Montag, 3. Mai 2021

Zeiten-Jagd in der Lausitz: letzter offizieller Test der DTM 2021 vor dem Saisonstart

  • Drei Tage intensive Testarbeit: Internationales Starterfeld fast vollständig im Einsatz
  • Ferrari erstmals mit allen drei Fahrern – Flörsch freut sich auf ihr neues Rennauto
  • DTM Trophy steht großem Bruder in Nichts nach: Erstmals mit drei Rennfahrerinnen
  • Nächste DTM-Station: Die ersten beiden Saisonrennen in Monza im Juni  

Sophia Flörsch (Audi, ABT Sportsline) © DTM

Der Countdown zum Saisonstart der DTM 2021 im Juni in Monza läuft: Beim letzten offiziellen Vorsaison-Test von Dienstag bis Donnerstag auf dem DEKRA Lausitzring werden nahezu alle 20 Piloten des internationalen Starterfeldes ihre Runden drehen.

Das Ferrari-Team AF Corse ist erstmals mit allen drei Red Bull-Piloten beim Test dabei. Nick Cassidy (NZL) erlebt seine Premiere als DTM-Fahrer. Der Neuseeländer wird sich das Cockpit des AlphaTauri-Ferrari 488 GT3 Evo mit Formel-1-Fahrer Alex Albon (THA) teilen, während Jungstar Liam Lawson (NZL) die gesamte Saison bestreitet. „Die DTM ist eine gewaltige Meisterschaft. Ich freue mich darauf, unter diesen großen Fahrernamen und großartigen Herstellern dabei zu sein“, so der 19-Jährige, der den 4,570 Kilometer langen Lausitzring bereits aus früheren Formel-4-Zeiten kennt.

Mike Rockenfeller und Vincent Abril: 15 Jahre DTM gegen einen GT-erfahrenen DTM-Rookie

„Ich brauche definitiv noch mehr Runden“, unterstreicht Mike Rockenfeller (GER, ABT Sportsline). Der Champion von 2013 startet in seine 15. DTM-Saison. „Es ist spannend, gerade auf Grund  der Änderungen im technischen Reglement. Ich glaube, dass die DTM ein tolles Jahr hinlegen wird.“ Der zweimalige Champion Marco Wittmann (GER, Walkenhorst Motorsport) sieht das ähnlich: „Durch die verschiedenen Fahrzeugkonzepte wird es auf verschiedenen Strecken unterschiedliche Favoriten geben. Prognosen sind daher umso schwieriger.“ Beim ersten offiziellen Test, Anfang April in Hockenheim, war Wittmann mit 246 Runden der emsigste Fahrer. „Neues Team und ein anderes Fahrzeug – wir müssen das Limit erst entdecken.“

Vincent Abril (Mercedes-AMG Team HRT) ist ein erfahrener GT-Pilot, in der DTM aber ein unbeschriebens Blatt. Umso mehr staunten auch die Medien, als der Monegasse in Hockenheim in der Zeitentabelle meist weit oben auftauchte. „Ich bin schon in vielen Rennserien gestartet, aber die DTM wird ein Highlight, ganz sicher. Als Kind habe ich mir die DTM-Rennen schon immer im Fernsehen angeschaut und war fasziniert, wie eng es in den Rennen zuging.“ Für Abril ist es seit 2012 das erste Mal, bei dem er sich das Cockpit nicht teilen muss. „Das wird interessant. Erstmals muss ich keine Kompromisse eingehen und kann mich ganz allein auf mich konzentrieren.“

Sein Markenkollege Lucas Auer (AUT, Mercedes-AMG Team WINWARD) war in Hockenheim der Schnellste. „Das Wort Test sagt alles. Es gibt überall noch Verbesserungspotenzial, daher sind die Testtage für mich extrem wichtig“, so der fünfmalige DTM-Sieger. „Mein Team, das sind Vollprofis mit riesiger GT-Erfahrung, dazu kommt meine DTM-Erfahrung. Wir haben einen sehr guten Austausch, deshalb bin ich von unserer Kombination überzeugt.“

ABT-Audi-Pilotin Sophia Flörsch muss sich zügeln

Sophia Flörsch (GER), die erste Rennfahrerin in der DTM seit 2012, freut sich auf ihr neues Auto, nachdem sie in Hockenheim noch mit einem Testträger unterwegs war. „Wenn der neue R8 gut marschiert, wird er meine große Liebe“, sagt die 20-Jährige, die einen Audi R8 LMS von ABT Sportsline steuern wird. „Im Vergleich zur Formel 3 muss ich meine Aggressivität an Gas und Lenkrad zügeln“, hat sie aus dem ersten Test mitgenommen. „Auch Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle sind für mich noch ungewohnt.“

Der ehemalige Grand-Prix-Pilot Timo Glock (ROWE Racing) wird am Lausitzring erstmals einen BMW steuern, der mit dem Space-Drive-System von Schaeffler Paravan ausgestattet ist, also ohne mechanische Lenksäule auskommt. Auch im Mercedes des zweimaligen Champions Gary Paffett (GBR, Mercedes-AMG Team Mücke) ist das elektronische Lenksystem verbaut.

Glock und Wittmann werden nur am Dienstag und Mittwoch testen, weil ihre beiden BMW-Teams dann vorzeitig zum Renneinsatz an den Nürburgring reisen. Gleiches gilt auch für Gary Paffett und DTM-Vizemeister Nico Müller (SUI, Team Rosberg), die in Monaco gefordert sind. Glocks Teamkollege Sheldon van der Linde greift in der Lausitz nicht ins Lankrad, ebenso wie der Belgier Esteban Muth, der erst vor wenigen Tagen mit T3 Motorsport in die DTM eingestiegen ist. Der Lamborghini Huracán ist jedoch noch nicht einsatzbereit.

Test als Standortbestimmung – weil niemand Schnellster, aber auch nicht Letzter sein will

Die Teams müssen in den sechs Testsessions auch Hausaufgaben für die DTM-Dachorganisation ITR erledigen. Dabei geht es um die passende Mischung des neuen Reifenpartners Michelin sowie um das Evaluieren weiterer Fahrzeugdaten für die sogenannte „Balance of Performance“, kurz BoP, die für eine leistungsgerechte Chancengleichheit der unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte von Audi, BMW und Mercedes-AMG sowie den Neueinsteigern Ferrari, Lamborghini und McLaren sorgen soll. Weil einerseits niemand der Schnellste sein will, aber auch auf keinen Fall am Ende der Zeitenliste auftauchen möchte, dürfte dieser zweite offizielle DTM-Test durchaus eine ernst zu nehmende Standortbestimmung werden.

Beim dreitägigen Test auf dem Lausitzring, südlich von Cottbus gelegen, ist auch die DTM Trophy mit von der Partie. In sechs getrennt von der DTM angesetzten Testsessions geht es auch für die Teams aus dieser erfolgreichen Nachwuchsserie um die optimale Vorbereitung für den Auftakt in Monza. Insgesamt sind 21 FahrerInnen für die Saison eingeschrieben. Während Tim Heinemann (GER) zur Titelverteidigung in den Aston Martin Vantage von PROsport Racing wechselt, stellen sich in der DTM Trophy drei Rennfahrerinnen dem Wettbewerb: Sophie Hofmann (GER, Heide-Motorsport) im Audi R8 LMS, Laura Kraihamer (AUT, True Racing) im KTM X-Bow und Stephane Kox (NDL, Ring-Racing) im Toyota GR Supra.


Freitag, 30. April 2021

ADAC GT Masters in Oschersleben ohne Zuschauer

  • Tickets können umgetauscht oder zurückgegeben werden
  • Umfangreiche Berichterstattung vom neuen TV-Partner NITRO

Foto: Jens Hawrda


Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage findet der Saisonauftakt des ADAC GT Masters in Oschersleben (14.–16. Mai) ohne Zuschauer statt. Fans, die bereits Tickets erworben haben, können diese in Karten für eine spätere Veranstaltung umtauschen oder die Tickets zurückgeben. Dank der umfangreichen Live-Berichterstattung des neuen TV-Partners NITRO sind die Fans der Deutschen GT-Meisterschaft auch Zuhause mitten im Geschehen. Am Samstag und Sonntag ab 16.00 Uhr stimmt eine „Countdown“-Vorberichterstattung auf die jeweils 60-minütigen Rennen ein. In einer ausführliche Rennanalyse im Anschluss der Siegerehrung ab 17.45 Uhr werden nochmals die Highlights zusammengefasst. Weitere Analysen und Hintergründe auf den digitalen Kanälen des ADAC GT Masters und der Mediengruppe RTL runden die umfangreiche Berichterstattung ab.

Fans, die bereits Tickets für die Veranstaltung in Oschersleben im Online-Vorverkauf gekauft haben, erhalten in den kommenden Tagen eine E-Mail mit Informationen zum Umtausch in Karten für eine andere ADAC GT Masters-Veranstaltung oder zur Rückgabe der Tickets. In ADAC-Geschäftsstellen oder Eventim-Vorverkaufsstellen gekaufte Tickets können dort zurückgegeben werden. Sollten die entsprechenden Vorverkaufsstellen geschlossen sein, können Ticketkäufer unter der E-Mail-Adresse motorsport@adac.de ihre Tickets umtauschen oder zurückgeben.

ABT-Sportsline stellt Fahrzeugdesign für die DTM vor

Foto: ABT-Sportsline

Bei der Gestaltung der Fahrzeuge haben sich die Designer an den ABT Farben orientiert. Schwarz, Rot und verschiedene Grautöne prägen die Gestaltung der Autos von Mike Rockenfeller und Kelvin van der Linde. Dabei erhält der Südafrikaner zur besseren Unterscheidung eine weiße Front und weiße Außenspiegel, bei Rockenfeller sind diese Teile rot. „Ich habe mein Rennauto vor ein paar Tagen zum ersten Mal live und in seinem finalen Look gesehen – einfach mega, besonders die matte Beklebung“, sagt van der Linde.

Ihre erste Ausfahrt erleben die drei Audi R8 LMS aus dem Hause ABT bei den offiziellen Testfahrten der DTM vom 4. bis 6. Mai auf dem Lausitzring.

Mittwoch, 28. April 2021

Norisring hat alternativen Termin für das DTM-Rennen im Visier

  • Geplanter Termin im Juli aufgrund der Pandemie-Situation nicht umsetzbar
  • Motorsport Club Nürnberg und ITR arbeiten gemeinsam an der Verlegung in den Herbst 

Foto: dtm.com

Das traditionelle DTM-Rennen auf dem Norisring soll in den Herbst verlegt werden. Gemeinsam arbeiten der ausrichtende Motorsport Club Nürnberg (MCN) und die DTM-Dachorganisation ITR an einem alternativen Termin. Der Saisonhöhepunkt kann aufgrund der Pandemie-Situation und der dadurch aktuell fehlenden Genehmigung durch die Stadt Nürnberg nicht wie geplant am ersten Juli-Wochenende durchgeführt werden. Nach dem Auftakt in Monza (18.-20. Juni) war der Norisring ursprünglich als zweiter Lauf (02.-04. Juli) im DTM-Kalender vorgesehen, gefolgt vom DEKRA Lausitzring (23.-25. Juli).

„Wir wollen nicht ein zweites Jahr auf unsere Traditionsveranstaltung am Norisring verzichten. Deshalb lassen wir nichts unversucht und loten gemeinsam mit der ITR bis Ende Mai die Möglichkeiten zur Verlegung in den Herbst aus. Die Stadt Nürnberg hat uns zugesichert, uns dabei wohlwollend zu unterstützen“, erklärt Wolfgang Schlosser, Vorstandsvorsitzender des Motorsport Club Nürnberg. „In den vergangenen Wochen haben wir den Beginn des aufwändigen Streckenaufbaus mehrfach hinausgeschoben. Jetzt aber mussten wir – die Stadt Nürnberg, die ITR und der MCN – feststellen, dass eine Veranstaltung Anfang Juli aufgrund der vorherrschenden Corona-Lage nicht durchführbar ist.“

Frederic Elsner, Director Event & Operations der ITR, unterstreicht den Schulterschluss mit dem MCN: „Der Norisring markiert ein herausragendes Kapitel der DTM-Historie. Deshalb gehört diese außergewöhnliche Rennveranstaltung in unseren Kalender. Wir versuchen mit allen Beteiligten, diese bedeutende Veranstaltung doch noch in dieser Saison möglich zu machen. Nicht zuletzt werden wir auch an den acht Rennwochenenden für die DTM-Saison 2021 festhalten.“

Samstag, 24. April 2021

Porsche mit Bestzeit beim Vorsaisontest des ADAC GT Masters

  •  Porsche, Mercedes-AMG und Audi auf den ersten drei Positionen
  •  Thomas Preining/Christian Engelhart Gesamtschnellste
  •  Fahrzeuge von sechs Marken am Start

Bestzeit für Engelart/Preining im Porsche beim Vorsaisontest in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Generalprobe geglückt: Das ADAC GT Masters ist in Oschersleben mit dem offiziellen Vorsaisontest in seine 15. Saison gestartet. Schnellster beim einzigen Kräftemessen vor dem Auftaktrennwochenende der Deutschen GT-Meisterschaft an selber Stelle wurde Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (22/A), der zusammen mit Vorjahresmeister Christian Engelhart (34/Starnberg, beide Küs Team75 Bernhard) startet. Knapp dahinter folgte Jules Gounon (26/F, Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) im besten Mercedes-AMG und Audi-Sport-Pilot Dries Vanthoor (22/B, Team WRT). Das ADAC GT Masters startet vom 14.–16. Mai in die neue Saison. Alle Rennen werden vom neuen TV-Partner NITRO live und in voller Länge übertragen.

Insgesamt fünf Sessions mit mehr als sechs Stunden Fahrzeit standen bei dem zweitägigen Test auf dem Programm. Dabei legten die 24 Supersportwagen von 18 Teams 3.140 Runden zurück, was einer Distanz von mehr als 11.500 Kilometern entspricht. Thomas Preining, der sich den Porsche mit Vorjahresmeister Christian Engelhart teilt, setzte seine Bestmarke von 1.23,779 Minuten in der letzten Sitzung des Tests. „Es lief sehr gut“, so der Österreicher. „Ich habe mich im neuen Team gut eingelebt und mich auch mit Christian immer besser aufeinander abgestimmt. Wir haben den Test perfekt genutzt, um ein Set-up zu finden, das uns beiden passt. Das Auto läuft super, jetzt freue ich mich auf das Rennwochenende.“

Lediglich elf Tausendstelsekunden langsamer war Ex-Meister Jules Gounon, der im Mercedes-AMG GT3 Evo vom Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing sein Comeback im ADAC GT Masters feiert. „Ich freue mich, wieder zurück in der härtesten nationalen GT-Meisterschaft zu sein“, so der Franzose, der sich beim Test das Fahrzeug mit Constantin Schöll (22/A) teilte. „Wenn man die geringen Abstände sieht, wird deutlich, dass auch in diesem Jahr die Konkurrenz sehr stark ist. Unglaublich, wie eng es an den beiden Tagen zuging.“

Dries Vanthoor kam im schnellsten Audi, in dem er sich mit Charles Weerts (20/B) abwechselt, auf Platz drei. Der Belgier fuhr am Mittwochmorgen mit 1.23,983 Minuten seine Bestzeit. „Wir sind nur am zweiten Tag gefahren, daher waren wir etwas überrascht, gleich so schnell zu sein. Aber die Strecke ist nicht neu für uns und das Team weiß, was es macht. Das war ein guter Start in die Saison für uns, aber ernst wird es erst beim Saisonauftakt.“

Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT) wurden in einem weiteren Mercedes-AMG GT3 Evo Viertschnellste des Tests. Engel hatte die Saisongeneralprobe mit der Bestzeit in der ersten Sitzung eingeläutet. Platz fünf ging an den Porsche von Klaus Bachler (29/A) und Simona De Silvestro (32/CH, beide Precote Herberth Motorsport). Ihre Teamkollegen Robert Renauer (36/Vierkirchen) und Sven Müller (29/Bingen am Rhein) sowie Vorjahresmeister Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) und Mathieu Jaminet (26/F, beide SSR Performance) sorgten in den einzelnen Trainings für zwei weitere Porsche-Bestzeiten.

Kombiniertes Ergebnis aller Testsessions:

1. Christian Engelhart/Thomas Preining, Küs Team Bernhard, Porsche, 

2. Jules Gounon/Constantin Schöll, Team Zakspeed Mobil KK Racing, Mercedes-AMG, 

3. Charles Weerts/Dries Vanthoor, Team WRT, Audi, 

4. Luca Stolz/Maro Engel, Toksport WRT, Mercedes-AMG, 

5. Jannes Fittje/Dylan Pereira, Küs Team Bernhard, Porsche,