Mittwoch, 9. September 2020

IDM: Folger-Show am Sachsenring

Jonas Folger (Yamaha) vier Siege aus vier Rennen
 Foto: Dino Eisele/IDM 2020


Renntage sind Feiertage, auch wenn sie auf einen Montag und einen Dienstag fallen. In der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) durfte auch an diesem ungewöhnlichen Termin am 7./8. September 2020 gefeiert werden. Ex-MotoGP-Fahrer Jonas Folger wie auch Lokalmatador Max Enderlein sorgten bei der zweiten IDM-Station des Jahres auf dem Sachsenring für ein Feuerwerk an Emotionen.

Jonas Folger spendierte Yamaha ein weiteres Freudenfest. Er gewann den ersten Lauf in der IDM Superbike 1000 von der Pole Position aus mit einem großen Vorsprung von 15,4 Sekunden vor Florian Alt (BMW) und dem Schweizer Dominic Schmitter (BMW). Auch im zweiten Rennen setzte sich der Fahrer von Bonovo Action by MGM Racing vom Feld ab. Er erwischte einen Raketenstart. „Das hat mir viel Arbeit erspart, die ich in Überholvorgängen hätte investieren müssen.“ Folger siegte in der IDM-Topklasse vor Titelverteidiger Ilya Mikhalchik und Vladimir Leonov (BMW). Mikhalchik, der punktbeste Folger-Jäger, schaffte somit nach dem fünften Platz im ersten Rennen auf der für ihn zuvor unbekannten Strecke ein wenig Schadensbegrenzung.

„Der Sachsenring liegt mir und ich wusste, dass wir hier von Beginn an stark sein werden“, meinte Folger nach seinem Erfolg. Vor drei Jahren hatte er hier den größten Triumph seiner Karriere gefeiert. Er wurde Zweiter des MotoGP-Rennens hinter dem mehrfachen Weltmeister Marc Márquez.

Neben den beiden Superbike-Rennen waren auch die Entscheidungen in der IDM Supersport/Superstock 600 und der Nachwuchsklasse Supersport 300 auf dem Sachsenring beste Werbung für den Motorradrennsport. Bei den Supersportlern feierte Yamaha-Pilot Max Enderlein einen Doppelsieg auf seiner Heimstrecke. Besonders im zweiten Rennen musste der zweifache Meister und Titelverteidiger hart über die gesamte Distanz um die Führung gegen den Kroaten Martin Vugrinec kämpfen. Mit 0,024 Sekunden rettete der 23-jährige Hohenstein-Ernstthaler seinen Erfolg über die Ziellinie. „Hier die Maximalpunktzahl zu holen - mehr geht nicht“, jubelte Enderlein, der damit die Führung im Championat übernommen hat. Dritter wurde in beiden Rennen Luca Grünwald auf Kawasaki.

In der IDM Superstock 600, in der weniger an den Motorrädern geschraubt werden darf als in der Superport-Abteilung, teilten sich Neuzugang Jan-Ole Jähnig (Yamaha), Paul Fröde (Honda) und Moritz Jenkner (Yamaha) die Podestplätze unter sich auf.

In der IDM Supersport 300 nutzte Harry Khouri die Rennen auf dem Sachsenring, um die Spitze in der Gesamtwertung zu übernehmen. Der Australier gewann das zweite Rennen gegen den Trainingsschnellsten Luca de Vleeschauwer. Im ersten Lauf kam der 16-jährige Australier als Zweiter hinter Marvin Siebdrath ins Ziel. Siebdrath hatte allerdings im zweiten Rennen Pech. Beim Positionskampf in der Verfolgergruppe wurde er in eine Kollision verwickelt und am Ende nur 14.

Heimsiege gab es auch beim neuen Northern Talent Cup (NTC). Bei der Premiere dieser Nachwuchsserie gewann Freddie Heinrich vor dem Rumänen Jacopo Hosciuc und dem Belgier Luciano Lorenz. Der 15 Jahre alte Heinrich fährt für PrüstelGP. Das WM-Team ist am Sachsenring zuhause. Im packenden zweiten Rennen, das fünf Runden vor Schluss wegen des Sturzes eines Fahrers abgebrochen werden muss, behielt der Ungar Soma Gorbe vor dem Tschechen Stephan Zuda der Oberhand. Auftaktsieger Freddie Heinrich wurde Dritter. Im Twin Cup teilten sich Nicolai Kraft (Suzuki) und Justin Hänse (Yamaha) die Siege.

Die Rennen des ersten IDM-Auftritts auf dem Sachsenring nach sieben Jahren waren beste Werbung für den Motorradsport. „Ich bin sehr glücklich mit dem erfolgreichen Wochenende“, sagte IDM-Serienmanager Normann Broy. „Wir müssen uns herzlich beim ADAC Sachsen, dem AMC Sachsenring und dem Streckenbetreiber an der Spitze bedanken, die uns diesen unvergesslichen Event ermöglicht haben.“

Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren auch am Sachsenring keine Zuschauer zugelassen. Die Fans konnten die Rennen im kostenlosen IDM-Livestream verfolgen. Auch die Rennen der zwei folgenden IDM-Veranstaltungen auf dem Lausitzring und dem Hockenheimring können die IDM-Fans per Livestream verfolgen.

Nächste IDM-Veranstaltung: 11. bis 13. September 2020 auf dem Lausitzring

DTM mit Zuschauern am Nürburgring

  • Tickets nur begrenzt verfügbar und vorerst nur für das erste der beiden Nürburgring-Events
  • Ab sofort: Tageskarten für 49 Euro im DTM-Ticketshop und über DTM-Tickethotline
  • Halbzeit in der DTM: Fünfter Saisonlauf vom 11. bis 13. September
  • Erstmals seit 2004: DTM startet auf dem 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs

Foto: Jens Hawrda

Die DTM startet auch auf dem Nürburgring vor Zuschauern. Beim fünften Saisonlauf vom 11. bis 13. September in der Eifel werden am Samstag und Sonntag jeweils drei Tribünen für eine begrenzte Personenzahl geöffnet. Die Zulassung gilt vorerst nur für das erste der beiden Rennwochenenden auf dem Nürburgring. Für die DTM ist es nach Assen (NED) das zweite Rennwochenende mit Fans an der Rennstrecke. Tageskarten für Samstag und Sonntag sind ab sofort zum Preis von jeweils 49 Euro im DTM-Ticketshop (tickets.dtm.com) oder über die DTM-Tickethotline (+49 1806 386 386) erhältlich.

Die Genehmigung durch die zuständige Kreisverwaltung Ahrweiler basiert auf einem umfassenden und bereits bewährten Infektionsschutz-Konzept des Nürburgrings. Die DTM ist auf der Rennstrecke in der Eifel gleich an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden am Start, auf zwei verschiedenen Streckenvarianten: Am ersten Wochenende fährt die DTM erstmals seit 2004 auf dem 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs, am zweiten Wochenende (18.–20. September) auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke. Die Genehmigung zur Öffnung der Tribünen 3, 4 und 4a gilt vorerst nur für das erste der beiden Nürburgring-Events der DTM.

Rahmenprogramm: Facettenreiche Action, DTM Trophy inklusive

Inklusive DTM kommen die Zuschauer beim ersten Nürburgring-Event vom 11. bis 13. September in den Genuss von insgesamt fünf Rennserien. Die neu geschaffene DTM Trophy für seriennahe GT-Sportwagen sowie die GTC-Serie, der Porsche Carrera Cup Benelux und der Lotus-Cup sorgen für ein abwechslungsreiches Motorsport-Programm auf dem Nürburgring. Auf einen Teil des Motorsport-Feelings müssen die Zuschauer allerdings verzichten, weil der Zutritt zum Fahrerlager weiterhin nicht möglich ist.

Erhältlich sind die stark limitierten Tribünenkarten mit dazugehörigem Parkplatz bis zum jeweiligen Renntag bis 12 Uhr (Start der DTM-Rennen am Samstag und Sonntag jeweils um 13:30 Uhr). Früher erworbene Nürburgring-Tickets verlieren ihre Gültigkeit und gewähren keinen Zutritt zu den Tribünen. Alle bereits ausgestellten Gutscheine können jederzeit und veranstaltungsunabhängig im DTM-Ticketshop und über die DTM-Tickethotline eingelöst werden.

VIP-Gäste kommen am Nürburgring ebenfalls auf ihre Kosten: Tickets für die business°lounge inklusive hochwertigem Catering und bester Sicht auf die Strecke gibt es ab 279 Euro. Der Verkauf der VIP-Tickets findet ausschließlich auf der Webseite der Rennstrecke unter www.nuerburgring.de/dtm statt.

Dienstag, 8. September 2020

Südafrika-Premiere: Sheldon van der Linde siegt im Regen von Assen

  • Erster DTM-Sieg für einen Südafrikaner: BMW triumphiert mit Sheldon van der Linde
  • Erstmals Fans auf den Tribünen: Zuschauer erleben turbulentes Regenrennen
  • Platz drei hinter Samstagsieger Robin Frijns: Nico Müller verteidigt Tabellenführung

Start Rennen 2 in Assen am Sonntag
Foto: dtm.com


Gleich zwei Premierensiege an einem Wochenende: Am Samstag feierte der Niederländer Robin Frijns (NED, Audi) auf seiner Hausstrecke in Assen seinen ersten DTM-Triumph, am Sonntag sorgte Sheldon van der Linde für den ersten DTM-Erfolg eines Südafrikaners. Der erst 21 Jahre alte BMW-Pilot gewann das Rennen dank geschickter Taktik seines RBM-Teams und dank seiner Fahrkünste auf dem nassem Asphalt, der vielen Konkurrenten zu schaffen machte. Dabei war van der Linde nach einem enttäuschenden Qualifying nur von Rang 14 ins Rennen gegangen – was die herausragende Leistung des Nachwuchsfahrers umso mehr hervorhebt. In einem turbulenten Rennen kam Frijns als bester Audi-Pilot ins Ziel. Tabellenführer Nico Müller (SUI, Audi) komplettierte das Podium und bleibt in der Gesamtwertung weiter vorn. Die angereisten Zuschauer erlebten ein äußerst abwechslungsreiches Rennen, das von zahlreichen Positionswechseln, einem zwischenzeitlichen Rennabbruch und einem Neustart hinter dem Safety Car geprägt war.

Nachdem das Qualifying noch bei trockenen Bedingungen über die Bühne gegangen war, gingen kurz darauf heftige Regengüsse auf den TT Circuit nieder, die den Kurs komplett unter Wasser setzten – Regenreifen waren also für alle Piloten die Wahl. Aufgrund der Witterungsverhältnisse hatte die Rennleitung sich für zwei Einführungsrunden hinter dem Safety Car entschieden. Pole-Mann René Rast (GER, Audi) fehlte beim stehenden Start auf dem feuchten Asphalt der nötige Grip, um vorn zu bleiben. Das gelang Loïc Duval (FRA, Audi) deutlich besser, der sich direkt die Führung schnappte. Auch Robin Frijns schlüpfte mit durch und eroberte Rang zwei.

Früher Stopp und „Zwischengas“ als Schlüssel zum Sieg

An der Spitze wurde es jedoch bald eng für Duval. Zuerst zog Robin Frijns vorbei, im Anschluss wird der Franzose auch von Rast, Müller und Timo Glock (GER, BMW) kassiert. Letzterer, von Rang acht gestartet, kam mit seinem BMW M4 DTM in der Nässe sehr gut zurecht. Während Frijns seinen Vorsprung ausbauen konnte, fiel Duval weiter zurück. Van der Lindes RBM-Mannschaft setzte auf einen frühen Stop, um frische Regenreifen aufzuziehen. Das erwies sich später als der Schlüssel zum Sieg, denn die Audi-Konkurrenz um Frijns, Müller und Rast absolvierte ihre Pflichtstopps deutlich später. In der Zwischenzeit gab van der Linde ordentlich Gas, so dass er knapp vor Frijns bleiben konnte, als dieser zurück auf die Strecke kam.

Scherers Unfall sorgt für Rennabbruch

Einen Schreckmoment erlebten die angereisten Fans kurz darauf, als Rookie Fabio Scherer (SUI, Audi) in der schnellen Ramshoek einen heftigen Abflug hatte. Dessen WRT-Team hatte Slicks aufgezogen – ein Risiko, dass sich bei den Bedingungen als zu hoch erweisen sollte. Zahlreiche Trümmerteile auf der Fahrbahn und eine beschädigte Reifenbarriere führten zum Rennabbruch. Scherer stieg unverletzt aus seinem Audi A4 DTM aus, aber das Rennen war für den jungen Schweizer gelaufen. An der Spitze machte Van der Linde beim rollenden Restart alles richtig und verteidigte seine Führung souverän bis ins Ziel. Frijns und Müller versuchten alles, konnten dem BMW-Fahrer im wieder einsetzenden Regen aber nicht  mehr gefährlich werden. Dessen Sieg geht als der erste eines Südafrikaners in die DTM-Historie ein. Für das Team RBM ist es der zehnte Triumph in der Tourenwagen-Rennserie.

Vor dem neunten Saisonlauf auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings (12.–13. September) liegt Nico Müller mit nun 164 Zählern in der Wertung weiter vorn. Robin Frijns bleibt nach seinem Samstags-Sieg auf Gesamtrang zwei mit 138 Zählern und hat 18 Punkte Vorsprung auf den Drittplatzierten René Rast.


Stimmen – 2. Rennen, Assen

Sheldon van der Linde (RSA), BMW, Sieger
„Ein Traum ist wahr geworden. Von Platz 14 gestartet und das Rennen gewonnen – eigentlich unglaublich. Es zeigt, dass in der DTM einfach alles möglich ist. Das Wetter hat uns natürlich in die Karten gespielt. Riesendank an das ganze Team und an BMW. Unsere Truppe hat großartig gearbeitet, auch das Auto hat sich super angefühlt. Assen ist eine gute Strecke, um die Grenzen auszutesten, was hier sehr gut funktioniert hat. Der Restart war ein bisschen tricky, aber wir haben alles im Griff gehabt. Ich bin überglücklich!“

Robin Frijns (NED), Audi, 2. Platz
„Aus meiner Sicht ist eigentlich alles ganz gut gelaufen. Die ersten zwei, drei Runden hatte ich ein paar Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Ich habe dann aber einen guten Rhythmus gefunden, die Balance hat auch gestimmt. Bis zum Boxenstopp lief alles nach Plan. Dass ich danach hinter Sheldon van der Linde auf die Strecke komme, war natürlich nicht so geplant. Nach dem Restart war es sehr nass, so dass ich keine riskanten Manöver mehr eingegangen bin, um den zweiten Platz ins Ziel zu retten.“

Nico Müller (SUI), Audi, 3. Platz
„Ein sehr unterhaltsames Rennen – nicht nur für die Zuschauer, sondern auch aus der Cockpitperspektive. Der Start war richtig gut, die erste Runde nicht. In der Gischt hinterherzufahren ist hart, man sieht quasi nichts. Nachdem ich Positionen verloren hatte, konnte ich mich aber stabilisieren. BMW hat gut taktiert mit den frühen Stopps, das hat sich ausgezahlt. Auch wenn wir heute nicht das Maximum herausholen konnten, war es eine gute Aufholjagd. Der Hunger auf den nächsten Sieg wird größer.“

Ergebnis – 2. Rennen, Assen (Top-Ten):


01. Sheldon van der LInde (RSA), BMW M4 DTM, 31 Runden in 1:13.27,930 Stunden
02. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 2,621 Sek.
03. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 3.658 Sek.
04. Loic Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 9,414 Sek.
05. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 9,455 Sek.
06. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 9,870 Sek.
07. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, + 11,048 Sek.
08. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM,  + 11,666 Sek.
09. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 12,436 Sek.
10. Lucas Auer (AUT), BMW M4 DTM, + 13,033 Sek.

Schnellste Rennrunde: Sheldon van der LInde (RSA), BMW M4 DTM, 1.35,854 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.22,976 Min.
Wetter: 17°C, Regen
Strecke: 15°C, naß

Riesenjubel in Assen: Audi-Pilot Frijns feiert ersten DTM-Sieg vor heimischem Publikum

  • Niederländer gewinnt das Samstagsrennen auf dem TT Circuit in Assen
  • Audi RS 5 DTM überlegen: 14. Pole-Position in Folge und Fünffacherfolg
  • Audi-Piloten lassen die Fans an der Rennstrecke schon vor dem Start jubeln

Robin Frijens holt in Assen seinen ersten DTM-Sieg
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel


Einen besseren Moment hätte sich Robin Frijns für seinen ersten Sieg in der DTM nicht aussuchen können: Der niederländische Audi-Pilot triumphierte am Samstag in Assen vor heimischem Publikum.

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie waren bei einem DTM-Rennen wieder Zuschauer zugelassen. Die Audi-Piloten ließen diese schon vor dem Start jubeln, als sie vor der Haupttribüne Schilder mit einer emotionalen Botschaft hochhielten: „DTM fans, welcome back! We have really missed you!“

Nach 36 Runden hatten die niederländischen Fans erneut Grund zum Jubeln: Lokalmatador Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline überquerte die Ziellinie nach einem spannenden Duell mit Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix erstmals in seiner DTM-Karriere als Sieger. „Auf diesen Moment musste ich fast drei Jahre warten“, sagte Frijns. „Ich war oft ganz nah dran, aber irgendetwas kam immer dazwischen. Ich stand in der DTM schon häufig auf dem Podium, aber noch nie ganz oben. Umso schöner ist es, dass es ausgerechnet hier in Assen geklappt hat, wo erstmals wieder Fans dabei sein durften. Es hätte wirklich keinen besseren Ort für meinen ersten DTM-Sieg geben können.“

Erst in Runde 30 gelang es Frijns, den bis dahin führenden Loïc Duval zu überholen. Der Franzose war mit seinem Audi RS 5 DTM auf zunächst feuchter Strecke von der Pole-Position ins Rennen gegangen. „Wenn du so lange führst, willst du das Rennen auch gewinnen“, sagte Duval. „Aber ich hatte mit den Reifen zu kämpfen. Im ersten Stint haben die Vorderreifen abgebaut, im zweiten die Hinterreifen. Mit Push-to-Pass und DRS konnte Robin aufschließen und mich kurz vor Schluss überholen. Ich konnte bis zum Schluss dranbleiben, war aber nie nahe genug, um ohne Risiko zu attackieren. Dass ein Niederländer in den Niederlanden gewinnt, ist eine tolle Story, aber morgen möchte ich ganz nach oben aufs Podium.“

Nico Müller verteidigte mit Platz drei in seinem ersten DTM-Rennen als Papa seine Führung in der Fahrerwertung. Der Schweizer fiel in der Startrunde vom zweiten auf den sechsten Platz zurück. „Ich war neben Robin (Frijns) eingeklemmt“, sagte Müller. „Wenn man am Anfang so viele Plätze verliert, ist Platz drei noch ein gutes Ergebnis. Der Reifenverschleiß war nicht so hoch, wie wir alle erwartet hatten. Ich hatte einen tollen Boxenstopp, mit dem ich an René (Rast) vorbeikam. Danke dafür ans Team! Ich freue mich für die Jungs und auch meinen Teamkollegen Robin, der bei seinem Heimrennen seinen ersten Sieg geschafft hat – und das völlig verdient. Er hat schon oft gezeigt, dass er das Zeug dazu hat. Jetzt hat er ihn endlich.“

Platz vier im Samstagsrennen ging an Mike Rockenfeller. Der Vorjahressieger zögerte seinen Reifenwechsel lange hinaus und nutzte in der Schlussphase den Vorteil der frischeren Reifen, um sich immer näher an die Spitzengruppe heranzuschieben. „Für René (Rast) hat es gereicht, der Rückstand auf die ersten drei war nach dem ersten Stint aber etwas zu groß.“

René Rast vom Audi Sport Team Rosberg wurde am Samstag Fünfter. „Das war ein schwieriger Tag für mich“, sagte der Titelverteidiger. „Im Qualifying habe ich auf meiner schnellsten Runde einen Fehler gemacht. Von Startplatz sechs kam ich gut nach vorn, aber am Ende haben die Reifen einfach aufgegeben, obwohl ich sie geschont habe. Das müssen wir erst einmal verstehen.“

Teamkollege Jamie Green konnte das Rennen wegen einer defekten Batterie nur mit Verspätung aufnehmen. Der Brite musste sich darauf beschränken, Erfahrungen für das zweite Rennen am Sonntag zu sammeln.

Ferdinand Habsburg holte als Achter bereits zum dritten Mal Punkte für das Kundenteam WRT Team Audi Sport. Im Qualifying glänzte der Österreicher mit der viertschnellsten Zeit.

„Dass Robin ausgerechnet hier in Assen gewinnt, wo der Reifenverschleiß immer besonders stark ist, habe ich nicht erwartet“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Umso mehr freue ich mich für ihn. Wir hatten vor diesem Rennen große Sorgen wegen der Reifen und hatten bei einigen Autos sogar zwei Boxenstopps eingeplant. Aber mit der feuchten Strecke am Anfang des Rennens war der Reifenverschleiß geringer als erwartet. Alle Fahrer haben es geschafft, mit einem Stopp durchzukommen. Wir haben fantastisches Racing gesehen, die 14. Pole-Position in Folge für Audi in der DTM und einen weiteren Fünffachsieg.“

Montag, 7. September 2020

Robin Frijns feiert emotionalen ersten DTM-Sieg

  • Endlich wieder vor Zuschauern: erster niederländischer DTM-Sieg seit 5.970 Tagen
  • Wechsel in der Tabelle: Frijns neuer Zweiter vor Rast, Müller bleibt vorn
  • Nur 0,9 Sekunden: spannender Dreikampf um den Sieg zwischen Frijns, Duval und Müller

Podium Rennen 1 in Assen: Robin Frijns feiert ersten DTM-Sieg
Foto: dtm.com


Premierensieg mit Ansage: Audi-Pilot Robin Frijns fliegt vor heimischer Kulisse zu seinem ersten DTM-Sieg. Beim ersten Rennen, bei dem Zuschauer wieder zugelassen waren, bescherte der 29-Jährige aus Maastricht den Fans den ersten DTM-Sieg eines Niederländers seit Christijan Albers 2004 in Estoril. Frijns, der in diesem Jahr schon vier Pole-Positions nicht zu seinem ersten Sieg nutzen konnte, setzte sich im Samstagrennen vom zweiten Startplatz aus in einem spannenden Dreikampf durch. Bis zur Ziellinie saßen ihm die Verfolger Loïc Duval (FRA), der von Startplatz eins in Rennen gegangen war, und der Meisterschaftsführende und frisch gebackene Vater Nico Müller (SUI) im Nacken. Nur neun Zehntelsekunden trennte das Audi-Trio auf den ersten drei Plätzen. Die erstmals in dieser Saison wieder zugelassenen Zuschauer auf den Tribünen entlang der Start-Ziel-Geraden feierten ihren Landsmann Frijns mit Standing Ovations.

Vor dem achten Saisonrennen der DTM am Sonntag (ab 13:00 Uhr live in SAT.1) liegt Nico Müller mit nun 149 Zählern weiter an der Spitze der Tabelle. Frijns hat sich mit seinem Sieg mit 119 Punkten auf Rang zwei vorgeschoben, Titelverteidiger Rast ist mit 107 Zählern auf Rang drei abgerutscht.

Viel Grip, hoher Reifenverschleiß

Die Startaufstellung zum siebten Saisonlauf wurde erstmals wieder vor Zuschauern zelebriert, und die Freude war auf beiden Seiten groß, bei den Zuschauern ebenso wie bei den Fahrern. Vor dem Start herrschte Unsicherheit bezüglich der Reifenstrategie: Nicht nur, dass nach dem Qualifying ein heftiger Regenguss auf den TT Circuit niedergegangen war und es noch zahlreiche feuchte Stellen gab, auch der erst im Februar erneuerte Asphalt in Assen sorgte für Ungewissheit hinsichtlich der richtigen Reifenstrategie. Alle Fahrer starteten schließlich auf Slicks, und die Einstoppstrategie erwies sich sich letztendlich als richtig.

Polesitter Duval kam gut vom ersten Startplatz weg und machte an der Spitze alles richtig, während Frijns sich zunächst Ferdinand Habsburg (AUT, Audi) geschlagen geben musste. Der Österreicher erwischte vom der vierten Startposition einen Blitzstart, verlor im Laufe des Rennens jedoch an Boden und musste sich am Ende mit Rang acht begnügen.

Duval verteidigte seine Führung, sah aber Frijns zunehmend größer in seinem Rückspiegel. Sieben Runden vor dem Ziel setzte der Lokalmatador die entscheidende Attacke und setzte sich an die Spitze. Duval folgte dichtauf mit Müller im Schlepptau, so dass sich Frijns bis zur Ziellinie nicht sicher fühlen konnte.

Südafrikaner Aberdein als bester BMW-Pilot Sechster: Rückschlag für die Münchner

Nach dem Doppel-Triumph beim Sonntagrennen auf dem Lausitzring vor zwei Wochen musste die BMW-Armada einen Rückschlag hinnehmen: Der Südafrikaner Jonathan Aberdein wurde mit Rang sechs bester BWM-Pilot vor seinem Landsmann Sheldon van der Linde. Timo Glock (GER, BMW), der auf dem Lausitzring mit einem tollen zweiten Platz glänzte, musste sich mit Platz neun zufrieden geben. Dessen Markenkollege und früherer Formel-1-Fahrer Robert Kubica (POL) erzielte als Zehnter seinen ersten Meisterschaftspunkt in der DTM. Vorjahressieger Marco Wittmann (GER, BMW) erwischte keinen guten Assen-Auftakt und kam nach einem unverschuldeten Dreher nur auf Rang 14 ins Ziel.

Stimmen – 1. Rennen, Assen


Robin Frijns (NED), Audi, Sieger

 „Ich habe drei Jahre gebraucht, um den ersten DTM-Sieg zu erzielen. Ich war einige Male nah dran, und ich hatte häufiger das Gefühl, dass ich auch die Pace habe, um es zu schaffen. Irgendetwas hat mich immer zurückgeworfen. Ich habe einige Podiumsplatzierungen erzielt. Jetzt bin ich wirklich happy, dass es hier in Assen passiert ist, wo die Fans endlich wieder auf die Tribünen durften. Es hätte an keinem besseren Ort passieren können als in Assen.“

Loïc Duval (FRA), Audi, 2. Platz

 „Natürlich ist es eine Enttäuschung, wenn man das Rennen so lange angeführt hat und dann doch nur Zweiter wird. Wir waren uns etwas unsicher mit unserer Strategie. Vielleicht haben wir etwas zu früh gestoppt. Anderenfalls hätte ich Robin Frijns vielleicht ein, zwei Runden länger hinter mir halten können, und dann wäre es eventuell anders ausgegangen. Zum Schluss waren noch Reserven übrig, so dass wir noch einmal dicht herangekommen sind – aber Aufschließen und Überholen sind nun einmal zwei Paar Schuhe. Letzten Endes war es ein Mix aus verschiedenen Faktoren. Aber die Performance stimmt, und am Sonntag werden wir alles daran setzen, noch besser zu werden.“

Nico Müller (SUI), Audi, 3. Platz

„Es gab viele Überraschungen im Rennen. Ich habe natürlich gehofft, meinen dritten Startplatz zu verteidigen. Es war dann aber in Kurve eins etwas rutschig, so dass ich Plätze verloren habe. Was die Reifen angeht, hatte ich eigentlich mit zwei Stopps gerechnet, am Ende hat einer gereicht. Das war dann noch eine Überraschung. Nach meinem Stopp hatte ich als Drittplatzierter das Problem, dass Loïc vor mir auch DRS benutzen konnte, um Robin zu attackieren. Das war am Ende das entscheidende Problem. Aber ich freue mich sehr für Robin und natürlich für das Team.“


Ergebnis – 1. Rennen, Assen (Top-Ten):


01. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 36 Runden in 53:45,729 Minuten
02. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 0,505 Sek.
03. Nico Müller SUI), Audi RS 5 DTM, + 0,950 Sek.
04. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 3,188 Sek.
05. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 13,735 Sek.
06. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 26,768 Sek.
07. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 31,336 Sek.
08. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, + 31,604 Sek.
09. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 36,888 Sek.
10. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 43,576 Sek.

Schnellste Rennrunde: Fabio Scherer (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.26,123 Min.
Pole-Position: Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, 1.23,341 Min.
Wetter: 18°C, bewölkt
Strecke: 21°C, trocken