Montag, 29. Juni 2026

Superbike: Tulovic mit alter Stärke zum Doppelsieg

Mit Sombrero, Nackenschutz und Kaltgetränk beobachteten die Fans in Most, wie Lukas Tulovic in der EURO MOTO Superbike in Most zum Doppelsieg fuhr. So wie beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring.

Das war hart an der Grenze. Das Asphaltthermometer im tschechischen Most zeigte mittlerweile 70,1 Grad an. Die 16 Rennrunden im zweiten Superbike-Lauf strapazierten Mensch und Maschine aufs Äußerste.

Marcel Schrötter (GERT56) und Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) kriegten gleich zu Beginn die erste Kurve nicht und mussten geradeaus fahren. Um durch das Abkürzen der Schikane keinen Vorteil zu erlangen, verlangen die Regeln, dass eine Sekunden verloren gehen muss, bevor sie sich wieder einreihen dürfen. Für Schrötter sah es danach mit dem Vorhaben, nach jedem Rennen auf dem Podium zu stehen, schlecht aus.

In der zweiten Runde schob sich Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) mit einem ordentlichen Honda-Überschuss am bis dahin führenden Titelverteidiger Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) vorbei. Alt hatte nach dem ersten Rennen am Vormittag bereits angekündigt, Tulo ein wenig Gesellschaft leisten zu wollen. Twan Smits (Apreco Yamaha) konnte das Tempo auf Dauer nicht halten, blieb aber mit Abstand nach vorne und hinten immer auf dem dritten Platz.

Kevin Orgis, der ältere Bruder von Leon aus dem privaten ORM-Team, schaffte auf seiner BMW innerhalb von drei Runden den Sprung vom zehnten Startplatz auf den vierten Rang im Rennen. Es war beachtlich, was der Sachse leistete und vor allem wie lange er Namen wie Marcel Schrötter, Toni Finsterbusch, Hannes Soomer, Markus Reiterberger und Jan-Ole Jähnig hinter sich halten konnte. Reiterberger, der vor vier Wochen mit dem ersten Saisonsieg triumphiert hatte, war zwischenzeitlich sogar auf den neunten Platz durchgereicht worden.

Orgis Erfolgsstory hielt bis zur siebten Runde. In der sechsten biss sich Schrötter noch die Zähne am 26-jährigen BMW-Fahrer aus. Im siebten Umlauf leitete er eine Überholserie ein.

Alt beschäftigte Tulovic ganz vorne weiterhin immens. Länger als es der Titelverteidiger vermutet hatte. In der neunten Runde schlug Tulo zu und übernahm die Führung. Waren in Brünn Tulo und Alt nicht ganz auf der Höhe, sondern Schrötter und Reiterberger, dann war es jetzt wieder umgekehrt.

Nach gut 25 Minuten war alles vorbei. Tulo erreichte das Ziel 0,940 Sekunden vor Alt. Smits hatte als Dritter 4,093 Sekunden Abstand und auch nach hinten ordentlich Luft. Aufs Podium kamen die Fahrer von Ducati, Honda und Yamaha. Trotz der BMW-Armada im Feld war keine von ihnen in Richtung Podest gerollt. Bester Mann auf der M 1000 RR wurde Toni Finsterbusch (GERT56) als Vierter.

Ausnahmslos alle Fahrer waren trotz körperlich erstklassiger Fitness ausgepowert bis zum Anschlag. Was bei Tulovic noch dazu kam: „Die zweite Rennhälfte bestand nur aus Schmerzen“, schilderte er den Tribut der Hitze, „der V4-Motor an der Ducati befindet sich genau an meiner Wade. Er war kochend heiß und es tat einfach nur noch weh.“

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

5. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Kein Ergebnis im zweiten Rennen nach Abbrüchen

Das zweite Rennen der EURO MOTO Supersport in Most endete vorzeitig und ohne Wertung. Nach zwei Rennabbrüchen entschieden die Verantwortlichen, keinen weiteren Neustart mehr anzusetzen. Damit wurden weder Punkte vergeben noch die bereits absolvierten Runden gewertet.

Für Dirk Geiger (Apreco-Yamaha) war das besonders ärgerlich. Nach seinem Sieg am Samstag hatte der Mannheimer die Gesamtführung von Ducati-Fahrer Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) übernommen und wollte seinen Vorsprung im zweiten Lauf weiter ausbauen. Alles sah zunächst danach aus: Geiger setzte sich sofort an die Spitze und verschaffte sich einen Vorsprung. Dann der Schock in Runde fünf. Der Schweizer Marcel Brenner (Automarket AF Racing Team) stürzte nach einem heftigen Highsider am Ausgang der letzten Kurve schwer. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen und Brenner ins Krankenhaus gebracht.

Für den Neustart wurde die Startaufstellung anhand des letzten vollständigen Rennumlaufs festgelegt. Geiger stand erneut auf der Pole Position. MV Agusta-Senkrechtstarter Luca Göttlicher fuhr neben ihm an die Linie und freute sich schon auf den nächsten greifbaren Podiumsplatz, nachdem er MV Agusta am Samstag aus der Starre erlöst hatte. Komplettiert wurde die erste Startreihe durch Luca de Vleeschauwer (SWPN). Dahinter lauerten Filip Feigl (Eder Racing) und Daniel Blin, der sich im ersten Rennabschnitt in nur vier Runden eindrucksvoll von Startplatz 16 bis auf Rang fünf nach vorne gearbeitet hatte.

Der Lauf wurde auf acht Runden verkürzt. Geiger und Göttlicher erwischten einen guten Start. Auch Blin war weiter hinten gut weggekommen und tauchte direkt neben de Vleeschauwers Yamaha YZF-R9 auf. Doch bevor sich das Rennen richtig entwickeln konnte, wurde erneut die rote Flagge geschwenkt: Rennabbruch. Mit Jindřich Škopek war einer der vier tschechischen Teilnehmer gestürzt und der Rettungswagen fuhr auf die Strecke. Das Rennen wurde kein weiteres Mal gestartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Zuda feiert Heimsieg, Siebdrath erstes Podium

Im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike-Klasse in Most gab es diesmal tatsächlich einen Sieger und ein offizielles Ergebnis. Anders als am Samstag, als das erste Rennen nach zwei Startversuchen aus Sicherheitsgründen abgebrochen und nicht gewertet worden war, ging es am Rennsonntag bei erneut großer Hitze diesmal bis ins Ziel. Den Sieg sicherte sich Stepan Zuda auf seiner Heimstrecke und das denkbar knapp.

Showdown an der Spitze bis zur letzten Kurve

Schon der Start verlief im zweiten Rennen deutlich ruhiger als noch am Vortag. Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing), von der Pole Position ins Rennen gegangen, setzte sich zunächst an die Spitze. Dahinter reihten sich Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) und Bruno Ieraci (RT Motosports) ein, der als kurzfristiger Ersatzfahrer für den verletzten Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) erneut eine starke Rolle spielte. Ruben Bijman und Mika Siebdrath (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) komplettierten zunächst die Top fünf.

An der Spitze entwickelte sich schnell ein enger Dreikampf. Zwischen Zuda, Kitzbichler und Ieraci ging es immer wieder hin und her, die Positionen wechselten mehrfach. Die Entscheidung fiel schließlich erst in der letzten Runde. Im direkten Duell mit Ieraci musste Zuda zunächst geduldig bleiben, weil sich keine Lücke auftat. Erst nach der letzten Kurve bot sich ihm die entscheidende Chance. Zuda nahm mehr Schwung mit, profitierte von einem Schaltfehler des Italieners und zog im Windschatten noch vorbei.

Mit gerade einmal einer knappen Motorradlänge Vorsprung rettete er sich als Sieger ins Ziel. „Unglaublich, dass ich das Rennen doch noch gewonnen habe. Nach meinem schweren Sturz bei meinem Wildcard-Einsatz in der Weltmeisterschaft hier in Most habe ich fast einen Finger verloren. Die Verletzung hat mich auch in Brünn noch stark behindert. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir ausgerechnet hier in Most wieder ganz oben auf dem Podium stehen“, sagte Zuda bei der Siegerehrung.

Mit dem Heimsieg übernimmt der Tscheche auch wieder die Führung in der Meisterschaft. Jakob Rosenthaler, der wegen seiner Beinverletzung nicht antreten konnte, musste damit zusehen, wie ihm die Tabellenführung wieder entgleitet.

Für Bruno Ieraci endete das Wochenende trotz des knapp verpassten Sieges ebenfalls stark. Der WM-Fahrer wurde mit nur 0,068 Sekunden Rückstand Zweiter. Nach seiner Schulterverletzung konnte er den Einsatz in Most damit sportlich sehr gut für sich nutzen.

Siebdrath jubelt nach schwerem Samstag

Eine besondere Geschichte schrieb auch Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Nachdem sein Rennsamstag mit dem Sturz in der ersten Schikane und dem Feuer am Motorrad von Jay-Jay Den Hoed  (SWPN) denkbar unglücklich verlaufen war, endete das Wochenende für den 17-Jährigen nun doch noch mit einem Highlight. Lange sah es im zweiten Rennen nicht nach einem Podiumsplatz aus, denn Siebdrath lag auf Rang fünf und hatte keinen Anschluss mehr an die Spitzengruppe. Doch dann rutschte Tobias Kitzbichler über das Vorderrad weg und riss dabei auch Ruben Bijman mit aus dem Rennen. Siebdrath erbte dadurch Rang drei und feierte seinen ersten Podiumsplatz in der EURO MOTO. „Ich bin sprachlos und überglücklich. Nach dem Desaster von gestern jetzt auf dem Podium zu stehen, ist einfach unglaublich. Meine Kondition hat am Ende nachgelassen, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft“, sagte der Wildenfelser.

Weil Tobias Kitzbichler an diesem Wochenende keine Punkte mitnehmen konnte, rückte Siebdrath in der Gesamtwertung zugleich auf Rang drei vor. Für Ruben Bijman lief es dagegen erneut bitter. Der Triumph-Pilot hatte sich in Most viel vorgenommen und wollte endlich seinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen. Nach dem Zwischenfall mit Kitzbichler blieb er nun jedoch ebenfalls ohne Punkte.

Auf Rang vier kam mit Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) ein weiterer Niederländer ins Ziel. Für ihn war es zugleich das beste Ergebnis bislang in der Serie. Alexander Weizel  (AK Racing) belegte Platz fünf nach einem spannenden Duell mit Maksymilian Palmowski (SP Race Project), der am Ende Sechster wurde. Dahinter komplettierten Julian van Kalkeren, Rick Kooistra, (beide SRTD Pearle Gebben Racing) Jay-Jay Den Hoed und Tom Kuil (RT Motorsports) die Top 10.

Bemerkenswert war auch das Comeback von Jay-Jay Den Hoed. Sein Team SWPN um Frank Brouwer hatte nach dem Feuer am Samstag eine Nachtschicht eingelegt, um das Motorrad rechtzeitig wieder fahrbereit zu machen. Dabei musste das Feuerlöscherpulver sorgfältig aus allen Bereichen entfernt werden, wofür das Bike bis auf den Rahmen zerlegt werden musste. Auch Tom Kuil konnte nach seinem Sturz vom Samstag wieder antreten, nachdem er gründlich durchgecheckt worden war.

Weiter geht es für die EURO MOTO Sportbike-Klasse mit Runde vier. Nach einer kurzen Sommerpause steht das nächste Rennwochenende vom 31. Juli bis 2. August in der Motorsport Arena Oschersleben an.


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Tulovic gewinnt die Hitzeschlacht über 16 Runden

Nach dem Doppelschlag vom Sachsenring hat Ducati-Spitzenreiter Lukas Tulovic auch das erste EURO MOTO Superbike-Rennen in Most gewonnen. Drei Motorradmarken waren auf dem Podium vertreten. Florian Alt war für Honda erfolgreich und Marcel Schrötter für BMW.

Die Hitze war fast unerträglich. Die Asphalttemperatur wurde mit 51 Grad Celsius angegeben. „Wenn Du im Pulk fährst, dann entsteht sofort ein brachialer Wärmestau am Motor“, hieß es in der GERT56-Box. Doch das war nicht das einzige Problem. Wie schon im letzten Jahr wurden in Most wegen der heißen Temperaturen andere Pirelli-Reifen ausgegeben. Die Erfahrungswerte mit dem Einheitsreifen D0922 halten sich in Grenzen, die Abstimmungsarbeiten an den Motorrädern gestalteten sich schwierig.

Um die Fahrer nicht zu lange der Hitze auszuliefern, kam vor dem Rennen das Quick-Start-Prozedere zur Anwendung. Sieben Minuten vor dem Start wurde die Boxengasse eine Minute lang geöffnet. Am Grid stand ein einziges Teammitglied. Keine Überprüfung mehr am Motorrad, kein Austausch – alles passierte ganz schnell. Superbike-Fahrersprecher Toni Finsterbusch hatte nach Rücksprache für die Quick-Start-Variante plädiert, aber nicht für eine Kürzung der Renndistanz. Es ging also über die kompletten 16 Runden.

Twan Smits (Team Apreco), der mit der Yamaha erstmal aus der ersten Reihe gestartet war, hielt in der ersten Runde Marcel Schrötter, Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) in Schach. Tulo, der in Brünn an der Technik der Panigale V4R gescheitert war und im ersten Lauf nur Siebter wurde, stand jetzt wieder vor einer neuen Aufgabe und musste sich sputen. Er war lediglich mit einem 5-Punkte-Polster auf Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) nach Most gereist. Genau mit diesem legte er sich nun kontaktfreudig an und brachte ihn aus dem Rhythmus. Schrötter musste sogar die Schikane auslassen, achtete aber darauf, dass er mindestens eine Sekunde vertrödelte, um auf die Strecke zurückzukehren und sich keinen Vorteil verschafft zu haben. So verlangen es die Regeln.

In der vierten Runde ging Tulo aufs Ganze, presste sich Smits vorbei übernahm die Führung. Der Niederländer verlor prompt den Schwung. Das nutzte Schrötter sofort aus und übernahm den zweiten Platz. Und dann kam Flo Alt ins Spiel, der zum Schluss noch dazwischen grätschte. Mit einem lupenreinen Manöver unter dem Orlen-Bogen zog der Honda-Fahrer in der vorletzten Runde an der Schrötter-BMW vorbei. Das war „Alt-Land“, und das ließ sich der Nordrhein-Westfale nicht nehmen.

„Wenn man man durchgereicht wird, ist das schon schwierig“, haderte der ehemalige Supersport-WM-Fahrer Schrötter mit dem Ergebnis.“ Aber heute war durch die Hitze alles anders und bekam völlig neue Dimensionen. Alt, der vom fünften Startplatz aufs Treppchen gefahren war, erzählte im Nachhinein, die Honda halbwegs komfortabel abgestimmt zu haben. „Und es war eines der heißesten Rennen, die ich in meiner Karriere bestritten habe.“ Bei der Langstrecken-WM in Suzuka seien die Temperaturen zwar ähnlich, aber es herrsche eine andere Luftfeuchtigkeit.

Tulo führte die Ducati Panigale V4R mit einem Vorsprung von 1,235 Sekunden zum dritten Saisonsieg. „Mein Start war eine Schwäche, die ich schon im letzten Jahr hatte. Aber ich wusste, dass im Anfang des Rennens die Pace habe, um nach vorn zu kommen. Nach den Rennen in Brünn vor vier Wochen waren wir ganz unten. Jetzt ist alles wieder gut.“

Toni Finsterbusch (GERT56) präsentierte sich stark auf der Bremse, arbeitete sich vom siebten auf den vierten Platz nach vorn, musste Twan Smits auf der letzten Rille aber doch noch vorbei lassen. Bei Masteroil Alpha Van Zon BMW schaute der erfolgsverwöhnte Teamchef Werner Daemen wenig amüsiert aufs Ergebnis. Seine Truppe hatte im heutigen ersten Lauf rein gar nichts mit dem Podium zu tun: Hannes Soomer auf P6, Markus Reiterberger auf P7, Milan Merckelbagh P9, Jan Mohr P10, Soma Görbe gestürzt.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

4. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

5. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 27. Juni 2026

Supersport: Geiger-Sieg, Führungswechsel und Premieren

Dirk Geiger hat in Most sein erstes Supersport-Rennen nach dem Wechsel zu Yamaha gewonnen. Gleichzeitig übernahm er die Tabellenführung in der mittleren EURO MOTO-Klasse. Mindestens genauso spektakulär war die Podiumsfahrt von Luca Göttlicher auf der MV Agusta, auch wenn sich das Feld am Ende weit auseinander gezogen hatte.

Nach vier Siegen von Daniel Blin (Automarket AF Racing) war die Zeit für Dirk Geiger (Team Apreco) gekommen. Von der Pole Position aus gelang ihm im tschechischen Autodrom sein erster Sieg auf der Apreco-Yamaha. Es war nicht irgendein Sieg, sondern auch der erste für das neue Motorradmodell YZF-R9 in der EURO MOTO. Geiger führte das Rennen über 14 Runden souverän an. Am Ende hatte er 5,81 Sekunden Vorsprung vor dem Verfolgerfeld und ließ sich feiern. Dass Teamkollege Lennox Lehmann als Zweiter abgewunken wurde, löste doppelte Freude in der ganzen Crew aus: „Obwohl ich den Beginn mit ein paar Fehlern vermasselt habe“, warf der Dresdner ein. Und er fügte hinzu: „Besser hätte es nicht laufen können, denn unser Teamkollege Twan Smits startet morgen bei den Superbikes auch noch aus der ersten Startreihe.“ Yamaha hatte allen Grund zum Jubeln.

Luca Göttlicher (LJ Racing) setzte einen Meilenstein in der Geschichte von MV Agusta. Er holte in der Hitzeschlacht den ersten Podiumsplatz für die italienische Marke in der EURO MOTO und vormals der IDM. In den letzten drei Jahren war Till Belczykowski verpflichtetet gewesen. Göttlicher war im Winter verletzt und erst bei der zweiten EURO MOTO-Veranstaltung am Start. Offensichtlich hat „Lucky Luc“ aber schon jetzt den roten Faden gefunden. Wie er sagt, liegt ihm das Motorrad, nur die Hitze habe ihn in Most überrannt. Als die Rundenzeiten im Rennen immer langsamer wurden, blieb Göttlicher trotzdem hartnäckig auf Podiumskurs.

Luca de Vleeschauwer (SWPN) machte auf Yamaha zwei Plätze gut. Filip Feigl (Eder Racing) empfahl sich auf der Marke als Bester von vier gestarteten Tschechen. Marvin Siebdrath war der beste Honda-Fahrer von MCA Racing. Der Sachse wurde Siebter, nachdem er in der ersten Runde auf den 12. Platz zurückgefallen war.

Für Marcel Brenner ging es aus der ersten Startreihe nach hinten. Zur Mitte des Rennens verlor er 2,2 Sekunden auf die Spitze. Der Ducati-Fahrer aus der Schweiz rettete sich auf den siebten Platz. Für seinen Teamkollegen Daniel Blin endete das erste Supersport-Wochenende dramatisch: Er wurde auf P16 mit 54,512 Sekunden Rückstand auf Sieger Geiger gewertet. Das Ergebnis warf ihn nach dem Sturz im Qualifying nochmals zurück. Gleichzeitig verlor der 24-jährige Pole die Führung in der Supersport-Gesamtwertung. Die Ursachenforschung läuft. Gast-Fahrer Jonas Folger (Freudenberg KTM RORA PALIGO) schlug während des Rennens den Weg an die Box für Abstimmungsarbeiten ein.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

5. Filip FEIGL (CHE/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

8. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Superbike: Drei Motorradmarken in der ersten Startreihe

Wer steht in Most auf der Pole Position? Lukas Tulovic hat Ducati in der EURO MOTO Superbike ein weiteres Mal an die Spitze gebracht. Funktioniert das auch in den beiden Rennen am morgigen Sonntag? „Einfach wird das nicht“, gibt Tulovic zu, „die Bedingungen sind extrem und ich bin einiges gewohnt.“

Auf seiner Rundenzeit von 1:32,519 Minuten aus der Superpole 2 kann sich Tulo nicht ausruhen. Damit war er nur 0,176 Sekunden schneller als Marcel Schrötter. Der BMW-Fahrer musste dabei wenige Minuten zuvor noch die Strapazen der Superpole 1 auf sich nehmen, um unter die schnellsten Drei zu kommen. Nur das ermöglichte ihm den Sprung in die Superpole 2, in der die endgültigen Plätze in den ersten drei Startreihen ausgefahren werden. Schrötter qualifizierte sich für die erste Startreihe. Besser hätte es für den Superbike-Rookie nicht laufen können. Dass auch Twan Smits in der ersten Reihe steht, macht es an der Spitze noch interessanter, denn gleichzeitig sind in dieser Kombination drei Motorradmarken vorne vertreten: Ducati, BMW und Yamaha.

Die Ducati von Triple M Racing Frankfurt läuft in Most solide, aber nicht optimal. „Es gibt kleine Schwierigkeiten mit dem Fahrwerk, aber wir haben sie unter Kontrolle“, lässt der Titelverteidiger durchblicken und fügt hinzu: „Natürlich will ich gewinnen, aber ein Spaziergang wie am Sachsenring wird das nicht.“

Nicht ganz rund läuft es auch bei Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), dem Laufsieger von Brünn. „Das Motorrad geht einfach nicht“, zuckte der Publikumsliebling mit den Schultern. „Tendenziell haben wir uns nicht verbessert. Wir machen sehr viel, aber es wird eher schlimmer.“ Reiti bringt es deutlich auf den Punkt: „Ich fahre mir den Arsch ab und es passiert nichts.“ Aber wie immer wird der vierfache Superbike-Champion am Ende doch eine Lösung haben.

Weil sich neben Schrötter auch Jan-Ole Jähnig noch für die Superpole 2 qualifiziert hatte, ist jetzt das komplette GERT56-Team in den ersten drei Startreihen vertreten. Finsterbusch hatte es als Einziger des Trios im Direkteinzug geschafft. Die beiden Teamkollegen hatten aber niemals daran gezweifelt, dass ihnen Sprung über den Umweg der Superpole 1 gelingt. Bei Jähnig wurde gestern noch am Fahrwerk der BMW M 1000 RR geschraubt, „das dauert halt alles ein bisschen bei den Bedingungen. Jähnig erzählt, wie es sich bei der Hitze auf dem Motorrad anfühlt. „Auf der Start-Ziellinie bläst die Luft richtig heiß nach oben. Nach sechs Runden müsste man theoretisch die Füße rausstrecken, um Fahrtwind dranzulassen.“ Der einzige Honda-Fahrer Florian Alt (HRP) meinte: „Wenn Du in die Box reinkommst, kannst Du den Stoßdämpfer nicht anfassen. Der hat 80 bis 90 Grad. Das sind Probleme, die wir nicht kennen.“

Nicht mehr dabei ist Patrick Hobelsberger. Er hat sich abgemeldet.

Ergebnis Qualifying Most (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

3. Twan SMITS (NDL/Yamaha)

4. Hannes SOOMER (EST/BMW)

5. Florian ALT (DEU/Honda)

6. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/Honda)

7. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

8. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

9. Leon ORGIS (DEU/BMW)

10.Kevin ORGIS (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Kein Rennergebnis am Samstag nach zwei Abbrüchen

Das erste Rennen der EURO MOTO Sportbike-Klasse am Samstag in Most ist ohne Wertung geblieben. Nach gleich zwei Rennabbrüchen entschied die Rennleitung, keinen weiteren Neustart mehr anzusetzen. Damit wird das Rennen nicht gewertet und es gibt keine Punkte.

Beim ersten Start setzte sich Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) von der Pole Position sofort an die Spitze und bog als Erster in die Schikane ein. Tobias Kitzbichler (RT Motorsports), der von Rang drei ins Rennen gegangen war, erwischte ebenfalls einen guten Start und sortierte sich direkt hinter Zuda ein.

Noch in der Anfangsphase kam es dann aber zu einem heftigen Zwischenfall. Der Niederländer ay-Jay Den Hoed (SWPN) fuhr in der Schikane Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) ins Heck. Beide Fahrer stürzten und rutschten über den Asphalt, zudem fing die Yamaha von Den Hoed Feuer. Beide Fahrer konnten sich eigenständig von ihren Motorrädern entfernen. während die Streckenposten sofort eingriffen und die Flammen löschten.

Für beide Fahrer war der Rennsamstag damit vorzeitig beendet. Auch auf die Teams wartet nun eine Nachtschicht, um die Motoräder wieder für das zweite Rennen startklar zu bekommen.

Nach der Unterbrechung wurde das Rennen über sieben Runden neu gestartet. Wieder kam Stepan Zuda von der Pole gut weg, diesmal setzte sich Gaststarter Bruno Ieraci (RT Motorsports) direkt an sein Hinterrad. Doch erneut hielt das Rennen nicht lange. Im Hintergrund kam es zu einer weiteren Kollision, diesmal zwischen Tom Kuil (RT Motorsports) und Louis Rammerstorfer (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Daraufhin wurde die rote Flagge ein zweites Mal gezeigt.

Anschließend entschied sich die Rennleitung, das Rennen nicht noch einmal neu zu starten. Da keine vollständige Runde beendet wurde, wird der Lauf nicht gewertet. Punkte werden entsprechend nicht vergeben.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Sportbike: Geiger auf der Pole und Blin muss klotzen

Bei Temperaturen von 38 Grad verbesserte sich im zweiten Qualifying in der EURO MOTO Supersport mit Ausnahme des Tschechen Filip Novotný kein einziger Fahrer. Die besten Rundenzeiten aus der ersten Session im Autodrom Most blieben unangetastet. Dirk Geiger startet im Samstags-Lauf um 16:45 Uhr von der Pole Position. Dort stellt sich auch die Frage: Wie weit nach vorn kommt Daniel Blin?

Dirk Geiger triumphierte mit einer Rundenzeit von 1:34.857 Minuten und hatte einen Abstand von guten zwei Hundertstelsekunden zu seinem Apreco-Yamaha-Teamkollegen Lennox Lehmann aufgebaut. Gestern hatte den Mannheimer ein Motorschaden ausgebremst. Der Antrieb des Sachsen lief wegen einer defekten Batterie ebenfalls nicht rund. Heute war das vergessen. Weil es klar war, dass die Lufttemperaturen noch steigen würden, hatte das Team für die zwei Fahrer gleich beide Reifensätze im ersten Qualifying verwendet, um sich erfolgreich positionieren zu können. Geiger und Lehmann stand deshalb heute kein neues Material zur Verfügung.

Die beiden Deutschen liegen in der Gesamtwertung auf dem zweiten und dritten Rang. Die Führung hat Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) inne. Der polnische Ducati-Fahrer gewann bisher alle Rennen. Im Most startet der 24-Jährige nur vom 16. Platz. Im ersten Qualifying war er gestürzt und hatte dabei Glück, wenigstens eine gezeitete Runde absolviert zu haben. Dem Ducati-Fahrer geht es gut. Er wird das Rennen bestreiten, aber nur eine Aufholjagd kann ihn am Wochenende vor einem größeren Punkteverlust oder gar die Tabellenführung retten. Blins Teamkollege Marcel Brenner steht neben Geiger und Lehmann auf der dritten Startposition.

Für den vierten Startplatz qualifizierte sich Luca Göttlicher auf der einzigen MV Agusta im Feld. Damit schaffte es der Neuzugang der Marke ein weiteres Mal, das Motorrad in die Spitzengruppe zu führen. Die fünftschnellste Rundenzeit fuhr Marvin Siebdrath auf Honda. Das MCA-Team brachte mit dem Sachsen, dem Dänen Julius Ahrenkiel-Frellsen und dem Bayern Julius Caeser alle Teamfahrer in die Top Ten.

Siebdrath ist der Fahrersprecher in der EURO MOTO Supersport und hatte sich gestern in einer Besprechung gegen eine Verkürzung der Renndistanzen aufgrund der Hitze ausgesprochen. Dabei bleibt es auch. „Die Temperaturen sind grenzwertig. Das Fahren macht keinen Spaß. Aber wir betreiben hier Leistungssport und der macht eben nicht immer Spaß. Und alle 19 Fahrer haben die gleichen Bedingungen.“

Yamaha-Fahrer Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) vervollständigt die zweite Startreihe und Jonas Folger auf der Entwicklungs-KTM (Team Freudenberg) eröffnet die dritte.

EURO MOTO Supersport, Qualifying (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

4. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

7. Jonas FOLGER (DEU/KTM)

8. Filip FEIGL (CHE/Yamaha)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Julius Caesar RÖRIG (DEU/Honda)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Zuda setzt die Messlatte für die Pole in Most

Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) startet beim dritten Saisonwochenende der EURO MOTO Sportbike in Most von der Pole Position. Der Lokalmatador setzte bereits im ersten Qualifying am Samstagmorgen in 1:40,146 Minuten die Bestzeit und verteidigte diese auch im zweiten Zeittraining erfolgreich. Damit sicherte sich der Tscheche vor heimischem Publikum die beste Ausgangsposition für das erste Rennen am Samstagnachmittag. „Es ist hier definitiv nicht einfach zu fahren. Durch die hohen Temperaturen ist es körperlich sehr anstrengend. Umso glücklicher bin ich, dass wir das Motorrad so gut abgestimmt haben. Es funktioniert richtig gut und ich freue mich natürlich riesig, ausgerechnet hier in Most auf der Pole Position zu stehen“, sagte Zuda nach dem Qualifying.

Bruno Ieraci (RT Motorsports) qualifizierte sich mit einem Rückstand von lediglich 0,413 Sekunden auf Startplatz zwei. Direkt daneben steht Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), dem auf seiner Aprilia RS660 lediglich drei Tausendstelsekunden auf den Italiener fehlten. Ruben Bijman (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) komplettiert die erste Startreihe, nachdem er nur 0,089 Sekunden hinter Kitzbichler blieb. Damit trennen die ersten vier Fahrer gerade einmal eine halbe Sekunde – beste Voraussetzungen für einen packenden Kampf um den Sieg.

Luis Rammerstorfer crasht in Q1 früh

Auch die zweite Startreihe ist hochkarätig besetzt. Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) qualifizierte sich als bester Deutscher auf Rang fünf und teilt sich die Reihe mit Teamkollege Luis Rammerstorfer sowie dem tschechischen Gaststarter Troy Sovicka (Panattoni BGR Smrž Racing).

Für Rammerstorfer verlief das Qualifying dabei zweigeteilt. Der Österreicher stürzte bereits in seiner dritten Runde des ersten Zeittrainings, blieb dabei jedoch unverletzt. Auch seine Triumph Daytona 660 wurde nur leicht beschädigt, sodass einem weiteren Einsatz nichts im Wege stand. Seine zuvor gefahrene Bestzeit von 1:41,404 Minuten reichte am Ende dennoch für Startplatz sechs. Im zweiten Qualifying konnte er sich bei Temperaturen von deutlich über 35 Grad nicht mehr steigern und geht damit aus der zweiten Startreihe in das erste Rennen.

Komplettiert werden die Top Ten von Tom Kuil, Alexander Weizel und Kiyano Veijer. Das Trio startet von den Positionen acht bis zehn und dürfte alles daran setzen, den Anschluss an die Spitzengruppe nicht abreißen zu lassen. Gerade auf dem engen und überholfreundlichen Kurs in Most bieten sich dafür bereits in den ersten Rennrunden zahlreiche Möglichkeiten.

Quick-Start-Verfahren für alle Rennen

Aufgrund der hohen Temperaturen in Most wird an diesem Wochenende außerdem das reguläre Startverfahren in allen EURO MOTO-Klassen ausgesetzt. Stattdessen kommt das sogenannte Quick-Start-Prozedere zur Anwendung. Dadurch verbringen Fahrer und Teams deutlich weniger Zeit in der Startaufstellung, um die Belastung durch die Hitze so gering wie möglich zu halten.

Das erste Rennen der EURO MOTO Sportbike startet am Samstagnachmittag um 15:55 Uhr. Das zweite Rennen folgt am Sonntag um 11:50 Uhr. Beide Läufe werden live im Stream unter euromoto.racing/live übertragen.

EURO MOTO Sportbike, Ergebnis Qualifying (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Bruno IERACI (#8/ITA), Triumph Daytona 660
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  6. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  7. Troy SOVICKA (#G21/CZE), Yamaha YZF-R7
  8. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  10. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Tulovic schlägt zurück – Ducati mit Bestzeit in Most

Zwölf Fahrer waren im Superpole Pre Practice innerhalb einer Sekunde,
Lukas Tulovic führte Ducati an die Spitze.
Foto: Dino Eisele

Das Debakel von Brünn ist Geschichte. Die Ducati läuft wieder – und wie. Lukas Tulovic ist im Superpole Pre Practice die schnellste Zeit gefahren. Trotz der enormen Hitze über dem Autodrom Most war die Session ein einziges Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwölf Fahrer aus der EURO MOTO Superbike lagen am Ende innerhalb einer Sekunde.

„Er macht das schon, da bin ich zuversichtlich“, lehnte sich Matthias Moser in seinem Klappstuhl in der Box zurück. Der Teamchef von Triple M Racing Ducati Frankfurt weiß genau, was er an seinem Fahrer hat. Das Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Tulovic umrundete den Kurs auf der Ducati Panigale V4R in 1:33,039 Minuten und war damit hauchdünne 0,029 Sekunden schneller als Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW).

Für Soomer war es die Rückkehr in die EURO MOTO Superbike. Der Este hatte zuletzt in Brünn gefehlt, weil er zeitgleich in der Superbike-Weltmeisterschaft den verletzten Danilo Petrucci im BMW-Werksteam vertreten hatte. Den Ausflug auf die WM-Bühne genoss Soomer sichtlich und hofft auf eine Fortsetzung. In der EURO MOTO-Gesamtwertung hat ihn der Einsatz jedoch zurückgeworfen, nachdem er beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring aufs Podium gefahren war. Soomer wird jetzt als Gesamt-Neunter in der Superbike-Wertung geführt. Das wird er nicht so stehen lassen wollen.

Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) holte die drittbeste Zeit. Im Gegensatz zum Vorjahr machen ihm die Einheitsreifen zu schaffen. Die Honda muss darauf abgestimmt werden und die Asphalttemperaturen machen es derzeit nicht einfach.

Ebenfalls den direkten Einzug in die Superpole 2 schafften Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Leon Orgis (ORM Racing). Im ersten freien Training hatte er wegen eines defekten Lenkkopflagers keine einzige Runde zustande gebracht und musste das Treiben auf der Strecke im Abseits beobachten.

Völlig aus der Rolle fiel Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes). Der ehemalige Supersport-WM-Fahrer landete lediglich auf Rang elf – allerdings ebenfalls noch innerhalb einer Sekunde hinter Spitzenreiter Tulovic. Reifenprobleme und mehrere kleinere Schwierigkeiten verhinderten eine bessere Platzierung. Damit muss Schrötter am morgigen Samstag zunächst den Umweg über die Superpole 1 nehmen. Dort qualifizieren sich die drei Schnellsten für die Superpole 2, in der gemeinsam mit den sechs Bestplatzierten des heutigen Superpole Pre Practice die endgültigen Startplätze in den ersten drei Reihen für die beiden Rennen am Sonntag vergeben werden.

Superpole Pre Practice (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (Ducati/DEU)

2. Hannes SOOMER (BMW/EST)

3. Florian ALT (Honda/DEU),

4. Markus REITERBERGER (BMW/DEU)

5. Toni FINSTERBUSCH (BMW/DEU)

6. Leon ORGIS (BMW/DEU)

7. Twan SMITS (Yamaha/NLD),

8. Jan-Ole JÄHNIG (BMW/DEU)

9. Soma GÖRBE (BMW/HUN)

10.Kevin ORGIS (BMW/DEU)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Doppelsturz bremst Bijman nicht

Der Trainings-Freitag in Most hat die neue Lage im Titelkampf der EURO MOTO Sportbike-Klasse angedeutet, aber längst nicht auch nur ansatzweise entschieden. Während Meisterschaftsführer Jakob Rosenthaler (RT Motorsports Racing) verletzungsbedingt fehlt, konnte Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) die Chance auf die Spitze in den ersten beiden freien Trainings noch nicht voll nutzen. Der Österreicher beendete den Tag in der kombinierten Zeitenliste auf Rang fünf.

Damit bleibt die Ausgangslage vor Qualifying und Rennen offen. Kitzbichler liegt zwar  trotz eines leichten Sturzes im ersten Training weiter in Schlagdistanz, aber eine dominierende Rolle spielte niemand. Gerade mit Blick auf Rosenthalers knappen Vorsprung von nur vier Punkten verspricht Most damit weiterhin in der Sportbike-Klasse spannend zu bleiben.

Für eine der kurioseren Geschichten des Tages sorgte Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing). Der Niederländer fuhr in der kombinierten Wertung auf Platz zwei, obwohl sein Freitag alles andere als problemlos verlief. Bijman stürzte sowohl in FP1 als auch in FP2, gehörte am Ende aber trotzdem zu den schnellsten Fahrern im Feld. „Ich bin zwar heute zweimal gestürzt, aber das war nicht dem Motorrad oder dem Setup geschuldet. Letztendlich ist unsere Pace wirklich gut. Ich fühle mich auf dieser Strecke schnell und weiß, dass wir vorne mitkämpfen können. Mein Ziel für dieses Wochenende ist ganz klar: Ich möchte endlich meinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen“, erklärte Bijman. Der bislang letzte Rennsieg des Niederländers liegt bereits etwas zurück. 2024 gewann er beim Saisonfinale in Hockenheim das letzte Rennen der Supersport-300-Klasse.

Hinter dem Führenden lagen die Abstände insgesamt eng beieinander. Tobias Kitzbichler bleibt trotz Rang fünf voll im Rennen um die Spitze. Direkt vor ihm reihten sich Louis Rammerstorfer und Lokalmatador Stepan Zuda (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) auf den Plätzen drei und vier ein. Gaststarter Bruno Ieraci (RT Motorsports) setzte in der Hitzeschlacht die Bestzeit und führt die kombinierte Wertung der beiden freien Trainings vorerst an.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Mittwoch, 24. Juni 2026

Emil Frey Racing feiert bei DTM am Lausitzring Sieg und Meisterschaftsführung durch Matteo Cairoli

Der dritte Lauf der DTM-Saison 2026 führte Emil Frey Racing erstmals auf deutschen Boden an den Lausitzring. Bei tropischer Hitze und einem Wochenende voller Wetterkapriolen zeigte Emil Frey Racing starke Leistungen und sicherte sich am Ende sowohl einen Saisonsieg als auch die Führung in der DTM-Fahrerwertung.

Matteo Cairoli fährt am Lausitzring zu seinen zweien Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport 

Rennen 1 – Samstag, 20. Juni 2026

Das Qualifying zum ersten der beiden DTM-Rennen am Lausitzring fand unter extremer Hitze statt. Matteo Cairoli sicherte sich Startplatz 7, Thierry Vermeulen ging von Position 13 ins Rennen.

Kurz vor dem Start setzte heftiger Regen ein und verwandelte den Lausitzring in eine anspruchsvolle Regenschlacht – Fahrer und Fahrzeuge wurden bereits in der Startaufstellung ordentlich nass. Das Rennen startete daher mit leichter Verspätung und zunächst zwei Runden hinter dem Safety Car. Matteo Cairoli, der mit Regenreifen auf dem #14 Ferrari 296 GT3 Evo startete, arbeitete sich früh nach vorne und lag zwischenzeitlich auf Platz 6, ehe ein weiterer Safety-Car-Einsatz – ausgelöst durch einen im Kiesbett steckengebliebenen Porsche – das Renngeschehen erneut unterbrach. Die Renndistanz wurde daraufhin auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Beim Re-Start konnte sich Matteo Cairoli bis auf den dritten Rang vorarbeiten. 

Der Sieger aus Zandvoort, Matteo Cairoli, kam mit den ersten früh an die Box und wurde in 6,5 Sekunden abgefertigt. Thierry Vermeulen hingegen blieb bis zur letzten Chance auf der Rennstrecke: Der Undercut funktionierte und der #69 Ferrari von Thierry Vermeulen lag auf einem guten sechsten Platz.

In den Schlussminuten geriet Thierry Vermeulen zunehmend unter Druck von gleich zwei Mercedes-AMG-Piloten, Lucas Auer (#22) und Jules Gounon (#48), verteidigte seine Position jedoch erfolgreich und kam als Siebter über die Ziellinie. Eine nachträglich verordnetet Strafe versetzte den Niederländer allerdings auf Platz 13. Matteo Cairoli erzielte mit Platz 8 weitere Punkte in der Meisterschaftswertung. 

Rennen 2 – Sonntag, 21. Juni 2026

Auch das Qualifying zum zweiten Rennen am Lausitzring fand bei erneut grosser Hitze statt. Matteo Cairoli sicherte sich mit Startplatz 2 einen Rang in der ersten Reihe, während Teamkollege Thierry Vermeulen von Position 15 aus ins Rennen ging. Nach dem Start behielten beide Piloten ihre Positionen, doch nach der zweiten Runde sorgten Teile auf der Strecke für eine Safety-Car-Phase. Nach dem Restart lieferte sich Matteo Cairoli ein enges Duell um Platz 2 mit Nicki Thiims Aston Martin (#7), während sich Thierry Vermeulen sukzessive nach vorne arbeitete.

In der ersten Boxenstopp-Phase war Matteo Cairoli einer der Ersten, die an die Box kamen, kurz darauf folgte Thierry Vermeulen – der bis dato Führende Arjun Maini blieb am längsten draussen. Der Pilot des #14 Ferrari setzte nach seinem Stopp die schnellste Rennrunde und übernahm nach Abschluss der Stoppserie die Führung - nachdem die Emil Frey Racing Mannschaft mit einem Stopp von 7,1 Sekunden erneut deutlich schneller war als Maini mit einer Standzeit von 9,3 Sekunden. Schärfster Verfolger an der Spitze blieb dennoch der Ford-Pilot Maini, der sich auf Platz 2 hauchdünn an Matteo Cairoli heranarbeitete. 

Als es in die zweite Boxenstopp-Runde ging, kam erneut zuerst Thierry Vermeulen herein. Nach einer wiederholt guten Boxenstopp-Arbeit der Emil Frey Racing Mannschaft konnte Matteo Cairoli mit komfortablem Abstand die Führung behaupten. 

Der Vorsprung des Italieners im #14 Ferrari von 2,5 Sekunden schmolz in der Schlussphase jedoch zusehends: Nicki Thiim war auf seinen frischeren Reifen – Matteo Cairolis Satz war zu diesem Zeitpunkt rund zehn Runden älter – spürbar schneller. Am Ende behielt Matteo Cairoli jedoch die Oberhand und feierte seinen zweiten Saisonsieg, mit dem er zugleich die Führung in der Fahrerwertung übernahm – und das trotz der extremen Hitze ganz ohne einen Schluck zu trinken. Thierry Vermeulen beendete das Rennen auf Platz 14. 

Stimmen der Fahrer zum Rennwochenende

Matteo Cairoli (Italien)

„Es war ein wirklich intensives Rennen – ich denke das intensivste auch bezüglich des Druckes der Gegner, das ich bislang hatte. Der Zweikampf mit Nicki Thiim war wirklich toll, aber ab einem Punkt dachte ich, alles arbeitet gegen mich: die Temperatur im Auto, die Bremsen, alles! Ich gab alles, um keine Fehler zu machen und wir wurden dann mit dem zweiten Sieg in diesem Jahr belohnt, was dem ganzen Team noch mal zusätzlich Motivation gibt.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Wir hatten das ganze Wochenende ein wirklich gutes Auto und am Samstag machten wir einen grossen Sprung mit einer starken Strategie auf den Slicks. Jedoch bekam ich nachträglich noch eine Strafe wegen einem Kontakt während des Rennens und verlor viele Punkte. Das Auto war am Sonntag im Qualifying gut, aber meine Performance war nicht da - bei den engen Abständen landet man dann einfach weit hinten. Glückwunsch an das Team und an Matteo für den starken Sieg. Das zeigt einfach, dass die ganze harte Arbeit sich auszahlt und wir auf einem sehr guten Weg sind.“

Quelle: emilfreyracing.com

Montag, 22. Juni 2026

ADAC GT-Masters: BMW-Duo Zimmermann/Fourie siegt und ist Halbzeitmeister

  • Zweiter Saisonsieg für Zimmermann/Fourie von FK Performance Motorsport
  • Lokalmatador Primm fährt mit Rogalski im Audi von HGL Racing auf Platz zwei
  • Haupt Racing Team-Piloten Gjerdrum/Reis im Ford erneut auf Platz drei

Leyton Fourie und Tim Zimmermann haben das Rennen gewonnen und sind Halbzeitmeister
Foto: ADAC-Motorsport

Halbzeitmeister mit Ausrufezeichen: Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) haben das zweite Rennen des ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring mit 5,574 Sekunden Vorsprung dominant gewonnen. Mit ihrem zweiten Saisonerfolg übernahmen die BMW-Piloten die Tabellenführung und sind Halbzeitmeister. Rang zwei sicherten sich Lokalmatador Simon Connor Primm (21) aus Großschirma und Robin Rogalski (25/POL/beide HGL Racing) im Audi R8 LMS GT3 Evo 2. Das Podium komplettierten Max Reis (19/Ramstein)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3. „Mit diesem Ausgang hätte ich niemals gerechnet, als wir ins Wochenende gestartet sind. Wir können dem Team nur danken, denn die Strategie war unglaublich“, strahlte Fourie, der auch die „Road-to-DTM“-Wertung für sich entschied. „Dass wir nun Halbzeitmeister sind, hätte ich nach dem schwierigen Saisonstart nicht geglaubt. Wir müssen dieses Momentum nun mitnehmen und die Führung halten.“ Teamkollege Zimmermann freute sich über die Tabellenführung und den Sieg, drückte aber auf die Euphoriebremse: „Halbzeit heißt, dass noch die zweite Hälfte der Saison vor uns liegt und viel passieren kann. Ich bin sehr froh über den heutigen Ausgang und die Punkte. Es lief alles perfekt. Wir hätten nicht erwartet, so konkurrenzfähig zu sein, gerade weil der Audi heute Morgen extrem schnell war. Aber unser BMW hat sich klasse angefühlt. Ich habe versucht, die Balance zwischen Vollgas und Reifenschonen zu finden und der Plan ging auf.“

Am Start des 80-minütigen Endurance-Rennens hielt Polesetter Primm im Audi die Führung und baute in seinem Stint den Vorsprung auf über sieben Sekunden gegenüber Fourie im BMW aus. Dahinter setzte sich Ford-Pilot Emil Gjerdrum auf Rang drei. Während der ersten Boxenstopp-Phase entschieden sich HGL Racing und das Haupt Racing Team für den kurzen Stopp und gingen gemeinsam mit Felix Hirsiger (28/CHE/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini deutlich in Führung. Der BMW von FK Performance erhielt beim ersten Stopp hingegen frische Pneus, doch Zimmermann machte die längere Standzeit durch starke Rundenzeiten am Fließband wett. „Tim hat einen super zweiten Stint gefahren. Ich hatte am Ende zwar kaum mehr Reifen übrig, aber der Abstand nach hinten war groß genug, um das zu managen“, lachte Fourie, der nach dem zweiten Boxenstopp deutlich in Führung wieder zurück auf die Strecke kam.

Hinter dem späteren Sieger wirbelte die zweite Stopp-Phase das Feld nochmals ordentlich durcheinander. Zunächst lagen die beiden Razoon – more than Racing Porsche 911 GT3 R von Pavel Lefterov (28/BGR) und Leo Pichler (24/AUT) auf Podiumskurs, da sie ebenfalls die Reifen schon beim ersten Fahrerwechsel getauscht hatten. In der Endphase zollten sie den abbauenden Pneus jedoch Tribut, während von hinten Primm im Audi und Emil Gjerdrum im Ford herannahten und mit ihren frischen Reifen beide Porsche überholten. Somit feierten Primm aus Großschirma und sein Team HGL Racing aus Leipzig gemeinsam mit Rogalski das erste Podium im ADAC GT Masters beim Heimrennen auf dem Dekra Lausitzring. „Das Rennen hat unglaublich Spaß gemacht. Ich konnte einen Vorsprung rausfahren und habe schnell bemerkt, dass wir heute das beste Auto hatten. Tausend Dank an Audi und meinen Teamchef Tobias Seyffarth, dem das gemeinsam mit unseren Ingenieuren gelungen ist“, strahlte Primm. „Als ich zu meinem finalen Stint wieder auf die Strecke kam, wusste ich, dass ich mit den frischen Reifen gute Chancen haben würde, den Porsche nochmal anzugreifen. Es war ein faires Duell und ich freue mich riesig über Platz zwei beim Heimrennen.“

Rang drei ging – wie bereits am Vortag – an Emil Gjerdrum und Reis im Ford. „Ich bin wirklich glücklich über dieses Podium. Das Ergebnis zeigt das Potenzial, von dem wir immer wussten, dass es in uns steckt“, strahlte Gjerdrum, der zum Schluss mit einem starken Mannöver noch Platz drei gegen Lefterov sicherte. „Dieses Rennen hat unglaublich Spaß gemacht durch sehr viele, teils knappe Überholmanöver. Es war eines meiner coolsten Rennen bisher. Ich glaube, beide Strategien hatten heute Vor- und Nachteile. Aber wie es aussieht, war für uns der Reifenwechsel zum Ende die richtige Entscheidung.“

Lefterov (28/BGR)/Mark Kastelic (18/SLO) wurden am Ende Vierte. Platz fünf ging an die bisherigen Tabellenführer Hirsiger/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini. Sechste wurden Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo vor Pichler/Colin Bönighausen (21/Isernhagen), die mit ihrem Porsche noch bis auf Rang sieben zurückfielen. Rang acht ging an das BMW-Duo Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) vor ihren Markenkollegen Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport). Die Vortagessieger hatten am Start mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und fielen deshalb zeitweise ans Ende des Feldes zurück. Die Top-10 wurden von John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 komplettiert.

Bereits in knapp drei Wochen geht das ADAC GT Masters in die nächste Runde. Vom 10. bis 12. Juli gastiert die GT3-Nachwuchsliga des ADAC beim Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Im vergangenen Jahr reisten rund 134.000 Fans zu diesem Spektakel in die Eifel.


Heiße Lausitz, eiskalter Matteo Cairoli: Italiener nach zweitem Sieg neuer DTM-Spitzenreiter

  • Nicki Thiim holt erstes DTM-Podium für Aston Martin
  • Finn Wiebelhaus sorgt nach 37 Jahren für erstes Ford-Podium
  • 58.000 Besucher beim Motorsport-Festival der DTM in der Lausitz

Ferrari-Fahrer Matteo Cairoli ist neuer Spitzenreiter der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) hat als erster Fahrer in der DTM-Saison zwei Rennen gewonnen und nach sechs Meisterschaftsläufen die Tabellenführung übernommen. Der Italiener behielt am Sonntag in einem Hitzerennen auf dem Dekra Lausitzring einen kühlen Kopf und wurde im Ferrari 296 GT3 Evo nach 42 Runden als Erster abgewunken. „Das ist einer der schönsten Siege meiner Karriere! Nicki Thiim hat mich bei den sowieso schon heißen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Er hat in den letzten Runden unglaublich viel Druck gemacht. Meine Reifen waren ziemlich am Ende und die Hitze extrem herausfordernd. Ich wollte unbedingt gewinnen und bin überglücklich“, erklärte Cairoli. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) belegte mit dem knappen Rückstand von 0,413 Sekunden Rang zwei und sorgte damit für das erste Podium von Aston Martin in der Geschichte der DTM. Nach 37 Jahren stand dort am Sonntag auch wieder ein Ford-Fahrer: In seinem ersten sechsten DTM-Rennen sorgte Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) als Dritter für den ersten Podestplatz eines Ford Mustang GT3 in der DTM.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 32 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:19,750 Minuten
  • Sieger: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 Evo #14)
  • Schnellste Rennrunde: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:20,423 Minuten

Cairoli ging am Sonntagmittag auf dem Lausitzring von Position zwei aus in den sechsten DTM-Meisterschaftslauf und lag bis zum ersten Pflicht-Boxenstopp gut eine Sekunde hinter Pole-Setter Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) im Ford. Auf Rang drei folgte Thiim vor Wiebelhaus. Der 30-jährige Cairoli absolvierte im zehnten Umlauf einen schnellen Boxenstopp und konnte in Runde 13 an Maini vorbeiziehen, der nach einem späteren Reifenwechsel mit noch kalten Pirelli-Slicks unterwegs war. Dahinter reihten sich Thiim, Wiebelhaus und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini auf den Plätzen drei bis fünf ein.

Cairoli verteidigte nach seinem zweiten Boxenstopp die Führung, musste sich danach aber gegen Thiim wehren, der auf Platz zwei vorgerückt war und immer wieder attackierte. Der in Como in Italien aufgewachsene Rennfahrer behielt jedoch bis zum Schluss die Nerven, machte keinen Fehler und übernahm nach seinem zweiten DTM-Erfolg die Gesamtführung. Hinter Thiim konnte sich Wiebelhaus mit einem sehenswerten Überholmanöver noch an Maini vorbeischieben und Rang drei sichern. Der Inder wurde Vierter, knapp vor dem immer stärker werdenden Bortolotti, der sein bisher besten Saisonergebnis erzielte.

Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) beendete den Sonntagslauf in einem weiteren Lamborghini Temerario GT3 als Sechster. Platz sieben ging an Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo. Trotz einer Penalty-Lap sicherte sich Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) Position acht und ist damit im Gesamtklassement Dritter. Marco Wittmann (Fürth) kam im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Neunter ins Ziel. Bester Porsche-Pilot war Thomas Preining (Manthey). Der Österreicher rettete Rang zehn mit knapp einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Landsmann Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der nun in der Fahrerwertung Zweiter ist.

Nicki Thiim: „Was für ein Achterbahn-Wochenende! Erst die Pole-Position am Samstagmorgen, danach den Sieg unglücklicherweise verpasst und zum Abschluss in einer Hitzeschlacht den zweiten Platz geholt. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht, vor allem die Duelle mit Matteo Cairoli und Arjun Maini.“

Finn Wiebelhaus: „Mit dem Podium erfüllt sich für mich ein großer Kindheitstraum. Ich habe erst 2020 mit dem Motorsport begonnen und es innerhalb von sechs Jahren vom Kart bis in die DTM geschafft. Das macht mich unglaublich stolz. Mein Teamkollege Arjun Maini und ich hatten einen intensiven Zweikampf mit leichtem Lackaustausch, dabei ging es aber jederzeit fair zu.“

Ergebnis, 6. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing)

2. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0,413 Sekunden

3. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +5,392 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +8,118 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +8,607 Sekunden


Sonntag, 21. Juni 2026

Pole-Position für Lokalmatador Primm am Dekra Lausitzring

Pole-Position beim Heimspiel des ADAC GT Masters am Dekra Lausitzring für Simon Connor Primm (21) aus Großschirma. Im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 fuhr er ins 1:20.476 Minuten zur Bestzeit und bescherte damit auch seinem Team HGL Racing zum ersten Mal Startplatz eins in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC.

„Es freut mich unglaublich. Wir haben so viel am Auto gearbeitet und endlich hat es geklappt. Vielen Dank an Audi, an mein Team HGL Racing und meinen Teamchef Tobias Seyfarth, ohne die das alles nicht möglich wäre. Es ist ein richtiger Befreiungsschlag“, strahlte Primm, der sich das Auto mit Robin Rogalski (25/POL) teilt. „Wir werden sehen, was im Rennen möglich ist. Unser Audi ist gut und wir sind zuversichtlich.“

Hinter dem Polesetter spitzt sich der Kampf um die Tabellenführung weiter zu. Mit 0,059 Sekunden Rückstand fuhr der aktuell Zweitplatzierte der Meisterschaft, Leyton Fourie (20/ZAF/FK Performance Motorsport), auf Startplatz zwei. Der BMW-Pilot setzte früh Bestzeit nach Bestzeit und musste sich am Ende nur Primm geschlagen geben. Direkt dahinter belegt der aktuelle Meisterschaftsführende Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) mit 0,166 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Er wählte eine andere Herangehensweise und setzte erst kurz vor Ende der Session seine schnellste Rundenzeit. 

Die Top-5 komplettieren die beiden Porsche 911 GT3 R von Razoon – more than Racing. Leo Pichler (24/AUT) geht mit 0,206 Sekunden Rückstand von Startplatz vier aus ins Rennen, sein Teamkollege Pavel Lefterov (28/BGR) mit 0,257 Sekunden Abstand zur Spitze direkt dahinter.

Quelle: adac-motorsport.de


Maini holt im Ford Mustang GT3 erste DTM-Pole

Ford-Pilot Arjun Maini holt Pole fürs Sonntagsrennen am Lausitzring
Foto: ADAC-Motorsport

Arjun Maini bleibt am Dekra Lausitzring im Qualifying eine Macht. Nach dem zweiten Platz am Samstag war er beim Zeittraining am Sonntagmorgen mit 1:19,750 Minuten schnellster Pilot. Damit steht der Inder zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere auf der Pole-Position und startet erstmals mit dem Ford Mustang GT3 von Platz eins aus ins Rennen.

"Ich freue mich riesig, dass mir so eine super Runde gelungen ist. Durch die zwei Boxenstopps wird es im Rennen vor allem auf die richtige Strategie ankommen. Ich hoffe, dass es anders als am Samstag ein trockener Sommertag bleibt und kein Regen aufzieht", erklärte der Gewinner des Pirelli Pole Position Award. Matteo Cairoli belegte mit einem Rückstand von 0,128 Sekunden Platz zwei und geht am Sonntagmittag neben Maini von der ersten Startreihe aus in das sechste DTM-Rennen. Nicki Thiim, Pole-Setter am Samstag, war wieder schnell unterwegs und fuhr mit seinem Aston Martin Vantage GT3 auf Position drei. Finn Wiebelhaus wurde im zweiten Ford von HRT Ford Racing Vierter, Luca Engstler komplettierte im Lamborghini Temerario GT3 die Top Fünf.

Maini überzeugte im Zeittraining am Sonntag bei sommerlichen 27 Grad mit durchweg schnellen Rundenzeiten. Seine Top-Marke erzielte der 28-Jährige allerdings erst kurz vor Schluss. Auch Cairoli zeigte sich im Ferrari 296 GT3 Evo angriffslustig, konnte aber Mainis späte Top-Zeit nicht mehr kontern. Das Feld lag am Ende des Qualifyings wieder extrem dicht zusammen: Position eins und 20 trennten nur knapp acht Zehntelsekunden.

Ergebnis Qualifikation, 6. Saisonlauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), 1:19.750 Minuten

2. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.128 Sekunden

3. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0.157 Sekunden

4. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +0.217 Sekunden

5. Luca Engstler (D/Red Bull Team Abt), +0.243 Sekunden

Quelle: dtm.com

Samstag, 20. Juni 2026

Ben Dörr lässt Briten jubeln: Historischer DTM-Sieg für McLaren

  • Dörr feiert auf dem Dekra Lausitzring seinen ersten DTM-Erfolg
  • Mapelli mit Treppchen-Debüt, Feller mit erstem Porsche-Podium
  • Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer erobert die Tabellenführung zurück

Großer Jubel bei Ben Dörr von McLaren-Team Dörr Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Eine perfekte Strategie, eine mutige Reifenwahl und das nötige Glück sorgten beim Samstagsrennen auf dem Dekra Lausitzring für den ersten DTM-Sieg von Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport). Der 21-Jährige markierte den historischen ersten DTM-Erfolg von McLaren – damit gab es in den ersten fünf Saisonläufen fünf verschiedene Gewinner. „Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich! Am liebsten hätte ich diesen Erfolg natürlich auf dem Podium gefeiert, trotzdem ist dieser Moment für mich unbeschreiblich. In unserem dritten DTM-Jahr war es unser Ziel, ganz vorne mitzuspielen. Das ist uns gelungen und genauso wollen wir weitermachen“, freute sich Dörr. Nach einem Wolkenbruch vor dem Start ging er von Position zehn aus auf regennasser Strecke mit Pirelli-Slicks ins Rennen und legte damit den Grundstein für seinen Sieg. Der Youngster sah die Zielflagge zunächst als Zweiter hinter Lamborghini-Fahrer Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), doch durch eine nachträgliche Strafe gegen den Italiener wegen eines Vergehens in einer Gelbphase wurde Dörr als Sieger gewertet. Sein erstes Porsche-Podium in der DTM feierte Ricardo Feller (CH/Manthey). Der Schweizer erhielt wie Mapelli im Nachgang des Rennens eine 15-sekündige Zeitstrafe, blieb im korrigierten Klassement jedoch unverändert Dritter.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 5 und 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 29 Grad, wechselhaft
  • Pole-Position: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 1:19,463 Minuten
  • Sieger: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720S GT3 Evo #25)
  • Schnellste Rennrunde: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80), 1:20,694 Minuten

Kurz vor dem Start zum fünften DTM-Saisonlauf setzte am Samstagmittag starker Niederschlag auf dem Lausitzring ein, der zu Rennbeginn allerdings aufhörte. Die meisten Teams zogen dennoch Pirelli-Regenreifen auf. Einige Fahrer, darunter Pole-Setter Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) aber auch Dörr, Mapelli, Feller und Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) riskierten Slicks – konnten das Tempo des Feldes zunächst aber nicht mitgehen. Das änderte sich jedoch im weiteren Verlauf, da der Asphalt immer mehr abtrocknete. Kurz vor dem Boxenstoppfenster hatte Thiim wieder die Führung übernommen. Dörr lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf Rang sechs.

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Als Timo Glock (Kreuzlingen/Dörr Motorsport) mit technischen Problemen im McLaren 720S GT3 Evo auf der Strecke ausrollte, bog Thiim in Runde 13 zum Reifenwechsel ab. Eine Runde darauf steuerte das Trio Mapelli, Dörr und Feller die Boxengasse an, wenige Sekunden bevor eine Full-Course-Yellow-Phase das Feld einbremste. Die Boxenstopps während der Gelbphase verschafften dem Trio einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Thiim. Diese Reihenfolge blieb bis zur Zieldurchfahrt unverändert. Da Mapelli sowie Feller während der Gelbphase schneller als die erlaubten 80 km/h unterwegs waren, wurden beide im Anschluss mit einer Zeitstrafe belegt und Dörr als Sieger gewertet. Mapelli und Feller folgten auf den Plätzen zwei und drei. „Das war ein richtig gutes Rennen von uns“, bilanzierte Feller. „Ich freue mich riesig über mein erstes DTM-Podium für Porsche und Manthey. In den ersten Runden ging es einfach nur darum, das Fahrzeug auf der Strecke zu halten. Unser Matchplan ist voll aufgegangen, dazu hatten wir einen super Boxenstopp. Natürlich hätte ich gern um den Sieg gekämpft, doch dafür hat mir einfach die Pace gefehlt.“

Thiim überquerte die Ziellinie auf dem Lausitzring als Vierter. Wittmann, ebenfalls auf Trockenreifen gestartet, zeigte eine starke Aufholjagd und verbesserte sich vom 18. auf den fünften Platz. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) übernahm als Sechster wieder die Tabellenführung. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) beendete den fünften Saisonlauf auf Rang sieben, Matteo Cairoli (I) folgte im Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing auf Position acht. Ford-Pilot Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance) sicherte sich vor Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo den neunten Platz.

Ergebnis 5. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)

2. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), +13,136 Sekunden

3. Ricardo Feller (CH/Manthey), +17,732 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +23,435 Sekunden

5. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +24,749 Sekunden


Jubel im Doppelpack: Debüt-Sieg für die Holzem-Zwillinge

  • Schubert Motorsport-Piloten gewinnen erstmals im ADAC GT Masters
  • BMW-Doppelpodium durch Zimmermann/Fourie von FK Performance Motorsport
  • Haupt Racing Team-Duo Reis/Gjerdrum komplettieren im Ford das Podium

Sieg nach langer Durststrecke: Sandro und Juliano Holzem jubelten
überschwänglich über ihren Debüt-Erfolg
Foto: ADAC-Motorsport

Die lange Wartezeit hat ein Ende: Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport) haben am Dekra Lausitzring ihr erstes ADAC GT Masters-Rennen gewonnen. Die Zwillingsbrüder lagen im BMW M4 GT3 Evo am Ende 3,141 Sekunden vor ihren Markenkollegen Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport). Für das Traditionsteam Schubert Motorsport war es der 14. Sieg im ADAC GT Masters. Das Podium komplettierten Max Reis (19/Ramstein)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3. „Mir fällt ein sehr großer Stein vom Herzen. Wir haben oft gezeigt, dass wir im Stande sind zu gewinnen und waren auch oft nah dran, hatten aber immer wieder Pech. Vielen Dank an unser Team für die gute Strategie und das tolle Auto“, jubelte Sandro Holzem. Sein Zwillingsbruder strahlte ebenfalls: „Es ist wie ein Bann, der endlich gebrochen wurde. Wir sind sehr glücklich. Wir haben so lange auf diesen Sieg gewartet und die Performance war immer da. Endlich haben wir es geschafft. Ich habe in meinem Stint versucht, die Pace zu halten und keinen Fehler zu machen und bin sehr erleichtert, dass unsere Leistung nun endlich belohnt wurde.“

Der Dekra Lausitzring war zum Start des ersten Endurance-Rennens der Saison noch feucht nach einem Regenschauer, die Temperaturen waren mit 26 Grad Luft und 32 Grad Asphalt ebenfalls etwas abgekühlt. Sandro Holzem, der das Rennen von Startplatz eins aus in Angriff nahm, blieb unangefochten an der Spitze gefolgt von Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team) im Ford und Zimmermann im BMW. Dahinter ging Felix Hirsiger (28/CHE/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 an Colin Bönighausen (21/Isernhagen/Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R vorbei. Die erste Boxenstopp-Phase wirbelte das Feld etwas durcheinander. Während sich fast alle Teams für den längeren Stopp mit Reifenwechsel entschieden, blieben Schubert Motorsport und der Ford Mustang von Reis/Gjerdrum auf den älteren Pneus, was das Haupt Racing Team-Duo auf Platz zwei nach vorne spülte – unmittelbar vor Teamkollege Niklas Kalus (21/Duisburg/Haupt Racing Team), der den Ford von Blum übernommen hatte. Im Zweikampf touchierte Kalus die Wand und musste sein Auto schließlich abstellen. Von hinten näherte sich aber bereits Fourie im BMW und kämpfte nahezu seinen gesamten Stint gegen Gjerdrum um Rang zwei. „Wir haben diese starke Pace im Rennen nicht erwartet, beschweren uns aber natürlich nicht darüber. Das Auto war in guter Verfassung in diesen Bedingungen“, erklärte Fourie. „Wir waren wirklich schnell auf den neuen Reifen, aber die Luftverwirbelungen hinter dem Ford haben es knifflig gemacht, eine Überholmöglichkeit zu erhalten. Und fairerweise muss ich sagen, dass Emil auch sehr gut verteidigt hat.“

Nach der zweiten Boxenstopp-Phase blieben die späteren Sieger an der Spitze, bekamen mit kalten Reifen allerdings zunächst Druck von Zimmermann. Dahinter kam Tabellenführer Hirsiger auf Rang drei aus der Box, da Leo Pichler (24/AUT)/Colin Bönighausen (21/Isernhagen/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R an der Boxeneinfahrt ohne Benzin liegengeblieben waren. Die daraus resultierende Safety-Car-Phase schob das Feld wieder eng zusammen und Reis, der nun seinerseits mit frischen Reifen auf seinem Ford Mustang unterwegs war, arbeitete sich an Hirsiger heran und ging schließlich vorbei. „Ich wusste aus dem vergangenen Jahr, dass es ein großer Vorteil ist, am Ende die frischen Reifen zu haben. Zumal es zur ersten Boxenstopp-Phase noch etwas feucht war und es damit schwieriger gewesen wäre, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das Safety Car hat natürlich dazu beigetragen, dass ich nochmal angreifen konnte“, erklärte Reis. „Ich bin sehr glücklich. Endlich haben wir es aufs Podium geschafft, nachdem die Saison sehr hart für uns verlief, weil wir deutlich mehr Pace in der Tasche gehabt haben und das nie zeigen konnten.“

Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) wurden schließlich Vierte und verteidigten ihre Tabellenführung. Platz fünf ging an Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) in einem weiteren BMW vor Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR/beide Razoon - more than Racing) im Porsche 911 GT3 R. Lokalmatador Simon Connor Primm (21/Großschirma) und sein Teamkollege Robin Rogalski (25/POL/HGL Racing) wurden im Audi Siebte, Alain Valente (29/CHE)/Joseph Ellerine (22/ZAF/beide FK Performance Motorsport) im BMW kamen auf Platz acht ins Ziel. Dahinter lagen Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo, die Top-10 komplettierten John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2.

Das zweite Endurance-Rennen des ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring wird am Sonntag ab 15:05 Uhr live auf Sport1 im Free TV übertragen. Im Stream ist es auch bei Joyn, ServusTV ON und auf youtube.com/adacmotorsports zu sehen. Auf dem Youtube-Kanal des ADAC und Joyn gibt es morgens auch das Qualifying ab 8:30 Uhr live.


ADAC GT Masters: Sandro Holzem rückt am Dekra Lausitzring auf Startplatz 1 nach vorne

Sandro Holzem erbt Pole-Position nach Entscheidung der Rennleitung
Foto: ADAC-Motorsport

Sandro Holzem (22/Polch/Schubert Motorsport) wird in seinem BMW M4 GT3 Evo das erste Rennen des ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring von Startplatz eins aus in Angriff nehmen. Der 22-Jährige hatte sich auf die zweite Startposition qualifiziert und rückt nun eine Position nach vorne. Der eigentliche Qualifying-Sieger Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team) geht von Rang zwei aus ins Rennen. Er erhielt nachträglich eine Grid-Penalty für das Blockieren eines anderen Fahrzeugs während des Zeittrainings.

Quelle: adac-motorsport.de

ADAC GT Masters: Rookie Blum fährt auf dem Dekra Lausitzring zur Pole

Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team) hat es geschafft: Der Rookie hat sich auf dem Dekra Lausitzring die Pole-Position gesichert. In seinem Ford Mustang GT3 wartete er lange an der Box und setzte erst gegen Ende des Qualifyings die Bestzeit von 1:20.346 Minuten. „Wir sind spät rausgefahren, haben dem Reifen Zeit gelassen, denn wenn der Asphalt so heiß ist, geht nur eine Runde. Auf diese eine haben wir gesetzt und das hat zum Glück funktioniert“, strahlte Blum, der eine klare Ansage an die Konkurrenz schickt. „Wir waren auf Pole, wir waren Zweite und Dritte im Rennen, nur der Sieg fehlt noch. Wir wissen, dass der BMW und der Lamborghini sehr stark sind hier, gerade wenn das Rennen länger wird. Aber wir werden das Beste aus unserem Paket herausholen und alles geben, damit es heute der erste Rennsieg für uns wird.“

#2 Kiano Blum / Ford Mustang GT3 / Haupt Racing Team
Foto: ADAC-Motorsport

Schon morgens zum Qualifying des ADAC GT Masters präsentierte sich der Dekra Lausitzring mit sommerlichen Temperaturen von 27 Grad. Die meisten Piloten warteten mit ihren schnellen Runden bis zum Ende des Zeittrainings, so auch Sandro Holzem (22/Polch/Schubert Motorsport). Er fuhr in seinem BMW mit 0,095 Sekunden Rückstand auf die zweite Startposition. Rang drei sicherte sich sein Markenkollege Tim Zimmermann (29/Langenargen/FK Performance Motorsport). Dem aktuell Meisterschaftszweiten fehlten 0,206 Sekunden zur Spitze.

Den vierten Startplatz erzielte Colin Bönighausen (21/Isernhagen). Im bestplatzierten Porsche 911 GT3 R war er 0,304 Sekunden hinter der Bestzeit. Sein Team Razoon – more than Racing gewann mit Teamkollege Leo Pichler (24/AUT) im Vorjahr beide Rennen auf dem Dekra Lausitzring und hat auch von Platz vier gute Chancen auf ein starkes Ergebnis. 

Die Top-5 komplettierte Tabellenführer Felix Hirsiger (28/CHE/Liqui Moly Team Engstler Motorsport). Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten, war er im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 sehr früh auf der Strecke. „Ich bin grundsätzlich zufrieden, denn wir stehen etwa auf der erwarteten Position. Die Session lief solide und ich war am Limit dessen, was möglich war“, so Hirsiger. „Ich habe eine schnelle Runde zusammenbekommen, nur leider wurde ich auf meinem schnellsten Versuch von einem Konkurrenten blockiert. Sonst wären vielleicht noch die Top-3 möglich gewesen.“

Für das erste Endurance-Rennen des ADAC GT Masters der Saison auf dem Dekra Lausitzring ist Spannung garantiert. Temperaturen von über 30 Grad, zwei Boxenstopps mit Fahrerwechsel, Nachtanken und ein Reifenwechsel bringen viel Action. Ein drohendes Gewitter während des Rennens stellt die Teams und Fahrer vor zusätzliche Herausforderungen. Wer nicht live vor Ort dabei sein kann, hat ab 15:10 Uhr die Möglichkeit, das Rennen in voller Länge auf Joyn, ServusTV On und youtube.com/ADACMotorsports zu sehen. 

Quelle: adac-motorsport.de

Zweite DTM-Pole: Nicki Thiim mir bärenstarkem Qualifying am Lausitzring

Nicki Thiim hat sich am Samstagmorgen auf dem Dekra Lausitzring im Aston Martin Vantage GT3 mit einem bärenstarken Qualifying die Pole-Position gesichert. Er umrundete den 3,478 Kilometer langen Kurs in 1:19,463 Minuten und stellte einen neuen Qualifying-Rundenrekord auf. Damit geht der Däne zum zweiten Mal von Startplatz eins aus in ein DTM-Rennen.

#7 Nicki Thiim (DNK / Aston Martin Vantage GT3 / Comtoyou Racing)
Foto: ADAC-Motorsport

„Meine erste Pole-Position für Aston Martin in der DTM, das ist ein ganz besonderer Moment für mich. Für einen Dänen herrschen in der Lausitz an diesem Wochenende ungewohnt heiße Temperaturen. Auf genau solche Bedingungen habe ich mich zu Hause in der Sauna vorbereitet. Ich bin ein riesiger Fan vom Lausitzring und freue mich aufs Rennen“, sagte Thiim, der den Pirelli Pole Position Award aus den Händen von Riccardo Morteni, Head of Marketing Pirelli Germany, entgegennahm. Arjun Maini bestätigte seine guten Trainingsleistungen und belegte im Ford Mustang GT3 Rang zwei. Dahinter führt Lucas Auer als Dritter ein Mercedes-AMG-Trio an. Hinter dem Österreicher sicherte sich sein Markenkollege Jules Gounon Platz vier. Tabellenführer Maro Engel geht im Mercedes-AMG GT3 von Position fünf in das Samstagsrennen.

Bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad Celsius Lufttemperatur wurde das Qualifying am Samstagmorgen um 9:00 Uhr auf dem Lausitzring gestartet. In den letzten fünf Minuten des Zeittrainings schalteten die Fahrer in den Angriffsmodus. Thiim sorgte für den ersten Paukenschlag und stellte gut dreieinhalb Minuten vor Schluss einen neuen Qualifyingrekord auf, den er mit der Topzeit in seinem siebten Umlauf noch einmal unterbot. Maini gelang seine schnellste Runde kurz vor Schluss, kam aber nicht näher als 0,062 Sekunden an den Dänen heran. Die Top-Fünf-Piloten blieben unter der alten Qualifying-Bestzeit, das gesamte Feld lag innerhalb einer Sekunde.

Ergebnis Qualifying, 5. Saisonlauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), 1:19,463 Minuten

2. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +0,062 Sekunden

3. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +0,160 Sekunden

4. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +0,250 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0,362 Sekunden


Quelle: dtm.com