Mittwoch, 29. September 2021

ADAC TCR Germany startet beim Fugel-Heimspiel auf dem Sachsenring in den Meisterschafts-Countdown

  •  Hyundai-Pilot Luca Engstler reist als Führender zum Sachsenring
  •  Heimspiel für Honda-Piloten Dominik und Marcel Fugel
  •  Beide Rennen live und in voller Länge im Stream

Heimspiel am Sachsenring für Honda-Pilot Marcel Fugel
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC TCR Germany nähert sich langsam, aber sicher mit sechs noch ausstehenden Rennen der meisterschafts-entscheidenden Phase. Am kommenden Wochenende (1. bis 3. Oktober 2021) gastiert die spektakuläre Tourenwagen-Serie auf dem Sachsenring, wo das fünfte von sieben Rennwochenenden der Saison 2021 zusammen mit dem ADAC GT Masters auf dem Programm steht. Fans sind am Sachsenring willkommen, auch der Zugang zum Fahrerlager ist möglich. Beide Rennen sind am Samstag um 14.10 Uhr sowie am Sonntag ab 11.45 Uhr live bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen. Der TV-Sender NITRO zeigt am Sonntag ab 17.55 Uhr die Highlights vom Sachsenring.


Als inoffizieller Halbzeitmeister reist Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) zum Sachsenring. Fünf Saisonsiege hat der Allgäuer inzwischen auf dem Konto, bei allen acht Rennen in diesem Jahr stand er auf dem Podium. Sein Vorsprung in der Meisterschaft auf den Zweiten, Eric Scalvini, ist auf stattliche 63 Punkte angewachsen. Die Konzentration des Hyundai-Piloten vom Team Engstler gilt dennoch dem nächsten Rennen.

„Der Sachsenring ist meine Lieblingsstrecke in der ADAC TCR Germany und ich war dort vor drei Jahren schon erfolgreich“, so der 21-Jährige. „Der Kurs ist sehr schnell und man muss Risiken eingehen. Aber solch eine Streckencharakteristik liegt mir. Ich bin guter Dinge, denn das Team hat mir zuletzt immer ein super Auto hingestellt. Das werden wir natürlich jetzt noch etwas feintunen für die Rennen. Ich bin mir sicher, dass es ein gutes Wochenende werden wird.“

Auch Eric Scalvini (26, ITA, Wimmer Werk Motorsport) rechnet sich auf dem Berg-und-Tal-Kurs, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, einiges aus. Scalvini, der für den österreichischen Rennstall im Cupra Leon Competición TCR bisher in dieser Saison dreimal auf dem obersten Siegertreppchen stand und insgesamt viermal aufs Podium fuhr, kommt als einer der beiden Laufsieger von Hockenheim nach Sachsen.

Wenn es am Sachenring rund geht, sind auch immer die Lokalgrößen mit vorne dabei. „Wir gehen zuversichtlich in unser Heimrennen“, sagt Honda Civic-Fahrer Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen), der sich – ebenso wie sein jüngerer Bruder Marcel - auf das Heimspiel vor den Toren seiner Heimatstadt Chemnitz freut. „2019 und 2020 konnten wir hier immer ein Rennen gewinnen. Im letzten Jahr haben wir sogar einen Doppelsieg geholt, von daher schauen wir optimistisch auf das Heimrennen.“

Fugel rechnet angesichts der starken Konkurrenz mit Luca Engster und Eric Scalvini mit einem „heißen Fight, aber natürlich werde ich nicht nachgeben.“ Freude herrscht bei den Fugel-Brüdern insbesondere über die Tatsache, dass Zuschauer wieder an der Strecke und ihm Fahrerlager erlaubt sind. „Klar kommen uns Freunde, Familie, Fans, Mitarbeiter und Kunden besuchen, die die Daumen drücken“, freut sich Dominik auf zahlreiche Unterstützung aus der Region. „Der Meisterschaftszug ist mit über 100 Punkten Rückstand für mich zwar wohl abgefahren, aber ich versuche, möglichst schöne Rennen zu absolvieren und viel Spaß dabei zu haben.“ Ein Familien-Doppelsieg wie im Vorjahr wäre ein Traum und sicher das schönste Geburtstagsgeschenk für Marcel, den jüngeren der beiden Brüder, der am Sonntag seinen 21. Geburtstag feiert.

Auf Kurs: Hyundai-Pilot Gruber mit großem Vorsprung in der Junior-Wertung

Im Kampf um die Podestplätze will neben Fugel auch Martin Andersen (27, Dänemark, Hyundai Team Engstler) im Hyundai eine Rolle spielen. Den aktuell auf Rang drei liegenden Dänen und Fugel auf Rang vier trennen lediglich sechs Punkte. Auch Nico Gruber mit seinen 129 Punkten in der Gesamtwertung darf sicher noch von einem Podestplatz träumen.

Große Hoffnungen auf einen nagelneuen Honda Civic als Prämie für den Sieger der Junior-Wertung darf sich Gruber auf jeden Fall machen. In sieben der acht TCR-Rennen war der Österreicher bester Nachwuchsfahrer und führt aktuell die Honda Junior Challenge mit 92 Punkten deutlich vor Opel-Fahrer Philipp Regensperger (54 Punkte) an.

Von einer vorzeitigen Vorentscheidung in Sachen Junior-Wertung will der 20-jährige Hyundai-Pilot allerdings nichts wissen. „Der Sachsenring ist auf jeden Fall der schwierigste Kurs im Kalender. Es gibt sehr viele Bergauf- und Bergab-Passagen, sehr viele technische Abschnitte und langgezogene Kurven. Dies wird vor allem im Rennen die Vorderreifen sehr beanspruchen“, sagt Gruber. „Ich bin aber zuversichtlich. Wir haben in Hockenheim bezüglich der Punktestände einen wichtigen Schritt gemacht. Mein Ziel ist es, auch am Sachsenring die volle Punktzahl in der Junior-Wertung mitzunehmen. Ich freue mich schon riesig auf das Wochenende.“

Ähnlich klar mit 90 Punkten führt Roland Hertner (61, Heilbronn, Hyundai Team Engstler) im Hyundai in der 2021 neu eingeführten Trophy-Wertung. Er trifft am Sachsenring wieder auf die Konkurrenz der Cupra Leon Competición TCR-Fahrer Günter Benninger (60, AUT, 54 Punkte) und Christian Voithofer (44, AUT, 51 Punkte) sowie Peter Gross (51, AUT, 38 Punkte, alle drei Wimmer Werk Motorsport) im Audi RS3 LMS TCR.

Spannung auf dem Sachsenring: Der Titelkampf in der Deutschen GT-Meisterschaft nimmt weiter Fahrt auf

  •     Audi-Piloten Feller und Mies führen Gesamtwertung knapp an
  •     Top Drei in der Meisterschaft nur durch neun Punkte getrennt
  •     Zuschauer auf den Tribünen und auch im Fahrerlager willkommen

Foto: Jens Hawrda

Die Spannung steigt: Der Titelkampf in der Deutschen GT-Meisterschaft geht am kommenden Wochenende (1.–3. Oktober) auf dem Sachsenring in die drittletzte Runde, die Meisterschaftskandidaten dürfen sich auf der anspruchsvollen Berg-und-Tal-Bahn keine Schwäche erlauben. Lediglich drei Punkte trennen die Tabellenführer Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi von ihren engsten Verfolgern, den Mercedes-AMG-Werksfahrern Raffaele Marciello (26/I) und Maximilian Buhk (28/Hamburg, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR). Auch am Sachsenring können die Fans die Rennaction nicht nur von den Tribünen verfolgen, sondern dürfen auch ins Fahrerlager, wo sie mitten im Geschehen sind. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Die Favoriten

Dank ihres zweiten Saisonsiegs sicherten sich Feller und Mies zuletzt auf dem Lausitzring den inoffiziellen Halbzeittitel. Für den Sachsenring hat das Audi-Duo gute Karten, denn Mies triumphierte dort bereits vier Mal und ein R8 hat dort bereits 13 Rennen gewonnen – was einer stattlichen Siegquote von 46 Prozent entspricht. Aber auch die Tabellenzweiten Marciello/Buhk machen sich Hoffnungen auf Topplatzierungen, denn auch der Mercedes-AMG zählte zuletzt zu den stärksten Fahrzeugen auf dem anspruchsvollen Kurs. Nur neun Punkte hinter der Tabellenspitze liegen die Tabellendritten Mirko Bortolotti (31/I)/Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team). Die Lamborghini-Werksfahrer zeichnen sich bisher vor allem durch ihre Konstanz aus und haben am Sachsenring den überfälligen ersten Saisonsieg im Visier. Ganz oben auf das Podest wollen auch die Tabellenvierten Luca Stolz (26/Brachbach) und Maro Engel (36/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), deren Formkurve mit zuletzt zwei zweiten Plätzen steil nach oben zeigt. Vor Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) und Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet (26/F, beide SSR Performance), liegt eine schwere Aufgabe: Das Duo von SSR Performance hat bereits zwei Rennen gewonnen, jedoch ist der Sachsenring die einzige Strecke im Kalender des ADAC GT Masters, auf der der 911 bisher ohne Sieg ist.

Die Strecke

Der Sachsenring gilt als eine der anspruchsvollsten Strecken im Kalender der Deutschen GT-Meisterschaft und wird aufgrund seiner Charakteristik oft als „Mini-Nordschleife“ bezeichnet. Auf die Fahrer warten schnelle Bergauf-und-Bergab-Passagen, die oft nicht einsehbar sind. Eine weitere Besonderheit des 3,645 Kilometer langen Traditionskurses: Er wird gegen den Uhrzeigersinn befahren und setzt sich fast ausschließlich aus Linkskurven zusammen, was besonders die Reifen auf der rechten Fahrzeugseite beansprucht. Daher kommt es auf die richtige Taktik für die Pirelli-Reifen an.

Die Lokalmatadore

Traditionell ist das sächsische Aufgebot an Fahrern und Teams im ADAC GT Masters stark vertreten. Der gebürtige Leipziger Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, Callaway Competition) hat mit der Corvette C7 GT3-R bereits in dieser Saison ein Rennen gewonnen. Auf ein starkes Heimspiel hofft auch Lamborghini-Junior Maximilian Paul (21), der wie sein Rennstall T3 Motorsport aus Dresden kommt. Ebenfalls ein Heimspiel hat Yaco Racing aus Plauen. Der Rennstall setzt einen Audi R8 LMS für Simon Reicher (21/A) und Norbert Siedler (38/A) ein. Für das Team Joos Sportwagentechnik tritt zudem der Wahlleipziger David Jahn (30) in einem Porsche 911 GT3 R an.

Die Fans

Ihre Premiere beim ADAC GT Masters am Sachsenring feiert die neue ADAC Vorteilswelt Lounge. ADAC Mitglieder erhalten in der Vorteilswelt Lounge kostenlos Kaffee von Vorteilsweltpartner Eni, können ihr Mobiltelefon aufladen und mit kostenlosen W-Lan im Internet surfen oder sich über das vielfältige Angebot der ADAC Vorteilswelt informieren. Auch am Sachsenring dürfen die Zuschauer an die Strecke und in das Fahrerlager. Die „Meet the Drivers“-Autogrammstunde (Samstag 11.25 Uhr) ist ebenso ein Muss wie die populären Pitwalks (Samstag 10.50 / Sonntag 10.45 Uhr). Während der Open Pitlane am Samstagabend (ab 17.45 Uhr) können die Zuschauer das Online-Magazin „PS on Air – Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk“ live (20 Uhr) verfolgen. Aus der eBay Box bekommen die Besucher spannende Einblicke in die Boxengasse. Von dort wird am Sonntag auch die neue Folge von „ADAC GT Masters Backstage“ gesendet. Nach der gelungenen Premiere am Lausitzring ermöglicht auch am kommenden Wochenende der rund neun Meter hohe eBay-Tower den Fans spektakuläre Blicke auf die Rennstrecke. Tickets gibt es online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport. Das Tagesticket kostet für ADAC Mitglieder ab 22,50, das Wochenendticket ab 36 Euro. (Nicht-Mitglieder 25 Euro und 40 Euro). Für Familien gibt es ein besonderes Angebot: Für Kinder bis einschließlich zwölf Jahre ist der Eintritt in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen frei.

Das Rahmenprogramm

Neben dem ADAC GT Masters starten gleich vier weitere hochinteressante Rennserien auf dem Sachsenring. In der ADAC GT4 Germany können sich die Fans auf das abwechslungsreiche Starterfeld der „kleinen“ GT-Sportwagen freuen, die ADAC TCR Germany bietet knallharte Tourenwagenaction und in der Nachwuchsserie ADAC Formel 4 sehen die Zuschauer Motorsportstars von morgen. Ebenfalls dabei: der traditionsreiche Porsche Carrera Cup Deutschland.

Stimmen vor dem Rennwochenende

Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS): 

„Ich sehe uns nicht als die Topfavoriten. Audi war auf dem Sachsenring immer schnell, aber in den vergangenen Jahren waren Mercedes-AMG und Porsche auch gut. Deswegen glaube ich, dass es sehr ausgeglichen und Sachsenring-typisch sehr eng sein wird. Unser Ziel ist gut zu punkten und am besten möglichst vor den Titelkonkurrenten ins Ziel zu kommen. Wenn wir einen Sieg und viele Punkte – vielleicht sogar zwei Podien – einfahren könnten, wäre das natürlich super. Zwei Siege sind natürlich immer gut.“

Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR, Mercedes-AMG GT3 Evo): 

„Der Sachsenring ist eine der besten Strecken in Deutschland. Ich freue mich darauf. Es geht ständig bergab und bergauf und man darf sich keinen Fehler erlauben, da überall Kiesbetten lauern. Bis auf den ersten Sektor, der eher langsam ist, sollte die Strecke unserem Auto liegen. Aber ich rechne damit, dass deswegen auch Audi und BMW stark sein werden. Auch die Corvette könnte für Überraschungen sorgen. Eine Vorhersage ist immer schwierig, weil das Wetter Einfluss haben könnte.“

Dienstag, 28. September 2021

Titelkampf in der ADAC GT4 Germany spitzt sich bei vollem Feld auf dem Sachsenring zu

  •  Starkes Feld mit 26 Fahrzeugen auf dem Sachsenring
  •  Michael Schrey/Gabriele Piana wollen Tabellenführung verteidigen
  •  Beide Qualifikationen und Rennen wieder im Livestream ; Highlights im TV bei NITRO

Foto: Jens Hawrda


Die ADAC GT4 Germany startet am Sachsenring (1. bis 3. Oktober) spektakulär mit dem bisher größten Feld des Jahres in die zweite Saisonhälfte. Insgesamt 26 GT-Sportwagen von sieben Marken machen den Titelkampf auf der anspruchsvolle Berg-und-Talbahn bei Chemnitz noch spannender. Auf dem Sachsenring sind auch wieder Fans an der Strecke und im Fahrerlager willkommen. Tickets gibt es für ADAC Mitglieder bereits ab 22,50 Euro (Nicht-Mitglieder 25 Euro), Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Die beiden Rennen der ADAC GT4 Germany sind online bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport im Livestream zu sehen. Außerdem zeigt der TV-Sender NITRO die Highlights.


Im Titelkampf der ADAC GT4 Germany bringen die Tabellenführer von Hofor Racing by Bonk Motorsport einen zweiten BMW M4 GT4 zum Sachsenring, der von Christopher Rink und Philipp Stahlschmidt pilotiert wird. Dazu gibt es in Sachsen weiteren Zuwachs: East Racing betreut einen Porsche für Lokalmatador Steve Kirsch (42/Chemnitz) und TV-Moderator Niki Schelle (55/Böbing, beide ADAC Sachsen e.V.), RTR Projects gibt das Saisondebüt mit einem KTM X-Bow GT4 und Prosport Racing kehrt mit einem Aston Martin für Hugo Sasse (17/Aschersleben) und Mike David Ortmann (21/Ahrensfelde) zurück. Sasse und Ortmann absolvieren einen Doppelstart und geben auf dem Sachsenring zusätzlich noch in der Deutschen GT-Meisterschaft Vollgas. Viel ADAC GT Masters-Erfahrung haben auch Seriendebütant Indy Dontje (28/NLD), der einen McLaren von Dörr Motorsport fährt und Christopher Dreyspring (23/Nürnberg, Schubert Motorsport), der in einem BMW M4 GT4 in die ADAC GT4 Germany zurückkehrt.

Als Tabellenführer reisen Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) an den Sachsenring. Das BMW M4 GT4-Duo hat in dieser Saison bereits vier Laufsiege erzielt. „Für uns ist es wichtig, auf dem Sachsenring gut zu punkten. Die Strecke liegt unserem BMW nicht sonderlich. Deswegen sind Top-Fünf-Platzierungen das Ziel. Mehr wäre schön, dürfen wir aber nicht erwarten“, schaut Schrey auf das Wochenende voraus. „Mit Blick auf den Titel fahren wir nun noch mehr mit Köpfchen. Dennoch werden wir weiterhin mutig unterwegs sein und in Situationen, in denen sich Chancen ergeben, gewisse Risiken eingehen. Nur konservativ und defensiv fahren, ist sicherlich auch nicht richtig. Mercedes-AMG, Aston Martin, Porsche und KTM sind auf dem Sachsenring die Favoriten. Aufgrund seiner Topographie und der verschiedenen Kurvengeschwindigkeiten macht der Kurs viel Spaß und ist für mich eine kleine Nordschleife.“

Nach einem Doppelsieg beim Rennwochenende in Zandvoort in den Niederlanden haben sich die Mercedes-AMG GT4-Piloten Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (19/FRA, beide Team Zakspeed) im Titelrennen zurückgemeldet. Die Tabellenzweiten kommen auf 90 Meisterschaftspunkte. „Ganz klar, wir greifen für den nächsten Doppelsieg an und gehen volle Attacke. Wir brauchen so viele Punkte wie möglich, um noch eine Chance auf den Titel zu haben. Gerade Zandvoort hat gezeigt, dass Schrey/Piana schlagbar sind. Daran wollen wir anknüpfen“, ist Marschalkowski motiviert. „Auf dem Sachsenring haben wir eine sehr gute Chance, Punkte gutzumachen. Denn das Layout passt dem Mercedes-AMG aufgrund seiner langgezogenen Kurven gut. Wir sollten absolut siegfähig sein.“ Für Marschalkowski hat der Sachsenring zudem eine ganz besondere Bedeutung. 2020 feierte er dort seinen ersten Laufsieg in der ADAC GT4 Germany.

Auch die Zakspeed-Teamkollegen Robert Haub (32/USA) und Gabriela Jílková (26/CZE) haben mit 76 Punkten noch gute Chancen im Titelrennen. Auf Platz vier liegen mit 72 Punkten Marc de Fulgencio (22/ESP) und Robin Falkenbach (19/Niederkassel, beide Leipert Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG. „Schrey/Piana zählen natürlich immer zu den Favoriten. Aber auch unsere Teamkollegen Jílková/Haub sollte man auf dem Sachsenring auf der Rechnung haben, genauso wie das Leipert-Duo“, prognostiziert Marschalkowski spannende Rennen. „Ich schätze auch die Gaststarter Hugo Sasse und Mike David Ortmann im Aston Martin stark ein.“

Das Heimspiel absolviert auf dem Sachsenring T3 Motorsport. Der Rennstall aus Dresden bringt zwei Audi R8 LMS GT4 an den Start, die von John Paul Southern (19/USA) und Jan Philipp Springob (20/Köln) sowie von Oliver Mayer (63/Ingolstadt) und Lukas Mayer (26/Ingolstadt) pilotiert werden. „Zu einem Heimrennen kommen natürlich immer mehr Freunde, Fans und Bekannte, als zu anderen Strecken. Denen möchten wir eine gute Show bieten. Sportlich macht das für uns aber keinen Unterschied, denn wir wollen bei jedem Rennwochenende eine gute Leistung zeigen und möglichst weit vorne fahren“, erläutert Springob. „Unser Ziel auf dem Sachsenring ist die Fahrt auf das Podium. Den Speed dafür haben wir. Auch in der Qualifikation sind die Top Drei der Anspruch. Den Audi schätze ich auf dem Sachsenring richtig gut ein. Insbesondere der zweite Streckenabschnitt nach der dreifachen Linkskurve macht Spaß.“

ADAC GT Masters-Titelkandidat Raffaele Marciello

  •  Ex-Ferrari-Formel-1-Testfahrer will am Wochenende auch auf dem Sachsenring   glänzen
  •  Italiener war Mitglied der Ferrari Driver Academy
  •  Mercedes-AMG-Werksfahrer aktuell Tabellenzweiter in Deutscher GT-Meisterschaft

Marciello gilt als einer der schnellsten GT3-Piloten weltweit
Foto: ADAC-Motorsport
 


Er hatte einen Fuß in der Formel 1, war in der Ferrari Driver Academy und fuhr im Kart gegen Carlos Sainz jr. und Danil Kvyat: Raffaele Marciello (26/I, Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) hat allen Grund, mit breiter Brust durch das Fahrerlager zu laufen. Doch der Italiener, der in der Deutschen GT-Meisterschaft um den Titel kämpft, ist bescheiden: „Ich bin kein Star, sondern nur eine normale Person, die einfach ihren Job macht.“ Die Gelegenheit seinen Job zu machen hat der Mercedes-AMG-Werksfahrer wieder am kommenden Wochenende (1.–3. Oktober), wenn er zusammen mit Maximilian Buhk (28/Hamburg) im Mercedes-AMG GT3 Evo auf dem Sachsenring startet. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Lange Sieges- und Titelliste

Nein, dem Klischee eines temperamentvollen italienischen Rennfahrers entspricht Raffaele Marciello nicht. Der knapp 1,90 Meter große, schlaksige Mittzwanziger, der auch mal mit grünen Haaren im Fahrerlager auftaucht, ist eher introvertiert. Starallüren sind ihm fremd. „Erfolge hängen von vielen Faktoren ab, ob man zum Beispiel mit dem Auto klarkommt oder ob die Fahrzeugeinstufung passt. Man selbst hat nur einen gewissen Anteil daran“, sagt der Rennradfan bescheiden. „Das Level im GT3-Sport ist sehr hoch, es gibt so viele starke Fahrer, die es verdient hätten, in die Formel 1 zu kommen. Da möchte ich mich nicht hervorheben.“

Dabei kann Marciello im GT3-Sport bereits auf eine lange Erfolgsliste zurückblicken. Titel in der Blancpain-Serie, Sieger des FIA GT World Cup in Macau und im ADAC GT Masters – der Italiener hat sich als einer der gefragtesten Piloten der Szene etabliert. Bis zu 30 Rennwochenenden bestreitet er jährlich weltweit. Als Superstar sieht er sich dennoch nicht. „Viele Fahrer denken, dass sie Stars sind und verhalten sich auch so. Ich sehe mich dagegen nicht als etwas Besonderes, nur weil ich Rennfahrer bin, sondern als ganz normale Person, die einfach ihren Job macht.“ Zusammen mit den befreundeten Rennfahrern Matteo Cairoli und Marco Mapelli initiierte er deswegen auch den Hashtag #OperaioNoSuperstar („Arbeiter, kein Superstar“). „Wir haben mittlerweile sogar ein Logo, das wir uns haben tätowieren lassen.“ Für Marciello geht es vor allem darum, Rennen zu fahren. „Natürlich ist es mein Beruf und ich habe das Glück, dass ich mit dem Motorsport Geld verdienen kann. Aber ich betreibe ihn vor allem aus Leidenschaft. Wo auch immer in der Welt ich fahre, ich mache es, weil es mir Spaß macht. Egal ob es GT3 ist oder etwas anderes. Ich bin auch schon in Monza Rallye gefahren und möchte irgendwann mal bei der Rallye Dakar starten.“

Anfänge im Kart

Marciellos Eltern sind Italiener, er wird aber in Zürich geboren und wächst in Lugano auf. Über seinen Vater kommt er zum Motorsport: „Der ist großer Rennsportfan, ist aber selbst nie gefahren. Als ich dreieinhalb oder vier Jahre alt war, hat er mich in ein Kart gesetzt. Ich bin anfangs nur zum Spaß gefahren, da ich zu jung war und an keinen Wettbewerben teilnehmen durfte. 2003 war es dann so weit und ich bin in der Schweizer Meisterschaft gefahren.“ Marciello macht sich dank seiner Erfolge schnell einen Namen. Dann passiert etwas, wovon jeder Rennfahrer träumt: Ferrari wird auf ihn aufmerksam. „In der EM haben immer Nyck de Vries, Carlos Sainz jr., Danil Kvyat oder ich gewonnen. Ende 2009 – ich war damals 14 Jahre alt – kamen Luca Baldisserri und Ferrari auf mich zu und schlugen vor, mich in die neue Driver Academy aufzunehmen. Jules Bianchi und ich waren die ersten Mitglieder. Das war etwas ganz Besonderes. Ich habe in Maranello gewohnt und bin von Ferrari im Formelsport unterstützt worden.“

Fast in der Formel 1

Weitere Siege und Titel, darunter der des Formel-3-Europameisters 2013, folgen. Ende 2014 absolviert Marciello in Abu Dhabi einen Formel-1-Test mit Ferrari. Er beeindruckt dabei so sehr, dass ihn das Sauber-F1-Team für 2015 als Test- und Ersatzfahrer verpflichtet. Vier Mal tritt der Italiener in der Saison als Freitagsfahrer an Grand-Prix-Wochenenden im Freien Training an – doch am Jahresende folgt der Schock: Ferrari trennt sich von Marciello, das große Ziel Formel 1 ist vorbei. „Natürlich habe ich von der Formel 1 geträumt, aber zum Glück gibt es auch noch anderen Motorsport. Irgendwann muss man einsehen, dass die Plätze in der F1 sehr limitiert sind. Es gibt rund 20 Cockpits, wovon nur die Hälfte wirklich gut ist. Ich bin lieber dort, wo ich jetzt bin, als mit Alfa Romeo in der Formel 1 um Platz 14 oder 15 zu kämpfen.“

Wechsel in den GT3-Sport

Das „dort“ ist für den Italiener mittlerweile im fünften Jahr der GT3-Sport. „Nach dem Aus bei Ferrari war es eine Frage, ob ich ganz aufhöre oder mich neu orientiere.“ Er testet einen Lamborghini für das GRT Grasser Racing Team und steht kurz vor einem Werksvertrag mit dem italienischen Hersteller, doch dann verpflichtet ihn Mercedes-AMG. „Ich bin schon in der Formel 3 mit Mercedes-Motoren gefahren, daher gab es eine Verbindung. Sie suchten jemanden, der langfristig im Fahrerkader bleibt und wir haben uns schnell geeinigt.“ Eine Entscheidung, die er nicht bereut. „Ich bin sehr glücklich, wo ich jetzt bin. Ich muss mich nicht verstellen und kann sein, wer ich bin. Ich fahre auf den besten Rennstrecken der Welt wie Macau, Bathurst oder der Nordschleife und starte in sehr starken Meisterschaften.“

Titelkandidat in der Deutschen GT-Meisterschaft

Dazu gehört auch das ADAC GT Masters. In dieser Saison startet er mit dem Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR für eine neue Mannschaft. Beim Auftakt in Oschersleben gelingt mit der Pole-Position und dem Sieg ein perfekter Einstand. Nach den ersten acht Rennen liegen „Lello“ und Partner Maximilian Buhk in der Deutschen GT-Meisterschaft nur drei Zähler hinter den Tabellenführern Ricardo Feller und Christopher Mies auf dem zweiten Gesamtrang.

Dass es so gut läuft, überrascht ihn nicht: „Wir haben uns sehr gut vorbereitet und das Team ist super aufgestellt. Wir haben zum Beispiel mit Nicolas Duval einen Ingenieur, den ich schon aus der GT World Series kenne. Auch viele der Mechaniker kenne ich schon von anderen Teams. Und mit Maxi Buhk habe ich einen mega Teamkollegen. Auch wenn es ein neues Team ist, arbeiten dort viele Leute, die den Mercedes-AMG bereits kannten. Deshalb waren wir auch von Anfang an und auf eigentlich allen Strecken konkurrenzfähig.“

Wie sieht er seine Titelchancen? „Das ADAC GT Masters ist eine der härtesten Rennserien im GT-Sport. Es ist nicht einfach, dort an der Spitze mitzufahren. Wichtig ist es, immer ins Ziel zu kommen und Punkte mitzunehmen. Um am Ende ganz vorn zu sein, braucht man gute Qualifyings und sollte in den Rennen in die Top 5 fahren. Natürlich hat man keinen Einfluss darauf, was die anderen Team machen, aber es ist wichtig, keine Fehler zu machen und immer das Beste zu geben. Dann kann man am Ende auch mit sich zufrieden sein.“

IDM: Meister nach einem mitreißenden Finale auf dem Hockenheimring gekürt

Copyright: Motor Presse Stuttgart GmbH/Dino Eisele

Die letzte Zielflagge in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ist gefallen. Tausende Zuschauer erlebten ein Finale voller Nervenkitzel, Überraschungen und Wendungen live im Motodrom in Hockenheim. Die IDM erwies sich einmal mehr als eine Serie mit hochkarätigem Motorsport zum Anfassen. Das offene Fahrerlager ist längst ein Besuchermagnet geworden.

Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) ließ sich in der IDM Superbike 1000 zum dritten Mal als Meister feiern. Der 25-jährige Ukrainer gewann in diesem Jahr vier Rennen und war so überlegen, dass ihn nur noch Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) von seinem Triumph hätte abhalten können, auch wenn seine Chancen eher theoretischer Natur waren. Doch der Franzose musste seine Teilnahme am Finale verletzungsbedingt absagen. In Hockenheim stand deshalb der Kampf um den Vizetitel im Fokus. Drei Männer hatten Chancen: Florian Alt (Wilbers-BMW), Luca Grünwald (Kiefer Racing), Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team).

Das entscheidende Rennen war nichts für schwache Nerven. Leonov ging zunächst in Führung, wurde aber vom späteren Sieger Markus Reiterberger eingeholt. Dadurch rückte Grünwald dem Russen näher. Aber zum Schluss hatte sich auch Alt den Weg durch die Konkurrenz gebahnt. Sein vierter Platz führte zu einer denkbar knappen Entscheidung, in der ein einziger Meisterschaftspunkt den kleinen Unterschied machte. In der Endabrechnung heißt es somit: Mikhalchik ist mit 176 Punkten Meister vor Florian Alt (145), Grünwald (144) und Leonov (138). Fahrer aus zehn Nationen hatten sich in diesem Jahr an der IDM Superbike 1000 beteiligt.

In der IDM Supersport 600 heißt der Gesamtsieger Patrick Hobelsberger (Bonovo Action by MGM Racing). Der Bayer gewann beide Läufe auf dem Hockenheimring. Insgesamt gehen sieben Siege in 14 Rennen auf sein Konto. Hobelsberger fiel in keinem einzigen Rennen aus und holte immer Punkte. Er wollte die IDM als Sprungbrett nutzen, um wieder in die Supersport-Weltmeisterschaft zurückzukehren. Es sieht gut aus. Der 25-jährige Yamaha-Fahrer hat schon Angebote. Vizemeister wurde Valentin Debise, der wie schon erwähnt fehlte. Ebenso war der Gesamt-Dritte Glenn Van Straalen (NIWA Racing) nicht am Start. Der Kawasaki-Fahrer aus den Niederlanden war für den gleichzeitig in Spanien stattfindenden Supersport-WM-Lauf gebucht worden. Trotz ihrer Abwesenheit gab es in der stark besetzten Supersport-Klasse in Hockenheim keine Geschenke. Das musste Max Enderlein (M32 Racing) erfahren. Hätte der siebtplatzierte Sachse im zweiten Lauf nur einen Hauch besser abgeschnitten, hätte er Glenn Van Straalen noch vom dritten Tabellenrang stoßen können. Yamaha-Fahrer Enderlein geht nun mit einem einzigen Punkt Rückstand auf den Niederländer als Vierter in die Geschichte ein.

Die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 bot wieder eine ganze Bandbreite voller Ereignisse, bevor der Meister gekürt werden konnte. Zum Schluss war Titelverteidiger Lennox Lehmann (Freudenberg WorldSSP Team) der große Gewinner. Der 15-jährige Dresdner musste aber zittern, denn im entscheidenden letzten Lauf der Saison spielte die Technik seines Motorrads nicht mit und er landete im Kiesbett. Von nun an begann eine Zitterpartie, denn Lehmanns großer Gegner Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) war als Fünfter noch im Rennen. Er hätte es allerdings gewinnen müssen, um Lehmann den Titel noch abnehmen zu können. Siebdrath wurde Vize. Um den dritten Platz in der Tabelle entbrannte der Kampf zwischen Dirk Geiger (Freudenberg WorldSSP Team) und Luca De Vleeschauwer (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki). Sie führten das letzte Rennen an. Das Duell spitzte sich in den letzten beiden Kurven so zu, dass es in einem dramatischen Foto-Finish endete. Die Rennleitung sah Geiger im Vorteil, der somit als Laufsieger und auch als Gesamt-Dritter aufs Podium steigen durfte. 

In der IDM Sidecar hätten Josef Sattler/Luca Schmidt (Bonovo Action) den Sack zu machen können. Dafür wären zwei Siege nötig gewesen. Dazu kam es nicht. Der achtfache Weltmeister Tim Reeves entschied im ARS F1-Gespann mit seinem Beifahrer Kevin Rousseau den ersten Lauf zu seinen Gunsten. Den zweiten Sieg schnappten sich die Schweizer Markus Schlosser/Marcel Fries. Wer in dieser Saison die Meisterschaft gewinnt, wird sich also erst in einer Woche zeigen. Die finalen  Gespann-Läufe finden erst beim Sidecar Festival in Oschersleben vom 1. bis 3. Oktober statt. Dann wird sich zeigen, ob die Champions von 2021 Sattler/Schmidt, Reeves/Rousseau oder Markus Schwegler/Ondrej Kopecky heißen.

Für zusätzliche Würze beim großen Hockenheim-Finale sorgten die Entscheidungen in den einzelnen Cups, die ausgetragen wurden. Noah Lequeux aus Luxemburg konnte die IDM Superstock 600-Wertung mit sechs Saisonsiegen auf Yamaha für sich entscheiden. Johann Flammann (Kawasaki Z650) ist der Gesamtsieger des Twin Cups. Die Pro Superstock Cup-Krone sicherte sich Côme Geenen aus Belgien auf der BMW S 1000 RR. Den Yamaha R3 bLU cRU Cup gewann Nick Roelfsman aus den Niederlanden.