Lukas Tulovic zu besiegen, bleibt weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Der Ducati-Star gewann auch den zweiten EURO MOTO Superbike-Lauf in Oschersleben. Markus Reiterberger und Florian Alt komplettierten das Podium und sorgten mit BMW und Honda bei der Siegerehrung für Markenvielfalt.
Bis auf Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) standen alle Sturzopfer des ersten Laufes wieder im Grid. In den Boxen der Teams hatte Hochbetrieb geherrscht, um die völlig zerstörten Motorräder neu aufzubauen. „Wir sind zehn Minuten vor dem Beginn des Rennens fertig geworden. Hebel dran und raus auf die Strecke. Die Hinterradbremse hat nicht funktioniert, aber egal. Wir konnten ja nichts mehr testen“, schüttelte Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) immer noch erstaunt mit dem Kopf über die Meisterleitung, die seine Mechaniker in der Kürze der Zeit vollbracht hatten. Weil seine Kombi und auch die rote Unterhose beim Sturz völlig zerissen war, hatte sich der vierfache Champion auch noch in ein neues Leder gepresst, das nicht eingetragen war. Bequem ist anders.
Die Honda CBR 1000 RR-R von Alt (Holzhauer Racing Promotion) bekam neue Teile. In der Box von GERT56 wurde die BMW von Toni Finsterbusch neu aufgebaut und Kevin Orgis (ORM Racing) kam sogar noch in den Besitz einer neuen Federgabel.
An der demolierten Yamaha von Twan Smits, die Verursacher des Massensturzes war, hatten sechs Mechaniker gearbeitet. Trotzdem blieb der zweite Startplatz leer. Der ärztliche Check seiner Hand verhinderte die Rennteilnahme von Smits am Rennen. Es wird ein Riss unterhalb des Handgelenks vermutet, der bei Belastung die Durchblutung beeinträchtigen kann. Smits wird morgen in den Niederlanden noch genau untersucht.
Aus der ersten Rennrunde kam Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) bereits mit 0,8 Sekunden Vorsprung in Führung liegend zurück. Hinter dem Ducati-Fahrer sortierten sich Florian Alt, Ex-WM-Fahrer Marcel Schrötter, Markus Reiterberger, Kevin Orgis, Jan-Ole Jähnig und Toni Finsterbusch ein. Reiti hatte im morgendlichen warm-up noch Änderungen an der BMW-Geometrie vornehmen lassen in der Hoffnung, dass sie sich im Rennen als vorteilhaft erweisen würden. „Sonst treten wir auf der Stelle.“ Die Anpassungen zeigten Wirkung. Reiterberger präsentierte sich in bester Verfassung, überholte zuerst Schrötter und vier Runden später Alt auf der Innenseite in einer engen Linie an der weißen Streckenbegrenzung. Nun war er Zweiter. Es war aber längst klar, dass Tulovic aus eigener Kraft nicht mehr einzuholen war.
Jähnig überholte im Verlauf des Rennens Kevin Orgis. Ein völlig losgelöster Lorenzo Zanetti ließ dessen Bruder Leon hinter sich. Toni Finsterbusch stürzte. Alt sicherte mit so vielen 1:24er-Zeiten am Stück wie nie zuvor den dritten Platz hinter Tulovic und Reiterberger ab. Somit standen am Ende zwei Fahrer, die im ersten Rennen zu den Sturzopfern gezählt hatten, auf dem Siegerpodest. Reiterberger hatte zudem sein persönliches Ziel „bester BMW-Fahrer zu werden“ erreicht.
Dass Titelverteidiger Tulovic alle Rennen gewinnen will, steht außer Frage. Tulo muss alles dafür tun, um sich den Traum vom Einstieg in die Superbike-WM erfüllen zu können. Und bekommt trotz des Konkurrenzkampfes Schützenhilfe. Flo Alt hatte seinem Sky-Moderationskollegen nach dem ersten Rennen fairerweise den Hinweis gegeben, dass es hinten aus der Ducati gequalmt hat. Bei Triple M Racing Ducati Frankfurt wurde in der Pause zwischen den beiden Rennen der Motor getauscht und auf einen Antrieb vom Saisonbeginn zurückgegriffen.
EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)
1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)
2. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
3. Florian ALT (DEU/Honda)
4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)
5. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)
6. Kevin ORGIS (DEU/BMW)
7. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
8. Leon ORGIS (DEU/BMW)
9. Jan MOHR (AUT/BMW)
10.Christoph BEINLICH (DEU/BMW)