Donnerstag, 16. Juli 2026

Superbike: Lukas Tulovic in Bestform im Rennen der Ducati-Superstars

Ducati hat ganz groß den 100. Geburtstag gefeiert und Lukas Tulovic sich in Bestform präsentiert.
Foto: Alex Farinelli (FARO)

Leidenschaft, Mut, Erfindergeist – das steht für Ducati. Am 4. Juli 1926 wurde das Unternehmen in Bologna gegründet und deshalb der 100. Geburtstag der Marke auf dem Misano World Circuit gefeiert. EURO MOTO-Superbiker Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) war als nationaler Meister ein Teilnehmer am exzellent besetzten „Race of Champions“ und sah nach zehn Runden als Neunter die Zielflagge.

Die World Ducati Week war eine gigantische Party auf dem World Circuit Marco Simoncelli. Zeitweise wurde sogar der Einlass der Fans gestoppt, denn im offenen Fahrerlager herrschte Ausnahmezustand. Das einzigartige Duell zwischen Ducatis MotoGP- und Superbike-Fahrern war der absolute Höhepunkt der Festivitäten – und Lukas Tulovic mittendrin.

Im „Race of Champions“ traf der einzige Deutsche am Start auf Ducati-Koryphäen wie Supersport-Weltmeister Nicolò Bulega, der das Rennen gewann. Und auf MotoGP-Weltmeister Francesco „Pecco“ Bagnaia, den zweifachen Superbike-Weltmeister Álvaro Bautista sowie auch auf den zu den erfolgreichsten Rennfahrern in der Motorradgeschichte gehörenden Marc Márquez. Der neunfache Weltmeister hielt sich im Show-Rennen jedoch zurück. „Der hat kein Gas gegeben“, merkte Tulo sofort. „Wir sind alle mit identischen Ducati V4S Tricolore gefahren, nur dass die Motorräder der WM-Fahrer ihr eigenes Design hatten.“

Was hat der Ausflug nach Italien für Tulovic gebracht? „Ich habe mit allen Größen in Kontakt gestanden. Ducati CEO Claudio Domenicali und MotoGP-Rennsportchef Gigi Dall’Igna waren schon vor dem Rennen bei mir. Es war ein Showrennen, aber alle Leute haben es gesehen und das war wichtig. Es war eine Kombination aus Präsentation und sportlichem Anspruch.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Superbike: Pax Hobelsberger zieht einen Strich unter die Saison

Patrick „Pax“ Hobelsberger hat die Reißleine gezogen. Nach dem Verlust des Hauptsponsors und einen missglückten Start in die EURO MOTO Superbike und dem Tiefpunkt in Most fährt der 29-jährige Bayer in diesem Jahr keine Rennen mehr.

Als die Superbike-Klasse am vergangenen Wochenende im tschechischen Most um Meisterschaftspunkte fuhr, war Pax schon weg. Nach Hause. In die Heimat nach Landau an der Isar. Mit einem Haken an der Saison. Damit schrumpfte die Honda-Quote im Teilnehmerfeld enorm. Es gab ohnehin nur zwei CBR 1000 RR-R. Jetzt ist Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) wieder der einzige Fahrer, der die Fireblade an den Start schiebt. Im Moment ist er Dritter in der Gesamtwertung. Hobelsberger wird dieses Jahr nicht mehr fahren. „Am Samstag nach der Qualifikation habe ich mich dazu entschlossen, einen Strich unter die Saison zu ziehen“, sagt der Drittplatzierte von 2023 – damals im Team GERT56 auf BMW.

Mit seinem eigenen Hobelsberger Racing Team lief es nicht rund. „Wir haben vor ein paar Wochen unseren Hauptsponsor verloren, der gute 85 bis 90 Prozent unseres Budgets abdeckt.“ Am Sachsenring erkrankte Hobelsberger und war über mehrere Wochen nicht fit. Wenig Schlaf, viel Arbeit in der Motorrad-Werkstatt, beim Coaching, das eigene Training und etliche Stunden im Auto haben ihn belastet. „Vor allem kam das Wissen dazu, dass aufgrund des mangelnden Budgets kein Fehler passieren darf.“

Hobelsberger sagt, er habe sich nicht mehr aufs Rennfahren konzentriert, sondern mehr Energie verwendet, dass überhaupt alles funktioniert. Er habe weder sein Potenzial noch das seines Motorrads zeigen können. Pax Hobelsberger ist dieses Jahr nicht in Form gekommen, stattdessen ging es nur bergab. Dabei wollte er eigentlich vorn mitmischen. Sein Plan, nach den erfolgreichen Testfahrten im Winter nicht nur anzutreten, um nur zu gucken, ist nicht aufgegangen. Vier Punkte hat er geholt.

Pax verabschiedet sich mit den Worten: „Für mich ist hier Endstation. 2026 werde ich keine Rennen mehr fahren. Wie es in der Zukunft weitergeht, weiß ich noch nicht, außer dass jede Mühe und all meine Energie weiterhin in den Motorsport gehen. Wer weiß, welche Türen sich in Zukunft öffnen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 15. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Highspeed-Crash in Suzuka – Lehmann unterm Messer

Yamaha-Fahrer Lennox Lehmann muss sich einer Operation unterziehen und darf keine Zeit verlieren.
Foto: Dino Eisele

Der Traum vom legendären 8-Stunden-Rennen von Suzuka ist für Lennox Lehmann geplatzt. Nach einem heftigen Highsider im freien Training am Freitag muss der 20-jährige Dresdner den dritten Lauf der FIM Endurance World Championship (EWC) in Japan vorzeitig abhaken und die Heimreise antreten.

Nach dem zweiten Platz in der EURO MOTO Supersport in Most war es für Lehmann (Team Apreco Yamaha) direkt in den ersten Flieger in Richtung Suzuka gegangen. Gemeinsam mit Dirk Geiger und Twan Smits wollte Lehmann in Japan für Motobox Kremer Racing angreifen – doch dann folgte der Schock. Im Freitagstraining stürzte er mit der Yamaha YZF-R1 bei vollem Speed auf der Start-Ziel-Geraden per Highsider. Auf diesem Abschnitt ist ein solcher Sturz absolut ungewöhnlich. Vieles deutete darauf hin, dass sich Flüssigkeit auf der Strecke befand.

Lehmann überschlug sich mehrfach und schlitterte über den Asphalt. Wie heftig der Crash war, zeigen nicht nur die völlig zerstörte Lederkombi und der Helm, sondern auch die von der EWC veröffentlichten Videoaufnahmen.

Lehmann wurde bereits operiert

Glück im Unglück: Lehmann kam im Randbereich der Strecke zu Fall. Er wurde von keinem nachfolgenden Fahrer getroffen und konnte die Strecke aus eigener Kraft verlassen. Er hat sich den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen. Nach Rücksprache mit seiner Ärztin und den Physiotherapeuten wurde klar, dass der Bruch komplizierter ist als zunächst angenommen und schnellstmöglich operiert werden muss – auch im Hinblick auf die EURO MOTO-Saison. Lehmann ist Dritter in der EURO MOTO Supersport-Gesamtwertung. Für den Sachsen war das Suzuka-Wochenende damit beendet. Das Rennen bestreiten Twan Smits und Dirk Geiger ohne ihn. Lehmann wurde bereits am Montag nach dem Rennwochenende im Krankenhaus zur Operation erwartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT Masters: Fahrerlager-Radar vom Nürburgring

Weltmeisterlicher Besuch, eine große Beförderung und ein historischer Sieg. Der Fahrerlager-Radar vom Nürburgring.

Start Rennen 2, ADAC GT Masters Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Weltmeister zu Besuch

Am Samstag kam ein besonderer Gast an den Nürburgring. Kevin Großkreutz, Fußball-Weltmeister von 2014, mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, besuchte Max Reis während des ersten Rennens. In der Startaufstellung ließ sich der Fußballer den Ford Mustang GT3 des HRT-Piloten erklären, führte später im Pace Truck das Feld ins Rennen und beobachtete schließlich die Action aus der Box. „Es war sehr interessant und für mich absolutes Neuland“, erklärte Großkreutz. „Die Autos sind sehr beeindruckend, vor allen die Knöpfe am Lenkrad – da muss man erstmal durchblicken. Max hat mir ein paar Einblicke gegeben und erklärt, wie anstrengend es ist, solche Autos zu fahren.“ Großkreutz war so begeistert, dass er auf jeden Fall nochmals zu Besuch kommen möchte.

Aston Martin on Top

Für Comtoyou Racing und alle Aston Martin-Fans war es ein ganz besonderes Wochenende. Mit Jamie Day fuhr zum ersten Mal seit dem Sachsenring 2008 wieder ein Aston Martin auf die Pole-Position im ADAC GT Masters. Damals war es Frédéric Makowiecki, der den Aston Martin DBRS9 von Hexis Racing auf den ersten Startplatz stellte. Im Rennen wurde es nur Rang zwei – im Gegensatz zu Day und Baudouin Detout. Sie feierten souverän ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters und bescherten ihrem Team Comtoyou Racing den ersten Erfolg seit ihrem Einstieg in die Serie in dieser Saison. Für die britische Marke Aston Martin war es der erste Sieg seit 2012 in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Damals gewannen Christoffer Nygaard und Kristian Poulsen im Aston Martin V12 Vantage GT3 von Young Driver AMR den zweiten Lauf am Sachsenring. 

Beförderung zum Junior-Piloten

Eine besondere Ehre wurde Tabellenführer Finn Zulauf zuteil. Kurz vor dem Nürburgring-Wochenende wurde der Pilot aus Königstein im Taunus zum offiziellen Lamborghini GT3 Junior ernannt. „Für mich ist es eine große Ehre und ein cooles Gefühl, diesen Schritt gemacht zu haben und nun die Marke Lamborghini auch offiziell repräsentieren zu dürfen“, erklärte Zulauf. „Natürlich soll diese Ernennung nur der erste Schritt sein und ich werde umso härter weiterarbeiten.“

Krankenbesuch im Fahrerlager

Rennen fahren konnte er am Wochenende nicht, einen Besuch am Nürburgring ließ er sich trotzdem nicht nehmen. Razoon-Pilot Colin Bönighausen brach sich bei einem Arbeitsunfall nach dem Lausitzring den rechten Oberschenkel und wurde für die beiden Rennen im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix von Alexander Tauscher ersetzt. „Es fällt mir schon schwer, hier selbst nicht fahren zu können, aber es hilft ja nichts. Am Salzburgring bin ich aber selbst wieder am Steuer“, sagte Bönighausen optimistisch. Der Bruch sei operativ gut versorgt und heile sehr gut. 

Von Sieger zu Sieger

Bei der Siegerehrung zum ersten Rennen auf dem Nürburgring bekamen Felix Hirsiger und Finn Zulauf ihre Pokale von keinem Geringeren als Nicki Thiim überreicht. Der DTM-Pilot ließ es sich nach seinem Doppelsieg am Norisring nicht nehmen, nur wenige Tage später beim ADAC GT Masters am Nürburgring vorbeizusehen, um sein Team Comtoyou Racing zu besuchen. Auch DTM-Teamchef Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser erhielten ihre Pokale für den Pro-AM-Sieg von Thiim. 

Darts trifft ADAC GT Masters

Die Box von HRT entwickelte sich am Nürburgring zwischenzeitlich zur Darts Area. Max Hopp, der „Maximiser“, schaute auf einen Wurf vorbei. Er war lange die Deutsche Nummer 1 und nahm mehrfach an der PDC-WM teil. Max Reis hatte die Gelegenheit, im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix ein wenig mit ihm zu spielen. „Ich kenne Max schon länger und bin persönlich sehr Darts-begeistert. Ich spiele auch selbst ab und zu. Es hat mich sehr gefreut, dass er mich hier am Nürburgring dank einem meiner Sponsoren besucht hat“, sagte Reis.

Neuer Zuschauer-Rekord

Wie in jedem Jahr war der ADAC Truck-Grand-Prix ein wahrer Zuschauermagnet. 2026 kamen 135.000 Zuschauer in die Eifel – nochmals 1000 mehr als im Vorjahr – und bewunderten im Rahmen der Trucks auch die spannenden Rennen des ADAC GT Masters.

Quelle: adac-motorsport.de

Dienstag, 14. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Jonas Folger kommt mit langer To-do-Liste

Es steht noch viel Arbeit bevor:
Jonas Folger entwickelt in der EURO MOTO die KTM RC990 R für die Supersport-WM.
Fotos: Dino Eisele

Mit Ex-MotoGP-Star Jonas Folger hatte sich kurzfristig Prominenz angemeldet bei der letzten EURO MOTO-Veranstaltung in Most. Als Gast- und Testfahrer war es sein Job, die KTM RC 990R für die Supersport-Weltmeisterschaft weiterzuentwickeln. Wie geht es weiter?

Fest steht, das Folger auch bei der EURO MOTO-Runde vom 31. Juli bis zum 2. August am Start sein wird. An diesem Termin gastiert die Serie in Oschersleben. KTM treibt das Projekt mit dem Next Generation Bike gemeinsam mit dem deutschen Freudenberg-Team voran. Der WM-Einstieg ist für 2027 geplant.

„Wir benötigen möglichst viele freie Runden am Stück. Die EURO MOTO bietet uns genau diese Möglichkeit“, hatte Teamchef Carsten Freudenberg unlängst nach erschwerten Bedingungen bei diversen Trackdays auf stark frequentierten Strecken erklärt.

Die Zeit läuft. Bis zum Jahresende soll ein verkäuflicher Race-Kit für die straßenzugelassene KTM RC 990R erhältlich sein. Enthalten sind Chassis, Linksystem, Gabelbrücke, Elektronik, Nockenwellen, Auspuff und Ölkühler. Es ist der abschließende Schritt zur FIM-Homologation des Motorrads. Momentan werden für 2027 eine Leistungsreduzierung und neue Balanceregeln diskutiert. Die im Entwicklungsstadium stehende KTM RC 990R hat mit knapp 145 PS gegenüber jetzigen Supersportlern ein Defizit von knapp 10 PS. „Ziel ist die WM-Rückkehr von KTM im Rahmen des Kundensportprogramms“, sagt Projektmanager André Klipphahn. Für die KTM RC 990R gilt der FIM-Preisdeckel von 26.400 Euro. Einen Werksauftritt in der Supersportklasse wird es neben dem bereits bestehenden MotoGP-Einsatz nicht geben.

Der 32-jährige Folger konnte in Most kein Rennen beenden. Der Fokus lag ohnehin auf der Entwicklung und nicht auf einer Platzierung, „aber diese hätten uns weitere wichtige Erkenntnisse geliefert. Nun fehlen uns diese Daten, aus denen wir hätten lernen können“, sagt Folger. Allerdings hätte er sich insgesamt weiter vorne gesehen. Folger belegte in der kombinierten Zeitenliste der freien Trainings und der Qualifyings jeweils den siebten Platz und lag beide Male etwa 1,5 Sekunden hinter der Bestzeit zurück.

Die extreme Hitze habe dem Team sogar in die Karten gespielt. „Die Bedingungen waren eine brutale Ausdauerprüfung, mit Lufttemperaturen von bis zu 40 Grad und über 60 Grad auf dem Asphalt.» So haben wir ein gutes Gespür dafür bekommen, was beim Material verbessert werden muss. Abgesehen davon hatte ich riesigen Spass daran, wieder in der Meisterschaft dabei zu sein und auf der Strecke gegen so viele schnelle Fahrer in dieser Klasse anzutreten. Die meisten haben uns gezeigt, wo wir stehen, und die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern oder Änderungen vornehmen müssen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek