Dienstag, 20. Juli 2021

Finale Freigabe: FIA gibt grünes Licht für Turn 1 am Lausitzring

  • Geänderte Streckenführung mit überhöhter Kurve genehmigt
  • Ex-DTM-Champion Mike Rockenfeller: Anspruchsvoller als Daytona
  • Jeroen Bleekemolen erinnert sich an 2003: Eine mega Erfahrung
  • Und Action! DTM-Rennwagen vom 23. bis 25. Juli am DEKRA Lausitzring

DEKRA Lausitzring: Dicht an dicht in Zweier-Reihen zum Start und dann mit Vollgas in Turn 1 © DTM

Mit Vollgas durch die erste Kurve: Die DTM fährt am kommenden Wochenende auf dem DEKRA Lausitzring wie angekündigt durch den 300 Meter langen und überhöhten Turn 1. Die finale Freigabe für die geänderte Streckenführung durch den Automobil-Weltverband FIA erfolgte nach einer Besichtigung vor Ort am Dienstagmorgen. Audi-Pilot Mike Rockenfeller (GER, ABT Sportsline): „Die Windschattenspiele werden am Lausitzring sehr wichtig sein, und das wird auch für viel Rennaction sorgen. Ich freue mich darauf.“ Freuen können sich auch die Zuschauer, die beim zweiten DTM-Rennwochenende endlich wieder zugelassen sind.

Rockenfeller, der DTM-Champion von 2013, ist überzeugt: „Turn 1 am Lausitzring ist anspruchsvoller als Daytona.“ Dazu erklärt der dienstälteste DTM-Fahrer: „In Daytona ist der Neigungswinkel steiler, deshalb geht die Steilkurve mit Vollgas, ganz gleich auf welcher Linie. Am Lausitzring muss man sich hingegen genau positionieren, ein bisschen zirkeln.“ Statt am Ende der Start-Ziel-Geraden enorm abzubremsen und nach links ins Infield einzubiegen, bleiben die Weltklassepiloten der DTM 2021 auf dem Gas, werden allenfalls leicht lupfen. „Ich denke, damit wird die Durchschnittsgeschwindigkeit im ersten Sektor von 130 auf etwa 250 km/h ansteigen“, mutmaßt der amtierende Vizemeister Nico Müller (Team Rosberg, Audi).

Die Sachverständigen-Organisation DEKRA, in deren Besitz sich die Anlage seit 2017 befindet, hat die Vorbereitungen abgeschlossen. So wurden vor allem beide Durchlässe zur angebundenen Hochgeschwindigkeits- und Prüfstrecke mit Betonelementen abgesichert, zudem die Boxenmauer verlängert und die sogenannte erste Safety-Car-Linie verlegt. Die finale Abnahme der geänderten Streckenführung erfolgte am Dienstagvormittag durch Niels Wittich, Rennstrecken-Inspekteur der FIA. „Da die überhöhten Kurven des Triovals schon charakteristisch für den DEKRA Lausitzring sind, freuen wir uns sehr, dass sich die DTM zum diesjährigen Rennen auf unserer Strecke für diese sehr spannende Variante des Kurses entschieden hat“, so Uwe Burckhardt, Leiter Test und Event am DEKRA Lausitzring. Darüber hinaus hat sich die DTM das Streckenlayout mit der Steilkurve exklusiv für drei Jahre sichern lassen.

Leuchtende Augen bekommt Jeroen Bleekemolen, wenn er sich an 2003 erinnert. Damals fuhr die DTM in den Trainingssessions am Freitag durch die überhöhte Kurve. „Turn 1 zu fahren war mega! Fast Vollgas, nur ganz wenig lupfen – ich fand es großartig“, sprudelt es Bleekemolen heraus, der damals Opel-Werksfahrer war und heute als einer der vielbeschäftigsten und vielseitigsten Rennfahrer gilt, gerade auch in den USA, wo Steilkurven auf vielen Strecken zu finden sind. „Es war so schnell und dann überhöht, das war eine echt neue Erfahrung“, erinnert sich Bleekemolen. „Es ist schön, mal wieder etwas anderes zu haben. Für die Action auf der Strecke ist das super.“

Nach dem spektakulären Auftakt in Monza ist der Lausitzring, zwischen Berlin und Dresden gelegen, die zweite Station der DTM 2021 und die erste in Deutschland. Beide Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden in Deutschland in SAT.1 und weltweit in über 60 Ländern live übertragen.


Mittwoch, 14. Juli 2021

Das Nürburgring-Doppel: Truck-GP und IDM Superbike 1000 lockt mit Spezialpreisen

Copyright: Motorpresse Stuttgart GmbH & Co. KG

Motorsport ohne Fans ist wie die Eifel ohne den Nürburgring. Wenn am 17. und 18. Juli 2021 die 35. Auflage des ADAC Truck-Grand-Prix gemeinsam mit der IDM Superbike 1000 auf dem Ring startet, sind auch Zuschauer wieder herzlich willkommen. Da es im Gesamtprogramm noch Einschränkungen gibt, wurden die Eintrittspreise für den Mega-Event mit Trucks und Motorrädern fast halbiert.  

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat den Nürburgring erst kürzlich als Modellprojekt für Veranstaltungen mit Zuschauern im Freien benannt. Das vom Nürburgring entwickelte kontaktlose Hygienekonzept für Zuschauer ermöglicht das sichere Live-Erlebnis auf den geöffneten Tribünen. Dieses Konzept greift auch am dritten Juli-Wochenende.

Im Mittelpunkt des sportlichen Teils stehen auf dem Nürburgring die Läufe zur FIA-Europameisterschaft. 20 Trucks mit bis zu 1500 PS fahren um Punkte. Ein Highlight im Programm sind die zwei Meisterschaftsläufe der IDM Superbike 1000. Es handelt sich um die Königsklasse in Deutschlands höchster Straßenrennsportserie. Die Motorräder haben über 200 PS und Fahrer aus ganz Europa kämpfen um den Titel. Die Leistungsdichte ist enorm und die Meisterschaft in der dieser Saison so offen wie schon lange nicht mehr. Vor den beiden Läufen beim ADAC-Truck-Grand-Prix führt der Schweizer Dominic Schmitter auf Yamaha vor dem Franzosen Valentin Debise auf Kawasaki. Dahinter lauern mit Bastien Mackels (BEL) und Vladimir Leonov (RUS) zwei erfahrene Yamaha-Piloten auf ihre Chance. Dahinter folgt der IDM-Supersport 600-Meister Luca Grünwald (Waldkraiburg) als schnellster BMW-Pilot. Für sein GP-erfahrenes Team Kiefer Racing aus Bad Kreuznach ist der Start auf dem Nürburgring das Heimspiel. Zu den Top Sieben der IDM-Königsklasse gehört außerdem der Italiener Alex Polita auf der Honda.

Allein zehn Fahrer kommen für Rennsiege in Frage. Der erste IDM-Lauf findet am Samstag, 17:05 Uhr, statt. Der zweite beginnt am Sonntag, 14:20 Uhr. „Nach der erfolgreichen Premiere in der Saison 2019 gehen die IDM Superbikes nun zum zweiten Mal im Rahmen des Truck-Grand-Prix an den Start, worüber wir uns als Promoter sehr freuen“, so Bert Brandenburg Leiter Events und Veranstaltungen bei der Motor Presse Stuttgart

Das Country-Festival und ein offenes Fahrerlager wird es dieses Jahr aus Corona-Gründen  nicht geben. Aufgrund des gekürzten Rahmenprogramms wurden die Ticketpreise aber um rund 50 Prozent reduziert. Die Eintrittskarten kosten nun zwischen 20,00 und 45,00 Euro. Alle Tickets werden personalisiert, sitzplatzgenau vergeben und sind ausschließlich online im Ticketshop unter www.nuerburgring.de erhältlich.


Comeback am Nürburgring: Hubert Haupt schreibt DTM-Geschichte

  •  Novum: einziger Fahrer mit Starts in allen drei Epochen der Traditionsserie
  •  Münchner Teambesitzer startet im dritten HRT-Mercedes-AMG mit markantem Partner
  •  Powerplay in der Eifel: DTM-Festival vom 20. bis 22. August auf dem Nürburgring

Comeback am Nürburgring: Hubert Haupt im #6 PLAYBOY-Mercedes-AMG © HRT 

Für Hubert Haupt geht ein weiterer Traum in Erfüllung: Der Münchner feiert auf dem Nürburgring sein Comeback in der DTM. Mit dem Mercedes-AMG seines eigenen Haupt Racing Teams (HRT) kehrt Hubert Haupt in die Serie zurück, wird vom Teambesitzer zum Teamkollegen und sorgt damit für ein absolutes Novum. Der 52-Jährige ist der erste Fahrer in der DTM, der in allen drei Epochen der Traditionsserie Rennen bestritt – in der klassischen DTM von 1984 bis 1996, in der zweiten Ära von 2000 bis 2020 und schließlich in der aktuellen Epoche der GT-Rennwagen (ab 2021). In den Jahren 1991 und 1992 fuhr Haupt 25 DTM-Rennen als Audi-Werksfahrer und erzielte 1991 beim AVUS-Rennen in Berlin als Dritter sein bestes Ergebnis, 2001 war er mit Opel bei 20 Rennen am Start. Bereits mit der Gründung seines HRT-Teams im Sommer 2020, das mit zwei Mercedes-AMG an der DTM 2021 teilnimmt, hatte sich der Immobilien-Unternehmer und Projektentwickler seinen ersten großen Traum erfüllt.

Die DTM macht mit ihrem Weltklasse-Ensemble vom 20. bis 22. August Station in der Eifel. Am Samstag und Sonntag – beide Rennen (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden live in SAT.1 und in über 60 Ländern übertragen – werden die mindestens 20 DTM-Rennwagen den Asphalt des Nürburgrings gehörig unter Dampf setzen. Dabei wird sich Hubert Haupt im schwarz-weißen Mercedes-AMG mit der Startnummer 6 ins enge DTM-Getümmel stürzen. Sein Comeback wird von einem markanten und bekannten Partner unterstützt, der die DTM ebenfalls schon über viele Saisons begleitet hat: das weltbekannte Lifestyle-Magazin PLAYBOY.

„Für mich geht der nächste Traum in Erfüllung. Zuerst das eigene Team, das an der DTM teilnimmt, und nun greife ich auch selbst noch einmal ins Lenkrad in dieser Serie, mit der ich so viele Erinnerungen verbinde. Etwas schöneres kann man sich als Motorsportler kaum vorstellen“, sagt Hubert Haupt.

Als Teambesitzer führt Hubert Haupt sein im Gewerbepark Nürburgring ansässiges HRT-Team, doch wenn er ins Volant des dritten HRT-Mercedes-AMG greift, sind seine Fahrer für diesen Moment seine Gegner. Beim spektakulären DTM-Auftakt in Monza hatten beide HRT-Piloten Maximilian Götz (GER) und Vincent Abril (MON) auf Anhieb Podiumsplatzierungen erobert. „Sportlich reizt es mich natürlich, dass ich mich in diesem starken Umfeld mit jungen Profis messen kann. Wir sind gut vorbereitet und ich denke, dass wir auch ein gutes Ergebnis erzielen können“, so Haupt, der seit Jahren erfolgreich bei Langstreckenrennen am Start ist. Erst am vergangenen Samstag stand Hubert Haupt mit seinen Teamkollegen Adam Christodoulou (GBR) und Patrick Assenheimer (GER) als Gesamtzweiter beim Vierstunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife strahlend auf dem Podium.

„Es ist beeindruckend, dass Hubert Haupt in allen drei Epochen der DTM als Fahrer mitmischt. Sein Comeback, verbunden mit der Rückkehr eines prominenten Partners, ist eine echte Bereicherung und unterstreicht die Attraktivität der DTM“, sagt Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR.

Vom 23. bis 25. Juli bestreitet die DTM ihr zweites Rennwochenende auf dem DEKRA Lausitzring.   

Weerts/Vanthoor sorgen für zweiten Audi-Sieg beim Zandvoort-Wochenende der Deutschen GT-Meisterschaft

  •  Erster Saisontriumph für Team WRT
  •  Charles Weerts gewinnt auch in Pirelli-Junior-Wertung
  •  Rolf Ineichen siegt im Lamborghini in der Pirelli-Trophy-Wertung 

  Erster Saisonsieg für Charles Weerts und Dries Vanthoor (l.)
Foto: ADAC-Motorsport

Audi war beim dritten Saisonwochenende der Deutschen GT-Meisterschaft das Maß der Dinge: Nach dem Erfolg am Vortag sorgten im Sonntagsrennen Charles Weerts (20/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) für einen erneuten Sieg der Marke mit den vier Ringen. Mit Platz zwei für die Mercedes-AMG-Fahrer Maximilian Buhk (28/Hamburg) und Raffaele Marciello (26/I, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) und Rang drei von Rolf Ineichen (42/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team) fuhren drei Marken auf das Podium. „Ich mag die Strecke hier in Zandvoort echt gerne und es ist schön, hier gewonnen zu haben“, sagte Sieger Charles Weerts. „Das ganze Wochenende lief mit Platz fünf am Samstag sowie der Pole und dem Sieg sehr gut für uns.“


Keyfacts, CM.com Circuit Zandvoort

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 22 Grad, bewölkt

Pole-Position: Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS), 1.33,931 Minuten

Sieger: Charles Weerts/Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS)

Schnellste Rennrunde: Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS), 1.35,171 Minuten


Vanthoor und Weerts souverän

Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Audi-Sport-Fahrer Dries Vanthoor. Der Belgier ging von der Pole-Position in das sechste Saisonrennen und behauptete die Spitzenposition auch beim Start. Danach setzte er sich leicht von Verfolger Raffaele Marciello ab. Als er zur Rennmitte den Pflichtboxenstopp absolvierte und an Partner Charles Weerts übergab, betrug sein Zeitpolster knapp zwei Sekunden. Auch Weerts blieb – trotz einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Porsche von Sven Müller (29/Bingen am Rhein, Precote Herberth Motorsport) – danach souverän vorn und sah schließlich mit 3,951 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge. Der junge Belgier siegte zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

  Mercedes-AMG und Lamborghini sicherten sich die Plätze zwei und drei
Foto: ADAC-Motorsport

Die Mercedes-AMG-Piloten Marciello und Buhk holten als Zweite ihren zweiten Podiumserfolg der Saison. Das Duo war nach den Boxenstopps kurzzeitig auf Platz drei zurückgefallen, doch Schlussfahrer Buhk eroberte die zweite Position schnell zurück. Als Dritten gelang Rolf Ineichen und Franck Perera (beide GRT Grasser Racing Team) im bestplatzierten Lamborghini Huracán GT3 Evo erstmals 2021 der Sprung auf das Podium. Ineichen gewann damit auch die Pirelli-Trophy-Wertung.

Vierte wurden Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition) in ihrer Corvette C7 GT3-R vor der Mercedes-AMG-Paarung Igor Waliłko (23/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing). In einer turbulenten Schlussphase sicherten sich Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece) vor ihren Audi-Markenkollegen Florian Spengler (33/Ellwangen) und Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) Rang sechs. Dahinter platzierten sich mit Luca-Sandro Trefz (19/Wüstenrot) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport) auf Rang acht sowie den Neuntplatzierten Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (29/CH, beide Phoenix Racing) zwei weitere R8 LMS.

Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team), die von Rang drei gestartet waren, mussten sich nach ABS-Problemen am Ende mit Rang zehn zufriedengeben. Die Tabellenführer Mathieu Jaminet (26/F) und Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, beide SSR Performance) blieben nach einer späten Kollision und einem anschließenden Dreher wegen eines Reifenschadens ohne Punkte.

Stimmen der Sieger

Dries Vanthoor: „Zu Beginn des Rennens haben mir die dunklen Wolken etwas Sorgen bereitet, aber es ist trocken geblieben. Die neuen Reifen haben uns geholfen, auch wenn die Strecke recht dreckig war. Der Audi funktioniert hier wirklich gut und wir konnten unsere Führung im Rennen gut verwalten. Charles hat zum Ende hin einen super Job gemacht und den Sieg sicher nach Hause gefahren.“

Charles Weerts: „Dries hat mit der Pole-Position und seinem starken Stint gute Vorarbeit geleistet. In der zweiten Rennhälfte wurde es durch das Safety-Car noch mal etwas spannend, aber ich konnte danach noch einen soliden Vorsprung herausfahren.“


Zakspeed-Duo Marschalkowski/Nouet macht Doppelsieg in Zandvoort perfekt

  •     Vortagessieger Jan Marschalkowski und Théo Nouet triumphieren erneut
  •     Schrey/Piana nach Platz zwei Halbzeitmeister
  •     Kieffer/Kosch gewinnen Trophy-Wertung

  Die Doppelsieger von Zandvoort: Théo Nouet (li.) und Jan Marschalkowski
Foto: ADAC-Motorsport

Drama, Action und viel Spektakel: Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem CM.com Circuit Zandvoort bot von der ersten bis zur letzten Sekunden kurzweilige Unterhaltung. Am Ende triumphierten mit Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 die Sieger des Samstagsrennen erneut. Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fuhren nach einer taktischen Meisterleistung im BMW M4 GT4 auf Platz zwei und verteidigten die Tabellenführung. Das Podium komplettierten Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4. „Das war wirklich ein Wahnsinnsrennen. Die Stimmung im Team ist nach unserem zweiten Sieg in Folge natürlich mega. Alles sind überglücklich. So kann es weitergehen“, freute sich Marschalkowski über das perfekte Rennwochenende von Zandvoort.

Nouet startete in das Sonntagsrennen von der Pole-Position und übernahm direkt die Spitze. Seine Teamkollegin Gabriela Jílková (26/CZE) holte sich im zweiten Zakspeed-Mercedes-AMG gleich nach dem Start die zweite Position und sorgte so für die Zakspeed-Doppelführung. Doch schon in der zweiten Runde musste das Rennen wegen eines Unfalls des Audi R8 LMS GT4 von Robin Rogalski (20/POL, Seyffarth Motorsport) mit der roten Flagge unterbrochen werden. Als sich die Fahrzeuge auf Start/Ziel einreihten, gab es dann eine Schrecksekunde für Zakspeed und Jílková. Flammen schlugen aus der Fronthaube, ein Gummi hatte sich entzündet und eine Steckverbindung beschädigt. Die Zakspeed-Techniker konnten das Auto mit großer Anstrengung auf der Start-Ziel-Geraden für den Re-Start wieder reparieren, was die Zuschauer auf der Haupttribüne mit großem Applaus quittierten.

Nach dem Re-Start blieb Nouet vorn, Jílková musste im weiteren Rennverlauf jedoch Nicolaj Møller Madsen (28/DNK, Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4 und Aston-Martin-Fahrer Wirth passieren lassen. Eine Kollision zwischen dem Porsche von Daniel Schwerfeld (42/Düsseldorf, Black Falcon Team Textar) und dem Mercedes-AMG von Robin Falkenbach (19/Niederkassel, Leipert Motorsport) sorgte wenig später für eine weitere Safety-Car-Phase.

Als das Rennen wieder frei gegeben wurde, ging auch noch BMW-Pilot Schrey vorbei an Jílková. Am Kommandostand von Hofor Racing by Bonk Motorsport entschied man kurz darauf, Schrey direkt nach Öffnen des Boxenstoppfensters hereinzuholen, um den BMW früh an Teamkollege Piana zu übergeben. Währenddessen baute Nouet seinen Vorsprung an der Spitze aus. „Mit den roten und gelben Flaggen sowie den Safety-Cars gab es für mich viel zu tun und es galt den Überblick zu behalten. Nachdem ich meinen Vorsprung ein wenig vergrößert hatte, wollte ich die Reifen für Jan schonen“, beschrieb Nouet, der den Mercedes-AMG an Teamkollege Marschalkowski übergab.

Die Taktik von Hofor Racing by Bonk Motorsport zahlte sich währenddessen aus: Piana hatte eine freie Strecke und fand sich nach einigen schnellen Runden direkt hinter Marschalkowski wieder, als dieser mit dem führenden Mercedes-AMG zurück auf die Strecke fuhr. Beide Piloten kämpften daraufhin rundenlang um die Führung. Dahinter entwickelte sich um Rang drei ein Vierkampf zwischen Jílkovás Teamkollege Robert Haub (32/USA), Dennis Fetzer (20/Buseck, Team Allied-Racing) und Phil Dörr, die von Møller Madsen und Wirth übernommen hatten, sowie Audi-Pilot Jan Philipp Springob (20/Köln, T3 Motorsport). Dörr entschied den Fight letzten Endes für sich.

Eine weitere Safety-Car-Phase brachte das Feld kurz vor dem Rennende nochmals eng zusammen. Nach dem letzten Re-Start blieb Marschalkowski in Führung und gewann mit 1,060 Sekunden Vorsprung vor Piana. „Gabriele hat Druck gemacht. Im zweiten Teil der Strecke konnte ich aber immer einen kleinen Vorsprung herausfahren. Somit hat es auf den folgenden Geraden jeweils ausgereicht, vorne zu bleiben. Unser Auto behandelt die Reifen zudem äußerst gut“, meinte Marschalkowski. Für Teamkollege Nouet bedeutete dies auch den Sieg in der Junior-Wertung.

Hinter dem drittplatzierten Aston Martin belegten Springob und Teamkollege John Paul Southern (19/USA) im Audi Platz vier vor dem Porsche-Duo Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team Bernhard). Haub/Jílková wurden Sechste vor Ben Dörr (16/Butzbach) und Nico Hantke (17/Hürth, beide Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 und dem BMW-Duo Marcel Lenerz (23/Ludwigsau) und Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport). Fetzer fiel im Porsche noch auf Platz neun zurück. Die Top Zehn komplettierten Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche, die so auch die Trophy-Wertung für sich entscheiden konnten.

Die ADAC GT4 Germany macht nur eine kurze Pause. Schon von 6. bis 8. August folgt auf dem Nürburgring das vierte Rennwochenende der Saison 2021.„Dort wollen wir dann den nächsten Doppelsieg holen. Die Strecke liegt unserem Auto sehr gut. Wir greifen an“, gibt Marschalkowski einen Vorgeschmack auf das Rennen in der Eifel.