Montag, 3. August 2026

Euro Moto Sportbike: Doppelsieg für Zuda

Was für ein Finale im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike in Oschersleben. Nach seinem Sieg am Samstag schlug Stepan Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) auch am Sonntag erneut zu. Dieses Mal musste der Tscheche allerdings deutlich härter dafür kämpfen. Sasha de Vits brachte die Kawasaki des ERC Teams bis an die Spitze und lieferte sich mit Zuda in den letzten Runden einen packenden Kampf um den Sieg. Gerade einmal 0,153 Sekunden trennten die beiden am Ende. Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) komplettierte das Podium.

Zuda erwischte von der Pole Position erneut einen starken Start und behauptete die Führung vor Kitzbichler und de Vits. Auch Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) machte wie schon am Samstag direkt nach dem Start Plätze gut. Von Position zehn ging es für den Österreicher bereits in der ersten Runde bis auf Rang sechs nach vorne.

An der Spitze drückten Zuda , Kitzbichler und de Vits von Beginn an aufs Tempo. Die Rundenzeiten waren noch einmal schneller als im ersten Rennen am Samstag. Bereits in Runde sechs setzte de Vits zum ersten Mal Kitzbichler unter Druck und schob sich auf Rang zwei. Zwei Runden später war schließlich auch Zuda fällig: Der Belgier ging am Meisterschaftsführenden vorbei und übernahm die Spitze.

Triumph gegen Kawasaki im Showdown

Damit war für die letzten Runden alles angerichtet. De Vits führte vor Zuda und Kitzbichler, doch der Tscheche ließ nicht locker. Statt einen überhasteten Angriff zu starten, beobachtete er seinen Konkurrenten und wartete auf seine Gelegenheit.

„Das Rennen war noch einmal deutlich härter als gestern. Das Niveau noch höher, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe Sasha vor mir beobachtet und auf meine Chance gewartet, weil ich wusste, dass ich in den letzten Runden noch etwas herausholen kann“, erklärte Zuda.

In Runde elf war der Moment gekommen. Zuda fand die Gelegenheit, zog wieder an de Vits vorbei und übernahm die Führung. Der ERC Pilot heftete sich sofort an das Hinterrad des Tschechen und blieb bis zur Ziellinie dran. Eine noch letzte Lückefand er allerdings nicht mehr.

Nach 13 Runden rettete Zuda einen hauchdünnen Vorsprung von 0,153 Sekunden über die Ziellinie und machte damit den Doppelsieg in Oschersleben perfekt. „Es hat geklappt und ich bin sehr zufrieden“, fasste der Tscheche sein Rennen zusammen. Damit baut er seine Führung in der Meisterschaft auf insgesamt 154 Punkte aus.

De Vits musste sich zwar denkbar knapp geschlagen geben, konnte nach seinem technischen Problem und Rang 21 im ersten Rennen nun aber zeigen, welches Potenzial in der überarbeiteten Kawasaki steckt. Mit einer Zeit von 1:30,475 Minuten fuhr der Belgier sogar die schnellste Rennrunde. „Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht, damit wir hier konkurrenzfähig sind“, lobte de Vits seine Mannschaft. Nach dem dritten Platz von Teamkollegen Jules Bercot am Samstag stand damit auch im zweiten Rennen eine ERC Kawasaki auf dem Podium.

Kitzbichler konnte das Tempo der beiden Führenden in den letzten Runden nicht mehr ganz mitgehen und kam 1,585 Sekunden hinter Zuda als Dritter ins Ziel. Nach Rang zwei am Samstag nimmt der Österreicher damit zwei Podiumsplätze aus Oschersleben mit. „Die Rundenzeiten waren heute sehr schnell, weshalb ich viele kleine Fehler gemacht habe, die mich Zeit gekostet haben. Aber ich bin mit den Podiumsplätzen und dem Wochenende sehr zufrieden“, resümierte Kitzbichler.

Rosenthaler sammelt wichtige Punkte

Jakob Rosenthaler machte nach seiner verletzungsbedingten Pause in Most das Beste aus einem schwierigen Wochenende. Nach seiner starken Anfangsphase setzte er sich im weiteren Rennverlauf auf Rang vier fest und brachte diesen sicher ins Ziel. Mit zwei soliden Ergebnissen auf den Plätzen fünf und vier sammelte der Österreicher wichtige Punkte, die im weiteren Kampf um die Meisterschaft noch eine Rolle spielen könnten.

Hinter Rosenthaler wurde es noch einmal hauchdünn. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing)  folgte als Fünfter mit lediglich 0,098 Sekunden Rückstand. Teamkollege Mika Siebdrath belegte Rang sechs. Tom Kuil  (RT Motosports) kam als Siebter ins Ziel, erhielt zum Ende des Rennens allerdings eine Zeitstrafe von drei Sekunden wegen zu häufigen Überschreitens der Streckenbegrenzung in der Schikane. An seiner Position änderte die Strafe nichts.

Jules Bercot wurde nach seinem Podium am Samstag Achter, gefolgt von Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) auf Rang neun.

Auch Felix Kauertz (ERC) legte bei seinem zweiten Rennen in der EURO MOTO erneut eine starke erste Runde hin. Von Startplatz 20 kämpfte sich der Deutsche direkt bis auf Position elf nach vorne. Im weiteren Rennverlauf arbeitete er sich zwischenzeitlich sogar bis auf Rang neun vor und beendete sein Debütwochenende schließlich als Zehnter.

Pech hatte dagegen Micky Winkler (WSC-Racing). Der Schleizer stand gar nicht erst in der Startaufstellung. Nur zehn Minuten vor dem Rennen streikte beim Warmlaufen seines Motorrads die Benzinpumpe. Damit war sein Rennen beendet, bevor es überhaupt begonnen hatte. Für Winkler war es der bittere Abschluss eines schwierigen Wochenendes, nachdem er bereits im ersten Lauf nicht sein volles Potenzial hatte zeigen können.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Sasha DE VITS (#19/BEL), Kawasaki Ninja ZX 6R
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  5. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX 6R
  9. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Felix KAUERTZ (#37/DEU), Kawasaki Ninja ZX 6R

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann