Montag, 14. September 2020

Mercedes-Pilot Heinemann gibt den Ton an: dritter Sieg in der DTM Trophy

  • Starke Leistung: Pole Position, Sieg und schnellste Runde
  • Actionreiches Rennen mit harten Manövern und Safety-Car-Phase
  • Tim Heinemann führt in der Punktetabelle klar vor Ben Tuck und Jan Kisiel

Foto: dtm.com

In der neuen DTM Trophy gibt Tim Heinemann den Ton an: Der Mercedes-Pilot aus dem Team HP Racing International brillierte am Samstag im ersten Rennen der DTM Trophy auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Nicht nur das: Heinemann sich beim fünften Saisonrennen den motorsportlichen „Hattrick“ mit Pole Position, Sieg und schnellster Rennrunde. Es war bereits der dritte Sieg des 22-Jährigen in der DTM-Trophy, dem neuen Unterbau der DTM. Der Brite Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport), von Platz zwei gestartet, verteidigte seine Position bis ins Ziel. Sein Landsmann Ben Tuck (BMW, Walkenhorst Motorsport) komplettierte das Podium.

Den erstmals bei einem Rennen der DTM Trophy zugelassenen Zuschauern boten die seriennahen GT-Sportwagen ein actionreiches Rennen, das von Positionskämpfen, harten Überholmanövern und einer Safety-Car-Phase geprägt wurde. Beim fliegenden Start hatte Polesitter Heinemann alles im Griff, während Routinier Peter Terting (GER, Porsche, PROsport Racing) vergeblich versuchte, auf der Außenlinie an Green vorbeizuziehen. Kurze Zeit später musste Terting auch gegen Tuck passen und fiel damit auf Rang vier zurück.

Kisiel mit harten Bandagen, Pech für Terting

Zu einer Safety-Car-Phase kam es im weiteren Rennverlauf, als Felix von der Laden (GER, Audi, Superdrink by Bremotion) ins Kiesbett rutschte und der havarierte Audi R8 LMS abgeschleppt werden musste. Beim Restart machte Heinemann vorn alles richtig und setzte sich ab. Richtig spannend wurde es noch einmal in der letzten Minute des Rennens, als ein intensiv kämpfender Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport) von der fünften Position aus den vor ihm fahrenden Terting attackierte. Letzterer konnte sich zunächst wehren, doch musste er den Porsche Cayman wenig später mit technischem Defekt in der Boxengasse abstellen, so dass Kisiel den vierten Platz erbte.

Vor dem sechsten Rennen der DTM Trophy am Sonntag (Start: 15:15 Uhr / live via grid.dtm.com) liegt Heinemann mit 122 Punkten weiterhin deutlich in Führung vor Tuck (77). Kisiel behauptet mit 68 Zählern Rang drei der DTM-Trophy-Wertung.

Audi-Pilot Nico Müller nach überlegenem Sieg auf dem Nürburgring DTM-Halbzeitmeister

  • Halbzeit in der DTM: Audi mit klarem Vorsprung in allen drei Meisterschaften
  • Alle drei Audi Sport Teams an der Spitze der Teamwertung
  • 339 Punkte Vorsprung in der Herstellermeisterschaft

Halbzeitmeister Nico Müller
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel



Halbzeit in der kompaktesten Saison der DTM-Geschichte: Nach neun von 18 geplanten Rennen liegt Titelverteidiger Audi in allen drei Meisterschaften der Tourenwagen-Rennserie klar in Führung. Tabellenführer Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline gelang im ersten der vier Rennen auf dem Nürburgring ein perfekter Samstag.

Mit seinem vierten Saisonsieg baute der Schweizer seinen Vorsprung in der Fahrermeisterschaft auf 43 Punkte aus. Der beste BMW-Pilot liegt nach neun Rennen bereits 124 Punkte zurück. In der Teamwertung behaupten die drei Audi Sport Teams Abt Sportsline, Rosberg und Phoenix die ersten drei Plätze. In der Herstellermeisterschaft steht es im Duell mit BMW bei Halbzeit 614:275 für Audi.

„Perfekte Tage wie heute gibt es in der DTM nur ganz selten“, sagte Nico Müller nach seinem überlegenen Sieg im Samstagsrennen auf dem Nürburgring. Nach einer Bestzeit im Freien Training am Freitag sicherte sich der Audi-Pilot die Pole-Position mit einem Vorsprung von 0,221 Sekunden – für DTM-Verhältnisse eine kleine Welt. Im Rennen setzte sich der Schweizer immer weiter von seinen Verfolgern ab und überquerte die Ziellinie schließlich mit 15,655 Sekunden Vorsprung. Seine schnellste Rennrunde war eine halbe Sekunde schneller als die seiner Gegner. „Heute lief einfach alles für uns“, sagte Müller. „Mein Audi hat sich mega angefühlt. Das Team hat einmal mehr einen schnellen Boxenstopp abgeliefert. Die Strategie war perfekt, und ich konnte meine Reifen im sehr langen zweiten Stint gut managen. Heute dürfen wir uns einfach nur freuen. Danke an Audi und das Team ABT.“

Hinter Nico Müller kam Titelverteidiger René Rast vom Audi Sport Team Rosberg ins Ziel. „Ein zweiter Platz ist kein schlechtes Ergebnis“, sagte der zweimalige DTM-Champion. „Allerdings war der Abstand zu Nico riesengroß. Er fährt im Augenblick einfach in einer anderen Liga. Schon gestern ist er geflogen. Heute war er im Qualifying schnell und auch im Rennen. Er ist irgendwann einfach davongezogen. Ich dagegen musste auch noch gegen Robin (Frijns) kämpfen. Zum Glück hat er sich gedreht, als er versucht hat, mich zu überholen.“

Frijns fiel durch seinen Dreher vom dritten auf den fünften Platz zurück. „Mein Angriff mag im Fernsehen etwas optimistisch und spektakulär ausgesehen haben, aber mir sind zuvor schon ähnliche Überholmanöver gelungen“, sagte Frijns, der für einen kurzen Augenblick sprichwörtlich zum „fliegenden Holländer“ wurde. „Vor dem Boxenstopp konnte ich René überholen. Nach dem Stopp lag ich wieder hinter ihm. Als ich ihn attackiert habe, hat er sich gut verteidigt, und ich musste auf die Randsteine. Dadurch war ich kurzzeitig mit allen vier Rädern in der Luft und habe mich gedreht.“

Vom Dreher des Niederländers profitierte Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix. Platz vier bei seinem Heimrennen stimmte „Rocky“ trotzdem nicht glücklich. „Der Abstand zur Spitze ist einfach zu groß, und wir kommen nicht näher“, sagte Rockenfeller. „Wir haben heute mit dem frühen Stopp versucht, uns in eine gute Position zu bringen. Doch meine Reifen haben zu stark abgebaut, sodass ich mich am Ende nicht richtig wehren konnte.“

Teamkollege Loïc Duval wurde nach einer 10-Sekunden-Zeitstrafe als Neunter gewertet. Der Franzose hatte beim Boxenstopp versehentlich die weiße Linie an der Boxeneinfahrt überfahren. Jamie Green blieb als 13. ohne Punkt. Der Brite fing sich in der hektischen Startrunde massive Bremsplatten ein und musste schon nach sechs Runden die Reifen wechseln. Auch die Piloten des Kundenteams WRT Team Audi Sport verpassten am Samstag die Punkteränge.

„Für Audi war es eine unglaubliche erste Saisonhälfte“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir haben die meisten Rennen ziemlich überlegen gewonnen. Nico war heute überragend, auch im Vergleich zu den anderen Audi-Fahrern. Er hat sich für den Rest der Meisterschaft in eine sehr gute Position gebracht. Ich bin schon gespannt auf die zweite Saisonhälfte.“

Audi hat in der DTM-Saison 2020 bisher sieben von neun Rennen gewonnen und 21 von 27 möglichen Podiumsplatzierungen erzielt. Dreimal gelangen Fünffachtriumphe, zweimal Doppelerfolge und einmal ein Dreifacherfolg. Im Qualifying ist Audi 2020 ungeschlagen und holte saisonübergreifend bereits die 16. Pole-Position in Folge. Alle Zusatzpunkte gingen bisher auf das Konto der vier Audi-Piloten Frijns (19), Müller (16), Rast (13) und Duval (6). Bei den schnellsten Rennrunden steht es zwischen Audi und BMW 8:1.

Sonntag, 13. September 2020

Souveräner Start-Ziel-Sieg am Nürburgring für Nico Müller

  • Siebter DTM-Sieg für den Meisterschaftsführenden
  • Marco Wittmann als Dritter bester BMW-Pilot
  • Kurzweiliges Duell: René Rast gegen Robin Frijns

Foto: dtm.com

Die Nico-Müller-Show geht weiter: Nachdem der Meisterschaftsführende sich beim Lauf der DTM vor einer Woche in Assen mit zwei dritten Plätzen zufrieden geben musste, dominierte der Schweizer im Audi RS 5 DTM das erste Rennen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings souverän. Mit mehr als 15 Sekunden Vorsprung gewann Müller vor Verfolger René Rast (GER, Audi). Für Müller ist es bereits der siebte DTM-Sieg seiner Karriere. Damit nicht genug: Auf dem 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs in der Eifel holte Müller im Samstagsrennen sogar den motorsportliche „Hattrick“: Pole Position, Sieg und schnellste Runde im Rennens – besser geht es nicht. Hinter Titelverteidiger Rast kam BMW-Pilot Marco Wittmann ins Ziel. Für den zweimaligen DTM-Champion ist es die 35. Podiumsplatzierung seiner Laufbahn.

Der Start verlief ohne Veränderungen an der Spitze: Polesitter Müller kam gut weg und verteidigte seine Führung ohne Probleme gegen den Zweitplatzierten Rast. Der von Platz drei gestartete Niederländer Robin Frijns (Audi) setzte sich gegen Wittmann durch. Mike Rockenfeller (GER, Audi), von Rang fünf ins Rennen gegangen, versuchte sein Glück mit einem frühen Pflichtboxenstopp und kam bereits in Runde acht zum Reifenwechsel. Zeitweilig auf Platz zwei fahrend, fehlte dem Ex-Meister am Ende jedoch zunehmend der Grip, so dass er letztlich als Vierter ins Ziel kam.

Spektakuläres Duell zwischen Rast und Frijns

Für den Aufreger des Tages sorgte Robin Frijns, der vor einer Woche seinen ersten DTM-Siege erzielt hatte. Der Niederländer lieferte sich über weite Strecken des Rennens einen äußerst spannenden Zweikampf mit René Rast um Platz zwei lieferte. Besonders brisant: Beide Piloten liegen in der DTM-Tabelle direkt hintereinander, es ging  also nicht nur um die Position im Rennen, sondern auch um den zweiten Platz der Meisterschaft. In Runde 27 setzte Frijns dann alles auf eine Karte und versuchte sich mit einem extrem späten Bremsmanöver in der ersten Kurve innen an Rast vorbei zu quetschen. Doch die Aktion ging schief, denn Frijns’ Audi sprang beim Anbremsen hart über die Randsteine, und de Niederländer konnte einen spektakulären Dreher nicht mehr verhindern. Der direkt hinter ihm fahrende Marco Wittmann war in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes „der lachende Dritte“, während Frijns immerhin noch Platz fünf ins Ziel rettete.

Vor dem zehnten Rennen der Saison (Sonntag ab 13:00 Uhr live in SAT.1) liegt Müller in der DTM-Wertung mit 192 Punkten vor Frijns (149), der seinen zweiten Gesamtrang vor Rast (140) verteidigte.

Stimmen – 1. Rennen, Nürburgring Grand Prix

Nico Müller (SUI), Audi, Sieger

„Das war ein perfektes Rennen. Ich hatte einen super Start, einen sehr guten Boxenstopp, die Strategie war perfekt, und auch das Reifenmanagement hat gepasst. Ich genieße diesen Sieg. Es ist in den vergangenen Wochen nicht immer alles in meine Richtung gelaufen, heute war das aber der Fall. Vor allem das Qualifying mit der Pole-Position war die perfekte Voraussetzung für den heutigen Erfolg. Wir wollen uns, wenn möglich, immer weiter verbessern. Unser Ziel sind weitere Siege.“

René Rast (GER), Audi, 2. Platz

„Am Anfang habe ich versucht, Nico Müller zu folgen, doch bald hatte ich nichts mehr entgegen zusetzen. Der erste Stint war nicht so gut, zudem habe ich im Kampf mit Robin Frijns Zeit verloren. Der zweite Stint war aus meiner Sicht besser. In Kurve eins war ich schon sehr spät auf der Bremse, Robin noch später. Danach konnte ich meinen zweiten Platz sicher ins Ziel bringen, ich habe nur im Spiegel den Abstand zu Marco Wittmann kontrolliert. Bei Nico Müller war heute einfach alles optimal, das war herausragend.“

Marco Wittmann (GER), BMW, 3. Platz

„Ich bin sehr happy. Das war heute ein guter Tag in der Qualifikation und im Rennen. Wir kämpfen ja allgemein mit unserer Pace, aber heute war sie okay. Das Podium war etwas glücklich, bedingt durch den Dreher von Robin Frijns. Insofern haben wir das Maximum unter diesen trockenen Bedingungen herausgeholt. Wir haben weiterhin noch einige Arbeit vor uns. Ich hoffe aber, dass wir in der zweiten Saisonhälfte näherkommen.“

Ergebnis – 1. Rennen, Nürburgring Grand Prix

01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 31 Runden in 58:10,251 Minuten

02. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 15,655 Sek.

03. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 18,141 Sek.

04. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 20,842 Sek.

05. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 22,978 Sek.

06. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 23,389 Sek.

07. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 28,101 Sek.

08. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 31,236 Sek.

09. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 38,442 Sek.

10. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 46,735 Sek.


Schnellste Rennrunde: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 1:49,975 Min.

Pole-Position: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 1:46,834 Min.

Wetter: 24°C, sonnig

Strecke: 36°C, trocken

Samstag, 12. September 2020

Doppelter Einsatz für die DTM Trophy: Vier Teams mit Heimspiel am ‚Ring‘

  • Zweimal Eifel: Zuerst Grand-Prix-Kurs, eine Woche später Sprintstrecke
  • Am Nürburgring zuhause: Phoenix, PROsport, Teichmann und Ring Racing
  • 21 seriennahe GT-Sportwagen: Mercedes-Pilot Tim Heinemann an der Spitze

Foto: dtm.com

Zweimal Nürburgring an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden: Fahrern und Teams der neu eingeführten DTM Trophy steht in der Eifel ein erster Härtetest bevor. Der dritte Saisonlauf wird vom 11. bis 13. September – erstmals vor Zuschauern – auf dem 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs ausgetragen, eine Woche später (18.–20. September) wird die eineinhalb Kilometer kürzere Sprintstrecke befahren. Seit der Premiere der DTM Trophy in Spa-Francorchamps haben die seriennahen GT-Sportwagen von sechs Herstellern exzellenten Motorsport mit vier actionreichen Rennen und drei verschiedenen Siegern geboten. Am ‚Ring‘ bilden erneut 21 GT-Sportwagen von Audi, BMW, KTM, Mercedes, Porsche und Toyota ein hochkarätiges Starterfeld.

Tim Heinemann hat sein Punktekonto in der DTM Trophy bislang am besten gefüllt. Mit zwei zweiten Plätzen in Spa und zwei Siegen auf dem Lausitzring, dazu eine Pole-Position und eine schnellste Rennrunde, sorgt der von DTM-Rekordmeister Bernd Schneider geförderte Mercedes-Pilot aus dem Team HP Racing International für Aufsehen. Mit 92 Punkten führt Heinemann vor Premieren-Sieger Ben Tuck (GBR, 62 Punkte) aus dem BMW-Team von Walkenhorst Motorsport und dem Polen Jan Kisiel (Mercedes-AMG, Leipert Motorsport, 55). Der zweite Spa-Sieg ging an den Briten Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport), der in der Punktetabelle mit 39 Zählern Fünfter hinter dem Schweizer Felix Hirsiger (Porsche, Allied Racing, 45) ist.

Lokalmatador: Andreas Gülden erstmals im Ring-Racing-Toyota

Einen Heimvorteil genießen am Nürburgring gleich vier Teams: Gerade einmal vier Kilometer muss Phoenix-Racing, das einen Porsche Cayman CS MR für der Schweizer Rudolf Rhyn einsetzt, von der Werkstatt im Gewerbepark Nürburgring in Meuspath bis zum Fahrerlager zurücklegen. Nur einen Kilometer mehr hat PROsport-Racing, mit Ex-DTM-Pilot Peter Terting im Porsche Cayman PRO4 am Start, bis zu seinem Sitz in Wiesemscheid. Exakt zehn Kilometer sind es für Teichmann Racing vom Standort in Adenau bis ins Fahrerlager. Teichmann setzt zwei KTM X-Bow für Reinhard Kofler (AUT) und für Georg Griesemann (GER) ein. Ring Racing aus Boxberg bei Kelberg muss immerhin schon zwölf Kilometer zum Nürburgring zurücklegen. Das Toyota-Team sorgte gleich bei seinem Debüt am Lausitzring mit dem Einsatz des dreimaligen Tourenwagen-Weltmeisters José María López (ARG) für Furore. Auf der Hausstrecke am Fuße der altehrwürdigen Nürburg nimmt neben Heiko Hammel (GER) ein echter Lokalmatador im Toyota-Cockpit Platz: Andreas Gülden, der Chef-Instruktor des Nürburgrings, der wie kaum ein anderer jeden einzelnen der rot-weißen Curbs beim Vornamen kennt.

DTM Trophy: der neue Unterbau der DTM

Mit der DTM Trophy hat die Dachorganisation ITR einen vielversprechenden Unterbau für die seit 1984 erfolgreiche DTM eingeführt. Vor allem jungen und ambitionierten Rennfahrern bietet das professionelle Umfeld der DTM eine ideale Plattform. Bei dem von der DTM übernommenen Format mit zwei Qualifyings sowie zwei Rennen über 30 Minuten am Samstag und Sonntag direkt nach der DTM stehen die Leistungen jedes einzelnen Fahrers im Vordergrund.

In den Genuss von purem Racing kommen beim dritten Saisonlauf auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings erstmals auch Zuschauer, die in begrenzter Anzahl zugelassen sind. Personalisierte Tageskarten zum Preis von 49 Euro sind bis Sonntag, 12:00, online über den DTM-Ticketshop (tickets.dtm.com) oder über die DTM-Tickethotline (+49 1806 386 386) erhältlich. Darüber hinaus liefert die Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) jedes Qualifying und jedes Rennen (Start jeweils ab 15:15 Uhr) faszinierende Bilder auf den heimischen Bildschirm und aufs Smartphone, und zwar live und auf Abruf.

Donnerstag, 10. September 2020

Zweite DTM-Saisonhälfte startet vor Zuschauern am Nürburgring

  • Vor Saisonhalbzeit: Audi-Mann Nico Müller vor fünftem Rennen an der Spitze
  • Erstmals seit 2001: DTM fährt wieder auf dem Grand-Prix-Kurs
  • Mit Doppelschlag in die heiße Saisonphase: Nürburgring-Sprintstrecke nur eine Woche später

Foto: Jens Hawrda

Zuschauer-Zuspruch von den Tribünen, sportliche Zuspitzung auf der Strecke: Der fünfte Saisonlauf der DTM auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende (11.–13. September) verspricht ein weiteres Motorsport-Highlight zu werden. Und mehr Klassiker geht nicht: Auf „geweihtem Motorsportboden“ steht dort, wo die DTM bereits 82 Rennen ausgetragen hat, zum ersten Mal die 5,148 Kilometer lange Grand-Prix-Streckenvariante auf der Agenda. In der aktuellen Saison sorgten bisher fünf verschiedene Sieger in acht Rennen für DTM-typische sportliche Abwechslung, knappe Entscheidungen und überraschende Wendungen. Zum zweiten Mal nach den Rennen in Assen (NED) vor einer Woche dürfen wieder Zuschauer die Werkspiloten von Audi und BMW von den Tribünen anfeuern.

Für Zuschauer, die dieses motorsportliche Spektakel hautnah erleben wollen, wurde erst am Dienstag eine stark limitierte Anzahl an Tageskarten für Samstag und Sonntag freigegeben. Zum Preis von 49 Euro inklusive dazugehörigem Parkplatz sind die Tribünentickets ausschließlich online bis Sonntag, 12:00 Uhr, über den DTM-Ticketshop (tickets.dtm.com) oder die DTM-Tickethotline (+49 1806 386 386) erhältlich. Bei vorhergesagtem spätsommerlichem Wetter mit viel Sonne und  Temperaturen bis 20 Grad und mehr, können sich die Zuschauer auf ein volles und buntes Rennprogramm freuen. Neben der DTM sind auch die neue DTM Trophy mit seriennahen GT-Sportwagen sowie der Porsche Carrera Cup Benelux, die GTC-Rennserie und der Lotus Cup Europe am Start. Darüber hinaus überträgt SAT.1 beide Rennen am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr live (Start jeweils 13:30 Uhr) mit faszinierenden Bildern von 60 Kameras. Qualifying, Hintergrundberichte und die Rahmenrennen liefern die Streaming-Angebote ran.de und DTM Grid (grid.dtm.com) auf die heimischen Bildschirme und auf Smartphones.
 
Fünf verschiedene Sieger in acht Saisonrennen

Die DTM 2020 beeindruckt bisher mit hoher Leistungsdichtung und abwechslungsreichen Rennen, die ganz nach dem Geschmack der Zuschauer sind. Sah es nach drei Siegen zum Auftakt nach einem Durchmarsch von Vizemeister Nico Müller (SUI) aus, konterte Audi-Markenkollege und Titelverteidiger René Rast mit zwei Erfolgen am Lausitzring. Seitdem sorgten Lucas Auer (AUT, BMW), Robin Frijns (NED, Audi) und Sheldon van der Linde (RSA, BMW) für Kurzweile. Aber nicht nur die Anzahl der Sieger, sondern auch die Art der Siege garantierten Hochspannung. Nur 0,089 Sekunden entschieden im dritten Saisonrennen über den Sieg – knapper war es in der langen DTM-Historie noch nie. BMW gelang gleich mit einem Doppeltriumph ein Comeback nach einem Jahr ohne Sieg. Und in Assen feierten die Fans den ersten DTM-Sieg eines Niederländers (Robin Frijns) seit 2004 mit stehenden Ovationen. Auch der Husarenritt des von der 14. Position gestarteten Südafrikaners Sheldon van der Linde (BMW) im Regenrennen am Sonntag begeisterte die Fans.

Am Nürburgring ist durchaus mit dem sechsten oder gar siebten Sieger zu rechnen. Vor allem der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock (GER) hat mit seinem BMW schon Führungskilometer absolviert, genauso Loïc Duval (FRA) aus dem Audi Sport Team Phoenix. Auch Duvals Teamkollege Mike Rockenfeller (GER) ist ein möglicher Kandidat für das Podium. Der ehemalige DTM-Champion Rockenfeller, in Neuwied geboren, das BMW Team RMG aus Andernach und vor allem das im Gewerbepark Nürburgring in Meuspath ansässige Audi Sport Team Phoenix haben am ‚Ring‘ ein „Heimspiel“.

82. Mal Nürburgring, aber Premiere auf dem 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs

Der fünfte Saisonlauf auf dem Nürburgring markiert die „Halbzeit“ in der kompakten DTM-Saison mit neun Rennwochenenden. Nico Müller liegt nach acht von 18 Rennen mit 164 Punkten vorn, Robin Frijns ist mit 138 Zählern neuer Zweiter und hat den Rückstand verkürzt. Meister Rast komplettiert mit 120 Punkten das aktuelle Trio der Titelkandidaten. Dahinter folgenden Duval (71), Glock (62) van der Linde (60) und Rockenfeller (52) auf den Tabellenrängen vier bis sieben.

In der Eifel erlebt die DTM ein Comeback, das für alle Fahrer Neuland bedeutet. Denn erstmals seit 19 Jahren fährt die DTM wieder auf dem Grand-Prix-Kurs. Damals war der GP-Kurs allerdings nur 4,556 Kilometer lang, inklusive der später errichteten Mercedes-Arena misst die GP-Strecke heute 5,148 Kilometer. Vor allem das Audi Sport Team Abt Sportsline wird sich gerne an das Eifelrennen am 06. Mai 2001 zurückerinnern. Damals bejubelte die Mannschaft aus Kempten den ersten Sieg ihres privat eingesetzten Abt-Audi TT-R mit dem Franzosen Laurent Aiello am Steuer. Der Nürburgring hat seit der Premiere der Tourenwagen-Serie 1984 einen festen Platz im DTM-Kalender. Am Wochenende trägt die DTM die Rennen 83 und 84 am 'Ring' aus.

Nur eine Woche später, vom 18.–20. September, konzentriert sich die Action auf die 3,629 Kilometer lange Sprintstrecke. Denn der DTM-Troß bleibt zu einem Double-Header in der Eifel, also zweimal Nürburgring an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Inklusive Assen sind das drei DTM-Läufe in nur 16 Tagen – vor allem für die Teams eine enorme Herausforderung.