Dienstag, 4. Oktober 2022

Mosambikaner Rodrigo Dias Almeida siegt am Red Bull Ring

  • Team BWT Mücke Motorsport sorgt für ersten Saisonsieg eines Mercedes-AMG
  • Tim Heinemann sorgt mit Platz zwei für Vorentscheidung im Titelkampf
  • Tabellenzweiter Colin Caresani scheidet in der Steiermark vorzeitig aus


Erstmals gibt es in der Talentschmiede der hochkarätigen DTM-Plattform einen Sieger aus Mosambik. Rodrigo Dias Almeida gewann im Mercedes-AMG des Teams BWT Mücke Motorsport das Sonntagsrennen der DTM Trophy auf dem Red Bull Ring in Österreich. Der deutsche Toyota-Pilot Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing) macht mit Platz zwei einen großen Schritt in Richtung Titelgewinn, der brasilianische Audi-Pilot Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) komplettiert als Dritter das Siegertreppchen.

„Das war ein unglaublicher Sieg! Vielen Dank ans Team, ich bin einfach überglücklich“, jubelte Almeida nach seinem ersten Triumph auf der DTM-Plattform. „Ich mag diese Strecke sehr, sie ist wirklich speziell. Wir mussten die Reifen gut managen, und das ist uns auch gelungen."

Almeida entpuppte sich im Laufe der 20 Rennrunden als zu schnell für seine Kontrahenten. Der Mercedes-AMG-Pilot startete von Position drei und lag ab Runde sieben in Führung. Zuvor überholte der Mann aus Mosambik den von der Pole-Position gestarteten Porsche-Fahrer Daniel Gregor aus dem KÜS Team Bernhard. Der 16-jährige Deutsche münzte die beste Ausgangslage zunächst in die frühe Führung im Rennen um, musste den Platz an der Sonne aber bald an Heinemann abgeben. Der Toyota-Pilot wurde jedoch von der Rennleitung aufgefordert, zwei Positionen abzugeben, weil er neben der Strecke einen Vorteil erlangt hatte. Durch diese Strafe gelangte schließlich Almeida in die führende Position und verteidigte diese fortan souverän. Für Mercedes-AMG war es der erste Saisonsieg in der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy.

Heinemann kämpfte sich vom dritten Platz wieder auf die zweite Position vor und wehrte in der Schlussphase die heftigen Angriffe von Vivacqua ab. Der Brasilianer startete nach einer Strafe von sechs Startplätzen vom zehnten Rang und arbeitete sich konsequent durch das Feld. An Heinemann biss sich der Audi-Fahrer jedoch die Zähne aus.

Für den Toyota-Piloten kommt dieser zweite Platz einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gleich. Zum Finale in Hockenheim in zwei Wochen reist Toyota-Pilot Heinemann, 2020 der erste Titelträger der DTM Trophy, mit einem komfortablen Vorsprung von 50 Punkten auf Titelrivale Colin Caresani im Project 1 BMW. Der junge Niederländer blieb im Sonntagsrennen in der Steiermark aufgrund eines technischen Defektes ohne Zähler. Heinemann führt mit 196 Zählern souverän vor Caresani (146), neuer Dritter ist Vivacqua (129) vor Theo Oeverhaus (GER), der im Walkenhorst BMW nur als Neunter ins Ziel kam. Bei den zwei noch ausstehenden Rennen auf dem Hockenheimring können im Optimalfall noch 58 Punkte gewonnen werden. 


Erstmals siegt mit Thomas Preining ein Österreicher beim Heimrennen 

  • Porsche-Werksfahrer Thomas Preining krönt sich beim Heimrennen zum Sieger 
  • Regenrennen: Schwierige Bedingungen fordern die Fahrer auf der Strecke 
  • Offenes Titelrennen beim großen DTM-Finale in zwei Wochen auf dem Hockenheimring


Erstmals hat ein Österreicher ein DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring gewonnen. Porsche-Pilot Thomas Preining aus dem KÜS Team Bernhard erzielte im Sonntagsrennen der DTM Red Bull Ring powered by REMUS einen überzeugenden Heimsieg. Der 24-Jährige aus Linz  siegte vor den beiden Deutschen Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT) und Maro Engel (Mercedes-AMG Team GruppeM Racing). Engel war von der Pole-Position ins Rennen gestartet, Preining vom achten Startplatz. Der Porsche-Werksfahrer, der mit einem besonderen Helmdesign in Gedenken an Motorsport-Legende Walter Lechner – Preinings früherem Teamchef und Freund – fuhr, konnte mit einer guten Strategie und sehenswerten Überholmanövern Plätze gut machen und erzielte nach 35 Runden seinen zweiten DTM-Sieg, nachdem er zuvor am Norisring  Porsche den allerersten DTM-Triumph beschert hatte. „Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung! Ich war schon vor dem Start zuversichtlich und wusste, dass es wird ein gutes Rennen wird. Dass es aber so gut läuft, vor allem, dass es so schnell nach vorne gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet,“ äußerte Preining direkt nach dem Rennen.

Die DTM-Fahrer hatten am Sonntag mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen, und so blieb es spannend bis zuletzt. Preining: „Mir war am Anfang einfach nur wichtig, dass das Auto in einem Teil bleibt, gerade in der Startphase, da hat man wirklich nichts gesehen. Ich habe es mal ruhig angehen lassen und dann mit ein paar coolen Manövern, eines davon etwas am Limit, zum Glück gewonnen.“ Bis kurz vor Schluss kämpften die Piloten mit einer nassen und dann abtrocknenden Strecke und teilweise eingeschränkter Sicht. Das Resultat: etliche Dreher, besonders Ferrari-Pilot Felipe Fraga (Red Bull AlphaTauri AF Corse) drehte sich einige Male. Bereits in der Startrunde erwischte es auch den Meisterschaftsführenden Sheldon van der Linde, der sich in Kurve drei mit dem Schubert BMW drehte und als Letzter dem Feld hinterhereilen musste, blieb als Elfter jedoch ohne Punkte.

Der dreimalige DTM-Champion René Rast (ABT Audi), als Tabellenzweiter ins Rennen gegangen, verbuchte als Zehnter nur einen Punkt. Dagegen kämpfte sich der Tiroler Lucas Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) mit einer starken Schlussphase noch bis auf den sechsten Rang vor und holte sich für die schnellste Runde, den Autohero Fastest Lap Award, einen Zusatzpunkt für die Meisterschaft.

Der DTM steht in zwei Wochen auf dem Hockenheimring (7. bis 9. Oktober) ein furioses Finale bevor. Mit 130 Punkten ist der Südafrikaner Sheldon van der Linde unverändert Tabellenführer in der DTM-Fahrerwertung. Neuer Zweiter ist Lucas Auer mit 119 Zählern vor René Rast (118). Zum Kreis der Titelaspiranten zählt nun auch Thomas Preining, der mit seinem Sieg und mit nunmehr 116 Punkten auf die vierte Meisterschaftsposition vorgestürmt ist. Dahinter folgen der Italiener Mirko Bortolotti (GRT Lamborghini), der nach seinem achten Platz im Sonntagsrennen auf 114 Punkte kommt, und Luca Stolz mit 102 Zählern. In den beiden Rennen in Hockenheim werden insgesamt noch 58 Punkte vergeben.


Überraschungssieger im Sachsenring-Thriller des ADAC GT Masters

  • Dienst/Marschalkowski gewinnen denkwürdiges Sonntagsrennen
  • Tabellenführer Raffaele Marciello steht kurz vor dem Titel-Gewinn
  • 26.000 Fans sorgen am Sachsenring für erneuten Besucherrekord


Rennsport-Thriller beim vorletzten Tourstopp im ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Ständige Positionswechsel, ein wahres Favoritensterben und tragische Ausfälle – die Zuschauer sahen am Sonntag auf den gut gefüllten Tribünen grandiosen Motorsport. Nach 44 turbulenten Runden überquerte Marvin Dienst (25/Lampertheim) im Mercedes-AMG GT3 Evo #8 als Erster die Ziellinie und jubelte über seinen zweiten Erfolg in der Deutschen GT-Meisterschaft. „Das ist mein zweiter Sieg im ADAC GT Masters, beide Male habe ich auf dem Sachsenring gewonnen. Ich weiß, wo man hier überholen kann, das hat mir geholfen“, erklärte Marvin Dienst. Riesenfreude auch bei seinem jungen Fahrerkollegen, ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jan Marschalkowski (19/Inning), der als Serien-Neuling seinen ersten Triumph feierte. Tabellenführer Raffaele Marciello (27/CH), der sich mit Daniel Juncadella (31/E) am Steuer des Mercedes-AMG GT3 Evo #48 abwechselt, belegte nach einem kontrollierten Rennen Platz zwei. Damit baut der Fahrer aus dem Mann-Filter Team Landgraf seinen Vorsprung in der Tabelle weiter aus. Lokalmatador Maximilian Paul (22/Dresden) und Marco Mapelli (35/I) belegten im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 Rang drei. Das Rennwochenende des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring erlebten 26.000 Zuschauer und sorgten damit beim sechsten Tourstopp für den sechsten Besucherrekord in Folge.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 12 von 14

Streckenlänge: 3.645 Meter

Wetter: 17 Grad, sonnig

Pole-Position: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:18,106 Min.

Sieger: Marschalkowski/Dienst (Mercedes-AMG Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #8)

Schnellste Rennrunde: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:19,747 Min.

Kurz nach dem Start des Sonntagsrennens auf dem Sachsenring überschlugen sich die Ereignisse. Der Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik konnte nach einer Kollision nicht mehr weiterfahren. Für die Tabellenzweiten Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TUR) ein herber Rückschlag für ihre Meisterschaftsambitionen. Kurze Zeit später erwischte es den an der Spitze liegenden Pole-Setter Christopher Mies (33/Düsseldorf). Wegen eines Reifenschadens musste er im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 1 von Montaplast by Land-Motorsport frühzeitig an die Box und fiel weit zurück. Sein Fahrerkollege Tim Zimmermann (26/Langenargen) überquerte am Ende als Elfter die Ziellinie. Dennis Marschall (26/Eggenstein) von Rutronik Racing übernahm die Führung und übergab den Audi R8 LMS GT3 Evo II #27 beim Pflicht-Boxenstopp an seinen Kollegen Kim-Luis Schramm (24/Meuspath). Dahinter reihten sich Maximilian Paul, Jusuf Owega (Audi R8 LMS GT3 Evo II #29/Montaplast by Land-Motorsport), Marvin Dienst und Raffaele Marciello ein. Beim Pflichtboxenstopp endete das Rennen der Samstagssieger und Tabellendritten Fabian Schiller (25/Troisdorf)/Jules Gounon (27/F) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO, die nach einem Defekt an der Pedalbox ausschieden.

Nach den Fahrerwechseln wurde es dramatisch. Zunächst fiel Jusuf Owega, der sich auf Platz zwei vorgekämpft hatte, mit Reifenschaden aus. Drei Minuten vor Schluss überholte Marvin Dienst den bis dahin führenden Audi von Kim-Luis Schramm, der wiederum in der vorletzten Runde wegen eines defekten Reifens das Auto abstellen musste. Nutznießer dieser Ausfälle waren Raffaele Marciello und Maximilian Paul, die hinter dem Sieger Platz zwei und drei belegten. Salman Owega (17/Köln) und Christopher Haase (34/Kulmbach) feierten im Audi R8 LMS GT3 Evo II #28 von Montaplast by Land-Motorsport mit Rang vier die beste Saisonplatzierung. Gleiches galt für ihre Markenkollegen Florian Spengler (34/Ellwangen) und Markus Winkelhock (42/D) von Car Collection Motorsport auf Platz fünf.

Wie am Tag zuvor boten Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 von Emil Frey Racing eine starke Leistung und kämpften sich von Startplatz 13 auf Rang sechs vor. Eine ähnliche Aufholjagd zeigten Ben Green (24/GB) und Jesse Krohn (32/FIN) im BMW M4 GT3 #10 von Schubert Motorsport und verbesserten sich als Siebte um fünf Plätze. Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) beendeten den zwölften Saisonlauf im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing auf Platz acht, gefolgt von Joel Sturm (20/Brühl) und Sven Müller (30/Bingen) im Porsche 911 GT3 R #22 von Allied-Racing. Den letzten Top-Ten-Platz machten Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (23/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf in der Junior-Mamba mit der Startnummer 84 klar.

Stimmen der Sieger

Jan Marschalkowski: „Ich kann das alles noch gar nicht fassen. Mein Start war gut und ich wollte im Laufe meines Stints die Reifen für Marvin schonen. Als ich ihm in der zweiten Rennhälfte zuschauen musste, hatte ich einen Puls von über 180. Ich bin total happy über meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters.“

Marvin Dienst: „Unser Auto ging ab wie eine Rakete, ich hatte das Gefühl zu fliegen. Ich wollte Kim-Luis in der Sachsenkurve gar nicht überholen, doch dann gab es eine Lücke und in die bin ich reingefahren. Es war ein unglaubliches Rennen, ich hatte viel Spaß.“


Martin Andersen gewinnt vorzeitig den Fahrertitel in der ADAC TCR Germany

  • Sechster Sieg in Folge sichert dem Dänen vorzeitig den Titel
  • Liqui Moly Team Engstler gewinnt vorzeitig die Teammeisterschaft
  • Kircher bester Junior, Jordan bester Trophy-Pilot


Das Meisterstück ist vollbracht: Martin Andersen (28, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) hat sich auf dem Sachsenring mit seinem sechsten Rennsieg in Serie im Honda Civic TCR vorzeitig zum Fahrermeister der ADAC TCR Germany gekrönt. Mit nun 91 Punkten Vorsprung kann der Däne bei der letzten Station auf dem Hockenheimring nicht mehr von seiner Verfolgerin Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing), die im Audi RS 3 LMS zweite wurde, eingeholt werden. Zudem sicherte sich das die Honda-Mannschaft Liqui Moly Team Engstler zum dritten Mal nach 2019 und 2021 die Teammeisterschaft in der Tourenwagenserie des ADAC.

„Die letzten drei Runden waren sehr hart, da mir sehr viel durch den Kopf gegangen ist. Ich bin gerade sehr emotional. Es war eine lange Saison und ein toller Kampf mit Jessica. Ich bin unglaublich glücklich. Das Team hat einen super guten Job gemacht“, jubelte Andersen, der beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring (21. bis 23. Oktober) als amtierender Meister antreten wird. Seinen Meistertitel holte der 28-jährige mit einem besonderen Kunststück. In allen sechs Sessions des Wochenendes war Andersen der schnellste Fahrer, zudem stehen in beiden Rennen ein Start-Ziel-Sieg für den Dänen zu Buche.

„Ich hatte ein deutlich besseres Rennen als gestern. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis“, beschreibt Bäckman ihr Rennen. „Martin fährt eine sehr konstante Saison und war in der zweiten Saisonhälfte etwas besser als ich. Er hat sich den Meistertitel sehr verdient“, gratuliert die Zweite der Fahrerwertung ihrem Konkurrenten zur Meisterschaft.

Auf dem dritten Platz fuhr Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) in seinem Hyundai i30 ins Ziel. Der Litauer kam etwa drei Sekunden hinter Bäckmans Audi RS3 ins Ziel. Für Karklys ist es die fünfte Podestplatzierung der laufenden Saison. Hinter ihm bestätigte Niels Langeveld (34, Niederlande, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR sein starkes Wochenende. Nach dem zweiten Platz im gestrigen Rennen, kam der Niederländer heute als Vierter ins Ziel.

Engstler-Team gewinnt den Team-Titel – Entscheidung in der Junior-Wertung vertagt

Vom Start weg machte Andersen seine Ambitionen deutlich, den Titel gewinnen zu wollen. Dennoch blieb es innerhalb der ersten fünf Piloten und Pilotinnen über die gesamte Renndistanz sehr eng. Kurz vor Rennende musste Karklys noch einmal gegen Langeveld verteidigen, aber der Litauer gewann das Duell und sicherte seinen Podestplatz. Hinter den beiden folgten drei Junioren. René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) verpatzte den Start in seinem Hyundai i30 und fiel von P2 auf den fünften Rang zurück. Auf diesem sollte der ROJA-Fahrer das Rennen auch beenden. Sein ärgster Konkurrent in der Junior-Wertung, Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) im Honda Civic, beendet das Rennen auf dem siebten Platz. In der Junior-Wertung hat Ladniak dadurch 18 Punkte Vorsprung auf Kircher. Eine Entscheidung wird es auf dem Hockenheimring geben. Zwischen Kircher und Ladniak kam Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) im Audi RS3 als sechster und zweitbester Junior ins Ziel.

Durch die Ergebnisse von Andersen und Ladniak sichert sich das Liqui Moly Team Engstler an diesem Wochenende neben dem Fahrer- und dem Trophy-Titel zudem die Teammeisterschaft und macht somit den Titelhattrick am Sachsenring perfekt. „Der Titel ist sehr wichtig. Die Atmosphäre im Team ist super und auch Szymon und Roland haben einen super Job gemacht“, freut sich Andersen über die Teammeisterschaft.

Als achter fuhr Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) im Hyundai i30 über die Ziellinie, der sich die zweite Top-10 Platzierung des Wochenendes sicherte. Neunter wurde Trophy-Gaststarter Kai Jordan (53, Wolfsburg, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai, der zeitgleich bester Trophy-Pilot des Sonntagsrennen war. Hinter ihm steuerte ROJA-Teamchef Robin Jahr (31, Potsdam) seinen Hyundai Veloster ins Ziel und komplettierte die besten zehn

Für die Fahrer und Fahrerrinnen der ADAC TCR Germany stehen nun drei freie Wochenenden an, ehe es vom 21. bis zum 23. Oktober zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring geht. An diesem Wochenende wird es sowohl in der Junior-Wertung, als auch im Kampf um die Vizemeisterschaft nochmal spannend.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Jonas Karklys (NordPass, Dritter): „Ich hatte Höhen und Tiefen an diesem Wochenende, aber das Wichtigste ist, dass ich heute zurück auf dem Podium bin. Es war ein gutes Rennen und ich bin glücklich mit meiner Platzierung. Es war sehr eng und wir mussten eine gute Balance zwischen Risiko und Sicherheit finden.“

Sonntag, 2. Oktober 2022

Erst Feuer, dann Champagner: Peter Mücke siegt in der DTM Classic

  • Historische Rennwagen der DRM-Ära am Red Bull Ring: Ford vor BMW und Porsche
  • Pole-Position und Zweiter: Schweizer Michael Kammermann glänzt im BMW M1 Procar
  • Podium: Michael Hess behält im Porsche-Duell mit Edgar Salewsky die Oberhand

Sieg am Samstag für Peter Mücke
Foto: Jens Hawrda


Es war kein Sieg wie jeder andere. Der Ford Zakspeed Capri Turbo geriet im Training am Freitag in Brand, doch nach einer Nachtschicht und aufwändiger Teilebeschaffung feierte Peter Mücke im Samstagrennen zum DTM Classic DRM Cup auf dem Red Bull Ring einen überlegenen Triumph. Doch nicht nur Peter Mücke spritzte voller Freude mit dem obligatorischen Champagner, sondern auch der Schweizer BMW-M1-Pilot Michael Kammermann und Porsche-Fahrer Michael Hess, die auf den Plätzen zwei und drei das Podium komplettierten. Ford vor BMW und Porsche – drei Marken, die in den Siebzigern die damalige Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) prägten, die vor einem Jahr in der Steiermark ein bemerkenswertes Revival erlebte. An der gleichen Stelle blickt der neu eingeführte DTM Classic DRM Cup auf eine erfolgreiche erste Saison zurück. 

„Es war der bisher schwerste Sieg“, bekräftigte Peter Mücke. Bis vier Uhr in der Nacht hatte sein BWT Mücke Classic Team am Zakspeed-Capri gearbeitet, um die Schäden vom Feuer im Motorraum zu beheben. Peter Mücke selbst fuhr noch am Freitagabend über 500 Kilometer, um dringend erforderliche Ersatzteile zu beschaffen. „Aufgeben gibt es nicht! Es war ein harter Weg, aber es hat sich gelohnt.“, so der 75-Jährige aus Berlin-Altglienicke. „Mit nur 0,9 bar Ladedruck hatte ich allerdings nur wenig Leistung“, erzählte Peter Mücke von einem Problem mit der Ladedrucksteuerung, das ihn in der Qualifikation und auch im Rennen einbremste. Aus der ungewohnten elften Startposition schob er sich schon während der ersten Rennrunde an die zweite Position, den lange Zeit einsam führenden BMW M1 Procar von Michael Kammermann überholte er elf Minuten vor der Zielflagge und siegte schließlich mit über einer Minute Vorsprung. Mit dem BMW M1, einer von vier im eindrucksvollen Starterfeld, hatte der Schweizer im Qualifying die Bestzeit erzielt, vor dem Österreicher Erich Petrakovits mit einem weiteren Gruppe-5-Capri und seinem Landsmann Michael Steffny im Gruppe-5-320 aus der Ära des BMW-Junior-Teams mit Manfred Winkelhock, Marc Surer und Eddie Cheever.

„Das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Dass ich es als Dritter sogar aufs Podium geschafft habe, hat mich allerdings überrascht“, war Michael Hess sichtlich zufrieden, am Ende das Duell zweier Porsche 911 RSR gegen Edgar Salewsky für sich entschieden zu haben. Den Weg aufs Podest hatte letztlich Ronny Scheer frei gemacht, der auf Platz drei liegend seinen Procar-M1 kurz vor Schluss mit einem Defekt an der Benzinzufuhr abstellen musste. Hinter Jürgen Adi Schumann im BMW 635 nach freizügigem Gruppe-5-Reglement auf Rang fünf lieferten sich Porsche-Pilot Malte Müller-Wrede, BMW-Fahrer Steffny und Anton Werner im Audi quattro einen lebhaften Dreikampf. Im DeTomaso Pantera (Gruppe 4) beendete Franz Straub das Rennen über 25 Minuten plus eine Runde als Neunter, Wolfgang Kaupp folgte mit seinem Opel Kadett C auf Rang zehn. 

Sasse/Ortmann fahren mit Sieg auf dem Sachsenring zur Tabellenführung

  • Dritter Saisonsieg für das Aston Martin-Duo von Prosport Racing
  • Bestes Saisonresultat für die zweitplatzierten Julian Hanses/William Tregurtha
  • Tom Kieffer und Christian Kosch gewinnen Trophy-Wertung


Enge Duelle auf der Strecke, Taktikspiele und atemberaubende Überholmanöver: Das Samstagrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring bot von der ersten bis zur letzten Minute grandiosen Motorsport. Am Ende triumphierten Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) im Aston Martin Vantage GT4. Durch ihren dritten Saisonsieg haben die beiden ehemaligen ADAC GT Masters-Piloten zudem die Tabellenführung in der ADAC GT4 Germany übernommen. Die beiden Mercedes-AMG GT4-Duos Julian Hanses (25/Hilden) und William Tregurtha (22/GBR, beide CV Performance Group) sowie Jan Philipp Springob (21/Olpe) und Robin Falkenbach (20/Niederkassel, beide Drago Racing Team ZVO) komplettierten das Podium. „Nachdem die Anspannung abfiel, war ich richtig emotional. Ich freue mich riesig über den Sieg auf dem Sachsenring. Das Team hat uns einfach ein perfektes Auto hingestellt“, jubelte Ortmann auf dem Podium.

Der 22-jährige Ortmann hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen und wandelte seine gute Ausgangslage gleich in die Führung um. Der von Rang drei losgefahrene Julian Hanses machte in der ersten Kurve derweil eine Position gut und schnappte sich Platz zwei von Markenkollege Jan Philipp Springob. Dahinter sicherte sich Marcel Lenerz (25/Ludwigsau, Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4 Rang vier. In den ersten Rennminuten setzte sich Ortmann mit starken Rundenzeiten gleich ein wenig an der Spitze ab.

Doch dann wurde sein Vorwärtsdrang zunächst kurzzeitig gebremst. Aleks Stefanov (25/BUL, Overdrive Racing) kam in einem Porsche leicht von der Strecke ab und touchierte danach die Leitplanke, was für seinen Ausfall sorgte. Die Situation hatte eine rund siebenminütige Safety-Car-Phase zur Folge. Nach dem Restart behauptete Ortmann die Spitze vor Hanses und Springob, die untereinander jedoch heftig um die Silberposition kämpften. Während des Boxenstoppfensters musste die Rennleitung die Strecke mit einer Full-Course-Yellow erneut neutralisieren, da Porsche-Pilot Joachim Bölting (55/Gelsenkirchen, Overdrive Racing) ebenfalls in die Streckenbegrenzung einschlug.

Die Gelbphase während der Phase der Boxenstopps sorgte für viel Bewegung im Feld, die meisten Fahrzeuge vollzogen den Fahrerwechsel. Der zweitplatzierte Hanses wartete jedoch eine weitere Runde, um seinen Mercedes-AMG an Teamkollege Tregurtha zu übergeben. Die Taktik zahlte sich nicht aus. Tregurtha fiel hinter Springobs Teamkollege Robin Falkenbach auf Platz drei zurück. Davon unbeeindruckt blieb der führende Aston Martin, in dem Hugo Sasse Platz genommen hatte.

Während die ersten Positionen für den zweiten Rennabschnitt besetzt schienen, tobten auf den weiteren Plätzen zahlreiche Zweikämpfe. So musste Cedric Piro (24/Heusweiler), der den viertplatzierten Toyota von Lenerz übernahm, gegen den Aston Martin von Romain Leroux (19/FRA, Dörr Motorsport) verteidigen. Rund neun Minuten vor Schluss setzte sich Leroux schließlich durch und fuhr gemeinsam mit Ben Dörr (17/Butzbach) auf Platz vier.

Aber auch auf den Podiumsplätzen ging es nochmals zur Sache. Tregurtha schloss immer mehr zu Falkenbach auf und überholte diesen in der vorletzten Runde, was ihm und Teamkollege Hanses die zweite Position einbrachte. Hugo Sasse fuhr an der Spitze derweil zum Laufsieg. Das bedeutete für den 18-Jährigen auch einen Klassensieg in der Junior-Wertung.

Rang fünf ging an Nicolaj Møller Madsen (29/DNK) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche vor den Aston Martin-Piloten Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport). Piro fiel im Toyota in der Schlussphase noch bis auf die siebte Position zurück. Achte wurden die amtierenden Champions Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 vor Pavel Lefterov (24/BUL) und Stefan Bostandjiev (18/BUL, beide Overdrive Racing) im Porsche sowie deren Markenkollegen Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still (35/Kempenich, beide W&S Motorsport). Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing).

Stimmen zum Rennen:

Mike David Ortmann - Sieger für Prosport Racing: „Wir haben bereits im vergangenen Jahr auf dem Sachsenring gewonnen und diesen Triumph nun wiederholt. Das ist eine tolle Teamleistung. Heute war viel Reifenabrieb auf der Strecke. Somit galt es, die Ideallinie zu halten. Das ist mir gut gelungen. Ich konnte Hugo das Auto in einem perfekten Zustand überlassen. Er hat dann einen tollen Job gemacht und das Rennen nach Hause gefahren.“

Hugo Sasse - Sieger für Prosport Racing: „Die Stimmung ist bei uns jetzt natürlich super. Mein Stint gelang mir richtig gut. Während der Full-Couse-Yellow hatten wir ein wenig Zeit eingebüßt. Doch danach musste ich nur noch die Reifen managen. Ich freue mich bereits sehr auf das Rennen am Sonntag, das wir als Tabellenführer in Angriff nehmen. Der nächste Sieg ist natürlich das Ziel. Wir fokussieren uns derzeit nur auf die einzelnen Rennen und schauen noch nicht in Richtung Titelkampf.“

Julian Hanses - Platz zwei für CV Performance Group: „Ich bin sehr glücklich über das Resultat. Ich glaube, dass unser Speed heute nicht mehr hergegeben hätte. Wir waren der beste Mercedes-AMG - auch das freut uns. Beim Start hatte ich innen in der Kurve mehr Grip und konnte so die zweite Position einnehmen. In der Full-Course-Yellow wurde es nochmals spannend, da alle Anderen gleich in die Box gefahren sind – wir jedoch etwas später. Will hatte danach aber den zweiten Platz zurückgeholt. Morgen wollen wir gewinnen.“

William Tregurtha - Platz zwei für CV Performance Group: „Es ist einfach nur großartig. Ich bin zurück in die ADAC GT4 Germany gekommen und konnte gleich auf Platz zwei fahren. Somit hatte ich extrem viel Spaß. Unser Auto fühlte sich heute richtig gut an und Julian hatte einen perfekten ersten Stint absolviert. Zum Rennende lag ich zunächst noch auf Platz drei, konnte den Abstand aber stetig verringern. In der vorletzten Runde fuhr ich schließlich vorbei und konnte mit Platz zwei ein tolles Ergebnis klarstellen.“


Matchball für Andersen

Andersen holt fünften Sieg in Serie am Samstag auf dem Sachsenring

  • Der Däne feiert den fünften Sieg in Serie
  • Bäckman hält den Meisterschaftskampf mit P3 am Leben
  • Roland Hertner sichert sich den Titel in der Trophy-Wertung


Grund zur Freude bei Martin Andersen (28, Dänemark) und seinem Rennstall, dem Liqui Moly Team Engstler: Der dänische Fahrer des Allgäuer Traditionsrennstall hat im Honda Civic TCR das Samstagsrennen auf dem Sachsenring für sich entschieden und seinen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter ausgebaut. Damit hat Andersen nun einen ersten Matchball: Theoretisch kann er im Sonntagsrennen vorzeitig den Titel gewinnen. Das hat wiederum schon ein anderer Engstler-Pilot geschafft. Roland Hertner (62, Heilbronn, Liqui Moly Team Engstler) führt die Trophy-Wertung der TCR Germany mit 28 Punkten an und kann durch die Abwesenheit von Verfolger Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) an diesem Wochenende, nicht mehr von diesem eingeholt werden. Den zweiten Platz im Rennen sicherte sich Niels Langeveld (34, Niederlande, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR, der bei seinem ADAC TCR Germany-Debüt in diesem Jahr gleich ein beeindruckendes Rennen zeigte. Dritte wurde Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing), die den Titelkampf in ihrem Audi RS3 durch ihr Ergebnis weiter am Leben hält.

„Ich hatte einen unfassbar guten Start. Danach hat Jessica einen kleinen Fehler gemacht und dadurch hatte ich eine ziemlich große Lücke zum Hintermann. Von da an konnte ich das Rennen kontrollieren. Der Honda war heute erneut sehr gut“, freut sich Andersen über seinen fünften Sieg in Folge. „Ich bin nah dran am Titel, aber wir müssen das Rennen morgen erst fahren. Wir haben den Speed und werden alles geben. Die anderen sind auch schnell, hatten heute aber ein wenig Pech.“

Duell der Junioren – Hertner ist trotz Crash Trophy-Champion

Martin Andersen war vom Start weg der schnellste Pilot auf der Strecke. Bereits nach wenigen Kurven hatte der Däne einen beachtlichen Vorsprung, der nicht mehr schrumpfen sollte. Am Ende kam Andersen mit über zwölf Sekunden Vorsprung vor Langeveld ins Ziel. Der Niederländer profitierte indes vom Kampf zwischen den beiden Junioren Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) im Honda und Hyundai-Fahrer René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau). Beide kamen sich ein wenig zu nah und fielen zurück. Kircher beendete das Rennen in seinem Hyundai auf Platz vier, Ladniak wurde im Honda Civic sechster. Von diesem Duell profitierte auch Bäckman, die zwischenzeitlich durch einen Fehler auf Rang fünf zurückfiel. Die Schwedin kämpfte sich aber wieder nach vorne und wurde dritte. Den fünften Platz sicherte sich Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) im Hyundai i30. Der Litauer verpatzte seinen Start, kämpfte sich aber anschließend wieder nach vorne.

Ein besonders ereignisreiches Rennen erlebte Roland Hertner. Der Trophy-Pilot fuhr ein gutes Rennen, drehte sich aber dann im Duell mit Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing), der letztlich zehnter wurde. Der 62-jährige kämpfte sich von diesem Vorfall zurück und wollte am Ende ein wenig zu viel. Im Kurvenausgang der siebten Kurve verlor Hertner seinen Honda Civic und ein. Das Rennen wurde nach dem Unfall zwei Minuten vor Schluss mit der roten Flagge beendet. „Ich ärgere mich über mich selbst, da ich am Ende zu viel wollte“, beschreibt Hertner, der dennoch vorzeitg den Trophy-Titel sicherstellte, seinen Unfall. „Ich freue mich dennoch über meinen Titel. Ich hätte gerne gegen Vincent gekämpft, aber der Titel ist natürlich sehr schön.“

Die Plätze sieben und acht gingen an die beiden ROJA-Hyundai von Robin Jahr (31, Potsdam, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und Junior Gaststarter Tim Rölleke (21, Lüdinghausen). Für Rölleke bedeute der achte Platz zudem, dass er sein Debüt in der ADAC TCR Germany als drittbester Junior-Pilot beendete.

Weitere Stimmen der ADAC TCR Germany:

Jessica Bäckman (Comtoyou Racing, Dritte): „Ich hatte einen guten Start, aber danach habe ich einen Fehler gemacht und Positionen verloren. Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit dem Podium. Ich hatte aber auch ein wenig Glück, dass die Fahrer vor mir so hart gekämpft haben. Die Meisterschaft ist nicht mehr wirklich offen. Es müsste sehr viel passieren, damit ich noch eine Chance habe.“


DTM und Schaeffler demonstrieren, wie ein Rennsport-Sound in Zukunft klingen könnte

  • DTM und Schaeffler präsentieren Entwicklungsstand des DTM Electric Sounds
  • Klangsynthese-Software verbindet aktuelle Fahrdaten mit spezifischem Soundprofil
  • Rennfahrerin Sophia Flörsch dreht auf dem Red Bull Ring die ersten Demo-Sound-Runden

Sophia Flörsch auf Ihren Demorunden am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Die DTM Electric stellt die Weichen für eine nachhaltige Motorsport-Zukunft. Als fünfte Säule neben DTM, DTM Trophy, DTM Esports und DTM Classic soll die Elektro-Tourenwagenserie aufzeigen, wie eine Kombination aus faszinierender Performance, Nachhaltigkeit und futuristischem Design aussehen kann. Die Eckdaten der DTM Electric sind eindrucksvoll: über 1000 PS und bis zu 320 km/h Topspeed. Doch nicht nur Optik und Performance eines Rennfahrzeugs sind für PS-Liebhaber ein relevantes Kriterium, sondern auch der Sound – auch in diesem Punkt beschreitet die DTM Electric ganz neue Wege und analysiert verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wird am Red Bull Ring demonstriert. Ob sich die Rennwagen der DTM Electric final so anhören, wird noch evaluiert. 

„Was zunächst im Labor gelungen ist und am Red Bull Ring auf die Strecke gebracht werden soll, ist absolut atemberaubend,“ sagt Michael Resl, Director Competition & Technology der DTM-Organisation ITR. „Schaeffler ist es gelungen, ein Soundsystem zu entwickeln, das dem hohen Leistungsvermögen der DTM Electric Boliden Rechnung trägt und den Rennwagen eine entsprechende Soundkulisse spendiert.“

Die Schaeffler-Ingenieure orientieren sich dabei am tatsächlichen Klang jenes Elektromotors, den das Unternehmen aus Herzogenaurach für die DTM Electric selbst herstellt. Das innovative System verbindet über eine Klangsynthese-Software die aktuellen Fahrzeugdaten wie Motordrehzahl, positive oder negative Beschleunigung sowie Bremsdruck in Echtzeit mit einem spezifischen Soundprofil. Im Fahrzeug verbaute Hardware sorgt dafür, dass die gesamte Karosserie in Schwingung versetzt wird, was dem Klang zusätzliche Dynamik verleiht und den Sound hörbar macht. „Wir entwickeln den Auto-Sound der Zukunft“, so Dr. Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität bei Schaeffler. „Dabei haben wir den Klang ganz nah an der Physik eines Elektromotors entwickelt, nur eben cooler.“

Wie cool der Blick in die Motorsport-Zukunft tatsächlich klingt, davon können sich die DTM-Fans im Rahmen des österreichischen Gastspiels vom 23. bis 25. September bei der DTM auf dem Red Bull Ring powered bei REMUS überzeugen. Sophia Flörsch (21), letztjährige DTM-Pilotin und Schaeffler-Markenbotschafterin, wird das DTM Electric Demo Car am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 12.20 und 12.40 Uhr über die 4,318 Kilometer lange Rennstrecke bei Spielberg in der Steiermark pilotieren.

„Als ehemaliger Rennfahrer faszinieren mich alleine schon die puren Leistungsdaten der DTM Electric“, sagt Martin Tomczyk, Representative Brand & Sports der DTM-Organisation ITR. „Aber wie wir alle wissen, gehört zu einem echten Rennwagen auch eine adäquate Akustik. Ich bin richtig gespannt, wie das Auto auf der Rennstrecke klingt, bin aber überzeugt davon, dass die Schaeffler-Ingenieure hier ganze Arbeit geleistet haben. Die DTM-Fans dürfen sich darauf freuen und ich bin gespannt über deren Feedback!“

Freitag, 30. September 2022

IDM Finale Hockenheim

Pokale zum Abschied für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Markus Reiterberger #28 IDM Superbike-Meister 2022
Foto: Jens Hawrda

Auf dem Hockenheimring versammelten sich Fahrer und Fans der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM traditionell zum Abschluss der Saison 2022. Das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW um den Belgier Werner Daemen und den Deutschen Andy Gerlich war in voller Mannschaftsstärke angereist. In der IDM Superbike traten Markus Reiterberger (D), Pepijn Bijsterbosch (NL) und Kamil Krzemien (PL) für die Erfolgstruppe an. Jan Mohr (A) musste wegen seiner Verletzung weiter pausieren, feuert seine Kollegen aber von der Boxenmauer aus an.

Markus Reiterberger war auf direktem Weg vom Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Castellet ins Badische gereist, um seine von Erfolg gekrönte Saison, in der er bereits beim Rennen in Assen seinen vierten Titel geholt hatte, gebührend abzurunden. Das erste Rennen ging für den Bayer mit Startplatz 2 aus der ersten Startreihe los. Allerdings wie das gesamte Feld auf Regenreifen. Zur Feier des Tages gönnte er sich auf der zunehmend abtrocknenden Ideallinie einen astreinen Start-Ziel-Sieg. Von Beginn an gab der IDM-Champion die Richtung vor und dominierte das Rennen von der Spitze weg, ohne unter Druck der Konkurrenz zu geraten. «Im Warm-up war ich glaub das erste Mal dieses Jahr im Nassen unterwegs», überlegt Reiterberger nach seiner Siegfahrt. «Da habe ich mich noch nicht ganz so wohl gefühlt, denn ich hatte ein wenig Schlupf am Hinterrad. Für das Rennen hat mein Team mir dann hinten eine andere Feder eingebaut und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Als es abgetrocknet ist, habe ich ein wenig Probleme bekommen mit dem Grip. Aber da hatte ich so viel Vorsprung, da wusste ich, ich muss es einfach nur nach Hause bringen. Deswegen danke ans Team für das geile Bike, mal wieder.»

Der zweite Lauf am Nachmittag, diese Mal bei trockenen Bedingungen und gelegentlichem Nieselregen, ging dann in der umgekehrten Reihenfolge los, was für Reiterberger Startplatz 9 bedeutete. Schon nach den ersten Kurven entwickelte sich ein ansehnlicher und von den vollbesetzten Rängen im Motodrom mit Szenen-Applaus belohnter Zweikampf mit Dauer-Rivale, Vizemeister und BMW-Marken-Kollege Florian Alt. Dieser schnappte sich dann auch den Sieg, für Reiterberger blieb Platz 2. «Ich hatte einen Bomben-Start und konnte schon gleich in der ersten Kurve zu Flo aufschließen. In den ersten paar Runden konnte ich sogar schneller als er. Bis der Regen kam, dann war es ein Ritt auf Messers Schneide. Ich habe ihn ein wenig studiert und habe gesehen, dass er die gleichen Probleme hat wie wahrscheinlich alle von uns. Ich habe mich dann entschieden, ihn zu überholen, ich wollte es einfach probieren. Am Ende war es wieder ganz trocken und er hatte da einfach die bessere Pace. Ich hatte ein bisschen ein Grip-Problem hinten und Florian war eben einfach schneller und dann als Erster im Ziel. Danke an alle, es war wie immer super.»

Pepijn Bijsterbosch hatte sich von seinem 24-Stunden-Einsatz eine Woche zuvor beim Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft gut erholt und machte sich auf dem Hockenheimring daran, die letzten Punkte des Jahres zu ergattern. Mit Startplatz 5 ging es für den Niederländer am verregneten Sonntagmorgen auf den Weg ins erste Rennen. Bei den heiklen Bedingungen und auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie schlug sich der der Niederländer wacker und erreichte den neunten Platz. «Ich konnte bei den schwierigen Umständen mit dem Motorrad nicht machen, was ich wollte», so seine Analyse. «Auf der Bremse lief es gut, dafür war es in der Kurvenmitte nicht ganz so gut. Durch unser Elektronik-Mapping hat auch die Traktionskontrolle etwas zu stark gebremst.»

Lauf 2 lief dann in Sachen Wetter gerade umgekehrt. Während des Rennens begann es leicht zu nieseln. Dennoch war Bijsterbosch lange ein Podiumsanwärter. «Doch ein Podestplatz war am Ende leider nicht drin», erklärte der BMW-Pilote nach seinem fünften Rang. «Die weichen Reifen waren eine gute Wahl. Ein paar Probleme hatte ich in den Ecken. Der Nieselregen war ein Vorteil für mich, aber zum Schluss konnte ich nicht dranbleiben. Wir hatten einfach zu wenig Training, für ein perfektes Set-up.» Damit blieb Bijsterbosch Vierter der Gesamtwertung. «Ach, das ist schon blöd, dass es nicht mit Rang 3 geklappt hat. Außerdem wäre ich gerne aufs Podest gefahren, aber das war einfach nicht drin.»

Kamil Krzemien hatte sich am sonnigen Freitag über die Wettervorhersage für das restliche Wochenende gefreut. Denn es stand für den Rennsonntag Regen auf der Karte. Im trockenen Training ergatterte der junge Pole den neunten Startplatz und wie bestellt, ging es am Rennsonntag im ersten Lauf mit Regenreifen los. Besonders bei den schwierigen Bedingungen auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie kam Krzemien so richtig in Fahrt. Vor allem die letzte Runde, in der er sich im Kampf ums Podium mit Luca Grünwald allein im Motodrom drei Überholmanöver lieferte, riss die Fans von den Sitzen. In der letzten Kurve dann das entscheidende Manöver, welches ihm mit Rang 3 seinen ersten Podestplatz in der IDM Superbike bescherte. «Am Ende war das Gefühl ziemlich schwierig», verriet er. «Denn meiner Hinterreifen war erledigt und Luca kam wirklich schnell von hinten. In der letzten Runde war es ein großartiger Kampf mit ihm, wir haben und sogar berührt. Als ich vorbei war, habe ich gedacht, nein, nein, das Podium gebe ich nicht mehr her.»

Krzemien ließ sich nicht lumpen und sorgte auch in Lauf 2 für einen erhöhte Puls bei seiner Boxen-Crew. Losgefahren auf Slicks, begann es ab der Renn-Halbzeit leicht zu tröpfeln. Perfekte Bedingungen für den jungen Wilden, der die Lücke zur Spitze mit Markus Reiterberger und Florian Alt schließen konnte, um dann auch frech den vierfachen Champion und Teamkollegen Reiterberger von Platz 1 zu verdrängen. Auch wenn dieser die Rangordnung rasch wieder herstellte, waren dies für Krzemien seine ersten IDM-Führungskilometer. Am Ende kam es im Kampf um Rang 3 erneut zum Schlagabtausch mit Grünwald, dieses Mal mit dem besseren Ende für den Honda-Kollegen. «In Rennen 1 war ich schneller, im zweiten er», meinte ein gutgelaunter Krzemien nach Platz 4. «Jetzt steht es fifty-fifty. Ich habe wirklich alles probiert, aber wollte natürlich auch nicht stürzen.» Mit seiner Glanzleistung vom Hockenheimring wurde es im Endresultat der fünfte Platz.

So schön die Erfolge beim Finale der IDM-Saison 2022 auch waren, gehen am Ende des Tages die Gedanken zur Familie Langstädtler und dem Team F73 Academy/Werk2 by MCA. Leon Langstädtler hatte am Freitag, den 23.9.2022, bei einem tragischen Trainingsunfall sein Leben verloren. «Die richtigen Worte gibt es da nicht», erklärte Teamchef Werner Daemen. «Aber ich möchte Leons Familie, seinem Team und seinen Freunden im Namen des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW unser tief empfundenes Beileid aussprechen.»

In eigener Sache

Leider konnten wir euch bisher nicht die Berichte zu den Sonntragsrennen der DTM am Red Bull Ring und der ADAC GT-Masters am Sachsenring liefern.

Wir sind ein kleines Team und normalerweise ist nur einer von uns zu den Rennen vor Ort um Fotos für Euch zu machen. Leider haben wir überraschender Weise für das DTM Wochenende am Red Bull Ring von der ITR kein Akkreditierung erhalten.

Um trotzdem Fotos für Euch liefern zu können hatten wir uns entschlossen mit 4 Fotografenkollegen zum Red Bull ring zu reisen und haben uns dort dann mir mehren Tribünenkarten versorgt um Fotos für Euch aus unterschiedlichen Positionen zu schießen und damit möglichste viele Rennszenen abbilden zu können.

Am Sachsenring konnten wir deshalb nicht vor Ort sein und müssen auf Archivbilder des Veranstalters zurück greifen. 

Wir reisten am Donnerstag am Red Bull in an und begannen unsere Arbeit, Sonntag früh fühlten sich bereits zwei Kollegen mit Grippesymptomen unwohl, ein sofort durchgeführter Covid-Schnelltest war positiv. Wir mussten leider sofort abreisen. Bei Ankunft in Deutschland Sonntagabend waren alle Kollegen positiv.

Wir gesagt, da wir ein kleines Team sind und nun einen Komplettausfall der Mannschaft durch Corona hinnehmen müssen, hat leider auch die Berichterstattung zu den Sonntagsrennen am Red Bull Ring und Sachsenring gelitten. Dafür möchten wir uns bei Euch entschuldigen. Die fehlenden Berichte gehen spätestes dieses Wochenende online, alle Kollegen sind auf dem Wege der Besserung und können langsam wieder Arbeiten.

Vielen Dank für Eurer Verständnis.

Montag, 26. September 2022

IDM Finale Hockenheim von Trauer überschattet

Tiefe Trauer um Leon Langstädtler
Fotos: © MPS/Dino Eisele

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist im Ziel. Die Titelträger der Saison 2022 stehen fest. Die exzellenten Rennen auf dem Hockenheimring zogen trotz der ungemütlichen Wetterbedingungen tausende Zuschauer in ihren Bann. Die große Party blieb jedoch aus. Das Renn-Wochenende wurde von einem tödlichen Unfall überschattet. Der 24-Jährige Leon Langstädtler war im freien Training der Superbike-Klasse verunglückt. Mit einer Schweigeminute auf der Start-Ziel-Geraden des Hockenheimrings haben die IDM-Organisation, die Teams, Fahrer, Freunde und Fans dem verstorbenen Leon Langstädtler gedacht. Auch Streckenposten, die Rettungskräfte und der BMC Hockenheim erwiesen dem Fahrer vom ADAC Hessen‐Thüringen e.V. / F73 Academy / Werk 2 Racing Team by MCA die letzte Ehre.

IDM Superbike

In der IDM Superbike stand der Meister schon vor dem großen Finale im badischen Motodrom fest. Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hatte sich den vierten Titel in der Königsklasse vorzeitig gesichert. Als Vizemeister stand Florian Alt (Wilbers-BMW Racing) fest. Dieser hatte seit der Saisonmitte versucht, den Spitzenreiter wenigstens noch ein Mal in diesem Jahr zu schlagen, nachdem es ihm erstmals in Oschersleben gelungen war. Nach vergeblichen Versuchen blieb dem 26-Jährigen in Hockenheim nun die letzte Chance, seinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Mit nur 1,111 Sekunden Vorsprung kam Florian Alt im zweiten Superbike-Rennen am Sonntag dann vor Markus Reiterberger ins Ziel. Er hatte es geschafft. Die beiden Fahrer waren während der ganzen Saison eine Klasse für sich geblieben. Rob Hartog (Team SWPN) verteidigte in Hockenheim den dritten Platz in der Endabrechnung vor seinem Landsmann Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Gleichzeitig sorgte der Niederländer dafür, dass neben den BMW-Motorrädern eine Yamaha in den Top 3 der Meisterschaft platziert ist. Alle an der IDM Superbike beteiligten Marken - BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha - können mindestens einen Fahrer in den Top 10 feiern.

IDM Supersport

Auch in der IDM Supersport war der Meister vor dem Finale bekannt. Max Enderlein (M32 Racing) hatte sich den Titel bereits bei der vorletzten Veranstaltung in Österreich gesichert. Dahinter war alles offen und mit Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing), Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Melvin van der Voort (Team SWPN) hatten gleich drei Fahrer Chancen auf die zwei noch zu vergebenden Tabellenplätze an der Spitze. Dass ausgerechnet der Fahrer, der mit den wenigsten Punkten nach Hockenheim kam, am Ende den Vizetitel nach Hause nehmen konnte, war eine Überraschung. Doch Melvin van der Voort gewann beide Rennen, während Favorit Luca de Vleeschauwer stürzte. Andreas Kofler zog aus dem gleichen Grund den Kürzeren und wurde Gesamt-Vierter.  

IDM Supersport 300

In der Nachwuchsklasse Supersport 300 fiel die Titelentscheidung erst im finalen Rennen am Sonntag. Zum Schluss war Marvin Siebdrath (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) der große Gewinner, der vor dem Saisonfinale mit sieben Punkten hinter dem Tabellenführenden Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM – Paligo Racing) lag. Aber der Wildenfelser bewies Nerven und wurde in beiden Rennen Zweiter und kam damit vor Rammerstorfer ins Ziel, der jeweils Dritter wurde. Das reichte für den 18-Jährigen, der sich am Ende mit einem Vorsprung von vier Punkten seinen ersten IDM-Titel sicherte. Rammerstorfer wurde Vize. Den dritten Platz hinter dem 18-jährigen Talent aus Österreich sicherte sich sein Teamkollege Walid Khan aus den Niederlanden.

IDM Sidecar

In der IDM Sidecar hätten Tim Reeves/Kevin Rousseau (Bonovo Action) theoretisch den Sack zu machen können. Dafür wären aber zwei Siege nötig gewesen. Dazu kam es nicht, weil der achtfache Weltmeister in beiden Rennen mit technischen Problemen kämpfte und nicht über einen achten Platz hinaus kam. Bennie Streuer/Ilse de Haas (Bonovo Action) gewannen das erste Rennen. Im  zweiten Lauf dominierten Markus Schlosser/Marcel Fries (Team Schlosser). Dadurch ist eine neue Situation entstanden. Die Titelverteidiger Josef Sattler/Luca Schmidt (Bonovo Action) verlassen Hockenheim als neue Tabellenführer. Sie starten mit einem Vorsprung von elf Punkten ins für die Sidecar-Klasse separat beim Sidecar-Festival in Oschersleben ausgetragene Finale. Es findet am kommenden Wochenende statt. 

Die Gewinner des Jahres 2022 im Yamaha R3 bLU cRU Cup, im Twin Cup und im Pro Superstock Cup heißen Cedric Holme Nielsen, Justin Hänse und Philipp Gengelbach. 


Dritter Saisonsieg für Colin Caresani in der DTM Trophy

  • Erster Sieg seit Imola für den jungen Niederländer
  • Meisterschaftsleader Tim Heinemann geht nach Platz zwölf leer aus
  • Dramatische Schlussphase nach spätem Safety-Car-Einsatz

Dritter Saisonsieg für Colin Caresani am Samstag
Foto: Jens Hawrda

Der Niederländer Colin Caresani ist zurück auf der Siegerstraße in der DTM Trophy. Im BMW M4 des Teams Project 1 setzte sich Caresani im Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring in Österreich nach 20 actiongeladenen Runden gegen die Konkurrenz durch. Zweiter wurde der Brasilianer Thiago Vivacqua im Audi von Heide-Motorsport vor Jacob Riegel (GER) im Aston Martin des Teams Speed-Monkeys. Das Duell zwischen Caresani und Vivacqua um den Sieg bestimmte das Geschehen im elften Saisonrennen der Talentschmiede auf der hochkarätigen DTM-Plattform. Vor allem in den ersten Rennrunden lieferten sich der BMW-Pilot und der Audi-Fahrer begeisternde Rad-an-Rad-Duelle. Vivacqua war von der Pole-Position ins Rennen gestartet, doch Caresani setzte sich im Verlauf des Rennens konsequent durch. Nur in der Schlussphase musste der Niederländer noch einmal zittern. Nach einer späten Safety-Car-Phase verlor er beim spektakulären Restart in Zweier-Formation zunächst die Führung, die er jedoch innerhalb weniger Kurven wieder zurückerobern konnte.

Nach seinen beiden Siegen in Imola machte Caresani mit dem dritten Saisonerfolg den Titelkampf in der DTM Trophy wieder spannend. Den Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Tim Heinemann (GER) im Toyota des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing verkürzte er auf nur noch 32 Punkte bei drei noch ausstehenden Rennen. Der Toyota-Pilot lag im Samstagsrennen von Spielberg zwischenzeitlich auf Rang fünf, wurde schließlich jedoch bis auf Rang zwölf durchgereicht. Damit ging der DTM-Trophy-Champion von 2020 im Samstagsrennen in der Steiermark leer aus.

„Das war ein großartiges Rennen. Diese Punkte sind genau das, was wir brauchen“, sagt Caresani. „Beim Restart habe ich einen großen Fehler gemacht, das war richtig dumm. Danach hatte ich großes Glück, dass ich wieder nach vorne gekommen bin. Das Auto war richtig gut. Das zeigt, dass alles perfekt ist, wenn wir es mit den Reifen hinbekommen. Ich möchte aber noch gar nicht an die Meisterschaft denken. Am Sonntag wollen wir möglichst die maximalen 29 Punkte holen.“

Hinter Caresani und Vivacqua nutzte Riegel den Restart perfekt aus und schnappte sich Rang drei vor Mercedes-AMG-Pilot Rodrigo Dias Almeida (BWT Mücke Motorsport) aus Mosambique. Fünfter wurde Caresanis deutscher Teamkollege Louis Henkefend. Kein Glück hatte der Deutsche Daniel Gregor (KÜS Team Bernhard), der im Porsche zeitweise an dritter Position lag. Eine Kollision mit Almeidas französischem Teamkollegen Edouard Cauhaupé, der auf den Porsche auffuhr und dessen Mercedes-AMG spektakulär abhob, beendete sämtliche Hoffnungen beider Fahrer auf eine Top-Platzierung.

Samstag, 24. September 2022

Schiller/Gounon halten Tabellenführer in Schach und siegen

  • Mercedes-AMG-Duo feiert nach souveräner Leistung dritten Saisonsieg
  • Raffaele Marciello baut mit Platz zwei am Sachsenring Tabellenführung aus

Mercedes-AMG siegt im Samstagsrennen auf dem Sachsenring
Foto: ADAC Motorsport

Traumhaftes Comeback von Jules Gounon (27/F): Nach einer Verletzungspause war der Start des Champions von 2017 am Sachsenring lange offen, erst am Mittwoch erhielt der Franzose die Freigabe von seinem Arzt. Danach war Gounon bei der Rückkehr ins Cockpit nicht zu bremsen. Mit einer souveränen Vorstellung feierte er im Samstagsrennen der Deutschen GT-Meisterschaft gemeinsam Fabian Schiller (25/Troisdorf) im Mercedes-AMG GT3 #4 des Drago Racing Team ZVO den dritten Saisonsieg. „Ich bin total happy. Der Sachsenring ist meine Lieblingsstrecke. Hier dreimal ganz vorn zu stehen und auch noch den dritten Saisonerfolg für unser Team zu holen, ist fantastisch.“ Fabian Schiller hatte doppelten Grund zur Freude, denn er gewann auch die Pirelli-Junior-Wertung. Pole-Setter Raffaele Marciello (27/CH) und Daniel Juncadella (31/E) vom Mann-Filter Team Landgraf belegten im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 Platz zwei. Damit baute Raffaele Marciello seine Führung in der Tabelle weiter aus. Den dritten Rang sicherte sich nach einer unauffälligen, aber äußerst effizienten Vorstellung das Fahrer-Duo Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) und Dennis Marschall (26/Eggenstein) im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 27 von Rutronik Racing.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 11 von 14

Streckenlänge: 3.645 Meter

Wetter: 17,5 Grad, sonnig

Pole-Position: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:17,878 Min.

Sieger: Schiller/Gounon (Drago Racing Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #4)

Schnellste Rennrunde: Jusuf Owega (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II #29), 1:19,776 Min.

Pole-Setter Raffaele Marciello unterlief am Samstagmittag kurz nach dem Start einer seiner seltenen Fehler. Der 27-Jährige verbremste sich, was Fabian Schiller gekonnt ausnutzte, die Spitze übernahm und seine Führung trotz der Attacken des Tabellenführers verteidigen konnte. Mit einigem Abstand dahinter folgte Kim-Luis Schramm auf Rang drei. Nach dem Pflicht-Boxenstopp übernahm Jules Gounon den Mercedes-AMG von Fabian Schiller und wiederholte anschließend seinen Vorjahressieg auf dem Sachsenring. Nach 45 Runden überquerte der Franzose als Erster die Ziellinie vor Daniel Juncadella und Dennis Marschall. Gounon und Schiller übernehmen durch den Sieg den dritten Tabellenrang. Die starke Leistung von Mercedes-AMG komplettierten Jan Marschalkowski (19/Inning) und Marvin Dienst (25/Lampertheim) vom Mercedes-AMG Team ZVO, die in der letzten Runde von einem Reifenschaden des Porsche 911 GT3 R #91 mit Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik profitierten und den Porsche auf der Zielgeraden überholten. Damit liegt das am Samstag fünftplatzierte Porsche-Duo nun 22 Punkte hinter Spitzenreiter Raffaele Marciello auf Rang zwei der Tabelle.

Patric Niederhauser (30/CH) und Luca Engstler (22/Wiggensbach) von Rutronik Racing wurden im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 15 Sechste, dahinter steuerten Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (23/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf einen weiteren Mercedes-AMG GT3 Evo auf Platz sieben. Eine starke Aufholjagd zeigten Christopher Mies (33/Düsseldorf) und Tim Zimmermann (26/Langenargen), die sich im Audi R8 LMS GT3 Evo II #1 von Montaplast by Land-Motorsport vom 15. auf den achten Rang verbesserten. Gleiches gilt für die Paarung Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F). Das Duo machte im Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 von Emil Frey Racing ebenfalls sieben Plätze gut und wurde Neunter. Thierry Vermeulen (20/NL) und Mattia Drudi (24/I) sicherten sich im Audi R8 LMS GT3 Evo II #33 von Car Collection Motorsport den letzten Top-Ten-Platz.

Stimmen der Sieger

Fabian Schiller: „Dieser dritte Sieg war anders als die beiden davor. Bei denen bin ich als Zweiter gefahren, diesmal musste ich in der zweiten Rennhälfte zuschauen, was nicht so einfach war. Wir hatten eine gute Pace, dann haben die Reifen ein wenig abgebaut. Aber Jules hat das Rennen souverän nach Hause gefahren.“

Jules Gounon: „Fabian hat einen tollen Job gemacht und das Kunststück fertiggebracht, Raffaele kurz nach dem Start zu überholen. Ich habe das Fahrzeug mit einem guten Vorsprung übernommen und konnte das Feld von vorn kontrollieren.“

Red Bull Pilot Nick Cassidy fährt von der Pole zum Sieg

  • Neuseeländer Nick Cassidy feiert zweiten Sieg nach Spa-Francorchamps
  • Dreimaliger DTM-Champion René Rast übernimmt Platz zwei in der Gesamtwertung
  • Spitzenreiter Sheldon van der Linde geht in der Steiermark leer aus

Nick Cassidy siegt am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Zweiter DTM-Sieg in Folge: Nick Cassidy hat das Samstagsrennen der DTM am Red Bull Ring powered by REMUS gewonnen. Von der Pole Position gestartet, konnte der Neuseeländer im Ferrari des Teams Red Bull AlphaTauri AF Corse mit guter Strategie und trotz Erfolgsgewicht einen überzeugenden Start-Ziel-Sieg einfahren. Erst vor zwei Wochen hatte der 29-Jährige im Sonntagsrennen von Spa-Francorchamps seinen ersten DTM-Sieg erzielt. „Ein wirklich toller Tag. Hier am Red Bull Ring mit AlphaTauri und Red Bull zu gewinnen ist einfach großartig“, jubelte Cassidy im Ziel. Auf dem 4,318-km-Kurs in der Steiermark fuhr René Rast (GER) im ABT Audi auf den zweiten Platz. Damit sammelte der dreimalige DTM-Champion weitere wichtige Meisterschaftspunkte und übernahm mit nun 117 Punkten den zweiten Rang in der Fahrer-Wertung. Bereits am Vormittag war Rast im Qualifying Schnellster gewesen und hatte damit drei Zusatzpunkte verbucht, musste jedoch aufgrund einer Grid-Strafe von Spa-Francorchamps von der vierten Position starten. Platz drei im Rennen sicherte sich der Austro-Italiener Mirko Bortolotti im Lamborghini beim Heimspiel seines Grasser Racing Teams.

Weniger erfreulich verlief das Rennen für die Lokalmatadoren Lucas Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) und Thomas Preining (KÜS Team Bernhard Porsche). Auer startete gut und rangierte an vierter Position, bekam aber nach seinem Pflichtboxenstopp eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen Missachtung des Tempolimits in der Boxengasse und landete letztlich auf Platz neun. Preining, der direkt hinter Auer als Fünfter die Zielflagge sah, wurde letztlich hinter Auer auf Rang zehn gewertet, nachdem auch er eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgrund von Berührungen im Zweikampf mit Nico Müller (SUI, Rosberg Audi) erhalten hatte. Der Österreicher Philipp Eng (Schubert Motorsport, BMW) beendete das Rennen auf Platz zwölf. Sein Landsmann Clemens Schmid (GRT Lamborghini), der am Freitag noch mit der Tagesbestzeit geglänzt hatte, schied im Rennen frühzeitig aus. Umso mehr freute sich das in der Nähe des Red Bull Ring ansässige Grasser Racing Team über die Performance von Mirko Bortolotti. Gestartet von Platz sechs, schaffte es der 32-Jährige mit einem dritten Platz erstmals seit dem Norisring-Rennen zurück aufs Podium. Mit dieser Platzierung sowie einem Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde konnte sich der in Wien geborene Italiener insgesamt 16 Punkte sichern. Nach zuletzt zwei Ausfällen am Nürburgring und nur fünf Punkten in Spa-Francorchamps ist Bortolotti mit nun 110 Punkten Meisterschafts-Dritter hinter Rast. Unverändert führt der Südafrikaner Sheldon van der Linde (130 Punkte) die Meisterschaft an. Der BMW-Pilot aus dem Team Schubert Motorsport ging als Elfter im Rennen jedoch leer aus, so dass Rast den Rückstand auf 13 Punkte verkürzen konnte.

DTM-Rookie Leon Köhler überraschte als Ersatz für Esteban Muth (BEL), der aufgrund eines operativen Eingriffs die Saison vorzeitig beenden musste, mit Startposition zwölf im Walkenhorst BMW und zeigte auch im Rennen eine ansprechende Leistung, musste jedoch den Walkenhorst BMW kurz vor Rennende vorzeitig abstellen. Am Sonntag wird um 13:30 Uhr MESZ (ab 13:00 Uhr live auf ProSieben) das drittletzte Rennen der Saison 2022 gestartet, das Finale folgt in zwei Wochen auf dem Hockenheimring.

DTM Red Bull Ring: Rast Schnellster aber Cassidy auf Pole

Pole für Nick Cassidy im Ferrari
Foto: Jens Hawrda

Wie bereits zuletzt in Spa-Francorchamps fuhr René Rast (GER) im ABT Audi in letzter Sekunde des DTM-Zeittrainings auf dem Red Bull Ring powered by REMUS auf Rang eins. Mit seiner Zeit von 1:27,698 Minuten war der dreimalige DTM-Champion 0,102 Sekunde schneller als Nick Cassidy (NZL) im AlphaTauri AF Corse Ferrari. Cassidy startet jedoch im ersten DTM-Rennen des Wochenendes (Start um 13.30 Uhr MESZ, live auf ProSieben ab 13.00 Uhr) von der Pole-Position, da Rast wegen eines Vergehens im vorherigen Rennen in Spa-Francorchamps drei Plätze nach hinten versetzt wird.

Wahl-Österreicher René Rast war nach Imola und Spa-Francorchamps zum dritten Mal in dieser Saison Schnellster in einem DTM-Qualifying und sicherte sich damit drei Zusatzpunkte für die Fahrerwertung. Er zeigte sich selbst leicht überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Audi hier so schnell sein würde. Ich konnte ein bisschen vom Windschatten profitieren. Natürlich ist Startplatz vier im Rennen nicht optimal. Nun ist es wichtig, dass wir uns auf die wichtigsten Rivalen im Kampf um die Meisterschaft konzentrieren. Die stehen zum Glück alle hinter mir.“

Neben Cassidy startet Nico Müller (SUI) im Audi des Team Rosberg als Zweiter, vor Ricardo Feller (SUI) im ABT Audi. Rast steht auf Startplatz vier, Felipe Fraga (BRA) im Red Bull AF Corse Ferrari und Mirko Bortolotti im schnellsten Lamborghini des Grasser Racing Teams stehen beide in der dritten Startreihe. Arjun Maini (IND) war auf Rang sieben schnellster Mercedes-AMG-Fahrer, wird aber ebenfalls um drei Plätze zurückversetzt nach wiederholten Verstößen gegen die Track-Limits im vorherigen Rennen. Somit ist Lucas Auer (AUT) aus dem Team WINWARD Racing bestplatzierter Mercedes-AMG-Fahrer, gefolgt von seinen Markenkollegen Maximilian Götz (GER, WINWARD Racing) und Maro Engel (GER, GruppeM Racing). Maini startet als Zehnter.

Schnellster BMW-Fahrer war Newcomer Leon Köhler (GER) im M4 des Teams Walkenhorst Motorsport, der auf Rang zwölf fuhr. Tabellenführer Sheldon van der Linde (RSA) belegte im BMW des Teams Schubert Motorsport die 17. Position.

Freitag, 23. September 2022

Trainingsbestzeit für Daniel Gregor im Porsche

Daniel Gregor mit Tagesbestzeit am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

In der DTM Trophy, der Talentschmiede auf der DTM-Plattform, fuhr Daniel Gregor (GER, KÜS Team Bernhard, Porsche) die Tagesbestzeit. Mit seiner Zeit von 1:37,907 Minuten im Training am Vormittag war er 0,034 Sekunden schneller als der Franzose Edouard Cauhaupé im Mercedes-AMG des Teams BWT Mücke Motorsport, der am Nachmittag die Zeitenliste anführte. Während Gregor und Cauhaupé als Einzige unterhalb der 1:38er-Marke blieben, trennten auch Cauhaupés Teamkollege Rodrigo Almeida (MOZ) und Nick Hancke (GER) im Aston Martin (Team Speed Monkeys) nur vier Hundertstelsekunden. Dahinter fuhr Louis Henkefend (GER) im BMW des Teams Project 1 auf Rang fünf in der Addition der beiden Trainingssitzungen. Damit waren vier Marken auf den ersten fünf Plätzen vertreten. 

Ergebnisse Freis Training Red Bull Ring

Clement Schmidt
Foto: Jens Hawrda

Der Tiroler Clemens Schmid im Lamborghini des Grasser Racing Teams und der Südafrikaner Sheldon van der Linde im BMW von Schubert Motorsport bestimmten am Freitag zum Auftakt der DTM Red Bull Ring powered by REMUS das Tempo in den beiden Freien Trainings-Sessions. Dabei war die Rundenzeit von Lokalmatador Schmid mit 1:28,565 Minuten aus dem ersten Training die beste Zeit des Tages auf dem 4,318 Kilometer langen Kurs in der Steiermark. 


Lucas Auer vor DTM Heimspiel

Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda

Lucas Auer gilt als erster Anwärter auf einen Heimsieg beim DTM Red Bull Ring powered by REMUS am Wochenende (23. bis 25. September). Der Tiroler im WINWARD Mercedes-AMG ist aktuell als Tabellenzweiter der bestplatzierte Österreicher in der DTM. „Mit einem Podiumsplatz wäre ich happy, ein Sieg wäre natürlich toll“, erklärt der 29-Jährige in der DTM-Pressekonferenz. Auer ist jedoch überzeugt, dass die Titelentscheidung erst in den letzten Runden des Sonntagsrennens beim Finale auf dem Hockenheimring (7. bis 9. Oktober) fallen wird. „Das Feld ist so stark, alle liegen so eng beieinander.“ Auer wie auch seine Landsleute Philipp Eng (Schubert BMW) und Thomas Preining (KÜS Porsche) sowie Mirko Bortolotti (GRT Lamborghini) sind voll und ganz auf die beiden Rennen am Red Bull Ring (Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr MESZ live auf ProSieben) fokussiert: „Ich erwarte zwei spektakuläre Rennen“, erklärt der Salzburger Philipp Eng stellvertretend.

Eng ist Teamkollege von Sheldon van der Linde, der als souverän Führender der DTM-Fahrerwertung in die Steiermark reist. „Sheldon macht einen unglaublichen Job! Er ist so schnell und dabei sehr konstant“, stellt Eng dem Südafrikaner ein bemerkenswertes Zeugnis aus. Und Eng hebt noch einen Punkt hervor: „Er ist ein außergewöhnlicher Teamkollege. Die Zusammenarbeit ist total offen, wir helfen uns gegenseitig.“ Für sein Heimspiel wünscht sich Eng ein Erfolgserlebnis. „Ich habe das Podium schon länger nicht mehr gesehen.“ Dagegen scheint der Knoten bei Nick Cassidy zuletzt mit einem Sieg in Belgien geplatzt zu sein. „Das war erst mein fünftes DTM-Wochenende in dieser Saison. Wir haben den Ferrari verbessert, und ich habe meinen Rhythmus gefunden.“ Der Neuseeländer, der einen Ferrari aus dem Team Red Bull AlphaTauri AF Corse pilotiert, hat seinen Freude an der DTM. „Ja, die DTM ist für mich eine unglaubliche Gelegenheit, und es macht mir sehr viel Spaß.“ Auf dem Red Bull Ring liebt er die schnellen Kurven. „Vor allem die letzte Kurve dieser Rennstrecke ist sehr speziell“, so Cassidy.

„Es ist cool, dass wir Österreicher einen so großartigen Event haben“, freut sich Norisring-Sieger Thomas Preining. Auch er träumt vom Heimsieg. Dabei wird der Porsche-Werksfahrer mit einem einzigartigen Helm im Design seines ehemaligen Teamchefs Walter Lechner starten, der Ende 2020 verstorben ist. „Es ist für mich etwas Besonderes, mit diesem Helm zu Ehren von Walter Lechner anzutreten.“

Die kürzeste Anreise zum Red Bull Ring hat das Grasser Racing Team aus Knittelfeld. „Es ist schön, dass wir alle zuhause schlafen können. Vor allem aber freuen für uns auf die vielen Fans“, so GRT-Teamchef Gottfried Grasser. „Wir lieben die DTM. Der Wettbewerb ist unglaublich hart, und der Performance-Boxenstopp macht den Unterschied.“ Grasser und GRT-Pilot Mirko Bortolotti (ITA), der Tabellenvierte, wollen in Spielberg „wie bei jedem Rennen“ das Maximale herausholen, doch Teamchef Grasser gibt zu: „Zu gewinnen wäre wunderbar.“ Es wäre der erste DTM-Sieg für GRT und Lamborghini.


GERT56: Erneuter, kurzfristiger Fahrerwechsel – Willkommen Dominik Vincon

Nachdem die beiden IDM-Superbike-Stammpiloten Julian Puffe und Toni Finsterbusch weiterhin an ihren Verletzungen laborieren, wurde für das Finale zunächst Stefan Kerschbaumer verpflichtet. Der Österreicher sagte Mittwochabend aufgrund einer Corona-Infektion ab. Nun kommt mit Dominik Vincon ein schneller Langstrecken-Sportler zum Einsatz, der zum Team passt.

Kurzfristig musste sich GERT56 für das IDM-Finale in Hockenheim in der Superbike-Klasse noch einmal umbesetzen. Stefan Kerschbaumer, der bei beiden 24-Stunden-Stock-Siegen im Sattel der GERT56 BMWs gesessen hatte, sollte die Saison zu einem schönen Abschluss bringen. Doch am Mittwochabend musste der Österreicher coronabedingt absagen, sein Test war positiv ausgefallen. 

Es blieb nicht viel Zeit, noch einen geeigneten Ersatzfahrer zu finden, doch Teamchef Karsten Wolf wurde in Dominik Vincon fündig. Vincon hat am letzten Wochenende beim Kampf um die Bol d’Or in Le Castellet zusammen mit Pepijn Bijsterbosch und Bartlomej Lewandowski den achten EWC-Rang einfachen können. Er kennt die BMW M 1000 RR und war auch schon in der IDM unterwegs.  

Karsten Wolf: „Wenn du mit diesem Pech nicht anfängst zu zweifeln, dann weiß ich auch nicht mehr. Wahrscheinlich bin ich nur aus einer Mischung aus Galgenhumor und Resignation so ruhig geblieben. Als mich Kerschi am Mittwochabend anrief, war mir schon klar, dass er nicht nur Small Talk betreiben will. Ich hatte irgendwie schon Corona im Kopf und fragte noch scherzhaft nach – Volltreffer! Mittwochabend 21 Uhr. Eine Nacht noch bis Abreise nach Hockenheim! Es blieb nicht viel Zeit und nicht viele Alternativen, doch wir sind in Dominik Vincon fündig geworden, den wir aus unserer EWC-Zeit kennen, als er für NRT48 und LRP Poland gefahren ist. Er war sofort bereit, uns zu helfen und freut sich, wieder einmal IDM fahren zu können. Da blieb nur noch die Klärung der Freistellung, was zum Glück am Donnerstagmorgen auch noch erledigt werden konnte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Porsche AG für das schnelle und unbürokratische Entgegenkommen. Wir wissen das sehr zu schätzen. Auch ein Dank an die IDM-Organisatoren und gerade unsere Partner im Bereich Druck und Folierung für das schnelle nochmalige Rebranding!“

Mittwoch, 21. September 2022

Vorletzte Runde im Titelduell der ADAC TCR Germany unter neuen Vorzeichen

  • Jessica Bäckman will Tabellenführer Andersen im neuen Auto noch abfangen
  • ADAC TCR Germany trifft auf den elektrischen FIA ETCR eTouring World Cup
  • Alle Saisonrennen live im kostenlosen Stream bei sport.de

Foto: Jens Hawrda

Der Titelkampf der ADAC TCR Germany geht unter neuen Vorzeichen auf dem Sachsenring in die vorletzte Runde. Bei der Jagd auf Tabellenführer Martin Andersen (28, Dänemark) im Honda wechselt seine engste Verfolgerin Jessica Bäckman (24, Schweden) das Fahrzeug. Die schnelle Schwedin war bisher in einem Hyundai unterwegs und steigt nun auf einen Audi um, der vom WM-erfahrenen belgischen Team Comtoyou Racing eingesetzt wird. Mit dem Audi will Bäckman den Titelkampf bis zum Finale in Hockenheim offen halten, Andersen hat hingegen die renerische Chance, die Meisterschaft schon vorzeitig zu seinen Gunsten zu entscheiden. Die beiden Rennen des Wochenendes (Samstag 16.25 Uhr und Sonntag 11.35 Uhr) sind live und kostenfrei bei sport.de und auf adac.de/motorsport zu sehen. Erstmals startet zudem der FIA ETCR eTouring Car World Cup in Deutschland und trifft auf die Schwesterserie der ADAC TCR Germany. Beim Gastspiel auf dem Sachsenring ist der neue und innovative elektrische Welt Cup erstmals hierzulande am Start und trägt dort das WM-Finale aus.

„Es wäre das perfekte Saisonergebnis, den Titel schon auf dem Sachsenring zu holen. Sowohl für mich, als auch für das Team und für Honda wäre es ein fantastisches Ergebnis“, freut sich der Gesamtführende Andersen auf das Rennwochenende auf dem Sachsenring. „Der Druck ist wie bei allen anderen Rennen in diesem Jahr und nicht größer. Ich nehme das Wochenende Schritt für Schritt, will clever agieren und keine dummen Entscheidungen treffen. Ich freue mich sehr auf die Rennen. Die Strecke ist wirklich knifflig und die Atmosphäre wird traditionell sehr gut sein.“

Titelrivalin Bäckman ist auf ihr neues Auto gespannt. „Ich freue mich sehr, dass ich an den verbleibenden zwei Rennwochenenden der Serie für Comtoyou Racing fahren werde. Es wird sehr aufregend, aber gleichzeitig auch eine echte Herausforderung, wenn man die begrenzten Vorbereitungen bedenkt. Es ist eine Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“

Bei ROJA Motorsport hat man schnell auf den Wechsel von Bäckman reagiert und zwei Gaststarter für die restliche Saison verpflichtet. Neu dabei sind Junior Tim Rölleke (21, Lüdinghausen) und Routinier Kai Jordan (53, Wolfsburg). „Ich freue mich auf die Herrausforderung in der ADAC TCR Germany mit meinem neuen Team ROJA Motorsport“, betont Rölleke. Den vierten ROJA-Hyundai wird auf dem Sachsenring wie gewohnt René Kircher (22, Hünfeld) steuern, der mit Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) um die Junior-Wertung kämpft.

Eine weitere Veränderung im Fahrerfeld gibt es an diesem Wochenende bei Maurer Motorsport. Neben Michael Maurer (29, Schweiz) besetzt den zweiten Holden Astra TCR auf dem Sachsenring Niels Langeveld (34, Niederlande), der ein alter Bekannter der Serie ist. In der Saison 2018 wurde der Niederländer Dritter der Gesamtwertung in der ADAC TCR Germany und fuhr zwei Saisonsiege ein. Wieder dabei ist auch Kai Rosowski (29, Nordhorn, K-Ro Racing) im Audi, der zuletzt am Lausitzring gefehlt hatte.


Dienstag, 20. September 2022

DTM-Endspurt: Vor allem Österreicher jagen Sheldon van der Linde

  • 32 Punkte Vorsprung: Erster Matchball für Spitzenreiter Sheldon van der Linde
  • Der Österreich-Faktor: Heimrennen für Auer und Co. auf dem Red Bull Ring
  • Renntaxi: Ski-Alpin-Rekord-Champion Marcel Hirscher steuert einen Audi R8 

Sheldon van der Linde 
Foto: Jens Hawrda

Der Österreich-Faktor sorgt für Hochspannung im Endspurt um den heißbegehrten DTM-Titel. Alle jagen Spitzenreiter Sheldon van der Linde (RSA), vor allem die Österreicher – und das bei der vorletzten Saison-Station beim DTM Red Bull Ring powered by REMUS vom 23. bis 25. September in der Steiermark: Lucas Auer als Tabellenzweiter, stammt aus Kufstein, der dreimalige DTM-Champion René Rast, aktuell Dritter der Fahrerwertung, lebt in Bregenz, und Mirko Bortolotti, derzeit Viertbester der Punktetabelle, der in Wien aufwuchs. Auch Norisring-Sieger Thomas Preining, van der Linde-Teamkollege Philipp Eng und Clemens Schmid haben auf dem Grand-Prix-Kurs bei Spielberg ein Heimspiel. Zudem ist das Grasser Racing Team um Teamchef Gottfried Grasser unmittelbar am Red Bull Ring beheimatet.

130 Punkte hat Sheldon van der Linde aus dem BMW-Team Schubert Motorsport auf seinem Konto. Den Vorsprung von 32 Punkten könnte man beruhigend nennen, wäre es nicht die DTM. Denn der Wettbewerb in der DTM ist in der laufenden Saison so intensiv wie schon lange nicht mehr. In zwölf Rennen gab es schon zehn verschiedene Sieger, 15 verschiedene Fahrer standen bereits auf dem Podium. Portimão-Sieger Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) ist mit 98 Punkten der van der Linde-Jäger Nummer eins, nur zwei Punkte dahinter folgt Rast (96, ABT Audi), weitere zwei Punkte dahinter Bortolotti (94, GRT Lamborghini). Insgesamt 19 DTM-Fahrer haben theoretisch vor den letzten beiden Rennwochenenden auf dem Red Bull Ring und auf dem Hockenheimring noch Titelchancen.

Auf dem Red Bull Ring könnte Sheldon van der Linde allerdings schon seinen ersten Matchball verwandeln. Gewinnt der BMW-Werksfahrer am Samstag und Sonntag (Rennstart:  jeweils 13:30 Uhr MESZ, ab 13:00 Uhr live auf ProSieben), würden zwei dritte Plätze seinem ärgsten Verfolger nicht reichen, um seinen vorzeitigen Titelgewinn zu verhindern. Den vorzeitigen Titelgewinn zu verhindern, versucht auch Gottfried Grasser, der sich kaum eine schönere Rennstrecke vorstellen könnte, um Lamborghini den ersten DTM-Sieg zu bescheren. Aufgrund einer nicht aufschiebbaren Operation muss der Belgier Esteban Muth sowohl Red Bull Ring als auch Hockenheim auslassen. Sein Team Walkenhorst Motorsport plant jedoch den Einsatz des #10 BMW mit einem Ersatzfahrer.

Die spannungsgeladene DTM sowie die Talentschmiede DTM Trophy, die DTM Classic mit den historischen DRM-Rennwagen und der BMW M2 Cup sorgen auf dem Red Bull Ring für beste Unterhaltung, ebenso das attraktive Programm für alle Besucher, vom beliebten Pitwalk über Autogrammstunden und Mitmach-Wettbewerben. Glückliche Gewinner beim Ticketkauf (via tickets.dtm.com) können sogar in den Genuss heißer Runden auf dem GP-Kurs kommen. Bei der außergewöhnlichen Renntaxifahrt wird Marcel Hirscher, der Rekord-Champion im Alpinen Ski-Weltcup, am Steuer eines Audi R8 sitzen. Das Besondere: Ein Paar Ski aus der neuen van-Deer-Kollektion von Marcel Hirscher sind am Heck des PS-starken Rennwagens montiert.