Freitag, 7. August 2026

ADAC GT Masters: Ein Blick hinters Visier: Kiano Blum und Niklas Kalus

Sie teilen sich das Cockpit und kämpfen gemeinsam um Tausendstelsekunden auf der Strecke – doch wie ticken sie abseits des Lenkrads. Die Fahrer-Duos des ADAC GT Masters beantworten persönliche Fragen über sich selbst und ihren Teamkollegen. Von Kochkünsten bis Temperament: Wie schätzen sich die Duos ein. Heute Kiano Blum und Niklas Kalus, die sich den Ford Mustang GT3 Evo des Haupt Racing Teams teilen.


Wer von euch ist der Frühaufsteher und wer der Langschläfer?

Niklas Kalus: Wir stehen beide gegen sieben oder acht Uhr auf, also sind wir uns ähnlich. Keine Ahnung, ob das jetzt Frühaufsteher oder Langschläfer ist.

Wer von euch ist der bessere Koch?

Kiano Blum: Ich koche sehr gerne, ich wasche aber leider nicht gerne ab (lacht). Wenn ich Lust habe, koche ich gerne mit Freunden zusammen. Das passiert so einmal im Monat.

Wer von euch ist ungeduldiger?

Niklas Kalus: Ich bin generell ein geduldiger Mensch, aber das ist immer davon abhängig, bei was und vor allem bei wem. 

Wer von euch beiden ist detailverliebter?

Kiano Blum: Ich würde mich als Perfektionist im normalen Leben bezeichnen. Ob das jetzt detailverliebt ist, weiß ich nicht. Bei meinem Auto muss schon alles passen.

Niklas Kalus: Ich mache sehr ungern sauber. Wenn ich es aber tue, dann sitze ich auch drei oder vier Stunden da, um jedes Detail ordentlich zu reinigen. 

Wer von euch ist spontan und wer ist der Planer?

Niklas Kalus: Ich bin schon sehr spontan.

Kiano Blum: Dann bin ich der Planer. Eigentlich zwar auch nicht wirklich, aber im Vergleich zu Niklas schon eher. Innerhalb meines Freundeskreises bin ich der Spontane.

Wer von euch ist ehrgeiziger?

Niklas Kalus: Da wird jeder immer sich selbst nennen.

Wer von euch ist ordentlicher?

Kiano Blum: Ich. Wenn man meinen Spint mit seinem vergleicht, gibt es da keinen Zweifel.

Niklas Kalus: Ich habe zuhause mein Schlafzimmer und das ist immer sauber, denn da bin ich nie. In meinem zweiten Zimmer halte ich mich meistens auf und darüber spreche ich jetzt nicht (lacht).

Kiano Blum: In dieser Beziehung kommt bei mir wieder der Perfektionist durch. Ich möchte alles geordnet und strukturiert haben.

Wer von euch beiden ist pünktlicher?

Niklas Kalus: Wir sind beide pünktlich. Wenn uns das Team sagt, seid zu dieser Uhrzeit da, sind wir das auch beide. Grundsätzlich hasse ich es, unpünktlich zu sein. Einen Termin machen und dann nicht rechtzeitig da zu sein, finde ich sehr unangenehm.

Kiano Blum: Ja, pünktlich sind wir beide. Wenn uns das Team aber einen Korridor vorgibt, wann wir da sein müssen, ist immer Niklas früher dran, weil er hier an der Strecke im Wohnwagen schläft.

Wer von euch ist extrovertierter?

Niklas Kalus: Vor drei Jahren hätte ich mit Sicherheit gesagt, dass Kiano extrovertierter ist. Durch das Rennfahren habe ich aber auf jeden Fall einen großen Sprung gemacht, weil ich auch oft Dinge machen musste, die ich vielleicht privat nicht gemacht hätte. Deshalb wohl unentschieden.

Wer von euch ist kompromissbereiter?

Kiano Blum: Bezogen auf unseren Ford sind wir uns ähnlich. Wir schauen immer, dass es für beide passt und versuchen die goldene Mitte zu finden. Einmal ist es für den einen etwas besser und einmal für den anderen. Wir sind beide keine Typen, die partout auf ihr Recht bestehen.

Wer von euch ist impulsiver?

Kiano Blum: Wenn es um Strafen oder derartige Dinge geht, dann ich. In solchen Situationen brauche ich Zeit für mich und verarbeite alles. Sobald es wieder auf die Strecke geht, ist dann alles vergessen.

Wer von euch ist kreativer?

Niklas Kalus: Ich bin sowas von unkreativ, dass ich in der Schule sogar eine 5 in Kunst hatte. Das grenzte an Arbeitsverweigerung. Ich habe Kunst auch abgewählt, sobald ich die Chance dazu hatte.

Kiano Blum: Ernsthaft (lacht)? Gut, der Punkt geht dann wohl an mich. Kunst war sogar eines meiner Lieblingsfächer, weil es easy going war und man sich nicht wirklich anstrengen musste (lacht). Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als kreativ, was Zeichnen oder Schule angeht, bezeichnen, aber im Leben. Ich finde eigentlich immer eine Lösung.

Niklas Kalus: In dem Punkt gehe ich mit. Aber sich Sachen ausdenken oder zeichnen, darin bin ich echt nicht gut.

Wer von euch ist risikofreudiger?

Kiano Blum: Im normalen Leben gehe ich jetzt nicht übermäßige Risiken ein. Skifahren ist da so ein Thema. Oder auch im Sommer, wenn meine Freunde aus großen Höhen ins Wasser springen. Ich bin genau der Typ, der das auch machen würde, lasse es aus Vernunft und wegen des Verletzungsrisikos aber sein. Im Rennauto sieht das anders aus. Ich nehme das Risiko und wenn es mal nicht klappt, dann eben nicht.

Niklas Kalus: Im Alltag bin ich eher langweilig, was das Thema angeht. Tatsächlich denkt man auch aufgrund des Verletzungsrisikos über alles zweimal nach. Auf der Rennstrecke kommt man manchmal in einen Rausch. Im Nachhinein sieht man sich Videos an und merkt, oh, das war ja doch recht knapp.

Wer von euch ist reizbarer? 

Niklas Kalus: Das kommt ganz auf die Person an. Wenn es nicht die bestimmten Personen sind, dann fast gar nicht. Da müsste schon sehr viel passieren.

Kiano Blum: Nach außen überhaupt nicht. Wenn eher nach innen, da denke ich mir schon das ein oder andere Mal, ob das wirklich so sein muss. 

Wer von euch ist der Optimist und wer der Pessimist?

Kiano Blum: Ich bin schon eine sehr optimistische Person – generell im Leben. Ich denke mir immer, ach komm, es wird schon gutgehen. Irgendwie wird es auch immer.

Niklas Kalus: Ich bin auch eher der Glas-halbvoll-Typ. Gleichzeitig ist es besser, die Erwartungen in manchen Bereichen zu dämpfen, dass man am Ende nicht enttäuscht wird.

Quelle: adac-motorsport.de

Donnerstag, 6. August 2026

Euro Moto Supersport: Max Stauffer fährt ab Assen auf der Yamaha R9

Der Australier Max Stauffer hat das Fahrerangebot aus Europa für die EURO MOTO sofort angenommen.
 Foto: Dino Eisele

Der Job mit der „Pocket Rocket“ ist erledigt. Max Stauffer verabschiedet sich aus der EURO MOTO Sportbike-Klasse und startet ab dem Rennwochenende in Assen in der Supersport-Kategorie. Dort übernimmt der Australier im Team Apreco-Yamaha künftig die Yamaha R9.

Für den 22-Jährigen ist es der nächste Schritt in einem Jahr voller Veränderungen. Mit dem Umzug von Australien nach Europa begann für Stauffer ohnehin ein neues Kapitel. Inzwischen hat sich der Sohn des ehemaligen australischen Superbike-Champions Jamie Stauffer nicht nur an das Leben fernab der Heimat gewöhnt, sondern auch an kleinere Motorräder.

Nach Jahren auf der leistungsstarken Superbike-Yamaha R1 in Australien musste sich Stauffer in Europa auf die deutlich kleinere Yamaha YZF-R7 einstellen. Hohe Kurvengeschwindigkeiten, weniger Motorleistung und ein völlig anderer Fahrstil verlangten dem Australier einiges ab. Die Eingewöhnungszeit war kurz, dennoch sammelte er in fünf der bisherigen sieben Rennen Punkte und erfüllte seine Aufgabe im Entwicklungsprogramm.

Dieses ist nun abgeschlossen. Stauffer wechselt auf die R9. Rückblickend auf die letzten Monate sagt er: „Der Wechsel von der R1 in Australien auf die R7 in Europa war definitiv keine einfache Umstellung, aber ich habe jede Runde mit dieser kleinen ‚Pocket Rocket‘, wie ich die R7 gerne nenne, genossen. Jetzt freue ich mich riesig darauf, auf die R9 zu steigen. Dirk und Lennox haben bereits gezeigt, wie konkurrenzfähig dieses Motorrad ist.“

Auch Apreco-Teamchefin Corine Brandhorst zieht ein positives Fazit der gemeinsamen Testphase: „Wir konnten Yamaha ein wertvolles Feedback zum neuen Modelljahr der R7 (2026) liefern, das in die finale Entwicklung für die offizielle Markteinführung 2027 einfließen wird. Jetzt freue ich mich, Max die Möglichkeit zu geben, die Saison auf der R9 beenden zu können. Gleichzeitig möchte ich mich bei der EURO MOTO-Organisation für die Unterstützung während der Testphase und die unkomplizierte Umsetzung des Wechsels in die Supersport-Kategorie bedanken.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 5. August 2026

Euro Moto Superbike: Disqualifikation von Florian Alt nach Protest

Florian Alt, Honda CBR 1000 RR-R
Foto: Jens Hawrda

Die DMSB-Sportkommissare haben Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach dem zweiten Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben disqualifiziert. Der Honda-Fahrer war zunächst als Drittplatzierter gewertet worden.

Grundlage der Entscheidung ist ein Protest des Teams GERT56 by RS Speedbikes gegen die Wertung des zweiten Rennens. Nach Prüfung des Sachverhalts und mehrstündiger Beratung kamen die Sportkommissare zu dem Ergebnis, dass das von Holzhauer Racing Promotion eingesetzte Motorrad nicht gemäß dem im Reglement vorgeschriebenen Prozess für den Wiederaufbau eines nach Totalschaden für irreparabel erklärten Motorrads aufgebaut wurde.

Florian Alt war im ersten Rennen infolge einer Ölspur gestürzt, die durch den Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits verursacht worden war. Ebenfalls zu Fall kamen Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Leon Orgis. Die betroffenen Motorräder wurden dabei erheblich beschädigt.

Gemäß des technischen Reglements in der EURO MOTO Superbike gilt die Ein-Motorrad-Regel. Nach einem Totalschaden ist der Wiederaufbau durch Verwendung eines dem Reglement entsprechenden Ersatzrahmens zulässig, sofern dieser lediglich in dem nach dem Reglement erlaubten Umfang vorkonfiguriert ist und der Wiederaufbau des Motorrads den vorgeschriebenen Anforderungen entspricht. Nach Feststellung der Sportkommissare konnte für das im zweiten Rennen eingesetzte Motorrad kein regelkonformer Wiederaufbau nachgewiesen werden.

Das Ergebnis von Florian Alt im zweiten Superbike-Lauf wurde daher aus der Wertung gestrichen. Das Team Holzhauer Racing Promotion hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Sportkommissare eine Berufung einzulegen.

Die Disqualifikation hat keine Auswertungen auf Alts Position in der Gesamtwertung. Er bleibt auf Rang vier. Marcel Schrötter erhöht durch die geänderte Wertung sein Punktekonto auf 122 Zähler und verkürzt den Rückstand auf Tabellenführer Lukas Tulovic um drei Punkte.

Tabellenstand:

1. Tulovic 166,5 Punkte 

2. Schrötter 122 Punkte

3. Reiterberger 105 Punkte 

4. Alt 87 Punkte

5. Smits 81 Punkte

6. K. Orgis 67 Punkte

7. Zanetti 60,5 Punkte

8. Finsterbusch 57 Punkte 

9. Jähnig 54 Punkte

10. Soomer 49 Punkte

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Bittere Disqualifikation für De Vits und ERC

Teamkollegen Sasha de Vits #19 und Jules Bercot #25
Foto: Jens Hawrda

Schlechte Nachrichten für das ERC Team nach dem Rennwochenende in Oschersleben. Sasha de Vits und Jules Bercot wurden nachträglich aus dem zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike disqualifiziert. Vorausgegangen waren zwei Proteste gegen die beiden Kawasaki-Piloten, denen die Sportkommissare stattgaben.

Grund für die Disqualifikationen ist laut den offiziellen Entscheidungen die Verwendung einer Software, die nicht den technischen Bestimmungen entspricht. Grundlage ist Artikel 1.7.10b des Technischen Reglements des DMSB für die EURO MOTO Sportbike 2026.

Besonders bitter ist die Entscheidung für Sasha de Vits. Der Belgier war am Sonntag als Zweiter hinter Sieger Stepan Zuda ins Ziel gekommen und hatte damit den ersten Podestplatz der Saison für sich gefeiert. Diesen verliert er nun nachträglich. Tobias Kitzbichler rückt dadurch auf Rang zwei vor, Jakob Rosenthaler übernimmt den dritten Platz.

Auch Jules Bercot wird aus dem zweiten Lauf gestrichen. Sein dritter Platz aus dem ersten Rennen am Samstag bleibt davon jedoch unberührt. Die Disqualifikation gilt ausschließlich für das Sonntagsrennen.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

Dienstag, 4. August 2026

Euro Moto Oschersleben: MRP Racing mit Teamwork aufs Superbike-Podest

Bevor es für die Mannschaft des Belgiers Werner Daemen am vergangenen Wochenende auf die nächste Reise im Rahmen der Euro Moto Superbike in die Motorsport Arena Oschersleben ging, konnten seine Schützlinge Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL) noch ein paar rennfreie Tage genießen. Am Start für das Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW fehlte der Este Hannes Soomer. Der BMW-Pilot hatte sich bei seinem Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Japan an der Schulter verletzt und war für einen Einsatz in der hart umkämpften Euro Moto Superbike noch nicht wieder hundertprozentig fit.

Markus Reiterberger, BMW #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger #28

Markus Reiterberger, der für BMW beim Langstrecken-WM-Rennen gemeinsam mit seinen Kollegen im japanischen Suzuka einen grandiosen Podestplatz herausgefahren hatte, ließ es vor der Reise nach Oschersleben entspannt angehen. «Ich habe mit meiner kleinen Familie ein paar Tage Urlaub gemacht», verriet er vor dem ersten Training in der Motorsport Arena. «Ich habe in meiner Werkstatt gearbeitet und bei unserem Hausbau weitergemacht.» In den Trainings und der Superpole 2 legte sich der Bayer mächtig ins Zeug, war aber am Ende des Samstags nicht so ganz happy. «Platz 5 – ganz sicher nicht das, wo ich dieses Wochenende sein wollte», kommentierte er seinen Startplatz. «Aber mein Masteroil-alpha-Van Zon-BMW Team und ich werden weiterhin alles geben, um die Rennen am Sonntag auf dem Podium zu beenden, aber es wird nicht einfach werden, dessen sind wir uns bewusst.»

Das erste Rennen endete für die Euro Moto Superbike-Piloten mit unschönen Bildern schon nach wenigen Runden. Dem auf Platz 2 fahrenden Yamaha-Piloten Twan Smits platzte der Motor und die Fahrer, die in seinem Windschatten unterwegs waren, unter ihnen Markus Reiterberger, stürzten der Reihe nach. Verletzt hatte sich bei dem Crash zum Glück niemand, doch die Schäden waren enorm. Reiterbergers BMW hatte es schwer erwischt, nachdem sie mehrere Meter hoch durch die Luft und über die Leitplanken in Richtung Böschung geschleudert worden war. Die Mechaniker schlugen beim Anblick der fliegenden BMW die Hände über dem Kopf zusammen. Auch Teamchef Werner Daemen war froh, dass alle mit heiler Haut davongekommen waren. «Wir haben ja in der Euro Moto die Ein-Motorrad-Regel», erläuterte er die Lage. «Wir schauen, dass wir es hinkriegen, aber die Sicherheit des Fahrers geht vor.»

Weniger als drei Stunden blieb den Mechanikern, es dauerte seine Zeit, bis die BMW mit dem Gabelstapler geborgen werden konnte, um die BMW bis auf ihre Grundmauern zu zerlegen und von Grund auf neu aufzubauen. Zehn Minuten vor Rennen 2 dann die Erlösung für Reiterberger. Seine BWM stand wieder startbereit in der Boxengasse. «Es war wichtig, dass ich heil davongekommen bin», versicherte er. «Aber mein Motorrad war total hinüber. Als sie das Motorrad weggeschleppt haben, hätte ich nicht gedacht, dass das klappt.» Ohne einen wirklichen Funktionstest und mit einer flammneuen Kombi ging es an den Start. 

Und was soll man sagen. Reiterberger vertraute auf die Arbeit seiner Mechaniker, fuhr herzhaft drauf los und gemeinsam konnte man den zweiten Platz feiern. Schon nach dem Warm-up hatte man gesehen, dass es mit der BMW endlich wieder nach Reiterbergers Geschmack vorwärts ging. «Ich muss meinen Mechanikern danken», waren seine ersten Worte nach der Zieldurchfahrt. «Ich habe ein paar Hebel eingestellt und los gings. Sie hat sich angefühlt wie das alte Moped. Die Kombi war nicht ganz so komfortabel. Die Hinterradbremse konnte ich nicht verwenden, aber das war wurscht. Ich konnte mit Platz 2 einen kleinen Dank ans Team zurückgeben. Für heute war Platz 2 ein gutes Ergebnis. Es war schön, mal wieder in Oschersleben gewesen zu sein und das mit vielen Zuschauern. Ich bin dankbar.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr gondelte vom österreichischen Vorarlberg in den Nordosten Deutschlands. Schon im Vorfeld war klar, dass aus dem Fahrer des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW und der Motorsport Arena Oschersleben nicht mehr die besten Freunde werden würde. Das Verhältnis sollte sich auch nach dem vierten von sieben Euro Moto-Wochenenden nicht wirklich bessern. «Frustriert», lautete dann auch die Antwort nach der Gemütslage am Sonntagabend. Schon nach dem elften Platz im Training gab es für Mohr und seine Mannschaft noch ein paar Denksport-Aufgaben.

«Es war einfach nicht mehr drin», erklärte er. «Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Vorderrad und viel Bewegung in der Gabel. Hauptsächlich am Kurveneingang und daher fehlt mir natürlich dann der Kurven-Speed. Gerade bei dem Layout von Oschersleben mit den langgezogenen Kurven summiert sich das.» Im ersten Rennen war Mohr von der Massen-Karambolage nach dem Motorplatzer eines Konkurrenten unbeschadet davongekommen und war als Siebter gewertet worden. «Als ich da ankam, habe ich nur die riesige Wolke gesehen und bin sofort runter von der Ideallinie», beschreibt er das Erlebnis. «Da kam auch schon die rote Flagge. Ich bin dann ganz innen gefahren und den siebten Platz nehme ich natürlich gerne mit.»

Viele Änderungen ließ Mohr vor dem zweiten Lauf, der für ihn mit Rang 9 endete, nicht mehr vornehmen. «Wir haben ein wenig die Dämpfung geändert, um die Vibrationen wegzubekommen», so Mohr. «Es war besser, aber auch kein Durchbruch. Ein Top Ten Platz hört sich gut an und auch der Letzte im Feld fährt noch schnell. Aber man muss ehrlich sein, 30 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel zu kommen, ist eindeutig zu viel.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh hatte sich wie sein Kollege ein paar freie Tage gegönnt und sich in Sachen Freizeit mit einem Elektro-Festival und der einen oder anderen Runde Wasser-Ski vergnügt. In den ersten beiden freien Trainings war der Niederländer gut ins vierte von sieben Euro Moto-Wochenende gestartet. Am Freitagnachmittag machte sich der Niederländer das Rennfahrerleben selber schwer. Schon zu Beginn landete der BMW-Pilot im Kiesbett und konnte das Training auch nicht wieder aufnehmen. Das Pech verfolgte ihn auch am Samstagmorgen. Seine Mannschaft hatte ihm sein Arbeitsgerät wieder in Topform hingestellt. Doch mehr als eine Runde für einen Funktions-Check war nicht drin. Es hatte nachts und auch am Morgen geregnet, so dass an flotte Runde nicht zu denken war. Daher ging es für den Niederländer in die Superpole 1, die für ihn mit Startplatz 10 endete.

Das erste Rennen dauerte nicht all zu lange. Nach einem Motorschaden eines Piloten aus der Führungsgruppe stürzten zahlreiche Piloten und das Rennen wurde abgebrochen. Merckelbagh kam unbeschadet an der Unfallstelle vorbei und wurde als Sechster gewertet. Im zweiten Lauf fand der Niederländer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW gut ins Rennen, wurde am Ende aber mit Platz 11 im Ziel nicht wirklich reichlich belohnt. 

«Mein Start war am Nachmittag viel besser als am Morgen», berichtete Merckelbagh im Anschluss. «Allerdings hatte ich in Turn 7 schon das ganze Wochenende Probleme beim Schalten. So leider auch im Rennen.» Nachdem er dort durchs Gras gerumpelt war und wieder den Weg zurück auf die Strecke gefunden hatte, ging die eigentliche Arbeit für den BMW-Piloten erst los. Denn er war so ziemlich am Ende des Feldes angekommen und die Konkurrenz war weg. «Ich habe es dann aber tatsächlich noch geschafft, den Rückstand von vier Sekunden wettzumachen und mir noch den elften Platz zu holen.»


Für das Team von Werner Daemen geht es in der übernächsten Woche schon weiter im Euro Moto-Programm auf dem niederländischen TT Circut von Assen.