Samstag, 21. August 2021

Kelvin van der Linde holt dritten DTM-Saisonsieg am Nürburgring

  • Astreiner Hattrick von ABT-Audi-Pilot van der Linde: Pole-Position, schnellste Runde, Sieg
  • Luca Stolz im Toksport-Mercedes-AMG als zweiter bester Gaststarter – Porsche im Pech
  • Qualifying: 22 Autos innerhalb einer Sekunde, Pole-Positon für Kelvin van der Linde
  • Schweigeminute für Opfer der Flutkatastrophe

Die DTM mit 23 Rennwagen auf dem Nürburgring © DTM

Atemberaubende Positionskämpfe, heiße Stoßstangenduelle, aber auch einige Strafen – das siebte Saisonrennen der DTM auf dem Nürburgring verlief äußerst lebhaft. Am Ende bejubelten die Zuschauer auf den vollen Tribünen vor allem Kelvin van der Linde. Der Südafrikaner, vom ersten Startplatz ins Rennen gegangen, eroberte mit dem Audi von ABT Sportsline in eindrucksvoller Manier seinen dritten Saisonsieg und baute damit seine Tabellenführung weiter aus. Als bester Gaststarter erkämpfte sich Luca Stolz (GER) im Mercedes-AMG des Teams Toksport WRT den zweiten Platz auf dem Podium vor dem Schweizer Philip Ellis im WINWARD-Mercedes-AMG. Da Stolz als Gaststarter keine Punkte erhält, durfte sich der viertplatzierte Lokalmatador Mike Rockenfeller, in Neuwied geboren, über 15 Punkte auf seinem DTM-Konto freuen.

Beim DTM-Spektakel auf dem Nürburgring waren erstmals 23 Rennwagen am Start, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Zudem feierte Porsche seine Premiere in der DTM, hatte allerdings Pech, denn Michael Ammermüller musste den 911-er von SSR Performance bereits nach der Startrunde abstellen.

„Ich genieße jede Sekunde dieser Saison. Es hat so lange gedauert, bis ich es in die DTM geschafft habe. Ich habe immer wieder bei Audi angeklopft, ob sie nicht ein DTM-Cockpit für mich haben. Jetzt bin ich um so glücklicher, gegen diese starken Jungs fahren zu dürfen“, sprudelte es Kelvin van der Linde heraus. Der 25-Jährige aus Südafrika schaffte am Nürburgring sogar einen Hattrick: Er erzielte die Pole-Position, fuhr die schnellste Runde und holte den Sieg. „Es war ein intensives Rennen. Beim Start und Re-Start konnte ich mich durchsetzen und in Führung bleiben. Nur nach dem Reifenwechsel musste ich hart kämpfen. Es gab auch einen Kontakt, es wird halt hart gekämpft. Ich habe einen kühlen Kopf bewahrt und bin ruhig geblieben.“ Van der Linde baute seine Meisterschaftsführung auf 129 Punkte aus, neuer Zweiter ist Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG, der am Samstag zwölf Punkte sammelte, während der Neuseeländer Liam Lawson (Red Bull-Ferrari, AF Corse) leer ausging und auf Rang drei (80) zurückfiel.

Atemberaubend war wieder einmal der Moment des Starts, für Fans und Fahrer gleichermaßen. Im dichtgestaffelten Formationsflug donnerten erstmals seit Jahren 23 Rennwagen die Startgerade hinunter. Ellis oder van der Linde – wer biegt als erster in die spitze Rechts-Kurve? Kelvin van der Linde erwischte die bessere Linie und verteidigte seine Pole-Position vor dem weiß-blauen WINWARD-Mercedes von Ellis. Bis dahin ging alles glatt, doch schon in der Kurzanbindung der Sprintstrecke wurde der Mücke-Mercedes-AMG von Maximilian Buhk (GER) in einen Dreher gezwungen – es folgte eine Safety-Car-Phase. Neben Buhk wurden auch Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi und Michael Ammermüller Opfer der Startrunde und schieden vorzeitig aus. Auch der Re-Start nach dem Ende der vierten Runde erfolgte in der spektakulären Zweierformation, sehr zur Freude der Fans auf den Tribünen und weltweit an den Bildschirmen. Wieder verteidigte van der Linde die Führung, dahinter duellierten sich die beiden Mercedes-AMG von Ellis und Stolz.

Es war ein durchgehend lebhaftes Rennen, mit etlichen Scharmützeln im gesamten Feld und mit knallharten Überholmanövern. Bedingt durch die unterschiedlich angetretenen Pflichtboxenstopps durften eine Handvoll Piloten Führungsluft schnuppern. Am längsten fuhr Lokalmatador Mike Rockenfeller (GER) mit dem Abt-Audi an der Spitze, weil er seinen Pflichtstopp am längsten hinauszögerte. Ob im Kampf um die Podiumsplätze sich Philip Ellis, Alex Albon und Luca Stolz duellierten oder im Kampf um die Punkteplätze Liam Lawson, Markus Winkelhock und Daniel Juncadella - es wurde Motorsport vom Feinsten geliefert. Winkelhock, der die verhinderte Sophia Flörsch im ABT-Audi mit Space-Drive-Lenkung von Paravan vertrat, kassierte letztlich eine Boxen-Durchfahrtsstrafe, weil er einen Dreher des Lawson-Ferrari ausgelöst hatte.

Nachdem Rockenfeller nach 31 Runden als Letzter neue Reifen abholte, war der Weg frei für seinen Teamkollegen Kelvin van der Linde zum dritten Saisonsieg. Gastfahrer Lucas Stolz, dessen Team in Quiddelbach inmitten der legendären Nordschleife ansässig ist, hatte sich auf Rang zwei vorgekämpft. „Das waren guter Fights heute, und ich hoffe, das war nicht unser letztes DTM-Rennen“, so stolz. Wie sehr Rockenfeller, ohnehin als „Reifenpflüsterer“ bekannt, seine Reifen geschont und trotzdem gute Rundenzeiten erzielt hatte, unterstrich am Ende sein vierter Platz – seine ungewöhnliche Strategie zahlte sich aus.

Unmittelbar vor dem Start des Rennens hatte sich alle Fahrer und Teamchefs der DTM vor der Zuschauer-Tribüne am Ende der Startgeraden eingefunden. Mit einem Transparent „Danke an alle Helfer“ und einer Schweigeminute gedachten Fahrer, Teamchefs und Zuschauern den Opfern der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli vor allem im Nürburgring-nahen Ahrtal.

Knaller Im Qualifying: 22 Autos innerhalb von einer Sekunde / 3. Pole für Kelvin van der Linde

Was das 23-köpfige Starterfeld im Samstag-Qualifying ablieferte, war der Knaller. Es war eng, enger, super-eng: 22 Autos lagen innerhalb von weniger als einer Sekunde. Nur einer hatte das Geschehen im Griff, und das war der Tabellenführer. Kelvin van der Linde im ABT-Audi erwischte eine perfekte Runde und hatte einen für die Verhältnisse großen Vorsprung von über zwei Zehntelsekunden. Philip Ellis (SUI) im WINWARD-Mercedes und Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW folgten auf den weiteren Plätzen. Somit standen drei Marken auf den ersten drei Startplätzen. Bester Gaststarter im Qualifying war Luca Stolz (GER) im Toksport-Mercedes-AMG als Fünfter, während Porsche bei seiner DTM-Premiere mit Michael Ammermüller (GER/SSR Performance) nur auf Rang 20 landete.

Am Sonntag wird das achte von 16 Saisonrennen auf dem Nürburgring ausgetragen. Wer wird „Halbzeit-Meister“ in der DTM 2021 – diese Frage wird am Sonntag ab 13:30 Uhr beantwortet. 

Dritte Saison-Pole für Kelvin van der Linde

Unfassbare Leistungsdichte im DTM-Starterfeld

Kelvin van der Linde holt am Nürburgring seine dritte Pole der Saison
Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

DTM-Tabellenführer Kelvin van der Linde hat auch im ersten Qualifying am Nürburgring ein Ausrufezeichen gesetzt. Wie bereits am Sonntag in Monza und auch zuletzt am Samstag in Zolder startet ABT-Audi-Fahrer Kelvin van der Linde von der Pole-Position in einem DTM-Rennen. In einem sehr engen Zeittraining für das siebte Rennen der Saison auf dem Nürburgring sicherte sich der Südafrikaner mit einer Zeit von 1:26,052 Minuten den besten Startplatz. Ihm folgten Philip Ellis im WINWARD-Mercedes und Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW. Damit stehen drei verschiedene Marken auf den ersten drei Startplätzten. Außergewöhnlich: Die Zeiten der schnellsten 22 Fahrer lagen innerhalb von nur einer Sekunde!

Zur Halbzeit hatte Kelvin van der Linde mit der Zeit von 1:26,052 Minuten bereits die Führung inne. Dahinter folgte Maximilian Götz im HRT-Mercedes, der ein Quintett von Mercedes-Fahrern auf den Positionen zwei bis sechs anführte. In der zweiten Trainingshälfte hatte die Bestzeit von van der Linde Bestand, so dass er sich zum dritten Mal in dieser Saison die Pole-Position sichern konnte.

"Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe", rätselte van der Linde selbst über seine eigene Leistung. "Der erste Run war super, im zweiten Anlauf klappte es dann gar nicht. Das müssen wir analysieren. Ich bin auf jeden Fall super happy mit der Pole-Position und die drei Zusatzpunkte für die Fahrerwertung. Jeder Punkt zählt! Natürlich werden wir versuchen, diese Position im Rennen zu behaupten. Am Freitag hatten wir nach dem Training gemischte Gefühle, aber das Team hat gestern Abend noch lange geschraubt, und das hat sich bezahlt gemacht."

Hinter van der Linde gab es jedoch zahlreiche Positionswechsel. Letztendlich fuhr Philip Ellis im WINWARD-Mercedes auf Platz zwei, gefolgt von Marco Wittmann, der in der zweiten Hälfte des Zeittrainings ein großen Sprung nach vorne machte. Dahinter die Mercedes-Fahrer Daniel Juncadella (GruppeM), Gaststarter Luca Stolz (Toksport) und Maximilian Götz (HRT), gefolgt von Christopher Haase im Rosberg-Audi, Esteban Muth im T3-Lamborghini, Alex Albon im AF-Corse-Ferrari und Maximilian Buhk im Mücke-Mercedes-AMG.

Das siebte Rennen der Saison wird am heutigen Samstag um 13.30 Uhr gestartet, SAT.1 überträgt ab 13.00 Uhr live aus der Eifel. 

Freitag, 20. August 2021

DTM Trophy: Tagesbestzeit für Newcomer Marchewicz, starker Einstand von Zendeli

Marcel Marchewicz (GER, Mercedes-AMG, Schnitzelalm © DTM

Marcel Marchewicz (GER) erlebte im Schnitzelalm-Mercedes einen erstaunlichen Einstieg in die DTM Trophy. Mit einer Zeit von 1:35,508 Minuten im ersten Freien Training war er Tagesschnellster, gefolgt von den beiden PROsport-Aston-Martin von Tim Heinemann (GER) und Mike David Ortmann (GER). Newcomer Lirim Zendeli (GER), Formel-2Stammfahrer, fuhr bei seinem ersten Auftritt mit einem GT-Fahrzeug im Audi von T3 Motorsport auf Rang vier. Im zweiten Training setzte schon bald Regen ein, so dass keine Zeitverbesserungen mehr möglich waren. Diesmal war Nico Verdonck im Ring-Racing-Toyota Schnellster mit einer Zeit von 1:35,987 Minuten, gefolgt von den BMW-Fahrern Ben Green (GBR, FK Performance), Michael Schrey (GER), Christopher Rink (GER, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) und Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst Motorsport).


DTM auf dem Nürburgring: Gastfahrer mischen vorne mit

  • Porsche bei der Premiere in der DTM hinter Mercedes-AMG Zweiter
  • Brutale Leistungsdichte in der DTM: 21 Autos in nur einer Sekunde
  • Rennen am Samstag und Sonntag: Start jeweils um 13:30, ab 13:00 jeweils live in SAT.1

Michael Ammermüller (GER), Porsche, SSR Performance © DTM

Nicht die Stammpiloten, sondern die Gaststarter bestimmten das Tempo am ersten Tag des vierten DTM-Rennwochenendes auf dem Nürburgring. Luca Stolz (GER) fuhr im Toksport-Mercedes-AMG bei seinem ersten Auftritt in der DTM eine Zeit von 1:27,201 Minuten und beendete damit den Trainingstag als Schnellster. Ihm folgte auf Rang zwei – zur Premiere von Porsche in der DTM – Michael Ammermüller (GER) aus dem Team von SSR Performance. Schnellster Stammpilot war Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG auf der dritten Position.

Die DTM präsentiert sich in der Eifel buntgemischt. Ertstmals seit 1987 sind sieben Marken im Starterfeld vertreten, erstmals seit 2016 sind 23 Fahrer (inklusive einer Frau, der Britin Esmee Hawkey) am Start. Unter die etablierten Fahrer mischen sich am Nürburgring eine Reihe neuer Piloten. Neben Stolz, dessen Team Toksport WRT direkt in Quiddelbach am Nürburgring beheimatet ist, und Ammermüller sind auch Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi (er ersetzt den erkrankten Dev Goore), Markus Winkelhock (GER) im ABT-Audi (er ersetzt die durch eine Termin-Kollision verhinderte Sophia Flörsch) und Hubert Haupt (GER) im HRT-Mercedes-AMG, der nach 20 Jahren ein DTM-Comeback feiert.

Spätestens im Qualifying am Samstagmorgen um 10:20 Uhr live auf DTM Grid (grid.dtm.com) müssen die Karten auf den Tisch gelegt werden, dann wird die Startaufstellung auf das Samstagrennen (Start: 13:30 Uhr, ab 13:00 live in SAT.1) formiert. 

Bereits im ersten Freien Training der DTM zeigten sich die Gastfahrer überraschend stark. Während Vincent Abril (MON) im HRT-Mercedes mit einer Zeit von 1:27,480 Minuten die Rangliste anführte, folgten mit Luca Stolz im Toksport-Mercedes, Christopher Haase (GER) im Rosberg-Audi und Michael Ammermüller im SSR-Porsche drei Newcomer auf den Plätzen zwei bis vier. Auch Christian Klien (AUT), im JP-McLaren nach Zolder zum zweiten Mal in der DTM dabei, zeigte mit Rang fünf eine starke Leistung. Bis zu Markus Winkelhock (GER) im ABT-Audi, der ebenfalls erstmals in diesem Jahr in der DTM startet und zugleich sein 50. DTM Rennen absolviert, auf Rang 17, lagen die Rundenzeiten sämtlicher Fahrer innerhalb einer Sekunde.

„Das war ein guter Start ins Wochenende. Natürlich hatten wir den Vorteil der neuen Reifen, aber es hilft bei der Vorbereitung auf das Zeittraining. Wo wir wirklich stehen, sehen wir erst morgen. Das Auto läuft gut, wir sind sehr zufrieden und es macht richtig Spaß in der DTM“, äußerte sich Toksport-Fahrer Luca Stolz am Freitagnachmittag.

Das Bild bestätigte sich im zweiten Training, in der die meisten Fahrer ihre Tagesbestzeiten fuhren. Stolz sicherte sich den ersten Platz vor Ammermüller, Götz und Lucas Auer (AUT, Mercedes-AMG, Team WINWARD). Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien wiederholte seinen fünften Platz aus der ersten Session. Diesmal ging es noch enger zu: Weniger als eine Sekunde trennte die Fahrer auf den ersten 21 Positionen.


„König Ludwig“ am Nürburgring: 71 und kein bisschen langsam

  • Dreimaliger DTM-Champion startet im 96-er Class-1-Mercedes in der DTM Classic
  • Ludwig über die aktuelle DTM: „Ich bin ein Fan dieser Rennen!°“
  • Der gebürtige Bonner engagiert sich in der Flutkatastrophe im Ahrtal

Tourenwagen-Legenden wie Klaus Ludwig und der 1996-er Class-1-Mercedes © DTM

Seine Erfolge auf dem Nürburgring haben ihm den Namen „König Ludwig“ eingebracht. Wenn die DTM an diesem Wochenende in der Eifel gastiert, ist Klaus Ludwig wieder mittendrin und genießt gleich doppelt: „Es macht so viel Spaß, diese Autos auch heute noch zu fahren“, sagt er über den 1996-er Class-1-Mercedes, den er in den Rennen zur DTM Classic Tourenwagen- Legenden unverändert erfolgreich steuert. 71 Jahre ist Ludwig – und kein bisschen langsam. Und auch die aktuelle DTM hat es dem dreimaligen DTM-Champion angetan: „Die GT3-Rennwagen revolutionieren den Motorsport, die Rennen sind fantastisch, auch in der DTM. Das ist toll für die Zuschauer.“

„Meine Frau und mein Sohn Luca sagen, ich sei bekloppt, dass ich mir das immer noch antue“, erzählt Ludwig. „Aber mir macht es wahnsinnig viel Spaß. Ich habe mich nie schwergetan, diese Autos zu bewegen.“ Seit drei Jahren fährt er die Rennen der Tourenwagen-Legenden, die seit diesem Jahr Teil der DTM-Plattform sind. „Wir zeigen die DTM-Autos aus einer tollen Zeit.“ Der gebürtige Bonner hat bereits vier Saisonrennen gewonnen. Aber es sind nicht die Siege, die ihn zufriedenstellen. „Siege sind immer schön, aber Motorsport lebt von der Competition. Wenn Kurt und ich es uns richtig geben, macht es erst wirklich Spaß.“ Der Däne Kurt Thiim und Volker Strycek, zwei ehemalige DTM-Meister, Klaus Niedzwiedz und Marc Hessel zählen zu den Jägern von „König Ludwig“. Und Ludwig verweist ausdrücklich darauf, dass er mit dem 1996-er Mercedes nur unwesentlich langsamer ist als die heutigen DTM-Rennwagen. „Das Auto fährt wie damals wie auf Schienen, es ist einfach fantastisch zu fahren“, beschreibt er mit leuchtenden Augen.

Der dreimalige Le-Mans-Sieger Klaus Ludwig genießt die Zeit im Fahrerlager in vollen Zügen. „Die Atmosphäre ist wirklich toll.“ Ludwig ist mittendrin, diskutiert über die Technik der alten DTM-Generationen und über die GT-Rennwagen der DTM. Klaus Ludwig, wie er leibt und lebt, engagiert und immer mit deutlichen Worten.

Die DTM 2021 fasziniert ihn. „Jetzt sieben Marken in der DTM ist toll. Aus meiner Sicht können es auch gerne zehn sein. Hier muss man als Marke einfach vertreten sein!“ Am Nürburgring debütiert Porsche in der DTM. „Hoffentlich macht Porsche einen guten Job, und davon bin ich überzeugt. Dann ist die Zukunft der DTM hell und leuchtend", ist der 37-malige DTM-Sieger überzeugt. Kritik, dass die DTM mit GT-Rennwagen nichts mit der alten DTM zu tun habe, bezeichnete er als Blödsinn. „Die alte DTM war zu teuer, es war nicht interessant für die Zuschauer, es gab viele Unterschiede am Wochenende, man wusste nicht, warum performt das Auto nicht, warum gewinnt jenes Auto jetzt?", sagte Ludwig.

In diesem Nürburgring-Wochenende hat Klaus Ludwig noch eine andere Aufgabe am Nürburgring, eine Herzensangelegenheit. Der gebürtige Bonner, der seit Jahren direkt oberhalb des Ahrtals lebt, hat eine Aktion für Jugendliche aus dem von einer Flutwelle am 14./15. Juli zerstörten Ahrtal initiiert zusammen mit der DTM-Organisation ITR, dem AvD und der Nürburgring GmbH. Am Samstag und Sonntag kommen zwei Gruppen Jugendlicher an den „Ring“, um bei der DTM und mit exklusivem Blick hinter die Kulissen ein paar schöne Stunden zu erleben, damit sie etwas Abstand von der unvorstellbaren Zerstörung im Ahrtal gewinnen. „Kinder und Jugendliche sind bei  einer solchen Katastrophe oft vergessene Opfer. Dabei haben sie aktuell doch Ferien, bei den meisten ist der Urlaub jedoch ausgefallen“, so Ludwig, der auch eine Spendenaktion innerhalb der DTM Classic ins Leben gerufen hat.