Dienstag, 30. Januar 2018

Neues Team EFP by TECE startet mit zwei Audi R8 LMS

  • Neuer Rennstall debütiert 2018 im ADAC GT Masters
  • Elia Erhart/Pierre Kaffer und Dries Vanthoor/Florian Spengler als Fahrercrews
EFP by TECE als neues Team ab 2018 im ADAC GT-Masters
Foto: ADAC-Motorsport
Neuzugang im ADAC GT Masters: Mit dem Team EFP by TECE tritt in dieser Saison eine neue Mannschaft mit zwei Audi R8 LMS in der Serie an. Die beiden Audi des Rennstalls werden von Elia Erhart (29/Röttenbach) und Pierre Kaffer (41/Salenstein) sowie Dries Vanthoor (19/B) und Florian Spengler (30/Schaffhausen) pilotiert. Saisonstart des ADAC GT Masters ist vom 13. bis 15. April in der Motorsport Arena Oschersleben, SPORT1 zeigt alle Rennen live und in voller Länge.
 
"Ich freue mich schon riesig auf die neue Saison und das tolle Paket, das wir in der Winterpause schnüren konnten. Das Projekt habe ich Ende des vergangenen Jahres gemeinsam mit meinem Rennfahrerkollegen Florian Spengler ausgearbeitet und ins Leben gerufen", erklärt Elia Erhart. "Wir werden künftig mit dem Team EFP by TECE zwei neue Audi R8 LMS im ADAC GT Masters einsetzen und uns fahrerisch auf die beiden Autos verteilen". Erhart pilotiert ein Fahrzeug mit Audi-Sport-Pilot Pierre Kaffer, im zweiten Audi R8 LMS bekommt Florian Spengler Unterstützung von Dries Vanthoor. Der Belgier gehört ebenfalls zum Fahrerkader von Audi Sport customer racing und tritt erstmals im ADAC GT Masters an.
 
Für den technischen Support der beiden Fahrzeuge wurde die Holzer Firmengruppe als Dienstleister gewonnen. Seit über 35 Jahren ist das Unternehmen an Entwicklungsarbeiten, Aufbau und Betreuung verschiedenster Rallye- und Rundstreckenfahrzeuge im Motorsport beteiligt - darunter in Rennserien wie der DTM, FIA WEC und der Formel 1. Auch die Opel ADAM Cup aus dem erfolgreichen ADAC Opel Rallye Cup werden bei Holzer aufgebaut.
 
"Meiner Meinung nach haben wir mit diesem Gesamtpaket alle Voraussetzungen geschaffen, um eine erfolgreiche Saison bestreiten zu können", so Erhart. "Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken, die dabei geholfen haben, dieses Projekt zu verwirklichen. Das erste Auto ist bereits Ende Dezember an unser Team ausgeliefert worden, sodass wir die Zeit bis zum Saisonauftakt wirklich optimal zur Vorbereitung nutzen können. Und auch fahrerisch sind wir extrem gut aufgestellt. Ich bin überzeugt davon, dass wir trotz der starken Konkurrenz im ADAC GT Masters einiges gemeinsam erreichen werden."

Montag, 29. Januar 2018

Audi-Pilot Mattias Ekström beendet DTM-Karriere

  • Schwede konzentriert sich 2018 auf Engagement in FIA World RX
  • Niederländer Robin Frijns rückt aus GT-Programm auf
  • Restlicher Audi-Fahrerkader für DTM 2018 unverändert
nach 17 Jahren verlässt Mattias Ekström die DTM und konzentriert sich ganz auf die FIA World RX
Foto: Jens Hawrda
Es ist das Ende einer Ära: Nach 17 Jahren, 193 Rennen, 23 Siegen und zwei Meistertiteln beendet Werksfahrer Mattias Ekström seine DTM-Karriere. Damit verlässt der bislang erfolgreichste DTM-Pilot von Audi die Rennserie. Ekström konzentriert sich 2018 auf das werksunterstützte Engagement seines Teams EKS in der Rallycross-Weltmeisterschaft. Neu in der DTM-Fahrermannschaft von Audi ist der Niederländer Robin Frijns.

„Es war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich je treffen musste“, sagt Ekström. „Die DTM war lange Zeit mein Leben und auch in Zukunft wird mein Herz immer für die DTM schlagen. Aber ich habe in den vergangenen Jahren auch sehr viel Zeit und Energie in mein Rallycross-Team investiert. Ohne das Doppelprogramm kann ich mich nun wieder voll auf eine Serie konzentrieren und habe wieder mehr Freiraum für meine Familie und meine Kinder. Ich starte weiter für mein eigenes Team und mache in der DTM Platz für einen vielversprechenden Youngster.“

Mattias Ekström begann seine DTM-Laufbahn 2001 mit 22 Jahren im Audi-Kundenteam von ABT Sportsline. 2004 startete er erstmals als Werksfahrer und fuhr auf Anhieb seinen ersten DTM-Titel ein. 2007 folgte Titel Nummer zwei, einen weiteren Gesamtsieg verpasste er in der vergangenen Saison nur knapp. Immer an seiner Seite: Audi Sport, ABT Sportsline und der Partner Red Bull, in dessen HANGAR-7 am Salzburger Flughafen Ekström nun auch seine Entscheidung bekannt gab.

Neben der DTM startet Ekström seit 2014 mit seinem eigenen Team EKS in der Rallycross-WM. Bereits im dritten Jahr sicherte er sich den Weltmeistertitel und schloss die vergangene Saison wie in der DTM als Vizechampion ab. Ekström beschreibt die vergangenen Jahre als doppelten Kraftakt, den der 39-Jährige nicht länger auf sich nehmen möchte. „Mattias hat uns früh darüber informiert, dass er in der Saison 2018 nur noch eine Serie bestreiten möchte“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Natürlich ist Mattias für beide Projekte extrem wertvoll und wichtig. Deshalb ist uns beiden diese Entscheidung auch nicht leicht gefallen.“

Ekström hinterlässt in der DTM-Mannschaft eine Lücke, die dem 26-jährigen Robin Frijns den Aufstieg zum Werksfahrer ermöglicht. Der Niederländer ist seit 2015 im Kundensport für Audi aktiv und stammt aus dem Formelsport. Erste Erfahrung am Steuer eines DTM-Rennwagens von Audi sammelte er bereits 2013 bei einer Nachwuchssichtung in Spanien. „Robin hat schon damals einen starken Eindruck hinterlassen und wir haben ihn seitdem nicht aus den Augen verloren“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Am Steuer des Audi R8 LMS hat er gezeigt, was in ihm steckt, und auch in unserem Formel-E-Simulator leistet er sehr gute Arbeit. Dass man auch als Neuling in der DTM um den Titel kämpfen kann, hat René Rast im vergangenen Jahr bewiesen. Robin hat großes Potenzial und Audi ist für die DTM 2018 fahrerisch sehr gut aufgestellt. Davon sind wir überzeugt.“

Der restliche DTM-Fahrerkader von Audi bleibt wie im Vorjahr: Loïc Duval (F), Jamie Green (GB), Nico Müller (CH), René Rast (D) und Mike Rockenfeller (D) hat der Automobilhersteller als Piloten bestätigt. Mit diesem Team gewann Audi in der Saison 2017 alle drei Titel (Fahrer, Hersteller und Teams).

Die neue DTM-Saison beginnt am 5./6. Mai auf dem Hockenheimring. Das erste Rennen der FIA World RX 2018 findet am 14./15. April in Barcelona statt.

Freitag, 26. Januar 2018

René Rast startet beim Race of Champions

Renè Rast
Foto: Audi-Motorsport
Premiere für René Rast: Der amtierende DTM-Champion startet am 2. und 3. Februar beim Race of Champions in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Bei dem seit 1988 ausgetragenen Einladungsrennen treten erfolgreiche Motorsportler aus verschiedenen Disziplinen auf einem Stadionkurs am Steuer identischer Rennautos gegeneinander an. „Das ist eine neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue“, sagt der amtierende DTM-Champion. Während Rast erstmals eine Einladung zum Race of Champions erhalten hat, startet Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen bereits zum 16. Mal in Folge bei dem Wettbewerb. Der langjährige Audi-Werksfahrer stand schon fünfmal im Finale und gewann zweimal den Nations Cup.

Donnerstag, 25. Januar 2018

DTM: Interview mit Lucas Auer (Teil 2)

Lucas Auer: „Ich bin eher ein Naturbursche“

 
Schnell auf der Strecke, sympathisch daneben: So kennt die DTM-Welt den Tiroler Naturburschen Lucas Auer. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Lucas über...
 
  • Schicksalsschläge: „Das Gute war, dass meine Mama, mein Bruder und wir als Familie irrsinnig stark sind.“
  • Wendepunkte: „Von nichts kommt nichts. Wenn du alles reinsteckst, gehen auch Türen auf.“
  • Medien-Hype: „Das sehe ich cool und hoffe, dass ich noch weitere Schritte machen kann, sodass wir uns gegenseitig raufziehen.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, du hattest es in deiner Karriere und deinem Leben nicht immer nur einfach. Wie hart war es, solche Schicksalsschläge zu verkraften?
 
Lucas Auer: Ich habe mit Zwölfeinhalb meinen Papa verloren. Da stand meine Zukunft im Rennsport schon auf der Kippe. Wir haben ein Logistikunternehmen und meine Mama musste danach Vollzeit dabei sein. Das war auch zur Zeit der Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2008, als generell alles schwierig war. Damals habe ich auch ein Jahr ausgesetzt und bin kein Kart mehr gefahren. Das hat mich etwas zurückgeworfen, was mir aber egal war, weil andere Sachen wichtiger waren. Das war eine harte Zeit. Das Gute war, dass meine Mama, mein Bruder und wir als Familie irrsinnig stark sind. Wir haben uns zusammengetan und uns gegenseitig geholfen. So sind wir auch zusammen gestärkt daraus hervorgegangen.
 
Es ist bemerkenswert, dass du so positiv durch die Welt gehst, obwohl du solche Schicksalsschläge hinter dir hast... Trifft es dich dann, wenn jemand behauptet, du hättest es in deiner Karriere ja leicht gehabt?
 
Lucas Auer: Ich muss eins sagen: Allgemein im Leben, aber speziell im Rennsport wird die Luft immer dünner, wenn du weiter nach oben kommst. Da zu denken, dass es jemand leicht hat, ist einfach falsch. Es ist ein steiniger Weg, für mich, aber auch für alle, die den Weg mit mir beschreiten. Umso schöner ist es, wenn du dann den Schritt in den Profisport schaffst und in der DTM für Mercedes fahren darfst, das ist dann schon ein riesiges Gefühl.
 
Gibt es einen bestimmten Punkt in deiner Karriere, der dafür verantwortlich ist, dass du heute in der DTM fährst?
 
Lucas Auer: Ich habe zweimal einen wichtigen Schlag vom Leben bekommen. Das hat mir jeweils einen riesigen Schub gegeben. Das ist immer so: Du musst auf die Schnauze fallen, aufstehen und dann gehst du es anders an. Das erste Mal war mit 15. Damals war es ganz brenzlig, ob es nach dem Kartsport für mich weitergehen würde. Da war ich am Boden zerstört, weil ich es unbedingt wollte. Es war meine Liebe. In dem Moment habe ich realisiert, wenn du das liebst, was du tust, musst du es richtig angehen. Dann habe ich zum ersten Mal einen Plan erstellt, bin nach Asien gegangen, wo ich etwas auf mich alleine gestellt war, eine andere Kultur kennengelernt habe. Das hat mich irrsinnig weitergebracht. Das komplette Jahr 2011 war sehr wichtig für mich.
 
Und was war der zweite Moment?
 
Lucas Auer: Das war nach meinem ersten DTM-Jahr - damals war ich zerstört. Ich hatte zwar unter anderem meine erste Pole Position geholt, aber ich musste auch ganz schön einstecken. Vorher fiel es mir viel leichter. Ich konnte immer im ersten Jahr um Siege mitfahren, war zumindest immer in den Top-5. In der DTM habe ich einen richtigen Schlag bekommen. Deshalb habe ich mich über den Winter hingesetzt und zusammengeschrieben: Was war positiv? Was war negativ? Was will ich tun? Ab dem Moment ging es steil bergauf. Ich habe davor auch hart gearbeitet, aber das war nichts im Vergleich zu Ende 2015 und Anfang 2016 - was ich dann in den Sport investiert habe. Von nichts kommt eben nichts. Wenn du alles reinsteckst, gehen auch Türen auf.
 
Hat dich der Hype in Österreich überrascht, der in diesem Jahr so rasch in den Medien entstanden ist?
 
Lucas Auer: Für mich hat es sich stetig mit der Leistung gesteigert. 2015 hieß es: „Okay, jetzt haben wir jemanden in der DTM.“ Das war noch relativ klein. Dann kam 2016 mein erster Sieg. Danach habe ich den nächsten Schritt bemerkt. Ich war besser vertreten und der Rummel wurde etwas größer. Dieses Jahr habe ich wirklich festgestellt, jetzt pusht jeder in eine Richtung. Du willst ja, dass deine Leistung kommentiert wird. So läuft der Sport. Das sehe ich cool und hoffe, dass ich noch weitere Schritte machen kann, sodass wir uns gegenseitig raufziehen.
 
Viele junge Fahrer beschäftigen sich viel mit Social Media. Bei dir ist das noch nicht der Fall. Bist du eher der private Typ?
 
Lucas Auer: Ich glaube, ich selbst wäre schon ein Typ dafür. Ich behalte gewisse Sache natürlich für mich, aber ich kann auch etwas preisgeben. Damit habe ich überhaupt kein Problem. Vielleicht muss ich da noch den richtigen Weg einschlagen. Ich muss aber auch dazu sagen: Ich habe nur ein begrenztes Interesse an Handys, Apps & Co. Das ist wahrscheinlich das, was den Ausschlag gibt. Ich bin eher ein Naturbursche.

Samstag, 20. Januar 2018

DTM: Interview mit Lucas Auer (Teil 1)

„Meine Liebe zum Rennsport ist die Größte von allen“

Schnell auf der Strecke, sympathisch daneben: So kennt die DTM-Welt den Tiroler Naturburschen Lucas Auer. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im ersten Teil spricht Lucas über...
  • sein erstes Mal im Kart: „Mit vier Jahren saß ich zum ersten Mal in einem Kart und habe mich auf Anhieb in die Motorsport-Welt verliebt.“
  • seine Schulzeit: „Ich war nicht unbedingt der ehrgeizigste Schüler.“
  • seine Freunde: „Das ist wichtig, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann ist es cool, wenn du Freunde hast, mit denen du eine Gaudi machen kannst.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, wie hast du deine Liebe zum Rennsport entdeckt?

Lucas Auer: Ich bin in Kufstein aufgewachsen, wo ich auch heute noch lebe. Das ist mein Lebensmittelpunkt, wo sich meine Freunde und Familie befinden. Dort hatte ich eine wohlbehütete Kindheit, in der ich schon sehr früh mit dem Rennfahren begonnen habe. Ich habe schon immer viel Spaß mit Freunden gehabt und extrem viel Sport getrieben - Fußball, Baseball, Skifahren, einfach alles. Mit vier Jahren saß ich zum ersten Mal in einem Kart und habe mich auf Anhieb in die Motorsport-Welt verliebt.

Wie bist du zum Kartfahren gekommen?

Lucas Auer: Ich kann mich leider nicht mehr selbst daran erinnern. Aber ich weiß aus Erzählungen, dass mein Papa und mein Bruder an einer Tankstelle vorbeigefahren sind. Dabei haben sie Rennkarts entdeckt und gleich angehalten. Dort hieß es: „Wir haben auch ein Mini-Kart - da kann der Bub sich gerne reinsetzen.“ Das war schon lustig. Ich glaube, sie wollten mich einfach nur da drin sitzen sehen... [lacht] Ab diesem Moment war ich verliebt.

Ab wann wurde aus dem Kartfahren dann mehr als nur ein Hobby?

Lucas Auer: Es war lange Zeit nur ein Hobby. Wir haben geschaut, wo ich bei uns in der Nähe überhaupt fahren konnte, aber ich war noch zu jung, um eine Rennlizenz zu machen. Mit fünf Jahren habe ich ab und zu getestet. Mit Sechs bin ich mein erstes Rennen in der Tiroler Meisterschaft gefahren. Das war cool. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Sechster von acht Startern geworden bin. Da hatte ich noch ein bisschen Probleme. [lacht] Mit Sieben bin ich dann Zweiter geworden und ein Jahr später habe ich die Meisterschaft gewonnen. Das war damals zwar schon etwas Aufwand, aber alles noch in Tirol, also machbar. Später hat mich jemand beim Fahren entdeckt, der ein eigenes Team hatte und meinte: „Der Junge muss nach Deutschland!“ Ab dem Moment war es schon mehr Aufwand für uns. Es musste ja immer jemand mitfahren, weil ich noch nicht alt genug war. Aber bis zum Alter von 14 Jahren war es sicherlich noch ein Hobby. Dann wurde es international und damit auch gleich viel professioneller. Da war uns klar: Jetzt wird es wirklich ernst.

Wie verlief deine Schulzeit während deinen Anfängen im Kartsport?

Lucas Auer: Kartfahren war schon brutal, du fährst 15-18 Rennen im Jahr, musst dich ohne Ende vorbereiten. Ich hatte aber das Glück, dass ich eine super Lehrerin hatte. Hinzukam, dass ich auch nicht unbedingt der ehrgeizigste Schüler war. [lacht] Aber sie zeigte viel Verständnis und so konnten wir alles easy managen.

Du hast ganz viele Freunde aus deiner Heimat Kufstein, die ganz normale Jungs sind. Wie wichtig ist dieser bodenständige Background für dich?

Lucas Auer: Wichtig, aber das sind halt einfach meine Freunde. Auch wenn man sich mal länger nicht sieht, lacht man direkt. Man vertraut sich, kann sich über Dinge unterhalten und muss sich keine Sorgen machen, dass es gleich jeder weiß. Wir sind eine Gruppe und halten zusammen. Da gehöre ich hin. Das ist schon wichtig, speziell, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann ist es cool, wenn du Freunde hast, mit denen du eine Gaudi machen kannst. Dann sind Kart, DTM und alles andere komplett egal.

Der Kartsport hat dir viel abverlangt. Hast du in deiner Kindheit etwas verpasst?

Lucas Auer: Ich habe bisher alles sehr positiv beschrieben, weil es meine Liebe ist. Aber es ist definitiv so: Wenn sie das nicht gewesen wäre, wäre es hart geworden. Egal in welcher Hinsicht. Es geht viel Zeit verloren. Für mich war es aber nicht schlimm, weil ich die Zeit auf der Rennstrecke verbracht habe. Natürlich verpasst man Dinge. Aber dessen war ich mir bewusst.

Blieb trotzdem noch Zeit für Mädels?

Lucas Auer: Ja, das schon. Das ist durchaus interessant. Denn mit 14 oder 15 siehst du dann auch, ob du es wirklich willst. Dann kommst du in die Zeit, in der du eine Freundin hast, vielleicht mal ausgehen willst, dann siehst du gleich, was dir wirklich wichtig ist. Das war schon schwierig, aber für mich kein Problem, weil meine Liebe zum Rennsport die Größte von allen war.

Fanden dich die Mädels auch mal nur toll, weil du Rennfahrer warst?

Lucas Auer: Ich weiß nicht, warum, aber dieses Gefühl hatte ich nie. Sicher bekommt jeder mal was aus der Presse mit oder sieht dich im Fernsehen. Das zieht schon was nach sich. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich deswegen eine Extra-Behandlung erhalten hätte...