Freitag, 8. September 2017

DTM: Drei Fragen an Lucas Auer

Die DTM läutet am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring den Endspurt der Saison 2017 ein. Lucas Auer kommt sicher gerne zurück in die Eifel, wo er in den vergangenen vier Qualifyings dreimal die Bestzeit gefahren ist. Zudem stand der Österreicher dort im vergangenen Jahr als Zweiter auf dem Podium. Auch Robert Wickens reist mit guten Erinnerungen an den Ring, auf dem er 2013 bei schwierigen Wetterbedingungen seinen ersten DTM-Sieg einfuhr. Gary Paffett und Edoardo Mortara können ebenfalls auf jeweils einen Sieg auf dem legendären Eifelkurs zurückblicken. Insgesamt teilen die sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer unter sich zwölf Podestplätze auf dem Nürburgring auf.
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Luggi, dieses Wochenende geht es an den Nürburgring, wo du deine erste Pole Position in der DTM eingefahren hast und immer schnell warst. Was ist dein Erfolgsgeheimnis in der Eifel?
 
Lucas Auer: Bis jetzt habe ich es immer geschafft, alles in den Freien Trainings auszusortieren und dann die Leistung im Qualifying zum richtigen Zeitpunkt abzurufen. Das ist mir in der Vergangenheit auf dem Nürburgring besser als auf jeder anderen Strecke gelungen. Es scheint so, als würden die Kurven in der Eifel und ich sehr gut zusammenpassen.
 
Wie beruhigend ist das Gefühl, nach einigen schwierigen Rennen jetzt an den Nürburgring zu kommen, wo du bislang immer stark warst?
 
Lucas Auer: Die letzten beiden Rennwochenenden in Moskau und Zandvoort waren komplett verschieden. In Moskau waren wir langsam, haben aber super Punkte mitgenommen. In Zandvoort waren wir auch langsam, haben jedoch keine Punkte eingefahren. Jetzt ist es an der Zeit, am Nürburgring wieder anzugreifen und generell mehr Mercedes in die Top-6 zu bringen. Dass ich auf dieser Strecke immer zu den Schnellsten gehört habe, ist eine gute Voraussetzung dafür.
 
Die Rennen in Zandvoort wurden teilweise sehr hart geführt. Hat die Zeit des Jahres begonnen, in der die Bandagen härter angezogen werden?
 
Lucas Auer: Meiner Meinung nach ist das Standard in der DTM. Wer am härtesten spielt und die breitesten Schultern hat, geht siegreich aus dem Kampf hervor. Das ist in der DTM aber kein Geheimnis mehr.
 

Donnerstag, 7. September 2017

Interview mit Philipp Eng: „Ich hoffe, dass wir Jules Gounon schlagen können“

  • BMW-Werkspilot will ADAC GT Masters-Titel gewinnen
  • Im Interview spricht Eng über seine Ziele an den letzten beiden Rennwochenenden
Philipp Eng
Foto: ADAC-Motorsport
BMW-Werkspilot Philipp Eng ist im BMW M6 GT3 vor den beiden letzten Saisonläufen Gesamtzweiter des ADAC GT Masters. Der Österreicher will mit dem BMW Team Schnitzer den Titelkampf in der heißen Finalwoche der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Sachsenring (15.–17. September) und in Hockenheim (22.–24. September) spannend machen.

Wie schätzen Sie Ihre Kollegen im Titelkampf ein, ist nur Tabellenführer Jules Gounon mit der Corvette gefährlich? 

Philipp Eng:
„Von den reinen Fakten hat er die beste Ausgangsposition. In der Vergangenheit hat Callaway Competition auch schon die eine oder andere Meisterschaft gewonnen. Sie haben uns gegenüber einen psychologischen Vorteil und ein komfortables Punktepolster. Aber man muss auch die Konkurrenz aus Ingolstadt auf dem Zettel haben. Hinter uns ist es ziemlich eng. Aber für mich gibt es nur einen Blick, und der geht nach vorn auf Jules Gounon. Ich hoffe, dass wir ihn schlagen können.“

Die letzten beiden Läufe des ADAC GT Masters folgen innerhalb einer Woche. Macht das die Vorbereitung schwieriger? 

„Von mir aus könnte jedes Wochenende ein Rennen sein, das ist kein Problem. Es kommt darauf an, wie der Sachsenring läuft und ob man sich danach viel Zeit bis zum nächsten Rennen wünscht. Auf der anderen Seite hat man so schnell eine Titelentscheidung. Ich hoffe, dass wir auf dem Sachsenring gut dabei sind, um den Rückstand zur Corvette weiter zu verringern und auf dem Hockenheimring in den Titelkampf eingreifen zu können.“

Wie sehen Sie Ihre bisherige Saison im ADAC GT Masters? 

„Durchweg positiv, denn sonst würden wir nicht auf Platz zwei der Meisterschaft stehen. Es hätte aber durchaus besser laufen können, denn es gab Rennen, in denen wir zu wenige Punkte geholt oder zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Aber so ist der Motorsport.“

Was war der bisherige Höhe- bzw. Tiefpunkt der Saison? 

„Der Höhepunkt war unser Sieg am Auftaktwochenende in Oschersleben, er kam ziemlich unerwartet. Ein weiteres Highlight war das Podium bei unserem Heimrennen auf dem Red Bull Ring. Und zuletzt das hart erkämpfte Podium auf dem Nürburgring, das uns in der Meisterschaft sehr geholfen hat. Ein Tiefpunkt war das zweite Zandvoort-Rennen, wo wir im Qualifying einfach unser Potenzial nicht genutzt haben und dann von extrem weit hinten durchs Feld gepflügt sind. Wie es dann ausgegangen ist, war nicht optimal, aber da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Im Qualifying haben wir uns in eine Position gebracht, die nicht hätte sein müssen. Und am Lausitzring haben wir auch einmal null Punkte gemacht. Ich denke, dass wir zuletzt auf dem Nürburgring ein starkes Wochenende gezeigt haben. Vielleicht nicht unbedingt mit dem Ergebnis im ersten Rennen, aber mit dem zweiten können wir zufrieden sein. Wir haben einige Punkte auf die Corvette aufholen können.“

Wie hat sich das BMW Team Schnitzer in seiner ersten Saison im ADAC GT Masters bisher geschlagen? 

„Sehr gut. Man merkt, dass das Team die vergangenen Jahre in der DTM verbracht hat, auf höchstem Level – abgesehen von Formel 1 und WEC – und sehr viel Erfahrung gesammelt hat. Man spürt, dass dort viel Herzblut drinsteckt. Schnitzer hat sich trotz der kurzen Vorbereitungszeit sehr gut geschlagen. Wir hatten eigentlich nur den Test in Oschersleben, um uns zu finden. Wir können zufrieden sein. Und die Trauben hängen im ADAC GT Masters extrem hoch, das darf man nicht unterschätzen – egal aus welcher Rennserie man kommt.“

Wer wird an den Finalwochenenden Ihr Fahrerkollege sein?

„Es wird weiterhin Nicky Catsburg sein. BMW Motorsport hat mir mit ihm einen hervorragenden Partner an die Seite gestellt. Ich will natürlich die Meisterschaft unbedingt gewinnen – mit meinem Fahrerkollegen und dem BMW Team Schnitzer. Das wäre eine super Geschichte für Schnitzer, nach dem DTM-Titel 2012 wieder einen Fahrertitel feiern zu können. Es wird nicht einfach, wir haben 38 Punkte Rückstand. Auf der anderen Seite hat man gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Im ADAC GT Masters ist nichts gesetzt, bis es zu Ende ist.“

DTM: „Rocky“ rockt Hamburg

Mike Rockenfeller, Audi RS 5 DTM
Foto: Audi Communications Motorsport /Mario Roman
Mike Rockenfeller und der Audi RS 5 DTM zählten zu den Hauptdarstellern des 16. Stadtpark Revivals, das am vergangenen Wochenende rund 30.000 Auto- und Motorrad-Fans in die Hamburger City Nord lockte. „Es war toll zu sehen, wie sehr das aktuelle DTM-Auto hat die Zuschauer interessiert hat, obwohl wir ja bei einer Oldtimer-Veranstaltung waren“, sagte Mike Rockenfeller, der mit dem über 500 PS starken RS 5 DTM auch einige Demorunden drehte. Zudem erhielt „Rocky“ die Gelegenheit, den Audi V8 quattro zu pilotieren, mit dem Hans-Joachim Stuck 1990 die DTM gewonnen hatte. „Was ein Erlebnis!“ Auch Frank Biela, DTM-Champion von 1991 und fünffacher Le-Mans-Sieger, war für die Audi Tradition in Hamburg im Einsatz: Er pilotierte den Audi A4 quattro, mit dem er 1996 die Britische Tourenwagen-Meisterschaft (BTCC) gewann.

Team Rosberg startet 2018 auch im ADAC GT Masters

  • Einsatz von zwei Lamborghini Huracán GT3 geplant
  • Team gewann bereits 2009 in der „Liga der Supersportwagen“
Keke Rosberg (links) und Arno Zensen
Foto: ADAC-Motorsport
Zweites Standbein für das Team Rosberg: Neben der DTM tritt der Rennstall aus der Pfalz in der Saison 2018 auch im ADAC GT Masters an. Als Einsatzfahrzeuge dienen zwei Lamborghini Huracán GT3.

„Wir wollen uns breiter aufstellen“, sagt Teamchef Arno Zensen. „Wir haben bereits Ende 2016 über eine Expansion nachgedacht und danach erste Gespräche mit Lamborghini geführt. Da wir in der DTM mit Audi antreten, war es für uns wichtig, dem Volkswagen-Konzern treu zu bleiben. Der Lamborghini Huracán ist einer der erfolgreichsten GT3-Sportwagen der vergangenen Jahre und hat bereits zahlreiche Siege eingefahren. Das ADAC GT Masters ist eine ideale Bühne und eine der stärksten GT3-Rennserien überhaupt. Wir freuen uns auf die neue Herausforderung.“

Für das Team Rosberg ist es eine Rückkehr in das ADAC GT Masters. Bereits 2009 und 2010 trat der Rennstall dort an und holte einen Sieg und mehrere Podestplätze. Der erste Lamborghini steht bereits im Teamsitz in Neustadt an der Weinstraße und wurde komplett neu aufgebaut. Nach einem Roll-out soll im Herbst mit ersten Testfahrten begonnen werden. Um das Doppelprogramm mit der DTM, wo das Audi Sport Team Rosberg nach vier Siegen des ADAC GT Masters-Champions von 2014, René Rast, und Jamie Green derzeit die Teamwertung anführt, und dem GT3-Projekt stemmen zu können, plant das Team, seine Mannschaft zu vergrößern. Die Fahrer für 2018 stehen noch nicht fest.

Mittwoch, 6. September 2017

Im Tempel des Motorsports startet der Endspurt in die DTM-Saison

  • Audi kommt als Tabellenführer in die Eifel
  • Für BMW ist der Nürburgring ein gutes Pflaster
  • Auer ist im Qualifying der „Herr des Rings“

Die DTM biegt auf die Zielgerade ein. Mit Tempo geht es in das letzte Saisondrittel. Am Wochenende stehen auf dem Nürburgring die Rennen 13 und 14 an, und auf der legendären Strecke dürfte es trotz des zu erwartenden typischen nasskalten Eifelwetters heiß hergehen. Insgesamt acht Piloten haben noch Chancen auf Meisterehren in der berühmten Tourenwagenserie. Audi will die Führung in allen drei Wertungen verteidigen. BMW hat nach den Rennen an der niederländischen Nordseeküste ordentlich Rückenwind. Mercedes-AMG will nach der Enttäuschung in Zandvoort zurück in die Erfolgsspur.
Mattias Ekström kommt als Tabellenführer zum Nürburgring
Foto: dtm.com / Hoch Zwei
Fünf Siege, drei Pole-Positions und neun schnellste Rennrunden. Bei Audi läuft es wie geschmiert. Mit Mattias Ekström (128 Punkte), René Rast (114) und Mike Rockenfeller (110) liegen drei Audi-Piloten an der Spitze der Fahrerwertung. Die Audi Sport Teams Rosberg und Abt Sportsline führen die Teamwertung an und in der Herstellerwertung ist Audi mit 518 Punkten deutlich vor BMW (405) und Mercedes-Benz (361). Dennoch gelten die Ingolstädter auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Kurs des Nürburgrings nicht als Favoriten. „Vor allem im Qualifying wird es extrem schwer für uns. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich immer kämpfe und nie aufgebe. Ich komme mit 14 Punkten Vorsprung zum Nürburgring und möchte die Tabellenführung dort verteidigen“, unterstreicht Spitzenreiter Ekström.
 
Den drei Audi-Piloten im Nacken sitzen mit Timo Glock (104) und Maxime Martin (102) zwei BMW-Fahrer. Generell ist der Ring für die Münchner ein gutes Pflaster. Seit dem Comeback 2012 gewannen dort bereits Bruno Spengler, Maxime Martin und zweimal Marco Wittmann. „Ich hoffe, dass wir dort wieder ein gutes Wochenende haben und konstant punkten werden. Der Nürburgring hat für uns in Sachen Wetter auch immer Überraschungen parat, von daher bin ich gespannt, was auf uns zukommt“, so Glock. Markenkollege Augusto Farfus ergänzt: „Es ist der Nürburgring in seiner Gesamtheit, der etwas Besonderes ist. Es ist einfach ein Tempel des Motorsports, und es ist immer toll, dort zu sein. Ich liebe den Nürburgring einfach. Unsere Pace in Zandvoort war fantastisch. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und am Nürburgring weitere wichtige Punkte sammeln.“
Lucas Auer ist als Tabellensechster immer noch im Titelrennen
Foto: dtm.com / Hoch Zwei
Trotz einer Nullnummer in Zandvoort ist Lucas Auer weiterhin als Sechster in der Gesamtwertung mit 99 Punkten die Speerspitze von Mercedes-AMG. Die Rennen am Nürburgring kommen für den Österreicher gerade zur rechten Zeit. In den letzten vier Qualifyings ist er dort dreimal die schnellste Runde gefahren. Eine außergewöhnliche Leistung bei der Leistungsdichte der DTM. „Es scheint so, als würden die Kurven in der Eifel und ich sehr gut zusammenpassen. Die letzten beiden Rennwochenenden in Moskau und Zandvoort waren komplett verschieden. In Moskau waren wir langsam, haben aber trotzdem super Punkte mitgenommen. In Zandvoort waren wir auch langsam, haben jedoch keine Punkte eingefahren. Jetzt ist es an der Zeit, am Nürburgring wieder anzugreifen und generell mehr Mercedes in die Top-6 zu bringen. Dass ich auf dieser Strecke immer zu den Schnellsten gehört habe, ist eine gute Voraussetzung dafür", so Auer.
 
Nicht nur für die Fahrer, auch für die DTM hat der Nürburgring einen besonderen Stellenwert. Seit dem Debütjahr 1984 steht der Traditionskurs, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, in jeder Saison im DTM-Kalender.
 
Die Zuschauer dürfen sich auf ein unterhaltsames Wochenende mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm freuen. Neben der DTM sind die Autos der Formel 3 Europameisterschaft, der Tourenwagen Classics, des Audi Sport TT Cups und des Porsche Carrera Cups auf der Strecke unterwegs. Im Rahmen der ARD Chartshow tritt am Sonntag die weltweit bekannte Sängerin Anastacia auf. Fans mit Fahrerlagerticket können beim Pit View den DTM-Teams bei der Arbeit in den Boxen über die Schulter blicken. Auch die Fan-Terrasse auf dem Boxendach und das Fan-Village sind wieder geöffnet. Die ARD überträgt die beiden DTM-Rennen am Samstag ab 14.30 Uhr und am Sonntag ab 15:00 Uhr live aus der Eifel.