Samstag, 26. September 2020

KTM siegt auch im Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring

  • Florian Janits und Reinhard Kofler triumphieren auch in Lauf zwei
  • Jan Kasperlik und Nicolaj Møller Madsen durch Platz zwei neue Tabellenführer
  • Julien Apothéloz und Luca Trefz gewinnen Juniorwertung

Reinhard Kofler, Florian Janits holen Doppelsieg in Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Spannung pur bis zur letzten Runde: Florian Janits (22/AUT) und Reinhard Kofler (35/AUT, beide True Racing) erkämpften sich in der letzten Rennrunde die Führung und machen im KTM X-Bow GT4 Evo den Doppelsieg in Hockenheim perfekt. Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) werden nach langer Führung zweite, holten sich jedoch die Tabellenführung in der ADAC GT4 Germany zurück. Das Podium komplettierten Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT4. "Mit zwei Siegen in zwei Rennen sind wir natürlich überglücklich. Das Team hat über das Wochenende hart am Set-up gearbeitet und nun den verdienten Lohn bekommen", freute sich Florian Janits.

Der KTM hatte das Rennen zunächst auch von der Pole-Position aus gestartet. Doch direkt bei der Fahrt auf die erste Kurve setzte sich Nicolaj Møller Madsen im Porsche an die Spitze und baute anschließend die Führung kontinuierlich aus. KTM-Startfahrer Kofler über gab das Fahrzeug auf Position zwei liegend an Teamkollege Janits. "Mein Stint war sehr hart, da ich in einige Zweikämpfe verwickelt war und kühlen Kopf bewahren musste. Ich wusste aber, dass Florian stärker einzuschätzen ist als Jan Kasperlik im Porsche und so war ich schon zu Rennmitte optimistisch, dass wir den Doppelsieg einfahren könnten", meinte Kofler nach dem Rennen.

Durch eine längere Standzeit wegen des Sieges vom Samstag verlor Janits zunächst Platz zwei den an Audi R8 LMS GT4 von Hugo Sasse (16/Aschersleben, T3-HRT-Motorsport), konnte diesen aber schnell wieder überholen. Danach hatte er rund zehn Sekunden Rückstand auf den führenden Kasperlik, der den Porsche von Møller Madsen zuvor übernommen hatte. Mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten konnte der Österreicher die Lücke schließen und in der letzten Runde das entscheidende Überholmanöver zum Sieg setzen. "Wir haben einen Weg gefunden, die Reifen über den Stint gut managen zu können", erklärte Janits die Aufholjagd.

Hinter dem Porsche von Møller Madsen/Kasperlik schafften es Julien Apothéloz und Luca Trefz im Mercedes-AMG GT4 auf Platz drei und konnten somit auch den Sieg in der Juniorwertung verbuchen. Rang vier ging an den BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Der Audi von Sasse und dessen Teamkollege William Tregurtha (20/GBR) kam auf Rang fünf ins Ziel. Dahinter folgten Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche.

Platz sieben sicherten sich die Gaststarter Dominik Schraml (33/Altenstadt) und Dennis Richter (24/Essen, beide Porsche Zentrum 5 Seen Motorsport) im Porsche vor dem McLaren 570S GT4 von Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport) und dem BMW von Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport).

Die Top Zehn komplettierte der BMW von Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team AVIA Sorg Rennsport). Durch Rang elf für den KTM X-Bow GT4 von Lennart Marioneck (31/München) und Jan Krabec (37/CZE, beide RTR Projects) konnte Krabec die Trophy-Wertung gewinnen.

Die ADAC GT4 Germany macht nur eine kurze Pause. Bereits in weniger als 14 Tagen von 2. bis 4. Oktober steht auf dem Sachsenring das dritte Rennwochenende der Saison 2020 an. "Dorthin reisen wir voller Motivation. Wir wollen in die Top Drei h

Sieg und Tabellenführung für Audi-Duo Niederhauser/van der Linde

  • Vorjahreschampions führen Dreifachsieg von Audi an
  • Tim Zimmermann gewinnt erneut in der Pirelli-Junior-Wertung
  • Pirelli-Trophy-Wertung geht zum dritten Mal an Rolf Ineichen

v.d. Linde (l.) und Niederhauser siegen am Sonntag und holen Tabellenführung
Foto: ADAC-Motorsport

Die Mission Titelverteidigung läuft auf vollen Touren: Nach Platz zwei am Vortag fuhren Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) beim zweiten Rennen in Hockenheim mit ihrem Audi R8 LMS zu ihrem ersten Saisonsieg. Die Meister des Vorjahres führen nun erstmals in diesem Jahr die Fahrerwertung an. Auf den folgenden Positionen fuhren zwei weitere Audi-Duos über die Ziellinie. Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) holten Rang zwei, Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) wurden Dritte. "Ein mega Rennen und ein mega Wochenende", freute sich Sieger Kelvin van der Linde. "Hockenheim wird langsam wirklich zu einer meiner Lieblingsstrecken. In den vergangenen drei Jahren habe ich jetzt hier jeweils am Sonntag den Sieg eingefahren - einmal mit meinem Bruder Sheldon und nun zweimal mit Patric."

Van der Linde mit starker erster Runde

Das Sonntagsrennen in Hockenheim begann turbulent. Pole-Setter Steijn Schothorst (25/NL, GRT Grasser Racing Team) verteidigte zwar in den ersten Kurven die Führung, fiel jedoch im weiteren Verlauf der Startrunde auf Platz fünf zurück. Spitzenreiter war stattdessen Kelvin van der Linde, der von Startplatz sechs kommend bereits in der Parabolika-Kurve auf Rang drei lag. Vor der Spitzkehre zog der Südafrikaner aus dem Windschatten auch an Markenkollege Mirko Bortolotti und Schothorst vorbei auf Rang eins. Auch Audi-Pilot Haase - von Startplatz vier kommend - zog noch an ihnen vorbei auf Rang zwei. Danach beruhigte sich das Geschehen auf den Spitzenpositionen. Van der Linde fuhr einen kleinen Vorsprung auf Haase und Bortolotti heraus und übergab schließlich beim Pflichtboxenstopp an Partner Patric Niederhauser. Der Schweizer kontrollierte danach das Rennen und vergrößerte den Abstand nach hinten zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden. Im Ziel betrug das Zeitpolster 4,3 Sekunden. Van der Linde und Niederhauser sicherten sich damit ihren ersten Saisonsieg und übernahmen mit 88 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung.

Dahinter kamen die Audi-Markenkollegen Max Hofer und Christopher Haase als Zweite ins Ziel, Rang drei ging an Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT). Für beide war es das erste Podium der Saison, für Ineichen zudem der dritte Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung in diesem Jahr.

Mit Platz vier holten Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT3 Evo ihr bisher bestes Saisonergebnis. Das Duo kämpfte sich in der zweiten Rennhälfte noch an den Pole-Settern Tim Zimmermann (24/Langenargen) und Steijn Schothorst (25/NL, beide GRT Grasser Racing Team) vorbei, die sich am Ende mit Platz fünf begnügen mussten. Für Zimmermann reichte es dennoch wie am Vortag zum Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) wurden mit ihrem Porsche 911 GT3 R Sechste, die Mercedes-AMG-Fahrer Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) kamen als Siebte vor den Lamborghini-Werksfahrern Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team) ins Ziel. Die Top 10 vervollständigten als Neunte Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) in einem weiteren Mercedes-AMG sowie Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Christopher Mies (31/Heiligenhaus) im zweiten Audi R8 LMS von Montaplast by Land Motorsport.

Stimmen der Sieger:

Kelvin van der Linde (Rutronik Racing, Audi R8 LMS):

"Heute haben uns sicherlich eine gute erste Runde und ein tolles Auto geholfen. Grundsätzlich sind wir als Team sehr gut aufgestellt. Wir wissen, was wir hinsichtlich unserer Pace brauchen und vor allem, was wir dafür tun müssen. Außerdem schaffen wir es, von Rennen zu Rennen sehr konstant unterwegs zu sein. Erst das macht die Tabellenführung, die wir nun innehaben, möglich. Wir sind hier mit knapp 30 Punkten Rückstand angereist, daher habe ich nicht damit gerechnet, dass wir als Führende des Gesamtklassements weiter zum nächsten Lauf auf dem Sachsenring reisen werden."

Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Audi R8 LMS):

"Mit den Plätzen eins und zwei hatten wir ein unglaubliches Wochenende. Natürlich war es unser Ziel, in der Meisterschaft Boden gutzumachen. Dass wir jetzt führen, übertrifft unsere Erwartungen allerdings deutlich. Kelvin hat mit dem Start und der ersten Runde bereits den Grundstein für den Sieg gelegt. Für mich war es dann wichtig, einen sauberen Fahrerwechsel hinzulegen und hier keine Zeit zu verlieren. Direkt nach dem Boxenstopp habe ich sehr gepusht, das Auto lag sehr gut auf der Strecke, sodass wir uns einen Vorsprung erarbeiten konnten, den es dann zu verwalten galt."



KTM-Triumph im Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring

  • Erster Saisonsieg für Florian Janits und Reinhard Kofler
  • Mit KTM, BMW und Porsche drei Marken auf dem Podium
  • Jan Marschalkowski gewinnt die Juniorwertung

Siegerwagen in Hockenheim: Der KTM X-Bow GT4 Evo von True Racing
Foto: ADAC-Motorsport

Florian Janits (22/AUT) und Reinhard Kofler (35/AUT, beide True Racing) gewinnen im KTM X-Bow GT4 Evo das erste Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring. Nach langer Führung belegt der BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) Platz zwei. Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) komplettieren im Porsche 718 Cayman GT4 das Podium "Die Stimmung im Team ist nun natürlich mega. Wir sind überglücklich über den ersten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany für True Racing und Reiter Engineering. Alle im Team haben sehr hart dafür gearbeitet", jubelte Kofler nach dem Rennen.

Florian Janits hatte den KTM zunächst für die Pole-Position auf dem Hockenheimring qualifiziert. Aufgrund einer Strafe musste er das Rennen jedoch von Startplatz zwölf aus beginnen. Doch schon nach rund sieben Rennminuten befand er sich wieder auf Rang drei. "Es hat richtig viel Spaß gemacht, in der Anfangsphase so durch das Feld pflügen zu können. Ich bin sehr sauber durchgekommen und habe mich danach nur noch nach vorne orientiert", beschrieb Janits die erste Rennhälfte aus seiner Sicht.

An der Spitze machte derweil Gabriele Piana im BMW M4 GT4 die Pace. Bis zum Öffnen des Boxenstopp-Fensters hatte er sich einen Vorsprung von knapp 13 Sekunden auf den zweitplatzierten Porsche von Jan Kasperlik erarbeitet. Nach den Fahrerwechseln lag Janits Teamkollege Reinhard Kofler dann bereits auf der zweiten Position. Im weiteren Rennverlauf setzte der Österreicher kontinuierlich schnelle Rundenzeiten und konnte den Rückstand auf den führenden Michael Schrey, der den BMW von Piana übernommen hatte, stetig verkürzen. Zwölf Minuten vor Rennende überholte Kofler schließlich den BMW und setzte sich danach an der Spitze ab. Am Ende sah er die Zielflagge mit einem Vorsprung von 2,385 Sekunden. "Michael hatte wohl nicht mehr viel Grip im Reifen. Er hat mir in der Spitzkehre fair Platz gemacht, sodass ich den ersten Platz einnehmen konnte", lobte Kofler.

Um Rang zwei gab es noch einen Zweikampf zwischen Schrey und Nicolaj Møller Madsen, der zuvor den Porsche von Kasperlik übernommen hatte. Der Däne sicherte sich in der Schlussphase des Rennens zunächst die zweite Position, musste in der letzten Runde jedoch eine Durchfahrtsstrafe antreten, da er zu oft die Streckenbegrenzung überquert hatte. Für ihn und Kasperlik reichte es jedoch trotzdem zu Platz drei.

Vierter wurde der BMW von Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team AVIA Sorg Rennsport), was für Marschalkowski auch den Sieg in der Juniorwertung bedeutete. Um Platz fünf gab es einen sehenswerten Zweikampf zwischen Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT4 sowie Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) in einem weiteren BMW. Letztendlich setzte sich das Mercedes-Duo, das zuletzt am Nürburgring noch einen Laufsieg feiern konnte, durch.

Platz sieben ging an den McLaren 570S von Christer Jöns (33/Ingelheim) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, beide Dörr Motorsport). Dieses Fahrzeug ist mit einem Steer-by-Wire-System ausgestattet und kommt somit ohne herkömmliche Lenksäule aus. Mit Platz acht holten sich Tano Neumann (45/BUL) und Joachim Bölting (53/Gelsenkirchen, beide DLV-Team Schütz Motorsport) im Porsche den Sieg in der Trophy-Wertung. Der BMW von Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) sowie der Porsche von Tom Kieffer (45/LUX) und Christian Kosch (43/LUX, beide Team Allied-Racing) komplettierten die Top Zehn.

Mittwoch, 23. September 2020

Zweiter Sieg für Porsche-Duo Engelhart/Ammermüller

  •  Piloten von SSR Performance übernehmen auch Tabellenführung
  •  Tim Zimmermann gewinnt in der Pirelli-Junior-Wertung
  •  Elia Erhart siegt in der Pirelli-Trophy-Wertung

Jubel bei den Siegern Ch.Engelhart (l.) und M.Ammermüller
Foto: ADAC-Motorsport




Starker Auftritt: Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) sicherten sich im Samstagsrennen des ADAC GT Masters in Hockenheim nicht nur den Sieg, sondern übernahmen auch die Tabellenführung. Als Zweite kamen die Vorjahreschampions Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) im besten Audi R8 LMS ins Ziel, Rang drei holten sich die Lamborghini-Fahrer Tim Zimmermann (24/Langenargen) und Steijn Schothorst (25/NL, beide GRT Grasser Racing Team). "Wir hatten heute erneut ein super Auto", freute sich Sieger Michael Ammermüller. "Das Team hat wieder toll gearbeitet. Christian hat mit seinem Überholmanöver im Kampf um die Führung den Grundstein für unseren Erfolg gelegt."
    
 
Engelhart übernimmt Führung
 
Christian Engelhart und Michael Ammermüller drückten dem Rennen schon früh ihren Stempel auf. Zwar blieb Engelhart in den Anfangsrunden noch hinter Pole-Setter Dennis Marschall (24/Eggenstein, Rutronik Racing) im Audi. Doch als das Rennen in Runde acht nach einer Unterbrechung zur Bergung einer gelösten Werbetafel wieder freigegeben wurde, schlug die Stunde des Porsche-Piloten. Engelhart nutzte den Windschatten und zog vor der Spitzkehre an Lokalmatador Marschall vorbei. Nach den Fahrerwechseln behauptete Partner Ammermüller weiterhin die Führung. Der kontrollierte das Geschehen und fuhr zwischenzeitlich ein Zeitpolster von fast fünf Sekunden heraus. Schließlich sah er mit 1,8 Sekunden Vorsprung als Erster die Zielflagge. Dank ihres zweiten Saisonsiegs übernahmen Engelhart und Ammermüller erstmals in dieser Saison die Führung in der Gesamtwertung.
 
Platz zwei ging schließlich an die Titelverteidiger Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde. Niederhauser hatte als Vierter das Auto an seinen Partner übergeben, der gleich zu Beginn seines Stints mehre Plätze nach vorn fuhr. Noch mehr Positionen auf dem Weg zum Podium machten die Drittplatzierten Tim Zimmermann und Steijn Schothorst gut. Als Neunte gestartet, zeigte vor allem Schothorst in der zweiten Rennhälfte eine starke Aufholjagd. Die Belohnung: das erste Podium im ADAC GT Masters. Zimmermann holte damit auch den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.
 
Auch im Kampf um die weiteren Positionen gab es zahlreiche Überholmanöver. Klaus Bachler (29/A) und Simona De Silvestro (32/CH, beide Küs Team75 Bernhard) sicherten sich mit ihrem Porsche den vierten Rang vor Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team) in einem weiteren Lamborghini.
 
Als beste Mercedes-AMG-Fahrer kamen Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) auf Rang sechs. Siebte wurden Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport), die anfangs mit ihrem Porsche lange auf dem dritten Rang lagen.
 
Position acht fuhren die Audi-Fahrer Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) ein, Neunte wurden Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward). Pole-Setter Dennis Marschall (24/Eggenstein) und Carrie Schreiner (22/Völklingen, beide Rutronik Racing) mussten sich am Ende mit dem zehnten Rang begnügen.
 
Die bisherigen Tabellenführer Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) blieben als 18. in ihrem Mercedes-AMG ohne Punkte. Elia Erhart (32/Röttenbach, EFP Car Collection by Tece), der sich einen Audi mit Pierre Kaffer (43/Schlieren) teilt, gewann zum ersten Mal die Pirelli-Trophy-Wertung für nicht professionelle Piloten.
 
 
Stimmen der Sieger:
 
Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"Für uns rennentscheidend war Christians Überholmanöver gegen den bis dahin Führenden, meine Aufgabe war es dann, unseren Vorsprung zu verwalten und keine Fehler zu machen. Bis zum Rennende war ich am Limit unterwegs, jedoch ohne das Auto zu sehr zu strapazieren."
 
Christian Engelhart (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"Nach einem schwierigen Start ins Rennen war es wichtig, zunächst keine Fehler zu machen. Leider kam die Rennunterbrechung zu einem Zeitpunkt, an dem wir gerade erst in den Rhythmus gekommen waren. Mit dem Re-Start konnte ich an Dennis [Marschall] dranbleiben und direkt seinen Windschatten nutzen. Das Überholmanöver war ein wichtiger Schritt, um anschließend einen kleinen, aber ausreichenden Puffer herauszufahren. Der Verkehr auf der Strecke hatte uns dann den Zeitpunkt unseres Boxenstopps mehr oder weniger diktiert, letztendlich haben wir aber kaum Zeit verloren und konnten den Sieg nach Hause fahren."

IDM-Finale in Hockenheim mit Zuschauern und Livestream

Foto: Jens Hawrda

Mit seinem Auftritt als Wildcard-Pilot in der Superbike-WM hat Jonas Folger am vergangenen Wochenende in Barcelona mächtig Eindruck gemacht. Erst wenige Minuten vor dem ersten Lauf  konnten die Mechaniker die Yamaha startklar machen. Die Ausbeute des Spanien-Trips: Nach den insgesamt zwei Rennen hat sich Folger nicht nur seine ersten neun WM-Punkte in der Klasse, sondern auch allgemeine Anerkennung in der Superbike-Weltmeisterschaft erkämpft.

Mit dem Schwung des letzten Wochenendes reist der ehemalige Grand-Prix-Pilot zum Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nach Hockenheim. Vom 25. bis 27. September herrscht im badischen Motodrom Hochstimmung, denn in allen IDM-Soloklassen fallen die Titelentscheidungen.

Gute Nachricht für die Fans: Erstmals in diesem Jahr sind bei der IDM Zuschauer zugelassen. Die Karten werden nur vorab und online verkauft. Alle Details, unter anderem auch die Information zu den Eintrittspreisen, online unter: www.hockenheimring.de. Wer kein Ticket ergattert, kann trotzdem dabei sein. Die Rennen werden per Livestream unter www.idm.de/live übertragen.

Läuft alles nach Plan, feiert Jonas Folger in Hockenheim seinen ersten Titel in der IDM Superbike 1000. Er hatte zum Jahresbeginn die deutsche Topklasse auserkoren, um von dort aus den Sprung für ein WM-Comeback zu wagen. Seine Zukunft heißt aber nicht mehr MotoGP, sondern Superbike-WM. Sieben Punkte fehlen dem 27-jährigen Bayer aber jetzt noch zum IDM-Titel. Das heißt: Ein siebter Platz würde ihm reichen, um den Titel in jedem Fall vor dem zweifachen Meister Ilya Mikhalchik auf BMW zu sichern. Doch das ist nicht der Anspruch des Yamaha-Stars. Folger will die Saison abschließen wie er es bei allen bisherigen Veranstaltungen getan hat: mit der schnellsten Trainingszeit und Siegen in den zwei ausgetragenen Rennen. Dominic Schmitter (Yamaha), Vladimir Leonov (BMW), Alessandro Polita (Honda) und Marc Moser (Yamaha) kämpfen um die weiteren Platzierungen. Theoretisch ist für alle noch mindestens der dritte Platz in der Gesamtwertung greifbar. Kawasaki schickt mit dem Franzosen Valentin Debise einen Ersatzfahrer für Erwan Nigon ins Rennen, der am gleichen Wochenende seinen Vertrag in der Endurance-WM erfüllt. Debise hat wie Folger an der Superbike-WM-Runde in Barcelona teilgenommen, blieb aber punktelos.

Während es mit Folger in der Königsklasse einen klaren Favoriten gibt, ist die Entscheidung in den 600er-Meisterschaften völlig offen. In der IDM Supersport 600 führt Luca Grünwald mit seiner Kawasaki das Championat mit nur drei Punkten vor Lausitzring-Doppelsieger Martin Vugrinec auf Yamaha an. Ihm folgt Titelverteidiger Max Enderlein. Der Yamaha-Fahrer hat nur einen einzigen Punkt weniger als der Markenkollege aus Kroatien. Deshalb sind seine Chancen, den dritten Titel in Folge einzufahren, im grünen Bereich. In der seriennahen IDM Superstock 600 liegt Paul Fröde mit der einzigen Honda im Feld in Führung. Späteinsteiger Jan-Ole Jähnig auf Yamaha ist mit drei Punkten Rückstand vor den beiden entscheidenden Rennen in Schlagdistanz.

In der IDM Supersport 300 könnte Rick Dunnik auf Yamaha als erster Holländer den Titel holen. Der 18-Jährige startet mit 15 Punkten Vorsprung in die beiden Finalrennen der Nachwuchsklasse. Die Talente aus dem Nachbarland bilden zwar die zweitgrößte Teilnehmergruppe in der IDM Supersport 300, aber bislang konnte keines von ihnen die Meisterschaft gewinnen. Auch Dunnik ist noch nicht auf der sicheren Seite. Die über 35 Fahrerinnen und Fahrer des fliegenden Klassenzimmers sind immer für Überraschungen gut. In den sechs Läufen gab es in dieser Saison bislang fünf verschiedene Sieger. Und wie schlägt sich Lokalmatador Dirk Geiger auf seiner Heimstrecke? Eigentlich bestreitet der 18-jährige Mannheimer die Moto3-Junior-WM, aber diese hat gerade Pause. Also nimmt Geiger in der Zwischenzeit an der IDM teil und fuhr auf dem Lausitzring prompt aufs Podium. Wird er im Titelrennen vielleicht zum Zünglein an der Waage?

Nach einem rabenschwarzen Auftaktwochenende in Assen für den Titelverteidiger und achtmaligen Weltmeister Tim Reeves ist die IDM Sidecar 600 zu einem Überraschungspaket geworden. Die Schweizer Markus Schlosser und Marcel Fries reisen als Titelfavoriten nach Hockenheim. Sie könnten für eine vorzeitige Entscheidung sorgen. Ansonsten fallen die abschließenden Ergebnisse beim Sidecar-Festival Anfang Oktober in Oschersleben. In der WM sind sie nicht zugelassen, aber in der IDM finden auch die Sidecars mit 1000 cm³-Antrieb eine Heimat. Hier haben Mike Roscher/Anna Burkard bisher alle Rennen gewonnen.

Umrahmt wird das IDM-Finale in Hockenheim von den Rennen zum BMW Motorrad Boxer Cup, dem Pro Superstock Cup, dem Twin Cup sowie dem Northern Talent Cup.