Samstag, 22. Juni 2024

IDM SSP Most: Startaufstellung mit hohem Spannungsfaktor

Foto: Jens Hawrda

Es ist wieder passiert. Andreas Kofler (Yamalube Kofler) startet auch bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Most von der Pole Position. Zwar schien ihn Marcel Brenner (VIAMO Racing by MTM) aus der Schweiz einbremsen zu wollen, doch zum Schluss fehlten ihm 0,423 Sekunden. Einige potentielle Siegfavoriten in der IDM Supersport landeten weiter hinten. Das heißt: Der Nervenkitzel im Rennen ist garantiert.

Andreas Kofler hatte bis zum Anschlag Gas gegeben und meinte: „Wir haben jetzt nochmal sechs Zehntel gefunden und sind gut aufgestellt.“ Im ersten Qualifying hatte der Österreicher als einziger Fahrer im Supersport-Feld mit 1:35er-Zeiten geglänzt. Im zweiten war Marcel Brenner dann auch mit von der Partie. Er wird 16:30 Uhr – das erste Rennen findet schon heute statt – neben Kofler in der ersten Startreihe stehen. Egal, wie es auch ausgeht: Punkte wird Brenner nicht bekommen. Er ist ein Gastfahrer und somit außerhalb der Wertung. Ein unbeschriebenes Blatt ist der 24-Jährige aus dem Kanton Bern jedoch nicht. Er fuhr 2021 schon in der IDM Supersport, bevor er sich in der Weltmeisterschaft versuchte.

Dass Daniel Blin mit ganz vorne dabei sein würde und heute als Dritter in der ersten Startreihe steht, hatte sich schon gestern im freien Training angedeutet. Der Pole vom AF-Racing Team ist in der IDM-Tabelle Gesamt-Vierter und raste mit der Ducati Panigale V2 schon zwei Mal aufs Podium.

Der Dresdner Lennox Lehmann (rutschte im zweiten Qualifying vom zweiten auf den fünften Rang ab. Oschersleben-Doppelsieger Luca de Vleeschauwer (MotoLife, Triumph)ist nur in der dritten Startreihe. Für Dirk Geiger (MCA Racing, Honda), der in Oschersleben einen Pokal geholt hatte, ging es sogar zurück bis in die vierte Startreihe. Die 21-jährige Frohnatur war am Rätseln: „Mehr war nicht drin. Ich habe die Honda ausgequetscht, aber mehr kam einfach nicht.“ Bis auf Marvin Siebdrath (Yamaha by M32) verbesserte sich im zweiten Qualifying mehr oder weniger das ganze Fahrerfeld. Der Wildenfelser hob die Schultern: „Kupplungsdefekt. Das Teil hat die ganze Zeit geschliffen.“


IDM Supersport, Qualifying (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

2. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)

3. Daniel BLIN (PL/Ducati)

4. Jonáš KOCOUREK (CZ/Ducati)

5. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Freitag, 21. Juni 2024

Kopf-an-Kopf-Rennen im tschechischen Most

Florian Alt reist als knapper Tabellenführer nach Most
Foto: Jens Hawrda

Mit nur zwei Punkten Vorsprung in der Königsklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) reist Florian Alt am kommenden Wochenende ins tschechische Most. In der IDM Superbike steppt der Bär. In den anderen Klassen geht es ähnlich eng zu. Vom 21. bis zum 23. Juni 2024 wird sich nun zeigen, wer am besten durch die zwölf Rechts- und neun Linkskurven im Autodrom Most kommt und wer seine Vorhaben umsetzen kann.

Florian Alt (D/Honda) mag die Rennstrecke in der Bergbaustadt im Nordwesten der Tschechischen Republik. Hier hat der Superbike-Titelverteidiger vor einem Jahr zwei Mal auf dem Podium gestanden, davon einmal ganz oben. In der laufenden Saison steht der erste Sieg noch aus. Der 28-jährige Deutsche aus Engelskirchen hat ihn dringend nötig, wenn er den bereits dreifachen IDM Superbike-Champion Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) weiter hinter sich halten will. Der Ukrainer hat die letzten beiden Rennen gewonnen. Jetzt liegen nur zwei Meisterschaftspunkte zwischen den Konkurrenten. Alt ließ sich die Chance nicht entgehen, am vergangenen Freitag noch auf dem Schleizer Dreieck zu testen. Er konnte feststellen, dass die neue Version seiner Honda besser als die bisherige funktioniert. Das stimmt ihn optimistisch und bestätigt noch einmal das Ergebnis seines Frühjahrstests in Most. Mit Alt, Mikhalchik und Lorenzo Zanetti (I/Ducati) hat sich in der IDM Superbike an der Spitze ein Triple mit drei Fahrern aus drei Nationen auf drei Motorradmarken gebildet. Zanetti hatte das Auftaktrennen auf dem Sachsenring gewonnen. Die Kämpfe sind eng und hart, aber fair. Die Leistungsdichte ist enorm, sodass fast alle Fahrer aus den Top Ten Siegchancen haben. Die Superbikes erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h.

Extreme Anspannung liegt bei Patrick Hobelsberger (D/BMW) in der Luft, der die Tabellenführung wegen einer Disqualifikation abgeben musste und in der höchsten deutschen Motorradklasse bis auf den vierten Platz abrutschte. Der Bayer ist stocksauer und gleichzeitig extrem motiviert, den Spieß wieder umzudrehen. Wobei auch Bálint Kovács (HU/BMW), Leandro Mercado (ARG/Kawasaki), Hannes Soomer (EST/BMW), Toni Finsterbusch (D/BMW) oder auch Maximilian Kofler (A/Yamaha) mitreden werden.

Nach einem holprigen Saisonstart und vier Rennen, die er nicht beenden konnte, will es der Tscheche Oliver König (Ducati) in seiner Heimat besser machen. Ob dabei sogar die ersten Meisterschaftspunkte für den Lokalmatador herausspringen, wird sich am Sonntag zeigen.

Wie in der IDM Superbike trennen die Spitzenreiter auch in der etwas Supersport-Klasse nur zwei Punkte. Luca de Vleeschauwer (B/Triumph) hat mit einem Doppelsieg in Oschersleben den Titelfavoriten Andreas Kofler (A/Yamaha) stark in Bedrängnis gebracht. Triumph hat es gefreut. Es waren die ersten Siege des Herstellers in der IDM überhaupt. Und dass die Junioren in der Klasse so auftrumpfen würden, war eine Wucht. Nun darf auch in Most mit einer starken Präsenz der Rookies in Form von Lennox Lehmann (D/Yamaha), Dirk Geiger (D/Honda) und Marvin Siebdrath (D/Yamaha) sowie auch alten Haudegen wie dem WM-erfahrenen Kyle Smith (GB/Kawasaki) gerechnet werden.

Einige Rennen werden wohl wieder erst auf den letzten Metern in der letzten Runde entschieden. Der Kampf zwischen den Marken befindet sich dabei ohnehin seit Jahren auf absolutem Spitzenniveau. Nun liegt die Messlatte noch höher. 2024 beteiligen sich so viele Hersteller wie noch nie an der Meisterschaft. An Bord sind: BMW, Ducati, Honda, Kawasaki, Yamaha, KTM, Triumph, MV Agusta.

KTM ist eine Macht in der IDM Supersport 300. Hier feiert das Team Freudenberg die jahrelang betriebene Nachwuchsarbeit. Die sächsische Crew hat schon einige Fahrer bis an die WM-Spitze geführt und ist das Maß der Dinge in der Nachwuchsliga.

In Most kommen auch wieder die Fans des Sidecar-Sports auf ihre Kosten. Ein rappelvolles Feld zu den Läufen der FIM Sidecar World Championship wird erwartet, angeführt von Harry Payne/Kevin Rousseau (GB/F) vor Markus Schlosser/Luca Schmidt (CH/D).

Auf der Strecke jagt ein Highlight das andere. Das Programm wird garniert von diversen Cup-Klassen. Das IDM-Wochenende garantiert Action ohne Pause.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Marco Wittmann siegt nach dramatischer Aufholjagd – René Rast auf dem Podium

Der Bann ist gebrochen! Marco Wittmann (GER) hat im Sonntagsrennen der DTM in Zandvoort (NED) nach einer dramatischen Aufholjagd seinen ersten Sieg seit dem Saisonfinale 2022 in Hockenheim (GER) gefeiert. Wittmann kämpfte sich vom 14. Startplatz an die Spitze und verteidigte diese auf spektakuläre Weise. Es war gleichzeitig der erste Saisonsieg für Schubert Motorsport und den BMW M4 GT3. Im Samstagsrennen hatte René Rast (GER) als Zweiter das erste Podium für das Team in diesem Jahr eingefahren. Der Sieg für Wittmann markierte den krönenden Abschluss eines außergewöhnlichen Wochenendes für die BMW M Motorsport DTM-Fahrer.

Foto: BMW-Motorsport

Zandvoort, Le Mans, Zandvoort: Für Wittmann, Rast und Sheldon van der Linde (RSA) stand das Rennwochenende im Zeichen zweier Highlights: den DTM-Rennen in Zandvoort und dem Test für die 24 Stunden von Le Mans (FRA). Unmittelbar nach der Rückkehr des Trios aus Frankreich am Sonntag fuhr Wittmann seinen 19. Sieg in der DTM ein. Rast stand am Samstag zum 51. Mal in seiner DTM-Karriere auf dem Podium.

Wittmann startete am Sonntag von Position 14, konnte sich jedoch nach vorn arbeiten. Nach seinem Boxenstopp lag er in Führung, die er in einem harten Zweikampf gegen Mirko Bortolotti (ITA, Lamborghini) verteidigte. Dabei wurde sein Fahrzeug am linken Hinterreifen beschädigt, und es entwickelte sich Rauch. Doch der Reifen hielt zum Glück bis zum Rennende durch, und Wittmann durfte auf dem Podium jubeln. Im Samstagsrennen war der zweimalige DTM-Champion von Startplatz 17 auf sieben gefahren.

Rast kämpfte sich am Samstag von Position sieben bis auf Rang zwei auf dem Podium. Einen Tag später fuhr er vom letzten Startplatz als Siebter ins Ziel. Van der Linde beendete die beiden Rennen auf den Plätzen sechs und acht. Am Sonntag machte er in seinem #31 BMW M4 GT3 neun Plätze gut.

Im ADAC GT Masters feierte das FK Performance Motorsport Duo Maxime Oosten (NED) und Leon Köhler (GER) im #54 BMW M4 GT3 seinen zweiten Saisonsieg. Am Sonntag fuhren die beiden vom fünften Startplatz an die Spitze und verkürzten ihren Rückstand in der Gesamtwertung auf lediglich acht Zähler. Im ersten Rennen am Samstag hatten sich Oosten und Köhler nach Problemen im Qualifying vom letzten Startplatz bis auf den fünften Rang nach vorn gekämpft. Im Schwesterfahrzeug mit dem Nummer 10 belegten Gregory de Sybourg (SUI) und Eduardo Coseteng (PHI) die Plätze zwölf und neun.

Stimmen nach den Rennen:

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3):
„Ich bin natürlich überglücklich. Was für ein Rennen! Heute Morgen waren wir noch in Le Mans, und jetzt haben wir hier in Zandvoort von Platz 14 gewonnen. Was für eine Story! Wenn du von P14 startest, erwartest du nicht, dass du ganz nach oben fährst. Wir wussten, dass wir bereits gestern eine starke Pace hatten, und haben natürlich gehofft, dass wir das wiederholen können. Aber dass es dann so gut läuft! Ich habe schon in der Startphase fünf Positionen gutgemacht. Es war auch ein toller Zweikampf mit Mirko mit mehreren Berührungen. Dabei wurde mein Auto schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung habe ich persönlich nicht gedacht, dass wir das zu Ende fahren können. Der hintere linke Reifen hat viel abbekommen. Ich habe im Prinzip in jeder Runde darauf gewartet, dass wir einen Reifenschaden haben. Zum Glück ist das hintere linke Eck abgefallen, wodurch wir das Rennen dann beenden konnten. Es ist unglaublich.“

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3):
„Es war ein bisschen ein Wochenende der Schadensbegrenzung. Zunächst haben wir das erste Podium der Saison geholt mit Platz zwei gestern, nachdem wir von Rang sieben gestartet sind. Von daher war ich über das Podium natürlich happy. Es war auch eine gute Punkteausbeute. Heute wussten wir natürlich, dass es vom letzten Platz schwierig wird. Aber dennoch ist noch Platz sieben dabei herausgesprungen. Das ist gut für die Meisterschaft. Dazu noch der erste Sieg für das Team – ich freue mich für die Jungs, dass sie nach der harten Arbeit nun auch etwas feiern können.“

Sheldon van der Linde (#31 Shell BMW M4 GT3):
„Leider war es ein sehr schwieriges Wochenende für mich, eines zum Vergessen. Es ist mir einfach überhaupt nicht gelungen, das Auto zum Funktionieren zu bringen. René und Marco haben gezeigt, dass das Auto gute Ergebnisse einfahren kann. Aber ich habe es an diesem Wochenende einfach nicht zusammengebracht, von daher müssen wir vor dem Norisring einiges analysieren. Ich möchte Marco und dem Team herzlich dazu gratulieren, heute von Platz 14 den Sieg geholt zu haben. Er hat das ganze Wochenende über eine sehr starke Performance gezeigt. Wir können immer voneinander lernen, und an diesem Wochenende habe ich viel von ihm gelernt. Jetzt freue ich mich auf Le Mans, darauf ist nun der ganze Fokus. Aber ich kann es auch kaum erwarten, nächstes Jahr wieder hierher zu kommen, denn Zandvoort ist einer der tollsten Orte und eine meiner Lieblingsstrecken.“

Montag, 10. Juni 2024

Von Platz 14 zum Sieg – Wittmann-Wahnsinn in Zandvoort

  •  BMW-Pilot holt nach unglaublicher Aufholjagd ersten Saisonerfolg für BMW
  •  Kelvin an der Linde verteidigt auf dem Formel-1-Kurs die Tabellenführung
  •  28.000 Besucher erleben DTM-Auslandsstopp in den Niederlanden

Marco Wittmann fährt von Startplatz 14 zum Sieg
Foto: Jens Hawrda

Eindrucksvolle Show von Marco Wittmann in den Dünen von Zandvoort: Der Fürther ging am Sonntag von Position 14 aus im BMW M4 GT3 in den sechsten DTM-Saisonlauf und machte bereits in der ersten Rennhälfte viele Positionen gut. Nach einem perfekt getimten Boxenstopp übernahm der 34-Jährige vom Team Schubert Motorsport die Führung, die er bis ins Ziel auf 7,239 Sekunden ausbaute. „Dass ich von so weit hinten nach ganz vorne fahre und gewinne, hätte ich niemals gedacht. Nach der Berührung mit Mirko Bortolotti ist mir das Herz bis in die Fußsohle gerutscht. Im Cockpit war so viel Rauch, dass ich zeitweise kaum was sehen konnte. Ich bin einfach überglücklich, dass ich diesen Sieg nach Hause gebracht habe“, freute sich Wittmann über den 19. Erfolg in der DTM. Mirko Bortolotti (I) belegte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance den zweiten Platz und machte damit in der Gesamtwertung einen Sprung auf Rang zwei. Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) von Abt Sportsline baute als Dritter seine Tabellenführung auf acht Punkte aus.


Keyfacts, Circuit Zandvoort, Saisonrennen 6 von 16

    Streckenlänge: 4.259 Meter
    Wetter: 15 Grad, bewölkt
    Pole-Position: Maximilian Paul (Paul Motorsport, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #71)
    Sieger: Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #11)
    Schnellste Rennrunde: Nicki Thiim (SSR Performance,Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Der Start verlief für Bortolotti optimal. Der Italiener konnte sich in Kurve zwei an dem Pole-Setter und Markenkollegen Maximilian Paul (Dresden) von Paul Motorsport vorbeischieben und die Spitze übernehmen. Kurz danach musste das Safety-Car zum ersten Mal nach Unfällen von Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer (A) und Clemens Schmid (A) im McLaren 720S GT3 Evo auf die Strecke. Nach dem Re-Start reihten sich hinter dem Führungs-Duo Lokalmatador Thierry Vermeulen (NL) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing und Tabellenführer Kelvin van der Linde ein. Auch ein weiterer Safety-Car-Einsatz in Runde elf änderte nichts an dieser Reihenfolge, die jedoch nach den Pflicht-Boxenstopps durcheinandergewirbelt wurde.

Bortolotti konnte zunächst die Führung behaupten, während ein zu langsamer Reifenwechsel den zweitplatzierten Paul zurückwarf. BMW-Pilot Wittmann, der schon mehrere Positionen gut gemacht hatte, holte sich als letzter Fahrer neue Pirelli-Pneus und übernahm danach die Spitze. Trotz der zunächst kalten Reifen verteidigte sich der zweimalige Champion gegen den anstürmenden Italiener, der ihm bei einem Überholversuch hinten links berührte. Trotz anschließender Rauchentwicklung am Heck des Fahrzeugs baute Wittmann seinen Vorsprung immer weiter aus und wurde nach 38 spektakulären Runden als Sieger abgewunken. Bortolotti konnte Platz zwei gegen den mehrfach attackierenden Kelvin van der Linde ins Ziel bringen. Der Niederländer Vermeulen verpasste als Vierter nur knapp einen Podiumsplatz bei seinem Heimspiel. Luca Stolz (Brachbach) sicherte sich im Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team HRT Rang fünf.

Arjun Maini (IND) beendete den Sonntagslauf im zweiten Mercedes-AMG GT3 von HRT auf Position sechs. René Rast (Bregenz) gelang auf der Dünen-Achterbahn eine ähnliche Aufholjagd wie seinem Teamkollegen Wittmann. Der dreimalige DTM-Champion verbesserte sich vom 20. auf den siebten Rang. Sheldon van der Linde (ZA) wurde im dritten BMW von Schubert Motorsport Achter, Pole-Setter Paul musste sich mit Platz neun zufriedengeben. Der aktuelle Meister Thomas Preining (A) beendete den sechsten DTM-Lauf im Porsche 911 GT3 R von Manthey EMA auf Rang zehn. 28.000 Zuschauer sahen beim ersten Auslandsstopp der Serie auf dem Formel-1-Kurs in Zandvoort begeisternden Motorsport mit zahlreichen Überholmanövern und bis zum Schluss spannenden Rennen.

Mirko Bortolotti: „Wenn du in der ersten Kurve in Führung gehst und über so viele Runden vorneweg fährst, willst du natürlich gewinnen. Am Ende muss ich mit dem zweiten Platz zufrieden sein. In den letzten Runden fühlte sich die Hinterachse merkwürdig an, die Fahrer hinter mir haben extrem viel Druck gemacht.“

Kelvin van der Linde: „In der Schlussphase ist das vordere Feld sehr eng zusammengerückt. Teilweise musste ich mehr in den Rückspiegel als nach vorne schauen, Thierry Vermeulen im Ferrari hinter mir war auf der Geraden richtig schnell. Der dritte Platz freut mich besonders für unsere Crew, die mit zwei DTM-Events und dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zuletzt viel Arbeit hatte.“

Ergebnis, 6. Meisterschaftslauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)
2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +7,239 Sekunden
3. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +7,373 Sekunden
4. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +7,592 Sekunden
5. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +8,001 Sekunden

Oosten und Köhler triumphieren im actionreichen Sonntagsrennen von Zandvoort

  •  Niederländer Oosten holt auch Klassensieg in „Road to DTM“ Wertung
  •  Seppänen und Kalender verteidigen Tabellenführung im ADAC GT Masters
  •  David Schumacher mit erstem Podium im ADAC GT Masters

Maxime Oosten/Leon Köhler #54
Foto: Jens Hawrda

Spannung über die volle Distanz: In einem ereignisreichen vierten Meisterschaftslauf des ADAC GT Masters fuhren der Niederländer Maxime Oosten und Leon Köhler (Erlenbach am Main/beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3 auf dem Circuit Zandvoort zu ihrem zweiten Saisonsieg. „Vor heimischer Kulisse zu gewinnen, ist ein fantastisches Erlebnis. Dazu konnten wir den Rückstand auf die Tabellenführer verkürzen. Ich bin mega happy“, sagte Lokalmatador Oosten nach dem Sieg am Sonntag. Auch sein Fahrerkollege Leon Köhler (Erlenbach am Main) zeigte sich begeistert: „Ein perfekter Abschluss. Nach den Schwierigkeiten zu Beginn des Wochenendes freue ich mich über diesen Erfolg umso mehr.“ Auf dem zweiten Platz landeten Alexander Fach (CH) und Alexander Schwarzer (D) im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech, die damit auch die ProAm-Wertung gewannen. Im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team belegten David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) den dritten Gesamtrang und Platz zwei im Silver-Cup, für Schumacher war es an seinem zweiten Wochenende in der Serie die erste Podestplatzierung.


Das vierte Saisonrennen auf dem 4,259 Kilometern Dünenkurs in Nordholland lieferte Rennaction pur. Nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn sprach die Rennleitung einige Strafen aus, die für eine neue Reihenfolge in der Spitzengruppe sorgte. Einer der Leidtragenden war der Pole-Setter Simon Connor Primm (Großschirma) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2, der aufgrund eines Fehlstarts eine Penalty-Lap absolvieren musste. Der neue Führende hieß Mike David Ortmann (Ahrensfelde) im Aston Martin Vantage GT3, der sich jedoch kurz vor dem öffnenden Boxenstopp-Fenster einem Angriff von Oosten geschlagen geben musste. Danach übernahm Köhler das Steuer des führenden BMW M4 GT3 und brachte den Sieg sicher ins Ziel. Einen großen Satz nach vorne machten Fach und Schwarzer, die sich vom zwölften Platz auf den Silberrang vorarbeiteten. Für Schwarzer war das Resultat ein besonderes Highlight: „Ich bin völlig überwältigt. Als ich am Kommandostand sah, dass wir so weit vorne liegen, war ich total nervös. Die Freude nach der Zieldurchfahrt war riesig.“

Schumacher und Titelverteidiger Owega komplettierten das Podium. Das Duo fiel durch eine Strafe nach dem Start bis auf die achte Position zurück, arbeitete sich danach aber nach vorn. „Durch die Strafe haben wir einige Plätze verloren, die wir uns im weiteren Rennverlauf zum Großteil zurück erkämpfen konnten. Natürlich wären wir gerne weiter vorne angekommen, aber am Ende können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, berichtete Schumacher.

Auf dem vierten Platz gingen die Kapfinger-Zwillinge Johannes und Michael mit ihrem Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by TwinBusch in die Wertung ein. Im Silver-Cup bedeutete dies die dritte Position. Ortmann und Denis Bulatov (Köln/beide Walkenhorst Motorsport) platzierten sich in ihrem Aston Martin Vantage GT3 auf dem fünften Rang. Jannes Fittje (Langenhain) und Finn Wiebelhaus (Obertshausen) vom Haupt Racing Team erreichten im Mercedes-AMG GT3 den sechsten Platz, gefolgt von Jean-Luc D`Auria und Alain Valente (beide CHE) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. Als achtbestes Fahrerduo ordneten sich die Samstagssieger Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen von Landgraf Motorsport in einem weiteren Mercedes-AMG GT3 in die Rangliste ein. Eduardo Coseteng (RP) und Grégory de Sybourg (CHE) vom FK Performance Motorsport beanspruchten im BMW M4 GT3 den neunten Platz. Dahinter beendeten Benjamin Hites (CHL) und Tim Zimmermann (Langenargen) in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team das Rennen.

Nach vier Meisterschaftsläufen führen Kalender und Seppänen die Tabelle mit 84 Punkten vor Oosten und Köhler mit 77 Zählern an. Vom 12. bis 14. Juli geht es für die Piloten zur dritten Saisonstation an den Nürburgring. In der Eifel sucht das ADAC GT Masters seinen Halbzeitmeister.

Sonntag, 9. Juni 2024

Pole-Premiere für Connor Primm

Nach starker Leistung stellte Simon Connor Primm (Großschirma) seinen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Team Paul Motorsport auf die Pole-Position für das zweite ADAC GT Masters Rennen auf dem Circuit Zandvoort. Mit der Top-Zeit von 1:33,503 Minuten verschaffte er sich und seinem Teamkollegen Jonas Greif die beste Ausgangslage für das Sonntagsrennen. „Unser Auto lief schon das ganze Wochenende super. Deshalb war ich vor dem Qualifying auch sehr zuversichtlich. Dass am Ende der erste Startplatz dabei herauskommt, ist natürlich für das Team Paul Motorsport und mich ein großartiges Resultat“, sagte der glückliche Pole-Setter.

Mit einem Abstand von 0,406 Sekunden folgte der Mercedes-AMG GT3 von Salman Owega (Köln), der zusammen mit seinem Teamkollegen David Schumacher für das Haupt Racing Team startet. Als Dritter ging Mike David Ortmann in seinem Aston Martin Vantage GT3 in die Wertung ein. Der 24-Jährige teilt sich das Cockpit mit Denis Bulatov (Köln/beide Walkenhorst Motorsport). Rang vier belegten Tim Zimmermann (Langenargen) und Benjamin Hites (Chile) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team. Startplatz fünf sicherten sich Lokalmatador Maxime Oosten und Leon Köhler (Erlenbach am Main /beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3.

Zum Auftakt in das zweite Zeittraining herrschten auf der 4,259 Kilometer langen Strecke trockene Bedingungen bei rund 14 Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein. Gleich zu Beginn der Session gingen einige Fahrzeuge auf den Dünenkurs. Diese kamen jedoch nach nicht einmal zwei Minuten zurück an die Box, da der Ferrari 296 GT3 vom Schweizer Jean-Luc D`Auria (Emil Frey Racing) nach einem Ausrutscher für eine Gelbphase sorgte. Im zweiten Abschnitt nahm die Zeitenjagd richtig Fahrt auf. Mehrfach wechselte die Spitzenposition zwischen den Premiummarken von Aston Martin, Lamborghini und Mercedes-AMG. Letztlich bescherte Connor Primm dem Team Paul Motorsport die erste Pole-Position im ADAC GT Masters.

Die ursprünglich schnellste Runde fuhr Zimmermann, der jedoch aufgrund eines Vergehens im Qualifying auf den vierten Startplatz zurückversetzt wurde. Eine weitere Strafe in Form einer Disqualifikation erhielt der Mercedes-AMG GT3 von Tom Kalender (Hamm/Sieg) nach einem technischen Verstoß, der dadurch die dritte Startposition verlor.  

ADAC GT-Masters: Kalender und Seppänen nicht zu stoppen

Landgraf Motorsport mit Start-Ziel-Sieg in Zandvoort

  • Kalender/Seppänen bauen Tabellenführung an der Nordseeküste aus
  • Erstes Podium im ADAC GT Masters für Walkenhorst Motorsport
  • Überzeugende Aufholjagd von Köhler und Lokalmatador Oosten

Elias Seppänen und Tom Kalender bauten ihre Tabellenführung weiter aus
Foto: ADAC-Motorsport

Perfekter Renntag im ADAC GT Masters für Landgraf Motorsport: Im dritten Meisterschaftslauf fuhren Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Vorjahresmeister Elias Seppänen (FIN) auf dem 4,259 Kilometer langen Circuit Zandvoort von der Pole-Position aus zu ihrem zweiten Saisonsieg. Für das Duo im Mercedes-AMG GT3 war es zudem die dritte Podiumsplatzierung. „Ein grandioser Tag für Tom und mich. Nach einem gelungenen Start konnte ich einen komfortablen Vorsprung zum Zweitplatzierten aufbauen und das Auto in Führung liegend übergeben“, beschrieb Seppänen den ersten Teil des Rennens. Kalender übernahm die zweite Hälfte: „Durch den großen Abstand auf meinen Hintermann musste ich die Spitzenposition eigentlich nur verwalten. Am Ende erneut als Erster die Zielflagge zu sehen, ist ein fantastisches Gefühl, das wir Sonntag noch einmal erleben wollen.“ Der zweite Rang ging an Tim Zimmermann (Langenargen) und den Chilenen Benjamin Hites im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team. Das Podium komplettierte der Aston Martin Vantage GT3 von Mike David Ortmann (Ahrensfelde) und Denis Bulatov (Köln/beide Walkenhorst Motorsport).

Zu Beginn des Rennens behielt der Pole-Setter Seppänen nach einem gelungenen Start die Führungsposition. David Schumacher (Salzburg/Haupt Racing Team) auf Rang zwei wurde hingegen vom heranstürmenden Hites in einen intensiven Zweikampf verwickelt, den der Südamerikaner nach mehreren Runden für sich entschied und bis zum Ende nicht wieder hergab. „Es war sehr wichtig, zurück auf dem Podium zu sein. Gegen den Mercedes-AMG waren wir jedoch nicht konkurrenzfähig. Für Sonntag werden die Karten noch einmal neu gemischt“, sagte Hites nach dem Rennen. Die von Startplatz fünf kommenden Bulatov und Ortmann erreichten mit dem neuen Aston Martin Vantage GT3 die erste Podiumsplatzierung für Walkenhorst Motorsport. Bulatov freute sich über die dritte Position: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es war von Anfang an unser Ziel, unter die Top-3 zu kommen. Dort schon beim zweiten Event zu landen, ist großartig.“

Als Vierter kam der Mercedes-AMG GT3 mit Finn Wiebelhaus (Obertshausen) und Jannes Fittje (Langenhain/beide Haupt Racing Team) ins Ziel. Besonders überzeugend war die Performance von Leon Köhler (Erlenbach am Main) und dem niederländischen Lokalmatador Maxime Oosten im BMW M4 GT3 von FK Performance Motorsport. Das Duo stürmte von Startplatz 14 bis auf die fünfte Position. Schumacher und Salman Owega (Köln) fanden sich am Ende auf dem sechsten Platz wieder. Michael und Johannes Kapfinger (beide Team Joos by TwinBusch) belegten mit ihrem Porsche 911 GT3 R die siebte Position. Der Mercedes-AMG GT3 aus dem Haupt Racing Team mit Max Reis (Ramstein) und Kwanda Mokoena (ZA) überquerte auf Rang acht die Ziellinie. Den neunten Platz beanspruchten Alexander Fach (CHE) und Alexander Schwarzer (D) im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech. Die Top-Ten vervollständigten die Schweizer Alain Valente und Jean-Luc D´Auria im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. 

Angriff auf die DTM-Spitze – Aitken mit souveränem Start-Ziel-Sieg

  • Ferrari-Pilot feiert am Samstag auf der Dünen-Achterbahn dritten DTM-Erfolg
  • René Rast holt als Zweiter ersten Podiumsplatz der Saison für BMW
  • Kelvin van der Linde verteidigt Tabellenführung knapp vor Teamkollege Ricardo Feller

Jack Aitken gewann den fünften Saisonlauf in Zandvoort
Foto: dtm.com

Das war eine überzeugende Performance von Jack Aitken (GB). Der Brite gewann im niederländischen Zandvoort am Samstag den fünften DTM-Lauf souverän und rückte dank seines zweiten Saisonerfolgs auf den dritten Rang der Gesamtwertung vor. „Nach drei Rennwochenenden habe ich schon zwei Siege auf dem Konto, das ist großartig. Entscheidend war, dass ich mir direkt nach dem Start einen kleinen Vorsprung herausfahren und das Rennen danach an der Spitze kontrollieren konnte. In der Schlussphase war René Rast öfter in meinem Rückspiegel zu sehen, ich habe mich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen“, erklärte der 28-jährige Ferrari-Fahrer vom Team Emil Frey Racing. Mit einem Rückstand von knapp drei Sekunden wurde René Rast (Bregenz) von Schubert Motorsport Zweiter. Damit sorgte der dreimalige Champion für den ersten Podiumsplatz von BMW in dieser Saison. Arjun Maini (IND) belohnte sich im Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team HRT für seine starken Leistungen im Qualifying mit Rang drei und stand zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere auf dem Podium.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Saisonrennen 5 von 16

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 17 Grad, bewölkt

Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 1:31,762 Minuten

Sieger: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14)

Schnellste Rennrunde: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720S GT3 Evo #25) 1:33,614 Minuten

Der Start auf der Dünen-Achterbahn in den Niederlanden verlief für Pole-Setter Aitken am Samstagmittag planmäßig. Der Brite konnte sich sofort von der Konkurrenz absetzen, lediglich der Qualifikationszweite Clemens Schmid (A) hielt im McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport Tuchfühlung zur Spitze. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Maini, Audi-Pilot Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline) und Lucas Auer (A) vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter. Doch Rast, der als Siebter ins Rennen gegangen war, schaltete nach wenigen Runden auf Angriffs-Modus und kämpfte sich auf Platz vier vor.

Mit einem Vorsprung von knapp vier Sekunden absolvierte Aitken seinen Pflicht-Boxenstopp und ging als Spitzenreiter wieder auf den 4,259 Kilometer langen Formel-1-Kurs. Rast konnte mit einem schnellen Reifenwechsel gegenüber dem Zweiten Schmid über fünf Sekunden gut machen und überholte danach auch Maini, der den zweiten Platz nach einem späteren Boxenstopp mit kalten Pirelli-Reifen gegen den 37-jährigen Routinier nicht verteidigen konnte. Nach 39 Runden wurde Aitken als Erster vor Rast und Maini abgewunken. Schmid überquerte als Vierter die Ziellinie, gefolgt von seinem Landsmann Auer auf Platz fünf.

Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) belegte im BMW M4 GT3 Rang sechs. Sein Teamkollege Marco Wittmann (Fürth) machte nach einer beindruckenden Aufholjagd und mehreren gekonnten Überholmanövern zehn Plätze gut und wurde Siebter. Feller folgte auf Rang acht, Mirko Bortolotti (I) beendete den fünften DTM-Saisonlauf im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance auf Position neun. Die Top-Ten komplettiere Luca Stolz (Brachbach) im zweiten Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team HRT. Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) konnte mit Platz 13 seine Tabellenführung verteidigen – der Fahrer von Abt Sportsline liegt aber nur noch fünf Punkte vor Teamkollege Feller. Zwei Zähler hinter dem Schweizer folgt Aitken auf Gesamtrang drei.

Stimmen zum Rennen

René Rast: „Nach unserer Performance am Freitag sah es überhaupt nicht nach einem Podiumsplatz aus. Wir haben einige Setup-Änderungen vorgenommen, das hat super funktioniert. Ich wusste, dass Arjun Mainis Reifen durch den Boxenstopp noch etwas kälter waren und ich ihn im Duell um den zweiten Platz direkt attackieren muss. Das Rennen hat extrem viel Spaß gemacht.“

Arjun Maini: „Endlich stand ich mal wieder auf dem DTM-Podium, das fühlt sich super an. Mir ist ein guter Start gelungen, dazu verlief der Boxenstopp fehlerfrei. Zwischendrin hatte ich die Hoffnung, dass vielleicht noch mehr drin sein könnte. Allerdings waren Jack Aitken und René Rast am Ende schneller unterwegs.“

Ergebnis, 5. Meisterschaftslauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)

2. René Rast (D/Schubert Motorsport), +2,924 Sekunden

3. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +5,932 Sekunden

4. Clemens Schmid (A/Dörr Motorsport), +10,197 Sekunden

5. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +11,492 Sekunden

Samstag, 8. Juni 2024

Jack Aitken holt Pole für das Samstagsrennen in Zandvoort

Jack Aitken #14 holt Pole für`s Samstagsrennen in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

So schnell umrundete noch kein GT3-Fahrzeug in der DTM den niederländischen Circuit Zandvoort: Jack Aitken gelang im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing beim Zeittraining am Samstagmorgen mit 1:31,762 Minuten eine Fabelzeit. Der ehemalige Formel-1-Pilot blieb als einziger Fahrer unter 1:32.000 Minuten und sicherte sich die dritte Pole-Position seiner DTM-Karriere.

"In meiner ersten schnellen Runde ist mir direkt die Bestzeit gelungen. Der Circuit Zandvoort ist eine anspruchsvolle Strecke, die nicht viele Überholmöglichkeiten bietet. Ich habe den besten Startplatz und freue mich aufs Rennen. Der Sieg ist natürlich das Ziel, um in der Meisterschaft wieder oben heranzurücken", freute sich Aitken nicht nur über seine Top-Leistung, sondern auch drei Punkte für den Qualifikationsschnellsten.

Mit einem Abstand von 0,374 Sekunden wurde Clemens Schmid im McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport Zweiter und bestätigte seine gute Form in Zandvoort. Arjun Maini vom Mercedes-AMG Team HRT belegte Rang drei – damit unterstrich der Inder seine Stärke im Qualifying. Maini fuhr in dieser Saison bis auf eine Ausnahme in allen Zeittrainings in die Top-Fünf. Neben dem 26-Jährigen komplettierte Audi-Pilot Ricardo Feller als Vierter die zweite Startreihe, Lucas Auer steuerte einen zweiten Mercedes-AMG GT3 auf Platz fünf.

Bei kühlen Temperaturen von 14 Grad erzielten Audi-Fahrer und Tabellenführer Kelvin van der Linde sowie Maximilian Paul im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 ihre Bestzeiten im ersten Teil des 20-minütigen Qualifyings. Doch lediglich Paul konnte sich mit dieser Strategie als Neunter unter den Top Ten platzieren. Der Rest des Feldes wartete ab und ging erst spät auf Zeitenjagd. Gut vier Minuten vor Schluss schlug Aitken zu und übernahm mit seiner Sensationsrunde auf dem Dünenkurs die Führung. Kurze Zeit später holte sich Maini Platz zwei, wurde jedoch von Schmid noch auf die dritte Position verdrängt. Das Zeittraining auf dem 4.259 Kilometer langen Formel-1-Kurs in den Niederlanden unterstrich eindrucksvoll das hohe Leistungsniveau in der DTM. Insgesamt 16 Fahrer blieben unter dem bisherigen GT3-Qualifikationsrekord, den Maro Engel im vergangenen Jahr mit 1:32,585 Minuten aufgestellt hatte.

ERGEBNIS QUALIFYING, 5. SAISONLAUF, CIRCUIT ZANDVOORT (Top-Five)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), 1:31,762 Minuten

2. Clemens Schmid (A/Dörr Motorsport), +0,374 Sekunden

3. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +0,447 Sekunden

4. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +0,481 Sekunden

5. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +0,522 Sekunden

Quelle: dtm,com

Seppänen stürmt in Zandvoort zur Pole-Premiere

Mit einer Zeit von 1:33,096 Minuten feierte der Finne Elias Seppänen (Landgraf Motorsport) im Samstags-Qualifying auf dem Circuit Zandvoort seine erste Pole-Position im ADAC GT Masters. „Ich bin mega stolz auf diesen Erfolg. Es bedeutet mir sehr viel und fühlt sich einfach super an. Im Rennen wollen wir die tolle Ausgangslage nutzen und uns den zweiten Saisonsieg sichern“, sagte der glückliche Pole-Setter. Im Rennen teilt sich der Skandinavier den Mercedes-AMG GT3 mit seinem Teamkollegen Tom Kalender (Hamm/Sieg), an den er das Steuer zur Rennmitte übergibt. 

Als Zweiter mit nur 0,024 Sekunden Rückstand auf die Pole-Position platzierte David Schumacher den Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team. Der 22-Jährige geht zusammen mit Salman Owega (Köln) auf Erfolgsjagd. Auf dem dritten Rang beendeten Benjamin Hites (Chile) und Tim Zimmermann (Langenargen) das Qualifying im Grasser-Lamborghini vor einem weiteren Mercedes-AMG von Jannes Fittje (Langenhain) und Finn Wiebelhaus (Obertshausen/beide Haupt Racing Team). Die Top-5 komplettierte das Schweizer Ferrari-Duo Alain Valente und Jean-Luc D´Auria vom Team Emil Frey Racing. 

Am frühen Samstagmorgen startete das erste Zeittraining auf der 4,259 Kilometer langen Strecke mit einer Außentemperatur von 14 Grad Celsius. In der ersten Hälfte setzte der Polcher Juliano Holzem in seinem Audi R8 LMS GT3 von Land-Motorsport die erste schnelle Runde. Im weiteren Verlauf wechselten sich mehrere Piloten an der Spitze der Zeitenliste ab und sorgten für spannende Momente. Kurz vor dem Ende der Session gelang Seppänen die beste Rundenzeit, die gerade einmal 0,053 Sekunden langsamer als der bislang geltende Qualifyingrekord von Ricardo Feller (CHE) aus dem Jahr 2021 war. 

Benjamin Hites setzt Tagesbestzeit am Freitag

Auf dem niederländischen Circuit Zandvoort markierte der Chilene Benjamin Hites vom Team Grasser Racing am Freitag die schnellste Runde der beiden Freien Trainings im ADAC GT Masters. In seinem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 schlug er die Bestzeit von David Schumacher (Salzburg/Haupt Racing Team) aus dem Training am Morgen mit gerade einmal 0,013 Sekunden Vorsprung. „Die Strecke passt perfekt zu meinem Fahrstil. Ich fühle mich sehr wohl in Zandvoort und sehe gute Chancen, um im Qualifying und im Rennen ganz vorne dabei zu sein“, sagte der Südamerikaner. Zusammen mit dem Langenargener Tim Zimmermann teilt sich Hites den Sportwagen aus Sant'Agata Bolognese.

Bei einer Asphalttemperatur von 21 Grad Celsius absolvierten die Piloten des ADAC GT Masters am Freitagmorgen die ersten Meter auf dem niederländischen Nordseekurs. Dabei legte Schumacher im Mercedes-AMG GT3 mit einer Zeit von 1:34,434 Minuten die erste Benchmark. Der Youngster, der zusammen mit dem Vorjahresmeister Salman Owega (Köln) an den Start geht, zeigte sich zufrieden: „Das Auto lief bereits sehr gut. Die schnellen Passagen in Zandvoort liegen dem Mercedes. Ich denke, wir können am Samstag stark auftreten.“ Letztlich reichte die Zeit von Schumacher für die zweite Position im Tagesranking. Bei deutlich höheren Streckentemperaturen von 37 Grad Celsius unterbot Hites die Rundenzeit kurz vor dem Ende der zweiten Session knapp. Den dritten Rang beanspruchten Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FIN) im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport vor dem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von Simon Connor Primm (Großschirma) und Jonas Greif (Coswig/beide Paul Motorsport). Die Top-5 komplettierten die Kapfinger-Zwillinge Michael und Johannes in ihrem Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by Twin Busch.

Freitag, 7. Juni 2024

Überraschung in Zandvoort: Paul holt erste Pole in der DTM

  • Dresdner geht am Sonntag zum ersten Mal von Platz eins aus in ein DTM-Rennen
  • Lokalmatador Thierry Vermeulen sichert sich im Zeittraining in Zandvoort Platz drei
  • Fahrerfeld liegt beim Qualifying am Freitagnachmittag innerhalb von neun Zehntelsekunden

Maximilian Paul setzte die Bestzeit beim Qualifying in Zandvoort
Foto: dtm.com

Das war ein erfolgreicher Ritt durch die Dünen von Zandvoort: Maximilian Paul (Dresden) holte am Freitagnachmittag im vorgezogenen Zeittraining für das Sonntagsrennen die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere. Der Lamborghini-Pilot vom Team Paul Motorsport fuhr auf dem 4,259 Kilometer langen Formel-1-Kurs mit 1:32,780 Minuten die absolute Bestzeit. „Als neues Team in der DTM beim dritten Wochenende auf die Pole zu fahren, ist richtig stark und die Belohnung für unsere harte Arbeit. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen, das Niveau im Feld ist mit den vielen Werksfahrern sehr hoch. Fürs Rennen heißt es, cool bleiben und Gas geben“, freute sich der Pole-Setter. Neben Paul geht dessen Markenkollege Mirko Bortolotti (I) von SSR Performance von Rang zwei aus in den sechsten Saisonlauf der DTM. „Bis zur letzten Kurve war es eigentlich eine perfekte Runde. Da hatte ich leider einen kleinen Fehler drin, der mich wahrscheinlich die Pole-Position gekostet hat. Unterm Strich ist das Qualifying aber super gelaufen“, zeigte sich auch der Italiener zufrieden.

Hinter den beiden Lamborghini Huracán GT3 Evo2 stehen die Ferraris von Emil Frey Racing in Startreihe zwei. Lokalmatador Thierry Vermeulen (NL) wurde zur Freude seiner heimischen Fans Dritter und blieb zusammen mit den beiden Erstplatzierten als einziger Fahrer unter der 1:33,000-Minuten-Marke. Der Niederländer: „Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis. Es wäre ein Traum, bei meinem Heimspiel in Zandvoort mein erstes DTM-Rennen zu gewinnen. Dafür werde ich alles geben. Die Strecke macht einfach großen Spaß. Mit einem GT3-Fahrzeug durch die Steilkurven zu fahren, ist etwas Besonderes.” Sein Teamkollege Jack Aitken (NL) beendete das Zeittraining auf Rang vier. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT) zeigte ebenfalls eine starke Leistung und steuerte seinen Mercedes-AMG GT3 auf Position fünf.

Beim Qualifying auf der niederländischen Dünen-Achterbahn in Zandvoort erzielten drei Fahrer in den ersten zehn Minuten auf freier Strecke ihre Bestzeiten. Für die beiden BMW-Piloten Sheldon van der Linde (ZA) und René Rast (Bregenz) von Schubert Motorsport ging diese Taktik nicht auf. Tabellenführer Kelvin van der Linde (ZA) konnte im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline mit Rang sieben noch Tuchfühlung zu den Top-Fünf halten. Der Rest des Feldes ging in der Schlussphase des 20-minütigen Qualifyings auf die Jagd nach der schnellsten Runde. Vier Minuten vor Ende fuhr Bortolotti als erster Fahrer eine Zeit von unter 1:33,000 Minuten und setzte sich an die Spitze. Wenig später konterte Paul und übernahm die Führung. Nur 20 Sekunden danach erzielte Vermeulen seine Bestmarke. Wie schon im Freien Training waren die Abstände minimal. Den Ersten und den Letzten des Feldes trennten nur 0,845 Sekunden.

Der sechste Meisterschaftslauf mit Pole-Setter Paul beginnt am Sonntag um 16.30 Uhr. Hintergrund dieses veränderten Zeitplans ist der Vortest der 24 Stunden von Le Mans, an dem mehrere DTM-Fahrer teilnehmen. Dank der angepassten Startzeit können die Piloten in Le Mans ihre vorgeschriebenen Pflichtrunden absolvieren. Das Samstagsrennen startet wie gewohnt um 13.30 Uhr. Bereits um 9.50 Uhr gehen die DTM-Stars für das Qualifying auf die Strecke. Die Session gibt es live auf ran.de zu sehen. ProSieben zeigt alle 16 Saisonrennen live im Free-TV, die Übertragungen beginnen jeweils eine halbe Stunde vor dem Rennstart. Insgesamt werden die DTM-Läufe in über 150 Territorien live oder re-live ausgestrahlt.

Ergebnis Qualifying, 6. Saisonlauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Maximilian Paul (D/Paul Motorsport), 1:32,780 Minuten

2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +0,109 Sekunden

3. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +0,198 Sekunden

4. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), +0,266 Sekunden

5. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +0,273 Sekunden


Drei Fragen an den jüngsten Fahrer der Geschichte des ADAC GT Masters: Tom Kalender

Den Mercedes-AMG GT3 teilt sich Tom Kalender mit seinem finnischen Teamkollegen Elias Seppänen. 
Foto: Jens Hawrda

Beim Saisonstart des ADAC GT Masters im Rahmen der DTM in Oschersleben vom 26. bis 28. April schrieb Tom Kalender (GER) ein kleines Stück deutsche Motorsportgeschichte. Im Mercedes-AMG GT3 von LANDGRAF Motorsport an der Seite des amtierenden Meisters Elias Seppänen (FIN) gab er am Samstag sein Debüt. Im Alter von 16 Jahren und 31 Tagen wurde er zum jüngsten Fahrer in der Geschichte des ADAC GT Masters. Am darauffolgenden Tag machte er sich durch den Triumph im zweiten Rennen auch zum jüngsten Sieger in der 18-jährigen Historie der prestigeträchtigen Meisterschaft. Die Rennserie ist damit älter als Kalender selbst. Vor der zweiten Saisonveranstaltung auf dem Circuit Zandvoort am kommenden Wochenende sprach der Newcomer im Interview über seinen Einstand nach Maß.

Du hast Oschersleben Unglaubliches erreicht – du bist als jüngster Fahrer im ADAC GT Masters gestartet, hast dein erstes Rennen als Zweiter beendet und dein zweites direkt gewonnen. Wie hast du das alles erlebt, wie hast du dich vorbereitet und wie fühlt sich das mit etwas Abstand an?

Tom Kalender: „Als wir in Oschersleben ankamen, war ich zunächst völlig überwältigt von dem Team-Aufgebot – vier LKW, eine große Hospitality, ein Cateringfahrzeug und über 20 Personen, die nur für Elias und mich angereist waren. Das war alles neu für mich und so etwas hatte ich wirklich nicht erwartet. Auf der einen Seite fühlte ich mich durch die ganzen Umstände sehr geehrt. Aber es kamen auch Gedanken auf, wie ‘Was ist, wenn ich den Anforderungen nicht gerecht werde, einen technischen Defekt habe oder einen Fahrfehler mache?‘. Vor Oschersleben hatte ich nur wenige Testtage im Mercedes-AMG GT3. Als dann am Donnerstagmorgen der Test begann, habe ich mich nur noch auf mein Auto und mein Team konzentriert. Ich habe gemerkt, dass das gesamte Team absolut professionell und fokussiert arbeitet, das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Die Stimmung war das ganze Wochenende über bestens. Das passende Umfeld ist für mich sehr wichtig, weil ich weiß, dass die Ingenieure, Mechaniker und Teamchefs genauso beteiligt sind wie ein guter Fahrer. Wir alle waren total motiviert. Auf die Rennen vorbereitet habe ich mich vorab mit Simulatortraining und mit Ausdauer- und Fitnesstraining sowie Kraft- und Reaktionstraining. Vor Ort hat unser Ingenieur die Streckenführung, Besonderheiten und Boxenstrategie genauestens mit uns besprochen. Mit etwas Abstand betrachtet bin ich sehr stolz auf das gute Resultat. Es war mein erstes Rennen in einem GT3-Fahrzeug. Mir ist es gelungen, mich gegen erheblich erfahrenere Piloten, die teilweise schon mehrere Jahre in höheren Serien unterwegs waren, durchsetzen.“

Wann hast du gemerkt, dass das ein erfolgreiches Wochenende für dich, Elias und das gesamte Team werden kann?

Tom Kalender: „Ich habe sofort am Donnerstag gemerkt, dass Elias und ich sehr schnell unterwegs waren. Wir konnten gute Zeiten fahren und haben Selbstvertrauen getankt. Das erste Qualifying am Samstag sollte Elias als der erfahrenere Fahrer von uns beiden fahren. Als er das Qualifying auf Platz drei beendete, wusste ich, dass wir konkurrenzfähig sind. Das Rennen konnten wir dann nach einem sehr guten Boxenstopp auf dem zweiten Platz beenden. Von diesem guten Ergebnis war ich völlig überwältigt und überglücklich. Das hat mich aber für den Sonntag motiviert. Ich wusste, dass eine Top-3-Platzierung möglich war. Mit nur 0,031 Sekunden Rückstand auf David Schumacher konnte ich das Qualifying auf Platz zwei beenden. Da wurde mir bewusst, dass ich mich auch als jüngster Fahrer der Geschichte gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte. Durch ein perfektes Rennen konnten wir dann im zweiten Rennen den Sieg einfahren. Elias hat mir das gesamte Wochenende über extrem geholfen. Wir sind in den letzten Wochen gute Freunde geworden. Er kommt mich öfters besuchen und wir bereiten uns gemeinsam am Simulator auf die Rennen vor. Ich schätze seine Ausgeglichenheit und seine Ruhe. Er hat letztes Jahr das ADAC GT Masters gewonnen und gibt mir viele gute Tipps. Wir teilen beide die Einstellung, unser Ego in den Hintergrund zu stellen, denn wir wissen, dass wir nur als Team erfolgreich sein können. Mit Elias habe ich den für mich besten Fahrer gefunden. An dem Sieg waren aber nicht nur Elias und ich beteiligt, sondern das gesamte Team mit Mechanikern, die das Auto absolut perfekt vorbereitet haben und den Ingenieuren, die das optimale Setup für das Auto gefunden und eine perfekte Boxenstrategie entwickelt haben.“

Wie waren die Reaktionen auf deinen Erfolg und wie sehr motiviert dich das?

Tom Kalender: „Das gesamte Team war überglücklich. Damit hätte niemand gerechnet. Zu Hause gab es eine Flut von Glückwünschen von Freunden, Bekannten und Verwandten. Es wurde auch viel in lokalen Zeitungen und Motorsportmedien berichtet. Das macht mich sehr stolz und glücklich. Ich betreibe den Motorsport seit meinem vierten Lebensjahr und mein großes Ziel war es immer, Profirennfahrer zu werden. Momente wie die in Oschersleben ermutigen und motivieren mich, immer weiterzumachen und noch härter an meiner Rennfahrerkarriere zu arbeiten. Die ganzen Reaktionen haben mir noch einmal klar gemacht, dass wir jetzt die Rolle der Gejagten einnehmen. Deswegen durften wir uns nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern mussten uns direkt im Anschluss auf das nächste Rennen in Zandvoort am kommenden Wochenende vorbereiten.“

Quelle: adac-motorsport

Lucas Auer Schnellster im Freien Training in Zandvoort

Lucas Auer Schnellster am Freitag in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

Starker Auftakt von Lucas Auer beim ersten Auslandsstopp der DTM in Zandvoort: Der Österreicher fuhr im Freien Training am Freitag mit 1:33,078 Minuten die schnellste Runde. Der Mercedes-AMG-Pilot erzielte in der zweiten Session am Mittag die Bestzeit auf dem niederländischen Formel-1-Kurs. "Wir haben vom ersten zum zweiten Freien Training einen guten Schritt gemacht. In der DTM wird aber bis zum Schluss hart gepokert. Daher bin ich gespannt, was im Qualifying für uns geht. Die Startposition ist in Zandvoort sehr wichtig, weil das Überholen hier schwierig ist", sagte Auer. Nur 0,050 Sekunden langsamer als der Fahrer vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter war sein Landsmann Clemens Schmid im McLaren 720S GT3 Evo. Hinter dem Piloten von DTM-Neueinsteiger Dörr Motorsport folgte Tabellenführer Kelvin van der Linde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf Rang drei. Marco Wittmann steuerte seinen BMW M4 GT3 auf Platz vier, Mirko Bortolotti wurde im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance Fünfter.

Bei Asphalt-Temperaturen von 34 Grad waren die Rundenzeiten im zweiten Freien Training wesentlich schneller als in der ersten Session. Kelvin van der Linde machte von Beginn an Druck und setzte in seinem vierten Umlauf die vorläufige Bestzeit. Auer übernahm in seiner zwölften Runde die Spitze und auch Schmid konnte sich wenig später noch vor den DTM-Tabellenführer auf Platz zwei schieben. Die Abstände waren jedoch extrem eng, alle Fahrer lagen innerhalb von sieben Zehntelsekunden. Im ersten Freien Training am Morgen gelang Nicki Thiim von SSR Performance die schnellste Zeit. "Mein letztes Rennwochenende in Zandvoort liegt einige Jahre zurück. Der Däne in den Dünen, das fühlt sich fast wie zu Hause an. Die Strecke macht unglaublich Spaß. Ich hoffe, dass wir an diesen guten Auftakt anknüpfen können", erklärte der Lamborghini-Pilot.

Am heutigen Freitag geht es für die DTM-Stars noch ein drittes Mal auf die Strecke: Um 17 Uhr steigt das Qualifying für den Sonntagslauf. Die Session wird live im Stream auf ran.de gezeigt. Hintergrund dieses veränderten Zeitplans ist der Vortest der 24 Stunden von Le Mans, an dem mehrere DTM-Fahrer teilnehmen. Dank des Zeittrainings am Freitag und der angepassten Startzeit für das Rennen am Sonntag (16.30 Uhr) können die Piloten in Le Mans ihre vorgeschriebenen Pflichtrunden absolvieren. Der Meisterschaftslauf am Samstag startet wie gewohnt um 13.30 Uhr. 

Quelle: dtm.com

Donnerstag, 6. Juni 2024

Comeback in Zandvoort: ADAC GT Masters nimmt Kurs auf die niederländische Küste

  • Rückkehr an die Nordsee verspricht packenden Motorsport
  • Oosten fiebert seinem Heimspiel auf dem Circuit Zandvoort entgegen
  • Rennaction vom zweiten Saisonstopp läuft live auf Sport1

Foto: Jens Hawrda

Keine Erholung für die Fahrer des ADAC GT Masters im Urlaubsort: An der niederländischen Nordseeküste geht das ADAC GT Masters in Zandvoort im Rahmen der DTM vom 7. bis 9. Juni in die zweite Runde. Auf dem anspruchsvollen Dünenkurs mit seinen Steilkurven gilt es dann wieder volle Konzentration zu bewahren. Als Tabellenführer reisen Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FI, beide Landgraf Motorsport) im Mercedes-AMG an die Strecke westlich von Amsterdam. Der aktuell zweitplatzierte und Sieger beim Saisonstart, Maxime Oosten (Niederlande/FK Performance) blickt erwartungsvoll auf sein Heim-Event im BMW M4 GT3: „Die herausfordernden Passagen, die Nähe zum Meer und die vielen fantastischen Fans schaffen immer eine großartige Atmosphäre. Dort zu gewinnen, wäre für mich ein besonderes Erlebnis.“ Die Meisterschaftsläufe drei und vier gibt es am Samstag ab 15:15 Uhr sowie Sonntag ab 13:25 Uhr live auf Sport1 im deutschen Free-TV zu sehen.

Nach einer einjährigen Pause kehrt das ADAC GT Masters mit insgesamt sieben verschiedenen Premiumherstellern auf die aktuelle Formel-1-Rennstrecke von Zandvoort zurück. Ein spektakuläres Comeback auf dem Küstenkurs ist garantiert, denn mit seinen blinden Kuppen und den Steilkurven hat der Circuit Zandvoort einiges zu bieten. Zum Favoritenkreis in den Niederlanden zählen vor allem Seppänen und Kalender im Mercedes-AMG GT3, die auch in der „Road to DTM“-Wertung die Nase vorne haben. „Nach dem super Saisonstart wollen wir auch in Zandvoort wieder voll angreifen und das Maximale aus unserem Fahrzeug herausholen. Tom und ich sind hoch motiviert und startklar für die zweite Runde“, sagt Seppänen, der als letztjähriger Champion die Titelverteidigung anstrebt.

Motiviert ist auch David Schumacher. Der 22-Jährige holte beim Saisonstart in Oschersleben eine Pole-Position, Technikpech vereitelte jedoch ein gutes Ergebnis. Gemeinsam mit Titelverteidiger Salman Owega will der Sohn von Ex-Formel-1- und DTM-Fahrer Ralf Schumacher nun in Zandvoort im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team das erste Podium einfahren. Dieses Ziel verfolgen auch die Teams von Aston Martin und Lamborghini, die in Oschersleben ohne Podestplatzierung blieben.

Ebenfalls gute Chancen rechnen sich Leon Köhler (Erlenbach am Main) und sein Teamkollege Oosten aus. Das Duo verbuchte genauso wie Kalender/Seppänen beim Auftakt einen Sieg. An den letzten Auftritt in Zandvoort des ADAC GT Masters im Jahr 2022 erinnert sich vor allem das Team Emil Frey Racing gerne zurück. Damals gewann die Mannschaft aus der Schweiz beide Rennen. Seit dieser Saison vertraut die Equipe aus Safenwil im ADAC GT Masters auf den Ferrari 296 GT3 und die Dienste des Schweizer Duos Jean Luc´Auria und Alain Valente.

DTM und Meer: Wer jubelt in den Dünen von Zandvoort?

  • Ricardo Feller reist als Sieger des ADAC Ravenol 24h Nürburgring an die Nordsee
  • Lokalmatador Thierry Vermeulen: „Werden viele Überholmanöver sehen“
  • Zweimaliger Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä debütiert auf der DTM-Plattform

Foto: Jens Hawrda

Vollgas mit Meerblick: Am kommenden Wochenende (7. bis 9. Juni) sorgt die DTM für ein Strand-Spektakel an der niederländischen Nordseeküste. Als Spitzenreiter fährt der Südafrikaner Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) zum dritten Tourstopp am Circuit Zandvoort. Auf dem Formel-1-Kurs mitten in den Sanddünen darf sich der Audi-Pilot allerdings keinen Ausrutscher erlauben. Titelverteidiger Thomas Preining (A) ist pünktlich zum Gastspiel westlich von Amsterdam in Form und hat im Porsche 911 GT3 R als Tabellenzweiter nur acht Punkte Rückstand. Zu Kelvin van der Lindes härtesten Verfolgern zählt auch sein eigener Teamkollege Ricardo Feller (CH), der als Dritter ebenfalls voll in Schlagdistanz liegt und am vergangenen Wochenende das ADAC Ravenol 24h Nürburgring gewonnen hat. Neben den DTM-Stars in Zandvoort erstmals im Rahmen der DTM unterwegs: der zweifache Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä, der sein Renndebüt auf der Rundstrecke im Porsche feiert. Das Samstagsrennen der DTM wird um 13.30 Uhr gestartet, der Lauf am Sonntag beginnt später als gewohnt um 16.30 Uhr. ProSieben zeigt die Action aus Zandvoort live im deutschen Free-TV und geht jeweils eine halbe Stunde vor Rennbeginn auf Sendung.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 5 und 6 von 16

Streckenlänge: 4.259 Meter

Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2023, Rennen 1: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes-AMG GT3)

Sieger 2023, Rennen 2: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2)

Preining gegen das Audi-Duo

Kelvin van der Linde ist nach Sieg und der Tabellenführung zuletzt am Dekra Lausitzring motiviert für das Holland-Gastspiel: „Der Sieg am Lausitzring hat uns als Team zusätzliche Energie gegeben. Wir reisen mit großer Motivation nach Zandvoort. Das ist eine Strecke wie zu alten Zeiten, wo jeder Fehler bestraft wird. Am besten gefällt mir der zweite Sektor, wenn es den Berg hoch geht und dann die schnelle Rechtskurve folgt. Da ist es meistens echt am Limit und der Fahrer kann einen großen Unterschied machen“, sagt Kelvin van der Linde. Auch Preining vom Team Manthey EMA ist nach dem schwachen Auftakt in Oschersleben in Form. Der Tabellendritte Feller stand 2023 in Zandvoort ganz oben auf dem Treppchen und möchte auch in diesem Jahr wieder dorthin. Sein hartes Manöver gegen Kelvin van der Linde in der Lausitz machte deutlich, dass auch der Teamkollege im Kampf um Positionen und Punkte nicht geschont wird. Trotz seiner angriffslustigen Fahrweise ist Feller zusammen mit Preining als einziger DTM-Pilot in den zurückliegenden 20 Rennen immer in die Punkte gefahren.

Engel glänzt mit Aufholjagten, Bortolotti und Sheldon van der Linde brauchen Top-Resultate

Den Sprung nach ganz oben auf das Podium in Zandvoort will Vorjahressieger Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward) schaffen. Zweimal fuhr Engel in dieser Saison bereits aufs Podium, und das jeweils nach mäßigen Positionen im Qualifying mit einer starken Aufholjagd. Insgesamt machte er in den bisherigen vier Rennen 35 Positionen gegenüber dem Qualifying gut. Vergangene Saison feierte der Routinier in Zandvoort seinen zweiten DTM-Erfolg – auch in diesem Jahr ist mit dem versierten Taktiker zu rechnen. Zu seinen Gegnern zählt dabei Mirko Bortolotti (I). Der Lamborghini-Werksfahrer von SSR Performance benötigt konstantere Leistungen, wenn er sich vom fünften Rang an die Spitze heranarbeiten möchte. Die Top-Plätze hat auch Sheldon van der Linde im Blick. Der Südafrikaner liegt als bester BMW-Pilot von Schubert Motorsport auf der siebten Position. Ein zweiter Rang wie vergangenes Jahr in Zandvoort wäre für den DTM-Champion von 2022 ein Befreiungsschlag.

Der Lokalmatador möchte für tolle Show sorgen

Lokalmatador Thierry Vermeulen freut sich als einziger Niederländer im DTM-Feld auf sein Heimspiel. „Vor den Augen meiner Familie, Freunde und Partner zu fahren, ist immer etwas Besonderes“, sagt der 21-Jährige, der im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing antritt. „Zandvoort ist eine echte ‚Old-School-Rennstrecke‘ und ich bin mir sicher, dass wir viele Überholmanöver sehen werden. Meine Vorfreude auf das Wochenende ist riesig. Ich werde alles geben und hoffe, dass wir den vielen Fans eine tolle Show bieten.“

ADAC GT Masters, Markenpokal-Action und Formel-Debüt

Mit einem prominenten Namen gibt der Porsche Carrera Cup Benelux seine Saisonpremiere auf der DTM-Plattform. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä startet erstmal in seiner Karriere auf der Rundstrecke und pilotiert einen Porsche 911 GT3 Cup vom Team Red Ant Racing. In der Saison 2022 kürte sich der heute 23-jährige Finne in der FIA World Rally Championship zum jüngsten Gesamtsieger aller Zeiten. Vergangenes Jahr gelang Rovanperä bei der Central European Rally in Deutschen, Österreich und Tschechien die WM-Titelverteidigung. In Zandvoort möchte der Rallye-Star sein Talent im Rundstreckenrennen zeigen.

Auch der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland zählt in den Niederlanden zum Rahmenprogramm. Nach einjähriger Pause feiert das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende sein Zandvoort-Comeback. Zwei Rennen mit sieben Premiumherstellern versprechen beste Unterhaltung. Zum ersten und einzigen Mal in dieser Saison ist die Formula Regional European Championship by Alpine bei der DTM dabei. Zwei Meisterschaftsläufe trägt die Formel-3-Serie an der Nordsee aus. Karten für das DTM-Rennwochenende in Zandvoort gibt es online unter dtm.com bereits ab 39 Euro. Sowohl der Zugang ins Fahrerlager als auch der Pitwalk ist für alle Ticketbesitzer kostenlos – perfekt für Autogrammjäger und Selfies mit den DTM-Stars.


Zusammenfassung IDM Rennwochenende in Oschersleben

Doppelsiege und eine Premiere

Doppelsiege, ein Wechsel in der Tabellenführung und Wetterwarnungen, die sich nicht bestätigten. Der zweite Saison-Event der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Motorsport Arena Oschersleben hatte in jeder Hinsicht etwas zu bieten. Besonders in der Top-Klasse IDM Superbike ging es turbulent zu.

Foto: Jens Hawrda

Dass sich der Kampf in den beiden Superbike-Läufen vorwiegend zwischen Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW) und Florian Alt (HRP-Honda) stattfinden würde, war vorauszusehen. Dass der Ukrainer das erste Rennen aber mit sechs Sekunden Vorsprung in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen würde, kam doch überraschend. Der 27-jährige dreifache Meister funktionierte im Gegensatz zum Vorjahr wie ein Uhrwerk. Vor zwölf Monaten hatte er in Oschersleben mit Stürzen in beiden Superbike-Läufen eine herbe Schlappe einstecken müssen. Heute lief es für ihn hervorragend, „obwohl ich am Anfang nicht wusste, ob ich pushen soll oder nicht.“ Bei Honda-Titelverteidiger Alt hatte nach der Hälfte der Distanz der Reifen Schwierigkeiten gemacht. „Seit den Rennen auf dem Sachsenring haben wir ein neues Fahrwerk. Bis zum zweiten Rennen werden wir noch Kleinigkeiten verändern.“ Dritter in der höchsten deutschen Motorradrennsportklasse wurde Mikhalchiks Teamkollege Bálint Kovács aus Ungarn, der zum ersten Mal in seiner Superbike-Karriere auf dem Podest stand.

Wer an der Spitze fehlte, war Patrick Hobelsberger auf der GERT56-BMW. Der als Tabellenführer angereiste Bayer musste das Rennen nach einem Desaster in der Qualifikation aus der fünften Reihe in Angriff nehmen. Nach 18 Runden kam er als Sechster ins Ziel. Gleichzeitig war sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf einen einzigen Punkt geschrumpft.

Im zweiten Lauf profitierte der Bayer vorn einem sensationellen Start. Innerhalb von wenigen Sekunden wirbelte er vom 14. Platz auf die sechste Position im Feld. Aber es war ein Frühstart gewesen, stellte die Rennleitung fest. Der BMW-Fahrer wurde mit einer doppelten Long Lap bestraft. Weil er nicht alle Regeln einhielt und weitere Strafen erfolglos blieben, „hat das zur Disqualifikation geführt und für Hobelsberger wurde die schwarze Flagge zum Verlassen der Strecke geschwenkt“, sagte Rennleiter Ottmar Bange abschließend.

Der Sieg im zweiten Lauf ging wie schon im ersten Rennen an Mikhalchik, der noch loswerden wollte: „Ich habe an diesem Wochenende auch den Rundenrekord geknackt, wenn auch nur im Training.“ Der Vorsprung zu Alt war mit 1,429 Sekunden Vorsprung deutlich knapper. Der deutsche Honda-Treiber fuhr trotz des Doppelsiegs der Konkurrenz als neuer Meisterschafts-Führender nach Hause. Der Nordrhein-Westfale hatte beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring schon ordentlich Punkte gebunkert. Zum Zweiten Mikhalchik besteht nur ein kleines Polster von zwei Zählern. Dritter ist Lorenzo Zanetti (Ducati Frankfurt). Der Italiener nahm zwei siebte Plätze aus Oschersleben mit. Hobelsberger rutschte von der Spitze auf den vierten Tabellenrang ab. Fünfter ist Toni Finsterbusch (GERT56, BMW) und Kovács als Sechster machte zwei Positionen gut. Er war auch im zweiten Lauf aufs Siegerpodest gefahren.

In der Supersportklasse gab es den ersten Triumph-Sieg in der IDM-Geschichte. Der Doppelsieg von Luca de Vleeschauwer war eine faustdicke Überraschung. Der Belgier war eine Woche vor dem Rennen auf dem gleichen Kurs heftig gestürzt und bis zum Donnerstag wusste niemand, ob er überhaupt antreten würde. Der 21-Jährige vom Team MotoLife hatte am ganzen Körper Prellungen und grüne und blaue Flecken. Doch er biss die Zähne zusammen und arbeitete sich jeweils vom fünften Startplatz nach vorn. Der favorisierte Österreicher Andreas Kofler (Yamalube Kofler) konnte nichts dagegen machen, die IDM-Führung behielt er trotzdem. Zweimal aufs Podium kam Lennox Lehmann, der schon Dritter in der Gesamtwertung ist. Dabei ist der Dresdner noch ein Neuling in der IDM Supersport, wenn auch mit einer beachtlichen Karrierebilanz in kleineren Klassen.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 dominierte der Niederländer Jeffrey Buis vom Team Freudenberg KTM-PALIGO Racing vor seinen Teamkollegen Ruben Bijman und Oliver Svendsen. Am zweiten Renntag wiederholte Buis seinen Triumph, dieses Mal vor Svendsen und dem KTM-Piloten Philipp Tonn. Trotz des Doppelsieges von Buis konnte Svendsen die Gesamtführung in der Meisterschaft weiter behaupten.

Ein Highlight jagte das andere, umrahmt von vier Cup-Klassen, in denen sich Junioren und gestandene Männer behaupten. In drei Wochen geht es weiter. Vom 21. bis 23. Juni gastiert die IDM im tschechischen Most.


Ein Doppelsieg und vier Pokale für das Team Champion-Alpha-Van Zon-BMW

Volle Punkteausbeute Für Ilya Mikhalchik in Oscherleben
Foto: Jens Hawrda


Das Team Champion-Alpha-Van Zon-BMW war am vergangenen Wochenende wieder auf Tour. In der Motorsport Arena Oschersleben traf man sich mit der Superbike-Konkurrenz der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM zur zweiten Runde der Saison 2024. Die Erfolgsmannschaft um Teamchef Werner Daemen trat mit dem dreifachen Champion Ilya Mikhalchik aus der Ukraine, dem Österreicher Philipp Steinmayr, dem Deutschen Max Schmidt und dem Ungarn Bálint Kovács an. Jan Mohr war dieses Mal nur als Maskottchen dabei. Der Österreicher hatte sich bei Testfahrten im Vorfeld eine Verletzung am Schulterblatt zugezogen und musste in Oschersleben bei der Punktejagd aussetzen.

Ilya Mikhalchik hatte sich schon gut eine Woche vor dem IDM-Event bei einem Test auf der Strecke von Oschersleben warmgefahren und konnte entsprechend gut vorbereitet in das IDM-Wochenende starten. Am Freitag konnte er in den Freien Trainings und dem Pre-Practice für die Superpole mit den schnellsten Zeiten im 28 Mann starken Feld auftrumpfen. Am Samstag wurden auch das dritten Freie Training und die Superpole eine Beute des ukrainischen Titeljägers. «Ich bin happy», versicherte Mikhalchik, nachdem er den Vorjahres-Rekord pulverisiert hatte und sich mit 1.24,307 min die Pole-Position gesicherte hatte. «In dieser Runde habe ich im letzten Sektor sogar noch einen Fehler gemacht. Endlich fühle ich mich besser, ich war die ganze letzte Woche krank.» Sein Verhältnis zur Rennstrecke hat Mikhalchik, der im Vorjahr mit zwei Stürzen in zwei Rennen wohl seinen persönlichen IDM-Tiefpunkt erlebte, inzwischen geklärt. «Ich bin klar im Kopf», versicherte der Polesetter. «Ich mag die Strecke und die Strecke mag mich. Im Vorjahr habe ich viel gelernt und nutze diese Erfahrungen für die Zukunft.»

Im Rennen 1 fuhr der BMW-Pilot weiter auf der Erfolgswelle. Guter Start, Führung und am Ende ein Start-Ziel-Sieg mit sechs Sekunden Vorsprung vor einem seiner schärfsten Rivalen beim Kampf um die Meisterkrone, Florian Alt. Und das alles bei leichtem Nieselregen. «Das Rennen war nicht leicht und nicht schwer», so das Urteil des Siegers. «Irgendwas zwischendrin. Am Anfang schwankte ich zwischen Pushen und Warten. Ich habe mich dann ganz auf mich konzentriert. Der Reifen ging am Ende ein wenig ein, aber mein Vorsprung hat gepasst. Danke an mein Team, die mich mit ihren guten Vibes wieder nach vorne gebracht haben.» Weil es so schön war, schnappte sich Mikhalchik auch im zweiten Rennen den dicksten Pokal. Doch dieses Mal hatte er es ein wenig spannender gestaltet als noch am Vormittag. Lange war er in der Vier-Mann starken Spitzengruppe unterwegs, bevor er den ersten Platz übernahm und bis zur schwarz-weiß karierten Flagge uneinholbar vorne lag. «Toll», beschreibt der Ukrainer sein Gefühl, nachdem er von seiner aus Kiew angereisten Mutter und seiner Frau im Ziel in Empfang genommen worden war. «Oschersleben ist nicht meine Lieblingsstrecke, aber ich habe versucht, sie zu mögen. Klar hatten wir auf das Ergebnis gehofft. Und es war perfekt. Pole-Position, Rundenrekord und der Doppelsieg.» Damit ist Mikhalchik auch wieder erfolgreich zurück im Kampf um die Meisterschaft.


Bálint Kovács hatte beim gemeinsamen Test mit seinen Kollegen im Vorfeld des IDM-Wochenendes schon ordentlich rangeklotzt und strahlte am Freitagabend übers ganze Gesicht. «Ein Super-Tag», freute er sich. «Ich war die ganze Zeit vorne mit dabei, mit der drittbesten Zeit im Superpole Pre-Practice, und ich habe mich direkt für die Superpole 2 qualifiziert. Ich hatte ehrlich gesagt noch nie so einen guten Freitag in der IDM. Es hat einen großen Unterschied gemacht, die Strecke und das Motorrad vorher zu testen.» Am Samstag schlug sich der Ungar ebenfalls wacker und durfte sich nach der Superpole über den vierten Startplatz freuen.

Diesen Platz in der zweiten Reihe nutze Kovács im ersten Rennen dann perfekt. Auch wenn sein Teamkollege Ilya Mikhalchik und Florian Alt an der Spitze ihr eigenes Ding machten, setzte sich Kovács in der Verfolgergruppe gekonnt durch, obwohl es anfangs zu kleineren und größeren Rangeleien mit der Konkurrenz kam. Am Ende fackelte der BMW-Pilot nicht lange und ließ den Rest der Verfolgergruppe hinter sich, fuhr das Rennen fehlerlos zu Ende und jubelte im Ziel mit Rang 3 über sein erstes IDM-Podium. «Der Wahnsinn», so seine Zusammenfassung. «Ich kriege das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Durch den Test bin ich gut ins Wochenende gestartet. Von Platz 4 ins Rennen zu gehen, macht die Sache natürlich leichter. Am Ende war das Reifen-Management der Schlüssel, das habe ich gut hinbekommen.» Und der Ungar hatte Geschmack an der Podiumsfeier gefunden. «Nach Platz 3 im ersten Rennen bin ich jetzt ruhiger», meinte er noch in der Startaufstellung für Rennen 2. «Alles, was jetzt noch kommt ist ein Geschenk.» Das Geschenk in Form eines weiteren Pokals macht sich der BMW-Pilot dann selbst. Er reihte sich nach dem Start in die Spitzengruppe ein, behauptete sich gekonnt gegen die Angreifer und landete im Ziel erneut auf Rang 3. «Einfach verrückt», so der feierfreudige Ungar. «Von Anfang an der Spitze mitfahren und mit Ilya und Florian Alt fighten ist schon nochmal was anderes. Der gute Startplatz hat es dieses Wochenende ausgemacht. Ich bin happy.»


Philipp Steinmayr hatte sich wie auch seine Teamkollegen beim zweitägige Oschersleben-Test intensiv auf das IDM-Wochenende vorbereiten können. «Es war echt gut, mal zum Fahren zu kommen», urteilt der Österreicher. «Vor allem in Anbetracht der durchwachsenen Wettervorhersage für das IDM-Wochenende muss man immer damit rechnen, dass die eine oder andere Session verloren geht. Die gröberen Baustellen sind bei mir selbst. Fahrerisch gibt es hier und da noch was zu holen und an dem werde ich arbeiten.»

Zuversichtlich war der Österreicher in das IDM-Wochenende gestartet und wider den Vorhersagen spielte sogar das Wetter mit. Der Freitag ging gut los uns auch der Samstag verlief für Steinmayr halbwegs zufriedenstellend. «Endlich hatten wir mal einen Schritt nach vorne gemacht», berichtet Steinmayr. «Im Zeittraining wollte ich mit den gebrauchten Reifen nicht zu viel riskieren.» Als er dann mit den neuen Reifen ausrückte, verlief das Training nicht ganz fehlerfrei und wurde mit einer roten Flagge früher beendet als geplant. Für Steinmayr blieb Startplatz 15. Mit den Plätzen 14 und 17 in den Rennen war er dann auch nicht happy. «Am Sonntagmorgen spielte das Wetter nicht ganz mit», beschreibt er, «und mir war klar, dass es von dem Startplatz aus schwierig werden würde. Der erste Start war noch gut, aber ich hatte sehr zu kämpfen, da ich Null Grip hatte, von Anfang an. Ich konnte meine Linie nicht fahren und kam nirgends vorbei. So blieb ich dahinten hängen.» Mehr Grip kam durch die Änderungen fürs zweite Rennen, doch dadurch entstanden neue Probleme. Abhaken und nach vorne schauen, das ist nach dem durchwachsenen Wochenende die beste Lösung für den BMW-Piloten.


Max Schmidt hatte sich nach dem Oschersleben-Test in der Vorwoche der IDM-Runde noch ein paar kleinere Arbeiten vorgenommen. «Das Motorrad steht ganz gut da», versicherte er vor den ersten Kilometern im IDM-Training, «am Grip gibt’s noch ein bisschen was zu tun.» Über den kleinen Umweg über die Superpole 2 schaffte der Student gekonnt den Sprung in die Superpole 1, wo es am Samstag um die besten Startplätze ging. Der BMW-Pilot konnte im Abschlusstraining nochmals nachlegen und eroberte sich die elfte Startposition für die beiden Rennen am Sonntag.

Beim ersten Rennen am Vormittag machte den Fahrer noch leichter Nieselregen das Leben schwer. Der war zwar zum Nachmittag verschwunden, aber dafür blies der Wind um so kräftiger. Wirklich ergiebig wurde Schmidts Punkteausbeute in Oschersleben nicht. Im ersten Rennen biss er sich noch tapfer durch und ergatterte für Platz 13 drei Meisterschaftspunkte. Dicker kam es in Lauf 2. Da kam Schmidt nämlich gar nicht erst im Ziel an. Er war gestürzt und damit das Rennen für ihn vorzeitig beendet. «Es ist suboptimal gelaufen», so der Bericht eines nicht ganz leichten Oschersleben-Wochenendes. «Prinzipiell war es nicht so schlecht. Aber meine Starts waren leider nicht so gut. Dann hing ich in hinten in einer Gruppe fest. Im ersten Rennen konnte ich mich nach vorne kämpfen, die Lücke weiter nach vorne entsprechend groß. Eigentlich wäre deutlich mehr möglich gewesen. Im zweiten Rennen war der Start etwas besser, aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Dann hing ich hinter zwei Yamaha fest. Meine Pace war besser, ich kam gut hinterher, aber eben nicht vorbei. Dann setzt ich mich direkt hinter Thomas Gradinger, um vor der nächsten Kurve anzugreifen. Doch da verzögerte er beim Anbremsen länger als von mir erwartet. Ich habe sein Heck touchiert und bin oben drüber geflogen.» Unterkriegen lässt sich Schmidt nicht. «Weitermachen», seine Devise.

Weitermachen ist auch die Devise des Teamchefs und einem Teil seiner Mannschaft, für die es von Oschersleben direkt weitergeht zum Langstrecken-WM-Lauf in Belgien. Die IDM ist vom 21. – 23.Juni wieder dran, dann mit Wochenende Nummer 3 im tschechischen Most.