Helm, wir feiern dieses Jahr 50 Jahre bei BMW M und deswegen gibt es auch nur in diesem Jahr das spezielle BMW M Retro-Logo auf dem Helm. Seitlich sieht man meine Startnummer, die Nummer 11 als Markenzeichen. Und viele weitere schöne Gimmicks wie obendrauf eine grün-schwarze Carbon Fassung und natürlich darf meine Unterschrift nicht fehlen“ beschreibt der zweifache DTM-Champion Marco Wittmann das Einzelstück. „Ich selbst bin schon lange bei der Wings for Life Stiftung dabei und bin auch schon beim Wings for Life World Run mitgelaufen.“

Die laufende Auktion endet am 14. August 2022. Alle Infos und den Link zur Auktion gibt es unter dtm.com.

Neben dem Helm von Maximilian Götz (Mercedes-AMG Team WINWARD Racing) wurden bereits ein Meisterschafts-Rennoverall von René Rast (Team ABT) sowie ein Helm von Kelvin van der Linde (Team ABT Sportsline) ersteigert. Der Gesamterlös beträgt 12.500 Euro.


Freitag, 1. Juli 2022

Regen zum DTM-Auftakt am Norisring

Tagesbestzeit für Thomas Preining im Porsche

  • Regenwetter macht Bedingungen schwierig, aber am Samstag kehrt der Sommer zurück
  • DTM Trophy: Thiago Vivacqua in beiden Trainings vorne
  • DTM Classic: Zweite Chance am späten Nachmittag

T. Preining (AUT), Porsche, KÜS Team Bernhard © DTM

Verregneter Auftakt bei der DTM Norisring powered by BMW M: Am Freitag, dem ersten von drei Veranstaltungstagen beim Sommer-Highlight der DTM in Nürnberg, drehten die Fahrer auf überwiegend nassem Geläuf ihre Runden. Tagesschnellster der DTM war der Österreicher Thomas Preining im Porsche des KÜS Team Bernhard, der im ersten Training, als es noch nicht so stark regnete, eine Zeit von 49,705 Sekunden fuhr. An den beiden nachfolgenden Tagen soll es am Norisring wieder sonnig und warm werden. Beste Bedingungen also für ein Rennsportspektakel der Extraklasse rund um die Steintribüne, wo am Samstag und Sonntag die DTM-Rennen jeweils um 13:30 Uhr gestartet werden. ProSieben sendet an beiden Tagen ab 13:00 Uhr live aus Nürnberg, außerdem sind alle Sessions live im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) zu verfolgen. Eintrittskarten für beide Tage sind an den Tageskassen am Norisring erhältlich.

Nach sommerlich-heißen Tagen setzte am Freitag wie vorhergesagt der Regen ein. Die meisten Fahrer aus der DTM, DTM Trophy und den Partnerserien nutzten die Trainingssitzungen am Freitag auf dem Norisring daher vor allem, um sich mit dem einzigen Stadtkurs im Kalender vertraut zu machen. Für detaillierte Abstimmungsarbeit mit Hinblick auf die Zeittrainings und die Rennen waren die Trainings nur bedingt von Bedeutung, denn am Samstag und Sonntag ist wieder bestes Sommerwetter vorhergesagt.

A. Güven, erster DTM-Fahrer aus der Türkei © DTM

„Regenwetter ist Porsche-Wetter“, lautet eine alte Motorsportweisheit, und das stellte Thomas Preining am DTM-Trainingstag einmal mehr unter Beweis. Der Österreicher, der zuletzt in Imola bereits lange Zeit auf Podiumskurs war, fuhr im ersten Training die Bestzeit und war 0,084 Sekunden schneller als René Rast (GER, Audi, Team ABT). Mit Dennis Olsen (NOR) fuhr ein weiterer Porsche-Fahrer im 911 des Teams SSR Performance auf Rang drei, vor Ayhancan Güven (TUR), der am Norisring im AlphaTauri AF Corse Ferrari seinen ersten DTM-Einsatz erlebt. Im zweiten Training waren die Zeiten gut vier Sekunden langsamer. In diesem Durchgang war der Inder Arjun Maini im HRT Mercedes-AMG mit einer Zeit von 54,057 Sekunden vorne, gefolgt von Newcomer Franck Perera (FRA), der am Wochenende im GRT Lamborghini den erkrankten Rolf Ineichen (SUI) vertritt.

In der DTM Trophy fuhr der Brasilianer Tiago Vivacqua im Audi R8 des Teams Heide-Motorsport in beiden Trainingssitzungen die Bestzeit, seine Zeit von 57,353 Sekunden aus dem ersten Durchgang war die Bestzeit des Tages. Sein südafrikanischer Teamkollege Mikaeel Pitamber war Zweitschnellster, während der US-Amerikaner J.P. Southern im Audi des Teams EastSide Motorsport die Audi-Dreifachführung komplettierte. Schnellster Nicht-Audi-Fahrer war Daniel Gregor (GER) im Porsche des KÜS Team Bernhard auf Rang vier vor seinem neuseeländischen Teamkollegen Ricky Capo.

Für die Teilnehmer des DTM Classic Cup, die nach dem Saisonauftakt auf dem Lausitzring ihr zweites Rennwochenende des Jahres erleben, wurde das Freie Training bereits nach wenigen Minuten beendet, da zwei Fahrer eine Ölspur auf die Strecke gelegt hatten. Am späten Nachmittag erhielten die Classic-Fahrer eine zweite Chance zur Vorbereitung. Zu den Teilnehmern der DTM Classic am Norisring gehören nicht weniger als sieben Ex-DTM-Profis, auch die klassischen Tourenwagen aus den Jahren zwischen 1984 und 2007 sorgen für Faszination auf der traditionsreichen Strecke, auf der am Wochenende das 49. und 50. DTM-Rennen der Norisring-Geschichte ausgetragen werden.


Donnerstag, 30. Juni 2022

DTM Rekord-Starterfeld erfordert längste Boxengasse in der Geschichte des Norisring

  • DTM Norisring powered by BMW M: Hautnah vor Ort erleben oder Live im TV
  • Logistische Herausforderung für alle Beteiligten
  • Es ist angerichtet: Norisring bereit für das große Motorsport-Festival

Der Norisring und die Steintribüne © DTM

Das Rennen am Norisring wird gerne mit der Formel 1 in Monaco verglichen und wird daher oft auch „fränkisches Monaco“ genannt. Es ist das besondere Flair am Dutzendteich, die großartige Atmosphäre auf der vollen Steintribüne und die Promis im Grid. Was Monaco und Norisring noch gemeinsam haben, ist, dass beide keine permanente Rennstrecken sind. Das erfordert Jahr für Jahr unendlich viel Arbeit und einige ungewöhnliche Maßnahmen. Das Rekord-Starterfeld der DTM mit aktuell 27 Rennwagen von Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG und erstmals Porsche – soviel wie noch nie in Nürnberg seit dem DTM-Comeback 2000 – erfordert ebendort eine längere Boxengasse, die mit 170 Metern gleich um 50 Meter länger ausfällt als noch im Vorjahr. Und auch das Boxenzelt ist so groß wie nie zuvor. Auch die Mitglieder des ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg (MCN) leisten viele Arbeitsstunden für die Installation von Leitplanken, Sicherheitszäunen, zusätzlichen Tribünen und Reifenstapeln rund um den 2,3 Kilometer langen Kurs. Wenn die insgesamt zwölf Rennen – je zwei von DTM, DTM Trophy, DTM Classic, BMW M2 Cup, TCR Europe Series und Ferrari Club Deutschland Racing Series – am Wochenende (1. bis 3. Juli) unter dem Namen DTM Norisring powered by BMW M ausgetragen werden, können nicht nur die Fans an der Rennstrecke, sondern auch die Zuschauer auf der ganzen Welt ein TV-Programm von insgesamt 25 Stunden und mit faszinierenden Bildern aus 56 Kamerapositionen verfolgen. Die DTM Norisring powered by BMW M wird in über 70 Ländern übertragen.

Die neue Boxenanlage wurde bereits seit März geplant, der Aufbau begann am 13. Juni und wurde vor einer Woche abgeschlossen, einschließlich behördlicher Abnahme. Die nun 170 Meter lange Einrichtung präsentiert sich als Doppelstock-Anlage. Neben den Teamgaragen sind im Erdgeschoss die Logistik für die Technische Abnahme, TV und Rettungs-Crew untergebracht. Als Fan-Highlight wurde auch wieder eine Pit View Box eingeplant, mit direktem Blick in die Boxen zweier unterschiedlicher Teams. Im Obergeschoss befindet sich die Sieger-Empore sowie das einheitliche Team-Catering und die DTM Power Lounge. Die Erweiterung der Boxenanlage hat keinen Einfluss auf die übliche Platzierung der Container für Rennleitung und Zeitnahme, die MCN-Hospitality und die Boxengassentribüne.

„Der diesjährige Aufbau toppt einfach alles. Die längste Boxengasse in der Geschichte des Norisring, das gab es noch nie. Diese gewaltige Boxenanlage inklusive des Zeltes, das ist alles sehr beeindruckend. In diesem Projekt steckt so viel Detailarbeit, Wahnsinn. All das kann nur gelingen, wenn alle Parteien gut zusammenarbeiten, und das ist hier ganz klar der Fall“, sagt Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR, und fügt hinzu: „Lobend erwähnen möchte ich die extrem gute Zusammenarbeit mit dem Motorsport Club Nürnberg. Das macht großen Spaß so.“

Die heiße Phase des Rennstrecken-Aufbaus umfasst die letzten sechs Wochen vor dem Renntermin und für den Rückbau die beiden Wochen danach. Die gesamte Vorbereitungszeit für diese Großveranstaltung beläuft sich auf neun Monate, in denen gut 200 MCN-Mitglieder und weitere 400 ehrenamtliche Helfer über 10.000 Arbeitsstunden leisten. Für die Rennstrecke müssen etwa fünf Kilometer Leitplanken und und Sicherheitsfangzaun montiert werden, dazu etwa zweieinhalb Kilometer Beton-Elemente, die ebenfalls der Streckenbegrenzung dienen. Zur Sicherheit tragen auch gut 110 sogenannte Sixpacks bei, die aus Reifenstapeln mit jeweils sechs Reifen bestehen. Darüber hinaus müssen Sitzplatztribünen für zusätzliche 25.000 Zuschauer errichtet, etwa zwölf Kilometer Bauzaungitter aufgestellt sowie je drei Kilometer Wasser- und Abwasser-Leitungen und mehr als fünf Kilometer Stromkabel verlegt werden. Auch die regelmäßigen Schulungen der Sportwarte der Streckensicherung, den sogenannten Streckenposten, zum Erhalt der erforderlichen DMSB-Marshall-Lizenz gehören zur Vorbereitung dazu, um den Fahrern und Fahrerinnen der sechs Rennserien am Norisring-Wochenende eine bestmögliche Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.

Schließlich steht das DTM Norisring powered by BMW M im Fokus der Motorsport-Enthusiasten, sowohl vor Ort als auch rund um den Globus. Aus quasi jedem Blickwinkel, aus 56 Kameraperspektiven, wird die faszinierende Rennaction eingefangen, insgesamt 16 Kilometer Kabel wurden dazu im Veranstaltungsareal verlegt. An den drei Event-Tagen produziert DTM-Partner TV Skyline insgesamt über 25 Stunden Programm mit 60 Livestreams und über 250 sogenannten InRace-Clips, kurzen Video-Schnipseln, die bereits während des Rennens weltweit verfügbar sind. Allein die DTM-Rennen, die im deutschsprachigen Raum von ProSieben live übertragen werden, sind in über 70 Ländern zu sehen.

Und noch ein Novum: Der sogenannte TV-Compound, der Stellplatz für die Übertragungswagen, ist erstmals in das Fahrerlager-Umfeld eingebettet, so dass der Zuschauer sich ein Bild „vom Bild“ machen kann.

Tickets für das einzigartige Motorsport-Spektakel in Nürnberg gibt es heute noch im Vorverkauf unter tickets.dtm.com, via 01806 991166 und ebay.de sowie während des Events an den Tageskassen.


Kurzfristiger Fahrerwechsel in der DTM am Norisring

Franzose Franck Perera startet im GRT Lamborghini

  • Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera übernimmt das Auto mit der Startnummer 19
  • Debüt in der DTM, Erfahrung mit dem Norisring
  • DTM Norisring powered by BMW M – der Sommer-Höhepunkt der Traditionsserie

DTM-Premiere: Franck Perera (FRA) startet am Norisring im #19 GRT Lamborghini © DTM

Der Franzose Franck Perera startet beim DTM Norisring powered by BMW M im Lamborghini Huracán des Grasser Racing Teams (GRT). Der 38-Jährige ersetzt im Lamborghini mit der Startnummer 19 den erkrankten Schweizer Rolf Ineichen. Wie Teamkollege Mirko Bortolotti (ITA), der als Tabellenzweiter am Wochenende (1. bis 3. Juli) auf dem Stadtkurs von Nürnberg antritt, ist Perera Werksfahrer der Lamborghini Squadra Corse. Die DTM ist für Perera zwar Neuland, den Norisring kennt er jedoch aus seiner Zeit in der Formel-3-Euroserie 2004 und 2005.

„Es freut mich sehr, das erste Mal in meiner Karriere in der DTM an den Start zu gehen. Ich werde mein Bestes geben, um Rolf mit der Startnummer 19 würdig zu vertreten“, äußert sich Franck Perera zu seinem spontanen Einsatz. „Es ist außerdem schön, wieder mit GRT zusammenzuarbeiten und zurück am Norisring zu sein. Ich habe aus meiner Zeit in der Formel 3 sehr gute Erinnerungen an diesen tollen Ort und kann es kaum erwarten, dort nach so einer langen Zeit wieder Rennen zu fahren.“ Perera, ehemaliger Formel-1-Testfahrer von Toyota, stand insgesamt zwei Mal in vier Formel-3-Rennen auf dem Norisring als Dritter auf dem Podium, jeweils mit Lewis Hamilton als Sieger. Mit GRT erzielte Perera zwischen 2019 und 2021 zahlreiche Erfolge, darunter auch den Sieg in der GTD-Kategorie bei den 24 Stunden von Daytona, unter anderem zusammen mit Bortolotti und Ineichen.

GRT-Teamchef Gottfried Grasser denkt zunächst an Rolf Ineichen: „Rolf ist Anfang der Woche überraschend erkrankt und ich wünsche ihm im Namen der gesamten Mannschaft von Grasser Racing gute Besserung.“ Mit Blick auf Franck Perera ergänzt der Österreicher: „Wir sind erleichtert, dass Franck so spontan einspringen kann. Mit ihm haben wir in den vergangenen Jahren ausgezeichnet zusammengearbeitet. Gerade am Norisring ist es ein Glück, ihn als Ersatz zu haben. Wir sind zum ersten Mal auf dieser Strecke und da ist es wichtig, in dieser unerwarteten Lage auf einen Fahrer zurückgreifen zu können, der das Team kennt.“ Der Österreicher setzt insgesamt vier Lamborghini in der DTM ein – zwei für Bortolotti und Perera sowie zwei für Clemens Schmid (AUT) und Alessio Deledda (ITA).

„Auch wir wünschen Rolf Ineichen gute Besserung“, so Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR. „Mit Franck Perera gibt kurzfristig ein sehr erfahrener Lamborghini-Werksfahrer sein Debüt in der DTM. Es wird spannend zu sehen, wie er sich als DTM-Neuling in diesem enorm starken Starterfeld schlagen wird. Das Gute ist, er kennt den Norisring schon.“

Die DTM Norisring powered by BMW M trägt in der Franken-Metropole die Saisonrennen sieben und acht aus. Insgesamt zwölf Rennen, darunter neben DTM auch DTM Trophy und DTM Classic, sorgen für ein echtes Motorsport-Festival auf dem Stadtkurs.


Mittwoch, 29. Juni 2022

DTM-Piloten mit großem Respekt vor dem Straßenkurs in Nürnberg

  • DTM-Legende Leopold Prinz von Bayern kontert selbstbewusstem Ricardo Feller
  • Lokalmatador Marco Wittmann lobt die Zusammenarbeit mit Renndirektor Scot Elkins
  • Titelverteidiger Maximilian Götz: „Längere Boxenanlage großartige Leistung aller Beteiligten“

Lokalmatadore: M. Götz, M. Wittmann (l-r) © DTM

Norisring ist anders als die anderen Rennstrecken im DTM-Kalender. Es ist der einzige Straßenkurs, der einzige Stadtkurs, eben das „fränkische Monaco“. In die Vorfreude der DTM-Piloten mischt sich auch Respekt vor dieser Herausforderung. „Man muss so nah wie möglich an die Mauer heranfahren“, sagte Ricardo Feller in der DTM-Pressekonferenz vor dem DTM Norisring powered by BMW M (1. bis 3. Juli) über die Mauer ausgangs des Schöller-S. Der junge Schweizer, der zuletzt in Imola mit seinem ABT Audi R8 seinen ersten DTM-Sieg feierte, fährt zum ersten Mal auf dem Norisring, hat sich mit Videos vorbereitet und will sich beim Track-Walk am Donnerstag die Tücken der Rennstrecke genauer anschauen. „Ich weiß, wie breit mein Audi ist“, sagt Feller selbstbewusst. Da kann Leopold Prinz von Bayern, der seit 1967 viele Rennen auf dem Norisring bestritten hat, nur schmunzeln: „Ich habe mir mindestens schon zehn Spiegel an der Mauer abgefahren.“ Der US-Amerikaner Dev Gore freut sich besonders auf den Norisring: „Ich mag Straßenkurse, kenne solche Strecken vor allem aus meiner Heimat USA“, so der Überraschungszweite in Imola im Rosberg Audi.

„Die Fans können zwei actionreiche Rennen am Norisring erwarten“, ist Maximilian Götz (WINWARD Racing Mercedes-AMG) überzeugt, der auf seiner Hausstrecke im vergangenen Oktober seinen ersten DTM-Titel einfuhr. „Es ist an der Zeit, wieder aufs Podium zu springen“, gibt Götz als Ziel für sein Heimrennen aus. Dafür will er sich unbedingt im Qualifying verbessern und einen besseren Startplatz erkämpfen als in den bisherigen Saisonrennen. Doch auch der Qualifying-Modus ist am Norisring anders, denn die 27 Rennwagen werden auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs in zwei Gruppen aufgeteilt. „Ich kenne den Modus von früher vom Kartsport“, so Götz. „Der Modus funktioniert gut.“ Auch Marco Wittmann, der nur wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernt wohnt, sieht die Qualifying-Aufteilung positiv, schließlich hat somit jeder Fahrer eine größere Chance auf eine freie Runde. „Das ist eine gute Lösung, fair für alle.“ Der zweimalige DTM-Champion lobt dabei vor allem die Zusammenarbeit mit Scot Elkins, dem DTM-Renndirektor: „Scot Elkins ist absolut offen für unsere Vorschläge. Es gibt einen engen, offenen Austausch zwischen uns Fahrern und ihm – das ist wirklich vorbildlich.“

Götz und Wittmann fanden in der Video-Pressekonferenz auch für die verlängerte Boxengasse lobende Worte. „Das ist eine großartige Arbeit aller Beteiligten vom Motorsport Club Nürnberg und der ITR.“ Für das Rekord-Starterfeld der DTM wurde die nicht permanente Boxenanlage von 120 auf 170 Meter erweitert. „Das erhöht die Sicherheit, auch für die Mechaniker“, betont Wittmann, der sehr gerne im Walkenhorst BMW seinen ersten Heimsieg von 2018 wiederholen möchte. Aus Sicherheitsgründen ist in der Boxengasse am Norisring nur Tempo 40 anstatt der üblichen 60 km/h erlaubt.

Für Leopold Prinz von Bayern steht fest: Er will das Rennwochenende auf jeden Fall genießen. „Ich habe so unglaublich viele tolle Erinnerungen an den Norisring! Ich freue mich darauf, viele Freunde zu wiederzusehen und wieder dort zu fahren, auch wenn die Strecke anstrengend ist und es kaum Passagen gibt, um sich zu erholen.“ Der ehemalige BMW-Werksfahrer, der heute als BMW-Markenbotschafter intensiv in das Jubiläum 50 Jahre BMW M eingebunden ist, teilt sich mit seinem Freund Marc Hessel, dem DTM-Dritten von 1987, das Cockpit eines BMW 320i mit typisch bayerischem Design. „Poldi“ ist überzeugt: „Es wird großartig!“