Freitag, 30. Oktober 2026

ADAC GT4 Germany: Lukas Stiefelhagen – Der Rookie-Champion im Portrait

Der Pilot von ME Motorsport gab 2026 sein Debüt in der ADAC GT4 Germany und erzielte vier Klassensiege in der Rookie-Wertung. Mit dem Motorsport begann er im Alter von 13 Jahren.


Der Niederländer Lukas Stiefelhagen krönte sich in der Saison 2026 zum Rookie-Champion der ADAC GT4 Germany - der Wertung für junge Rennfahrer ab Geburtsjahr 2001, die ihr erstes Jahr im GT4-Motorsport absolvieren. Der 19-jährige Pilot eines BMW M4 GT4 von ME Motorsport konnte insgesamt vier Klassensiege einfahren und hatte final 16 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten. „Vor der Saison haben wir uns nicht nur das Ziel gesetzt, die Serie kennenzulernen, sondern auch Rookie-Champion zu werden. Das ist erfreulicherweise gelungen und somit bin ich überglücklich“, erklärt Stiefelhagen, der sich den BMW mit Leon Bauchmüller (19/Kurchlinteln) teilte. „Die ADAC GT4 Germany ist auf einem extrem hohen Niveau und auch die Rookie-Wertung war richtig umkämpft. Folglich mussten wir hart um den Erfolg fighten. Auch deswegen bedeutet mir der Titel sehr viel.“

Die Saison 2026 begann für Stiefelhagen nach Maß. Beim Auftakt auf dem Red Bull Ring konnte er im Samstagsrennen gleich den Klassensieg einfahren. „Zudem kamen wir direkt auf den sechsten Platz in der Gesamtwertung. Wenn man in eine neue Saison geht, weiß man im Vorfeld nie, wo man steht. Aber gleich soweit vorne dabei zu sein, war für alle eine kleine Überraschung“, blickt er zurück auf das Rennwochenende in Österreich. Weitere Klassensiege gab es jeweils in Rennen zwei auf dem Norisring, in Oschersleben und Hockenheim. Dazu kamen fünf weitere Top-Drei-Ergebnisse in der Rookie-Wertung.

Mit Stolz schaut Stiefelhagen noch immer auf seine beiden ganz persönlichen Saisonhighlights zurück – die Qualifikation auf dem Sachsenring und das zweite Rennen in Hockenheim. „Der Sachsenring ist sehr fordernd für die Reifen, folglich muss man es in der Quali genau auf den Punkt bringen. Wir kamen auf Platz zwei, was sowohl für mich als auch für das Team die bislang beste Platzierung war“, erläutert Stiefelhagen. „In Hockenheim lag ich lange auf der dritten Position und hatte über weite Teile des Rennens mit Gabriele Piana einen der besten GT4-Piloten der Welt im Rückspiegel. Der Zweikampf machte richtig Spaß und ich konnte vor großer Kulissen aufzeigen, was ich drauf habe.“

Stiefelhagen begann im Alter von 13 Jahren im Leihkart und konnte später auch niederländischer Kart-Champion werden. 2023 wechselte er ins Rennauto und saß im Citroen C1. 2024 und 2025 betritt Stiefelhagen den NXT Gen Cup und lernte so die DTM-Plattform kennen. Mit Erfolg: 2025 wurde er mit vielen gebrochenen Rekorden Champion. Seit 2026 ist er im GT4-Sport unterwegs.

Im Sommer begann Lukas Stiefelhagen in Utrecht ein Studium im Bereich Nachhaltigkeit. Außerdem arbeitet er als Fahrer-Coach im Motorsport. Auch in seiner Freizeit dreht sich vieles um Sport, beispielsweise im Fitness-Studio ober beim Joggen. Ganz wichtig ist dem 19-Jährigen der Kontakt zu seinem Freundeskreis. „Tatsächlich ist es aber auch schwierig, mit meinen Kumpels einen Termin für gemeinsame Treffen zu finden, da ich ja so oft an der Rennstrecke bin. Aber manchmal kommen sie einfach mit“, lacht er. Eine weitere Leidenschaft ist das Klavierspielen, zu dem er über seinen Musik begeisterten Bruder gekommen ist. „Er hat zuhause sogar ein kleines Studio – und somit begann ich mit 15 Jahren auch mit dem Musizieren.“

In der Winterpause geht der Blick bei Lukas Stiefelhagen auch schon auf die Saison 2027: „Mein Plan ist es, im nächsten Jahr wieder in der ADAC GT4 Germany anzutreten. Denn ich mag nicht nur die Serie, sondern auch die involvierten Teams und Fahrer. Mein Ziel sind dann so viele Podiumsplätze wie möglich. Vom Fahrertitel möchte ich nicht sprechen, um nicht zu viel Druck aufzubauen - aber natürlich würde ich mich freuen, wenn ich Champion in der Gesamtwertung werden könnte.“

Quelle: adac-motorsport.de


Donnerstag, 29. Oktober 2026

„Road to DTM“: Fünf Sieger auf dem Weg nach oben

  • Zulauf gewinnt Nachwuchswertung als erster Fahrer zum zweiten Mal
  • Berndt und Robinson erhalten Förderung für Aufstieg ins ADAC GT Masters
  • Kart-Meister Kamenik kann 2027 den Schritt in den Automobilsport machen

Die „Road to DTM“-Sieger 2026 Michael Schrey, Finn Zulauf, Denny Berndt und Lachlan Robinson (v.l.)
Foto: ADAC-Motorsport

Vier Serien, fünf Sieger und ein gemeinsamer Weg: 2026 gewannen Finn Zulauf, Denny Berndt, Lachlan Robinson, Michael Schrey und Jakub Kamenik die „Road to DTM“. Vom Kartsport über den BMW M2 Cup und die ADAC GT4 Germany bis in das ADAC GT Masters werden Fahrer auf ihrem Weg in Richtung DTM unterstützt. Besonders erfolgreich verlief die Saison für Finn Zulauf. Der 22-Jährige gewann nach seinem Erfolg in der ADAC GT4 Germany nun auch die „Road to DTM“-Wertung im ADAC GT Masters und sicherte sich damit ein Förderpaket für einen möglichen Start in der DTM 2027.

Zulauf gelingt historischer Doppelerfolg

Der Hesse Zulauf (Königstein im Taunus) schrieb beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring Geschichte. Gemeinsam mit Felix Hirsiger gewann der Lamborghini-Pilot vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport den Titel im ADAC GT Masters und setzte sich zudem in der „Road to DTM“-Wertung durch. Bereits 2024 hatte Zulauf als Champion der ADAC GT4 Germany die Nachwuchsförderung gewonnen und stieg in der Folge in das ADAC GT Masters auf. Damit ist er der erste Fahrer, der auf zwei verschiedenen Stufen der „Road to DTM“ erfolgreich war. „Es ist eine sehr coole Story, dass ich nach dem Erfolg in der ADAC GT4 Germany nun auch das ADAC GT Masters gewonnen habe und damit der erste Fahrer bin, der die ‚Road to DTM‘ in beiden Meisterschaften für sich entschieden hat“, erklärt Zulauf. „Ich bin dem ADAC sehr dankbar, dass ich diese Erfolgsleiter immer weiter hochklettern durfte.“

Mit dem Sieg in der Nachwuchswertung erhält Zulauf ein Förderpaket für die DTM-Saison 2027. Dass der Sprung vom ADAC GT Masters in die DTM gelingen kann, bewies in diesem Jahr bereits Finn Wiebelhaus (Obertshausen). Der Champion und „Road to DTM“-Sieger des Vorjahres stieg zur Saison 2026 mit HRT Ford Racing in die DTM auf und beeindruckte auf Anhieb mit starken Leistungen im Ford Mustang GT3.

Berndt und Robinson blicken in Richtung GT3

Auch die neuen Champions der ADAC GT4 Germany entschieden die „Road to DTM“ für sich. Berndt (Berlin) und Robinson (AUS/beide AVIA W&S Motorsport) holten im Porsche 718 Cayman GT4 nicht nur gemeinsam den Fahrer- und Junior-Titel, sondern erhalten durch das Nachwuchsförderprogramm auch Unterstützung für einen möglichen Aufstieg in das ADAC GT Masters. „Das Programm Road to DTM ist interessant für mich – genauso wie der GT3-Sport. Es wäre eine Ehre, im ADAC GT Masters antreten zu dürfen“, sagt Robinson mit Blick auf die kommende Saison. Teamkollege Berndt ergänzt: „Die Unterstützung seitens des ADAC über das Programm Road to DTM finde ich super und hilfreich. Als junger Fahrer geht der Blick immer nach oben.“ Ob das Duo 2027 gemeinsam den Schritt in den GT3-Sport macht oder seinen Titel in der ADAC GT4 Germany verteidigt, ist noch offen.

Schrey gewinnt im BMW M2 Cup

Im Jahr 2026 erstmals vom ADAC ausgerichteten BMW M2 Cup setzte sich Schrey (Wallenhorst) durch. Der Routinier von Hofor Racing by Bonk Motorsport gewann den Markenpokal in seinem BMW M2 Racing und damit auch die „Road to DTM“. Schrey brachte bereits vor seinem Start im BMW M2 Cup umfangreiche Erfahrung mit und wurde 2021 Champion der ADAC GT4 Germany.

Kamenik auf dem Sprung in den Automobilsport

Den Einstieg in die „Road to DTM“ bildet die Deutsche Kart-Meisterschaft, wo das Nachwuchsprogramm in der OK-N-Kategorie verankert ist. Dort sicherte sich Kamenik den Titel und gewann damit zugleich die „Road to DTM“-Trophy. Der Tscheche erhält für die Saison 2027 die Startgebühr für eine Teilnahme im BMW M2 Cup oder in der ADAC GT4 Germany und damit die Chance, direkt vom Kart- in den Automobilsport zu wechseln. „Ich mich freue mich riesig auf das, was vor mir liegt. Mit der ‚Road to DTM‘ eröffnet sich für mich die Chance, den nächsten Schritt zu machen und mich im GT4- oder M2-Cup zu beweisen. Darauf bin ich sehr gespannt“, sagt Kamenik.

Für die Saison 2027 wird die „Road to DTM“ noch gezielter auf den direkten Aufstieg in die jeweils nächste Motorsport-Liga ausgerichtet. Dafür werden die Förderpakete auf allen Stufen neu strukturiert. Insgesamt stehen im kommenden Jahr 1,5 Millionen Euro in Geld- und Sachpreisen zur Verfügung. Davon profitieren erstmals die Gewinner der „Road to DTM“ in der Saison 2027.


BMW M2 Racing: Testangebot für Nachwuchsfahrer ab 15 Jahren

Am 8. November: Zehn Runden im BMW M2 Racing inklusive Coaching. Teilnahme ab 15 Jahren mit nationaler DMSB-A-Lizenz. Die Top Drei des BMW M2 Cup 2026 testen den BMW M4 GT4.

Den BMW M2 Racing und den BMW M2 Cup auf der Rennstrecke kennenlernen: Am 8. November bietet die BMW Area M in der Motorsport Arena Oschersleben einen Testtag an. Teilnehmen können Fahrer ab 15 Jahren mit einer gültigen nationalen DMSB-A-Lizenz. Für 825 Euro brutto absolvieren sie zehn Runden im Arrive-and-Drive-Format inklusive Reifen, Kraftstoff und Verschleiß. Die Plätze sind begrenzt.

Bei dem Testtag erhalten die Teilnehmer nach einem Warm-up ein individuelles Coaching durch einen Instruktor. Ein Rennteam mit Dateningenieuren begleitet die Teilnehmer den gesamten Tag und unterstützt sie bei der Auswertung der Fahrdaten. Rennbekleidung und Helm werden gestellt. 

Der BMW M2 Racing ist das perfekte Einsteigermodell für Nachwuchsrennfahrer, die ihre ersten Schritte im Automobilsport auf der Rundstrecke machen wollen. Er bringt mit dem Reihen-4-Zylinder-Motor mit M TwinPower Turbo Technologie eine Leistung von 230 kW / 313 PS auf die Rennstrecke und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 270 km/h. Die Basis bildet dabei das Chassis der aktuellen M2-Generation, das mit zahlreichen Rennsport-Komponenten ausgebaut wird. Das Modell kam bereits erfolgreich im BMW M2 Cup in diesem Jahr zum Einsatz. 

Für die drei Erstplatzierten des BMW M2 Cup 2026, Michael Schrey, Christopher Holst und Niklas Hirsch, steht am selben Tag in Oschersleben eine weitere Testfahrt auf dem Programm: Sie testen den BMW M4 GT4. Die exklusive Testfahrt haben sie sich mit ihren Platzierungen im diesjährigen Markenpokal gesichert.

Der BMW M2 Cup ist Teil des Road to DTM-Förderpropgramms des ADAC. Ziel ist es, den BMW M2-Cup-Fahrern einen Aufstieg durch die gesamte ADAC-Motorsport-Pyramide bis in die DTM zu bieten. Von einem Preisgeldtopf in Höhe von insgesamt 305.000 Euro fließt ein Großteil direkt in den nächsten Karriereschritt des BMW-M2-Cup-Champions. Der Road-to-DTM Gewinner erhält einen Anteil von 170.000 Euro in Form von Nenngeld, Reifenpaketen sowie Preisgeld, um sich ein Cockpit in der ADAC GT4 Germany in der Folgesaison zu ermöglichen.

Anmeldungen für den Testtag mit dem BMW M2 Racing in der Motorsport Arena Oschersleben sind bis zum 28. Oktober per E-Mail an julia.rietz@adac.de möglich. Weitere Informationen erhalten Interessierte ebenfalls unter dieser Adresse.

Quelle: adac-motorsport.de

Mittwoch, 28. Oktober 2026

DTM- Champion Thomas Preining im Interview

"Die Mission DTM ist für mich noch nicht abgeschlossen"

Zwei DTM-Titel in vier Jahren: Thomas Preining (A/Manthey) hat sich beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring zum zweiten Mal nach 2023 die DTM-Krone aufgesetzt. Nach einem nervenaufreibenden Wochenende mit zahlreichen Positionskämpfen und dramatischen Momenten machte der Porsche-Werksfahrer im letzten Saisonrennen mit Platz drei die Meisterschaft perfekt. Im Interview spricht der 28-Jährige über die Emotionen nach seinem Triumph, seine Entwicklung als Rennfahrer und einen überraschenden Anruf von Dr. Wolfgang Porsche.

2026 holt Thomas Preining seinen zweiten DTM-Titel
Foto: ADAC-Motorsport

Du hattest dir vorgenommen, deinen zweiten DTM-Titel bewusster zu genießen. Wie gut ist das gelungen?

Vor allem die Szenen im Motodrom nach dem Rennen mit Maro Engel und Marco Wittmann werde ich nicht vergessen. Von Zehntausenden Menschen bejubelt zu werden, ist eine Erfahrung, die nur ganz wenige Menschen machen dürfen. Das Verhältnis zwischen Maro, Marco und mir wird in den Medien oft schwieriger dargestellt, als es tatsächlich ist. Wir würden wahrscheinlich nicht alle drei gemeinsam in den Urlaub fahren, aber wir verstehen uns gut und haben großen Respekt voreinander. Mir war natürlich klar, dass die beiden in diesem Moment lieber selbst ganz oben gestanden hätten. Umso mehr respektiere ich, dass sie trotzdem Sportsgeist bewiesen und mir gratuliert haben. Ich glaube, solche Momente sind auch ein gutes Vorbild für die nächste Rennfahrer-Generation.

Wie kam es nach dem Titelgewinn zum Helmtausch mit Marco Wittmann?

Das Sammeln von Helmen ist eine Leidenschaft von mir. Das ist natürlich etwas teurer als bei Fußballern, die ihre Trikots tauschen. Aber solche Erinnerungsstücke sind zeitlos. Wenn du in vielen Jahren auf deine Sammlung schaust, erinnerst du dich an die guten und schlechten Momente mit deinen Rivalen. Als Marco Wittmann 2014 seinen ersten DTM-Titel gewonnen hat, bin ich selbst noch Kart gefahren. Zwölf Jahre später gegen ihn als einen meiner größten Konkurrenten Meister zu werden, anschließend mit ihm den Helm zu tauschen und seinen Respekt zu bekommen, ist unglaublich. Fahrer wie Marco Wittmann oder René Rast waren für mich früher große Vorbilder. Sie haben genau das erreicht, wovon ich damals geträumt habe.

Welche Glückwünsche zum Titel haben dich besonders gefreut?

Ich habe Hunderte Nachrichten bekommen. Dr. Wolfgang Porsche hat mich direkt nach dem Titelgewinn angerufen, noch vor der Pressekonferenz in Hockenheim. Nicht, weil ich Schulden wegen eines Autos habe, sondern um mir zu gratulieren (lacht). Er ist ein großer DTM-Fan und es ist natürlich etwas Besonderes, wenn er sich persönlich meldet. Wir stehen immer wieder in Kontakt, auch nach schwierigen Momenten. Beispielsweise hat er nach unserem vorzeitigen Aus beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring tolle Worte gefunden. Besonders gefreut haben mich auch die Nachrichten ehemaliger DTM-Champions wie Mattias Ekström, Timo Scheider oder René Rast.

Das Samstagsrennen in Hockenheim verlief besonders turbulent. Nach dem Start warst du kurzzeitig neben der Strecke und hast viele Plätze verloren hast. Was geht einem in solchen Situationen durch den Kopf?

Eigentlich war der Plan, mich aus möglichst allen Zweikämpfen herauszuhalten und genügend Abstand zu den anderen Autos zu lassen. Trotzdem hatte ich in den ersten beiden Runden mehrere Berührungen. Einerseits wollte ich möglichst wenig Risiko eingehen, andererseits war mir klar, dass ich vorne landen muss und nicht auf Platz 13 ins Ziel kommen darf. Das war eine schwierige Situation. Dazu kam, dass beim Finale jeder die Saison mit einem guten Ergebnis beenden wollte und deshalb alle etwas aggressiver unterwegs waren. Die rote Flagge hat mir geholfen, im Kopf einmal den Reset-Knopf zu drücken. Grundsätzlich gehört es aber zu meinem Job als Rennfahrer, solche Situationen schnell abzuhaken und unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mit welchem Gefühl bist du nach diesen Erlebnissen ins entscheidende Rennen am Sonntag gegangen?

Das gesamte Wochenende war unglaublich intensiv. Am Samstag wurde mir noch einmal bewusst, dass dein Rennen wegen einer einzigen Unaufmerksamkeit innerhalb einer Sekunde vorbei sein kann. Am Sonntag bin ich von Startplatz sieben ins Rennen gegangen. Da kann um dich herum unglaublich viel passieren, auf das du selbst keinen Einfluss hast. Du spielst im Kopf unzählige Szenarien durch, was alles schiefgehen und wo es gefährlich werden könnte. Das ist mental viel anstrengender, als wenn du einfach voll auf Angriff fährst und gewinnen möchtest. Umso glücklicher bin ich, dass wir es am Ende geschafft haben.

Wie hat sich der Rennfahrer Thomas Preining zwischen dem ersten Titel 2023 und der zweiten Meisterschaft weiterentwickelt?

Ich denke, ich bin als Fahrer kompletter geworden. Besonders bei Regen und Mischbedingungen bin ich deutlich besser geworden. Mein Team und ich haben sehr viel Zeit investiert, um uns weiterzuentwickeln. Auch in den Startphasen der Rennen habe ich mich verbessert. Natürlich hilft mir inzwischen auch die Erfahrung, gerade im Titelkampf oder bei schwierigen Entscheidungen. Ein gutes Beispiel war das chaotische Sonntagsrennen auf dem Sachsenring. In solchen Situationen geht es darum, keine Fehler zu machen, Strafen zu vermeiden und trotzdem möglichst viele Punkte mitzunehmen. Das sieht von außen oft einfacher aus, als es tatsächlich ist. Es ist schön zu sehen, dass sich die ganze Arbeit und Vorbereitung ausgezahlt haben.

Du hast alle deine fünf DTM-Saisons in den Top Fünf der Meisterschaft beendet. Warum passt die DTM so gut zu dir?

Das Format liegt mir einfach. Ich würde sagen, dass ich ein starker Qualifying-Fahrer bin. Eine gute Startposition ist bei den Sprintrennen in der DTM ein großer Vorteil. Dazu kommen die vielen engen Positionskämpfe und direkten Duelle, die mir besonders liegen. Bei den Starts geht es oft turbulent zu. Da musst du dich richtig positionieren und genau einschätzen, wann du welches Risiko eingehen kannst. Das ist mittlerweile definitiv eine meiner Stärken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zusammenarbeit mit Manthey. Wir arbeiten seit vier Jahren zusammen, entwickeln uns ständig weiter und sind immer besser aufeinander abgestimmt. In der Kommunikation reicht inzwischen häufig schon ein Blick, weil wir uns so gut kennen. Das macht vieles einfacher.

Neben dir haben nur sieben weitere Fahrer mindestens zweimal den DTM-Titel gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Das ist ein unglaubliches Privileg. Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal DTM-Champion werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Damals stand meine Karriere kurz vor dem Aus. Heute gehöre ich zu den mehrfachen DTM-Meistern. Aber ich bin erst 28 Jahre alt und meine Mission DTM ist noch nicht abgeschlossen. Eines Tages einen dritten Titel zu gewinnen, wäre natürlich großartig. Ich hoffe sehr, dass Porsche, Manthey und ich gemeinsam einen Weg finden, damit ich auch in Zukunft in der DTM fahren kann.

Der ADAC hat seine Nachwuchsförderung mit der "Road to DTM" neu ausgerichtet. Wie wichtig ist die Förderung junger Talente im Motorsport?

Nachwuchsförderung ist immens wichtig, nicht nur im Motorsport. Aber gerade in einer so teuren Sportart ist sie das A und O. Ab einem gewissen Punkt schafft man den nächsten Karriereschritt oft nicht mehr aus eigener finanzieller Kraft. Dadurch gehen leider viele Talente verloren. Bei mir wäre es fast genauso gelaufen. Durch die Unterstützung der Familie Lechner und das Porsche-Junior-Programm hat meine Karriere eine zweite Chance bekommen. Deshalb finde ich die "Road to DTM" eine super Idee, mit der der ADAC noch viel stärker für seine Nachwuchsförderung werben kann.


Donnerstag, 22. Oktober 2026

Junger Stern, große Ziele: Tom Kalender ist DTM-Rookie des Jahres

Gerade einmal 18 Jahre alt, bereits zwei DTM-Saisons absolviert und in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung gewonnen: Tom Kalender ist "Rookie of the Year" 2026. Der Youngster vom Mercedes-AMG Team Landgraf setzte sich in der Sonderwertung gegen Finn Wiebelhaus und Nicolas Baert durch. Seinen sportlichen Höhepunkt erlebte Kalender auf dem Nürburgring, als er im Sonntagsrennen mit einer beeindruckenden Aufholjagd seinen ersten Podiumsplatz in der DTM feierte.

#84 Tom Kalender (DEU / Mercedes-AMG GT3 / Mercedes-AMG Team Landgraf)
Foto: ADAC-Motorsport

"Ich habe in meinem Kopf noch einmal alle Höhen und Tiefen der Saison durchgespielt und bin zu dem Resultat gekommen, dass es eine gute, aber auch herausfordernde Saison war", bilanziert Kalender. "Die Zusammenarbeit im Team hat auch in dieser Saison sehr gut funktioniert. Grundsätzlich haben wir in allen Bereichen einen Schritt nach vorne gemacht."

Der Mercedes-AMG Junior-Fahrer war 2025 mit der Empfehlung des Meistertitels im ADAC GT Masters 2024 in die DTM aufgestiegen. Bereits als 17-Jähriger stellte er sich der starken Konkurrenz und sammelte in seiner Debütsaison erste Erfahrungen. Auch 2026 ging Kalender für das Mercedes-AMG Team Landgraf an den Start. Dass er bereits seine zweite DTM-Saison als Rookie bestritt, war dank einer Ausnahmeregelung kein Hindernis: Die DTM kann auf schriftlichen Antrag auch Fahrer in ihrem zweiten Jahr zur Rookie-Wertung zulassen. Gleich beim Saisonauftakt in Spielberg ließ Kalender mit zwei Top-Fünf-Platzierungen aufhorchen. Insgesamt steigerte er seine Punkteausbeute im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 49 Zähler.

Seinen bislang größten DTM-Erfolg feierte Kalender auf dem Nürburgring. Im Sonntagsrennen machte der Mercedes-AMG-Fahrer neun Positionen gut und kämpfte sich bis auf den zweiten Platz nach vorne. Für den 18-Jährigen war es ein besonderer Moment, schließlich erlebten auch zahlreiche Familienmitglieder und Freunde den Erfolg bei seinem Heimrennen mit.

­"Das war ganz klar der schönste Moment der Saison. Zum einen ist das erste Podium immer etwas Besonderes, zum anderen habe ich damit als jüngster DTM-Fahrer auf dem Podium einen neuen Rekord aufgestellt", blickt Kalender aus Hamm (Sieg) in Rheinland-Pfalz zurück.

Neben seiner Motorsportkarriere drückt der Nachwuchspilot weiterhin die Schulbank. Im kommenden Jahr steht für ihn das Abitur an. Die Vorbereitung auf die Prüfungen muss Kalender mit seinem Trainings- und Rennprogramm unter einen Hut bringen. An seinen sportlichen Ambitionen ändert das nichts. Kalender möchte auch in Zukunft in der DTM antreten und langfristig um den Meistertitel kämpfen. "Mein Ziel ist es, mich Schritt für Schritt zu verbessern. Langfristig möchte ich natürlich auch Meisterschaften gewinnen – darunter auch die DTM. Die DTM ist eine einzigartige Serie. Das Prinzip 'Ein Auto, ein Fahrer' gibt es im GT Sport nicht häufig. Du bist ganz allein dafür verantwortlich, welche Ergebnisse du erzielst", sagt Kalender.

Quelle: dtm.com ­