Donnerstag, 6. August 2026

Euro Moto Supersport: Max Stauffer fährt ab Assen auf der Yamaha R9

Der Australier Max Stauffer hat das Fahrerangebot aus Europa für die EURO MOTO sofort angenommen.
 Foto: Dino Eisele

Der Job mit der „Pocket Rocket“ ist erledigt. Max Stauffer verabschiedet sich aus der EURO MOTO Sportbike-Klasse und startet ab dem Rennwochenende in Assen in der Supersport-Kategorie. Dort übernimmt der Australier im Team Apreco-Yamaha künftig die Yamaha R9.

Für den 22-Jährigen ist es der nächste Schritt in einem Jahr voller Veränderungen. Mit dem Umzug von Australien nach Europa begann für Stauffer ohnehin ein neues Kapitel. Inzwischen hat sich der Sohn des ehemaligen australischen Superbike-Champions Jamie Stauffer nicht nur an das Leben fernab der Heimat gewöhnt, sondern auch an kleinere Motorräder.

Nach Jahren auf der leistungsstarken Superbike-Yamaha R1 in Australien musste sich Stauffer in Europa auf die deutlich kleinere Yamaha YZF-R7 einstellen. Hohe Kurvengeschwindigkeiten, weniger Motorleistung und ein völlig anderer Fahrstil verlangten dem Australier einiges ab. Die Eingewöhnungszeit war kurz, dennoch sammelte er in fünf der bisherigen sieben Rennen Punkte und erfüllte seine Aufgabe im Entwicklungsprogramm.

Dieses ist nun abgeschlossen. Stauffer wechselt auf die R9. Rückblickend auf die letzten Monate sagt er: „Der Wechsel von der R1 in Australien auf die R7 in Europa war definitiv keine einfache Umstellung, aber ich habe jede Runde mit dieser kleinen ‚Pocket Rocket‘, wie ich die R7 gerne nenne, genossen. Jetzt freue ich mich riesig darauf, auf die R9 zu steigen. Dirk und Lennox haben bereits gezeigt, wie konkurrenzfähig dieses Motorrad ist.“

Auch Apreco-Teamchefin Corine Brandhorst zieht ein positives Fazit der gemeinsamen Testphase: „Wir konnten Yamaha ein wertvolles Feedback zum neuen Modelljahr der R7 (2026) liefern, das in die finale Entwicklung für die offizielle Markteinführung 2027 einfließen wird. Jetzt freue ich mich, Max die Möglichkeit zu geben, die Saison auf der R9 beenden zu können. Gleichzeitig möchte ich mich bei der EURO MOTO-Organisation für die Unterstützung während der Testphase und die unkomplizierte Umsetzung des Wechsels in die Supersport-Kategorie bedanken.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 5. August 2026

Euro Moto Superbike: Disqualifikation von Florian Alt nach Protest

Florian Alt, Honda CBR 1000 RR-R
Foto: Jens Hawrda

Die DMSB-Sportkommissare haben Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach dem zweiten Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben disqualifiziert. Der Honda-Fahrer war zunächst als Drittplatzierter gewertet worden.

Grundlage der Entscheidung ist ein Protest des Teams GERT56 by RS Speedbikes gegen die Wertung des zweiten Rennens. Nach Prüfung des Sachverhalts und mehrstündiger Beratung kamen die Sportkommissare zu dem Ergebnis, dass das von Holzhauer Racing Promotion eingesetzte Motorrad nicht gemäß dem im Reglement vorgeschriebenen Prozess für den Wiederaufbau eines nach Totalschaden für irreparabel erklärten Motorrads aufgebaut wurde.

Florian Alt war im ersten Rennen infolge einer Ölspur gestürzt, die durch den Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits verursacht worden war. Ebenfalls zu Fall kamen Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Leon Orgis. Die betroffenen Motorräder wurden dabei erheblich beschädigt.

Gemäß des technischen Reglements in der EURO MOTO Superbike gilt die Ein-Motorrad-Regel. Nach einem Totalschaden ist der Wiederaufbau durch Verwendung eines dem Reglement entsprechenden Ersatzrahmens zulässig, sofern dieser lediglich in dem nach dem Reglement erlaubten Umfang vorkonfiguriert ist und der Wiederaufbau des Motorrads den vorgeschriebenen Anforderungen entspricht. Nach Feststellung der Sportkommissare konnte für das im zweiten Rennen eingesetzte Motorrad kein regelkonformer Wiederaufbau nachgewiesen werden.

Das Ergebnis von Florian Alt im zweiten Superbike-Lauf wurde daher aus der Wertung gestrichen. Das Team Holzhauer Racing Promotion hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Sportkommissare eine Berufung einzulegen.

Die Disqualifikation hat keine Auswertungen auf Alts Position in der Gesamtwertung. Er bleibt auf Rang vier. Marcel Schrötter erhöht durch die geänderte Wertung sein Punktekonto auf 122 Zähler und verkürzt den Rückstand auf Tabellenführer Lukas Tulovic um drei Punkte.

Tabellenstand:

1. Tulovic 166,5 Punkte 

2. Schrötter 122 Punkte

3. Reiterberger 105 Punkte 

4. Alt 87 Punkte

5. Smits 81 Punkte

6. K. Orgis 67 Punkte

7. Zanetti 60,5 Punkte

8. Finsterbusch 57 Punkte 

9. Jähnig 54 Punkte

10. Soomer 49 Punkte

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Bittere Disqualifikation für De Vits und ERC

Teamkollegen Sasha de Vits #19 und Jules Bercot #25
Foto: Jens Hawrda

Schlechte Nachrichten für das ERC Team nach dem Rennwochenende in Oschersleben. Sasha de Vits und Jules Bercot wurden nachträglich aus dem zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike disqualifiziert. Vorausgegangen waren zwei Proteste gegen die beiden Kawasaki-Piloten, denen die Sportkommissare stattgaben.

Grund für die Disqualifikationen ist laut den offiziellen Entscheidungen die Verwendung einer Software, die nicht den technischen Bestimmungen entspricht. Grundlage ist Artikel 1.7.10b des Technischen Reglements des DMSB für die EURO MOTO Sportbike 2026.

Besonders bitter ist die Entscheidung für Sasha de Vits. Der Belgier war am Sonntag als Zweiter hinter Sieger Stepan Zuda ins Ziel gekommen und hatte damit den ersten Podestplatz der Saison für sich gefeiert. Diesen verliert er nun nachträglich. Tobias Kitzbichler rückt dadurch auf Rang zwei vor, Jakob Rosenthaler übernimmt den dritten Platz.

Auch Jules Bercot wird aus dem zweiten Lauf gestrichen. Sein dritter Platz aus dem ersten Rennen am Samstag bleibt davon jedoch unberührt. Die Disqualifikation gilt ausschließlich für das Sonntagsrennen.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

Dienstag, 4. August 2026

Euro Moto Oschersleben: MRP Racing mit Teamwork aufs Superbike-Podest

Bevor es für die Mannschaft des Belgiers Werner Daemen am vergangenen Wochenende auf die nächste Reise im Rahmen der Euro Moto Superbike in die Motorsport Arena Oschersleben ging, konnten seine Schützlinge Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL) noch ein paar rennfreie Tage genießen. Am Start für das Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW fehlte der Este Hannes Soomer. Der BMW-Pilot hatte sich bei seinem Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Japan an der Schulter verletzt und war für einen Einsatz in der hart umkämpften Euro Moto Superbike noch nicht wieder hundertprozentig fit.

Markus Reiterberger, BMW #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger #28

Markus Reiterberger, der für BMW beim Langstrecken-WM-Rennen gemeinsam mit seinen Kollegen im japanischen Suzuka einen grandiosen Podestplatz herausgefahren hatte, ließ es vor der Reise nach Oschersleben entspannt angehen. «Ich habe mit meiner kleinen Familie ein paar Tage Urlaub gemacht», verriet er vor dem ersten Training in der Motorsport Arena. «Ich habe in meiner Werkstatt gearbeitet und bei unserem Hausbau weitergemacht.» In den Trainings und der Superpole 2 legte sich der Bayer mächtig ins Zeug, war aber am Ende des Samstags nicht so ganz happy. «Platz 5 – ganz sicher nicht das, wo ich dieses Wochenende sein wollte», kommentierte er seinen Startplatz. «Aber mein Masteroil-alpha-Van Zon-BMW Team und ich werden weiterhin alles geben, um die Rennen am Sonntag auf dem Podium zu beenden, aber es wird nicht einfach werden, dessen sind wir uns bewusst.»

Das erste Rennen endete für die Euro Moto Superbike-Piloten mit unschönen Bildern schon nach wenigen Runden. Dem auf Platz 2 fahrenden Yamaha-Piloten Twan Smits platzte der Motor und die Fahrer, die in seinem Windschatten unterwegs waren, unter ihnen Markus Reiterberger, stürzten der Reihe nach. Verletzt hatte sich bei dem Crash zum Glück niemand, doch die Schäden waren enorm. Reiterbergers BMW hatte es schwer erwischt, nachdem sie mehrere Meter hoch durch die Luft und über die Leitplanken in Richtung Böschung geschleudert worden war. Die Mechaniker schlugen beim Anblick der fliegenden BMW die Hände über dem Kopf zusammen. Auch Teamchef Werner Daemen war froh, dass alle mit heiler Haut davongekommen waren. «Wir haben ja in der Euro Moto die Ein-Motorrad-Regel», erläuterte er die Lage. «Wir schauen, dass wir es hinkriegen, aber die Sicherheit des Fahrers geht vor.»

Weniger als drei Stunden blieb den Mechanikern, es dauerte seine Zeit, bis die BMW mit dem Gabelstapler geborgen werden konnte, um die BMW bis auf ihre Grundmauern zu zerlegen und von Grund auf neu aufzubauen. Zehn Minuten vor Rennen 2 dann die Erlösung für Reiterberger. Seine BWM stand wieder startbereit in der Boxengasse. «Es war wichtig, dass ich heil davongekommen bin», versicherte er. «Aber mein Motorrad war total hinüber. Als sie das Motorrad weggeschleppt haben, hätte ich nicht gedacht, dass das klappt.» Ohne einen wirklichen Funktionstest und mit einer flammneuen Kombi ging es an den Start. 

Und was soll man sagen. Reiterberger vertraute auf die Arbeit seiner Mechaniker, fuhr herzhaft drauf los und gemeinsam konnte man den zweiten Platz feiern. Schon nach dem Warm-up hatte man gesehen, dass es mit der BMW endlich wieder nach Reiterbergers Geschmack vorwärts ging. «Ich muss meinen Mechanikern danken», waren seine ersten Worte nach der Zieldurchfahrt. «Ich habe ein paar Hebel eingestellt und los gings. Sie hat sich angefühlt wie das alte Moped. Die Kombi war nicht ganz so komfortabel. Die Hinterradbremse konnte ich nicht verwenden, aber das war wurscht. Ich konnte mit Platz 2 einen kleinen Dank ans Team zurückgeben. Für heute war Platz 2 ein gutes Ergebnis. Es war schön, mal wieder in Oschersleben gewesen zu sein und das mit vielen Zuschauern. Ich bin dankbar.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr gondelte vom österreichischen Vorarlberg in den Nordosten Deutschlands. Schon im Vorfeld war klar, dass aus dem Fahrer des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW und der Motorsport Arena Oschersleben nicht mehr die besten Freunde werden würde. Das Verhältnis sollte sich auch nach dem vierten von sieben Euro Moto-Wochenenden nicht wirklich bessern. «Frustriert», lautete dann auch die Antwort nach der Gemütslage am Sonntagabend. Schon nach dem elften Platz im Training gab es für Mohr und seine Mannschaft noch ein paar Denksport-Aufgaben.

«Es war einfach nicht mehr drin», erklärte er. «Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Vorderrad und viel Bewegung in der Gabel. Hauptsächlich am Kurveneingang und daher fehlt mir natürlich dann der Kurven-Speed. Gerade bei dem Layout von Oschersleben mit den langgezogenen Kurven summiert sich das.» Im ersten Rennen war Mohr von der Massen-Karambolage nach dem Motorplatzer eines Konkurrenten unbeschadet davongekommen und war als Siebter gewertet worden. «Als ich da ankam, habe ich nur die riesige Wolke gesehen und bin sofort runter von der Ideallinie», beschreibt er das Erlebnis. «Da kam auch schon die rote Flagge. Ich bin dann ganz innen gefahren und den siebten Platz nehme ich natürlich gerne mit.»

Viele Änderungen ließ Mohr vor dem zweiten Lauf, der für ihn mit Rang 9 endete, nicht mehr vornehmen. «Wir haben ein wenig die Dämpfung geändert, um die Vibrationen wegzubekommen», so Mohr. «Es war besser, aber auch kein Durchbruch. Ein Top Ten Platz hört sich gut an und auch der Letzte im Feld fährt noch schnell. Aber man muss ehrlich sein, 30 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel zu kommen, ist eindeutig zu viel.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh hatte sich wie sein Kollege ein paar freie Tage gegönnt und sich in Sachen Freizeit mit einem Elektro-Festival und der einen oder anderen Runde Wasser-Ski vergnügt. In den ersten beiden freien Trainings war der Niederländer gut ins vierte von sieben Euro Moto-Wochenende gestartet. Am Freitagnachmittag machte sich der Niederländer das Rennfahrerleben selber schwer. Schon zu Beginn landete der BMW-Pilot im Kiesbett und konnte das Training auch nicht wieder aufnehmen. Das Pech verfolgte ihn auch am Samstagmorgen. Seine Mannschaft hatte ihm sein Arbeitsgerät wieder in Topform hingestellt. Doch mehr als eine Runde für einen Funktions-Check war nicht drin. Es hatte nachts und auch am Morgen geregnet, so dass an flotte Runde nicht zu denken war. Daher ging es für den Niederländer in die Superpole 1, die für ihn mit Startplatz 10 endete.

Das erste Rennen dauerte nicht all zu lange. Nach einem Motorschaden eines Piloten aus der Führungsgruppe stürzten zahlreiche Piloten und das Rennen wurde abgebrochen. Merckelbagh kam unbeschadet an der Unfallstelle vorbei und wurde als Sechster gewertet. Im zweiten Lauf fand der Niederländer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW gut ins Rennen, wurde am Ende aber mit Platz 11 im Ziel nicht wirklich reichlich belohnt. 

«Mein Start war am Nachmittag viel besser als am Morgen», berichtete Merckelbagh im Anschluss. «Allerdings hatte ich in Turn 7 schon das ganze Wochenende Probleme beim Schalten. So leider auch im Rennen.» Nachdem er dort durchs Gras gerumpelt war und wieder den Weg zurück auf die Strecke gefunden hatte, ging die eigentliche Arbeit für den BMW-Piloten erst los. Denn er war so ziemlich am Ende des Feldes angekommen und die Konkurrenz war weg. «Ich habe es dann aber tatsächlich noch geschafft, den Rückstand von vier Sekunden wettzumachen und mir noch den elften Platz zu holen.»


Für das Team von Werner Daemen geht es in der übernächsten Woche schon weiter im Euro Moto-Programm auf dem niederländischen TT Circut von Assen.

Montag, 3. August 2026

Euro Moto Superbike: Tulovic setzt seine Siegesserie fort

Lukas Tulovic ist weiter auf Titelkurs
Foto: Jens Hawrda

Lukas Tulovic zu besiegen, bleibt weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Der Ducati-Star gewann auch den zweiten EURO MOTO Superbike-Lauf in Oschersleben. Markus Reiterberger und Florian Alt komplettierten das Podium und sorgten mit BMW und Honda bei der Siegerehrung für Markenvielfalt.

Bis auf Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) standen alle Sturzopfer des ersten Laufes wieder im Grid. In den Boxen der Teams hatte Hochbetrieb geherrscht, um die völlig zerstörten Motorräder neu aufzubauen. „Wir sind zehn Minuten vor dem Beginn des Rennens fertig geworden. Hebel dran und raus auf die Strecke. Die Hinterradbremse hat nicht funktioniert, aber egal. Wir konnten ja nichts mehr testen“, schüttelte Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) immer noch erstaunt mit dem Kopf über die Meisterleitung, die seine Mechaniker in der Kürze der Zeit vollbracht hatten. Weil seine Kombi und auch die rote Unterhose beim Sturz völlig zerissen war, hatte sich der vierfache Champion auch noch in ein neues Leder gepresst, das nicht eingetragen war. Bequem ist anders.

Die Honda CBR 1000 RR-R von Alt (Holzhauer Racing Promotion) bekam neue Teile. In der Box von GERT56 wurde die BMW von Toni Finsterbusch neu aufgebaut und Kevin Orgis (ORM Racing) kam sogar noch in den Besitz einer neuen Federgabel.

An der demolierten Yamaha von Twan Smits, die Verursacher des Massensturzes war, hatten sechs Mechaniker gearbeitet. Trotzdem blieb der zweite Startplatz leer. Der ärztliche Check seiner Hand verhinderte die Rennteilnahme von Smits am Rennen. Es wird ein Riss unterhalb des Handgelenks vermutet, der bei Belastung die Durchblutung beeinträchtigen kann. Smits wird morgen in den Niederlanden noch genau untersucht.

Aus der ersten Rennrunde kam Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) bereits mit 0,8 Sekunden Vorsprung in Führung liegend zurück. Hinter dem Ducati-Fahrer sortierten sich Florian Alt, Ex-WM-Fahrer Marcel Schrötter, Markus Reiterberger, Kevin Orgis, Jan-Ole Jähnig und Toni Finsterbusch ein. Reiti hatte im morgendlichen warm-up noch Änderungen an der BMW-Geometrie vornehmen lassen in der Hoffnung, dass sie sich im Rennen als vorteilhaft erweisen würden. „Sonst treten wir auf der Stelle.“ Die Anpassungen zeigten Wirkung. Reiterberger präsentierte sich in bester Verfassung, überholte zuerst Schrötter und vier Runden später Alt auf der Innenseite in einer engen Linie an der weißen Streckenbegrenzung. Nun war er Zweiter. Es war aber längst klar, dass Tulovic aus eigener Kraft nicht mehr einzuholen war.

Jähnig überholte im Verlauf des Rennens Kevin Orgis. Ein völlig losgelöster Lorenzo Zanetti ließ dessen Bruder Leon hinter sich. Toni Finsterbusch stürzte. Alt sicherte mit so vielen 1:24er-Zeiten am Stück wie nie zuvor den dritten Platz hinter Tulovic und Reiterberger ab. Somit standen am Ende zwei Fahrer, die im ersten Rennen zu den Sturzopfern gezählt hatten, auf dem Siegerpodest. Reiterberger hatte zudem sein persönliches Ziel „bester BMW-Fahrer zu werden“ erreicht.

Dass Titelverteidiger Tulovic alle Rennen gewinnen will, steht außer Frage. Tulo muss alles dafür tun, um sich den Traum vom Einstieg in die Superbike-WM erfüllen zu können. Und bekommt trotz des Konkurrenzkampfes Schützenhilfe. Flo Alt hatte seinem Sky-Moderationskollegen nach dem ersten Rennen fairerweise den Hinweis gegeben, dass es hinten aus der Ducati gequalmt hat. Bei Triple M Racing Ducati Frankfurt wurde in der Pause zwischen den beiden Rennen der Motor getauscht und auf einen Antrieb vom Saisonbeginn zurückgegriffen.

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

3. Florian ALT (DEU/Honda)

4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

6. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

7. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

8. Leon ORGIS (DEU/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek