Sonntag, 16. August 2026

EuroMoto Superbike: Erster Superbike-Sieg für Smits beim Heimspiel

Der Held des Tages heißt Twan Smits. Der 22-jährige Niederländer aus dem Apreco-Yamaha-Team hat auf seiner Heimstrecke den ersten Superbike-Lauf seiner Karriere gewonnen. Lukas Tulovic wurde auf dem TT Circuit Assen mit angezogener Bremse Zweiter. Markus Reiterberger komplettierte das Podium.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Dabei hatte Smits am Vormittag noch reichlich Puls. Im Warm-up legte eine defekte ECU-Sicherung bereits in der ersten Runde seine Yamaha R1 lahm. Zum Rennen war das Problem behoben – und Smits bereit.

Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) erwischte auf der Ducati den besten Start und übernahm die Führung. Wegen der auf 15.600/min begrenzten Drehzahl musste er seine Panigale V4R allerdings mit der rechten Hand einbremsen. Die nach Oschersleben und vier Siegen in Reihe geforderten Maßnahmen konnten bei Ducati in Italien bislang nicht wie geplant umgesetzt werden. Also wurde Tulovics Handgelenk zum Drehzahlbegrenzer.

Aus der ersten Runde kam der Titelverteidiger in Führung liegend zurück. Ihm folgten Smits, der von der Pole Position gestartet war, Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Marcel Schrötter, Jan-Ole Jähnig, Toni Finsterbusch (alle GERT56 by RS Speedbikes) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion). Der Honda-Fahrer hatte damit bereits drei Plätze gutgemacht. Seine Mechaniker hatten die Honda nach mehreren kleinen technischen Problemen noch einmal komplett zerlegt und neu aufgebaut.

Der zehnte Startplatz war alles andere als der Geschmack des Meister von 2023 gewesen. Er meinte: „Ich kann die Ampel kaum sehen. Soweit hinten standen wir noch nie.“ Abgesehen davon war Alt noch nie in inniger Liebe mit dem TT Circuit vereint. Hier hatte er früher schon Titelambitionen begraben.

Bis zur Rennmitte blieb das Feld stabil. Reiti hatte optimistisch seine Siegchancen angekündigt, wollte sein Pulver aber offensichtlich nicht zu früh verschießen. Alle wussten: die Reifen würden ein zentrales Thema auf der 15-Runden-Distanz werden.

In Runde sieben schlug Smits zu. Er nahm Tulovic die Führung ab. Die Yamaha R1 lief wie eine Rakete. Drei Runden später zog Reiterberger am Ducati-Fahrer vorbei. Der Konter erfolgte umgehend. Reiterberger ging übers Limit, verlor fast das Vorderrad und fiel zurück.

Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene fuhr Twan Smits seinem ersten Superbike-Sieg auf Yamaha entgegen. Den letzten Yamaha-Sieg in der Klasse hatte Dominique Aegerter vor einem Jahr als Gastfahrer für SWPN gefeiert. Tulovic machte zum Schluss keine Anstalten mehr, seinem Konkurrenten den ersten Platz streitig zu machen. Reiterberger meinte als Dritter im Ziel: „Das war besser als jedes andere Rennen. Wir wussten, dass Ducati und Yamaha hier stark sind. Ich war über dem Limit unterwegs, aber dann bin ich auf Nummer Sicher gegangen.“

Hinter dem Podium folgte mit Schrötter und Jähnig ein Teil der GERT56-Formation. Alt sorgte dafür, dass mit Finsterbusch nicht das komplette Trio vor ihm war. Pech für Jan Mohr: Sturz in der letzten Runde.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

4. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Florian ALT (GER/Honda)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Kevin ORGIS (GER/BMW)

9. Leon ORGIS (GER/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek