Dienstag, 10. Oktober 2017

DTM-Finale: Audi mit Vorsprung in Hockenheim

  • Audi vor letzten beiden Rennen Spitzenreiter aller drei Meisterschaften
  • Deutlicher Vorsprung in Hersteller- und Teamwertung
  • Vier Audi-Piloten führen Fahrerwertung an
 
Als Spitzenreiter in Fahrer-, Team- und Hersteller- Wertung geht Audi am Wochenende in die letzten beiden Rennen der DTM-Saison 2017 auf dem Hockenheimring. Entsprechend hoch sind die Erwartungen für Samstag, 14. Oktober, und Sonntag, 15. Oktober. Insgesamt sechs Fahrer können sich am Wochenende noch Hoffnungen auf den Titel machen.
Foto: Audi-Motorsport
An der Spitze der besonders prestigeträchtigen Fahrerwertung liegen vor den letzten beiden Läufen gleich vier Audi-Piloten: Mattias Ekström (172 Punkte), René Rast (151), Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134). Audi den Fahrertitel streitig machen können Marco Wittmann (BMW/134) und Lucas Auer (Mercedes-Benz/131).
 
„Unser Auto ist in dieser Saison sehr stark. Wir gehen mit einem Vorsprung in allen drei Meisterschaften in das Finale“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Natürlich wollen wir uns die Pokale auf der Zielgeraden nicht nehmen lassen. Gleichzeitig ist uns klar, dass nichts entschieden und in der DTM immer alles möglich ist – vor allem in dieser Saison. Auch deshalb dürfen sich die Fans auf ein tolles Finalwochenende freuen. Hockenheim ist eine Strecke, die für viel Action steht. Überholen ist möglich und der Kurs anspruchsvoll für Bremsen und Reifen. Ich rechne mit einem engen, ausgeglichenen Feld.“
 
Mit den besten Chancen geht Mattias Ekström vom Audi Sport Team Abt Sportsline als Gesamtführender in das Finale. Der 39 Jahre alte Schwede kann sich als einziger Fahrer den Titel bereits am Samstag sichern – auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem zweiten Titelgewinn in der DTM. Dazu müsste er seinen Vorsprung von 21 auf mindestens 29 Punkte ausbauen.
 
Nach Klaus Ludwig und Bernd Schneider kann Ekström der dritte Pilot der DTM-Geschichte werden, der sich den Titel mehr als zweimal sichert. „Natürlich habe ich einen Vorsprung“, sagt der DTM-Champion von 2004 und 2007. „Aber entschieden ist bei Weitem noch nichts. Ich muss ein gutes Rennen fahren und gehe das Finale genauso an wie jedes andere Wochenende. Es gibt schließlich noch 56 Punkte zu holen.“
 
Ekström am dichtesten auf den Fersen ist René Rast, der in seiner ersten DTM-Saison den Titel gewinnen kann – das gelang zuletzt Nicola Larini vor 24 Jahren. „Ich kann nur gewinnen und eigentlich nicht mehr verlieren, daher mache ich mir selbst keinen Druck“, sagt der Pilot des Audi Sport Team Rosberg. „Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass ich beim Finale noch um den Titel kämpfe? Die Chance ist noch da. Ein perfektes Wochenende mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen würde schon fast reichen …“
 
René Rasts Teamkollege Jamie Green hat nach seinem Pech von Spielberg 35 Punkte Rückstand auf Ekström und deshalb ebenfalls nichts zu verlieren: „Ich werde so schnell fahren, wie es geht, bis ich am Sonntag die Zielflagge sehe“, lautet die Devise des Briten. Der Tabellenvierte Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix macht sich mit 38 Punkten Rückstand dagegen selbst kaum noch Hoffnungen auf seinen zweiten DTM-Titel. „Für mich wäre es toll, noch in die Top Drei der Meisterschaft zu fahren“, sagt der DTM-Champion von 2013. „Das wird schwer genug. Ich freue mich auf das Finale und bin gespannt auf ein tolles Abschlusswochenende.“

Donnerstag, 28. September 2017

Lexus und Nismo fahren beim DTM-Finale

  • Demonstrationsrunden der 620-PS-Rennautos aus Japan
  • Berger: „Starkes Zeichen für Kooperation mit SUPER GT-Serie“
  • Neues Technisches Reglement nimmt Formen an
Lexus aus der SUPER GT-Serie
Foto: dtm.com
Auf einen besonderen Leckerbissen können sich die Fans beim DTM-Finale vom 13.-15. Oktober in Hockenheim freuen: Die japanische SUPER GT-Serie entsendet zwei Fahrzeuge, die am Samstag und Sonntag Demonstrationsrunden im Renntempo fahren werden. Der Auftritt von je einem Lexus und einem Nismo gibt den Motorsportfans einen Vorgeschmack auf die Zeit, wenn beide Serien nach identischem Reglement fahren und sich direkt miteinander messen können.
 
„Das ist eine große Ehre für uns. Ich freue mich, dass erstmals SUPER GT-Autos im Rahmen der DTM auftreten“, sagte DTM-Chef Gerhard Berger. „Das ist nicht nur ein besonderes Schmankerl für unsere Fans, es ist auch ein starkes Zeichen für die Zukunft der DTM und ein Signal, wie ernst die Kooperation mit der japanischen GTA-Organisation sowie den drei Herstellern der Serie zu nehmen ist“. In der Serie ist neben Lexus und Nismo, der Rennsportmarke von Nissan, noch Honda vertreten.
 
Die Delegation aus Japan wird angeführt von GTA-Präsident Masaaki Bandoh. „Wir freuen uns auf den Auftritt unserer Autos in Hockenheim. Er ist Beweis der engen Verbundenheit zwischen SUPER GT und DTM. In beiden Serien treten weltweit führende Automobilhersteller an“, sagt Bandoh. Natürlich sollen den Fans in Japan die DTM-Autos keinesfalls vorenthalten bleiben: Es ist geplant, dass die DTM im Gegenzug Autos zum SUPER GT Finale nach Motegi (11./12. November) entsendet.
Nissan Nismo aus der SUPER GT-Serie
Foto: dtm.com
In Hockenheim erhalten die Fans an allen drei Veranstaltungstagen einen Eindruck von den spektakulären, ca. 620 PS starken Boliden. Der Lexus LC500 und der Nissan GT-R sollen freitags 30minütige Testfahrten bestreiten, während sie sich am Samstag und Sonntag jeweils 15 Minuten auf der Strecke im Renntempo präsentieren. Der Auftritt wird in den offiziellen Zeitplan der Veranstaltung integriert. Welche Fahrer die Gastautos fahren werden steht noch nicht fest.
 
Die DTM-Dachorganisation ITR und die GTA als Betreiber der in Japan beliebten SUPER GT-Serie kooperieren seit Jahren. Die technischen Reglements der beiden Serien sind bereits heute in vielen Bereichen deckungsgleich. Bauteile aus dem kostensparenden Gleichteilekonzept sind auch in den japanischen Autos verbaut. Ziel ist es, dass ab 2019, wenn das neue DTM-Reglement in Kraft tritt, die Fahrzeuge beider Serien nach dem gemeinsam erarbeiteten, sogenannten „Class One“ -Reglement gebaut sein werden.
 
„Die Arbeit am neuen Reglement läuft auf Hochtouren“, berichtet Berger, der begeistert ist von der unkomplizierten und konstruktiven Zusammenarbeit mit der GTA und den japanischen Herstellern der SUPER GT. Nach dem angekündigten Ausstieg von Mercedes zum Saisonende 2018 hatten Audi und BMW jüngst ein Bekenntnis zur DTM mit Class One-Reglement abgegeben und die Entwicklung neuer Motoren angekündigt.
 
Basis des 2019 in Kraft tretenden Reglements ist das DTM-Regelwerk von ITR und dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB). Das Class One-Reglement wird gemeinsam mit den japanischen Partnern erarbeitet. und hat vier Fokusfelder: Kosteneffizienz, spektakulärer Motorsport, Sicherheit sowie moderne Motoren.
 
Kosteneffizienz
 
Die notwendigen Kosten für einen wettbewerbsfähigen Einsatz der Fahrzeuge sollen sich auf einem Niveau bewegen, das es ermöglicht, die Einsatzkosten über Sponsoring zu refinanzieren. So sollen beide Serien ab 2019 nicht nur für Hersteller, sondern auch werksunterstützte Privatteams interessant sein. Berger: „Wir wollen die Balance finden zwischen technisch anspruchsvollen Autos, mit denen Hersteller ihre Kompetenz beweisen, und Rennfahrzeugen, die ohne Heerscharen von Ingenieuren eingesetzt werden können.“
 
Spektakulärer Motorsport
 
DTM und SGT bieten schon heute Profirennsport auf höchstem Niveau. Dies soll auch in Zukunft die oberste Maxime sein. Die Autos der nächsten Generation werden dabei mindestens so spektakulär aussehen wie die aktuellen Fahrzeuge. Das Serienpendant des Rennautos gibt weiterhin klar erkennbar die Karosserielinie vor, während speziell die Anzahl der crashgefährdeten oder für den Fan nicht sichtbaren Aerodynamik-Anbauteile reduziert wird. Berger: „Wir wollen leistungsstarke Rennwagen, die den Fahrer fordern.“
 
Sicherheit
 
Bereits die heutigen DTM- und SGT Autos zählen zu den sichersten Renntourenwagen im Motorsport. Das hat der schwere Unfall von Gary Paffett und Mike Rockenfeller beim Rennen am Norisring gezeigt, der glimpflich ausging. Die von ITR und DMSB und GTA selbst auferlegten Sicherheitsanforderungen sollen dennoch weiter erhöht werden. Das Kohlefaser-Monocoque, das den Fahrer umschließt, bleibt bestehen, die Crash-Strukturen an Front, Heck und Seiten werden noch höheren Anforderungen unterzogen.
 
Moderne Motoren
 
High Performance trotz Downsizing: Herzstück der DTM und SGT Autos des Jahrgangs 2019 wird ein Vierzylinder-Turbomotor mit zwei Litern Hubraum sein. Für einige Bauteile des modernen Aggregats, das jeder Hersteller selbst entwickelt, werden Abmessungen und Materialien vorgeschrieben, um die Entwicklungskosten zu reduzieren und für ausgewogenen Leistung im Bereich von mehr als 600 PS zu sorgen. Die SUPER GT-Fahrzeuge verfügen bereits über Vierzylinder-Turbomotoren, während in der DTM derzeit noch V8-Motoren zum Einsatz kommen, die konzeptionell auf das Jahr 2000 zurückgehen. Die japanischen Autos beweisen bereits: Auch Vierzylinder-Motoren haben einen spektakulären Sound.
 
Ein Augenmerk wird bei den modernen Motoren auch auf den Umgang mit Emissionen gerichtet. Bei Rennmotoren, die ausschließlich auf Hochleistung ausgelegt sind, gilt die Abgasreinigung heute noch als Herausforderung. Während bei internationalen Rennserien keine Katalysatoren zum Einsatz kommen gehören diese bereits seit dem Jahr 2000 zur DTM. Müssen die Katalysatoren heute noch aus Sicherheitsgründen an die Belastungen der V8-Hochleistungsmotoren angepasst werden, so soll mit den Katalysatoren der Abgassysteme der modernen Motoren eine deutliche Verbesserung in der Abgasreinigung erreicht werden
 
Mit der neuen Motorengeneration ab 2019 soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. So werden Fahrzeugkonzept und Motoren für 2019 auch für die Adaption eines Hybridsystem ausgelegt. Es gilt glaubhafte Lösungen zu finden, so dass weder teure und technisch hochkomplexe Systeme zum Einsatz kommen, noch Systeme, die aufgrund ihres hohen Batteriegewichts keinen Mehrwert bringen und die Rennfahrzeuge langsamer machen. 

Dienstag, 26. September 2017

Lamborghini-Fahrer Ineichen/Engelhart holen letzten Saisonsieg

  • Deutsch-Schweizer Duo gewinnt spektakuläres Finalrennen in Hockenheim
  • Champion Gounon und Keilwitz werden vor Audi-Duo Schmidt/Haase Zweite
  • Callaway Competition sichert sich auch Team-Wertung
Der letzter Saisonsieg geht an das Lamborghini-Duo: Engelhart (l.) / Ineichen
Foto: ADAC-Motorsport / Gruppe C GmbH
Mit einem der spektakulärsten Rennen der Saison verabschiedet sich das ADAC GT Masters in Hockenheim in die Winterpause. Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) holten mit ihrem Lamborghini Huracán den Sieg im 14. Rennen des Jahres. Der neue Champion Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (28/Villingen) sicherten mit Rang zwei Callaway Competition auch den Gewinn der Team-Wertung, der zweite Platz sicherte Keilwitz noch Rang zwei in der Fahrerwertung. Platz drei holten die Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport). "Ich kann es kaum fassen", so Sieger Ineichen im Ziel. "Das war das schwierigste Rennen meiner Karriere. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute."

Spannender Vierkampf um den Sieg

Die erste Hälfte des Finalrennens stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer) im BMW, der bis zum Fahrerwechsel das Feld anführte, doch danach wurde es an der Spitze turbulent. Nachdem Rolf Ineichen den auf Platz zwei liegenden Lamborghini von Partner Christian Engelhart übernommen hatte, machte der Schweizer Druck auf den führenden BMW, der nun von Nick Catsburg (29/NL) gefahren wurde. Mehrmals versuchte er am M6 GT3 vorbeizukommen. Dahinter schlossen schließlich Porsche-Pilot Robert Renauer (32/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport) und der frischgebackene Champion Jules Gounon zum Führungsduo auf. Renauer überholte kurze Zeit später Ineichen und griff in den Schlussrunden den führenden BMW an. Mehrmals wechselte zwischen dem BMW und dem Porsche die Führung, ehe es in der Schlussrunde ausgangs der Spitzkehre eine Berührung zwischen den beiden Fahrzeugen gab: Während Catsburg weiterfuhr und als Erster die Zielflagge sah, fiel Renauer nach einem Dreher zurück. Doch unmittelbar nach der Zieldurchfahrt wurde Catsburg aufgrund der Kollision mit Renauer nachträglich mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegt, das BMW-Duo wurde auf Rang 13 gewertet. Somit kamen Engelhart und Ineichen, der in der Schlussphase den Corvette-Piloten und neuen Champion Gounon hinter sich halten konnte, zu ihrem zweiten Saisonsieg. Ineichen feierte zudem den Laufsieg in der Trophy-Wertung für nicht-professionelle Fahrer. Für das GRT Grasser Racing Team war es der insgesamt dritte Erfolg der Saison.

Keilwitz erkämpft sich Vizetitel

Gounon und Partner Daniel Keilwitz fuhren nach dem Sieg am Samstag als Zweite und Sieger der Junior-Wertung erneut auf das Podest. Beide zeigten eine starke Aufholjagd vom 14. Startplatz. Keilwitz hatte die Corvette bis zum Fahrwechsel bereits auf den vierten Rang nach vorn gefahren. Dank des zweiten Rangs entschied Callaway Competition neben dem Fahrertitel und der Junior-Wertung auch die Team-Wertung für sich. Keilwitz, der wegen eines Beinbruchs sechs Rennen verpasste, wurde noch Gesamtzweiter hinter Teamkollege Gounon.
 
Platz drei ging schließlich an den Audi von Jeffrey Schmidt und Christopher Haase vor den lange um den Sieg kämpfenden Porsche-Fahrern Robert Renauer und Sven Müller (25/Bingen, beide Precote Herberth Motorsport) auf Position vier. Mike David Ortmann (17/Ahrensfelde) und Frank Stippler (42/Bad Münstereifel, beide BWT Mücke Motorsport) im Audi gelang mit Rang fünf die beste Platzierung der Saison. Nachdem sie in der Anfangsphase des Rennens von einem Audi umgedreht wurden, kamen Ezequiel Perez Companc (23/RA) und Mirko Bortolotti (27/I) im zweiten Lamborghini des GRT Grasser Racing Team noch auf Platz sechs.
 
Rang sieben ging an Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) im Porsche 911, danach sahen die letztjährigen Champions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) mit ihrem Audi die Zielflagge. Die Top Ten komplettierten Luca Stolz (22/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim, beide Team Zakspeed) im besten Mercedes-AMG sowie Dennis Marschall (21/Eggenstein-Leopoldshafen) und Patric Niederhauser (25/CH, beide Aust Motorsport) in einem weiteren Audi R8.

Stimmen der Sieger

Christian Engelhart (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3):
"Ein fantastisches Rennen. Wir kamen optimal vorbereitet nach Hockenheim und hatten von der ersten Session an ein perfektes Auto. Ich habe im Qualifying eine perfekte Runde erwischt. Im Rennen bin ich bis zum Fahrwechsel an Philipp Eng drangeblieben. Dann haben wir durch einen früheren Boxenstopp versucht, am BMW vorbeizukommen. Fast hätte es auch geklappt. Nick Catsburg hatte in der zweiten Rennhälfte nicht die Pace, weshalb er die Verfolge aufgehalten hat. Dass Rolf in der turbulenten Schlussphase so bedacht gefahren ist und wir jetzt uns über den Sieg freuen können, ist gigantisch."
 
Rolf Ineichen (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3):
"Ich bin super happy. Es tut mir ein bisschen leid für Robert Renauer, der ein tolles Rennen gefahren ist und den Sieg auch verdient gehabt hätte. Ich habe am Anfang vielleicht etwas zu viel gepusht, als ich versucht habe, am BMW vorbeizukommen. Dadurch haben am Ende die Hinterreifen extrem abgebaut. Es war nicht einfach die Corvette hinter mir zu halten, vor allem vor der Spitzkehre
."

Sonntag, 24. September 2017

René Rast gewinnt turbulentes Sonntagsrennen

  • Jamie Green tragischer Held in einer dramatischen Schlussphase
  • Audi feiert erneut einen Dreifach-Erfolg
  • 35.500 Zuschauer besuchen DTM-Wochenende in Spielberg
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
René Rast hat das DTM-Sonntagsrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg gewonnen. In einer dramatischen Schlussphase überquerte der Mindener nach 39 Runden vor seinen Audi-Markenkollegen Mike Rockenfeller und Nico Müller die Ziellinie. Für Rast ist es der dritte Sieg im 19. DTM-Rennen. Bereits am Samstag feierten die Ingolstädter in der Steiermark einen Dreifach-Erfolg. Tragische Figur in einem abwechslungsreichen Rennen war Jamie Green. In Führung liegend fiel der Brite zwei Runden vor Schluss mit Getriebeproblemen bis auf Platz 14 zurück. In der DTM-Fahrerwertung führt vor dem großen Finale in Hockenheim weiterhin Mattias Ekström. Der Audi-Pilot wurde hinter Mercedes-AMG-Pilot Gary Paffett Fünfter. Als Sechster sah Marco Wittmann im BMW M4 DTM die Zielflagge.

Jamie Green musste eine bittere Pille schlucken: Von der Pole-Position gestartet fuhr der Brite ein souveränes Rennen, führt den 16. Saisonlauf bis Runde 38 an. Mit den 25 Punkten für den Sieg hätte Green in der DTM-Fahrerwertung den Abstand auf Ekström deutlich verkürzt. Doch ein Getriebeproblem an seinem Audi RS 5 DTM verhinderte den Sieg. „Das war wirklich sehr schade. Heute war einfach nicht mein Tag“, sagte er nach dem Rennen. Platz eins erbte Markenkollege Rast, der damit in der Fahrerwertung auf Platz zwei vorrückt. „Wir haben das Rennen kontrolliert, aber das Safetycar hat alles durcheinandergewirbelt. Der Titelkampf ist jetzt offen wie nie, aber da kann noch einiges passieren. In Hockenheim wissen wir mehr“, sagte Rast.

Die Safetycar-Phase war nach einer Kollision zwischen Auer und Spengler nötig geworden, als sich der Österreicher nicht schnell genug aus dem Grünstreifen befreien konnte. Nach Platz acht am Samstag blieb der Österreicher bei seinem Heimspiel diesmal ohne Punkte. Beim Restart in Runde 31 konnte die Spitze ihre Positionen behaupten, großer Verlierer des Indycar-Starts war allerdings Marco Wittmann. Der Fürther fiel von Position vier auf sieben zurück. Am Ende wurde Wittmann Sechster. Profiteur war hingegen Gary Paffett. Der Brite war vor dem Restart Siebter und sah als Vierter die Zielflagge.

Die Tabellensituation ist vor den letzten beiden Saisonrennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg weiterhin spannend: Bei noch 56 zu vergebenden Punkten haben rechnerisch noch sechs Piloten Chancen auf den Titel, allen voran der Führende Ekström. Der Schwede hat 172 Punkte auf seinem Konto und liegt damit 21 Zähler vor Rast (151). Green (137), Rockenfeller, Wittmann (beide 134) und Auer (131) haben ebenfalls noch Chancen auf die DTM-Krone. Die Titelentscheidung fällt vom 13. bis 15. Oktober 2017 in Hockenheim in den Saisonrennen 17 und 18.