Sonntag, 16. August 2026

EuroMoto Sportbike: Kitzbichler reagiert smart und erbt ersten Sieg

Tobias Kitzbichler, Aprilia RS 600 #38
Foto: Jens Hawrda

Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen hatte es bis zum Schluss in sich. Eigentlich sah zunächst alles nach dem perfekten Heimwochenende für Ruben Bijman aus. Doch nach einem wilden Finale und einer nachträglichen Entscheidung der Rennleitung durfte am Ende ein anderer jubeln: Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) feierte seinen ersten Saisonsieg vor Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und dessen Teamkollegen Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing). Gerade einmal 0,141 Sekunden trennten die drei im Ziel.

Zuda erwischte von der Pole Position einen guten Start und setzte sich vor Bijman und Kitzbichler an die Spitze. Für Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) war das Rennen dagegen schon in der ersten Runde vorbei. Der Österreicher stürzte auf Rang vier und sein Motorrad rutschte über die Strecke. Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) konnte nicht mehr ausweichen, fuhr über die Triumph und kam ebenfalls zu Fall. Beide sind glimpflich davon gekommen, das Rennen war für sie danach jedoch beendet

Vorne entwickelte sich schnell ein Dreikampf zwischen Zuda, Bijman und Kitzbichler. Alle drei waren vom Sturz Rosenthalers unberührt geblieben und konnten dadurch direkt eine Lücke zu den Verfolgern aufreißen. Kitzbichler fand sich damit zwischen den beiden Freudenberg Fahrern wieder, hielt dem Druck aber selbstbewusst stand. Immer wieder schloss er die kleine Lücke zu Zuda, während Bijman direkt dahinter ebenfalls auf seine Chance lauerte.

Das Tempo an der Spitze war entsprechend hoch. Zuda setzte in Runde acht mit 1:45,049 Minuten die schnellste Rennrunde.

Entscheidung fällt erst nach der Zielflagge

So ging es mit Zuda vor Kitzbichler und Bijman in die letzte Runde. Im letzten Streckenabschnitt überschlugen sich dann die Ereignisse. Kitzbichler zog an Zuda vorbei, doch Bijman nutzte die Situation und schlüpfte ebenfalls durch. Nur eine Kurve später setzte der Niederländer auch gegen Kitzbichler nach und übernahm die Führung. Zuda nutzte anschließend den verlorenen Schwung des Österreichers und ging ebenfalls vorbei.

Bijman kam als Erster über die Ziellinie und schien nach seinem Sieg am Samstag den Doppelsieg auf seiner Heimstrecke perfekt gemacht zu haben.

„Die letzte Runde lief eigentlich richtig gut und in der vorletzten Kurve wurde es noch einmal ziemlich wild. Dabei bin ich wohl über die Track Limits gekommen und die Entscheidung muss ich akzeptieren. Trotzdem war es für mich ein super Wochenende. In beiden Rennen auf dem Podium zu stehen und am Samstag meinen ersten Sieg zu feiern, kann mir keiner mehr nehmen“, sagte Bijman.

Denn nach der Zieldurchfahrt war das Rennen noch nicht entschieden. Die Rennleitung schaute sich die letzte Runde noch einmal genauer an. Sowohl Bijman als auch Zuda hatten im Bereich der Kurven 17 und 18 die Track Limits überschritten und wurden jeweils um eine Position zurückversetzt. Kitzbichler war als einziger der drei innerhalb der Streckenbegrenzung geblieben und rückte damit nachträglich auf Platz eins vor.

Für Kitzbichler war es der lang ersehnte erste Sieg der Saison. Schon mehrfach war der Österreicher in diesem Jahr ganz nah dran gewesen. In Assen sah es zunächst wieder so aus, als würde ihm der Sieg auf den letzten Metern durch die Finger rutschen. Dieses Mal zahlte sich aber genau das aus, was ihm am Samstag noch zum Verhängnis geworden war: In der letzten Kurve hielt er sich dieses mal bewusst etwas zurück und blieb innerhalb der Streckenbegrenzung. „Ich bin gerade wirklich sprachlos. Wir hatten vor dem Rennen einen Plan und eine richtig gute Pace, aber ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Schluss so spannend bleibt. Eigentlich hatte ich mich schon mit Platz drei abgefunden. Nach meinem Fehler gestern in der letzten Kurve wollte ich heute dort nicht wieder zu viel riskieren und war deshalb etwas zurückhaltender. Umso cooler ist es, dass sich genau das am Ende ausgezahlt hat und daraus sogar der Sieg geworden ist“, freute sich Kitzbichler über seinen ersten Saisonerfolg.

Damit wird es auch hinter Meisterschaftsführer Zuda richtig eng. Kitzbichler und Bijman liefern sich nach dem Wochenende in Assen ein Kopf an Kopf Rennen um Rang zwei. Beide stehen nun bei jeweils 140 Punkten und sind damit punktgleich in der Meisterschaft.

Zuda musste sich dagegen mit Rang drei zufriedengeben. „Ich habe in der letzten Runde leider ein paar Fehler gemacht, die mich vielleicht den Sieg gekostet haben. Aber so ist Racing. Ansonsten war ich mit dem Rennen sehr zufrieden und bin meiner Mannschaft dankbar, dass sie mir so ein starkes Bike vorbereitet hat“, fasste der Meisterschaftsführer sein Rennen zusammen.

Hinter dem Spitzentrio fuhr Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) mit knapp 15 Sekunden Rückstand  von Rand zehn bis auf Rang vier vor. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) wurde Fünfter vor Maksymilian Palmowski (SP Race Project). Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben), Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben), Tom Kuil (RT Motorsports) und Jay Jay den Hoed (Team SWPN) komplettierten die Top Ten.

Luis Rammerstorfer (Freudenberg RORA PALIGO Racing) musste im zweiten Rennen seine zwei Long Lap Penalties aus dem Zwischenfall vom Samstag absolvieren und kam auf Rang 13 ins Ziel.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

DTM: Jules Gounon holt Pole mit neuem Qualifyingrekord

Kaum einer hatte Jules Gounon auf der Rechnung, doch am Sonntagmorgen schlug der Franzose beim zweiten DTM-Qualifying auf dem Nürburgring zu. Mit einer Blitzrunde von 1:25,062 Minuten fuhr der Mercedes-AMG-Pilot nicht nur Bestzeit, sondern stellte auch einen neuen Qualifyingrekord auf. Für den 31-Jährigen ist es die zweite Pole-Position in der DTM.

Jules Gounon, Mercedes-AMG #48
Foto: Jens Hawrda

"Nach dem Rennen am Samstag war ich wirklich frustriert. Meine Mechaniker und mein Ingenieur haben dann ein kleines Problem am Differential gefunden und vor dem Qualifying behoben. Danach hat sich das Auto unglaublich gut angefühlt. Ich habe sogar über Funk gesagt: Wenn das jetzt nicht für ganz vorne reicht, verstehe ich den Motorsport nicht mehr. Diese Pole fühlt sich wie eine riesige Erleichterung an", sagte Gounon, der sich zudem über die drei Punkte als Sieger des Pirelli Pole Position Awards freute.

Ben Dörr belegte im McLaren 720S Evo mit einem Rückstand von 0,113 Sekunden Platz zwei. "Am Samstag waren wir schon stark und haben das Podium nur knapp verpasst. Die Ausgangslage fürs zweite Rennen ist nochmal besser, mit den zwei Boxenstopps wird es aber eine große Herausforderung für uns. Denn einige Konkurrenten haben nach ihren Ausfällen am Samstag noch einen frischen Reifensatz in der Hinterhand." Der Gewinner des Samstagsrennens, Matteo Cairoli, wurde im Ferrari 296 GT3 Evo Dritter. Platz vier ging an den Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim. Spitzenreiter Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Ravenol sicherte sich Position fünf.

Das Zeittraining wurde am Sonntagmorgen bei 20 Grad Celsius gestartet. Zunächst brachten die Fahrer ihre Pirelli-Slicks auf die ideale Arbeitstemperatur, ehe sie am Ende der 20-minütigen Session auf Zeitenjagd gingen. Dabei wechselte die Führung annähernd im Sekundentakt. Erst lag Thiim an die Spitze, eine halbe Minute vor Schluss übernahm Gounon mit der Bestzeit die Führung. Kurz danach schoben sich Dörr und Cairoli an Thiim vorbei und sicherten sich die Plätze zwei und drei. Auf dem Eifelkurs lag das Feld erneut dicht zusammen: Den ersten und den letzten Fahrer trennten nur 0,822 Sekunden.

Ergebnis Qualifikation, 12. Saisonlauf, Nürburgring (Top-Five)

1. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), 1:25.062 Minuten

2. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport), +0.113 Sekunden

3. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.140 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0.158 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0.187 Sekunden

Quelle: dtm.com

Samstag, 15. August 2026

EuroMoto Superbike: Twan Smits schreibt seine eigene Assen-Story

Twan Smits, Yamaha R1 #85 holt sich die Pole beim Heinrennen
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Superpole Pre-Practice am Freitag standen die ersten sechs Fahrer für die finale SP2-Qualifikation bereits fest. Drei weitere Plätze wurden am Samstagmittag in der SP1 vergeben. Bei der Jagd auf die Positionen in der Startaufstellung für die beiden EURO MOTO Superbike-Rennen am Sonntag gab es jede Menge Überraschungen.

„Beim Heimrennen auf der Pole Position zu stehen, ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmte Twan Smits (Apreco-Yamaha) als Sieger in der Zeitenliste. „Vor einem Jahr war das noch ein Traum.“ Der 22-jährige Niederländer hat die einzige Yamaha im ganzen Feld.

Eine offene Frage bleibt allerdings: Wie wird seine verletzte Hand die Belastung über 15 Rennrunden auf dem TT Circuit verkraften? Vor zwei Wochen war der Niederländer in den Massencrash von Oschersleben verwickelt gewesen. Sein Motorrad wurde dabei spektakulär zerstört. Die Yamaha ist wieder gerichtet, doch die Hand ist noch nicht wieder in Ordnung. Für die medizinische Betreuung von Smits ist in Assen entsprechendes Personal vor Ort. Er wird die Zähne zusammenbeißen, um zwei Rennen durchzustehen.

Lukas Tulovic (Triple M Ducati Frankfurt) hatte sich in der SP2 an das Hinterrad der Yamaha geklemmt, doch Smits stach den Titelverteidiger aus und war am Ende sieben Hundertstelsekunden schneller als der Ducati-Fahrer aus Baden-Württemberg.

Auch der Weg von Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) führte in die erste Startreihe. Der Deutsche kennt den TT Circuit Assen noch aus seiner Zeit in der Supersport-Weltmeisterschaft. „Die erste Startreihe war das Ziel. Twan hat auf dem Kurs einen Bonus“, meint der schnellste BMW-Fahrer und fügt hinzu: „Nach dem schwierigen Samstag mit den verschiedenen Wetterverhältnissen ist der dritte Startplatz okay. Ich denke, dass morgen das Reifenthema eine große Rolle spielt. Welche Mischung genommen wird und wie lange sie auf der Distanz hält.“

Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), der mit klaren Siegesambitionen in die Niederlande gereist war, steht dagegen vor einer kniffligen Ausgangslage. Für den vierfachen Meister reichte es nur zum vierten Startplatz. Noch größer fiel die Überraschung bei Florian Alt aus. Der Honda-Pilot verpasste in der SP1 den Sprung in die finale Qualifikationsrunde und startet am Sonntag lediglich von Position zehn. Alt nahm das Ergebnis gelassen. „Wir straucheln mit dem Grip. Assen war noch nie wirklich unsere Strecke. Der Temperatursturz von 15 Grad hat es nicht besser gemacht. Das ist jetzt eben so.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Kevin ORGIS (GER/BMW)

10.Florian ALT (GER/Honda

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Sportbike: Bijman gewinnt Heimkrimi, irrer Start von Buis

Ruben Bijmann, Triumph Daytona 660 #17
Foto: Jens Hawrda

Was für ein erstes Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa Paligo Racing) feierte vor heimischem Publikum seinen ersten Sieg. Gaststarter Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) machte das Rennen zusätzlich spektakulär. Der Niederländer startete vom letzten Platz und führte schon nach der ersten Runde. Am Ende fehlten ihm gerade einmal 0,035 Sekunden zum Sieg. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) meldete sich mit Rang drei auf dem Podium zurück.

Dabei gehörte die erste Runde ganz klar Buis. Weil er die Qualifikationsvorgabe am Samstagmorgen nicht erfüllt hatte, musste der WM Fahrer vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Was dann folgte, überraschte selbst ihn. Buis erwischte einen Blitzstart, lag schon nach der vierten Kurve auf Rang vier und kam nach der ersten Runde tatsächlich als Führender zurück. 16 Plätze in nur einer Runde.

„Ich war selbst überrascht, nach dem Start so schnell von ganz hinten nach ganz vorne zu kommen. Das war eine verrückte erste Runde“, sagte Buis. Einfach wurde es danach allerdings nicht. „Auf den Geraden hatte ich mit der Suzuki nicht so viel Power, dafür konnte ich in den Kurven immer wieder aufholen. Das war richtig gut.“

Vorne bildete sich schnell eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Buis, Bijman, Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und Rosenthaler. Vor allem Bijman zeigte sich stark auf der Bremse und hielt bei den Attacken immer wieder dagegen. Die Führung wechselte mehrfach. Nach Buis übernahm zunächst Bijman, zur Rennhälfte lag Zuda vorne und wenig später setzte sich Kitzbichler an die Spitze.

In den letzten Runden rückten die fünf Fahrer noch einmal eng zusammen. Zwei Runden vor Schluss schob sich Buis an Zuda vorbei. Auch Rosenthaler machte noch einmal Druck und brachte sich in Position für das Finale.

Dann kam die letzte Runde. Bijman setzte die entscheidende Attacke gegen Kitzbichler und ging vorbei. Buis versuchte ebenfalls sein Glück. Kitzbichler hielt dagegen, bremste spät und sein Motorrad schaukelte sich auf. Der Österreicher konnte einen Sturz verhindern, musste allerdings über den grünen Bereich neben der Strecke ausweichen und fiel auf Rang fünf zurück.

Bijman nutzte die Chance und brachte seinen ersten Sieg in der Sportbike Klasse mit gerade einmal 0,035 Sekunden Vorsprung vor Buis ins Ziel. „Es hat sich richtig gut angefühlt, einen großen Teil des Rennens vorne zu fahren. Ich habe mich auf dem Motorrad sehr stark gefühlt und schon ab der dritten Runde gemerkt, dass heute wirklich etwas drin ist. Am Ende wurde es noch einmal ein richtig harter Kampf. Umso schöner ist es, dass es endlich mit meinem ersten Sieg geklappt hat und dann auch noch hier zu Hause in Assen“, freute sich Bijman.

Rosenthaler wieder auf dem Podium

Hinter den beiden Niederländern meldete sich Rosenthaler zurück. Der Österreicher setzte in der Schlussphase noch einmal alles daran, wichtige Punkte im Titelkampf mitzunehmen und überquerte die Ziellinie als Dritter. Gerade einmal 0,425 Sekunden fehlten ihm auf Buis. Zuda folgte nur elf Tausendstelsekunden dahinter auf Rang vier. Damit kamen die ersten vier Fahrer innerhalb von weniger als einer halben Sekunde ins Ziel.

Für Rosenthaler war das Podium nach den vergangenen schwierigen Wochen besonders wichtig. „Es ist keine leichte Zeit, nach der Verletzung wieder zurück zu meiner alten Stärke zu kommen. In Oschersleben hatte ich noch viel mit Schmerzen zu kämpfen. Leider ist auch dieses Wochenende mit den zwei Stürzen nicht optimal gestartet. Jetzt trotzdem wieder auf dem Podium zu stehen, ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Österreicher.

Meisterschaftsführer Zuda verpasste das Podium als Vierter zwar knapp, sammelte aber weitere 16 Punkte. Kitzbichler rettete nach seiner Schrecksekunde in der letzten Runde noch Rang fünf. Die schnellste Rennrunde ging ebenfalls an ihn. In Runde fünf fuhr Kitzbichler eine 1:45,447 Minuten und war damit der schnellste Fahrer im Rennen.

Dahinter setzte sich Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) im niederländischen Kampf der Verfolger durch und wurde Sechster vor Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben) und Tom Kuil (RT Motorsports). Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) fuhr über weite Strecken allein auf Rang neun und brachte diese Position auch ins Ziel. Er war mit dem Ergebnis weder zufrieden, noch hatte er im Rennen überhaupt ein Gefühl für sein Vorderrad und sein Bike, erklärte nach dem Rennen. Maksymilian Palmowski (SP Race Project) komplettierte die Top Ten.

Pech hatte Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa Paligo Racing). In Runde neun kam es zur Kollision mit Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben). Beide konnten weiterfahren, verloren aber viel Zeit. Kooistra wurde 14., Rammerstorfer kam auf Rang 17 ins Ziel. Nach dem Rennen folgte für Rammerstorfer noch eine Strafe: Die Stewards bewerteten sein Manöver als zu ambitioniert. Im zweiten Rennen am Sonntag muss er deshalb zwei Long Lap Penalties absolvieren.

EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Jeffrey BUIS (#G6/NLD), Suzuki GSX 8R
  3. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  4. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  5. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  6. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  10. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


EuroMoto Supersport: Dirk Geiger spurtet von ganz hinten nach vorn

Dirk Geiger, Yamaha R 9 #60
Foto: Jens Hawrda

Von hinten nach ganz vorne. Sieg für Dirk Geiger im ersten Rennen der EURO MOTO Supersport in Assen. An dieser Heldentat gab es nichts zu rütteln. Aber mit der Drei-Sekunden-Strafe für Daniel Blin bekam alles einen faden Beigeschmack.

Dirk Geiger (Apreco-Yamaha) musste trotz Pole Position aus der Boxengasse starten, weil er den dritten Motor in Betrieb hat. Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) wurde wegen Überschreitung des Tempolimits drei Plätze zurückgesetzt. Gleiches betraf Luca Göttlicher (LJ Racing).

Somit besetzten Lennox Lehmann (Apreco-Yamaha), Marvin Siebdrath (MCA Honda) und Luca de Vleeschauwer (SWPN Yamaha) die erste Startreihe. Sie bekamen die Podiumsplätze auf dem Silbertablett serviert, aber keiner von ihnen griff zu.

Lehmann übernahm am Start die Führung. Blin und Göttlicher zogen durch. Göttlicher kam sogar in Führung liegend aus der ersten Runde zurück. Ein Fahrfehler im dritten Umlauf warf ihn bis auf den vierten Platz zurück. Es bildeten sich zwei kämpfende Duos. An der Spitze legten sich Lehmann und Blin an. Kurz dahinter beharkten sich Göttlicher und Luca de Vleeschauwer.

Es fühlte sich an, als ob Blin dem Yamaha-Fahrer näher kommt. Das wollte der Dresdner auf jeden Fall vermeiden. Noch zu frisch war die Erinnerung an den EURO MOTO-Event in Oschersleben, als sich der Pole in einem sehr beherzten Manöver in letzter Sekunden an ihm vorbei gepresst hatte. Heute wollte sich Lehmann den Genuss des ersten Saisonsieges nicht noch einmal entgehen lassen.

In der achten von 13 Runden wurde es noch interessanter. Geiger war von der Boxengasse aus durch das Feld gepflügt und schon Fünfter. Er fuhr als Einziger 1:41er-Zeiten und das machte sich auf Dauer bemerkbar. In der neunten Runde knickte Luca de Vleeschauwer ein und konnte das Tempo nicht mehr halten. Dahinter stürzte mit Freddie Heinrich der einzige Kawasaki-Pilot auf dem Weg zu einem Top 6-Platz aus dem Rennen.

Geiger befand sich mittlerweile schon auf Podiumskurs und an der Spitze rappelte es gewaltig. Lehmann unterlief ein Schaltfehler. Blin huschte am Sachsen vorbei. Plötzlich befand sich Blin im Abseits und Lehmann war wieder vorn. Dann der entscheidende Moment: Lehmann verlor in Führung liegend das Silbertablett und vergrub den ersten möglichen Saisonsieg im Kies.

Was in den letzten Metern bis zum Ziel passierte, war purer Nervenkitzel. Geiger war mit der Yamaha R9 durch das Getümmel durchmarschiert und kämpfte mit Blin und Göttlicher in haarscharfen Manövern um den Sieg. Am Ende war Blin mit elf Tausendstelsekunden Vorsprung als Erster vor Geiger und Göttlicher im Ziel. Die Wertung sah anders aus. Weil Blin im Kampf mit Lehmann in die Auslaufzone der Ruskenhoek-Kurve gekommen war und vor der Rückkehr auf die Strecke keine Sekunde verzögert hatte, wie es das Reglement vorschreibt, wurde ihm eine 3-Sekunden-Zeitersatzstrafe auferlegt. Für eine Long-Lap-Runde hatte die Renndistanz nicht mehr gereicht.

Geiger wurde zum Sieger des Rennens erklärt. Damit nahm er Blin die Führung in der Gesamtwertung ab. Göttlicher kam mit der MV Agusta auf den zweiten Platz und stieg als Dritter aufs Podium. Der Pole legte Protest gegen die Entscheidung ein.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

3. Daniel BLIN (POL/Ducati)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (NED/Yamaha)

5. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (NED/Honda)

7. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

8. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

9. Jorke ERWIG (GER/Ducati)

10.Max STAUFFER (AUS/Yamaha

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek