Freitag, 20. August 2021

„König Ludwig“ am Nürburgring: 71 und kein bisschen langsam

  • Dreimaliger DTM-Champion startet im 96-er Class-1-Mercedes in der DTM Classic
  • Ludwig über die aktuelle DTM: „Ich bin ein Fan dieser Rennen!°“
  • Der gebürtige Bonner engagiert sich in der Flutkatastrophe im Ahrtal

Tourenwagen-Legenden wie Klaus Ludwig und der 1996-er Class-1-Mercedes © DTM

Seine Erfolge auf dem Nürburgring haben ihm den Namen „König Ludwig“ eingebracht. Wenn die DTM an diesem Wochenende in der Eifel gastiert, ist Klaus Ludwig wieder mittendrin und genießt gleich doppelt: „Es macht so viel Spaß, diese Autos auch heute noch zu fahren“, sagt er über den 1996-er Class-1-Mercedes, den er in den Rennen zur DTM Classic Tourenwagen- Legenden unverändert erfolgreich steuert. 71 Jahre ist Ludwig – und kein bisschen langsam. Und auch die aktuelle DTM hat es dem dreimaligen DTM-Champion angetan: „Die GT3-Rennwagen revolutionieren den Motorsport, die Rennen sind fantastisch, auch in der DTM. Das ist toll für die Zuschauer.“

„Meine Frau und mein Sohn Luca sagen, ich sei bekloppt, dass ich mir das immer noch antue“, erzählt Ludwig. „Aber mir macht es wahnsinnig viel Spaß. Ich habe mich nie schwergetan, diese Autos zu bewegen.“ Seit drei Jahren fährt er die Rennen der Tourenwagen-Legenden, die seit diesem Jahr Teil der DTM-Plattform sind. „Wir zeigen die DTM-Autos aus einer tollen Zeit.“ Der gebürtige Bonner hat bereits vier Saisonrennen gewonnen. Aber es sind nicht die Siege, die ihn zufriedenstellen. „Siege sind immer schön, aber Motorsport lebt von der Competition. Wenn Kurt und ich es uns richtig geben, macht es erst wirklich Spaß.“ Der Däne Kurt Thiim und Volker Strycek, zwei ehemalige DTM-Meister, Klaus Niedzwiedz und Marc Hessel zählen zu den Jägern von „König Ludwig“. Und Ludwig verweist ausdrücklich darauf, dass er mit dem 1996-er Mercedes nur unwesentlich langsamer ist als die heutigen DTM-Rennwagen. „Das Auto fährt wie damals wie auf Schienen, es ist einfach fantastisch zu fahren“, beschreibt er mit leuchtenden Augen.

Der dreimalige Le-Mans-Sieger Klaus Ludwig genießt die Zeit im Fahrerlager in vollen Zügen. „Die Atmosphäre ist wirklich toll.“ Ludwig ist mittendrin, diskutiert über die Technik der alten DTM-Generationen und über die GT-Rennwagen der DTM. Klaus Ludwig, wie er leibt und lebt, engagiert und immer mit deutlichen Worten.

Die DTM 2021 fasziniert ihn. „Jetzt sieben Marken in der DTM ist toll. Aus meiner Sicht können es auch gerne zehn sein. Hier muss man als Marke einfach vertreten sein!“ Am Nürburgring debütiert Porsche in der DTM. „Hoffentlich macht Porsche einen guten Job, und davon bin ich überzeugt. Dann ist die Zukunft der DTM hell und leuchtend", ist der 37-malige DTM-Sieger überzeugt. Kritik, dass die DTM mit GT-Rennwagen nichts mit der alten DTM zu tun habe, bezeichnete er als Blödsinn. „Die alte DTM war zu teuer, es war nicht interessant für die Zuschauer, es gab viele Unterschiede am Wochenende, man wusste nicht, warum performt das Auto nicht, warum gewinnt jenes Auto jetzt?", sagte Ludwig.

In diesem Nürburgring-Wochenende hat Klaus Ludwig noch eine andere Aufgabe am Nürburgring, eine Herzensangelegenheit. Der gebürtige Bonner, der seit Jahren direkt oberhalb des Ahrtals lebt, hat eine Aktion für Jugendliche aus dem von einer Flutwelle am 14./15. Juli zerstörten Ahrtal initiiert zusammen mit der DTM-Organisation ITR, dem AvD und der Nürburgring GmbH. Am Samstag und Sonntag kommen zwei Gruppen Jugendlicher an den „Ring“, um bei der DTM und mit exklusivem Blick hinter die Kulissen ein paar schöne Stunden zu erleben, damit sie etwas Abstand von der unvorstellbaren Zerstörung im Ahrtal gewinnen. „Kinder und Jugendliche sind bei  einer solchen Katastrophe oft vergessene Opfer. Dabei haben sie aktuell doch Ferien, bei den meisten ist der Urlaub jedoch ausgefallen“, so Ludwig, der auch eine Spendenaktion innerhalb der DTM Classic ins Leben gerufen hat.



Rennsport-Hammer: Formel-2-Toptalent Lirim Zendeli startet in der DTM Trophy am Nürburgring

  • Gaststart mit T3 Motorsport
  • Bochumer pilotiert Audi R8 LMS mit der Startnummer 22
  • DTM Trophy Samstag und Sonntag live in SPORT1

Lirim Zendeli (GER), Audi, T3 Motorsport © DTM

Die DTM Trophy bekommt für ihr Renn-Wochenende am Nürburgring kurzfristig noch einen Gaststarter – und was für einen! Formel-2-Toptalent Lirim Zendeli wird im Nachwuchsleistungszentrum der DTM ins Lenkrad greifen. Der Bochumer geht für das DTM Team T3 Motorsport mit der Startnummer 22 an den Start, die mit einem Audi R8 LMS erstmals in der DTM Trophy teilnehmen und mit zwei Lamborghini in der DTM für Furore sorgen.

„Für mich ist es eine sehr spannende Möglichkeit, jetzt in der Sommerpause der Formel-2 Rennpraxis zu sammeln und gleichzeitig mal in GT-Sport reinzuschauen“, sagt Zendeli. „Es war eine sehr spontane Idee, insofern hatte ich keine große Vorbereitungszeit, geschweige denn Möglichkeiten zum Testen. Aber T3 ist ein erfahrenes Team, der Nürburgring eine meine Lieblingsstrecken und jetzt bin ich mal gespannt, wie gut mein rechter Fuß mit dem Gaspedal eines GT-Boliden harmoniert."

Jens Feucht, Teamchef von T3 Motorsport: „Wir freuen uns, dass eins der größten Talente im deutschen Rennsport für uns am Steuer sitzt. Das zeigt auch, welchen Stellenwert wir uns als Team mittlerweile erarbeitet haben. Auch für uns wird es Neuland, in der DTM Trophy an den Start zu gehen. Die Serie ist auf allerhöchstem Niveau mit starken Teams und Fahrern, es wird auch für uns eine Herausforderung – aber wir nehmen Herausforderungen gerne an und haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass wir im Rennsport mit seriennahen GT-Sportwagen erfolgreich sind.“

 Zendeli begann im Alter von zehn Jahren mit Kartsport und stieg 2016 in die Formel 4 auf. 2018 wurde er Formel-4-Meister und wechselte daraufhin in die Formel 3. Nach einer starken Saison 2020 mit zwei Podestplätzen und einem Sieg wechselte er in die Formel 2, wo er für MP Motorsport angreift.

Frederic Elsner, Director Event & Operations der ITR, Dach-Organisation der DTM: „Lirim Zendeli in einem Audi von T3 Motorsport in der DTM Trophy – das ist ein absolutes Highlight, das wir den Fans am Nürburgring und am TV bieten können. Darüber freuen wir uns brutal. Der Formel-2-Fahrer ist ein Riesentalent, und die DTM-Trophy ist das Nachwuchsleistungszentrum im deutschen Rennsport – das passt perfekt zusammen.“

Die DTM Trophy bestreitet am Nürburgring das dritte Rennwochenende der Saison. Die Rennen am Samstag und Sonntag starten jeweils um 15:10 Uhr, SPORT1 überträgt beide Rennen live, auch im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) sind die Rennen zu sehen.

Deutsche GT-Meisterschaft trägt das Finale am Nürburgring aus

  •     Titelentscheidung fällt erstmals in der Eifel
  •     Nachholtermin für ausgefallenes Rennwochenende im August
  •     Titel-Showdown mit ADAC GT4 Germany, ADAC Formel 4 und ADAC TCR Germany

Foto: Jens Hawrda

Die Titelentscheidung in der Deutschen GT-Meisterschaft fällt in der Eifel, der Nürburgring ist erstmals Austragungsort für ein Finalwochenende des ADAC GT Masters. Vom 5. bis 7. November werden dort die Rennen nachgeholt, die nach der Flutkatastrophe in der Region nicht wie geplant Anfang August ausgetragen werden konnten. Auch die ADAC GT4 Germany, die ADAC Formel 4 und die ADAC TCR Germany ermitteln im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters in der Eifel ihre Champions. Alle für das ADAC GT Masters auf dem Nürburgring bereits gekauften Tickets behalten für den Nachholtermin ihre Gültigkeit und müssen nicht umgetauscht werden. Tickets für das Finale gibt es für ADAC Mitglieder bereits ab 22,50 Euro online unter adac.de/motorsport, Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt.

„Wir freuen uns, dass wir einen Nachholtermin auf dem Nürburgring realisieren konnten, nachdem wir das Rennen Anfang August nach der Flutkatastrophe nicht austragen konnten. Es war uns wichtig die Rennen dort nachzuholen, denn für die Region sind gerade jetzt Großevents wie die Deutsche GT-Meisterschaft wirtschaftlich von hoher Bedeutung. Unser Dank gilt dem Nürburgring, dem Hockenheimring und auch der Mediengruppe RTL für die Unterstützung. Der Titelkampf im ADAC GT Masters ist nach sechs Rennen eng und ausgeglichen, wir dürfen uns schon jetzt auf einen heißen Herbst im ADAC GT Masters und einen spannenden Titelshowdown am Nürburgring freuen“, sagt ADAC Vorstand Lars Soutschka.

Gefahren wird beim Finalwochenende die zuschauerfreundliche Sprintstrecke des Nürburgrings. Tickets für das Finale gibt es online unter adac.de/motorsport, für ADAC Mitglieder bereits ab 22,50 Euro. Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt. Für das Wochenende geltende Corona-Schutzmaßnahmen werden rechtzeitig vorher veröffentlicht. Bei Fragen zu Tickets steht Ticketkäufern der Kundenservice des ADAC GT Masters-Ticketshop unter 0351 / 30708010 oder per E-Mail unter hello@etix.com zur Verfügung.

Termine ADAC GT Masters 2021 (Änderungen vorbehalten)


14.05. – 16.05.2021    Motorsport Arena Oschersleben
11.06. – 13.06.2021    Red Bull Ring (A)
09.07. – 11.07.2021    CM.com Circuit Zandvoort (NL)
10.09. – 12.09.2021    DEKRA Lausitzring
01.10. – 03.10.2021    Sachsenring
22.10. – 24.10.2021    Hockenheimring Baden-Württemberg
05.11. – 07.11.2021     Nürburgring

Donnerstag, 19. August 2021

DTM zündet motorsportliches Feuerwerk am Nürburgring

23 Rennwagen, erstmals Porsche, erstmals seit 34 Jahren sieben Marken

  • Gelingt Porsche mit Michael Ammermüller wie Ferrari ein Sieg zum Einstieg?
  • Zusätzliche Starter: Haupt und Stolz (Mercedes-AMG) sowie zum zweiten Mal Klien (McLaren)
  • Wer wird Halbzeit-Meister? Kelvin van der Linde als Spitzenreiter zum „Ring“
  • Fest für Zuschauer: Neben der DTM sorgen weitere fünf Rennserien für puren Rennsport
  • Live vom Nürburgring: weltweit in über 60 Ländern, SAT.1 im deutschsprachigen Raum

DTM-Spitzenreiter: Kelvin van der Linde (RSA) im #3 Audi von ABT Sportsline © DTM


Erstmals startet Porsche in der DTM, erstmals seit 34 Jahren präsentiert die DTM eine Markenvielfalt mit Rennwagen von sieben Herstellern, und das Starterfeld ist mit 23 Autos so groß wie seit Jahren nicht mehr – die DTM zündet auf dem legendären Nürburgring ein motorsportliches Feuerwerk. Die Fans auf den Tribünen und weltweit vor den TV-Bildschirmen erwartet über drei Tage (20. bis 22. August) Rennsport pur von früh bis spät. Dafür sorgt nicht nur die DTM (beide Rennen am Samstag und Sonntag live ab 13:00 Uhr in SAT.1, Rennstart um 13:30 Uhr) als Top-Event, sondern fünf weitere Rennserien, die am Samstag und Sonntag jeweils ein Rennen austragen (alle Rennen live via DTM Grid unter grid.dtm.com).

Porsche hat in den Siebzigern und Achtzigern den deutschen Motorsport geprägt. Durch das geänderte Reglement der DTM ist der Weg nun auch für den Zuffenhausener Sportwagen-Hersteller frei. Stellt sich die Frage, wie stark Porsche sein wird und ob, wie bei Ferrari in Monza zum DTM-Einstieg, gleich ein Sieg gelingt. Das junge, aber äußerst erfolgreiche Team SSR Performance mit Stammfahrer Michael Ammermüller (GER) nutzt die Gelegenheit zu einem Gaststart am Nürburgring. Wie SSR-Teamchef Wolfgang Hatz betont, will das Team in der DTM seine Möglichkeiten für die kommende Saison ausloten. Gleiches gilt für Toksport-WRT direkt aus Quiddelbach am Nürburgring. Das Team schickt einen Mercedes-AMG für GT3-Routinier Luca Stolz (GER) ins Rennen. Zum zweiten Mal nach Zolder startet zudem der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien (AUT) im McLaren von JP-Motorsport. Außerdem übernimmt Markus Winkelhock (GER) den Audi von ABT Sportsline, der sonst von Sophia Flörsch gesteuert wird, die wegen einer Terminkollision jedoch verhindert ist.

Das DTM Kapitel Hubert Haupt geht weiter: Der Münchner war 1991/92 als Audi-Werksfahrer mit dem Audi V8 dabei, kehrte nach dem DTM-Comeback 2001 mit Opel zurück, gründete 2020 sein eigenes Team mit Sitz am Nürburgring und startet nun als Gaststarter im dritten Mercedes-AMG seines HRT-Teams.

Audi, BMW und Mercedes-AMG sowie Ferrari, Lamborghini, McLaren und Porsche – das sind drei Premium-Marken aus Deutschland und vier Sportwagen-Klassiker – mit sieben Marken eine Markenvielfalt wie zuletzt im April 1987 im belgischen Zolder. Dazu kommt ein 23-köpfiges Starterfeld – das gab es zuletzt 2016.

Die DTM 2021 ist lebhaft, spannend, actionreich und gespickt mit atemberaubenden Überholmanövern – das haben die ersten drei Stationen auf dem Highspeed-Kurs in Monza, auf dem Lausitzring mit der markanten Turn 1 und dem klassischen Kurs von Zolder bewiesen. Fünf Sieger in sechs Rennen ist ein weiteres Indiz dafür, welche Spannung in der DTM des Jahrgangs 2021 steckt.

Jetzt geht es also auf den Nürburgring, wo auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke gefahren wird. Der kurze Kurs sorgt für viele Runden und dichtgestaffeltes Treiben der PS-Profis, sehr zur Freude der Fans. Am Fuße der altehrwürdigen Raubritterburg, die der Rennstrecke ihren Namen gab, wurden schon 86 DTM-Schlachten ausgetragen, meist mit offenem Ausgang. Auch wenn viele Wetter-Apps sonniges Wetter und Temperaturen um 20 Grad prognostizieren, will das nichts heißen, denn mit Wetterkapriolen muss man in der Eifel durchaus rechnen. Ein Spannungselement, das niemand sicher vorhersagen kann.

Die große Frage lautet: Wer wird Halbzeitmeister in der DTM 2021? Mit dem zweiten Nürburgring-Rennen am Sonntag, dem achten von 16 Saisonrennen, wird dieser Titel vergeben. Kaufen kann man sich für diese inoffizielle Auszeichnung nichts, doch wer dazu in der Lage ist, will auch zugreifen, allein fürs Prestige und den Motivationsschub. Das gilt allen voran für Kelvin van der Linde. Der 25-jährige Südafrikaner im Audi von ABT-Sportsline ist der einzige, der bisher zwei Rennen gewonnen hat. Mit 101 Punkten führt er vor dem erst 19-jährigen Neuseeländer Liam Lawson, der sich als Red Bull-Junior im Ferrari von AF Corse bestens in Szene setzt und nach seinem Monza-Sieg bisher 80 Punkte sammelte. Lawson ist genauso ein Herausforderer von Kelvin van der Linde wie Lausitz-Sieger Maximilian Götz (Mercedes-AMG Team HRT) mit 72 Zählern, der sich nicht nur auf, sondern auch neben der Strecke wortreich mit van der Linde duelliert. Ein Scharmützel, das zu Zeiten der Hersteller-Engagements in der DTM kaum denkbar gewesen wäre. Zolder-Sieger Marco Witmann (GER/67) ist im Walkenhorst-BMW auf den vierten Punkterang vorgerückt, gefolgt von Red Bull-Formel-1-Pilot Alex Albon (THA/54) im AlphaTauri-Ferrari.

Die DTM ist spürbar aufgeladen für die Aufführung in der Eifel, aber auch die DTM Trophy mit den seriennahen GT-Sportwagen, die DTM Classic Tourenwagen-Legenden mit Altstars wie Klaus Ludwig, Klaus Niedzwiedz, Kurt Thiim und Volker Strycek, außerdem der BMW M2 Cup für junge Talente ab 16 Jahren, der Lotus Cup Europa sowie die Ferrari Club Deutschland Racing Series sorgen für ein elektrisierendes Motorsport-Spektakel für Generationen.

Noch gibt es ein paar wenige Eintrittskarten für dieses DTM-Highlight auf dem Nürburgring, die über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) exklusiv nur online erworben werden können. Für den Nürburgring ist es die erste große Veranstaltung nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. Unabhängig vom DTM-Event werden Areale rund um den Nürburgring als Einsatzzentrale für Hilfsorganisationen genutzt. Via A1 (Blankenheim), A61 (Wehr) und A48 (Ulmen) ist die Anreise zum Nürburgring problemlos möglich, nur das Ahrtal sollte für die Anfahrt unbedingt gemieden werden.

Mittwoch, 18. August 2021

Heimvorteil beim Heimspiel? Fünf Teams aus der Eifel in der DTM Trophy am Nürburgring am Start

  •  Spitzenreiter William Tregurtha fährt für Niederzissener CV Performance Group
  •  Ring-Racing, PROsport Performance und Racing One mit kurzer Anreise
  •  Premiere: Team Schnitzelalm mit Marcel Marchewicz startet am Nürburgring
  •  Live vom Nürburgring: SPORT1 und DTM Grid zeigen beide Rennen

Tim Heinemann (GER), Aston Martin, PROsport Racing © DTM


Ihre Anreise ist kurz, denn der Teamsitz ist in der Eifel und damit nah am Nürburgring. Das ist aber dann auch schon der einzige Vorteil für jene fünf Teams, die am dritten Rennwochenende der DTM Trophy zum Heimspiel auf dem Nürburgring (20.-22. August) antreten. Denn: Die Traditionsrennstrecke ist allen Teams bestens bekannt. Drei dieser fünf Teams wollen im Kampf um die Meisterschaft mitreden, während ein anderer Rennstall, nämlich Schnitzelalm, sich erstmals auf das professionelle Parkett der DTM begibt, auf der sich die Nachwuchsserie DTM Trophy präsentiert.

Vier Sieger in vier Rennen – die DTM Trophy liefert Spannung pur, sowohl dem wieder erlaubten Publikum auf den Tribünen als auch den TV-Zuschauern zu Hause. Beide Rennen am Samstag und Sonntag – Start jeweils um 15:10 Uhr – werden in SPORT1 und über die Streaming-Platform DTM Grid (grid.dtm.com) übertragen.

Zwei Teams aus Niederzissen: CV Performance an der Spitze – Schnitzelalm debütiert

Das Team der Stunde in der hartumkämpften DTM Trophy, die mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragen wird, ist die CV Performance Group aus Niederzissen, gerade einmal 30 Kilometer vom „Ring“ entfernt.  Erst kurz vor dem Saisonauftakt in Monza hat sich die Mannschaft um Christian Voß eingeschrieben, doch von der ersten Runde auf dem Highspeed-Kurs von Monza an etablierte sich CVPG-Pilot William Tregurtha mit dem Mercedes-AMG im Spitzenfeld. Der 21-Jährige aus dem britischen Bedford hat neben dem Sieg im vierten Saisonrennen auf dem Lausitzring weitere sechs Punkte durch zwei Pole-Positions eingefahren, dazu zwei zweite Plätze und ein dritter Platz. Er stand also bei allen Rennen auf dem Siegerpodest! Mit 83 Punkten führt Tregurtha die Meisterschaft an, vor seinem Landsmann Ben Green (FK Performance Motorsport) mit 71 Zählern. BMW-Pilot Green gewann den Auftakt in Monza, erzielte eine Pole-Position. Ungewöhnliche Randnotiz: Tregurtha und Green fahren gegeneinander, sind aber beste Kumpels, die auch schon in einer Wohngemeinschaft zusammengelebt haben und auch gemeinsam zu den Rennen anreisen.

Nur zwölf Kilometer hat Ring-Racing von Boxberg bei Kelberg bis ins Nürburgring-Fahrerlager. Das Team von Uwe Kleen hat mit GT-Routinier Nico Verdonck bereits einen Saisonsieg im Toyota erobert, mit 38 Zählern ist der Belgier aktuell Vierter der DTM Trophy. Auch Verdoncks Teamkollegin im zweiten Ring-Racing-Toyota, die Niederländerin Stéphane Kox, zeigte bislang eine beachtliche Performance und fuhr auf dem Lausitzring gleich zweimal in die Punkteränge, ließ die weibliche Konkurrenz mit Laura Kraihamer (AUT, KTM) und Sophie Hofmann (GER, Audi) klar hinter sich.

Die kürzeste Anreise zum Nürburgring hat PROsport Racing. Vom Teamsitz in Wiesemscheid sind es keine fünf Kilometer bis ins Fahrerlager. Natürlich sind alle Mechaniker auch „Heimschläfer“, ein kleiner logistischer und auch finanzieller Heimvorteil. PROsport setzt drei Autos ein, darunter ein Aston Martin für Tim Heinemann. Das Projekt Titelverteidigung läuft aber noch nicht rund, denn in Monza kreuzte Heinemann zwar als erster die Ziellinie, eine Zeitstrafe warf ihn aber auf Rang drei zurück. Am Lausitzring führte er erneut das Rennen an, bis sich ein Konkurrent fulminant verbremste und den Aston Martin mit ins Verderben riss. Bei noch zehn ausstehenden Rennen hat Heinemann (20 Punkte) seine Ambitionen jedoch noch nicht begraben.

Während das Team Racing One (Audi) mit dem rumänischen Fahrer David-Mihal Serban aus dem rund 45 Kilometer entfernten Plaidt anreist, hat ein Neueinsteiger seinen Teamsitz ebenfalls im in Motorsport-Kreisen bekannten Brohltal-Ort Niederzissen. Schnitzelalm-Racing, ansonsten bei Langstreckenrennen auf der Nordschleife am Start, bringt für Marcel Marchewicz (GER) einen Mercedes-AMG ins Rennen. „Wir gehen mit dem Start in der DTM Trophy einen weiteren Schritt in Richtung professionellen Motorsport,“ sagt Teamchef Thomas Angerer. „Die DTM Trophy bietet Motorsport auf einem hohen Niveau und ist mit den seriennahen GT-Fahrzeugen ein sehr gutes Sprungbrett für die DTM. Für uns die perfekte Serie, um weitere Erfahrungen im GT-Bereich zu sammeln.“