Dienstag, 13. Oktober 2026

Denny Berndt und Lachlan Robinson: Die neuen Champions der ADAC GT4 Germany im Portrait

  • Porsche-Duo holt den Titel im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring
  • Berndt/Robinson gewannen drei Saisonrennen
  • Für beide ist es der erste Titel auf der ADAC Motorsport-Plattform

Champions der ADAC GT4 Germany 2026: Denny Berndt (li.) und Lachlan Robinson
Foto: ADAC-Motorsport

Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (23/AUS) haben es geschafft. Mit einem zweiten Platz im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring krönten sich die Porsche 718 Cayman GT4-Piloten zum Champion 2026. Zum zweiten Mal nach 2024 sitzen die Titelträger der ADAC GT4 Germany in einem Porsche des schwäbischen Rennstalls AVIA W&S Motorsport. „Gratulation an Denny und Lachlan. Sie waren die gesamte Saison über richtig stark unterwegs und haben stets kühlen Kopf bewiesen“, lobt Teamchef Daniel Schellhaas seine Erfolgspiloten. „Sie passen wirklich gut zusammen, da sie beide extrem ruhige Typen sind, die immer überlegt agieren. Es ist sehr angenehm, mit ihnen zu arbeiten. Ich hoffe, dass sie heute einmal so richtig ihre Emotionen herauslassen.“

Die Saison 2026 entwickelte sich zu einem spannenden Dreikampf zwischen Fahrer-Duos von drei unterschiedlichen Marken – und Berndt/Robinson waren von Anfang mit dabei. Beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring konnten direkt zwei Podiumsplatzierungen eingefahren werden. Den ersten Laufsieg gab es im Samstagsrennen auf dem Norisring. Platz zwei in Sonntagsrennen rundete das Rennwochenende in Nürnberg erfolgreich ab. „Mein persönliches Highlight der Saison war die Pole-Position auf dem Norisring, da ich diese überhaupt nicht erwartet hatte“, blickt Robinson zurück. Nicht nach Plan lief es hingegen in der Motorsport Arena Oschersleben. Das Rennwochenende in der Magdeburger Börde war das einzige, an dem die neuen Champions nicht auf dem Podium standen. „Doch selbst das war kein wirklicher Tiefpunkt. Denn auch in Oschersleben hatten wir im Cockpit alles gegeben – und vor allem Spaß auf und abseits der Strecke“, fügt Berndt an. Der nächste Laufsieg folgte im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. Mit einem Podium auf dem Sachsenring untermauerten Berndt/Robinson ihre Titelambitionen. Somit reisten sie als Tabellenführer zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Mit einem achten Platz, einem weiteren Sieg und einem zweiten Rang im badischen Motodrom krönten sie sich letztendlich zum Champion. „Einer der Hauptfaktoren für den Titel war sicherlich unsere Konstanz. Vielleicht außer Oschersleben konnten wir an jedem Rennwochenende mit um die Siege kämpfen. Das war der Schlüssel“, analysiert Robinson.

Lachlan Robinson wurde in Großbritannien geboren. Beide Elternteile stammen jedoch aus Australien. Als er sechs Monate alt war, zog die Familie nach Dubai, wo sie noch immer wohnt. Robinson kam durch seinen Vater zum Motorsport, da dieser seit jeher ein großer Rennsport-Fan ist. Bei der Geburtstagsfeier seines Bruders ging es auf eine Kartbahn – und so saß Robinson erstmals am Steuer. 2014 bestritt er in Dubai sein erstes Rennen. Bis 2023 blieb er dem Kartsport treu. Im selben Jahr erfolgte der Wechsel in den GT4-Sport mit einem Gaststart in der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring. Seitdem gibt er in der Serie Vollgas und konnte sich von Jahr zu Jahr steigern. „Lachlan ist ein richtig schneller Pilot und wir kommen auch privat super zurecht“, beschreibt Berndt seinen Teamkollegen. Dadurch, dass Robinson in Dubai wohnt, ist Freizeitsport im Freien kaum möglich. „Dafür ist es viel zu heiß“, erklärt er. „Somit sitze ich eher im Simulator. Das genieße ich sehr. Außerdem coache ich in Dubai auch einige Kartpiloten.“

Der Berliner Berndt saß mit vier Jahren zum ersten Mal im Kart und absolvierte später viele Rennen. Nach Gaststarts 2022 im BMW 318ti Cup bestritt er 2023 seine erste volle Auto-Saison im BMW M2 Cup. Seit 2024 ist er in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Denny ist ein echter Ruhepol, nie gestresst und strahlt extreme Kontrolle aus. Das hilft uns am Rennwochenende wirklich sehr, da wir fokussiert arbeiten können“, blickt Robinson auf seinen Teamkollegen. Berndt hat im Januar 2026 seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker abgeschlossen und arbeitet im Betrieb seines Vaters in einer typenoffenen Werkstatt. „In Berlin ist es nicht so heiß wie in Dubai – somit mache ich seine Trainingseinheiten einfach mit“, lacht Berndt. „Ich gehe ins Fitnessstudio, fahre Rad und gehe regelmäßig joggen.“

Wie es in der Saison 2026 mit den beiden Champions weitergeht, ist noch nicht final fixiert. „Das Programm Road to DTM ist interessant für mich – genauso wie der GT3-Sport. Es wäre eine Ehre, im ADAC GT Masters antreten zu dürfen. Wir müssen jedoch abwarten, wie sich alles über den Winter entwickelt. Aber es wäre auch genial, die Möglichkeit zu haben, den Titel in der ADAC GT4 Germany verteidigen zu können“, schaut Robinson auf 2027. Ähnlich sieht es Berndt: „Die Unterstützung seitens des ADAC über das Programm Road to DTM finde ich super und hilfreich. Als junger Fahrer geht der Blick immer nach oben. Es wäre sicherlich wertvoll, den Titel zu verteidigen. Aber wir schauen natürlich auch in Richtung GT3 und ADAC GT Masters.“


Jederzeit auf Augenhöhe: Hirsiger/Zulauf sind die Meister 2026 im ADAC GT-Masters

  • Die Liqui Moly Team Engstler-Piloten Felix Hirsiger und Finn Zulauf im Portrait
  • Spektakuläre Siege, bedingungslose Ehrlichkeit und kein Platz für Egos
  • Zwischen Luxus-Autos, BWL-Studium, Risikofreude und Marotten

Felix Hirsiger (l.) und Finn Zulauf nach ihrem Titelgewinn in Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Felix Hirsiger und Finn Zulauf sind ADAC GT Masters-Champions 2026. Im finalen Rennen der Saison auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ließ das Duo nichts mehr anbrennen und gewann souverän das Rennen und mit 13 Punkten Vorsprung den Titel. Mit fünf Siegen, zwei Podiumsplatzierungen und fünf herausgefahrenen Pole-Positions haben der Schweizer Hirsiger und Zulauf aus Königsstein im Taunus den zweiten Titel in der Geschichte des ADAC GT Masters für das Liqui Moly Team Engstler Motorsport erzielt. „Wir sind ADAC GT Masters-Champions 2026. Wir haben uns sehr gewünscht, genau das am Ende des Jahres sagen zu können. Im ersten Anlauf direkt Meister zu werden, ist mehr, als wir uns erträumt hatten“, strahlt Hirsiger. Teamkollege Zulauf hat gleich zwei Gründe zum Jubeln, denn er hat darüber hinaus die „Road to DTM“ gewonnen. „Es ist eine sehr coole Story, dass ich nach dem Erfolg in der ADAC GT4 Germany nun auch das ADAC GT Masters gewonnen habe und damit der erste Fahrer bin, der die „Road to DTM“ in beiden Meisterschaften für sich entschieden hat“, erklärt Zulauf. „Ich bin dem ADAC sehr dankbar, dass ich diese Erfolgsleiter immer weiter hochklettern durfte. Ein großes Dankeschön gilt nochmals unserem Liqui Moly Team Engstler Motorsport. Sie haben über die Saison und auch beim Finale alles gegeben – das gilt auch allen Leuten, die im Hintergrund stehen, aber für den Erfolg ungemein wichtig waren.“

Die Wettquoten auf einen Titelgewinn des Lamborghini-Duos wären vor der Saison wohl nicht all zu hoch ausgefallen. Der 22-jährige Zulauf hatte zwar bereits einen Sieg aus der Vorsaison zu Buche stehen, doch Hirsiger brachte kaum Erfahrung im GT3-Auto mit und ihr Team hatte 2011 zum letzten Mal im ADAC GT Masters gewonnen. Intern bestand jedoch nie ein Zweifel. „Das Vertrauen war von Beginn an vorhanden“, erinnert sich Zulauf. „Ich habe seine Onboard-Videos gesehen und wusste, dass ich entspannt bleiben kann, wenn Felix im Auto sitzt.“

Das bestätigte sich schon am ersten Wochenende am Red Bull Ring. Mit einem spektakulären Sieg und einem weiteren Podiumsplatz übernahm das Duo die Tabellenspitze und ließ weitere Erfolge in Zandvoort und am Nürburgring folgen. Endgültig zu absoluten Top-Favoriten machten sich Hirsiger und Zulauf am Salzburgring, als sie vom letzten Startplatz aus durchs gesamte Feld pflügten und schließlich ihren vierten Saisonsieg feierten. „Finn und ich waren in diesem Rennen außerhalb von uns selbst, haben Leistungen abgerufen, die wir vorher noch nie so abgerufen haben, obwohl wir schon gewonnen hatten. Das hat für sich gesprochen“, erinnert sich der 28-jährige Hirsiger. „Das war nicht einfach ein weiterer Sieg, sondern steht auf einem Level mit dem Erfolg am Red Bull Ring in der letzten Kurve.“

Als größte Stärken sieht das Duo seinen sehr ähnlichen Fahrstil und die große Sympathie und Harmonie untereinander. „Ego hatte bei uns nie einen Platz“, erklärt Hirsiger. Zudem waren beide in allen Situationen bedingungslos ehrlich zueinander und hielten sich auch mit Kritik nicht zurück. Dabei stand immer im Fokus, zu keiner Zeit den Spaß zu verlieren und auch in schwierigen Momenten den anderen niemals persönlich anzugreifen.

Ähnlich reflektiert handelt Zulauf auch privat. Der 22-Jährige hat sich neben seiner Karriere im Motorsport für ein BWL-Studium entschieden. „Leistungssport ist wunderbar, aber man darf sich nicht blind darauf verlassen, dass es immer so weitergeht. Mit diesem Studium habe ich viele Möglichkeiten“, schildert Zulauf. In seiner Freizeit fährt er gerne Ski und geht sehr oft joggen. Dabei achtet er akribisch auf seine Ernährung und kocht seine Mahlzeiten meist selbst, um einen genauen Überblick über Zutaten und Nährwerte zu behalten. Seine Akribie findet sich auch in strikten Zeitplänen und einer kleinen Marotte wieder. „Ich kann zum Beispiel nur bei Klima auf 20 oder 22 Grad fahren, es müssen immer gerade Zahlen sein – auch bei der Lautstärke des Fernsehers. Das ist für mich nicht verhandelbar“, lacht der 22-Jährige.

Seine ersten Gehversuche im Motorsport unternahm er mit sieben Jahren, als ihm seine Eltern ein Kart schenkten. Seither arbeitete er sich stetig nach oben. 2020 stieg er ins Rennauto und schon ein Jahr später ging er in der ADAC GT4 Germany an den Start. Dort gelang ihm auch sein erster großer Erfolg im Motorsport: 2024 krönte er sich zusammen mit Josef Knopp zum Champion und gewann gleichzeitig die „Road to DTM.“ Seit 2025 startet er im ADAC GT Masters und überzeugte auch hier. Direkt an seinem Debüt-Wochenende erzielte er eine Pole-Position und ließ vier weitere sowie insgesamt sechs Siege und drei Podestplätze folgen.

Hirsiger kam durch seinen Vater, der 2022 verstorben ist, zum Motorsport. Jeden Sonntag gab es nur den Weg zur Kartbahn und schon bald wurden die Anstrengungen von zwei nationalen Meistertiteln gekrönt. Es folgten zwei Jahre in der französischen Formel 4, doch aus finanziellen Gründen endete der Weg im Motorsport zunächst und Hirsiger fand im Radsport seine neue Heimat. Über Sponsoren und Geld von Freunden gelangen ihm zumindest vereinzelte Einsätze in der DTM Trophy oder dem Porsche Carrera Cup, der eigentliche Fokus lag allerdings auf dem Driver Coaching, um die Nähe zum Motorsport nicht zu verlieren. Die Wende brachte im Jahr 2024 der Gewinn der Meisterschaft im Porsche Sports Cup Suisse, die nur ein Jahr später vom Titel in der Ferrari Challenge Europe gekrönt wurde.

Für den Schweizer ist Motorsport aber viel mehr als das reine Fahren. „Was mich extrem fasziniert, ist der mentale Aspekt dahinter“, erklärt der 28-Jährige. Vorbilder waren für ihn in dieser Hinsicht Jenson Button oder Jim Clark und aktuell Lewis Hamilton. „Er ist ein Phänomen, was seine mentale Stärke betrifft, und ich würde mir gerne ein paar Scheiben abschneiden.“ Privat liebt Hirsiger das Risiko und gibt das auch offen zu. Er besitzt gemeinsam mit zwei Freunden und einem Investor eine Autogarage im Schweizer Kanton Zug und handelt mit normalen Fahrzeugen sowie Luxus- und Sportwagen. Arbeitsintensive Tage im Autohandel, gepaart mit zahlreichen Wochenenden an der Rennstrecke sowie dem dazugehörigen Training lassen kaum mehr Freizeit. Lediglich für eine Sache nimmt sich der erfolgreiche Geschäftsmann immer Zeit: gemeinsame Stunden mit seiner Familie.


Montag, 12. Oktober 2026

Thomas Preining – der DTM-Champion 2026 im Porträt

  • Zweiter Titel in vier Jahren: Preining steigt in elitären Kreis auf
  • Porsche-Werksfahrer gewinnt als erster Österreicher zweimal die DTM

Der neue DTM-Champion: Porsche-Werksfahrer Thomas Preining
Foto: Jens Hawrda

Thomas Preining hat es wieder geschafft: Mit seinem zweiten Titel in vier Jahren schreibt der Österreicher ein weiteres Kapitel DTM-Geschichte. Der Porsche-Werksfahrer ist in der über 40-jährigen Historie der Serie erst der achte Pilot, der sich mindestens zweimal zum Champion krönt – und zugleich der erste Österreicher, dem dieses Kunststück gelingt. „Wir haben in der Schlussphase der Saison unter Druck keine Fehler gemacht, das war entscheidend für diesen Erfolg. Ich habe in Hockenheim schon mehrfach um den DTM-Titel gekämpft, diese Erfahrung hat mir sicher geholfen. Ich bin unglaublich stolz auf diese großartige Teamleistung“, sagte der neue Champion nach dem entscheidenden Sonntagsrennen in Hockenheim.

Preining liebt harte Rad-an-Rad-Duelle – und die DTM bietet ihm die perfekte Bühne dafür. „In der DTM kann ich als Rennfahrer meine Leidenschaft auf der Strecke ausleben“, erzählt der 28-Jährige. „Das ist die Art von Racing, die mir am meisten Spaß macht. Genau deswegen hat mir diese Serie schon als Kind so gefallen. Natürlich kommt es immer darauf an, was der Rennleiter zulässt. Aber ich denke, innerhalb eines geregelten Rahmens haben wir Fahrer ziemlich viele Freiheiten und es darf Tür an Tür schon ein bisschen Kontakt geben. Genau dafür steht die DTM.“

Geboren in Linz, wuchs Thomas Preining in einer motorsportbegeisterten Familie auf: Vater Andreas fuhr von 1989 bis 1994 in der Motorrad-WM und wurde auch durch das Sponsoring von Ex-Erotikdarstellerin Dolly Buster international bekannt. Daher war es wenig überraschend, dass auch Sohn Thomas früh vom Motorsport fasziniert war. „Als Kind habe ich Valentino Rossi im Fernsehen ganz genau beobachtet“, erinnert sich Preining. „Ein Ausnahme-Sportler, der damals in seiner eigenen Welt unterwegs war. Ich durfte Rossi sogar mal persönlich kennenlernen. Er hat sich in seiner Karriere alles hart erarbeitet.“ Im Alter von sieben Jahren saß Preining auf Mallorca erstmals im Kart – der Beginn einer Karriere, die ihn Schritt für Schritt nach oben führte. Zwischen 2009 und 2013 gewann er mehrere nationale und internationale Kart-Meisterschaften. Doch als 2015 ein Hauptsponsor absprang, stand die so hoffnungsvoll begonnene Laufbahn plötzlich vor dem Aus.

Schon damals bewies Preining jene Kämpfermentalität, die ihn auch dieses Jahr zu seinem zweiten DTM-Titel führte. Statt auf den Rennstrecken der Welt verbrachte der Youngster unzählige Stunden im Simulator. Der Neustart gelang ihm 2016 in der ADAC Formel 4. Zwei Jahre später dominierte Preining den Porsche Carrera Cup Deutschland, reifte zum Topfahrer und sicherte sich mit eindrucksvollen zehn Saisonsiegen die Meisterschaft. 2021 folgte der Aufstieg zum Porsche-Werksfahrer. Mit gerade einmal 22 Jahren war Preining dort angekommen, wovon er als kleiner Junge immer geträumt hat: im Profisport. Über das ADAC GT Masters führte sein Weg in die DTM, wo er 2022 am Norisring seinen ersten Sieg feierte – und Porsche zugleich den Premierenerfolg in der Serie bescherte. 2023 wurde er als erster Österreicher DTM-Champion. Drei Jahre später hat er diesen Erfolg eindrucksvoll wiederholt.

Sein Weg zum zweiten Titel verlief allerdings alles andere als geradlinig. Mit einem Heimsieg beim Auftakt auf dem Red Bull Ring in der österreichischen Steiermark startete der gebürtige Linzer furios in sein Meisterjahr. In den darauffolgenden sieben Läufen verpasste er jedoch stets die Top fünf. Eine ungewöhnliche Situation für den ehrgeizigen Rennfahrer, die für Frust sorgte. Dieser entlud sich am Norisring, als er sich über den Boxenfunk lautstark beschwerte. Doch auf eine mäßige erste Saisonhälfte gab Preining die richtige Antwort, die er als Tabellenachter abschloss. Die Jagd nach seiner zweiten DTM-Meistertrophäe schien neue Kräfte freizusetzen: Sechsmal in Folge fuhr Preining aufs Podium. Ein Kunststück, das in der GT3-Ära der DTM zuvor niemandem gelang. Das Sachsenring-Wochenende wird Preining besonders in Erinnerung behalten. Dort verwandelte er einen 16-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter Maro Engel mit den Plätzen zwei und drei in einen Vorsprung von 23 Zählern. Auch beim Showdown in Hockenheim präsentierte sich Preining nervenstark und machte seinen zweiten DTM-Titel perfekt.

Mit seinem zweiten Meisterstück ist Preining in seinem Porsche 911 GT3 R mit dem weltbekannten Grello-Design endgültig zu einem der prägenden Gesichter der DTM geworden. Ein Rennfahrer durch und durch, der den Nervenkitzel auf der Strecke liebt. Und eins dürfte mit Blick auf Preinings bemerkenswerte Karriere feststehen: Das letzte Kapitel seiner Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht geschrieben.


Eiskalt im Motodrom: Thomas Preining holt in Hockenheim zweiten DTM-Titel

  • Porsche-Pilot wird nach Platz drei im letzten Saisonlauf erneut Champion
  • Engel beendet erfolgreiche Saison mit einem Sieg und der Vizemeisterschaft
  • 112.000 Besucher erleben spannendes DTM-Finalwochenende in Hockenheim

Großer Jubel bei Manthey und Thomas Preining über den DTM-Gesamtsieg
Foto: ADAC-Motorsport

Perfekte Strategie, meisterlich umgesetzt: Thomas Preining (A/Manthey) hat sich am Sonntagnachmittag auf dem Hockenheimring nach einer fehlerlosen Vorstellung seinen zweiten DTM-Titel gesichert. Der Österreicher war mit einem Vorsprung von 20 Punkten als Meisterschaftsfavorit in den letzten Saisonlauf gegangen und machte mit einem dritten Platz den Titel klar. „Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens. Es ist schwer, die vielen Emotionen in Worte zu fassen. Beim Start war höchste Konzentration gefragt, um in keine Kollision verwickelt zu werden. Als ich nach der ersten Runde bereits auf Platz vier vorgefahren war, wusste ich, dass es ein großer Tag für uns werden kann“, sagte Preining. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) zeigte zum Abschluss noch einmal seine ganze Klasse. Der Routinier feierte nach einer starken Leistung seinen dritten Saisonsieg – das bedeutete für ihn die Vizemeisterschaft. Ricardo Feller (CH) überholte seinen Teamkollegen Preining in der letzten Runde und wurde Zweiter.

Die Teamwertung gewann Manthey vor dem Mercedes-AMG Team Winward Racing. Bei den Herstellern holte sich Mercedes-AMG den Titel vor Porsche. „Rookie of the Year“ wurde Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf). Das finale DTM-Rennwochenende auf dem Hockenheimring verfolgten 112.000 Besucher, die neben dem spannenden Meisterschaftskampf auch viel Show und Spektakel abseits der Strecke erlebten.

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 16 von 16

  • Streckenlänge: 4.574 Meter
  • Wetter: 15 Grad, heiter bis wolkig
  • Pole-Position: Bastian Buus (Land-Motorsport, Porsche 911 GT3 R #29), 1:36,923 Minuten
  • Sieger: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80)
  • Schnellste Runde: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:37,842 Minuten

Die Tribünen auf dem Hockenheimring waren voll besetzt, als das DTM-Feld um 16:30 Uhr zum letzten Mal in dieser Saison an den Start ging. Der Tabellendritte Engel musste einen Rückstand von 22 Punkten aufholen und begann das Rennen aggressiv. Auf Rang vier gestartet, machte der Mercedes-AMG-Pilot gleich zwei Plätze gut und übernahm hinter Pole-Setter Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) Platz zwei. Preining, als Siebter ins Rennen gegangen, schob sich auf Position drei vor. Dahinter folgten Feller und Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) im McLaren 720S GT3 Evo auf den Rängen vier und fünf. In Runde elf übernahm Engel nach einem starken Überholmanöver die Führung. Preining und Feller konnten ebenfalls am Dänen Buus vorbeiziehen.

Auch nach den beiden Pflichtboxenstopps blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Engel konnte sich am Ende vom Porsche-Trio absetzen und überquerte mit einem Vorsprung von über drei Sekunden als Sieger die Ziellinie. Hinter Feller, der in der letzten Runde an Preining vorbeiging, erzielte Buus als Vierter seine beste Saisonplatzierung. Dörr komplettierte die Top Fünf. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) wurde im Ferrari 296 GT3 Evo Sechster, Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) beendete das 16. Meisterschaftsrennen im BMW M4 GT3 Evo auf Position sieben. Der Franke rutschte damit in der Gesamtwertung von Platz zwei auf drei. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) sicherte sich im Rennen Rang acht. Die beiden Lamborghini-Piloten Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt) und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) belegten die Plätze neun und zehn.

Weitere Stimmen zum letzten Saisonrennen

Maro Engel: „Ich habe alles gegeben und nichts unversucht gelassen, aber am Ende des Tages haben wir leider ein bisschen zu viele Punkte liegen gelassen. Ich bin ein Kämpfer, sehe jeden Rückschlag als Motivation und werde noch stärker zurückkommen. Im Rennen bin ich ins Risiko gegangen. Für mich war es mein erster Sieg, den meine Tochter live vor Ort erlebt hat. Außerdem bin ich stolz, dass wir als Mercedes-AMG den Herstellertitel geholt haben.“

Ricardo Feller: „Ein Doppelpodium und der Titel in der Teamwertung sind ein überragender Abschluss der Saison. Im Duell mit Maro Engel konnte ich mich leider nicht verteidigen, er war einfach zu schnell. Insgesamt bin ich mit meiner Entwicklung über die Saison zufrieden. Ich musste mich in meinem ersten Porsche-Jahr in der DTM erstmal zurechtfinden. Diese Arbeit hat mir großen Spaß gemacht.“

Ergebnis, 16. Meisterschaftslauf, Hockenheimring (Top_Five)

1. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol)

2. Ricardo Feller (CH/Manthey), +3,058 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey), +3,698 Sekunden

4. Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), +3,994 Sekunden

5. Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport), +10,139 Sekunden


Finn Zulauf und Felix Hirsiger krönen sich mit Finalsieg zu den neuen Champions des ADAC GT Masters

  • Liqui Moly Team Engstler-Duo fährt in Hockenheim mit Rennsieg zum Titel
  • Vizemeister Tim Zimmermann und Leyton Fourie werden Zweite im Rennen
  • FK Performance Motorsport Teamchampion, Zulauf gewinnt „Road to DTM“

Finn Zulauf und Felix Hirsiger sind ADAC GT Masters-Champions 2026
Foto: ADAC-Motorsport

Die Champions des ADAC GT Masters 2026 heißen Felix Hirsiger (28/CHE) und Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus). Die beiden Lamborghini-Piloten vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport haben mit einem Sieg auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ihren ersten Titel in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC gewonnen. Zulauf sicherte sich mit diesem Erfolg gleichzeitig den Sieg in der „Road to DTM“-Wertung und somit das Nenngeld für die nächstjährige DTM-Saison. Im Ziel lag das neue Meister-Duo ausgerechnet vor ihren Titelkontrahenten Tim Zimmermann (30/Langenargen)/Leyton Fourie (21/ZAF/beide FK Performance Motorsport). Die BMW-Piloten kamen 5,680 Sekunden hinter den neuen Champions als Zweite über die Linie. „Ich bin extrem happy, habe aber noch nicht ganz realisiert, dass wir jetzt Meister sind“, strahlte Zulauf. „Das ist die erste Meisterschaft, die ich von der Seitenlinie gewonnen habe. Mein Stint war ehrlich gesagt stressiger als mir lieb war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich einen kleinen Abstand rausfahren konnte, musste aber Runde um Runde wirklich Druck machen.“ Teamkollege Hirsiger hatte zu jeder Zeit absolutes Vertrauen in Zulaufs Fähigkeiten, trotzdem fehlten ihm nach dem Titelgewinn etwas die Worte. „Mit diesem Titel ist ein Traum wahrgeworden. Der Druck hat sich über den ganzen Tag aufgebaut und vor dem Rennen war ich echt nervös. Unsere Konkurrenten waren so schnell zu Beginn und dann auch noch direkt hinter uns. Mein eigener Stint war einer der schönsten, den ich je hatte. Ich war so ruhig und gelassen und konnte es wirklich genießen. Danke an Finn und unser Team.“ Platz drei im Rennen ging an Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R.

Bei sonnigen Bedingungen und 15 Grad startete Zulauf von der Pole aus ins Rennen und hielt seine Position. Dahinter sortierten sich Niklas Kalus (21/Duisburg/Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3, Jamie Day (GBR/21/Comtoyou Racing) im Aston Martin sowie Fourie im BMW ein. Im Duell um Rang vier wurde Fourie zunächst von Emil Gjerdrum (19/NOR/Haupt Racing Team) im zweiten Ford getroffen und fiel zurück, dieser musste die Position aber wieder zurückgeben. Day verabschiedete sich nach einem unverschuldeten Dreher schließlich aus der Spitzengruppe und so trennte nur noch Kalus im Ford die beiden Titelkonkurrenten. Durch einen technischen Defekt rollte der Mustang allerdings nach knapp 20 Minuten Renndauer aus und Fourie erbte Rang zwei.

Von diesem Moment an fuhren die beiden Titelkontrahenten im Parallelflug um die Strecke. Der Abstand bewegte sich immer im Bereich zwischen drei und fünf Sekunden. Das änderte auch der Fahrerwechsel nicht, der ebenfalls gleichzeitig stattfand. Hirsiger ließ vorne nichts mehr anbrennen und fuhr vor Zimmermann über die Linie. Damit sind Zimmermann und Fourie zum zweiten Mal in Folge Vizemeister des ADAC GT Masters. „Was soll ich sagen? Das Team hat einen tollen Job gemacht, das Auto war sehr gut und Tim und ich haben alles versucht, um noch eine Chance auf den Titel zu bekommen. Leider haben über die vergangenen Rennwochenenden auch äußere Faktoren eine Rolle gespielt, auf die wir keinen Einfluss hatten“, erklärte Fourie nach Rang zwei enttäuscht.

Hinter dem Kampf um die Spitze, arbeiteten sich Kastelic und Lefterov von Startplatz sieben aus stetig nach vorne bis auf Rang vier. Das Duo kam spät zum Fahrerwechsel und schaffte so den Sprung am Ford von Fabian Dybionka (17/POL)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) vorbei, die letztlich Vierte wurden. „Das Podium ist sehr verdient“, strahlte Kastelic nach den Rennen. „Das Team hat einen tollen Pitstop hingelegt und bei diesen Streckenbedingungen haben wir das Maximum aus unserem Paket herausgeholt. Leider hat es nicht gereicht, um auf die Führenden aufzuschließen, aber dieses Podium ist ein schönes Ende der Saison.“

FK Performance Motorsport ist Teamchampion

Rang fünf ging an Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg) im zweiten BMW von FK Performance Motorsport. Mit diesen Punkten sicherte sich die Mannschaft aus Bremen den Gewinn in der Teammeisterschaft mit 39 Zählern Vorsprung auf das Liqui Moly Team Engstler Motorsport sowie 44 Punkten Vorsprung auf das Haupt Racing Team. Nach zwei Vizetiteln ist es der erste Sieg in der Teammeisterschaft für FK Performance Motorsport.

Robin Rogalski (26/POL)/Simon Connor Primm (21/Großschirma/beide HGL Racing) wurden im Audi nach einigen starken Zweikämpfen Sechste, dahinter kamen John Paul Southern (25/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini ins Ziel. Der Sieg in der Pro-AM-Wertung ging im Sonntagsrennen an das Gaststarter-Duo von Fulinrace Academy. Gerhard Tweraser (37/AUT)/Petr Fulin (49/CZE) wurden im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 Achte des Gesamtklassements. Die Top-10 wurden mit Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport) sowie Victor Nielsen (19/DNK)/Joseph Ellerine (23/ZAF/beide FK Performance Motorsport) von zwei BMW komplettiert.