Montag, 11. Oktober 2021

Der „lachende Dritte“ beim Drama am Norisring

 Maximilian Götz krönt sich zum DTM-Champion

  •     Enttäuschung: Liam Lawson und Kelvin van der Linde bleiben ohne Punkte
  •     Markenkollegen machen den Weg frei zum Titelgewinn von Götz
  •     DTM Norisring powered by BWT: spektakuläres Finale vor großer Kulisse
  •     DTM-Boss Gerhard Berger: „Hochzufrieden mit der Entwicklung der DTM“

Die Top 3 der DTM 2021: Liam Lawson, Maximilian Götz, Kelvin van der Linde (2.v.l-r)  © DTM

Dramen, Tränen, spektakuläres Rennen und grenzenloser Jubel – die DTM Norisring powered by BWT bot vor großer Kulisse ein furioses Finale. Am Ende jubelte vor allem einer: Maximilian Götz! Der 35-Jährige aus Uffenheim ließ sich im Ziel – und vor den Augen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder – überschwänglich als neuer DTM-Champion feiern. Im Mercedes-AMG des HRT-Teams hatte Götz den Norisring im Griff, gewann das Samstagrennen und überquerte auch am Sonntag die Ziellinie als Erster. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung! Ich bin sprachlos und einfach überglücklich“, sprudelte es nach der Zieldurchfahrt schon am Funk aus Götz heraus, der seine Tränen nicht verbergen konnte.

Maximilian Götz trat mit seinem Titelgewinn die Nachfolge von Audi-Werksfahrer René Rast an, der in diesem Jahr nicht an der DTM teilnahm, aber 2022 zurückkehrt. Götz war am Ende der „lachende Dritte“. Denn die beiden als Favoriten ins letzte Saisonrennen gestarteten Liam Lawson und Kelvin van der Linde gingen in einem dramatischen Rennen leer aus.

„Ich habe alles gegeben und immer gepusht. Ich wollte unbedingt meine Chance nutzen, und am Ende ist uns das gelungen. Das Qualifying war erneut unser Schwachpunkt, unser Boxenstopp erneut unsere Stärke. Ich kann mich nur bei Mercedes-AMG und bei unseren Teameigner Hubert Haupt bedanken, dass sie mir dieses Vertrauen und diese Möglichkeit gegeben haben.“ Götz ergänzte: „Am Ende war es ein Teamerfolg. Aber dieser Teamerfolg war nur möglich, weil wir am Ende in dieser Situation waren und sie genutzt haben. Jetzt freue ich mich auf eine große Party, und ich bade lieber in Champagner als im Dutzendteich, auch wenn das hier am Norisring eine Tradition ist.“

Im Kontrast zu Götz waren Enttäuschung und Wut bei Liam Lawson groß: „Natürlich bin ich enttäuscht und gemeinsam mit meinem Team extrem frustriert. Mein Team hätte diesen Titel so sehr verdient gehabt. Wieder vom gleichen Kerl getroffen zu werden, das sagt alles. Die erste Runde, die erste Kurve – was soll ich sagen“, ließ der 19-jährige Neuseeländer seiner tiefen Enttäuschung freien Lauf. Dagegen wirkte Kelvin van der Linde deutlich gefasster: „Die vielen Fans auf den Tribünen haben heute einiges erlebt. Der große Pokal für Rang drei in der Meisterschaft gebührt meinem Team, das mir immer ein perfekt vorbereitetes Auto hingestellt hat. Und 2022 greifen wir gemeinsam wieder an.“

Große Zufriedenheit herrschte bei DTM-Boss Gerhard Berger: „Unser wichtigstes Ziel für dieses Jahr war, Stabilität zu schaffen. Das haben wir erreicht. Wir hatten großartiges Racing mit erstklassigen Fahrern und Teams erlebt. Trotz aller Unsicherheiten konnten wir acht tolle Veranstaltungen durchführen. DTM Norisring powered by BWT war ein sehr gelungenes Finale mit unglaublich spektakulären Rennen. Der Norisring ist das Rückgrat der DTM. Wir hatten an diesem Wochenende eine fantastische Kulisse; schön, dass das wieder möglich ist. Die Entwicklung geht eindeutig in die richtige Richtung, es gibt viele positive Signale und wir blicken zuversichtlich auf 2022.“

Es war ein spektakuläres Rennen auf dem einzigartigen Stadtkurs. Schon in der ersten Kurve nach dem Start erwischte es den erst Meisterschafts-Führenden. Lawson, aus der Pole-Position direkt neben van der Linde gestartet, lag souverän in Front, als ein gewagtes Manöver des 25-jährigen Südafrikaners scheiterte und es zum Kontakt mit dem Red Bull-Ferrari kam. Lawson war damit raus aus dem Titelrennen, auch wenn er mit dem stark beschädigten Ferrari an letzter Stelle liegend über die gesamte Distanz langsam um den nur 2,3 Kilometer langen Norisring rollte und auf ein Wunder wartete.

Das zweite Drama traf Kelvin van der Linde. Als er sich nach seinem späten Pflichtboxenstopp mit kalten Reifen direkt vor Götz wieder ins Feld einsortierte, entwickelte sich ein mitentscheidender Zweikampf. Van der Linde gab alles, um vor Götz zu bleiben. Schließlich kam es zum Kontakt, bei dem Götz nur mit Glück und Können sein Auto abfangen konnte, während van der Linde einen Reifenschaden hinten links erlitt und nach einem Dreher sowie einem Reifenwechsel aus den Punkterängen herausfiel. Damit war der Weg frei für Maximilian Götz, dessen Markenkollegen, in erster Linie die beiden WINWARD-Piloten Philip Ellis (SUI) und der zu diesem Zweitpunkt führende Lucas Auer (AUT). Schließlich siegte Götz vor Auer und Maximilian Buhk (GER) im Mercedes-AMG von Mücke Motorsport mit der innovativen Space-Drive-Lenkung von Schaeffler Paravan. Auch Sophia Flörsch erlebte einen versöhnlichen Saisonausklang und fuhr im ABT-Audi als Neunte zum zweiten Mal in diesem Jahr in die Punkteränge.

Bereits am Samstag hatte das Ferrari-Team Red Bull AlphaTauri AF Corse den Titel in der Team-Wertung gewonnen, vor einer Woche in Hockenheim hatte sich Mercedes-AMG zum Hersteller-Champion gekürt, und bereits vor einigen Wochen war Liam Lawson vorzeitig Junior-Champion geworden.

Die DTM startet vom 29. April bis 01. Mai 2022 im portugiesischen Portimao in die neue Saison.

Sonntag, 10. Oktober 2021

Maximilian Götz - DTM-Champion 2021

 Herzlichen Glückwunsch !

DTM Champion 2021: Maximilian Götz
Foto: dtm.com / HOCH ZWEI / Gruppe C Photography


Maximilian Götz krönt sich mit Sieg um DTM-Champion

Drama um Titelfavoriten Lawson und Kelvin van der Linde

Maximilian Götz holt den DTM-Titel 2021
Foto: dtm.com / HOCH ZWEI / Gruppe C Photography

Der DTM-Champion 2021 heißt Maximilian Götz! Der 35-jährige Uffenheimer aus dem Mercedes-AMG Team HRT eroberte mit seinem zweiten Sieg beim DTM Norisring powered by BWT den heiß begehrten Titel in der seit 1984 ausgetragenen Traditionsserie. Götz profitierte vom Drama um die beiden Titelfavoriten Liam Lawson und Kelvin van der Linde. In der ersten Kurve der Startrunde gab es einen Kontakt zwischen dem ABT-Audi von van der Linde und dem Red Bull-Ferrari von Lawson. Dadurch schied Lawson aus dem Titelrennen aus, fuhr nur noch langsam mit dem beschäftigten Ferrari das Rennen zu Ende. 

In der 54. von 67 Runden erwischte es van der Linde, der im engen Titelkampf einen Reifenschaden hinten links erlitt und nach einem Dreher und Boxenstopp weit zurückfiel. Mit Unterstützung seiner Markenkollegen war somit der Weg frei für Götz zum Sieg und damit zum Titelgewinn. Götz holte in einer spektakulären ersten DTM-Saison mit GT-Rennwagen beim Finale vor großer Kulisse am Norisring insgesamt 230 Punkte. Der erst 19-jährige Liam Lawson aus Neuseeland wurde mit 227 Zählern Vize-Meister vor Kelvin van der Linde mit 208 Punkten.

Liam Lawson holt Pole fürs letzte Saisonrennen

Liam Lawson holt Poll vor v.d. Linde und Nick Cassidy
Foto: dtm.com / Gruppe C GmbH

Der Kampf geht weiter: Wie bereits am Samstag stehen auch für das letzte DTM-Rennen der Saison die beiden wichtigsten Titelanwärter in der ersten Startreihe. Liam Lawson sichert sich im Red Bull-Ferrari mit einer Zeit von 48.622 Sekunden die letzte Pole-Position des Jahres. Kelvin van der Linde fuhr im ABT-Audi mit 41 Tausendstel Rückstand auf Startplatz zwei. Mit den drei Zusatzpunkten für die Pole-Position, seinem vierten in diesem Jahr, vergrößerte Lawson seinen Vorsprung auf van der Linde in der Fahrerwertung auf 19 Punkte. Der Südafrikaner kassierte zwei Zusatzpunkte.

Dass sowohl Lawson als auch van der Linde ans Limit ging, zeigt sich in der Schlussphase, als sie beide in Sekundenabstand von der rechten Seite ihrer Fahrzeuge kurz die Streckenbegrenzung touchierten, Lawson Ausgänge der Dutzendteichkehre und van der Linde Ausgänge des Schöller-S. Zu dem Zeitpunkt waren die Positionen bereits bezogen.

„Ich habe das Auto kaputtgemacht, da müssen die Jungs vom Team noch mal dran“, sagte Lawson. „Der Start wird einmal mehr entscheidend, wie schon am Samstag.“ Van der Linde stimmt ein: „Ich stehe wieder auf der Innenseite, ich muss versuchen, vorbeizukommen. Die Ferrari sind sehr schnell, aber ich habe nichts zu verlieren.“ 

Van der Linde befindet sich im Ferrari-Sandwich, denn Nick Cassidy fuhr im AlphaTauri-Ferrari auf Startplatz drei. Dahinter ein Mercedes-Quintett mit Lucas Auer, Philip Ellis (beide Team WINWARD), Daniel Juncadella (Team GruppeM), Arjun Maini (Team GetSpeed) und Samstagssieger Maximilian Götz (Team HRT). Nico Müller im Rosberg-Audi sowie Maximilian Buhk (Mercedes-AMG, Team Mücke) komplettierten die Top Ten.

Quelle: dtm.com

Samstag, 9. Oktober 2021

Belgier Verdonck gewinnt im Toyota

Green liegt vor dem Finale der DTM Trophy sechs Punkte vor Landsmann Tregurtha

  • Toyota-Pilot Nico Verdonck erzielt am Samstag seinen zweiten Saisonsieg
  • Platz zwei für Ben Green, William Tregurtha holt Punkte für Platz drei

Nico Verdonck (BEL) siegt vor Ben Green (GBR) © DTM

Vor dem Finale am Sonntag: Green liegt nur sechs PunkteDer Titelkampf in der DTM-Trophy-Saison 2021 entscheidet sich im letzten Rennen des Jahres: Die beiden Briten Ben Green (BMW) und William Tregurtha (Mercedes-AMG) liefern sich einen aufregenden Showdown am Norisring. Die beste Ausgangslage in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform hat FK-Performance-Pilot Green. Er wurde Zweiter im Samstagsrennen. Sein Widersacher aus der CV-Performance-Group-Mannschaft sah die Zielflagge auf Rang vier liegend. Da der drittplatzierte Mercedes-AMG-Pilot Marc de Fulgencio (Leipert Motorsport) als Gaststarter jedoch nicht punkteberechtigt ist, gehen die Zähler für den dritten Rang an Tregurtha. In der Gesamtwertung führt Green somit vor dem Finale mit 222:216 Punkten.

Den Rennsieg erkämpfte sich der belgische Toyota-Pilot Nico Verdonck (Ring-Racing). Verdonck erzielte im Qualifying die Pole-Position und startete somit vom besten Startplatz. Aber in der turbulenten Startrunde verlor der Belgier kurzfristig die Führung, die er sich jedoch im zweiten Umlauf wieder zurückholen konnte. Dahinter folgen Green, Tregurtha und Greens Teamkollege und Norisring-Lokalmatador Moritz Löhner. Verdonck ließ sich auch durch eine frühe Safety-Car-Phase nicht aus der Ruhe bringen, als der ausgefallene Mercedes-AMG von Tregurthas Teamkollegen Matias Salonen (FIN) geborgen werden musste. Beim Restart behielt Verdonck die Oberhand vor Green. Das Duo setzte sich bald vom restlichen Feld ab und umrundete den Norisring im Formationsflug. Verdonck ließ Green jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Chance, einen Angriff zu riskieren. Nach insgesamt 33 spannenden Rennrunden war der zweite Saisonsieg des Belgiers nach dem Samstags-Erfolg auf dem DEKRA Lausitzring in trockenen Tüchern, ebenso der zweite Platz von Green.

Hinter dem führenden Duo duellierte sich mit Tregurtha und de Fulgencio eine weitere Zweiergruppe um den letzten Platz auf dem Siegertreppchen. Die Entscheidung fiel vier Runden vor Schluss: Tregurtha ließ in der Grundig-Kehre die Türe etwas offen, de Fulgencio nutzte die Chance eiskalt und übernahm die dritte Position.

Heiße Duelle auch hinter den ersten Vier: In der zweiten Rennhälfte sorgte der Dreikampf zwischen den beiden BMW-Piloten Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) aus Deutschland und Yann Zimmer (FK Performance Motorsport) aus der Schweiz sowie Zimmers Landsmann Lucas Mauron für Aufsehen. Am Ende hatte Audi-Pilot Mauron (Heide-Motorsport) im Rennen um Platz fünf die Nase vorne. Er überholte in der Schlussphase erst Zimmer und dann auch Oeverhaus.

Verdoncks Teamkollegin Stephane Kox aus den Niederlanden war in der Endabrechnung die bestplatzierte Dame im Feld. Sie erreichte Platz zehn und landete damit zwei Positionen vor Maurons Stallgefährtin Sophie Hofmann (GER) und drei Ränge vor der österreichischen KTM-Fahrerin Laura Kraihamer (True Racing by Reiter Engineering).

Das zweite Rennen der DTM Trophy auf dem Norisring, gleichzeitig das letzte und alles entscheidende Rennen des Jahres, startet am Sonntag um 15:10 Uhr. Der Lauf wird ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1, im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) und auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DTM übertragen.