Freitag, 17. Juli 2026

Von Baby-Benz bis Class 1: DTM-Ikonen in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Auf die Besucher der DTM in Oschersleben wartet ein besonderes Highlight im Rahmenprogramm: Die DTM Classic bringt legendäre Rennfahrzeuge aus der mehr als 40-jährigen Geschichte der Serie zurück auf die Strecke. Bei Showfahrten an allen drei Veranstaltungstagen lassen Klassiker aus vier Dekaden die Herzen der Besucher höherschlagen. Vom Mercedes-Benz 190 E, BMW M3 und Ford Sierra der 1980er Jahre bis hin zu den spektakulären Class-1-Boliden der 2000er geht ein hochkarätiges Feld bekannter Fahrzeuge an den Start.

Das älteste Fahrzeug im Feld ist ein Mercedes 190 E 2.3-16V aus dem Jahr 1986. Ein echtes DTM-Original, das 1987 mit Ludwig Weber am Steuer an den Start ging und noch heute in der damaligen Optik unterwegs ist. Der frühe „Baby Benz“ steht exemplarisch für die seriennahen Anfangszeiten der DTM. Auch die Eskalationsstufe der Baureihe aus den frühen 1990er Jahren, der Evolution II, ist in Oschersleben vertreten. Gleiches gilt selbstverständlich für den großen Erzrivalen den BMW E30 M3, der gleich mehrfach auf der Starterliste steht.

Dass nicht nur die Schwaben und Bayern DTM können, bewies unter anderem Ford schon früh. Der Ford Sierra RS500 Cosworth fuhr 1988 mit Klaus Ludwig am Steuer den Gesamtsieg ein und setzte dabei dank leistungsstarker Turbo-Technik neue Maßstäbe. Der legendäre „Cossi“ darf deshalb auch in Oschersleben nicht fehlen. Auch Opel prägte die DTM über viele Jahre hinweg, insbesondere die 1990er Jahre waren spektakulär. Der Omega Evo 500 zählt bis heute zu den großen Fanlieblingen aus Rüsselsheim und ist in Oschersleben mit von der Partie.

Ein originaler ABT Audi TT-R aus dem Jahr 2000 steht stellvertretend für die Ära der damals neu geschaffenen Deutschen Tourenwagen Masters. In der Premierensaison wurde das Soundmonster in Oschersleben vom Briten James Thompson pilotiert. Für noch mehr Class-1-Spektakel in der Börde sorgt Stefan Mücke. Er pilotiert eine originale DTM AMG Mercedes C-Klasse von 2005, die er bereits zu seiner aktiven DTM-Zeit in Oschersleben bewegte.

Die historischen Fahrzeuge sind an allen drei Veranstaltungstagen fester Bestandteil des Programms. Insgesamt sechsmal sind die Klassiker in Oschersleben auf der Strecke und präsentieren die Entwicklung der DTM von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Die Auftritte finden am Freitag, 24. Juli, um 13:45 Uhr und 17:00 Uhr, am Samstag, 25. Juli, um 12:00 Uhr und 17:15 Uhr sowie am Sonntag, 26. Juli, um 11:25 Uhr und 16:30 Uhr statt

Quelle: dtm.com

Donnerstag, 16. Juli 2026

DTM trifft Kart: Maini und Schumacher starten bei der Deutschen Kart-Meisterschaft

DTM Ford-Pilot Arjun Maini startet in Ampfing bei der Deutschen Kart Meisterschaft
Foto: ADAC-Motorsport

DTM-Fahrer Arjun Maini und ProSieben-Experte David Schumacher wechseln für ein Rennwochenende ins Kart: Die beiden Ford-Werksfahrer treten am kommenden Wochenende (17. bis 19. Juli) bei der Deutschen Kart-Meisterschaft in Ampfing an und starten in der OK-N-Kategorie. Genau in dieser Klasse ist seit diesem Jahr das Nachwuchsförderprogramm „Road to DTM“ des ADAC vollständig verankert. Hintergrund der beiden Gaststarts von Maini und Schumacher ist die neue Partnerschaft zwischen dem Rennstall HRT und dem Arena E Sachsenring Junior Team.

Maini pilotiert in der DTM einen Ford Mustang GT3 von HRT Ford Racing. „Es ist schon lange her, dass ich zuletzt Kart gefahren bin. Entsprechend groß ist die Vorfreude. Aber natürlich wird auch mein Ehrgeiz geweckt und ich möchte ein gutes Ergebnis einfahren“, sagt Maini. Schumacher wurde 2017 Vizemeister der Deutschen Kart-Meisterschaft, startete später selbst in der DTM und ist den Fans heute als Experte beim TV-Partner ProSieben bekannt. „Wir gehen an den Start, um den Kartsport zu unterstützen und ihm mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Für Arjun und mich steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Wir wollen schöne Rennen fahren und das Wochenende genießen“, verrät Schumacher. Beide Fahrer kennen den Weg vom Kart in den professionellen Automobilsport aus eigener Erfahrung. In Ampfing wollen Maini und Schumacher ihre Erfahrungen mit den Nachwuchsfahrern teilen und Einblicke in den Profimotorsport geben.

Die „Road to DTM“ ist das Nachwuchsförderprogramm des ADAC und bietet Talenten einen klaren Karriereweg vom Kartsport bis in die DTM. Mit der Neuausrichtung für 2026 ist die Förderung innerhalb der DKM vollständig in der OK-N-Kategorie angesiedelt. Für den Meister wird die Startgebühr für den BMW M2 Cup oder die ADAC GT4 Germany in der Folgesaison übernommen. Vom BMW M2 Cup beziehungsweise der ADAC GT4 Germany führt der Förderweg über das ADAC GT Masters bis in die DTM. Auch die Champions des BMW M2 Cup und der ADAC GT4 Germany erhalten Förderpakete für die darauffolgende Saison.

Wie der Aufstieg über die „Road to DTM“ gelingen kann, zeigt Mainis DTM-Teamkollege Finn Wiebelhaus (Obertshausen). Von seinen erfolgreichen Anfängen im ADAC Kart Masters und in der Deutschen Kart-Meisterschaft stieg er über das ADAC Formel 4 Junior Team in das ADAC GT Masters auf, gewann 2025 den Titel sowie die „Road to DTM“-Wertung und schaffte dieses Jahr den Sprung in die DTM. Am Norisring jubelte der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport bereits über sein zweites Podiumsergebnis.

Hinter den Gaststarts von Maini und Schumacher in Ampfing steht die neue Partnerschaft zwischen HRT und dem Arena E Sachsenring Junior Team. Gemeinsam wollen beide Partner Talente bereits im Kartsport begleiten und ihnen den Übergang in den Automobilsport erleichtern. HRT bringt dafür seine Erfahrung aus dem internationalen GT-Sport und der DTM ein, das Junior Team seine Kartsport-Infrastruktur in Mülsen.

Quelle: dtm.com

Superbike: Lukas Tulovic in Bestform im Rennen der Ducati-Superstars

Ducati hat ganz groß den 100. Geburtstag gefeiert und Lukas Tulovic sich in Bestform präsentiert.
Foto: Alex Farinelli (FARO)

Leidenschaft, Mut, Erfindergeist – das steht für Ducati. Am 4. Juli 1926 wurde das Unternehmen in Bologna gegründet und deshalb der 100. Geburtstag der Marke auf dem Misano World Circuit gefeiert. EURO MOTO-Superbiker Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) war als nationaler Meister ein Teilnehmer am exzellent besetzten „Race of Champions“ und sah nach zehn Runden als Neunter die Zielflagge.

Die World Ducati Week war eine gigantische Party auf dem World Circuit Marco Simoncelli. Zeitweise wurde sogar der Einlass der Fans gestoppt, denn im offenen Fahrerlager herrschte Ausnahmezustand. Das einzigartige Duell zwischen Ducatis MotoGP- und Superbike-Fahrern war der absolute Höhepunkt der Festivitäten – und Lukas Tulovic mittendrin.

Im „Race of Champions“ traf der einzige Deutsche am Start auf Ducati-Koryphäen wie Supersport-Weltmeister Nicolò Bulega, der das Rennen gewann. Und auf MotoGP-Weltmeister Francesco „Pecco“ Bagnaia, den zweifachen Superbike-Weltmeister Álvaro Bautista sowie auch auf den zu den erfolgreichsten Rennfahrern in der Motorradgeschichte gehörenden Marc Márquez. Der neunfache Weltmeister hielt sich im Show-Rennen jedoch zurück. „Der hat kein Gas gegeben“, merkte Tulo sofort. „Wir sind alle mit identischen Ducati V4S Tricolore gefahren, nur dass die Motorräder der WM-Fahrer ihr eigenes Design hatten.“

Was hat der Ausflug nach Italien für Tulovic gebracht? „Ich habe mit allen Größen in Kontakt gestanden. Ducati CEO Claudio Domenicali und MotoGP-Rennsportchef Gigi Dall’Igna waren schon vor dem Rennen bei mir. Es war ein Showrennen, aber alle Leute haben es gesehen und das war wichtig. Es war eine Kombination aus Präsentation und sportlichem Anspruch.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Superbike: Pax Hobelsberger zieht einen Strich unter die Saison

Patrick Hobelsberger beendet die Saison
Foto: Jens Hawrda

Patrick „Pax“ Hobelsberger hat die Reißleine gezogen. Nach dem Verlust des Hauptsponsors und einen missglückten Start in die EURO MOTO Superbike und dem Tiefpunkt in Most fährt der 29-jährige Bayer in diesem Jahr keine Rennen mehr.

Als die Superbike-Klasse am vergangenen Wochenende im tschechischen Most um Meisterschaftspunkte fuhr, war Pax schon weg. Nach Hause. In die Heimat nach Landau an der Isar. Mit einem Haken an der Saison. Damit schrumpfte die Honda-Quote im Teilnehmerfeld enorm. Es gab ohnehin nur zwei CBR 1000 RR-R. Jetzt ist Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) wieder der einzige Fahrer, der die Fireblade an den Start schiebt. Im Moment ist er Dritter in der Gesamtwertung. Hobelsberger wird dieses Jahr nicht mehr fahren. „Am Samstag nach der Qualifikation habe ich mich dazu entschlossen, einen Strich unter die Saison zu ziehen“, sagt der Drittplatzierte von 2023 – damals im Team GERT56 auf BMW.

Mit seinem eigenen Hobelsberger Racing Team lief es nicht rund. „Wir haben vor ein paar Wochen unseren Hauptsponsor verloren, der gute 85 bis 90 Prozent unseres Budgets abdeckt.“ Am Sachsenring erkrankte Hobelsberger und war über mehrere Wochen nicht fit. Wenig Schlaf, viel Arbeit in der Motorrad-Werkstatt, beim Coaching, das eigene Training und etliche Stunden im Auto haben ihn belastet. „Vor allem kam das Wissen dazu, dass aufgrund des mangelnden Budgets kein Fehler passieren darf.“

Hobelsberger sagt, er habe sich nicht mehr aufs Rennfahren konzentriert, sondern mehr Energie verwendet, dass überhaupt alles funktioniert. Er habe weder sein Potenzial noch das seines Motorrads zeigen können. Pax Hobelsberger ist dieses Jahr nicht in Form gekommen, stattdessen ging es nur bergab. Dabei wollte er eigentlich vorn mitmischen. Sein Plan, nach den erfolgreichen Testfahrten im Winter nicht nur anzutreten, um nur zu gucken, ist nicht aufgegangen. Vier Punkte hat er geholt.

Pax verabschiedet sich mit den Worten: „Für mich ist hier Endstation. 2026 werde ich keine Rennen mehr fahren. Wie es in der Zukunft weitergeht, weiß ich noch nicht, außer dass jede Mühe und all meine Energie weiterhin in den Motorsport gehen. Wer weiß, welche Türen sich in Zukunft öffnen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 15. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Highspeed-Crash in Suzuka – Lehmann unterm Messer

Yamaha-Fahrer Lennox Lehmann muss sich einer Operation unterziehen und darf keine Zeit verlieren.
Foto: Dino Eisele

Der Traum vom legendären 8-Stunden-Rennen von Suzuka ist für Lennox Lehmann geplatzt. Nach einem heftigen Highsider im freien Training am Freitag muss der 20-jährige Dresdner den dritten Lauf der FIM Endurance World Championship (EWC) in Japan vorzeitig abhaken und die Heimreise antreten.

Nach dem zweiten Platz in der EURO MOTO Supersport in Most war es für Lehmann (Team Apreco Yamaha) direkt in den ersten Flieger in Richtung Suzuka gegangen. Gemeinsam mit Dirk Geiger und Twan Smits wollte Lehmann in Japan für Motobox Kremer Racing angreifen – doch dann folgte der Schock. Im Freitagstraining stürzte er mit der Yamaha YZF-R1 bei vollem Speed auf der Start-Ziel-Geraden per Highsider. Auf diesem Abschnitt ist ein solcher Sturz absolut ungewöhnlich. Vieles deutete darauf hin, dass sich Flüssigkeit auf der Strecke befand.

Lehmann überschlug sich mehrfach und schlitterte über den Asphalt. Wie heftig der Crash war, zeigen nicht nur die völlig zerstörte Lederkombi und der Helm, sondern auch die von der EWC veröffentlichten Videoaufnahmen.

Lehmann wurde bereits operiert

Glück im Unglück: Lehmann kam im Randbereich der Strecke zu Fall. Er wurde von keinem nachfolgenden Fahrer getroffen und konnte die Strecke aus eigener Kraft verlassen. Er hat sich den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen. Nach Rücksprache mit seiner Ärztin und den Physiotherapeuten wurde klar, dass der Bruch komplizierter ist als zunächst angenommen und schnellstmöglich operiert werden muss – auch im Hinblick auf die EURO MOTO-Saison. Lehmann ist Dritter in der EURO MOTO Supersport-Gesamtwertung. Für den Sachsen war das Suzuka-Wochenende damit beendet. Das Rennen bestreiten Twan Smits und Dirk Geiger ohne ihn. Lehmann wurde bereits am Montag nach dem Rennwochenende im Krankenhaus zur Operation erwartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek