Freitag, 3. Juli 2026

Ben Dörr über seinen Durchbruch und Tipps von Bodybuilder-Legende Markus Rühl

  • McLaren-Youngster verrät die Gründe seiner starken Entwicklung
  • Vorfreude auf den Norisring: „Man muss extrem präzise fahren“

Ben Dörr ist einer der Durchstarter in der DTM-Saison 2026
Foto: ADAC-Motorsport

Ben Dörr (Butzbach) fährt im dritten Jahr seine mit Abstand stärkste DTM-Saison – der Tabellenfünfte hat jetzt schon mehr Punkte auf dem Konto als 2024 und 2025 zusammen. Auf dem Dekra Lausitzring feierte Dörr seinen ersten Sieg und sorgte gleichzeitig für den ersten DTM-Erfolg von McLaren. Vor dem Rennwochenende auf dem Norisring in Nürnberg am kommenden Wochenende (3. bis 5. Juli) spricht der 21-Jährige von Dörr Motorsport über seine Entwicklung in der DTM, das Verhältnis zu Teamkollege Timo Glock und den besonderen Reiz des Norisrings.

Ben, wie groß ist die Vorfreude auf den Norisring?

Die ist riesig! Der Norisring ist mit seinen Betonwänden und Leitplanken sehr speziell. Man muss extrem präzise fahren, das macht den besonderen Reiz aus. Unserem McLaren kommt die Strecke nicht unbedingt entgegen. Trotzdem werden wir alles probieren, um auch an diesem Wochenende gut abzuschneiden. Die Strecke ist einfach cool, es macht jedes Jahr Spaß, dorthin zu kommen.

Wie blickst du mit einigen Tagen Abstand auf deinen ersten DTM-Sieg?

Wir sind natürlich alle super happy über unseren ersten Sieg in der DTM. Vor allem das Team hat sich unglaublich gefreut. Mit Startplatz zehn hatten wir nicht die besten Karten. Ich bin einfach überglücklich, dass es endlich mit dem ersten Sieg geklappt hat. Der Pokal steht bei mir zu Hause im Wohnzimmer direkt neben der Trophäe für den zweiten Platz in Zandvoort. Hoffentlich kommen über die Saison noch ein paar dazu.

Was sind die Gründe für dein Formhoch?

Ich fahre wesentlich mehr Rennen als in den Jahren zuvor, in denen ich ausschließlich in der DTM gestartet bin. In dieser Saison nehme ich beispielsweise auch in der GT World Challenge oder auch an einigen NLS-Rennen teil und habe deshalb deutlich mehr Fahrpraxis im McLaren. Das hilft sehr. Dazu habe ich natürlich in der DTM eine Menge gelernt und viel Erfahrung gesammelt. So konnte ich mich von Rennen zu Rennen verbessern und bin mittlerweile auf einem ziemlich guten Level.

Du bist in deinem dritten DTM-Jahr: In welchem Bereich hast du dich am meisten weiterentwickelt?

In der DTM ist Konstanz sehr wichtig, Schnelligkeit allein reicht nicht aus. In dieser Hinsicht habe ich die größten Fortschritte gemacht und mir unterlaufen kaum noch Fehler. Es gelingt uns auch immer besser, im Qualifying alles auf den Punkt zu bringen. Zudem verstehe ich den McLaren viel besser als zu Beginn und kann mögliche Probleme genauer einschätzen.

Welche Tipps würdest du DTM-Debütanten geben – worauf kommt es am meisten an?

Training ist alles. Das Niveau in der DTM ist extrem hoch. Da hilft nur viel Fahrzeit, sonst wird man nicht besser und kann nicht mithalten. Wichtig ist es auch, sich abends mit den Ingenieuren zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, was man verbessern kann. Man braucht aber Geduld und muss immer dranbleiben, dann klappt das auch in absehbarer Zeit mit guten Ergebnissen.

Ein großer Fan von Dörr Motorsport ist Bodybuilder-Legende Markus Rühl: Welche Fitness-Tipps hat er parat?

Markus ist super nah am Team und passt perfekt zu uns. Er hat an jedem Wochenende immer mal wieder kleine Tipps für mich, wie man sich auf ein Rennen optimal vorbereitet und an seiner Fitness arbeiten kann. Gerade bei den heißen Wetterverhältnissen auf dem Lausitzring hat er mir super Ratschläge gegeben, wann und was man als Sportler trinken sollte. Das war bei den Temperaturen im Auto eine große Hilfe.

Welche Rolle spielt Timo Glock in deiner Entwicklung?

Von Anfang an hat Timo mir ungemein geholfen. Für mich war in der DTM anfangs vieles neu, während Timo sehr viel Erfahrung mitgebracht hat. Das hat sich ausgezahlt und dem ganzen Team geholfen. Inzwischen bin ich auf einem sehr guten Level und wir harmonieren als Teamkollegen richtig gut. Wir tauschen uns regelmäßig aus: Jeder bringt seine Erfahrungen ein, das passt sehr gut.


Es wird wieder eng: ADAC GT4 Germany gastiert auf dem Norisring

  • Tabellenführer Piana/Sylvestersson peilen nächsten Sieg an
  • Verfolger Philipp Gogollok hochmotiviert
  • SPORT1 bringt die ADAC GT4 Germany ins Free-TV

Tabellenführer Gabriele Piana will auch auf dem Norisring siegen
Foto: ADAC-Motorsport

Großes Spektakel für die ADAC GT4 Germany: Auf dem legendären Norisring bestreitet die ADAC Serie ihr zweites Rennwochenende des Jahres 2026 – und dieses hat einen ganz außergewöhnlichen Charakter. Denn der 2,162 Kilometer lange Kurs im Süden Nürnbergs ist mit langen Geraden und nur fünf Kurven der einzige Stadtkurs in Deutschland. Das verspricht einiges an Action und Spannung. Somit gilt es für Piloten, Rennwagen und Teams den ultimativen Null-Fehler-Job zu erledigen. Nur so kann die Herausforderung Norisring erfolgreich bewältigt werden. 19 Rennwagen der sechs Marken Aston Martin, BMW, Ginetta, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota sind für das Event auf den Straßen Nürnbergs eingeschrieben. Tickets für den Norisring gibt es online im Vorverkauf ab 74 Euro unter dtm.com. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden wie üblich auf sport1.de, ServusTV ON, Joyn und youtube.com/adacmotorsports umfänglich im Live-Stream gezeigt. SPORT1 überträgt das Sonntagsrennen von 15:00 bis 16:30 Uhr live im Free-TV.

Als Tabellenführer reisen Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) an den Norisring. Das BMW M4 GT4-Duo konnte beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring das Samstagsrennen gewinnen und stand auch in Lauf zwei auf dem Podium. „Ganz klar, unser Ziel für den Norisring sind zwei Siege. Doch erst nach den freien Trainings am Freitag können wir wirklich einschätzen, wo wir stehen. Es soll wohl recht warm werden, was unserem Paket entgegenkommt, sodass wir konkurrenzfähig sein dürften. Somit fahre ich entspannt zum Norisring und möchte die Tabellenführung verteidigen“, meint Piana. „Der Norisring hat ein spannendes Layout. Insbesondere die Kurvenkombination auf dem Rückweg in Richtung Steintribüne gefällt mir, da man dort mit viel Speed durchfährt. Für die Zuschauer und die Show im Allgemeinen ist der Norisring ideal.“

Piana/Sylvestersson haben aktuell einen Vorsprung von neun Punkten auf die Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport). Mit 14 Punkten Rückstand in der Tabelle treten Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM) an. Auch die Aston Martin Vantage AMR GT4-Piloten waren beim Auftakt auf dem Red Bull Ring bereits siegreich.

„Ich freue mich sehr auf den Norisring. Hoffentlich können wir dort genauso weitermachen wie zuletzt in Österreich. Da wir dieses Jahr den Titel gewinnen möchten, sind zwei Podiumsplatzierungen das Ziel fürs Rennwochenende. Die Qualifikation wird eine Schlüsselrolle inne haben, da auf einem Stadtkurs das Überholen in der Regel nicht einfach ist. Es gilt, keine Risiken einzugehen und keine Fehler zu machen, denn die nächste Leitplanke/Mauer ist nie weit entfernt. Doch mein Teamkollege JP und ich sind professionell genug, uns von den Wänden fernzuhalten. Grundsätzlich kommt unser Aston Martin mit dem neuen Pirelli-Reifen sehr gut zurecht. Insgesamt sollten wir also gut aufgestellt sein, um auf dem Norisring angreifen zu können.“

Neben Aston Martin, BMW und Porsche zählt auf jeden Fall auch Mercedes-AMG zum ganz großen Favoritenkreis. Im Vorjahr gewann die Marke mit dem Stern beide Läufe im sogenannten fränkischen Monaco. Erstmals überhaupt in der Geschichte der ADAC GT4 Germany sind Fahrzeuge von Ginetta und Toyota auf dem Norisring unterwegs. Nach der gezeigten Performance zuletzt auf dem Red Bull Ring dürften auch diese beiden für eine vordere Platzierung in Frage kommen.


Von Mercedes 190E bis Opel Astra V8 Coupé: DTM-Geschichte auf dem Norisring

  • Bunt gemischtes Feld an historischen Rennfahrzeugen
  • Toyota Supra MK3 DTM kehrt nach fast 40 Jahren zurück an den Norisring
  • Ex-DTM Pilot Gerhard Müller steuert legendären Audi V8

Foto: Jens Hawrda

DTM-Geschichte erlebbar gemacht: Beim Saisonhighlight der DTM vom 3. bis 5. Juli auf dem Norisring in Nürnberg darf auch ein Streifzug in die bewegte Geschichte der Rennserie nicht fehlen. Bei Demofahrten von historischen DTM-Rennern an allen drei Veranstaltungstagen treffen legendäre Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen der DTM auf eine Strecke, die fest mit der Geschichte der Rennserie verbunden ist.

Die frühen, seriennahen DTM-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E 2.3-16V, mehrere BMW M3 E30 sowie verschiedene Ford Sierra Cosworth. Einen BMW M3 E30 steuert dabei Herbert Wittmann, der Vater des zweifachen DTM-Champions Marco Wittmann, der hier sein Heimspiel feiert. Eine besondere Norisring-Geschichte bringt der Toyota Supra MK3 DTM von Jörg Schori mit: Der Exot aus Fernost trägt die gleiche Startnummer 50, mit der er bereits 1989 beim DTM-Rennen auf dem Norisring unterwegs war.

Die DTM der frühen 1990er-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E Evo II, ein Opel Omega Evo 500 sowie ein Audi V8. Letzteren pilotiert der ehemalige DTM-Fahrer und Schwabacher Lokalmatador Gerhard Müller, der bereits selbst DTM-Rennen auf dem Norisring bestritten hat. Mit Sebastian Asch ist zudem der Sohn von DTM-Legende Roland Asch vertreten, der einen Mercedes-Benz 190E Evo I pilotiert.

Auch Nachwuchsfahrer Thomas Rackl kehrt an seine Heimstrecke zurück. Der letztjährige ADAC GT4 Germany-Fahrer aus Berching sitzt in einem BMW 320 STW aus dem Jahr 1994 und repräsentiert damit die Ära des Super Tourenwagen Cups.

Die jüngere DTM-Geschichte vertreten ein originales Opel Astra V8 Coupé DTM aus dem Jahr 2003, das einst von Joachim Winkelhock pilotiert wurde, sowie eine AMG-Mercedes C-Klasse DTM von 2006.

Wer die DTM-Klassiker erleben will, sollte sich noch rechtzeitig Tickets für die DTM am Norisring sichern. Die Showfahrten bieten eine seltene Gelegenheit, einige der bekanntesten Tourenwagen der vergangenen Jahrzehnte auf einer ganz besonderen Strecke noch einmal in Aktion zu erleben.

Die DTM Classic ist am Freitag von 13:20 bis 13:40 Uhr sowie von 17:40 bis 18:00 Uhr, am Samstag von 12:05 bis 12:25 Uhr sowie von 17:20 bis 17:35 Uhr und am Sonntag von 10:05 bis 10:15 Uhr sowie von 16:30 bis 16:50 Uhr auf der Strecke zu sehen.


Adrenalin-Kick am Norisring: Millimeterarbeit zwischen Mauern und Leitplanken

  • DTM startet auf Deutschlands einzigem Stadtkurs in Nürnberg
  • Spitzenreiter Cairoli wird vom Mercedes-AMG-Duo Engel und Auer gejagt
  • BMW-Pilot und Lokalmatador Wittmann freut sich auf sein Heimspiel

Foto: Jens Hawrda

Rennspektakel statt Straßenverkehr: Der Norisring im Herzen Nürnbergs ist vom 3. bis 5. Juli Austragungsort des vierten Saisonstopps der DTM. Der einzige Stadtkurs in Deutschland erfordert von den Piloten höchste Konzentration. Die enge Fahrbahn zwischen Leitplanken und Mauern rund um die historische Steintribüne fordert von den Fahrern Millimeterarbeit und verzeiht keine Fehler. Tabellenführer Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) will nach seinem zweiten DTM-Sieg am Dekra Lausitzring seine Spitzenposition verteidigen – doch die Abstände sind minimal. Das Mercedes-AMG-Duo Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) und Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) folgt auf den Plätzen zwei und drei nur einen Punkt hinter dem Italiener. Tickets gibt es ab 74 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Alle Ticketbesitzer profitieren von einer kostenlosen Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Die Übertragung beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV ON und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

  • Streckenlänge: 2.162 Meter
  • Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Jordan Pepper (TGI Team Lamborghini by GRT, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)
  • Sieger 2025, Rennen 2: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)

„Neuland“ Norisring für Spitzenreiter Cairoli

Ferrari-Pilot Cairoli hat nach seinem Erfolg am Lausitzring als einziger DTM-Fahrer zwei Saisonsiege auf dem Konto und die Tabellenführung übernommen. Der Stadtkurs in Nürnberg ist für ihn jedoch nahezu Neuland. „Ich bin auf dem Norisring erst einmal gefahren und das vor elf Jahren“, verrät der 30-Jährige. „Ich weiß, dass man extrem spät bremsen und nach den Kurven sehr früh aufs Gas gehen muss, um auf den langen Geraden möglichst viel Speed zu haben. Zudem ist der Fahrbahnbelag speziell, da es sich um normale Straßen handelt. Es könnte ein heißes Wochenende werden, aber da hatten wir am Lausitzring ja die beste Vorbereitung. Ich werde bis zum Umfallen kämpfen.“ Das wird nötig sein, denn die Mercedes-AMG-Markenkollegen Engel, der 2024 und 2025 am Norisring auf dem Podium stand, und Auer werden den Italiener über die Straßen Nürnbergs jagen.

Eine ganz besondere Erinnerung verbindet Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) mit dem Stadtkurs. „Ich habe auf dem Norisring 2024 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Die Strecke ist ein absolutes Highlight und sorgt für einen Adrenalin-Kick im Cockpit. Für jeden Fahrer ist es ein Traum, dort zu fahren. Wir wollen für eine gute Show sorgen“, verspricht der Tabellensechste. Einen besonderen Stellenwert genießt der Norisring auch bei Thomas Preining (A/Manthey). Der Österreicher hat in Nürnberg Geschichte geschrieben: Vor vier Jahren holte Preining dort den ersten Sieg für Porsche in der DTM, inzwischen steht der Manthey-Pilot bei drei Norisring-Siegen. Der 27-Jährige gewann am vergangenen Wochenende zusammen mit seinem DTM-Teamkollegen Ricardo Feller (CH) sowie DTM-Rookie Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) das legendäre 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und reist mit ordentlich Rückenwind an den Dutzendteich.

Heimspiel für Wittmann im „Fränkischen Monaco“

Der Stadtkurs in Nürnberg ist mit seinen schnellen Geraden und nur vier engen Kurven ein Härtetest für die Bremsen. Die Fahrzeuge bremsen von über 250 km/h auf 60 km/h herunter. Bodenwellen kurz vor den Kurven sorgen für zusätzliche Herausforderungen. An den Kurvenausgängen müssen die Fahrer die richtige Linie treffen, um dicht vorbei an den Mauern keinen Seitenspiegel zu verlieren. Mit großer Vorfreude geht Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert Motorsport), der vor seinem Heimspiel als bestplatzierter BMW-Fahrer auf Tabellenrang vier liegt, in das Wochenende. „Die Stimmung am Norisring ist einmalig. Für mich ist es eine riesige Freude, vor meiner Familie, den heimischen Zuschauern und meinem Fanclub auf diesem einzigartigen Stadtkurs zu fahren“, sagt der Fürther.

Rahmenserien, historische DTM-Fahrzeuge und Party mit den Yellow Tones

Beim DTM-Wochenende auf dem Norisring erwartet die Zuschauer zusätzliche Rennaction in der ADAC GT4 Germany, im BMW M2 Cup und im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Dazu gibt es spektakuläre Showfahrten mit historischen DTM-Fahrzeugen, die die Fans mit auf eine nostalgische Reise durch die mehr als 40-jährige Geschichte der Rennserie nehmen. Am Freitag- und Samstagabend sorgt die Band „The Yellow Tones“ für beste Stimmung und bringt die DTM Fan Zone mit einem Hit-Feuerwerk zum Beben.


Montag, 29. Juni 2026

Superbike: Tulovic mit alter Stärke zum Doppelsieg

Mit Sombrero, Nackenschutz und Kaltgetränk beobachteten die Fans in Most, wie Lukas Tulovic in der EURO MOTO Superbike in Most zum Doppelsieg fuhr. So wie beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring.

Das war hart an der Grenze. Das Asphaltthermometer im tschechischen Most zeigte mittlerweile 70,1 Grad an. Die 16 Rennrunden im zweiten Superbike-Lauf strapazierten Mensch und Maschine aufs Äußerste.

Marcel Schrötter (GERT56) und Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) kriegten gleich zu Beginn die erste Kurve nicht und mussten geradeaus fahren. Um durch das Abkürzen der Schikane keinen Vorteil zu erlangen, verlangen die Regeln, dass eine Sekunden verloren gehen muss, bevor sie sich wieder einreihen dürfen. Für Schrötter sah es danach mit dem Vorhaben, nach jedem Rennen auf dem Podium zu stehen, schlecht aus.

In der zweiten Runde schob sich Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) mit einem ordentlichen Honda-Überschuss am bis dahin führenden Titelverteidiger Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) vorbei. Alt hatte nach dem ersten Rennen am Vormittag bereits angekündigt, Tulo ein wenig Gesellschaft leisten zu wollen. Twan Smits (Apreco Yamaha) konnte das Tempo auf Dauer nicht halten, blieb aber mit Abstand nach vorne und hinten immer auf dem dritten Platz.

Kevin Orgis, der ältere Bruder von Leon aus dem privaten ORM-Team, schaffte auf seiner BMW innerhalb von drei Runden den Sprung vom zehnten Startplatz auf den vierten Rang im Rennen. Es war beachtlich, was der Sachse leistete und vor allem wie lange er Namen wie Marcel Schrötter, Toni Finsterbusch, Hannes Soomer, Markus Reiterberger und Jan-Ole Jähnig hinter sich halten konnte. Reiterberger, der vor vier Wochen mit dem ersten Saisonsieg triumphiert hatte, war zwischenzeitlich sogar auf den neunten Platz durchgereicht worden.

Orgis Erfolgsstory hielt bis zur siebten Runde. In der sechsten biss sich Schrötter noch die Zähne am 26-jährigen BMW-Fahrer aus. Im siebten Umlauf leitete er eine Überholserie ein.

Alt beschäftigte Tulovic ganz vorne weiterhin immens. Länger als es der Titelverteidiger vermutet hatte. In der neunten Runde schlug Tulo zu und übernahm die Führung. Waren in Brünn Tulo und Alt nicht ganz auf der Höhe, sondern Schrötter und Reiterberger, dann war es jetzt wieder umgekehrt.

Nach gut 25 Minuten war alles vorbei. Tulo erreichte das Ziel 0,940 Sekunden vor Alt. Smits hatte als Dritter 4,093 Sekunden Abstand und auch nach hinten ordentlich Luft. Aufs Podium kamen die Fahrer von Ducati, Honda und Yamaha. Trotz der BMW-Armada im Feld war keine von ihnen in Richtung Podest gerollt. Bester Mann auf der M 1000 RR wurde Toni Finsterbusch (GERT56) als Vierter.

Ausnahmslos alle Fahrer waren trotz körperlich erstklassiger Fitness ausgepowert bis zum Anschlag. Was bei Tulovic noch dazu kam: „Die zweite Rennhälfte bestand nur aus Schmerzen“, schilderte er den Tribut der Hitze, „der V4-Motor an der Ducati befindet sich genau an meiner Wade. Er war kochend heiß und es tat einfach nur noch weh.“

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

5. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek