Montag, 12. Oktober 2026

Thomas Preining – der DTM-Champion 2026 im Porträt

  • Zweiter Titel in vier Jahren: Preining steigt in elitären Kreis auf
  • Porsche-Werksfahrer gewinnt als erster Österreicher zweimal die DTM

Der neue DTM-Champion: Porsche-Werksfahrer Thomas Preining
Foto: Jens Hawrda

Thomas Preining hat es wieder geschafft: Mit seinem zweiten Titel in vier Jahren schreibt der Österreicher ein weiteres Kapitel DTM-Geschichte. Der Porsche-Werksfahrer ist in der über 40-jährigen Historie der Serie erst der achte Pilot, der sich mindestens zweimal zum Champion krönt – und zugleich der erste Österreicher, dem dieses Kunststück gelingt. „Wir haben in der Schlussphase der Saison unter Druck keine Fehler gemacht, das war entscheidend für diesen Erfolg. Ich habe in Hockenheim schon mehrfach um den DTM-Titel gekämpft, diese Erfahrung hat mir sicher geholfen. Ich bin unglaublich stolz auf diese großartige Teamleistung“, sagte der neue Champion nach dem entscheidenden Sonntagsrennen in Hockenheim.

Preining liebt harte Rad-an-Rad-Duelle – und die DTM bietet ihm die perfekte Bühne dafür. „In der DTM kann ich als Rennfahrer meine Leidenschaft auf der Strecke ausleben“, erzählt der 28-Jährige. „Das ist die Art von Racing, die mir am meisten Spaß macht. Genau deswegen hat mir diese Serie schon als Kind so gefallen. Natürlich kommt es immer darauf an, was der Rennleiter zulässt. Aber ich denke, innerhalb eines geregelten Rahmens haben wir Fahrer ziemlich viele Freiheiten und es darf Tür an Tür schon ein bisschen Kontakt geben. Genau dafür steht die DTM.“

Geboren in Linz, wuchs Thomas Preining in einer motorsportbegeisterten Familie auf: Vater Andreas fuhr von 1989 bis 1994 in der Motorrad-WM und wurde auch durch das Sponsoring von Ex-Erotikdarstellerin Dolly Buster international bekannt. Daher war es wenig überraschend, dass auch Sohn Thomas früh vom Motorsport fasziniert war. „Als Kind habe ich Valentino Rossi im Fernsehen ganz genau beobachtet“, erinnert sich Preining. „Ein Ausnahme-Sportler, der damals in seiner eigenen Welt unterwegs war. Ich durfte Rossi sogar mal persönlich kennenlernen. Er hat sich in seiner Karriere alles hart erarbeitet.“ Im Alter von sieben Jahren saß Preining auf Mallorca erstmals im Kart – der Beginn einer Karriere, die ihn Schritt für Schritt nach oben führte. Zwischen 2009 und 2013 gewann er mehrere nationale und internationale Kart-Meisterschaften. Doch als 2015 ein Hauptsponsor absprang, stand die so hoffnungsvoll begonnene Laufbahn plötzlich vor dem Aus.

Schon damals bewies Preining jene Kämpfermentalität, die ihn auch dieses Jahr zu seinem zweiten DTM-Titel führte. Statt auf den Rennstrecken der Welt verbrachte der Youngster unzählige Stunden im Simulator. Der Neustart gelang ihm 2016 in der ADAC Formel 4. Zwei Jahre später dominierte Preining den Porsche Carrera Cup Deutschland, reifte zum Topfahrer und sicherte sich mit eindrucksvollen zehn Saisonsiegen die Meisterschaft. 2021 folgte der Aufstieg zum Porsche-Werksfahrer. Mit gerade einmal 22 Jahren war Preining dort angekommen, wovon er als kleiner Junge immer geträumt hat: im Profisport. Über das ADAC GT Masters führte sein Weg in die DTM, wo er 2022 am Norisring seinen ersten Sieg feierte – und Porsche zugleich den Premierenerfolg in der Serie bescherte. 2023 wurde er als erster Österreicher DTM-Champion. Drei Jahre später hat er diesen Erfolg eindrucksvoll wiederholt.

Sein Weg zum zweiten Titel verlief allerdings alles andere als geradlinig. Mit einem Heimsieg beim Auftakt auf dem Red Bull Ring in der österreichischen Steiermark startete der gebürtige Linzer furios in sein Meisterjahr. In den darauffolgenden sieben Läufen verpasste er jedoch stets die Top fünf. Eine ungewöhnliche Situation für den ehrgeizigen Rennfahrer, die für Frust sorgte. Dieser entlud sich am Norisring, als er sich über den Boxenfunk lautstark beschwerte. Doch auf eine mäßige erste Saisonhälfte gab Preining die richtige Antwort, die er als Tabellenachter abschloss. Die Jagd nach seiner zweiten DTM-Meistertrophäe schien neue Kräfte freizusetzen: Sechsmal in Folge fuhr Preining aufs Podium. Ein Kunststück, das in der GT3-Ära der DTM zuvor niemandem gelang. Das Sachsenring-Wochenende wird Preining besonders in Erinnerung behalten. Dort verwandelte er einen 16-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter Maro Engel mit den Plätzen zwei und drei in einen Vorsprung von 23 Zählern. Auch beim Showdown in Hockenheim präsentierte sich Preining nervenstark und machte seinen zweiten DTM-Titel perfekt.

Mit seinem zweiten Meisterstück ist Preining in seinem Porsche 911 GT3 R mit dem weltbekannten Grello-Design endgültig zu einem der prägenden Gesichter der DTM geworden. Ein Rennfahrer durch und durch, der den Nervenkitzel auf der Strecke liebt. Und eins dürfte mit Blick auf Preinings bemerkenswerte Karriere feststehen: Das letzte Kapitel seiner Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht geschrieben.


Eiskalt im Motodrom: Thomas Preining holt in Hockenheim zweiten DTM-Titel

  • Porsche-Pilot wird nach Platz drei im letzten Saisonlauf erneut Champion
  • Engel beendet erfolgreiche Saison mit einem Sieg und der Vizemeisterschaft
  • 112.000 Besucher erleben spannendes DTM-Finalwochenende in Hockenheim

Großer Jubel bei Manthey und Thomas Preining über den DTM-Gesamtsieg
Foto: ADAC-Motorsport

Perfekte Strategie, meisterlich umgesetzt: Thomas Preining (A/Manthey) hat sich am Sonntagnachmittag auf dem Hockenheimring nach einer fehlerlosen Vorstellung seinen zweiten DTM-Titel gesichert. Der Österreicher war mit einem Vorsprung von 20 Punkten als Meisterschaftsfavorit in den letzten Saisonlauf gegangen und machte mit einem dritten Platz den Titel klar. „Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens. Es ist schwer, die vielen Emotionen in Worte zu fassen. Beim Start war höchste Konzentration gefragt, um in keine Kollision verwickelt zu werden. Als ich nach der ersten Runde bereits auf Platz vier vorgefahren war, wusste ich, dass es ein großer Tag für uns werden kann“, sagte Preining. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) zeigte zum Abschluss noch einmal seine ganze Klasse. Der Routinier feierte nach einer starken Leistung seinen dritten Saisonsieg – das bedeutete für ihn die Vizemeisterschaft. Ricardo Feller (CH) überholte seinen Teamkollegen Preining in der letzten Runde und wurde Zweiter.

Die Teamwertung gewann Manthey vor dem Mercedes-AMG Team Winward Racing. Bei den Herstellern holte sich Mercedes-AMG den Titel vor Porsche. „Rookie of the Year“ wurde Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf). Das finale DTM-Rennwochenende auf dem Hockenheimring verfolgten 112.000 Besucher, die neben dem spannenden Meisterschaftskampf auch viel Show und Spektakel abseits der Strecke erlebten.

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 16 von 16

  • Streckenlänge: 4.574 Meter
  • Wetter: 15 Grad, heiter bis wolkig
  • Pole-Position: Bastian Buus (Land-Motorsport, Porsche 911 GT3 R #29), 1:36,923 Minuten
  • Sieger: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80)
  • Schnellste Runde: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:37,842 Minuten

Die Tribünen auf dem Hockenheimring waren voll besetzt, als das DTM-Feld um 16:30 Uhr zum letzten Mal in dieser Saison an den Start ging. Der Tabellendritte Engel musste einen Rückstand von 22 Punkten aufholen und begann das Rennen aggressiv. Auf Rang vier gestartet, machte der Mercedes-AMG-Pilot gleich zwei Plätze gut und übernahm hinter Pole-Setter Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) Platz zwei. Preining, als Siebter ins Rennen gegangen, schob sich auf Position drei vor. Dahinter folgten Feller und Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) im McLaren 720S GT3 Evo auf den Rängen vier und fünf. In Runde elf übernahm Engel nach einem starken Überholmanöver die Führung. Preining und Feller konnten ebenfalls am Dänen Buus vorbeiziehen.

Auch nach den beiden Pflichtboxenstopps blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Engel konnte sich am Ende vom Porsche-Trio absetzen und überquerte mit einem Vorsprung von über drei Sekunden als Sieger die Ziellinie. Hinter Feller, der in der letzten Runde an Preining vorbeiging, erzielte Buus als Vierter seine beste Saisonplatzierung. Dörr komplettierte die Top Fünf. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) wurde im Ferrari 296 GT3 Evo Sechster, Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) beendete das 16. Meisterschaftsrennen im BMW M4 GT3 Evo auf Position sieben. Der Franke rutschte damit in der Gesamtwertung von Platz zwei auf drei. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) sicherte sich im Rennen Rang acht. Die beiden Lamborghini-Piloten Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt) und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) belegten die Plätze neun und zehn.

Weitere Stimmen zum letzten Saisonrennen

Maro Engel: „Ich habe alles gegeben und nichts unversucht gelassen, aber am Ende des Tages haben wir leider ein bisschen zu viele Punkte liegen gelassen. Ich bin ein Kämpfer, sehe jeden Rückschlag als Motivation und werde noch stärker zurückkommen. Im Rennen bin ich ins Risiko gegangen. Für mich war es mein erster Sieg, den meine Tochter live vor Ort erlebt hat. Außerdem bin ich stolz, dass wir als Mercedes-AMG den Herstellertitel geholt haben.“

Ricardo Feller: „Ein Doppelpodium und der Titel in der Teamwertung sind ein überragender Abschluss der Saison. Im Duell mit Maro Engel konnte ich mich leider nicht verteidigen, er war einfach zu schnell. Insgesamt bin ich mit meiner Entwicklung über die Saison zufrieden. Ich musste mich in meinem ersten Porsche-Jahr in der DTM erstmal zurechtfinden. Diese Arbeit hat mir großen Spaß gemacht.“

Ergebnis, 16. Meisterschaftslauf, Hockenheimring (Top_Five)

1. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol)

2. Ricardo Feller (CH/Manthey), +3,058 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey), +3,698 Sekunden

4. Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), +3,994 Sekunden

5. Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport), +10,139 Sekunden


Finn Zulauf und Felix Hirsiger krönen sich mit Finalsieg zu den neuen Champions des ADAC GT Masters

  • Liqui Moly Team Engstler-Duo fährt in Hockenheim mit Rennsieg zum Titel
  • Vizemeister Tim Zimmermann und Leyton Fourie werden Zweite im Rennen
  • FK Performance Motorsport Teamchampion, Zulauf gewinnt „Road to DTM“

Finn Zulauf und Felix Hirsiger sind ADAC GT Masters-Champions 2026
Foto: ADAC-Motorsport

Die Champions des ADAC GT Masters 2026 heißen Felix Hirsiger (28/CHE) und Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus). Die beiden Lamborghini-Piloten vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport haben mit einem Sieg auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ihren ersten Titel in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC gewonnen. Zulauf sicherte sich mit diesem Erfolg gleichzeitig den Sieg in der „Road to DTM“-Wertung und somit das Nenngeld für die nächstjährige DTM-Saison. Im Ziel lag das neue Meister-Duo ausgerechnet vor ihren Titelkontrahenten Tim Zimmermann (30/Langenargen)/Leyton Fourie (21/ZAF/beide FK Performance Motorsport). Die BMW-Piloten kamen 5,680 Sekunden hinter den neuen Champions als Zweite über die Linie. „Ich bin extrem happy, habe aber noch nicht ganz realisiert, dass wir jetzt Meister sind“, strahlte Zulauf. „Das ist die erste Meisterschaft, die ich von der Seitenlinie gewonnen habe. Mein Stint war ehrlich gesagt stressiger als mir lieb war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich einen kleinen Abstand rausfahren konnte, musste aber Runde um Runde wirklich Druck machen.“ Teamkollege Hirsiger hatte zu jeder Zeit absolutes Vertrauen in Zulaufs Fähigkeiten, trotzdem fehlten ihm nach dem Titelgewinn etwas die Worte. „Mit diesem Titel ist ein Traum wahrgeworden. Der Druck hat sich über den ganzen Tag aufgebaut und vor dem Rennen war ich echt nervös. Unsere Konkurrenten waren so schnell zu Beginn und dann auch noch direkt hinter uns. Mein eigener Stint war einer der schönsten, den ich je hatte. Ich war so ruhig und gelassen und konnte es wirklich genießen. Danke an Finn und unser Team.“ Platz drei im Rennen ging an Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R.

Bei sonnigen Bedingungen und 15 Grad startete Zulauf von der Pole aus ins Rennen und hielt seine Position. Dahinter sortierten sich Niklas Kalus (21/Duisburg/Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3, Jamie Day (GBR/21/Comtoyou Racing) im Aston Martin sowie Fourie im BMW ein. Im Duell um Rang vier wurde Fourie zunächst von Emil Gjerdrum (19/NOR/Haupt Racing Team) im zweiten Ford getroffen und fiel zurück, dieser musste die Position aber wieder zurückgeben. Day verabschiedete sich nach einem unverschuldeten Dreher schließlich aus der Spitzengruppe und so trennte nur noch Kalus im Ford die beiden Titelkonkurrenten. Durch einen technischen Defekt rollte der Mustang allerdings nach knapp 20 Minuten Renndauer aus und Fourie erbte Rang zwei.

Von diesem Moment an fuhren die beiden Titelkontrahenten im Parallelflug um die Strecke. Der Abstand bewegte sich immer im Bereich zwischen drei und fünf Sekunden. Das änderte auch der Fahrerwechsel nicht, der ebenfalls gleichzeitig stattfand. Hirsiger ließ vorne nichts mehr anbrennen und fuhr vor Zimmermann über die Linie. Damit sind Zimmermann und Fourie zum zweiten Mal in Folge Vizemeister des ADAC GT Masters. „Was soll ich sagen? Das Team hat einen tollen Job gemacht, das Auto war sehr gut und Tim und ich haben alles versucht, um noch eine Chance auf den Titel zu bekommen. Leider haben über die vergangenen Rennwochenenden auch äußere Faktoren eine Rolle gespielt, auf die wir keinen Einfluss hatten“, erklärte Fourie nach Rang zwei enttäuscht.

Hinter dem Kampf um die Spitze, arbeiteten sich Kastelic und Lefterov von Startplatz sieben aus stetig nach vorne bis auf Rang vier. Das Duo kam spät zum Fahrerwechsel und schaffte so den Sprung am Ford von Fabian Dybionka (17/POL)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) vorbei, die letztlich Vierte wurden. „Das Podium ist sehr verdient“, strahlte Kastelic nach den Rennen. „Das Team hat einen tollen Pitstop hingelegt und bei diesen Streckenbedingungen haben wir das Maximum aus unserem Paket herausgeholt. Leider hat es nicht gereicht, um auf die Führenden aufzuschließen, aber dieses Podium ist ein schönes Ende der Saison.“

FK Performance Motorsport ist Teamchampion

Rang fünf ging an Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg) im zweiten BMW von FK Performance Motorsport. Mit diesen Punkten sicherte sich die Mannschaft aus Bremen den Gewinn in der Teammeisterschaft mit 39 Zählern Vorsprung auf das Liqui Moly Team Engstler Motorsport sowie 44 Punkten Vorsprung auf das Haupt Racing Team. Nach zwei Vizetiteln ist es der erste Sieg in der Teammeisterschaft für FK Performance Motorsport.

Robin Rogalski (26/POL)/Simon Connor Primm (21/Großschirma/beide HGL Racing) wurden im Audi nach einigen starken Zweikämpfen Sechste, dahinter kamen John Paul Southern (25/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini ins Ziel. Der Sieg in der Pro-AM-Wertung ging im Sonntagsrennen an das Gaststarter-Duo von Fulinrace Academy. Gerhard Tweraser (37/AUT)/Petr Fulin (49/CZE) wurden im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 Achte des Gesamtklassements. Die Top-10 wurden mit Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport) sowie Victor Nielsen (19/DNK)/Joseph Ellerine (23/ZAF/beide FK Performance Motorsport) von zwei BMW komplettiert.


Sonntag, 11. Oktober 2026

ADAC GT4 Germany: Denny Berndt und Lachlan Robinson sind die Champions 2026 der ADAC GT4 Germany

  • Porsche-Duo fängt Piana/Sylvestersson noch von der Tabellenspitze ab
  • Jan Philipp Springob und Philipp Gogollok mit Laufsieg in Hockenheim
  • Titel in Team-Wertung an AVIA W&S Motorsport

Champions der ADAC GT4 Germany: Lachlan Robinson (li.) und Denny Berndt
Foto: ADAC-Motorsport

Motorsport der Extraklasse und Spannung bis zur letzten Runde. Die Titelentscheidung der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring hätte sich Hollywood nicht besser ausdenken können. Immer wieder wechselte bei regnerischen Bedingungen im letzten Saisonrennen die Tabellenspitze. Letztendlich triumphierten Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (23/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4, die damit ihre Kontrahenten Gabriele Piana (40/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport, BMW M4 GT4) noch von der Tabellenspitze verdrängen konnten. Den Laufsieg sicherten sich Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4.

Zunächst deutete vieles auf eine Titelentscheidung zugunsten von Piana/Sylvestersson hin, die das Rennen auch von der Pole-Position aus starteten. Durch einen Crash in der Qualifikation musste der Porsche von Berndt/Robinson von der 15. Position aus losfahren. Piana behauptete zunächst die Spitze, doch Robinson hatte sich im Porsche in der ersten Rennhälfte bereits bis in die Top Sechs vorgearbeitet. Über allem schwebte das Thema Regen. Während der Aston Martin von Springob/ Gogollok als einziges Fahrzeug mit profilierten Reifen losfuhr, setzte das gesamte restliche Feld auf Slicks – und als sich der Niederschlag zu Rennmitte intensivierte, war klar, dass das COSY Racing by ESM-Duo richtig entschieden hatte. So konnten Springob/Gogollok einen ungefährdeten Laufsieg einfahren, der für Gogollok auch den Tages-Triumph in der Junior-Wertung bedeutete.

Nach dem Wechsel auf Regenreifen im restlichen Feld ging es im Titelkampf noch mehr zur Sache. Rund 25 Minuten vor Rennende setzte Berndt, der von Robinson übernommen hatte, das entscheidende Überholmanöver gegenüber Pianas Partner Sylvestersson. Bis zum Fallen der Zielflagge konnte Berndt noch bis auf die zweite Position nach vorne fahren und so den Titel für sich und Robinson klarstellen. Beide wurden zusätzlich auch Junior-Champion. Sylvestersson, der ebenfalls Vollgas gab, beendete das Rennen auf Platz vier – damit verpassten der Finne und Piana die Meisterehren denkbar knapp. Platz drei in der Tageswertung ging an Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche.

Mit dem Plätzen fünf und sechs für Nicolas Guillaume (20/BEL) und Frederic Zebis (17/DEN) sowie Hendrik Still (39/Kempenich) und Tim Horrell (36/USA) zeigte AVIA W&S Motorsport eine geschlossene Mannschaftsleistung. Zebis erkämpfte somit auch den Tagessieg in der Rookie-Wertung und Still/ Horrell in der PRO-AM-Wertung. Der Rennstall von Daniel Schellhaas konnte sich zudem über den Titel in der Team-Wertung freuen.

Platz sieben ging an Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT) im Toyota GR Supra GT4 vor Gianni van de Craats (21/NED) und Luis Beilicke (22/Graben-Neudorf, beide FK Performance Motorsport, BMW) und Oskar Dix (20/GBR) und Egor Litvinenko (21, beide Wimmer Werk Motorsport, Porsche). Die Top Zehn komplettierten Linus Hahne (22/Oelde) und Philip Wiskirchen (22/Euskirchen, beide ME Motorsport) im BMW.

Stimmen zum Rennen

Jan Philipp Springob – Laufsieger für COSY Racing by ESM

„Es war das verrückteste Rennen, das ich jemals gefahren bin. Wir haben in der Startaufstellung gesehen, dass alle auf Slicks gingen. Somit wollten wir genau das Gegenteil machen. In den ersten Minuten sahen wir aus, wie die größten Verlierer. Doch dann schlug das Pendel zu unseren Gunsten aus. Der Laufsieg ist ein versöhnliches Saisonende.“

Philipp Gogollok – Laufsieger für COSY Racing by ESM

„Ein lachendes und ein weinendes Auge. Denn unser Ziel war die Meisterschaft. Das funktionierte leider nicht, da wir gestern unfassbar viel Pech hatten. Heute pokerten wir in Bezug auf die Reifenwahl. Das hat sich ausgezahlt. Wir freuen uns über die Laufsieg und Platz drei in der Gesamtwertung ist auch nicht schlecht.“

Lachlan Robinson – Champion 2026 mit AVIA W&S Motorsport

„Ich kann es noch gar nicht fassen. Als ich am Freitag ins Bett ging, dachte ich alles wäre verloren. Doch dann entwickelte sich alles in unsere Richtung und wir haben es umgesetzt. Wir sind natürlich überglücklich.“

Denny Berndt – Champion 2026 mit AVIA W&S Motorsport

„Es war ein turbulentes Wochenende – und aktuell habe ich noch nicht wirklich realisiert, was wir erreicht haben. Das ist aber wohl normal in so einer Situation. Der Titel war absolutes Teamwork. Wir werden heute alle zusammen ordentlich feiern. Es ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere.“


DTM Pole-Debüt für Buus – Engel erhöht als Dritter Druck auf Preining

Bastian Buus hat auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg im letzten Qualifying der DTM-Saison 2026 seine erste Pole-Position geholt. Der Däne war am Sonntagmorgen im Porsche 911 GT3 R mit einer Rundenzeit von 1:36,923 Minuten der Schnellste und geht von Startplatz eins aus ins finale Saisonrennen. Der Tabellendritte Maro Engel belegte im Mercedes-AMG GT3 Rang drei und erhöht damit den Druck auf Thomas Preining. Der Spitzenreiter wurde im Porsche 911 GT3 R Siebter. Schwer wird es für den Gesamtzweiten Marco Wittmann: Der BMW-Pilot beendete das Zeittraining auf Position 16.

Bastian Buss, Porsche 911 GT3 #29
Foto: Jens Hawrda

Buus freute sich nach einem starken Qualifying über seinen ersten Pirelli Pole Position Award, den er vom DTM-Maskottchen Dash erhielt: "Eine Pole-Position war die ganze Saison über unser Ziel. Wir kämpfen zwar nicht um die Meisterschaft, aber es geht auch um den letzten Rennsieg des Jahres. Den möchte ich unbedingt holen", sagte der 23-Jährige. Mit dem hauchdünnen Rückstand von 0,006 Sekunden wurde sein Markenkollege Ricardo Feller Zweiter vor Engel, der sich als Dritter des Qualifyings einen möglicherweise noch wichtigen Zähler für die Meisterschaft sicherte. "Das Auto hat sich richtig gut angefühlt. Schade, dass es nicht für die Pole-Position gereicht hat. Mir ist klar, dass für den Titelgewinn eine Menge Dinge passieren müssen. Aber wir glauben an unsere Chance, wollen das Rennen gewinnen und werden dann sehen, für was es reicht", erklärte Engel. Jules Gounon bestätigte seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen mit Rang vier. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten die Ferrari-Piloten Matteo Cairoli und Thierry Vermeulen vom Team Emil Frey Racing.

Tabellenführer Preining beendete das Zeittraining auf Position sieben und bilanzierte: "Wir haben eine gute Ausgangslage, aber das Rennen am Samstag hat gezeigt, wie verrückt es in der DTM zugehen kann. Ich darf keine Fehler machen und bin mir sicher, dass es ein aufregendes Rennen wird." Für Wittmann bleibt auf Startplatz 16 nur die Flucht nach vorn. "Wir hatten bereits am Samstag nicht die nötige Pace. Das Team hat ein paar Details angepasst, leider hat es nicht für mehr gereicht. Ich werde kämpfen und alles geben, aber natürlich wird es eine große Herausforderung, nochmal ernsthaft ins Titelrennen einzugreifen", meinte der Fürther.

Bei kühlen Temperaturen von elf Grad Celsius gingen die DTM-Fahrer am Sonntagmorgen auf dem Hockenheimring ins letzte Qualifying der Saison. Zunächst mussten die Pirelli-Slicks auf die ideale Arbeitstemperatur gebracht werden, dann wurden die schnellen Runden gefahren. Buus und Feller wechselten sich mit Bestzeiten an der Spitze ab, ehe Engel in seinem finalen Umlauf die Führung übernahm. Doch Feller und Pole-Setter Buus fingen den 41-Jährigen im allerletzten Moment noch ab.

Ergebnis Qualifikation, 16. Saisonlauf, Hockenheimring (Top-Five)

  1. Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), 1:36.923 Minuten
  2. Ricardo Feller (CH/Manthey), +0.006 Sekunden
  3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0.128 Sekunden
  4. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +0.139 Sekunden
  5. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.154 Sekunden

Quelle: dtm.com