Montag, 17. August 2026

EuroMoto Supersport: Doppelsieg und Luft in der Tabelle für Geiger

Dirk Geiger geht als Supersport-Dominator aus dem EURO MOTO-Wochenende auf dem TT Circuit Assen hervor. Der 24-jährige Hesse gewann auf seiner Apreco-Yamaha auch das zweite Rennen und machte damit den nächsten Schritt in Richtung Titel. Daniel Blin wurde Zweiter, Lennox Lehmann komplettierte als Dritter das Podium.

Diesmal durfte Geiger von seinem Startplatz losfahren. Im ersten Rennen hatte er wegen des Einsatzes seines dritten Motors noch aus der Boxengasse starten müssen. Die entsprechende Regelung gilt für zwei Rennen. Das erste Mal hatte er schon vor zwei Wochen in Oschersleben abgearbeitet.

Von der Pole Position übernahm Geiger sofort die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Zunächst konnte Teamkollege Lennox Lehmann folgen. Der Yamaha-Fahrer hielt Ducati-Rivale Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) hinter sich. Nach drei Runden war die Ordnung an der Spitze jedoch hergestellt: Geiger fuhr vorne allein, dahinter entstand eine Lücke zwischen Lehmann und Blin.

Lehmann kämpfte trotz der Nachwirkungen seines spektakulären Sturzes vom Samstag standhaft weiter. Lange hielt er Blin hinter sich, doch der Pole setzte sich schließlich durch. Das Duell war nicht ohne Brisanz. Bereits im ersten Rennen hatte Blin den Kampf gegen Lehmann und auch gegen den späteren Sieger Geiger gewonnen – allerdings nur optisch.

Im Samstagslauf war der Ducati-Fahrer wegen eines Regelverstoßes mit einer Zeitstrafe belegt worden. Blin war in der Ruskenhoek-Kurve über die Auslaufzone gefahren und hatte bei der Rückkehr auf die Strecke die vorgeschriebene Verzögerung von einer Sekunde nicht eingehalten. Für eine Long-Lap-Runde war die Renndistanz bereits zu weit fortgeschritten. Blin verlor deshalb seinen Sieg und wurde als Dritter gewertet. Das Team protestierte gegen die Entscheidung. Diesem wurde nicht stattgegeben. Nun geht die Angelegenheit in die Berufung.

Geiger konnte Blin im zweiten Lauf nicht mehr einholen. Der Sieger fühlte sich jedoch bis zum Schluss vom Polen unter Druck gesetzt. In der Meisterschaft hat Geiger seine Führung weiter ausgebaut. Blin reist als Zweiter mit 13 Punkten Rückstand ab. Angereist war der Ducati-Fahrer noch mit einem Punkt Vorsprung. Seine Ansage für den nächsten Lauf am Nürburgring war entsprechend eindeutig: „Auf dem Nürburgring sehen wir uns wieder.“

Luca de Vleeschauwer (Team SWPN)musste sich im beherzten und langwierigen Battle mit Luca Göttlicher (LJ Racing) geschlagen geben. Göttlicher hatte zum Saisonauftakt gefehlt und arbeitet sich inzwischen in der Gesamtwertung immer weiter nach vorn. Bis auf einen Punkt ist er bereits an den viertplatzierten Marvin Siebdrath (MCA Honda) herangerückt. Für die MV Agusta-Truppe ist es eine echte Errungenschaft, mit Göttlicher jetzt Podiumsplätze zu holen oder knapp dahinter zu sein. Kawasaki-Einzelkämpfer Freddie Heinrich (Weber-Kawasaki) arbeitete sich im Rennen bis auf die siebte Position nach vorn. Im ersten Lauf war er gestürzt.

Assen gehört damit Dirk Geiger. Zwei Rennen, zwei Siege – und eine Meisterschaftsführung, die immer komfortabler wird.

EURO MOTO Supersport, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Lennox LEHMANN (GER/Yamaha)

4. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

7. Freddie HEINRICH (GER/Kawasaki)

8. Marvin SIEBDRATH (GER/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Jorke ERWIG (GER/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM – Stars and Stories vom Nürburgring

Beim DTM-Wochenende am Nürburgring ging es nicht nur um den Meisterschaftskampf – auch abseits der Traditionsstrecke war jede Menge los. Prominente Gäste aus Sport und Unterhaltung sorgten für Begeisterung: Tischtennis-Legende Timo Boll überreichte einen Pokal, Ex-Bachelor Felix Stein drehte eine Runde im Leading-Car von Cupra und Joey Kelly präsentierte den Kult-Bus der Kelly Family. Auch Olympiasieger wie Skicross-Star Daniela Maier und Kanu-Ass Ricarda Funk fieberten an der Strecke mit. Dazu kamen atemberaubende Stunts von Trial-Freestyle-Athlet Adrian Guggemos.

Joey Kelly begeistert die Fans mit Kult-Bus

Der legendäre rote Doppeldecker-Bus der Kelly Family war ein echter Hingucker beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Joey Kelly ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation des kultigen Familiengefährts aus früheren Tourjahren persönlich dabei zu sein. "Der Bus war 28 Jahre eingelagert und ist unter der Aufsicht von Dekra aufwendig restauriert worden. In der nächsten Woche wird er offiziell zugelassen", erklärte der Musiker und Extremsportler. Kelly selbst ist Motorsport- und Nürburgring-Fan durch und durch: "Ich bin selbst drei Jahre lang in kleineren Klassen gefahren und war viermal beim 24-Stunden-Rennen dabei. Ich liebe die Nordschleife, der Ring ist mein Ding", verriet er mit leuchtenden Augen. Am Samstagmittag wurde Kelly auf der Start-Ziel-Geraden aktiv und schickte das Feld mit dem Schild "Drivers start your engines" in den elften Meisterschaftslauf.

Frentzen-Familie zurück in der DTM

Heinz-Harald Frentzen blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 157 Rennen absolvierte er in der Formel 1 und wurde 1997 Vize-Weltmeister in der Königsklasse. Von 2004 bis 2006 startete der Mönchengladbacher mit Opel und Audi auch in der DTM. Am Sonntag war der 59-Jährige mit seiner Tochter Lea am Nürburgring zu Gast. Die beiden schlenderten durch das Fahrerlager und über das Grid – und sorgten für so manches Wiedersehen mit alten Weggefährten. "Zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Vater die DTM zu besuchen, ist ein besonderes Gefühl. Das Coolste ist für mich bei der DTM definitiv der Start, wenn alle Fahrzeuge zusammen in die erste Kurve fahren", sagte Lea Frentzen, die als Influencerin ihren Followern regelmäßig Einblicke in ihre Kindheit gewährt und ihre Fans hinter die Kulissen des Motorsports mitnimmt. "Mit Social Media habe ich vor drei Jahren angefangen, als ich in Silverstone erstmals bei der Formel 1 war. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele Fans mein Vater heute noch hat."

Tischtennis-Legende Timo Boll übergibt DTM-Pokal

Timo Boll besuchte die DTM am Nürburgring mit seinem Wohnmobil. Die Erfolge der Tischtennis-Ikone sind einzigartig: Boll war als erster und einziger Deutscher Weltranglistenerster, holte acht EM-Titel, war WM-Dritter und gewann mit der Nationalmannschaft mehrfach olympisches Silber. In der Eifel genoss der Hesse die besondere Stimmung am Ring und entdeckte Parallelen zwischen Motorsport und Tischtennis: "In beiden Sportarten muss man vorausschauend denken und Situationen richtig einschätzen. Außerdem spielt auch bei uns das Material – etwa der Grip des Schlägerbelags – eine große Rolle." Nach dem DTM-Samstagsrennen überreichte der Tischtennis-Crack dem Zweitplatzierten den Pokal. Schon vorher gestand Boll mit einem Augenzwinkern: "Früher habe ich Pokale empfangen, heute übergebe ich sie. Das mache ich aber sehr gern, denn jeder, der in der DTM auf dem Podium steht, hat Großes geleistet."

Olympiasiegerinnen Maier und Funk drücken Wittmann die Daumen

Zwei Olympiasiegerinnen waren auf Einladung von Schaeffler bei der DTM in der Eifel: Daniela Maier und Ricarda Funk. Die Skicross-Goldmedaillengewinnerin Maier hatte bereits als Kind erste Berührung mit der DTM. "Ich war bei meinem ersten DTM-Besuch ungefähr acht Jahre alt. Hier ist so unglaublich viel los, ein Highlight jagt das andere: Es ist ein mega Erlebnis, ein Rennwochenende mitzuerleben", erklärte Maier. Funk, in Bad Neuenahr-Ahrweiler nahe dem Nürburgring geboren und Olympiasiegerin im Kanuslalom, ist als Kind der Eifel mit der Geschwindigkeit groß geworden. "Ein DTM-Wochenende ist genau das Richtige für mich. Ich komme aus einer Actionsportart und bin auch schon aus einem Flugzeug gesprungen. Die Daumen habe ich Marco Wittmann gedrückt", verriet Funk.

Atemberaubende Stunts mit Trial-Freestyle-Star Adrian Guggemos

Adrian Guggemos begeisterte im Fahrerlager und vor den DTM-Rennen in Kurve eins mit einer spektakulären Live-Stunt-Show. Mit waghalsigen Manövern – darunter das Fahren auf dem Hinter- oder Vorderrad – trieb der 32-jährige Schorndorfer den Adrenalinspiegel der Zuschauer in die Höhe. Den Höhepunkt setzte er direkt vor den Tribünen: Dort sprang Guggemos zur großen Begeisterung der Zuschauer mit seinem Trial-Motorrad über das DTM-Safety-Car – einen Cupra Formentor VZ5.

"Cupra unofficial": Die dunkle Seite der Marke erobert den Eifelkurs

Als Official Car Partner führt Cupra auch 2026 das Starterfeld der DTM an. Am Nürburgring zeigte die Marke nun jedoch eine andere, ungewohnte Seite: Als "Unofficial Partner" machte der spanische Automobilhersteller seine dunkle Seite sichtbar – mit dem erklärten Ziel, eigene Limits zu verschieben, der Rennleidenschaft freien Lauf und sich nicht "ausbremsen" zu lassen. Passend dazu erhielten das Safety- und das Leading-Car am Nürburgring eine neue "Unofficial Livery", die über das bestehende Branding geklebt wurde. Zudem wurde an beiden Renntagen eine "Unofficial Zone" mit acht exklusiven Sitzplätzen direkt innerhalb der Kurve eins installiert – ein Ort, der normalerweise für Zuschauer nicht zugänglich ist. Ergänzt wurde die Aktion durch "Unofficial-Flags" mit den Aufschriften "Remember why you're driving", "Folge deinem Instinkt" und "Unofficial Partner".

DTM am Nürburgring überwältigt Bachelor Felix Stein

Felix Stein war am Samstag zu Gast beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Als Teil der "Unofficial Crew" von Cupra schwenkte der Bachelor 2025 aus der RTL-Datingshow im Leading-Car die Flagge bei der Fahrt ins Grid und sorgte für beste Stimmung bei den Fans. Der gebürtige Berliner zeigte sich restlos begeistert von der DTM-Atmosphäre: "Es hat nur zehn Minuten gedauert, da war ich schon ein Teil der DTM-Community. Der Sound der Fahrzeuge, die Stimmung auf den Tribünen und die Freundlichkeit der Leute – das alles ist überwältigend. Auch die Fahrt mit dem Leading-Car war einmalig. Ich wusste gar nicht, dass diese Autos schon so schnell fahren", sagte Stein.

Bob-Olympiasieger Georg Fleischhauer: "Diese DTM-Fahrzeuge sind der Hammer"

Georg Fleischhauer war am Wochenende nach langer Zeit wieder zu Gast bei der DTM – und sichtlich beeindruckt. "Das letzte Mal war ich vor über 15 Jahren bei der DTM. Deshalb habe ich mich riesig über die Einladung von Schaeffler gefreut", sagte der zweimalige Deutsche Meister im 400-Meter-Hürdenlauf, der heute als einer der stärksten Anschieber im Bobsport gilt. Gemeinsam mit Pilot Johannes Lochner wurde er Weltmeister und holte je eine Goldmedaille im Zwei- und Viererbob. Besonders die DTM-Boliden hatten es dem Athleten angetan: "Diese Autos sind der Hammer. Auch unsere Bobs sind Hightech-Geräte, aber diese Fahrzeuge sind schon etwas ganz Spezielles. Auch im Bobsport spielen Geschwindigkeit und die richtige Wahl der Linie eine entscheidende Rolle. Allerdings sind die Temperaturen bei uns doch ein wenig anders als hier auf dem Nürburgring", stellte Fleischhauer fest.

Ludwig, Scheider, Güven – drei DTM-Meistergenerationen am Nürburgring

Klaus Ludwig (1982, 1988, 1994), Timo Scheider (2008, 2009) und Ayhancan Güven (2025) – drei DTM-Champions aus drei Jahrzehnten trafen sich am Nürburgring. Während die beiden Routiniers Ludwig und Scheider längst zur DTM-Geschichte gehören, ist der aktuelle Titelträger Güven nach seinem Triumph in die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gewechselt. Umso mehr genoss der erste türkische DTM-Champion den Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. "Es ist toll, wieder bei der DTM zu sein. Diese Atmosphäre im Paddock und im Grid, die tollen Fans sind einmalig. Ich würde hier allerdings am liebsten selbst in einem Rennauto sitzen und mitfahren", sagte Güven. Doch auch das Bad in der Menge bereitete ihm sichtlich Freude: "Ich komme mir vor wie ein Rockstar, so viele Selfies musste ich hier am Ring machen."

Mercedes-AMG Team Landgraf gewinnt Truck-Wettbewerb

Am Samstagabend wurde auf dem Nürburgring ein PS-starkes Spektakel ausgetragen: Beim traditionellen Wettbewerb "DTM-Trucks Go and Stop" traten die Zugmaschinen der DTM-Teams gegeneinander an – und deren Fahrer stellten ihr Können in Sachen Beschleunigung und Bremstechnik unter Beweis. Die Aufgabe: Auf der Start-Ziel-Geraden mit voller Power beschleunigen, um anschließend am Ende der Haupttribüne vor drei hintereinander aufgestellten Kegeln zum Stehen zu kommen. Nur der vorderste Kegel durfte umgestoßen werden. Eine Challenge, die ein feines Gefühl fürs Bremspedal verlangte. Im Finale setzte sich das Mercedes-AMG Team Landgraf gegen Emil Frey Racing durch. Svetoslav Koynov verriet mit einem Schmunzeln sein Erfolgsrezept: "Am Anfang das Gaspedal voll durchtreten, dann voll in die Bremse gehen. Und danach mit dem ganzen Team gemeinsam auf den Sieg anstoßen."

Tim Jarschel krönt sich am Nürburgring zum eSports-Champion

Er hat die Nerven behalten und das erste Onsite-Finale in der Geschichte der DTM eSports Championship gewonnen: Tim Jarschel entschied am Samstag im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard zwei der vier Finalrennen für sich und machte damit seinen zweiten Titel klar. Für Jarschel gab es nicht nur die Siegprämie von 5.000 Euro, sondern ein ganz besonderes Extra: einen Startplatz im BMW M2 Cup beim DTM-Finale in Hockenheim. Der frischgebackene Champion strahlte: "Das war ein Wahnsinnstag. Ich bin ein großer Fan der DTM. Hier meinen zweiten Titel geholt zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Nach dem Sieg habe ich ordentlich gefeiert und am Sonntag meinem Lieblingsfahrer Thomas Preining, die Daumen gedrückt."

Wilde Kart-Action in der Eifel

Das erste Rennen des DTM-Wochenendes wurde am Freitagabend auf der Ring-Kartbahn ausgetragen. Zwölf Teilnehmer gingen an den Start: Neben den DTM-Fahrern Ben Dörr und Tom Kalender griff auch Ford-Werkspilot David Schumacher ins Lenkrad. Zudem waren die Förderfahrer Elia Weiß und Oliver Goethe von der ADAC Stiftung Sport sowie Devin Titz (Mitglied des Mercedes-AMG F1 Junior Teams) im Einsatz. Medienvertreter und Kart-Nachwuchs-Asse komplettierten das starke Feld. Fabian Klatt, der vom Nürburgring eine Wildcard erhalten hatte, gewann den Kart-Grand-Prix nach 32 umkämpften Runden. Ehemaliger DTM-Pilot Schumacher belegte Platz sieben. Dörr kommentierte seinen achten Rang vor Kalender: "Ich habe lange nicht mehr in einem Kart gesessen. Umso schöner war es, sich mit den anderen Fahrern zu messen. Tom und ich haben uns am Schluss hart duelliert – das waren ein paar echt coole Fights." Bester Medienvertreter war Michael Bräutigam (Motorsport Aktuell) auf Position zehn.

Sonntag, 16. August 2026

DTM: Wittmann gewinnt fesselnden Eifel-Krimi und feiert 20. DTM-Sieg

  • Nervenstarker BMW-Pilot verteidigt knappen Vorsprung vor Tom Kalender
  • Preining verkürzt als Dritter Abstand zur Tabellenspitze auf einen Punkt
  • Fulminantes Nürburgring-Wochenende der DTM begeistert 81.000 Fans

Jubel bei Marco Wittmann: Der Fürther entschied das Sonntagsrennen der DTM für sich
Foto: ADAC-Motorsport

Nervenstark und taktisch clever: Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) machte am Sonntag auf dem Nürburgring seinen 20. DTM-Erfolg perfekt. Der 36-Jährige überzeugte mit frühen und schnellen Boxenstopps sowie sauberen Überholmanövern. Im letzten Drittel eines wilden Rennens übernahm der BMW-Pilot die Führung und sicherte sich seinen ersten DTM-Erfolg seit zwei Jahren. „Der 20. Sieg bedeutet mir enorm viel! In all meinen Jahren in der DTM habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt. Es fühlt sich großartig an, aus eigener Kraft ganz vorne mitzufahren. Das Rennen verlief zeitweise chaotisch, aber ich habe einen kühlen Kopf bewahrt, auch wenn es hinten raus richtig eng wurde“, erklärte Wittmann. Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf) zeigte eine sensationelle Leistung: Der Youngster machte neun Plätze gut und feierte als Zweiter den ersten Podiumsplatz in seiner DTM-Karriere. Mit Rang drei verpasste Thomas Preining (A/Manthey) ganz knapp den Sprung an die Tabellenspitze und liegt nur noch einen Punkt hinter dem Führenden Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol). Der 40-Jährige schied nach einer Kollision in der ersten Runde aus und blieb damit erstmals seit 18 DTM-Rennen ohne Punkt. 81.000 Besucher erlebten ein heißes Rennwochenende auf dem Nürburgring – mit vielen Überholmanövern und harten Duellen.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 12 von 16

  • Streckenlänge: 3.629 Meter
  • Wetter: 27 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Jules Gounon (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:25,062 Minuten
  • Sieger: Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 R #11)
  • Schnellste Runde: Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 Minuten

Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 MinutenKurz nach dem Start zum zwölften DTM-Meisterschaftslauf kam es auf dem Nürburgring in der ersten Kurve zu einer Kollision – das Safety-Car musste ausrücken. Spitzenreiter Engel musste seinen Mercedes-AMG GT3 ebenso abstellen wie der Markenkollege Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der damit in der Tabelle auf Rang vier zurückfiel. Auch für Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) war das Rennen beendet. Nach dem Re-Start führte Pole-Setter Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) vor Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) und Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing). Wittmann hatte sich um eine Position auf Rang vier verbessert und übernahm nach einem frühen Boxenstopp Platz zwei hinter Gounon. Dörr schied mit einem falsch montierten Hinterreifen aus, Cairoli fiel nach einem schwachen Pflichtstopp weit zurück. Davon profitierte auch Preining, der auf Platz drei vorrückte. Kurz darauf übernahm Wittmann im BMW M4 GT3 Evo die Führung, da Gounon wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse eine Penalty-Lap absolvieren musste und viele Plätze verlor.

Nach dem zweiten Reifenwechsel verteidigten Wittmann und Preining ihre Positionen. Kalender setzte dagegen auf einen späten Stopp und kam mit frischen Pirelli-Slicks als Fünfter zurück auf die Strecke. Mit gekonnten Überholmanövern kämpfte sich der 18-Jährige auf Rang drei vor. Schließlich attackierte der Mercedes-AMG-Pilot Preining und zog eine Runde vor Schluss am Österreicher vorbei. Kalender schloss sogar noch zu dem führenden Wittmann auf – doch der überquerte nach 39 turbulenten Runden als Erster die Ziellinie.

Hinter Wittmann, Kalender und Preining folgten Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini Temerario GT3 auf den Rängen vier und fünf. Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) belegte in einem weiteren Lamborghini Platz sechs. Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) schob sich als Siebter auf Rang drei in der Gesamtwertung vor. Timo Glock (Kreuzlingen) positionierte den zweiten McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport auf Platz acht. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt) folgte als Neunter vor Porsche-Pilot Bastian Buus (DK/Land-Motorsport).

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Tom Kalender: „Als ich nach der Siegerehrung zu meinem Team gelaufen bin, habe ich so viele glückliche Gesichter gesehen wie noch nie. In nur vier Jahren habe ich es vom Kartsport bis aufs Podium in der DTM geschafft. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Nach meinem Ausfall am Samstag hatte ich noch einen frischen Satz Reifen in der Hinterhand. Das hat mir im Duell mit Thomas Preining natürlich geholfen.“

Thomas Preining: „Ein super Heimrennen fürs Team! Beim Start hatte ich riesiges Glück, dass ich der Kollision der Fahrzeuge neben mir gerade noch ausweichen konnte. Ich hätte den zweiten Platz gern ins Ziel gebracht und habe alles gegeben, aber Tom Kalender war einfach nicht zu halten. In der Meisterschaft sind wir jetzt voll im Titelkampf angekommen und das haben wir uns hart erarbeitet.“

Ergebnis, 12. Meisterschaftslauf, Nürburgring (Top-Five)

 1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)

2. Tom Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf), +0,517 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey), +0,918 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance), +2,571 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +3,112 Sekunden


EuroMoto Superbike: Erster Superbike-Sieg für Smits beim Heimspiel

Der Held des Tages heißt Twan Smits. Der 22-jährige Niederländer aus dem Apreco-Yamaha-Team hat auf seiner Heimstrecke den ersten Superbike-Lauf seiner Karriere gewonnen. Lukas Tulovic wurde auf dem TT Circuit Assen mit angezogener Bremse Zweiter. Markus Reiterberger komplettierte das Podium.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Dabei hatte Smits am Vormittag noch reichlich Puls. Im Warm-up legte eine defekte ECU-Sicherung bereits in der ersten Runde seine Yamaha R1 lahm. Zum Rennen war das Problem behoben – und Smits bereit.

Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) erwischte auf der Ducati den besten Start und übernahm die Führung. Wegen der auf 15.600/min begrenzten Drehzahl musste er seine Panigale V4R allerdings mit der rechten Hand einbremsen. Die nach Oschersleben und vier Siegen in Reihe geforderten Maßnahmen konnten bei Ducati in Italien bislang nicht wie geplant umgesetzt werden. Also wurde Tulovics Handgelenk zum Drehzahlbegrenzer.

Aus der ersten Runde kam der Titelverteidiger in Führung liegend zurück. Ihm folgten Smits, der von der Pole Position gestartet war, Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Marcel Schrötter, Jan-Ole Jähnig, Toni Finsterbusch (alle GERT56 by RS Speedbikes) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion). Der Honda-Fahrer hatte damit bereits drei Plätze gutgemacht. Seine Mechaniker hatten die Honda nach mehreren kleinen technischen Problemen noch einmal komplett zerlegt und neu aufgebaut.

Der zehnte Startplatz war alles andere als der Geschmack des Meister von 2023 gewesen. Er meinte: „Ich kann die Ampel kaum sehen. Soweit hinten standen wir noch nie.“ Abgesehen davon war Alt noch nie in inniger Liebe mit dem TT Circuit vereint. Hier hatte er früher schon Titelambitionen begraben.

Bis zur Rennmitte blieb das Feld stabil. Reiti hatte optimistisch seine Siegchancen angekündigt, wollte sein Pulver aber offensichtlich nicht zu früh verschießen. Alle wussten: die Reifen würden ein zentrales Thema auf der 15-Runden-Distanz werden.

In Runde sieben schlug Smits zu. Er nahm Tulovic die Führung ab. Die Yamaha R1 lief wie eine Rakete. Drei Runden später zog Reiterberger am Ducati-Fahrer vorbei. Der Konter erfolgte umgehend. Reiterberger ging übers Limit, verlor fast das Vorderrad und fiel zurück.

Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene fuhr Twan Smits seinem ersten Superbike-Sieg auf Yamaha entgegen. Den letzten Yamaha-Sieg in der Klasse hatte Dominique Aegerter vor einem Jahr als Gastfahrer für SWPN gefeiert. Tulovic machte zum Schluss keine Anstalten mehr, seinem Konkurrenten den ersten Platz streitig zu machen. Reiterberger meinte als Dritter im Ziel: „Das war besser als jedes andere Rennen. Wir wussten, dass Ducati und Yamaha hier stark sind. Ich war über dem Limit unterwegs, aber dann bin ich auf Nummer Sicher gegangen.“

Hinter dem Podium folgte mit Schrötter und Jähnig ein Teil der GERT56-Formation. Alt sorgte dafür, dass mit Finsterbusch nicht das komplette Trio vor ihm war. Pech für Jan Mohr: Sturz in der letzten Runde.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

4. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Florian ALT (GER/Honda)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Kevin ORGIS (GER/BMW)

9. Leon ORGIS (GER/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Sportbike: Kitzbichler reagiert smart und erbt ersten Sieg

Tobias Kitzbichler, Aprilia RS 600 #38
Foto: Jens Hawrda

Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen hatte es bis zum Schluss in sich. Eigentlich sah zunächst alles nach dem perfekten Heimwochenende für Ruben Bijman aus. Doch nach einem wilden Finale und einer nachträglichen Entscheidung der Rennleitung durfte am Ende ein anderer jubeln: Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) feierte seinen ersten Saisonsieg vor Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und dessen Teamkollegen Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing). Gerade einmal 0,141 Sekunden trennten die drei im Ziel.

Zuda erwischte von der Pole Position einen guten Start und setzte sich vor Bijman und Kitzbichler an die Spitze. Für Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) war das Rennen dagegen schon in der ersten Runde vorbei. Der Österreicher stürzte auf Rang vier und sein Motorrad rutschte über die Strecke. Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) konnte nicht mehr ausweichen, fuhr über die Triumph und kam ebenfalls zu Fall. Beide sind glimpflich davon gekommen, das Rennen war für sie danach jedoch beendet

Vorne entwickelte sich schnell ein Dreikampf zwischen Zuda, Bijman und Kitzbichler. Alle drei waren vom Sturz Rosenthalers unberührt geblieben und konnten dadurch direkt eine Lücke zu den Verfolgern aufreißen. Kitzbichler fand sich damit zwischen den beiden Freudenberg Fahrern wieder, hielt dem Druck aber selbstbewusst stand. Immer wieder schloss er die kleine Lücke zu Zuda, während Bijman direkt dahinter ebenfalls auf seine Chance lauerte.

Das Tempo an der Spitze war entsprechend hoch. Zuda setzte in Runde acht mit 1:45,049 Minuten die schnellste Rennrunde.

Entscheidung fällt erst nach der Zielflagge

So ging es mit Zuda vor Kitzbichler und Bijman in die letzte Runde. Im letzten Streckenabschnitt überschlugen sich dann die Ereignisse. Kitzbichler zog an Zuda vorbei, doch Bijman nutzte die Situation und schlüpfte ebenfalls durch. Nur eine Kurve später setzte der Niederländer auch gegen Kitzbichler nach und übernahm die Führung. Zuda nutzte anschließend den verlorenen Schwung des Österreichers und ging ebenfalls vorbei.

Bijman kam als Erster über die Ziellinie und schien nach seinem Sieg am Samstag den Doppelsieg auf seiner Heimstrecke perfekt gemacht zu haben.

„Die letzte Runde lief eigentlich richtig gut und in der vorletzten Kurve wurde es noch einmal ziemlich wild. Dabei bin ich wohl über die Track Limits gekommen und die Entscheidung muss ich akzeptieren. Trotzdem war es für mich ein super Wochenende. In beiden Rennen auf dem Podium zu stehen und am Samstag meinen ersten Sieg zu feiern, kann mir keiner mehr nehmen“, sagte Bijman.

Denn nach der Zieldurchfahrt war das Rennen noch nicht entschieden. Die Rennleitung schaute sich die letzte Runde noch einmal genauer an. Sowohl Bijman als auch Zuda hatten im Bereich der Kurven 17 und 18 die Track Limits überschritten und wurden jeweils um eine Position zurückversetzt. Kitzbichler war als einziger der drei innerhalb der Streckenbegrenzung geblieben und rückte damit nachträglich auf Platz eins vor.

Für Kitzbichler war es der lang ersehnte erste Sieg der Saison. Schon mehrfach war der Österreicher in diesem Jahr ganz nah dran gewesen. In Assen sah es zunächst wieder so aus, als würde ihm der Sieg auf den letzten Metern durch die Finger rutschen. Dieses Mal zahlte sich aber genau das aus, was ihm am Samstag noch zum Verhängnis geworden war: In der letzten Kurve hielt er sich dieses mal bewusst etwas zurück und blieb innerhalb der Streckenbegrenzung. „Ich bin gerade wirklich sprachlos. Wir hatten vor dem Rennen einen Plan und eine richtig gute Pace, aber ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Schluss so spannend bleibt. Eigentlich hatte ich mich schon mit Platz drei abgefunden. Nach meinem Fehler gestern in der letzten Kurve wollte ich heute dort nicht wieder zu viel riskieren und war deshalb etwas zurückhaltender. Umso cooler ist es, dass sich genau das am Ende ausgezahlt hat und daraus sogar der Sieg geworden ist“, freute sich Kitzbichler über seinen ersten Saisonerfolg.

Damit wird es auch hinter Meisterschaftsführer Zuda richtig eng. Kitzbichler und Bijman liefern sich nach dem Wochenende in Assen ein Kopf an Kopf Rennen um Rang zwei. Beide stehen nun bei jeweils 140 Punkten und sind damit punktgleich in der Meisterschaft.

Zuda musste sich dagegen mit Rang drei zufriedengeben. „Ich habe in der letzten Runde leider ein paar Fehler gemacht, die mich vielleicht den Sieg gekostet haben. Aber so ist Racing. Ansonsten war ich mit dem Rennen sehr zufrieden und bin meiner Mannschaft dankbar, dass sie mir so ein starkes Bike vorbereitet hat“, fasste der Meisterschaftsführer sein Rennen zusammen.

Hinter dem Spitzentrio fuhr Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) mit knapp 15 Sekunden Rückstand  von Rand zehn bis auf Rang vier vor. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) wurde Fünfter vor Maksymilian Palmowski (SP Race Project). Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben), Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben), Tom Kuil (RT Motorsports) und Jay Jay den Hoed (Team SWPN) komplettierten die Top Ten.

Luis Rammerstorfer (Freudenberg RORA PALIGO Racing) musste im zweiten Rennen seine zwei Long Lap Penalties aus dem Zwischenfall vom Samstag absolvieren und kam auf Rang 13 ins Ziel.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann